Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
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Plisseedreher70
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Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Hallo zusammen,
der Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens.
Wie war das bei euch so?
Ich selbst habe mich über die ganzen Jahrzehnte eigentlich wenig verändert, die Schwerpunkte verlagerten sich ein wenig. Doch die Liebe zu femininer Damenkleidung hatte und hat mich immernoch voll im Griff. Mein Seelenleben profitiert sehr positiv davon, was für die Psyche sehr wichtig ist.
Wie denkt ihr darüber?
Grüßle Plissi
der Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens.
Wie war das bei euch so?
Ich selbst habe mich über die ganzen Jahrzehnte eigentlich wenig verändert, die Schwerpunkte verlagerten sich ein wenig. Doch die Liebe zu femininer Damenkleidung hatte und hat mich immernoch voll im Griff. Mein Seelenleben profitiert sehr positiv davon, was für die Psyche sehr wichtig ist.
Wie denkt ihr darüber?
Grüßle Plissi
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
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Geli
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Hallo,
über die Jahre hat sich die Leidenschaft für Strümpfe, Röcke und Kleider, usw. bei mir sehr geändert.
Angefangen hat es mit Strümpfen und Strumpfhalter und dem sehr erregendem Gefühl des Materials auf der Haut und dem Reiz des Verruchten, Aufreizenden, ja fast nuttigen Aussehen. Später reichten Strümpfe alleine nicht mehr aus, es musste auch noch der Lederminirock dazu angezogen werden, um das Bild noch erregender zu machen. Der Gedanke mit einem solchen Outfit nach draußen zu gehen, kam zu diesem Zeitpunkt nie auf. Es folgten Lederpumps mit 12 cm Absatz und ein rotes Lederkleid das oben sehr gut passte, aber bei meiner Größe unten ein superknapper Mini ergab, also auch nicht geeignet fürs Rausgehen. Erst nach einigen Jahren "Austoben" besuchte ich ein Transformation Geschäft, damals in England. Dort wählte ich zwar auch ein sehr knappes Outfit mit Netzstrümpfen, aber es war doch schon etwas alltagstauglicher und ich wurde das erste Mal geschminkt. Das war eine Art Wendepunkt weg von der rein erregenden Motivation hin zum Tragen von Dessous und den Anfängen des Crossdressings. Im Prinzip begann danach die schon viel beschriebene Karriere mit Dessous unter der männlichen Kleidung bis hin zum ersten Ausflug in der Öffentlichkeit. Mittlerweile ist das Crossdressing nicht mehr ein erregender sondern ein Wohlfühl-Moment.
Auch der Kleidungsstil hat sich geändert. Ich liebe zwar immer noch alle möglichen Kleidungsstücke aus Leder, ziehe jetzt aber auch anderen Materialien an. Was sich allerdings nicht geändert hat, ist die Liebe zu Strümpfen oder anders herum die Abneigung gegen Strumpfhosen und auch sonstige Hosen.
Diese gesamte Entwicklung erstreckt sich über mehr als 35 Jahre und ob sie abgeschlossen ist, wird die Zukunft zeigen.
Liebe Grüße
Geli
über die Jahre hat sich die Leidenschaft für Strümpfe, Röcke und Kleider, usw. bei mir sehr geändert.
Angefangen hat es mit Strümpfen und Strumpfhalter und dem sehr erregendem Gefühl des Materials auf der Haut und dem Reiz des Verruchten, Aufreizenden, ja fast nuttigen Aussehen. Später reichten Strümpfe alleine nicht mehr aus, es musste auch noch der Lederminirock dazu angezogen werden, um das Bild noch erregender zu machen. Der Gedanke mit einem solchen Outfit nach draußen zu gehen, kam zu diesem Zeitpunkt nie auf. Es folgten Lederpumps mit 12 cm Absatz und ein rotes Lederkleid das oben sehr gut passte, aber bei meiner Größe unten ein superknapper Mini ergab, also auch nicht geeignet fürs Rausgehen. Erst nach einigen Jahren "Austoben" besuchte ich ein Transformation Geschäft, damals in England. Dort wählte ich zwar auch ein sehr knappes Outfit mit Netzstrümpfen, aber es war doch schon etwas alltagstauglicher und ich wurde das erste Mal geschminkt. Das war eine Art Wendepunkt weg von der rein erregenden Motivation hin zum Tragen von Dessous und den Anfängen des Crossdressings. Im Prinzip begann danach die schon viel beschriebene Karriere mit Dessous unter der männlichen Kleidung bis hin zum ersten Ausflug in der Öffentlichkeit. Mittlerweile ist das Crossdressing nicht mehr ein erregender sondern ein Wohlfühl-Moment.
Auch der Kleidungsstil hat sich geändert. Ich liebe zwar immer noch alle möglichen Kleidungsstücke aus Leder, ziehe jetzt aber auch anderen Materialien an. Was sich allerdings nicht geändert hat, ist die Liebe zu Strümpfen oder anders herum die Abneigung gegen Strumpfhosen und auch sonstige Hosen.
Diese gesamte Entwicklung erstreckt sich über mehr als 35 Jahre und ob sie abgeschlossen ist, wird die Zukunft zeigen.
Liebe Grüße
Geli
Freue Dich über jeden Tag an dem Du machen kannst was Dir Freude macht.
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Laila-Sarah
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Huhu Plissi,
Ich finde die Frage sehr allgemein. Denken und Gefühle verändern sich ständig. Gefühle fast augenblicklich. Meinst du vielleicht denken und Gefühle bezüglich CD?
Wenn dann heißt die Antwort ja. Über die Jahre wurde das CDen immer mehr Casual/Zweckmäßig. Sexuelle Assoziationen zu Damenkleidung sind verebbt. schuldGEFÜHLE sind gewichen und negativDENKEN bezüglich dem CDen ist nicht mehr vorhanden.
VlG
Ich finde die Frage sehr allgemein. Denken und Gefühle verändern sich ständig. Gefühle fast augenblicklich. Meinst du vielleicht denken und Gefühle bezüglich CD?
