Blutengel - # 9
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Kerstin
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Re: Blutengel
Schlimm genug. Hauptsache dir geht's wieder besser.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Stephanie
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Re: Blutengel
Hallo zusammen,
ich hatte sogar noch eine Fortsetzung fertig, bevor ich außer Gefecht war. Ich möchte sie euch nicht vorenthalten.
Beim Rechtsanwalt
Die Anwaltskanzlei arbeitet mit einer Steuerberaterkanzlei und einer Immobilienkanzlei zusammen, die alle auf dieser einen Etage liegen. Durch einen großen Flur in der Mitte sind sie alle miteinander erreichbar. Nach ein paar Minuten kommt der Rechtsanwalt in den Wartebereich. "Wow, ich bin ja "vorgewarnt" worden", sagt er, "aber so hätte ich Dich nicht erwartet. Sieht richtig echt aus." Ich bedanke mich bei ihm. Wir kennen uns schon seit der Grundschule und sind deswegen auch beim "Du". Er bittet mich in sein Büro. "Du wolltest eine Rechtsberatung wegen der Namensänderung, richtig", fragt er. "Genau", sage ich, "ich habe das Gefühl, dass das beim Standesamt verschleppt wird. Ich werde bei Anfrage immer wieder vertröstet, bzw. fordert die Bearbeiterin immer wieder ärztliche Unterlagen an." Die betreffenden Unterlagen habe ich auch meinem Rechtsanwalt zukommen lassen. "Das passt ja gut mit dem zweiten Thema zusammen", sagt er. Ich schaue verwundert. "Ja, die Anwältin deiner Frau hat sich mal wieder gemeldet", sagt er weiter. "Na, da bin ich ja mal gespannt", sage ich. "Dazu später", sagt er, "hast Du demnächst einen Termin beim Standesamt?" "Hm, den hätte ich schon vor drei Wochen gehabt", sage ich, "der wird seitdem immer wieder verschoben." "Also, von den Unterlagen her ist das meiner Meinung nach alles in Ordnung", sagt er, "ich lasse mal ein Schreiben vorbereiten." Er ruft eine Angestellte, gibt ihr ein paar Hinweise. Sie geht wieder heraus.
"So zweiter Teil", sagt Cornelius (so heißt der Rechtsanwalt mit Vornamen), "es geht um Deine Kinder. Kennen die Dich so?" "Ja, sie haben mich ein paarmal so gesehen und konnten auch gut damit umgehen", antworte ich, "es ist eher so, dass meine Gattin, sie diesbezüglich beeinflusst und instrumentalisiert, ja manipuliert." Cornelius nickt. "Hast Du sie noch mal gesehen, nachdem Du ausgezogen bist?" fragt er. "Nein, habe ich nicht, weder in diesem Zustand noch im "anderen" Modus", antworte ich, "hat meine Frau verhindert. " "Dann wundert mich dieses Schreiben," sagt er, "darin wirst Du aufgefordert, deine Kinder regelmäßig zu nehmen." "Hätte ich ja kein Problem mit", sage ich. "Nur"¦", fängt Cornelius an und lacht leise, "darfst Du nicht als Frau erkennbar sein. Tolle Formulierung." Ich schüttele grinsend den Kopf. "Dann muss ich unters Messer", sage ich ironisch. Cornelius lacht. "Deswegen passt das heute auch so gut mit den beiden Themen", sagt er, "wir würden der Gegenseite schreiben, das diese Forderung nicht umsetzbar ist und uns dabei auf die medizinischen Unterlagen stützen. Oder?" "Genauso sehe ich das auch", sage ich. Seine Angestellte von eben kommt herein und gibt ihm ein Schreiben. "Das ging aber fix", staune ich. "Wir haben einen Vorlagen-Baukasten aus dem ich mich bediene", sagt die Angestellte. Cornelius instruiert sie über das andere Schreiben. "Kein Problem", sagt sie und zwinkert mir zu.
"Magst Du ein Kaffee?" fragt Cornelius. "Oh ja gerne", antworte ich. "Dann lass uns in die Kaffeeküche gehen", sagt Cornelius, "da steht auch der Drucker." Ich folge ihm. Beim Kaffee unterhalten wir uns über andere Themen. Eine Tür der Immobilienkanzlei geht auf und heraus kommt"¦ "¦ Alexander. Ich sehe in staunend an. Er ist aber genauso überrascht. "Stefanie??? Was machst Du denn hier?" Bevor ich antworten kann, weil ich staune immer noch, fragt Cornelius: "Woher kennt ihr euch denn?" "Er hat mich neulich im Starbucks gesehen und hat mich dann ganz gentlemanlike angesprochen", antworte ich. "Soso", sagt Cornelius grinsend. "Sie strahlt so was Natürliches aus", sagt Alexander. Was mich natürlich wieder verlegen werden lässt. "Aber Hauptsache, Du wirst nicht untreu", sagt Cornelius. Von Cornelius weiß ich, dass er auf Männer steht. Ich schaue abwechselnd zu Beiden. "Ihr beide seid"¦", fange ich an. "Ja, sind wir", sagt Alexander. "Stark", befinde ich. "Von daher kann Stefanie mir doch gar nicht gefährlich werden", sagt Alexander. "Da wär ich mir nicht so sicher", sage ich grinsend. "Wieso?" fragt Alexander. Cornelius grinst. "Noch werde ich amtlich als Stefan B. geführt." Alexander staunt. In dem Moment kommt die Angestellte von Cornelius. "Das Schreiben ist fertig, ihr könnt ja mal drüber schauen", sagt sie, "ich kopiere dann auch noch die relevanten Unterlagen." Alexander staunt immer noch. Ich hole meinen Perso und den Ergänzungsausweis heraus und gebe sie Alexander. "Nein, das glaube ich nicht", sagt er, "das ist ja ein Unterschied wie Tag und Nacht." Wir wollen grade ins Büro zurück. Da geht die Tür von Alexanders Büro auf. Heraus kommt "¦ "¦ mein Nachbar Jochen. Angewurzelt bleibt er stehen. Ich bin allerdings auch megaüberrascht. Ich schaue ihn an, dann schaue ich zu Alexander, der grinst sich einen. Jochen rappelt sich und geht fluchtartig ins Büro zurück und schließt ab. Alexander lacht leise und haut sich auf die Oberschenkel. ""˜Tschuldigung, jetzt weiß ich, wer die Frau ist, in die er sich hoffnungslos verknallt hat", sagt Alexander immer noch leise lachend, "wegen der sehr gut beschriebenen Haarfarbe hätte ich ja auch alleine draufkommen können." "Ihr arbeitet zusammen?" frage ich. "Ja er ist mein Geschäftspartner", antwortet Alexander.
