Der goldene Zaunpfahl
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Helga
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Der goldene Zaunpfahl

Post 1 im Thema

Beitrag von Helga »

Gestern wurde der "Goldene Zaunpfahl 2020" verliehen. Ich muss gestehen, von der Existenz dieses Preises hatte ich keine Ahnung, bis ich gestern davon im Radio hörte. Der Titel ist im ersten Moment etwas irreführend, er hat weder mit Tierhaltung noch mit GaLa- Bau zu tun, hier geht es um den "Negativpreis für absurde Auswüchse des Gendermarketing". Preisträger sind die Marke "TOPModel", der Edeka- Werbespot "Danke Mama, dass du nicht Papa bist" und die Plakatkampagne der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe "Weiß Ihre Tochter eigentlich schon, was sie werden möchte".
https://goldener-zaunpfahl.de/der-golde ... 0-geht-an/
Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht "Gendermarketing und seine nachgewiesen einschränkenden Folgen für Kinder und Erwachsene einem breiteren Publikum bekannt zu machen und eine öffentliche Debatte anzustoßen."
Also zur Debatte:
Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass Kinder vor möglicherweise negativen Folgen alzu extremer Genderklischees wie magersüchtigen, emotionslosen Modelfiguren geschützt werden sollen.
Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass ich als Crossdresser mit Vorliebe mit gerade diesen Klischees spiele. Vielleicht sollte mensch dies nicht zu verbissen sehen. Lange bevor es Fernsehen gab machten Mädchen während ihrer Sozialisierung eine "Prinzessinen- Phase" durch, Jungen waren Cowboys, Ritter, Piraten oder was der Zeitgeist gerade an "coolen Typen" hervorbrachte. Das Spielen mit den Genderextremen scheint irgendwie zur Entwicklungsphase des Menschen dazu zu gehören. Es scheint dem Kind zu helfen sich selbst zu verorten. (Vielleicht habe ich nicht genug Cowboy gespielt und muss mich deshalb jetzt als Prinzessin versuchen?).
Und schlussendlich: Geschlecht darf auch Spass machen. Egal ob angeboren, selbst gewählt oder nur mal ausgeborgt. Nicht jedes Herausputzen und jedes Gehabe muss einen sexuellen Hintergrund haben.
Wie seht ihr das?
Liebe Grüße
Helga
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Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 2 im Thema

Beitrag von VanessaB »

Helga hat geschrieben: Do 3. Dez 2020, 22:40 Und schlussendlich: Geschlecht darf auch Spass machen. Egal ob angeboren, selbst gewählt oder nur mal ausgeborgt. Nicht jedes Herausputzen und jedes Gehabe muss einen sexuellen Hintergrund haben.
Wie seht ihr das?
Guten Morgen Ihr Lieben!
Liebe Helga,

ich denke dies ist ein Thema, das schon oft angeschnitten wurde. Und Du bist da aus meiner Sicht mitten in die Diskussionsfalle gestolpert. Da ist sie wieder, die Vermischung von Geschlecht, Sexualität und Rolle. Denn es ist nicht egal ob angeboren, gewählt oder "nur mal ausgeborgt". Aber trotzdem meine ich zu wissen, was Du meinst: Macht Euch mal locker, Ich kann meine Leben genießen, wie ich es leben möchte .... ganz sicher eine gute Einstellung.

Das Werbung immer wieder Randgruppen nutz, um sich zu "profilieren" oder mit Klischees arbeitet, ist ja nix Neues. Ich finde es aber wichtig, genau das auch immer wieder mal aufzuzeigen. Daher sind solche Preise wichtig: ab und zu den Finger in die Wunde legen. Die meisten Menschen konsumieren nur und bemerken die Manipulation gar nicht. Sie tragen diese Botschaft aber dann (auch mal unbeabsichtigt) weiter. Und nicht jeder versteht den Hintergrund gleich ... genau das ist ja auch so gewollt.
Wer also nur konsumiert wird manipuliert - so ist das eben.