Wenn dann heißt die Antwort ja. Über die Jahre wurde das CDen immer mehr Casual/Zweckmäßig. Sexuelle Assoziationen zu Damenkleidung sind verebbt. schuldGEFÜHLE sind gewichen und negativDENKEN bezüglich dem CDen ist nicht mehr vorhanden.
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The trick is to keep breathing
I have big dreams and a small world in between
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rika
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Nein, Zoii, da will ich mal heftig widersprechen. Es wäre schlimm, wenn sie sich ihr ganzes Leben nur verstellen müssten.
Ich kann mit 67 schon ein wenig zurückschauen und trotzdem geht der Blick nach vorne.
Es gab Phasen, da waren die Gefühle unterdrückt - verursacht durch äußere Einflüsse und innere Konfusion. Ich = rika war Ende der 80er sehr lebendig und zog sich nach der Geburt der Tochter aus einem inneren Bedürfnis ziemlich zurück. Das unglaublich starke Gefühl Vater zu sein, hat sie vielleicht überdeckt, aber sie war trotzdem da.
Nach der Trennung und des zeitweisen Auszuges von ihr lebte ich wieder auf, aber anders. Intensiver, neugieriger neben dem ebenso intensiv lebenden Zwillingsbruder (nein, er ist nicht eineiig
). Der baute eine Firma auf und beschäftigte mehrere Menschen. Ersteres führte zu ersten Reisen nach Sontheim. Die Jahre von 2000 - 2008 waren ganz anders als die zuvor; ich wurde mutiger, besuchte Freunde im langen Rock und trug ihn auch im Urlaub auf Norderney (mit Tochter).
Ich überspringe einige Jahre, denn jetzt spüre ich eine Gelassenheit, wie ich sie vorher niemals kannte. Sie hat gleichzeitig der Begeisterung für besondere Tätigkeiten oder Erlebnisse überhaupt nicht verdrängt - im Gegenteil.
Gefühle vor allem für andere zu zeigen wurde leichter. Beispiel: Angehörigen nach dem Tod eines Menschen zu kondolieren, was nicht heißen muss, dass Tränen fließen.
Ich möchte weiter zeit- und altersgemäß fühlen und denken, nicht die Empfindungen der Vergangenheit wieder aufleben lassen oder noch schlimmer: sie zu glorifizieren und freue mich auf die neuen Gefühle und Gedanken.
Liebe Grüße aus Braunfels
rika
Ich kann mit 67 schon ein wenig zurückschauen und trotzdem geht der Blick nach vorne.
Es gab Phasen, da waren die Gefühle unterdrückt - verursacht durch äußere Einflüsse und innere Konfusion. Ich = rika war Ende der 80er sehr lebendig und zog sich nach der Geburt der Tochter aus einem inneren Bedürfnis ziemlich zurück. Das unglaublich starke Gefühl Vater zu sein, hat sie vielleicht überdeckt, aber sie war trotzdem da.
Nach der Trennung und des zeitweisen Auszuges von ihr lebte ich wieder auf, aber anders. Intensiver, neugieriger neben dem ebenso intensiv lebenden Zwillingsbruder (nein, er ist nicht eineiig
Ich überspringe einige Jahre, denn jetzt spüre ich eine Gelassenheit, wie ich sie vorher niemals kannte. Sie hat gleichzeitig der Begeisterung für besondere Tätigkeiten oder Erlebnisse überhaupt nicht verdrängt - im Gegenteil.
Gefühle vor allem für andere zu zeigen wurde leichter. Beispiel: Angehörigen nach dem Tod eines Menschen zu kondolieren, was nicht heißen muss, dass Tränen fließen.
Ich möchte weiter zeit- und altersgemäß fühlen und denken, nicht die Empfindungen der Vergangenheit wieder aufleben lassen oder noch schlimmer: sie zu glorifizieren und freue mich auf die neuen Gefühle und Gedanken.
Liebe Grüße aus Braunfels
rika
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Violetta Arden
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
In Bezug auf die Verwandlung zur Frau (als Crossdresser, Part-Time-Lady) haben sich meine Gefühle und die Leidenschaft dafür nicht geändert. Ich hatte nur früher keine Gelegenheit, diese auch entsprechend auszuleben. Nun habe ich die Möglichkeit, mich von Zeit zu Zeit enfemme zu verwandeln und auch mal eine Runde draussen zu drehen. Das Verlangen danach ist immer gleich geblieben. Auch, dass es mir Spass macht, mal etwas "nuttig" auszusehen mit knappen Mini(kleid) Strapsen oder Strümpfen -großen Sillis- und High-Heels ist immer noch geblieben. Nur, das mache ich nur in meinem Refugium. Wenn ich draussen bin muss das schon einigermassen passen um nicht sofort aufzufallen. Aber gefallen täte es mir schon. Insoweit habe ich mich in dieser Hinsicht eigentlich nicht verändert. Auch nicht, dass für mich eine Umwandlung zur Frau nicht in Frage kommt.
Alles Liebe Gerda
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Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.
Mein Blog:
https://violettaarden9.blogspot.com/
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Wally
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Na, dann mal schlaglichtartig über die Jahrzehnte (sind bei mir immerhin sieben - also langer Text):
Kindheit (50er Jahre): Sissyboy. Nah am Wasser gebaut, dafür bestraft: "Ein Junge weint nicht!" Ich kann nicht verstehen, warum ich nicht auch mit den Spielsachen meiner älteren Schwester spielen darf. Im Freibad soll ich mal einen Badeanzug meiner Schwester anziehen, weil meine Badehose nass ist; bei einem Kind in meinem Alter sei das doch "egal" - ich finde das schrecklich und wehre mich verzweifelt (letztlich erfolgreich) dagegen. Probiere aber heimlich in der Badewanne den drüber zum Trocknen aufgehängten BH meiner Mutter an - und bin sehr enttäuscht darüber, dass er mir zu viel zu weit ist und lose von den Schultern hängt.