Cornelius und ich gehen erheitert in sein Büro. "Unglaublich", sage ich. Auf dem Flur hört man Alexander an seine Bürotür klopfen. "He, mach auf, die Gefahr ist vorbei", sagt er noch. Ich schüttele leicht den Kopf. "So eine außergewöhnliche Schönheit bin ich doch nun auch nicht", sage ich. "Für ihn wahrscheinlich schon", sagt Cornelius lächelnd. Man hört Alexander noch zweimal klopfen, dann darf er wohl herein. "Also Steffi, einmal der Brief an die Anwältin Deiner Frau", sagt Cornelius, "und der an das Standesamt." Er legt sie mir zur Durchsicht hin. Ich lese sie mir durch. "Sieht gut aus", sage ich. "Den Brief zum Standesamt lasse ich heute durch zwei Angestellte einwerfen, das ist ja fast nebenan", sagt Cornelius, "dann lassen wir denen einen Tag Zeit und Du rufst am Montag an und erkundigst Dich auf deinen Termin unter Berufung auf diesen Brief. Den anderen Brief schicken wir per Post." "OK, Danke", sage ich. Cornelius bringt mich noch raus. "Mach es gut Steffi, Du siehst wirklich authentisch aus", sagt er, "dass es hoffentlich jetzt schneller geht mit Deinem Namen." "Tschüss Cornelius", sage ich noch. Ich gehe zurück zum Auto. "Das war ja ein Erlebnis eben um diesen Termin herum", denke ich mir grinsend.
ich hatte sogar noch eine Fortsetzung fertig, bevor ich außer Gefecht war. Ich möchte sie euch nicht vorenthalten.
Beim Rechtsanwalt
Die Anwaltskanzlei arbeitet mit einer Steuerberaterkanzlei und einer Immobilienkanzlei zusammen, die alle auf dieser einen Etage liegen. Durch einen großen Flur in der Mitte sind sie alle miteinander erreichbar. Nach ein paar Minuten kommt der Rechtsanwalt in den Wartebereich. "Wow, ich bin ja "vorgewarnt" worden", sagt er, "aber so hätte ich Dich nicht erwartet. Sieht richtig echt aus." Ich bedanke mich bei ihm. Wir kennen uns schon seit der Grundschule und sind deswegen auch beim "Du". Er bittet mich in sein Büro. "Du wolltest eine Rechtsberatung wegen der Namensänderung, richtig", fragt er. "Genau", sage ich, "ich habe das Gefühl, dass das beim Standesamt verschleppt wird. Ich werde bei Anfrage immer wieder vertröstet, bzw. fordert die Bearbeiterin immer wieder ärztliche Unterlagen an." Die betreffenden Unterlagen habe ich auch meinem Rechtsanwalt zukommen lassen. "Das passt ja gut mit dem zweiten Thema zusammen", sagt er. Ich schaue verwundert. "Ja, die Anwältin deiner Frau hat sich mal wieder gemeldet", sagt er weiter. "Na, da bin ich ja mal gespannt", sage ich. "Dazu später", sagt er, "hast Du demnächst einen Termin beim Standesamt?" "Hm, den hätte ich schon vor drei Wochen gehabt", sage ich, "der wird seitdem immer wieder verschoben." "Also, von den Unterlagen her ist das meiner Meinung nach alles in Ordnung", sagt er, "ich lasse mal ein Schreiben vorbereiten." Er ruft eine Angestellte, gibt ihr ein paar Hinweise. Sie geht wieder heraus.
"So zweiter Teil", sagt Cornelius (so heißt der Rechtsanwalt mit Vornamen), "es geht um Deine Kinder. Kennen die Dich so?" "Ja, sie haben mich ein paarmal so gesehen und konnten auch gut damit umgehen", antworte ich, "es ist eher so, dass meine Gattin, sie diesbezüglich beeinflusst und instrumentalisiert, ja manipuliert." Cornelius nickt. "Hast Du sie noch mal gesehen, nachdem Du ausgezogen bist?" fragt er. "Nein, habe ich nicht, weder in diesem Zustand noch im "anderen" Modus", antworte ich, "hat meine Frau verhindert. " "Dann wundert mich dieses Schreiben," sagt er, "darin wirst Du aufgefordert, deine Kinder regelmäßig zu nehmen." "Hätte ich ja kein Problem mit", sage ich. "Nur"¦", fängt Cornelius an und lacht leise, "darfst Du nicht als Frau erkennbar sein. Tolle Formulierung." Ich schüttele grinsend den Kopf. "Dann muss ich unters Messer", sage ich ironisch. Cornelius lacht. "Deswegen passt das heute auch so gut mit den beiden Themen", sagt er, "wir würden der Gegenseite schreiben, das diese Forderung nicht umsetzbar ist und uns dabei auf die medizinischen Unterlagen stützen. Oder?" "Genauso sehe ich das auch", sage ich. Seine Angestellte von eben kommt herein und gibt ihm ein Schreiben. "Das ging aber fix", staune ich. "Wir haben einen Vorlagen-Baukasten aus dem ich mich bediene", sagt die Angestellte. Cornelius instruiert sie über das andere Schreiben. "Kein Problem", sagt sie und zwinkert mir zu.
