Nora_7 hat geschrieben: Di 1. Dez 2020, 08:17Ich bin bei weitem nicht allein mit der Einstellung, dass jedes Faß irgendwann mal überläuft. Auch, weil gleichzeitig viel wichtigere Maßnahmen nicht passieren. Und das Überlaufenist mit der Maskenpflicht in FuZos und auf Parkplätzen geschehen. Wenn 50% meines Umfeldes auch nicht mehr in die Stadt gehen, bedeutet das was für die Wirtschaft, und zwar nichts gutes. Noch einmal: Die Maskenpflicht im Außenbereich ist eine absolut willkürliche Schikane. Warum wird nicht mehr auf illegale Partys kontrolliert?
1. Argument durch Mehrheit? Das ist irgendwie diese Friedrich Merz Schiene, oder? Volksabstimmung gegen Naturgesetze.
2. Wenn 50% Deines Umfeld
trotzdem in die Stadt gehen, bricht "
die Wirtschaft" ein paar Wochen später zusammen, weil dann erstens viele durch Infektion ausfallen und der Rest durch einen Haufen Kranke und Tote in ihrem persönlichen Umfeld abgeschreckt werden. Dazu gibt es Statistiken aus Ländern, die es probiert haben, allen voran Schweden. Gleicher Wirtschaftsschaden (inzwischen) - nur mit mehr Toten und mehr Langzeitgeschädigten.
3. Ich bin nicht sicher, wie hoch genau das Infektionsrisiko draussen mit und ohne MNB ist. Jedenfalls nicht so sicher, dass ich meine Gesundheit oder die von anderen darauf verwetten würde. Und ehrliche Fachleute sind da auch nicht sicher. Ich weiss aber, wie Menschen sich verhalten in belebten Gegenden. Zum Beispiel dass sich gerade in Fußgängerzonen viele spontane Ballungen ergeben, wo Abstände nicht eingehalten und einander ins Gesicht geatmet wird. Wie häufig hab ich schon von Leuten eine Qualmwolke abbekommen, die mir entgegen kamen. Und wie häufig musste ich durch eine penetrante Parfumwolke. Und dann wird erst in den Laden gegangen und dann der Lappen aufgezogen (was auch noch mal zu einem Stocken in der Bewegung führt). Oder beim Rausgehen noch in der Tür, denen entgegen atmend, die reinkommen. Deshalb: Einfach immer aufbehalten. Punkt.
4. Die Partys sind es nicht (mehr); falls sie es je waren. Die Phase der einzelnen Ereignisse ist vorbei. Inzwischen sind wir genau nach Prognose in einer niedrigschwelligen, flächigen Verbreitung. Das heisst jeder Kontakt kann der falsche sein, weil prä- oder asymptomatisch übertragend. Jede Person im Bus, an der Kasse, jede Nachbar"¢in beim Plausch übern Gartenzaun kann es haben und dir übertragen. Wenn du es dir einfängst und dich unvorsichtig verhältst, verbreitest du es weiter, ohne es zu wissen, Tage bevor du selbst es merkst.
Jeder Kontakt ist einmal würfeln. Bei der falschen Zahl hast du verloren. Je häufiger würfeln, desto höher das Gesamtrisiko. Irgendwann verlierst du. Jede Schutzmassnahme reduziert das Einzelrisiko ein bisschen, aber nicht auf Null; weder für dich, noch für andere. Nicht verlieren geht nur, indem du weniger oder gar nicht spielst - also weniger (verschiedene) oder keine Leute triffst.
Ich bin völlig auf Deiner Seite, dass von staatlicher Seite etliches nicht gemacht wurde und wird. In Schulen und Kitas wurde eine vielschichtige Strategie versäumt. Einfach nur Geld bereitstellen hilft auch nicht, wenn auf der anderen Seite Know-How und Kapazitäten fehlen, damit auch was anzufangen.
Letztlich kann aber "der Staat" das wichtigste nicht verhindern. Jetzt schon gar nicht mehr (s.o.). Also jedenfalls nicht ohne massivste Ausgangsbeschränkungen, die kein Mensch will. Kann schon sein, dass einzelne Regeln willkürlich erscheinen. Kann sogar sein, dass sie real wirkungslos sind. Der Knackpunkt ist aber, dass keine davon jene betrefen würde, die sich sinnvoll verhalten.
Alle Regeln sind sinnlos, wenn Menschen trotzdem weitermachen wie vorher und sich Schlupflöcher suchen. Es geht nicht primär darum mit oder ohne MNB rumzulaufen, sondern am besten gar nicht. Mit den Regeln kollidieren und sich drüber aufregen tun also nur jene, die den ganzen Sinn noch nicht kapiert haben.