Jugend (60er Jahre): Versuche so verzweifelt wie vergeblich, ein Junge zu sein. Immer noch nah am Wasser gebaut, und immer wieder dafür verspottet. Bin der Schwächste in der Klasse, werde ständig gemobbt, laufe deshalb jahrelang in der großen Pause allein unter 700 Gymnasialschülern auf dem Hof herum, weitab von meinen Klassenkameraden. Kriege den Spitznamen "Wally" verpasst: "die Wally", konsequent mit weiblichen Personalpronomina. Empfinde es insgeheim als DAS große Highlight meiner ganzen Schulzeit, dass ich im Deutschunterricht mal ein Mädchen spielen "muß". Werde zuhause im Wohnort von den Eltern zu der Jungengruppe im Turnverein geschickt, um "stärker" zu werden und "mich wehren zu können" - leide dort aber so sehr unter der Überforderung, dass meine Eltern ein Einsehen haben, mich da wieder raus nehmen und stattdessen in die Mädchenturngruppe schicken; da komme ich besser zurecht. Verspätete Pubertät mit starker (aber nie ausgelebter) homoerotischer Phase; bin froh über den Stimmbruch (weil erwartet, und weil das meine fragile "Männlichkeit" stützt), erschrecke aber gleichzeitig über den pubertären Wachstumsschub an Stamm, Adamsapfel und Gelenkknöcheln: das habe ich nicht erwartet, es entspricht auch überhaupt nicht meinem "inneren Körper-Sollbild", ich halte mich da für krank und missgebildet. Verliebe mich erstmals (klammheimlich aus der Entfernung) in Mädchen. Trage heimlich den Badeanzug meiner Schwester unter der Schulkleidung, komme mir deshalb schrecklich "pervers" vor, kaufe aber trotzdem irgendwann vom Taschengeld eines ganzen Monats meinen ersten BH - das Abenteuer dieses Kaufs habe ich ja unter "Mein erster BH" schon mal ausführlich beschrieben
Meine Tränen kriege ich endlich in den Griff: unter soviel Selbstabtötung, dass ich dann 10 Jahre lang - bis weit ins Erwachsenenalter - gar nicht mehr weinen kann. Ich versuche ebenso verzweifelt wie vergeblich, ein "Mann" zu werden; die Überforderung raubt mir schließlich jeglichen Lebenswillen: mit 17 erkranke ich schwer an Lungentuberkulose und bin froh darüber: ich will daran sterben.
Studium, Assistentenzeit (70er Jahre): Das Jahr Pause in der Lungenheilstätte hat mir gut getan, ich werde dort schließlich doch wieder gesund und sammle genug Kraft, endlich das Abitur und das Studium der Zahnheilkunde zu absolvieren. In meiner Umgebung gelte ich endlich unangefochten als Mann. Aber so sehr ich mich nach einer Liebesbeziehung sehne - da kriege ich nichts hin. Ich hätte zwar durchaus sogar bei ein paar der meistbegehrten Mädels Chancen, sie signalisieren es mir auf ihre weiblich-passive Art; aber ich bringe es nie fertig, die Initiative zu ergreifen, die sie von mir als "Mann" erwarten, ich warte stattdessen vergeblich darauf, dass sie zu mir kommen... Viele halten mich deshalb für schwul. Bin ich nicht; ich bin schrecklich einsam. Ich lasse mir einen Vollbart wachsen, in der Hoffnung, damit "männlicher" zu wirken. Gleichzeitig trage ich heimlich Damenunterwäsche - und verstehe mich selber nicht mehr. Eine erste, kurze Intimbeziehung zu einer Frau ergibt sich - holprig - erst gegen Ende meines Studiums. Während der Assistentenjahre suche ich mir meine Beziehungen über Zeitungsannoncen: zumeist verkrampfte Geschichten, oberflächlich, nichts von Dauer. Zweimal geht's tiefer: brutaler Liebeskummer...
Ehehölle, Scheidung, Selbstfindung und Therapie (80er Jahre): Als 30-Jähriger übernehme ich die zahnärztliche Praxis meines Vaters - und heirate in einer Art Torschlusspanik eine meiner Annoncen-Bekanntschaften, ausgerechnet eine wahre Xanthippe. Den ganzen "Weiberkram" verbrenne ich vorher, ebenso alle meine Tagebuchaufzeichnungen: Schluss mit dem "krankhaften Zeug", ich will mich nun endlich als Mann bewähren... Aus der Ehe wird schon gleich zu Beginn eine pathologische Hölle, in der ich Tag für Tag physisch und psychisch übelst misshandelt werde und aus der ich trotzdem fünf Jahre lang keinen Ausweg finde: das bekannte Syndrom der vom gewalttätigen Mann misshandelten Frau - nur andersrum. Erst als nach ein paar Jahren meine weiblichen Anwandlungen wieder so übermächtig wurden, dass mich die Xanthippe irgendwann dabei "erwischte", nahm sie das nach einer filmreifen Horrorszene Gottseidank zum Anlass, mitsamt unserer kleinen Tochter auszuziehen. Ich empfand es vom ersten Tag an als Befreiung. --- In den folgenden Jahren nutzte ich die wiedergewonnene Freiheit, um endlich mehr die weibliche Seite auszuleben. Ich besuchte erste TS-Gruppen, begann eine jahrelange Psychotherapie, um die Nachwirkungen der Ehehölle zu überwinden und - immer noch - in der Hoffnung, vielleicht auf diesem Weg endlich doch noch ein "richtiger" Mann werden zu können. Die Therapie war sehr erfolgreich - aber anders, als ich es mir vorgestellt hatte: ich mußte schließlich erkennen und akzeptieren, dass ich transsexuell bin. Ich rasierte mir den Bart ab und begann, Hormone einzunehmen.