"Magst Du ein Kaffee?" fragt Cornelius. "Oh ja gerne", antworte ich. "Dann lass uns in die Kaffeeküche gehen", sagt Cornelius, "da steht auch der Drucker." Ich folge ihm. Beim Kaffee unterhalten wir uns über andere Themen. Eine Tür der Immobilienkanzlei geht auf und heraus kommt"¦ "¦ Alexander. Ich sehe in staunend an. Er ist aber genauso überrascht. "Stefanie??? Was machst Du denn hier?" Bevor ich antworten kann, weil ich staune immer noch, fragt Cornelius: "Woher kennt ihr euch denn?" "Er hat mich neulich im Starbucks gesehen und hat mich dann ganz gentlemanlike angesprochen", antworte ich. "Soso", sagt Cornelius grinsend. "Sie strahlt so was Natürliches aus", sagt Alexander. Was mich natürlich wieder verlegen werden lässt. "Aber Hauptsache, Du wirst nicht untreu", sagt Cornelius. Von Cornelius weiß ich, dass er auf Männer steht. Ich schaue abwechselnd zu Beiden. "Ihr beide seid"¦", fange ich an. "Ja, sind wir", sagt Alexander. "Stark", befinde ich. "Von daher kann Stefanie mir doch gar nicht gefährlich werden", sagt Alexander. "Da wär ich mir nicht so sicher", sage ich grinsend. "Wieso?" fragt Alexander. Cornelius grinst. "Noch werde ich amtlich als Stefan B. geführt." Alexander staunt. In dem Moment kommt die Angestellte von Cornelius. "Das Schreiben ist fertig, ihr könnt ja mal drüber schauen", sagt sie, "ich kopiere dann auch noch die relevanten Unterlagen." Alexander staunt immer noch. Ich hole meinen Perso und den Ergänzungsausweis heraus und gebe sie Alexander. "Nein, das glaube ich nicht", sagt er, "das ist ja ein Unterschied wie Tag und Nacht." Wir wollen grade ins Büro zurück. Da geht die Tür von Alexanders Büro auf. Heraus kommt "¦ "¦ mein Nachbar Jochen. Angewurzelt bleibt er stehen. Ich bin allerdings auch megaüberrascht. Ich schaue ihn an, dann schaue ich zu Alexander, der grinst sich einen. Jochen rappelt sich und geht fluchtartig ins Büro zurück und schließt ab. Alexander lacht leise und haut sich auf die Oberschenkel. ""˜Tschuldigung, jetzt weiß ich, wer die Frau ist, in die er sich hoffnungslos verknallt hat", sagt Alexander immer noch leise lachend, "wegen der sehr gut beschriebenen Haarfarbe hätte ich ja auch alleine draufkommen können." "Ihr arbeitet zusammen?" frage ich. "Ja er ist mein Geschäftspartner", antwortet Alexander.
Cornelius und ich gehen erheitert in sein Büro. "Unglaublich", sage ich. Auf dem Flur hört man Alexander an seine Bürotür klopfen. "He, mach auf, die Gefahr ist vorbei", sagt er noch. Ich schüttele leicht den Kopf. "So eine außergewöhnliche Schönheit bin ich doch nun auch nicht", sage ich. "Für ihn wahrscheinlich schon", sagt Cornelius lächelnd. Man hört Alexander noch zweimal klopfen, dann darf er wohl herein. "Also Steffi, einmal der Brief an die Anwältin Deiner Frau", sagt Cornelius, "und der an das Standesamt." Er legt sie mir zur Durchsicht hin. Ich lese sie mir durch. "Sieht gut aus", sage ich. "Den Brief zum Standesamt lasse ich heute durch zwei Angestellte einwerfen, das ist ja fast nebenan", sagt Cornelius, "dann lassen wir denen einen Tag Zeit und Du rufst am Montag an und erkundigst Dich auf deinen Termin unter Berufung auf diesen Brief. Den anderen Brief schicken wir per Post." "OK, Danke", sage ich. Cornelius bringt mich noch raus. "Mach es gut Steffi, Du siehst wirklich authentisch aus", sagt er, "dass es hoffentlich jetzt schneller geht mit Deinem Namen." "Tschüss Cornelius", sage ich noch. Ich gehe zurück zum Auto. "Das war ja ein Erlebnis eben um diesen Termin herum", denke ich mir grinsend.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
So, weiter geht es mit Stefanies Erlebnissen.
Im Trödelladen
Auf dem Weg ins Parkhaus werde ich wieder von einigen angeschaut. Ich lächele freundlich und gehe weiter. Der Termin eben ging ja ziemlich schnell. Wenn ich jetzt schon zum Übungsraum fahre, bin ich viel zu früh da. Ich komme am Auto an und überlegen, was ich mit der Zwischenzeit anfange. "Hm, ich könnte ja mal in den Trödelladen an der Autobahn fahren", denke ich mir. Der Besitzer ist auch Musiker und hat ab und zu ganz interessante Instrumente da. Also fahre ich dahin. Es geht zwar quer durch die Stadt, aber ich komme ganz gut durch und komme am Laden an. Ich gehe hinein und grüße freundlich. "Oh hallo schöne Frau", begrüßt mich der Besitzer und schaut mich eine Weile an. "Ich schau mich mal um", sage ich freundlich und steuere die Ecke mit den Instrumenten an. Der Besitzer kommt langsam hinterher. ""˜Tschuldigung, wenn ich direkt frage, aber ich habe Dich schon mal irgendwo gesehen", sagt er vorsichtig. "Also ich kenne Dich von Auftritten mit deiner Band", sage ich freundlich. "Hm", sagt er, "nee, aber, machst Du auch Musik?" "Ja, seit kurzem wieder", antworte ich, "ich habe neulich spontan ein paar Musiker auf einer Feier kennengelernt und genauso spontan mit ihnen musiziert." "Ha, dann weiß ich wo", sagt er, "das war in der Kneipe von Bernie und Jens." Ich schaue ihn erstaunt an. "Ja, da war ich im Gange", antworte ich. "Cool, ihr wart richtig gut", sagt er wieder. Ein anderer Kunde kommt herein, den er erstmal begrüßt. Der will aber auch erstmal schauen. "Sag mal, ist anfassen erlaubt?" frage ich ihn. "Na klar", antwortet er. Ich nehme eine Fender Telecaster in die Hand. "Irgendwas stimmt damit aber nicht", denke ich mir und merke dann auch, dass der Hals total verzogen ist. "Schade", sage ich leise und stelle sie wieder weg.
