Helga hat geschrieben: Fr 20. Nov 2020, 08:08
Hallo Jaddy,
wenn ich dich richtig verstehe, dann gibt es in Wirklichkeit gar keine Frauen?
*lach* doch natürlich. Aber einfach weil sich Menschen so nennen. Der Begriff ist nicht allgemein objektivierbar, weil ein völlig diffuses Konglomerat aus körperlichen Äusserlichkeiten, kulturellen (lokalen, zeitlich bedingten) Konventionen von Ausdruck (Accessoires, Kleidung, etc) und den persönlichen Assoziationen.
D.h. wenn zwei beliebige Menschen den Begriff "Frau" denken, sind ihre Konzepte, was sie meinen, was für sie "Frau" ausmacht, ggf völlig verschieden. Abhängig von Erziehung, Umwelt, fachlicher Ausrichtung, persönlichen Neigungen. Deshalb ist es ja so schwierig zu diskutieren. Wovon reden wir in der konkreten Situation genau? Bei Gynäkology auf dem Stuhl, mit de Priesty wegen Heirat, mit Rentenversicherung wegen Eintrittsalter, mit de Therapeuty wegen der eigenen Befindlichkeit oder der des Partny? Mit dem Crossdressing Styling Service, wo auf allen Fotos der immer gleiche Typ "Frau" raus kommt?
Zu allem Überfluss gibt es in den meisten Sprachen nur ein Wort für alles. Der ganze Kontext und seine Vielschichtigkeit fehlt. Sprich: Wie du schon zu Beginn sagtest: Es kommt drauf an. Je näher 1 kommt, umso differenzierter muss die Sprache werden. Die Julia-Menge des Geschlechtsbegriffs
Das erste wäre mal, jeweils nur für sich selbst zu sprechen: "Wenn ich an 'Frau' denke, bedeutet das für mich <insert meine primären Assoziationen> - aber weil ich das Wort nicht besitze (und du auch nicht), habe ich kein Problem, wenn du erstmal etwas ganz anderes assoziierst (weil es dir wichtig ist)". Dann können wir zu einer temporären Verständigung kommen und wertschätzend miteinander reden, ohne das unser Selbstbild (und mglw Weltbild) angegriffen wird.
Beispiel: "Bank". Keine Ahnung, was du jetzt assoziierst, aber ich dachte gerade eine Speicherbank im PC...
Deshalb, siehe oben: Frau ist erst mal, wer sich Frau nennt. Präziser wird's auf der Ebene nicht