Alles Liebe und eine schöne Vorweihnachtszeit
Vanessa
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 3 im Thema

Beitrag von Michaela Smile »

VanessaB hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 06:31 . Denn es ist nicht egal ob angeboren, gewählt oder "nur mal ausgeborgt".
stimmt, leider ist das so. aber ich sehe das wie Helga. Es sollte einfach egal sein.
ich weis, es gibt viele denen das nicht egal ist, und wieder andere die sich gerade über dieses nicht egal sein definieren.
aber von meinem Standpunkt aus gesehen, sollte es egal sein. Mir ist es schlichtweg egal, ob ich es mit Männlein oder Weiblein oder was dazwischen zu tun habe, ob privat oder in der Arbeit. alle sind gleichwertig und dürfen gerne machen, tun , anziehen wasimmer sie wollen. Leider weis ich aber auch das in der Welt da draussen zu viele sind die das anders sehen, denen das eben nicht egal ist, und die für sich diese Differenzierungen benötigen, und das ist auch gut so. Und diese Mehrheit gibt eben das tägliche tun und handeln vor.
mir geht dieser ganze Genderismus echt langsam auf den Keks. lasst das Ganze doch einfach bei dem wie's schon immer heist. es ist doch schlechtweg egal ob jetzt Mensch oder Menschin. Metzger oder Metzgerin etc.
Manche Begriffe haben eben eine maskuline, feminine oder sachliche Zuordnung. das ist in der deutschen Sprache nunmal so gewachsen.
eben DER Mensch,
DIE Person,
DAS Brot (bei dem ein Stück davon dann lustigerweise feminisiert wird)

soll da jetzt unbedingt
DIE Menschin bzw. Mensch_inr
DER Personer / Person*er
DIE Brot / Brot*in*er

ich ertappe mich immer öfters dabei dass, wenn ich so was lese, ich dann ganz bewusst dass genau gegensächlich beabsichtigte oder erwartete Wort nehme und mir innerlich einen abgrinse.
Michaela
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Marlene K.
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 4 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Hallo, Ihr Lieben,
ist das von Euch gesagte wirklich ein Widerspruch? Braucht es hier ein entweder - oder?

Für mich wollen die Menschen, die den "Goldenen Zaunpfahl" ja keinem Mädchen verbieten eine Prinzessin zu sein, wenn sie das möchte. Es geht um die Mitteilung, dass sie nicht Cowboy sein darf ohne falsch/ unpassend zu sein.

Wenn einzelne Menschen daraus machen, dass Prinzessin sein, egal ob für Jungen oder Mädchen, schlechter ist als Cowboy sein, so liegt der Fehler eher nicht bei den Kritiker*Innen von Genderklischees im öffentlichen Raum...

Liebe Grüße

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 5 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Marlene hat den Knackpunkt genau formuliert: Selbst- statt Fremdbestimmung. So viel und so intensiv, wie ein es möchte - und mit der Möglichkeit, sich auch neu zu orientieren.

Helga hat das Wort Spiel verwendet. Das sollte es sein. Nicht im Sinne von Kinderspiel, sondern als bewusstes, beendbares einlassen auf ein bestimmtes Format von Regeln in einem begrenztem Umfeld.

Nicht immer ohne Konsequenzen (Boxen, Heirat), nicht immer voll reversibel (Pferdewetten, Kinder kriegen), aber nicht von aussen zum spielen in einer vorgegebenen Rolle gewzungen, wie aktuell durch die alldurchdringende Verknüpfung von körperlichem Aussehen, Ausdruck und Rollenkonventionen. Spielen bedeutet Freiheit, die wir bezüglich Geschlecht in allen seinen Bedeutungen viel zu wenig haben.

Das verbietet ja nicht, dass sich einzelne sehr in ihre Spiele vertiefen können. Eva Herrmann kann ihre Frauenrolle der 1950er leben und Alice Schwarzer ihre der 1970er, so wie Ordensleute, Aussteigys, etc. Aber auch Brauchtumspflegys, die teilzeitmässig ein ganz anderes Leben parallel zu ihrem Job usw führen. Die Menschen können da aus ihrem persönlichen Faible jeden Kick ziehen, den sie wollen, also zum Beispiel "mit den Klischees spielen".

Alles prima. Mein Problem mit dem "egal" ist einfach, wenn Alternativen nicht akzeptiert werden und ich von den Leuten vereinnahmt werde, meine Spiele nicht respektiert werden. Denn das aktuelle "egal" bedeutet, dass ich mit meinen Bedürfnissen nicht vorkomme. Ich werde ständig in das Spiel anderer reingezogen und das verursacht mir unnötigen Stress. Deshalb finde ich es sinnvoll, auf diese Vereinnahmung aufmerksam zu machen, zum Beispiel mit dem "Goldenen Zaunpfahl" und ähnlichem.