Transsexueller Weg (90er Jahre): Ich nehme jahrelang Östrogene und Antiandrogene ein und höre endlich auf, gegenüber Frauen - insbesondere dann, wenn eine Beziehung ansteht - den Mann zu mimen. Zwar nicht öffentlich, aber immerhin im privaten Rahmen bekenne ich mich offen zu meiner weiblichen Seite. Zu meiner großen Verwunderung vermassele ich mir damit keineswegs auch noch die letzten Chancen bei Frauen, ganz im Gegenteil: erstmals laufen mir neue Beziehungen einfach so "über den Weg", ich brauche keine Annoncen mehr. Bei Frauen eines ganz bestimmten Typs, die ich eigentlich schon immer am meisten verehrt und begehrt hatte, bei denen ich aber nie landen konnte, habe ich nun plötzlich Chancen - und bin dann manchmal sogar richtig glücklich, weil mit ihnen die Beziehung erstmals wenigstens zeitweise auch wirklich "stimmt". Die langen, einsamen Jahre sind endlich vorbei; ich lebe zwar immer noch allein, habe aber die meiste Zeit immerhin gut funktionierende Wochenend- und Urlaubsbeziehungen von allmählich zunehmender Dauer. Die Hormone entfalten nicht die erhoffte Wirkung; ich entschließe mich dazu, mir die Brust chirurgisch aufbauen zu lassen. Nachdem zum selben Zeitpunkt meine (im Haus lebenden) Eltern beide verstorben sind, gebe ich meine Praxis auf, verkaufe das Haus und steige weit weg, in der ehemaligen Heimat meiner Mutter, bei einem Kollegen als Gemeinschaftspraxis-Partner ein.
Leben im neuen Sein (1998 - 2015): Der neu gewählte Lebenskompromiss bewährt sich: mit Brüsten, aber männlich belassenem Unterleib, öffentlich als Mann, im intimen Umfeld als "die Wally". Berufliche Probleme habe ich damit nicht, und der transsexuelle Leidensdruck ist weitgehend verschwunden, seit ich wenigstens in der intimen Beziehung weiblich sein darf und nicht mehr den Mann mimen muß. Es geht mir einfach gut so... 2005 lerne ich meine jetzige Frau kennen; es "stimmt" auf Anhieb so gut zwischen uns, dass wir 2007 heiraten (auf meine Initiative - nachdem ich 20 Jahre lang geschworen hatte, NIE WIEDER zu heiraten
). 2008 wechsle ich nach 10 Jahren nochmal die Praxis, wir beziehen an meinem neuen Wirkungsort gemeinsam ein kleines Einfamilienhaus und verbringen hier harmonisch die letzten 7 Jahre unseres Berufslebens.
Rentnerdasein (ab 2016): die letzte, große Zäsur. Wir empfinden es beide seitdem als große Befreiung, dass unsere Zeit endlich uns selber gehört, und genießen es gemeinsam in vollen Zügen. Für mich als transsexuellen Menschen hat das nochmal eine zusätzliche Dimension: ich muß keine Rücksichten mehr nehmen und niemandem mehr irgendwas beweisen... Es ist jetzt nicht mehr transsexueller Leidensdruck, sondern einfach schiere Lebensfreude, dass ich mich seit meiner Verrentung zunehmend auch öffentlich von der weiblichen Seite zeige - ganz ohne den ängstlichen Anspruch auf widerspruchsfreies "Passing", der in früheren Jahrzehnten Voraussetzung jeglicher Toleranz war. Ich darf jetzt endlich einfach so zwitterig sein, wie ich nun mal bin; auch Freunde, Nachbarn und das ganze Dorf dürfen mich jetzt so sehen. Ich genieße es immer wieder, zu erleben, wie sehr sich die Einstellung der Leute uns gegenüber zum Positiven gewandelt hat.
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Was hat sich nun im Lauf der Jahrzehnte geändert, und was ist über all die Jahre gleich geblieben? Unveränderlich gleich geblieben ist der Kern meiner Geschlechtlichkeit: ein Konglomerat von hunderterlei Befindlichkeiten, Motivationen, Bedürfnisse, Antipathien, Fähigkeiten und Unfähigkeiten, in denen sich die Geschlechter typischerweise unterscheiden, und mit denen ich mich vom Kern meines Wesens her zwar auch nicht ganz, aber doch überwiegend auf der weiblichen Seite wiederfinde - heute wie damals. Schon als Kind war ich nie wirklich ein Junge. Als Jugendlicher habe ich verzweifelt versucht, einer zu sein und ein Mann zu werden - vergebens. So sehr vergebens, dass mich meine Kameraden gegen meinen damaligen Protest meine ganze Jugend hindurch "die Wally" gerufen haben... Und selbst als Erwachsener, der nun endlich als Mann gesehen und anerkannt wurde, scheiterte ich kläglich an jedem Versuch, gegenüber Frauen ein Mann zu sein. Letztlich konnte ich dabei nicht zum Mann, sondern nur zum Gewaltopfer in meinem ersten, schiefgegangenen Eheversuch werden. Der Mann in mir war immer ein Schwächling, der psychisch weibliche Anteil war immer der stärkere - und ist es bis heute geblieben.
Mein rationales Denken hat sich dagegen über die Jahrzehnte radikal geändert. Klar: die Welt der 50er Jahre, in der ich aufgewachsen bin, war völlig anders als heute; "Transsexuelle" gab es damals noch gar nicht, es gab in der Vorstellung der Leute nur "Schwule" (damals ein ganz übles Schimpfwort!) und andere "perverse Drecksäue". Selbst beim besten Willen konnte mir damals niemand erklären, was mit mir los war, weil es niemand wußte. Ich spürte zwar schon als kleines Kind, dass mit mir irgendwas "nicht stimmte"; aber bis ich es endlich benennen konnte, war ich schon mein halbes Leben hilflos im Dunkeln herumgetappt. Erst als 40-Jähriger habe ich in etwa zu der rationalen Einstellung gefunden, die sich für mich seitdem bewährt hat und stabil bleiben konnte.