-
Dann fällt mir ein Verstärker auf, und zwar so einer, wie der, den ich neulich wieder in Betrieb nehmen konnte, ein Vox. "Holla, was haben wir den hier?" sage ich erstaunt und dann zum Ladenbesitzer: "Sag mal Maik (so heißt er), läuft der noch?" "Also, wenn Du meinen Namen kennst, dann musst Du mir aber auch Deinen nennen", sagt Maik grinsend. "Achso, "˜schuldigung, Stefanie heiße ich", sage ich lächelnd. "Ok", sagt er, "um auf deine Frage zurückzukommen, der hat ein paar Wackelkontakte, der Verstärker." "Darf ich mal anschließen?" frage ich. "Kannst es ja mal versuchen", sagt Maik grinsend. Nach ein paar Minuten habe ich ihn soweit, dass er durchgehend läuft, allerdings steht er ziemlich schief auf diversen Büchern, die ich drunter gestellt habe. Ich nehme mir eine Gitarre und schließe sie an. Ich spiele verschiedene Riffs. "Na ja, die Röhren sind hin", sage ich, "was willst Du denn dafür haben?" "Den verkaufe ich in Kommission", sagt Maik, "der Besitzer möchte 400,-€ haben." Ich mache große Augen. Eigentlich bin ich ja nicht besonders groß im Handeln, aber das ist schon hart. "Nee Du, höchstens 200,-€ für eine einmalige reparaturbedürftige Angelegenheit", sage ich. Maik schluckt. "Hm, 350,-€" fragt er. "250, ist aber das höchste der Gefühle", sage ich. Maik schüttelt den Kopf. "Darf ich mal reinschauen?" frage ich vorsichtig. "Ja natürlich, ich hole mal kurz einen Schraubendreher", sagt Maik, holt einen und gibt ihn mir. Ich schraube den Verstärker auf dem und schaue mir als erstes die Lötstellen an. "Oje, da hat aber jemand gewütet", bemerke ich und wackele an einigen Bauteilen. Maik beobachtet mich dabei. "Da sind aber viele kalte Lötstellen drin", sage ich, "die müssen erstmal entlötet werden und dann müssen die Bauteile vernünftig eingelötet werden. Das dauert. Deswegen sehe ich die 400,-€ nicht." Maik macht ein ernstes Gesicht.
"Wieviel Prozent bekommst Du denn davon?" frage ich vorsichtig. "10%" antwortet er genauso vorsichtig. "Pass auf, ich gebe Dir 250,-€ für den Verstärker und dann außer der Reihe noch mal 15,-€, so dass Du auf Deine Provision kommst", schlage ich vor. Maik schaut mich erstaunt an. "Hm, muss ich mal überlegen", sagt er dann. Ich schau mich derweil noch ein wenig um.
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"Hey Steffi, das machen wir so" sagt Maik nach kurzer Zeit. "Super!" antworte ich. Maik nimmt den Verstärker und bringt ihn zu Kasse. Dort bezahle ich. "Wann spielt ihr das nächste Mal?" fragt er mich. "Anfang Juni, auf einem Schützenfest", antworte ich und sage ihm noch wo. "Ah, das kenne ich, ist immer ordentlich was los da", sagt er dann noch, "vielleicht schau ich mal vorbei." "OK, bis vielleicht dann", sage ich und verlasse den Laden. Im Auto fällt mir auf, dass es schon zehn vor Sechs ist. "Ups, da muss ich mich ja sputen", sage ich leise und starte das Auto. Wieder quer durch die Stadt, aber diesmal ist mehr los. "Mist!" fluche ich leise. Kurz danach klingelt mein Handy. Per Freisprecheinrichtung gehe ich ran. Am anderen Ende ist Alex. "Hallo Steffi, kommst Du noch?" fragt er. "Ich stehe im Feierabendverkehr, eine Viertelstunde wird es noch dauern", antworte ich. "OK alles klar, bis gleich dann", sagt Alex. Viertel nach Sechs fahre ich tatsächlich auf den Hof. Schnell noch den Verstärker aus dem Kofferraum geholt und dann die Treppe hoch zum Übungsraum. Die Jungs sind schon am Spielen. Als ich den Raum betrete hören sie auf und schauen mich erstaunt an. "Man gut, dass mir das heute nicht zum ersten Mal passiert, das ich so angeschaut werde", sage ich grinsend. "Boah, bist Du hübsch heute", sagt Frank. "Danke", sage ich lächelnd. So langsam lockern sie sich und merken, was ich da an der Hand trage. "OK, das zählt als Entschuldigung", sagt Carlos grinsend. "Wie jetzt?" fragt Alex. "Ein Zufallsfund", sage ich und stelle ihn ab, "da muss allerdings einiges gelötet werden. Und neue Röhren brauch er auch." Micha ist wieder am meisten erstaunt. "die ist echt unglaublich, die Steffi", sagt er schließlich.
Den Verstärker lassen wir erstmal so stehen. Wir üben dann schon einige Stücke für das Schützenfest. "Steffi, mir geht da seit einiger Zeit ein Stück im Kopf herum, das würde zu Dir passen", sagt Micha. "OK. Und welches?" frage ich. Micha tut geheimnisvoll und geht zu einem Gitarrenkoffer. Da holt er eine hellgraue Fender Telecaster heraus. "Sammelst du die?" frage ich grinsend. "Ich habe mich mal bei Fender als Tester beworben", antwortet Micha, "und da haben die mir unter anderem diese hier geschickt." Ich staune. Micha drückt mir die Gitarre in die Hand. "Ich vermute da schon was", sage ich lächelnd, "aber erstmal muss sie gestimmt werden." Nachdem ich sie gestimmt habe, schließe ich sie an meinem VOX an. Wenn Micha das gleiche Lied meint, wie ich, dann brauche ich kaum Effekte. Die paar, die ich benötige habe ich schnell aufgeschaltet. "Macht es doch nicht so spannend", frotzelt Tom, "um welches Lied geht es denn?" "Lass Dich überraschen", sage ich grinsend. Ich spiele das Intro von "Back on the Chain Gang" von den Pretenders. Dann fange ich an zu singen und begleite mich auf der Gitarre. Nach dem ersten Vers frage ich Micha: Meintest Du das? Micha ist völlig von der Rolle. "J.... ja", antwortet er stotternd. Frank grinst. "Du hast heute einen dunkleren Lidschatten drauf als sonst", sagt er. Ich nicke. "Und der Unterlidstrich ist auch dunkler", sage ich, "vielleicht ist das der Grund warum ich die ganze Zeit so angeschaut werde." "Deshalb passt das Lied auch richtig gut", sagt Frank, "wie im Original, Chrissie Hynde hat doch auch immer die Augen so dunkel." "Nur hat die keine roten Haare", sage ich grinsend. Micha hat sich mittlerweile etwas gefangen. "Wollen wir das Lied mal spielen? fragt er. "Gerne", antwortet Alex. Die anderen und ich nicken. Also spielen wir das Stück zusammen durch. "Hast Du eine verdammt schöne Stimme", sagt Tom hinterher bewundernd. "Das Stück sollten wir in unsere Repertoire aufnehmen", sagt Alex, "das passt doch überall." "Und wie wärs mit "Don"˜t get me wrong" auch von den Pretenders?" frage ich. "Au ja", antwortet Tom und klackt den Takt an. Nach zwei Anläufen haben wir den Bogen raus.