Das Meta-Spiel namens "Gesellschaft" muss deshalb so gestaltet sein, dass möglichst viele unterschiedliche Spiele parallel stattfinden können, ohne dass einzelne alle anderen dominieren. Seien es Genderspiele, religiöse oder ökonomische.
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 6 im Thema

Beitrag von Blossom »

Helga hat geschrieben: Do 3. Dez 2020, 22:40 Vielleicht habe ich nicht genug Cowboy gespielt und muss mich deshalb jetzt als Prinzessin versuchen?)
Liebe Helga,

da hatte ich es wohl deutlich besser ... Als Kind einer Schnitt-Directrice durfte ich mit all den Stoffen zu Hause spielen und soviel Prinzessin sein wie ich wollte. Mein Vater hat es zwar nicht verstanden, aber toleriert - wohl glaubend, es sei eine vorübergehende Phase. Nun, heute weiß er es besser ... hihi

Und klar spiele auch ich mit den Klischees ... macht doch auch riesigen Spaß ... Ich bin nun einmal ein Mädel und möchte auch so wahrgenommen werden. Und ein Blick in mein Umfeld zeigt mir, dass ich damit gut ankomme. Warum sollte ich also etwas daran ändern?

Den Preis kannte ich allerdings auch nicht.

Liebe Grüße vom
Blümchen (na)
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 7 im Thema

Beitrag von Helga »

Jaddy hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 12:41 Marlene hat den Knackpunkt genau formuliert: Selbst- statt Fremdbestimmung. So viel und so intensiv, wie ein es möchte - und mit der Möglichkeit, sich auch neu zu orientieren.
Hallo Jaddy, Hallo Marlene,
da bin ich ganz bei euch! Das kleine Mädchen soll sich als Prinzessin versuchen dürfen, der kleine Junge als Cowboy. Genauso soll sich aber auch der kleine Junge ohne Scham und Scheu als Prinzessin versuchen dürfen, so wie es das kleine Mädchen heute bereits ohne Probleme zu erwarten als Cowboy darf. Unter diesem Festhalten an hergebrachten Klischees darf natürlich nicht die Gendervielfalt leiden. Vielleicht wächst mit den Jahren ja irgendwann ein Enby- Klischee heran.
Als Problem an diesem Negativ- Preis sehe ich eigentlich, dass es das Festhalten an oder auch das Spielen mit diesen Klischees ein Stück weit stigmatisiert. Eltern, die ihre Kinder "politisch korrekt" erziehen möchten könnten sich veranlasst sehen eben dieses Prinzessin- oder Cowboy- Sein zu unterbinden.
Mal weitergesponnen: (Satire ein)Jetzt könnte mensch sagen: Wenn es uns gelingt die Genderklischees völlig aus den Köpfen der Menschen zu entfernen, wird damit das Gender (als sozial ge-/ er-lebtes Geschlecht) überflüssig. Es gibt keine geschlechtsspezifische Kleidung, Schuhe, Frisuren (allg. Äußerlichkeiten), keine geschlechtspezifischen Berufe, Tätigkeiten, Gruppen, Farben, Formen, Spielzeug... . Damit erreichen wir:
1. Endlich die allgemeine Gendergerechtigkeit
2. Die Abschaffung der Genderdisphorie
Ob das erste klappt erscheint mir zweifelhaft, es wird sich trotzdem ein Teil der Menscheit im Interesse des Arterhalts mit dem Austragen von Nachkommen beschäftigen müssen, wovon ein anderer Teil der Menscheit trotz höchstem Interesses weiterhin ausgeschlossen bleibt.
Das zweite klappt insoweit, als zum Beispiel das Crossdressing abgeschafft wird. Wenn es keine Gender- spezifische Kleidung mehr gibt, kann mensch auch keine gegengeschlechtliche Kleidung mehr tragen. Womit nicht sicher ist, dass soetwas wie ein Phantomschmerz verbleibt. Die Geschlechtsdisphorie wird aber auf jeden Fall bleiben, da es nach wie vor Menschen gibt, die Kinder gebären und andere, die Kinder zeugen. Für die, die mit ihrer biologischen Funktion nicht einverstanden sind, gibt es dann aber nicht einmal mehr das Trostpflaster sich in einem anderen Genderklischee ausleben zu können. (Satire aus)
Liebe Grüße
Helga
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Re: Der goldene Zaunpfahl