Die Welt hat sich für unsereins ebenfalls radikal geändert - aber zeitversetzt. Während meine Selbstfindung - nach 30 Jahren des Herumirrens und weiteren 10 Jahren allmählichen Erfolgs - so ca. 1990 mit dem Ende meiner Psychotherapie weitgehend abgeschlossen war, fingen die gesellschaftlichen Umwälzungen zu diesem Zeitpunkt erst so richtig an. Ich staune jetzt, 30 Jahre später, immer noch, wie sehr sich die Einstellung der Leute speziell gegenüber "Enbies" wie mir von Jahr zu Jahr verbessert. Noch vor 10 Jahren war das sehr anders und vor 20 Jahren völlig anders. Wie es 1990 und davor war, das können sich Leute, die es nicht selbst erlebt haben, heute schon gar nicht mehr vorstellen - das war eine komplett andere Welt. Man stelle sich vor: da gab's noch nicht mal Handys
Puh - das ist mal wieder ein ellenlanger Artikel geworden. Aber ein Fazit über ein Dreiviertel-Jahrhundert passt halt nicht in drei Sätze.
Herzliche Grüße
Wally
Kindheit (50er Jahre): Sissyboy. Nah am Wasser gebaut, dafür bestraft: "Ein Junge weint nicht!" Ich kann nicht verstehen, warum ich nicht auch mit den Spielsachen meiner älteren Schwester spielen darf. Im Freibad soll ich mal einen Badeanzug meiner Schwester anziehen, weil meine Badehose nass ist; bei einem Kind in meinem Alter sei das doch "egal" - ich finde das schrecklich und wehre mich verzweifelt (letztlich erfolgreich) dagegen. Probiere aber heimlich in der Badewanne den drüber zum Trocknen aufgehängten BH meiner Mutter an - und bin sehr enttäuscht darüber, dass er mir zu viel zu weit ist und lose von den Schultern hängt.
Jugend (60er Jahre): Versuche so verzweifelt wie vergeblich, ein Junge zu sein. Immer noch nah am Wasser gebaut, und immer wieder dafür verspottet. Bin der Schwächste in der Klasse, werde ständig gemobbt, laufe deshalb jahrelang in der großen Pause allein unter 700 Gymnasialschülern auf dem Hof herum, weitab von meinen Klassenkameraden. Kriege den Spitznamen "Wally" verpasst: "die Wally", konsequent mit weiblichen Personalpronomina. Empfinde es insgeheim als DAS große Highlight meiner ganzen Schulzeit, dass ich im Deutschunterricht mal ein Mädchen spielen "muß". Werde zuhause im Wohnort von den Eltern zu der Jungengruppe im Turnverein geschickt, um "stärker" zu werden und "mich wehren zu können" - leide dort aber so sehr unter der Überforderung, dass meine Eltern ein Einsehen haben, mich da wieder raus nehmen und stattdessen in die Mädchenturngruppe schicken; da komme ich besser zurecht. Verspätete Pubertät mit starker (aber nie ausgelebter) homoerotischer Phase; bin froh über den Stimmbruch (weil erwartet, und weil das meine fragile "Männlichkeit" stützt), erschrecke aber gleichzeitig über den pubertären Wachstumsschub an Stamm, Adamsapfel und Gelenkknöcheln: das habe ich nicht erwartet, es entspricht auch überhaupt nicht meinem "inneren Körper-Sollbild", ich halte mich da für krank und missgebildet. Verliebe mich erstmals (klammheimlich aus der Entfernung) in Mädchen. Trage heimlich den Badeanzug meiner Schwester unter der Schulkleidung, komme mir deshalb schrecklich "pervers" vor, kaufe aber trotzdem irgendwann vom Taschengeld eines ganzen Monats meinen ersten BH - das Abenteuer dieses Kaufs habe ich ja unter "Mein erster BH" schon mal ausführlich beschrieben
Studium, Assistentenzeit (70er Jahre): Das Jahr Pause in der Lungenheilstätte hat mir gut getan, ich werde dort schließlich doch wieder gesund und sammle genug Kraft, endlich das Abitur und das Studium der Zahnheilkunde zu absolvieren. In meiner Umgebung gelte ich endlich unangefochten als Mann. Aber so sehr ich mich nach einer Liebesbeziehung sehne - da kriege ich nichts hin. Ich hätte zwar durchaus sogar bei ein paar der meistbegehrten Mädels Chancen, sie signalisieren es mir auf ihre weiblich-passive Art; aber ich bringe es nie fertig, die Initiative zu ergreifen, die sie von mir als "Mann" erwarten, ich warte stattdessen vergeblich darauf, dass sie zu mir kommen... Viele halten mich deshalb für schwul. Bin ich nicht; ich bin schrecklich einsam. Ich lasse mir einen Vollbart wachsen, in der Hoffnung, damit "männlicher" zu wirken. Gleichzeitig trage ich heimlich Damenunterwäsche - und verstehe mich selber nicht mehr. Eine erste, kurze Intimbeziehung zu einer Frau ergibt sich - holprig - erst gegen Ende meines Studiums. Während der Assistentenjahre suche ich mir meine Beziehungen über Zeitungsannoncen: zumeist verkrampfte Geschichten, oberflächlich, nichts von Dauer. Zweimal geht's tiefer: brutaler Liebeskummer...
Ehehölle, Scheidung, Selbstfindung und Therapie (80er Jahre): Als 30-Jähriger übernehme ich die zahnärztliche Praxis meines Vaters - und heirate in einer Art Torschlusspanik eine meiner Annoncen-Bekanntschaften, ausgerechnet eine wahre Xanthippe. Den ganzen "Weiberkram" verbrenne ich vorher, ebenso alle meine Tagebuchaufzeichnungen: Schluss mit dem "krankhaften Zeug", ich will mich nun endlich als Mann bewähren... Aus der Ehe wird schon gleich zu Beginn eine pathologische Hölle, in der ich Tag für Tag physisch und psychisch übelst misshandelt werde und aus der ich trotzdem fünf Jahre lang keinen Ausweg finde: das bekannte Syndrom der vom gewalttätigen Mann misshandelten Frau - nur andersrum. Erst als nach ein paar Jahren meine weiblichen Anwandlungen wieder so übermächtig wurden, dass mich die Xanthippe irgendwann dabei "erwischte", nahm sie das nach einer filmreifen Horrorszene Gottseidank zum Anlass, mitsamt unserer kleinen Tochter auszuziehen. Ich empfand es vom ersten Tag an als Befreiung. --- In den folgenden Jahren nutzte ich die wiedergewonnene Freiheit, um endlich mehr die weibliche Seite auszuleben. Ich besuchte erste TS-Gruppen, begann eine jahrelange Psychotherapie, um die Nachwirkungen der Ehehölle zu überwinden und - immer noch - in der Hoffnung, vielleicht auf diesem Weg endlich doch noch ein "richtiger" Mann werden zu können. Die Therapie war sehr erfolgreich - aber anders, als ich es mir vorgestellt hatte: ich mußte schließlich erkennen und akzeptieren, dass ich transsexuell bin. Ich rasierte mir den Bart ab und begann, Hormone einzunehmen.