In der Tür steht Jessica und strahlt uns an. "Total super, ihr habt ja tolle Songs drauf", freut sie sich. "Danke", sagt Alex freundlich. "Jessi, wo Du grade da bist", sage ich, "gibt es unten in der Werkstatt eigentlich auch eine Ecke, wo man Elektronikkram löte kann?" "Na klar", antwortet Jessi, "um was geht es denn?" Ich zeige ihr den Verstärker, den ich heute organisiert habe und erkläre, was gemacht werden muss. "Wartet mal kurz, da gibt es eine Spezialistin für", sagt Jessi und geht nach unten. Kurz darauf erscheint sie mit einer anderen Frau. "Hi, ich bin Kristin", sagt die Frau, "coole Mukke macht ihr." "Danke, freut uns, dass es gefällt", antwortet Carlos. Dann zeige ich Kristin den Verstärker. Sie hat einiges an Werkzeug in einer Gürteltasche. "Ich bin hier die Elektrikerin", sagt Kristin grinsend, und schraubt den Verstärker auf. Sie macht große Augen, als sie hineinschaut. "So habe ich auch geguckt, als ich im Laden hineingeschaut habe", sage ich lachend. "Boah, da hat aber einer keine Ahnung gehabt", sagt Kristin, "soll ich den mal mit runternehmen? Ist jetzt keine große Sache." Ja gerne", antworte ich. "Mal sehen, vielleicht fange ich gleich an", sagt Kristin und geht mit dem Verstärker hinunter. "Das ist ja cool hier", bemerkt Tom lächelnd.
"Hast Du noch mehr weibliche Interpreten auf Lager, Steffi?" fragt mich Carlos. Ziemlich schnell antworte ich: "Amy Mcdonald? This is the life?" Die Jungs schauen mich mit großen Augen an. Carlos fängt sich als erster. "Das will ich hören", sagt er erfreut. Ich schnappe mir die akustische Gitarre. Die Jungs bewaffnen sich ebenfalls mit ihren Instrumenten. Nach ein paar Anläufen haben wir den Bogen raus, allerdings unterbrechen sie ab und an das Stück. "Die Stimme, "¦ Wahnsinn", sagt Micha. "Dann hört doch einfach nicht hin", sage ich grinsend, "sonst schaffen wir es nie das Stück durch zu spielen." "Du hast gut reden", sagt Tom lachend. Mit dem nächsten Anlauf schaffen wir es dann. Wir spielen noch einige andere Stücke. Um viertel vor Zehn hören wir dann auf. Alex schreibt noch die Stücke auf, die für das Schützenfest gespielt werden sollen. "Das könnte was werden", kommentiert er. Kurz darauf kommen Kristin und Jessi herein. "Fertig!" sagt Kristin und stellt den Verstärker in der Raum, "nur die Röhren müsstet ihr noch erneuern." "Du bist aber schnell", staune ich. "Gelernt ist gelernt", sagt Kristin grinsend. "Wie macht ihr das hier mit revanchieren?" fragt Alex. "Die Musik ist schon Revanche genug" antwortet Kristin, "aber ich habe gehört, das Steffi mit der Drehbank unten umgehen kann." Ich nicke. "Ich brauche eine neue Achse für das Vorderrad von meinem Motorrad", sagt Kristin, "die sind zur Zeit schwierig zu bekommen. Vielleicht kann man die ja auf der Drehbank drehen. Zeichnung und Material ist da." "Na dann, schaue ich mir das demnächst mal an", sage ich lächelnd. "Cool", sagt Kristin, "aber jetzt ist Feierabend." "Bei uns auch", sagt Carlos. Wir schalten alles aus, schließen den Raum ab und gehen runter. Kurze Verabschiedung auf dem Parkplatz und dann gehts es nach Hause.
Im Trödelladen
Auf dem Weg ins Parkhaus werde ich wieder von einigen angeschaut. Ich lächele freundlich und gehe weiter. Der Termin eben ging ja ziemlich schnell. Wenn ich jetzt schon zum Übungsraum fahre, bin ich viel zu früh da. Ich komme am Auto an und überlegen, was ich mit der Zwischenzeit anfange. "Hm, ich könnte ja mal in den Trödelladen an der Autobahn fahren", denke ich mir. Der Besitzer ist auch Musiker und hat ab und zu ganz interessante Instrumente da. Also fahre ich dahin. Es geht zwar quer durch die Stadt, aber ich komme ganz gut durch und komme am Laden an. Ich gehe hinein und grüße freundlich. "Oh hallo schöne Frau", begrüßt mich der Besitzer und schaut mich eine Weile an. "Ich schau mich mal um", sage ich freundlich und steuere die Ecke mit den Instrumenten an. Der Besitzer kommt langsam hinterher. ""˜Tschuldigung, wenn ich direkt frage, aber ich habe Dich schon mal irgendwo gesehen", sagt er vorsichtig. "Also ich kenne Dich von Auftritten mit deiner Band", sage ich freundlich. "Hm", sagt er, "nee, aber, machst Du auch Musik?" "Ja, seit kurzem wieder", antworte ich, "ich habe neulich spontan ein paar Musiker auf einer Feier kennengelernt und genauso spontan mit ihnen musiziert." "Ha, dann weiß ich wo", sagt er, "das war in der Kneipe von Bernie und Jens." Ich schaue ihn erstaunt an. "Ja, da war ich im Gange", antworte ich. "Cool, ihr wart richtig gut", sagt er wieder. Ein anderer Kunde kommt herein, den er erstmal begrüßt. Der will aber auch erstmal schauen. "Sag mal, ist anfassen erlaubt?" frage ich ihn. "Na klar", antwortet er. Ich nehme eine Fender Telecaster in die Hand. "Irgendwas stimmt damit aber nicht", denke ich mir und merke dann auch, dass der Hals total verzogen ist. "Schade", sage ich leise und stelle sie wieder weg.
