Was lange währt, wird endlich gut: ich hab mir einen Namen ausgesucht, ich hab mich im Forum angemeldet und verfasse gerade meinen ersten Beitrag.
Wer's noch nicht weiß: Stina ist meine bessere Hälfte und ich weiß gar nicht, ob ich hier überhaupt noch was über mich schreiben muss. Na, ich mach's mal trotzdem:
Ich bin fünfzig, Beamter von Beruf, habe mit meiner Frau zwei Töchter (11 und 24), ein Eigenheim und einen Hund.
Crossdresser bin ich, wenn ich mich recht erinnere, seit dem zwölften oder dreizehnten Lebensjahr. Auslöser dafür war eine Zeitungsanzeige eines Flensburger Versandhauses, in der Damen in sehr transparenten und anregenden Kleidungsstücken zu sehen waren, die es mir ziemlich angetan haben.
Weiter ging's damit, dass ich meiner Mutter Strumpfhosen geklaut habe. Irgendwann hab ich auf dem Dachboden einen kleinen Koffer entdeckt, in dem sich altertümliche Unterwäsche befand, Strumpfhalter und so Sachen.
Und dann ging los, was wahrscheinlich die meisten hier kennen: es kamen Zeiten, in denen fühlte ich ich mich mit meinen Bedürfnissen völlig verkehrt und ein über dreißig Jahre dauerndes Auf und Ab kam in Gang. Weg mit dem Zeug, her mit dem Zeug in Endlosschleife mit reichlich emotionalem Achterbahnfahren.
Dann bin ich mit meiner Stina zusammengekommen und hab das Ganze natürlich verheimlicht, weil ich aus meinem Schneckenhaus nicht herauskam. Das hätte uns mehr als einmal beinahe die Beziehung gekostet. Da waren viele unschöne Momente dabei.
Vor zwei Jahren im Urlaub haben wir uns dann das erste Mal überhaupt wirklich über unsere Bedürfnisse ausgetauscht; das war der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich habe mich allerdings, alten Zwängen und Ängsten folgend, immer noch benommen wie ein erwischter Hühnerdieb und nur das zugegeben, was nicht zu leugnen war. Letztes Jahr um Halloween ist dann rausgekommen, das ich nicht nur gerne Damenunterwäsche, sondern auch -oberbekleidung trage. Und da (und bei ein paar anderen Sachen auch) war für Stina eine rote Linie überschritten, das war eine ziemliche Katastrophe.
Und danach haben ein paar Sachen geholfen und zwar ziemlich schnell: nämlich, dass wir ehrlich darüber geredet haben und ich gemerkt habe, dass ich gezogene Grenzen (die ich bislang immer stillschweigend ignoriert oder zu meinen Gunsten verschoben habe) einzuhalten habe, was ich dann getan habe. Und, am allerwichtigsten: dieses Forum. Stina hat sich hier angemeldet und soviel Hilfe und Beistand bekommen, was ihr aufgezeigt hat, in welcher Lage ein Crossdresser so steckt und was für Zwänge und Bedürfnisse auf einem und auch auf einer Partnerin lasten; das hätte ich mit meinen beschränkten, männlich emotionalen Bordmitteln nie hinbekommen. Und dann kam das Duracell-Häschen in ihr raus: wenn sie was machen kann, dann hilft ihr das ungemein. Und das hat einen Turbo gezündet und unsere Beziehung sowie mein Crossdresser-Dasein (bis dahin war ich eine Stubentranse und damit auch ganz zufrieden) auf ganz andere Ebenen gehoben, das muss ich schon sagen...
Und da bin ich nun: Heidi. Wenn ich mich so im Spiegel betrachte, dann sehe ich allerdings eher eine HEIDI; ich muss da wohl an meinem Selbstbild und an meinem Gewicht arbeiten...
Nun aber mal genug von mir, alles andere könnt Ihr in Stinas Posts nachlesen.
An dieser Stelle ist mal was angebracht: nämlich ein tiefer, von Herzen kommender Dank an meine Stina (ich liebe dich!