Transsexueller Weg (90er Jahre): Ich nehme jahrelang Östrogene und Antiandrogene ein und höre endlich auf, gegenüber Frauen - insbesondere dann, wenn eine Beziehung ansteht - den Mann zu mimen. Zwar nicht öffentlich, aber immerhin im privaten Rahmen bekenne ich mich offen zu meiner weiblichen Seite. Zu meiner großen Verwunderung vermassele ich mir damit keineswegs auch noch die letzten Chancen bei Frauen, ganz im Gegenteil: erstmals laufen mir neue Beziehungen einfach so "über den Weg", ich brauche keine Annoncen mehr. Bei Frauen eines ganz bestimmten Typs, die ich eigentlich schon immer am meisten verehrt und begehrt hatte, bei denen ich aber nie landen konnte, habe ich nun plötzlich Chancen - und bin dann manchmal sogar richtig glücklich, weil mit ihnen die Beziehung erstmals wenigstens zeitweise auch wirklich "stimmt". Die langen, einsamen Jahre sind endlich vorbei; ich lebe zwar immer noch allein, habe aber die meiste Zeit immerhin gut funktionierende Wochenend- und Urlaubsbeziehungen von allmählich zunehmender Dauer. Die Hormone entfalten nicht die erhoffte Wirkung; ich entschließe mich dazu, mir die Brust chirurgisch aufbauen zu lassen. Nachdem zum selben Zeitpunkt meine (im Haus lebenden) Eltern beide verstorben sind, gebe ich meine Praxis auf, verkaufe das Haus und steige weit weg, in der ehemaligen Heimat meiner Mutter, bei einem Kollegen als Gemeinschaftspraxis-Partner ein.
Leben im neuen Sein (1998 - 2015): Der neu gewählte Lebenskompromiss bewährt sich: mit Brüsten, aber männlich belassenem Unterleib, öffentlich als Mann, im intimen Umfeld als "die Wally". Berufliche Probleme habe ich damit nicht, und der transsexuelle Leidensdruck ist weitgehend verschwunden, seit ich wenigstens in der intimen Beziehung weiblich sein darf und nicht mehr den Mann mimen muß. Es geht mir einfach gut so... 2005 lerne ich meine jetzige Frau kennen; es "stimmt" auf Anhieb so gut zwischen uns, dass wir 2007 heiraten (auf meine Initiative - nachdem ich 20 Jahre lang geschworen hatte, NIE WIEDER zu heiraten
Rentnerdasein (ab 2016): die letzte, große Zäsur. Wir empfinden es beide seitdem als große Befreiung, dass unsere Zeit endlich uns selber gehört, und genießen es gemeinsam in vollen Zügen. Für mich als transsexuellen Menschen hat das nochmal eine zusätzliche Dimension: ich muß keine Rücksichten mehr nehmen und niemandem mehr irgendwas beweisen... Es ist jetzt nicht mehr transsexueller Leidensdruck, sondern einfach schiere Lebensfreude, dass ich mich seit meiner Verrentung zunehmend auch öffentlich von der weiblichen Seite zeige - ganz ohne den ängstlichen Anspruch auf widerspruchsfreies "Passing", der in früheren Jahrzehnten Voraussetzung jeglicher Toleranz war. Ich darf jetzt endlich einfach so zwitterig sein, wie ich nun mal bin; auch Freunde, Nachbarn und das ganze Dorf dürfen mich jetzt so sehen. Ich genieße es immer wieder, zu erleben, wie sehr sich die Einstellung der Leute uns gegenüber zum Positiven gewandelt hat.
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Was hat sich nun im Lauf der Jahrzehnte geändert, und was ist über all die Jahre gleich geblieben? Unveränderlich gleich geblieben ist der Kern meiner Geschlechtlichkeit: ein Konglomerat von hunderterlei Befindlichkeiten, Motivationen, Bedürfnisse, Antipathien, Fähigkeiten und Unfähigkeiten, in denen sich die Geschlechter typischerweise unterscheiden, und mit denen ich mich vom Kern meines Wesens her zwar auch nicht ganz, aber doch überwiegend auf der weiblichen Seite wiederfinde - heute wie damals. Schon als Kind war ich nie wirklich ein Junge. Als Jugendlicher habe ich verzweifelt versucht, einer zu sein und ein Mann zu werden - vergebens. So sehr vergebens, dass mich meine Kameraden gegen meinen damaligen Protest meine ganze Jugend hindurch "die Wally" gerufen haben... Und selbst als Erwachsener, der nun endlich als Mann gesehen und anerkannt wurde, scheiterte ich kläglich an jedem Versuch, gegenüber Frauen ein Mann zu sein. Letztlich konnte ich dabei nicht zum Mann, sondern nur zum Gewaltopfer in meinem ersten, schiefgegangenen Eheversuch werden. Der Mann in mir war immer ein Schwächling, der psychisch weibliche Anteil war immer der stärkere - und ist es bis heute geblieben.
Mein rationales Denken hat sich dagegen über die Jahrzehnte radikal geändert. Klar: die Welt der 50er Jahre, in der ich aufgewachsen bin, war völlig anders als heute; "Transsexuelle" gab es damals noch gar nicht, es gab in der Vorstellung der Leute nur "Schwule" (damals ein ganz übles Schimpfwort!) und andere "perverse Drecksäue". Selbst beim besten Willen konnte mir damals niemand erklären, was mit mir los war, weil es niemand wußte. Ich spürte zwar schon als kleines Kind, dass mit mir irgendwas "nicht stimmte"; aber bis ich es endlich benennen konnte, war ich schon mein halbes Leben hilflos im Dunkeln herumgetappt. Erst als 40-Jähriger habe ich in etwa zu der rationalen Einstellung gefunden, die sich für mich seitdem bewährt hat und stabil bleiben konnte.