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Dann fällt mir ein Verstärker auf, und zwar so einer, wie der, den ich neulich wieder in Betrieb nehmen konnte, ein Vox. "Holla, was haben wir den hier?" sage ich erstaunt und dann zum Ladenbesitzer: "Sag mal Maik (so heißt er), läuft der noch?" "Also, wenn Du meinen Namen kennst, dann musst Du mir aber auch Deinen nennen", sagt Maik grinsend. "Achso, "˜schuldigung, Stefanie heiße ich", sage ich lächelnd. "Ok", sagt er, "um auf deine Frage zurückzukommen, der hat ein paar Wackelkontakte, der Verstärker." "Darf ich mal anschließen?" frage ich. "Kannst es ja mal versuchen", sagt Maik grinsend. Nach ein paar Minuten habe ich ihn soweit, dass er durchgehend läuft, allerdings steht er ziemlich schief auf diversen Büchern, die ich drunter gestellt habe. Ich nehme mir eine Gitarre und schließe sie an. Ich spiele verschiedene Riffs. "Na ja, die Röhren sind hin", sage ich, "was willst Du denn dafür haben?" "Den verkaufe ich in Kommission", sagt Maik, "der Besitzer möchte 400,-€ haben." Ich mache große Augen. Eigentlich bin ich ja nicht besonders groß im Handeln, aber das ist schon hart. "Nee Du, höchstens 200,-€ für eine einmalige reparaturbedürftige Angelegenheit", sage ich. Maik schluckt. "Hm, 350,-€" fragt er. "250, ist aber das höchste der Gefühle", sage ich. Maik schüttelt den Kopf. "Darf ich mal reinschauen?" frage ich vorsichtig. "Ja natürlich, ich hole mal kurz einen Schraubendreher", sagt Maik, holt einen und gibt ihn mir. Ich schraube den Verstärker auf dem und schaue mir als erstes die Lötstellen an. "Oje, da hat aber jemand gewütet", bemerke ich und wackele an einigen Bauteilen. Maik beobachtet mich dabei. "Da sind aber viele kalte Lötstellen drin", sage ich, "die müssen erstmal entlötet werden und dann müssen die Bauteile vernünftig eingelötet werden. Das dauert. Deswegen sehe ich die 400,-€ nicht." Maik macht ein ernstes Gesicht.
"Wieviel Prozent bekommst Du denn davon?" frage ich vorsichtig. "10%" antwortet er genauso vorsichtig. "Pass auf, ich gebe Dir 250,-€ für den Verstärker und dann außer der Reihe noch mal 15,-€, so dass Du auf Deine Provision kommst", schlage ich vor. Maik schaut mich erstaunt an. "Hm, muss ich mal überlegen", sagt er dann. Ich schau mich derweil noch ein wenig um.
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"Hey Steffi, das machen wir so" sagt Maik nach kurzer Zeit. "Super!" antworte ich. Maik nimmt den Verstärker und bringt ihn zu Kasse. Dort bezahle ich. "Wann spielt ihr das nächste Mal?" fragt er mich. "Anfang Juni, auf einem Schützenfest", antworte ich und sage ihm noch wo. "Ah, das kenne ich, ist immer ordentlich was los da", sagt er dann noch, "vielleicht schau ich mal vorbei." "OK, bis vielleicht dann", sage ich und verlasse den Laden. Im Auto fällt mir auf, dass es schon zehn vor Sechs ist. "Ups, da muss ich mich ja sputen", sage ich leise und starte das Auto. Wieder quer durch die Stadt, aber diesmal ist mehr los. "Mist!" fluche ich leise. Kurz danach klingelt mein Handy. Per Freisprecheinrichtung gehe ich ran. Am anderen Ende ist Alex. "Hallo Steffi, kommst Du noch?" fragt er. "Ich stehe im Feierabendverkehr, eine Viertelstunde wird es noch dauern", antworte ich. "OK alles klar, bis gleich dann", sagt Alex. Viertel nach Sechs fahre ich tatsächlich auf den Hof. Schnell noch den Verstärker aus dem Kofferraum geholt und dann die Treppe hoch zum Übungsraum. Die Jungs sind schon am Spielen. Als ich den Raum betrete hören sie auf und schauen mich erstaunt an. "Man gut, dass mir das heute nicht zum ersten Mal passiert, das ich so angeschaut werde", sage ich grinsend. "Boah, bist Du hübsch heute", sagt Frank. "Danke", sage ich lächelnd. So langsam lockern sie sich und merken, was ich da an der Hand trage. "OK, das zählt als Entschuldigung", sagt Carlos grinsend. "Wie jetzt?" fragt Alex. "Ein Zufallsfund", sage ich und stelle ihn ab, "da muss allerdings einiges gelötet werden. Und neue Röhren brauch er auch." Micha ist wieder am meisten erstaunt. "die ist echt unglaublich, die Steffi", sagt er schließlich.
