ich habe vor ca 2 Wochen schleichend, Stück für Stück, von meinem Mann erfahren, dass er seine weibliche Seite mehr betonen möchte, dass er sich mehr weiblich als männlich fühle, dass ich ja immer sage, man habe nur das eine Leben und nun traue er sich, das auch zu leben.
Es ist nicht ganz komplett neu für mich, dass mein Mann nicht der ist, den er mir seit Jahren vorspielt. Wir sind 17 Jahre zusammen und manchmal habe ich mich gefragt ob er nicht eigentlich tief in sich doch schwul ist, weil er mit seiner Körpersprache hin und wieder Neigungen zeigte, die darauf hindeuten ließen. Allerdings sagt er jetzt, er sei nicht schwul, er sei eben nur weiblicher als ich geahnt hätte.
Als er allerdings davon sprach "meine Schwester" zu sein und seine Männlichkeit wegbinden zu wollen, kam ich an einen Punkt, der mir deutlich sagte - Freunde ja, Ehe Ende. Das heißt nicht, dass ich ihn verlassen oder allein lassen würde und werde. Aber es heißt, dass er nicht mehr der Partner ist, den ich mir wünsche und den er 17 Jahre vorgab zu sein.
Er würde wahrscheinlich auch im Kleid draußen rumlaufen, wenn er nicht so viel Angst vor dem Gerede der Leute hätte. Und den Aggressionen anderer. Er ist und bleibt ein Softie
Was ich aber eigentlich fragen wollte, langsam kommt das Thema überhaupt erst bei mir an. Seitdem er sich mir gegenüber geöffnet hat, lackiert er sich die Nägel, trägt wieder Ohrringe und backt und singt.
Unsere Kinder - zwei Teenager Jungs haben ihn schon gefragt ob er ne Midlife Crisis hätte... oder neuerdings Star-Bäcker werden möchte.
Er sagt mir gegenüber, es gehe ihm jetzt besser und gut und das reiche ihm so.
Das habe ich ihm bereits in der Millisekunde in der es aussprach, nicht geglaubt. Einfach weil ich ihn kenne und das Prinzip der Büchse von Pandora auch. Was da über 40 Jahre in ihm schlummerte bekommt jetzt Luft. Das lässt sich nie wieder zurück drängen. Das will wachsen, sich verändern und ausbreiten.
Kurzum, eigentlich weiß ich die Antwort auf meine Frage schon aber ich frag sie trotzdem:
Kann er wirklich mit dem bißchen zufrieden sein oder was kommt da noch alles???
Ich habe deutlich gemacht, dass er nicht alleine da durch muss. Freunde werden wir immer bleiben. Aber als Partnerin begleite ich den Weg sicher nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ich mag Männer. Vor allem die Art von Mann, die er bisher vorgab zu sein. So richtig männlich. Ich hab viele Freunde auf die ich nicht stehe, weil sie eben nicht diese speziellen männlichen Attribute haben. Ich möchte nicht mit meiner besten Freundin eine Beziehung haben. Ich hab noch 2 andere beste Freundinnen, mit denen führe ich ja auch keine Ehe.
Unsere Kinder sind fast groß. Vielleicht ist es auch einfach Zeit, dass nach dem Abschnitt unseres Lebens jeder tut, was er gern tun will. Keine Ahnung. Wie gesagt, ich lebe mit dem Wissen erst 2 Wochen aber ich ahne, was es bedeutet bzw bedeuten kann.
Sorry für den langen Text und danke fürs Zuhören.
LG Katja