Die Welt hat sich für unsereins ebenfalls radikal geändert - aber zeitversetzt. Während meine Selbstfindung - nach 30 Jahren des Herumirrens und weiteren 10 Jahren allmählichen Erfolgs - so ca. 1990 mit dem Ende meiner Psychotherapie weitgehend abgeschlossen war, fingen die gesellschaftlichen Umwälzungen zu diesem Zeitpunkt erst so richtig an. Ich staune jetzt, 30 Jahre später, immer noch, wie sehr sich die Einstellung der Leute speziell gegenüber "Enbies" wie mir von Jahr zu Jahr verbessert. Noch vor 10 Jahren war das sehr anders und vor 20 Jahren völlig anders. Wie es 1990 und davor war, das können sich Leute, die es nicht selbst erlebt haben, heute schon gar nicht mehr vorstellen - das war eine komplett andere Welt. Man stelle sich vor: da gab's noch nicht mal Handys
Puh - das ist mal wieder ein ellenlanger Artikel geworden. Aber ein Fazit über ein Dreiviertel-Jahrhundert passt halt nicht in drei Sätze.
Herzliche Grüße
Wally
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Wally
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steffiSH
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Ja sie haben sich verändert. Heute habe ich keine Angst mehr vor mir selbst wenn ich (täglich) Damenwäsche trage. Früher, vor dem Internetzeitalter, dachte ich ich wäre der einzige Damenwäscheträger und NICHT schwul. Ich erzähle es nicht rum, aber wer's erfährt - na und ? Als für junge Leute alter Mann (56), muß ich auch nicht mehr deren Rollenkonventionen folgen, auf der Strasse werde ich nicht mehr gemustert, ich kann rumlaufen wie ich will - was mich als das so anfing allerdings auch etwas verstörte.
sum sum sum - no Latein
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Plisseedreher70
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Hallo Wally....und alle anderen,
deine Ausführungen sind ja hoch interessant, betreffen auch mich am Rande.
Das schlimmste ist das Schubladendenken , verbissen meinen, ich MUSS so sein wie alle anderen. Das ist aber nun mal ein riesengroßer Fehler. Als es noch kein Internet gab, war man auf sich alleine gestellt, beratende Hilfe gab es praktisch nicht.
Mit allen Höhen und Tiefen schlenderte auch ich durchs Leben, etwas bereuen tu ich nicht.
Das Scheuklappen Denken ist leider noch weit verbreitet, selbst in meinem Freundeskreis und sogar bei meinen Geschwister (religionsbedingt)
Wie sagt man so schön: man hat's nicht leicht, aber leicht hat's einen...!
Grüßle
Plissi
deine Ausführungen sind ja hoch interessant, betreffen auch mich am Rande.
Das schlimmste ist das Schubladendenken , verbissen meinen, ich MUSS so sein wie alle anderen. Das ist aber nun mal ein riesengroßer Fehler. Als es noch kein Internet gab, war man auf sich alleine gestellt, beratende Hilfe gab es praktisch nicht.
Mit allen Höhen und Tiefen schlenderte auch ich durchs Leben, etwas bereuen tu ich nicht.
Das Scheuklappen Denken ist leider noch weit verbreitet, selbst in meinem Freundeskreis und sogar bei meinen Geschwister (religionsbedingt)
Wie sagt man so schön: man hat's nicht leicht, aber leicht hat's einen...!
Grüßle
Plissi
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
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Ulrike-Marisa
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Re: Haben sich eure Gefühle und euer Denken die letzten Jahrzehnte verändert?
Moin,
...natürlich verändert sich das Denken und die Gefühle mit der Zeit. Das habe ich in diversen Themen und Posts hier zu verschiedenen Anlässen schon beschrieben...
Das fing im Kindergarten 1958 schon an, wo ich nicht Fussball spielen wollte und mit den Mädchen Gänseblümchenkränze viel lieber geflochten habe und in der Küche haben mir die Rot-Kreuz Schwestern einen Stuhl mit altem Topf und großem Löffel zum mitkochen aufgestellt und ich habe Essen mit ausgetragen. In der Grundschule habe ich meine Klassenkameradinnen wegen ihrer langen Haare und den feschen Dirndlkleidern beneidet; ich selbst musste einen Pisspott-Haarschnitt tragen, wie damals üblich - noch heute habe ich ein Friseurtrauma deswegen- und ich habe eigentlich nur Freundinnen gehabt. Später erst kam ein bester Freund dazu, der zugezogen war. Beim Kleidertausch bei einer meiner Freundinnen gab es großen Krach, als ich in der Wohnung dann mit rock gespielt habe, die mutter der Freundin war wenig bis gar nicht angetan, meine Mutter dann auch nicht. Auf der Oberrealschule bin ich dann gleich aus dem Handballverein wieder rausgeflogen wegen mangelnder Aggressivität beim Spielverhalten. Später bin ich weggezogen in den Hohen Norden, dort ging es so weiter... Auf dem Aufbaugymnasium in Husum habe ich bis zum Schluss in unserer Pausenkneipe am Mädchentisch gesessen , so ist das bei Klassentreffen noch heute... Schon früh haben mich die Dirndl-Bhs meiner Mutter begeistert, wenn ich sie heimlich anprobiert habe. Mit der Pubertät passierte etwas für mich seltsames, meine Oberweite wurde größer, was beim Wehrdienst für unangenehme Situationen dann auch sorgte. Die Oberweite ist geblieben und bestimmt auch heute noch positiv mein Leben, denn sie gehört zu mir und ich konnte sie mit Puerarie Mirifca um 2cm steigern zu einem regulären A-Cup mit 12-13cm Differenz in der Unter- und Oberweite der Brust. Insgesamt unter den früher bestehenden Verhältnissen, habe ich alternativlos versucht ein normales männlichres Leben zu führen, hatte sogar Jahrzehnte einen Bart, aber immer mit dem Gefühl, dass irgend etwas nicht richtig ist an meiner Wirklichkeit. Meine Träume gingen in eine andere Richtung, es war nei mein Ziel ein markiger Kerl zu sein. Männliche Verhaltensweise haben mich nicht sonderlich interessiert, obwohl ich auch motorrad gefahren bin. Meine Hobbies sind eher im Kunsthandwerk anzutreffen, kochen und Stricken kann ich und liebe Blumen. So habe ich auch vor 42 Jahren meine heutige Ehefrau kennen gelernt und eine Familie gegründet; zwei erwachsene Kinder haben wir, 2 Jungs. Meine Frau hat damals schon erkannt, dass ich anders war als ihr bisherigen Freunde aber dass einmal ein Outing als Transfrau dabei herauskommt, damit hat sie nach 33 Jahren nicht gerechnet und sie kann es auch nicht wirklich verstehen und lebt damit. wir haben einen Lebenskompromisss geschlossen und können gut damit leben. Die erste Aufregung nach dem Outing meiner Frau gegenüber und dem ersten Freigang en femme hat sich auch mit Hilfe der Flensburger Selbsthilfegruppe von Anne-Mette gelegt und ein normaler Allteag ist eingekehrt hin bis zu der Tatsache, dass ich die letzten Jahre bis zur Rente Ende 2020 im Büro und auf der Baustelle als Ulrike unterwegs war und bin. Im Dorf möchte meine Frau das nicht - siehe Lebenskompromiss. Ich denke es wissen auch so alle, die mich kennen und sehen mit BH, Kopftuch und Ohrringen auch wenn ich keinen Rock trage. Jetzt bin ich in Rente und werde sehen, wie das Leben damit weiter geht...