Den Verstärker lassen wir erstmal so stehen. Wir üben dann schon einige Stücke für das Schützenfest. "Steffi, mir geht da seit einiger Zeit ein Stück im Kopf herum, das würde zu Dir passen", sagt Micha. "OK. Und welches?" frage ich. Micha tut geheimnisvoll und geht zu einem Gitarrenkoffer. Da holt er eine hellgraue Fender Telecaster heraus. "Sammelst du die?" frage ich grinsend. "Ich habe mich mal bei Fender als Tester beworben", antwortet Micha, "und da haben die mir unter anderem diese hier geschickt." Ich staune. Micha drückt mir die Gitarre in die Hand. "Ich vermute da schon was", sage ich lächelnd, "aber erstmal muss sie gestimmt werden." Nachdem ich sie gestimmt habe, schließe ich sie an meinem VOX an. Wenn Micha das gleiche Lied meint, wie ich, dann brauche ich kaum Effekte. Die paar, die ich benötige habe ich schnell aufgeschaltet. "Macht es doch nicht so spannend", frotzelt Tom, "um welches Lied geht es denn?" "Lass Dich überraschen", sage ich grinsend. Ich spiele das Intro von "Back on the Chain Gang" von den Pretenders. Dann fange ich an zu singen und begleite mich auf der Gitarre. Nach dem ersten Vers frage ich Micha: Meintest Du das? Micha ist völlig von der Rolle. "J.... ja", antwortet er stotternd. Frank grinst. "Du hast heute einen dunkleren Lidschatten drauf als sonst", sagt er. Ich nicke. "Und der Unterlidstrich ist auch dunkler", sage ich, "vielleicht ist das der Grund warum ich die ganze Zeit so angeschaut werde." "Deshalb passt das Lied auch richtig gut", sagt Frank, "wie im Original, Chrissie Hynde hat doch auch immer die Augen so dunkel." "Nur hat die keine roten Haare", sage ich grinsend. Micha hat sich mittlerweile etwas gefangen. "Wollen wir das Lied mal spielen? fragt er. "Gerne", antwortet Alex. Die anderen und ich nicken. Also spielen wir das Stück zusammen durch. "Hast Du eine verdammt schöne Stimme", sagt Tom hinterher bewundernd. "Das Stück sollten wir in unsere Repertoire aufnehmen", sagt Alex, "das passt doch überall." "Und wie wärs mit "Don"˜t get me wrong" auch von den Pretenders?" frage ich. "Au ja", antwortet Tom und klackt den Takt an. Nach zwei Anläufen haben wir den Bogen raus.
In der Tür steht Jessica und strahlt uns an. "Total super, ihr habt ja tolle Songs drauf", freut sie sich. "Danke", sagt Alex freundlich. "Jessi, wo Du grade da bist", sage ich, "gibt es unten in der Werkstatt eigentlich auch eine Ecke, wo man Elektronikkram löte kann?" "Na klar", antwortet Jessi, "um was geht es denn?" Ich zeige ihr den Verstärker, den ich heute organisiert habe und erkläre, was gemacht werden muss. "Wartet mal kurz, da gibt es eine Spezialistin für", sagt Jessi und geht nach unten. Kurz darauf erscheint sie mit einer anderen Frau. "Hi, ich bin Kristin", sagt die Frau, "coole Mukke macht ihr." "Danke, freut uns, dass es gefällt", antwortet Carlos. Dann zeige ich Kristin den Verstärker. Sie hat einiges an Werkzeug in einer Gürteltasche. "Ich bin hier die Elektrikerin", sagt Kristin grinsend, und schraubt den Verstärker auf. Sie macht große Augen, als sie hineinschaut. "So habe ich auch geguckt, als ich im Laden hineingeschaut habe", sage ich lachend. "Boah, da hat aber einer keine Ahnung gehabt", sagt Kristin, "soll ich den mal mit runternehmen? Ist jetzt keine große Sache." Ja gerne", antworte ich. "Mal sehen, vielleicht fange ich gleich an", sagt Kristin und geht mit dem Verstärker hinunter. "Das ist ja cool hier", bemerkt Tom lächelnd.
"Hast Du noch mehr weibliche Interpreten auf Lager, Steffi?" fragt mich Carlos. Ziemlich schnell antworte ich: "Amy Mcdonald? This is the life?" Die Jungs schauen mich mit großen Augen an. Carlos fängt sich als erster. "Das will ich hören", sagt er erfreut. Ich schnappe mir die akustische Gitarre. Die Jungs bewaffnen sich ebenfalls mit ihren Instrumenten. Nach ein paar Anläufen haben wir den Bogen raus, allerdings unterbrechen sie ab und an das Stück. "Die Stimme, "¦ Wahnsinn", sagt Micha. "Dann hört doch einfach nicht hin", sage ich grinsend, "sonst schaffen wir es nie das Stück durch zu spielen." "Du hast gut reden", sagt Tom lachend. Mit dem nächsten Anlauf schaffen wir es dann. Wir spielen noch einige andere Stücke. Um viertel vor Zehn hören wir dann auf. Alex schreibt noch die Stücke auf, die für das Schützenfest gespielt werden sollen. "Das könnte was werden", kommentiert er. Kurz darauf kommen Kristin und Jessi herein. "Fertig!" sagt Kristin und stellt den Verstärker in der Raum, "nur die Röhren müsstet ihr noch erneuern." "Du bist aber schnell", staune ich. "Gelernt ist gelernt", sagt Kristin grinsend. "Wie macht ihr das hier mit revanchieren?" fragt Alex. "Die Musik ist schon Revanche genug" antwortet Kristin, "aber ich habe gehört, das Steffi mit der Drehbank unten umgehen kann." Ich nicke. "Ich brauche eine neue Achse für das Vorderrad von meinem Motorrad", sagt Kristin, "die sind zur Zeit schwierig zu bekommen. Vielleicht kann man die ja auf der Drehbank drehen. Zeichnung und Material ist da." "Na dann, schaue ich mir das demnächst mal an", sage ich lächelnd. "Cool", sagt Kristin, "aber jetzt ist Feierabend." "Bei uns auch", sagt Carlos. Wir schalten alles aus, schließen den Raum ab und gehen runter. Kurze Verabschiedung auf dem Parkplatz und dann gehts es nach Hause.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Ein anderer, üblicher Arbeitstag