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Helga hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 22:46Als Problem an diesem Negativ- Preis sehe ich eigentlich, dass es das Festhalten an oder auch das Spielen mit diesen Klischees ein Stück weit stigmatisiert. Eltern, die ihre Kinder "politisch korrekt" erziehen möchten könnten sich veranlasst sehen eben dieses Prinzessin- oder Cowboy- Sein zu unterbinden.
Diese Eltern, die ihre Kinder zum gleichmässigen Spiel mit allen Spielzeugen erziehen wollen, gibt es leider. Finde ich eher nicht gut, rsp genauso falsch wie jene, die ihnen "gegengeschlechtliches" Spielzeug vorenthalten oder verbieten. Materielle Resourcen vorausgesetzt sollten sich die Kinder einfach aussuchen können, wann sie womit und mit wem spielen wollen. Es gibt ja durchaus stereotypische Jungs und Mädchen. Ist auch fein. Problematisch wird es, wenn alle anderen auch in diese Rollen gezwungen werden, bzw eine Art Rangfolge an Akzeptanz und Ablehnung erstellt wird.
Helga hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 22:46Mal weitergesponnen: (Satire ein) ... Das zweite klappt insoweit, als zum Beispiel das Crossdressing abgeschafft wird. Wenn es keine Gender- spezifische Kleidung mehr gibt, kann mensch auch keine gegengeschlechtliche Kleidung mehr tragen. Womit nicht sicher ist, dass soetwas wie ein Phantomschmerz verbleibt. Die Geschlechtsdisphorie wird aber auf jeden Fall bleiben, da es nach wie vor Menschen gibt, die Kinder gebären und andere, die Kinder zeugen. Für die, die mit ihrer biologischen Funktion nicht einverstanden sind, gibt es dann aber nicht einmal mehr das Trostpflaster sich in einem anderen Genderklischee ausleben zu können. (Satire aus)
Hm nein :) Das ist auf jeden Fall nicht das, was ich meinte. Ich will keine Abschaffung, keine Einheitsklamotten oder Verbot von irgendwelchen Sachen. Ich möchte mehr Vielfalt, nicht weniger. Ich möchte Entkopplung von eindimensionalen Erwartungen. Ich möchte, dass es mehr als Femmes und Butches gibt. Und dass sie akzeptiert werden. Dass es im Umgang weniger problematisch ist. So wie die Frage, welche Musik du hörst oder wohin du in Urlaub fährst, _weitgehend_ egal ist im Gespräch mit anderen. Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen. Es gibt zum Beispiel trans Männer, die schwanger werden und Kinder zur Welt bringen. Ich finde es total faszinierend, welche neue Ästhetik und welche neuen Perpektive sich durch schwangere Männer ergibt. Für mich ist es eine Bereicherung, während sich einige Radikalfeministinnen um ihre Exklusivität gebracht fühlen.

Genderdysphorie dürfte durch eine größere Gendervielfalt, mehr Genderakzeptanz und weniger binären Konformitätsdruck gelindert werden. Spätestens körperliche Dysphorie wird allein durch Akzeptanz nicht gemindert, da hast du vollkommen recht. Aber mit mehr Entwicklung sind da auch mehr Formen und Kombinationen möglich. Vielleicht sind dann auch Angleichungen irgendwann reversibler, so dass der eigene Körper den Lebensphasen folgen kann. Mehr maskuline Features jetzt, ein paar feminine später und wieder zurück(1).

Bei dem Phantomschmerz bin ich nicht sicher. Der Reiz des verbotenen dürfte - und sollte ja - etwas kleiner ausfallen, aber das ist ein kleiner Preis gegenüber dem ersparten Leid durch Konformitätsdruck jetzt - und der ist ja schon viel geringer als in vergangenen Jahrzehnten.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Gendereuphorie; das Wow-Gefühl, wenn Spiegelbild und Selbstbild übereinstimmen. Ich denke, das wird bleiben. Es ist für nicht-heteros ja auch nicht weniger toll, passende Partnys zu finden und sich auszuleben, als vor der Abschaffung des 175 oder den anderen Liberalisierungen. Dafür brauchen wir keinen cis-binären Genderkonformitätsdruck.

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(1) klingt nach SciFi, aber warum sollte in einer erreichbaren Zukunft nicht eine Person, ein Paar, ein Polykül entscheiden, wer den Uterus bekommt, wer die Eizelle liefert, wer die Spermazelle und wie gezeugt und ausgetragen wird?
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