Grüße, Ulrike-Marisa
...ich bin das, was ich bin und nichr das, was andere in mir zu shen glauben...
...natürlich verändert sich das Denken und die Gefühle mit der Zeit. Das habe ich in diversen Themen und Posts hier zu verschiedenen Anlässen schon beschrieben...
Das fing im Kindergarten 1958 schon an, wo ich nicht Fussball spielen wollte und mit den Mädchen Gänseblümchenkränze viel lieber geflochten habe und in der Küche haben mir die Rot-Kreuz Schwestern einen Stuhl mit altem Topf und großem Löffel zum mitkochen aufgestellt und ich habe Essen mit ausgetragen. In der Grundschule habe ich meine Klassenkameradinnen wegen ihrer langen Haare und den feschen Dirndlkleidern beneidet; ich selbst musste einen Pisspott-Haarschnitt tragen, wie damals üblich - noch heute habe ich ein Friseurtrauma deswegen- und ich habe eigentlich nur Freundinnen gehabt. Später erst kam ein bester Freund dazu, der zugezogen war. Beim Kleidertausch bei einer meiner Freundinnen gab es großen Krach, als ich in der Wohnung dann mit rock gespielt habe, die mutter der Freundin war wenig bis gar nicht angetan, meine Mutter dann auch nicht. Auf der Oberrealschule bin ich dann gleich aus dem Handballverein wieder rausgeflogen wegen mangelnder Aggressivität beim Spielverhalten. Später bin ich weggezogen in den Hohen Norden, dort ging es so weiter... Auf dem Aufbaugymnasium in Husum habe ich bis zum Schluss in unserer Pausenkneipe am Mädchentisch gesessen , so ist das bei Klassentreffen noch heute... Schon früh haben mich die Dirndl-Bhs meiner Mutter begeistert, wenn ich sie heimlich anprobiert habe. Mit der Pubertät passierte etwas für mich seltsames, meine Oberweite wurde größer, was beim Wehrdienst für unangenehme Situationen dann auch sorgte. Die Oberweite ist geblieben und bestimmt auch heute noch positiv mein Leben, denn sie gehört zu mir und ich konnte sie mit Puerarie Mirifca um 2cm steigern zu einem regulären A-Cup mit 12-13cm Differenz in der Unter- und Oberweite der Brust. Insgesamt unter den früher bestehenden Verhältnissen, habe ich alternativlos versucht ein normales männlichres Leben zu führen, hatte sogar Jahrzehnte einen Bart, aber immer mit dem Gefühl, dass irgend etwas nicht richtig ist an meiner Wirklichkeit. Meine Träume gingen in eine andere Richtung, es war nei mein Ziel ein markiger Kerl zu sein. Männliche Verhaltensweise haben mich nicht sonderlich interessiert, obwohl ich auch motorrad gefahren bin. Meine Hobbies sind eher im Kunsthandwerk anzutreffen, kochen und Stricken kann ich und liebe Blumen. So habe ich auch vor 42 Jahren meine heutige Ehefrau kennen gelernt und eine Familie gegründet; zwei erwachsene Kinder haben wir, 2 Jungs. Meine Frau hat damals schon erkannt, dass ich anders war als ihr bisherigen Freunde aber dass einmal ein Outing als Transfrau dabei herauskommt, damit hat sie nach 33 Jahren nicht gerechnet und sie kann es auch nicht wirklich verstehen und lebt damit. wir haben einen Lebenskompromisss geschlossen und können gut damit leben. Die erste Aufregung nach dem Outing meiner Frau gegenüber und dem ersten Freigang en femme hat sich auch mit Hilfe der Flensburger Selbsthilfegruppe von Anne-Mette gelegt und ein normaler Allteag ist eingekehrt hin bis zu der Tatsache, dass ich die letzten Jahre bis zur Rente Ende 2020 im Büro und auf der Baustelle als Ulrike unterwegs war und bin. Im Dorf möchte meine Frau das nicht - siehe Lebenskompromiss. Ich denke es wissen auch so alle, die mich kennen und sehen mit BH, Kopftuch und Ohrringen auch wenn ich keinen Rock trage. Jetzt bin ich in Rente und werde sehen, wie das Leben damit weiter geht...
Grüße, Ulrike-Marisa
...ich bin das, was ich bin und nichr das, was andere in mir zu shen glauben...