Auch heute fahre ich wieder recht früh mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ich trage ein luftiges, schwarzes Kleid mit Blumenaufdruck und dazu schwarze Keilpumps mit Peeptoe. Zum Segelfliegen habe ich dann noch Ballerinas in der Tasche. Heute habe ich vormittags mehrere Termine mit meinen Teamkollegen und auch mit meinem Chef. Ich gehe nur kurz zu meinem Arbeitsplatz, checke die Emails und mache mich dann auf den Weg rüber in den anderen Standort des Werkes. Im ersten Termin stimmen wir uns unter anderem über unsere Urlaube ab. Danach haben wir den Termin mit dem Chef. In meinem Bereich werden einige Anlagen im Urlaub auf-, bzw. umgebaut. Da auch in den restlichen Bereichen nicht so viel los ist, bietet unser Chef uns an, den Urlaub zu verlängern. "Das habe ich aber lange nicht mehr erlebt", sage ich überrascht. Da ich noch jede Menge Überstunden habe, verlängere ich meinen Urlaub auf fünfeinhalb Wochen, statt drei. Nachdem alles besprochen ist und wir das Büro vom Chef verlassen haben, fragt mich meine Kollegin Meike: "Fährst Du gleich wieder rüber oder magst Du mit uns in die Kantine kommen?" Die Kantine hier ist von der Auswahl der Speisen besser, als die drüben, wo ich sonst essen gehe. Da es eh grade Mittag ist, sage ich: "Da komme ich doch gerne mit." Meine Kollegen machen noch kurz eine Zigarettenpause, dann gehen wir in Richtung Kantine. "Wenn uns gleich die Kollegen in der Kantine etwas genauer anschauen, dann liegt es eventuell an mir", sage ich grinsend, "ist drüben jedenfalls so. Hier kennen sie mich ja noch nicht unbedingt so." Meine Kollegen grinsen. "OK, schauen wir mal", sagt mein Kollege Mario. Wir betreten die Kantine. Da sie um Längen größer ist, als die andere, sitzen hier dementsprechend mehr Leute. Trotzdem dauert es eine gewisse Zeitlang bis die ersten ihre Köpfe zu mir herumdrehen. Ich lasse mir dieses Mal nichts anmerken und gehe mit meinen Kollegen in die Essensausgabe. "Wird auch Zeit, das Du Dich hier auch mal blicken lässt", begrüßt mich ein Kollege von der Kantinentruppe feixend, "wir haben ja schon einiges von Dir gehört." Ich grinse nur, während sich alle anderen in der Ausgabe zu mir umdrehen. Bevor ich was sagen kann, sagt der Kollege: "Ihr anderen macht bitte weiter, es ist nichts passiert." Ich schüttele lachend den Kopf. "Ist immer noch wie früher hier", sage ich lachend. Die Flaxerei mit dem Kantinenpersonal gehört zur Mittagspause einfach dazu. Nachdem wir unsere Speisen haben, bezahlen wir und suchen uns einen Platz. "Wie die alle gucken", sagt Mario grinsend, als wir sitzen. "Da müssen wir jetzt durch", sagt Meike auch grinsend. Ich zucke lächelnd mit den Schultern. "Das gibt sich bald", sage ich, "ist ja nicht wie drüben, wo es nebenbei noch eine schwelende, unterdrückte Lovestory gibt." "Da habe ich ja schon was von gehört", sagt Meike grinsend. Ich lächele sie an. "Und jetzt möchtest Du alles wissen, gelle?" frage ich lachend. Meike nickt übertrieben. Also erzähle ich die Story. "Unglaublich", sagt Mario staunend, als ich fertig bin.
Nach dem Mittag fahre ich wieder zurück zu meinem Arbeitsplatz und arbeite noch ein paar Sachen für die kommende Woche auf. Um halb drei mache ich mich auf den Weg zum Fahrradständer. Als ich mein Fahrrad aufgeschlossen habe, es herausgeschoben habe und grade aufsteigen will, spricht mich von hinten eine Frau an. "Entschuldigung, wo warst Du denn heute Mittag?" fragt sie. Etwas erstaunt drehe ich mich um. Eine von Sandras Kolleginnen steht hinter mir. Leicht verärgert schaue ich sie an. "Nicht hier!" antworte ich schnippisch, so dass sie leicht zusammenzuckt. Ich schaue zu Sandras Fenster hoch und sehe sie da auch. "Hat sie Dich geschickt?" frage ich und schaue dabei zu Sandra hoch. "Ja", antwortet die Kollegin vorsichtig. Langsam schiebe ich mein Fahrrad in Richtung Bürogebäude. Dabei schaue ich die ganze Zeit zu Sandra hoch. Als ich am Zaun nicht mehr weiterkomme, rufe ich zu ihr hoch: "Komm doch bitte runter, wenn Du etwas von mir wissen willst." Von hier unten sehe ich, dass ich sie damit etwas überfordere. "Ich habe gleich einen Termin", bekomme ich von Sandra als Antwort. "Ausrede", kommentiere ich kurz und schaue die Kollegin von Sandra an. Die muss etwas schmunzeln. "Ich bin eigentlich keine Freundin von Nachrichtenüberbringern", sage ich zu ihr, "aber bevor Sandra weiter im Dunklen tappt; ja, ich bin noch verknallt in sie, aber ich finde ihre Art und Weise doof. Das kannste ihr so sagen." Sie nickt nur und verabschiedet sich. Ich schaue noch mal zu Sandra hoch. Sie steht noch hinterm gekippten Fenster. "Vergiss deinen Termin nicht", sage ich lächelnd, schwinge mich auf das Fahrrad und fahre los. Bald darauf komme ich am Segelflugplatz an.
Auch heute fahre ich wieder recht früh mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ich trage ein luftiges, schwarzes Kleid mit Blumenaufdruck und dazu schwarze Keilpumps mit Peeptoe. Zum Segelfliegen habe ich dann noch Ballerinas in der Tasche. Heute habe ich vormittags mehrere Termine mit meinen Teamkollegen und auch mit meinem Chef. Ich gehe nur kurz zu meinem Arbeitsplatz, checke die Emails und mache mich dann auf den Weg rüber in den anderen Standort des Werkes. Im ersten Termin stimmen wir uns unter anderem über unsere Urlaube ab. Danach haben wir den Termin mit dem Chef. In meinem Bereich werden einige Anlagen im Urlaub auf-, bzw. umgebaut. Da auch in den restlichen Bereichen nicht so viel los ist, bietet unser Chef uns an, den Urlaub zu verlängern. "Das habe ich aber lange nicht mehr erlebt", sage ich überrascht. Da ich noch jede Menge Überstunden habe, verlängere ich meinen Urlaub auf fünfeinhalb Wochen, statt drei. Nachdem alles besprochen ist und wir das Büro vom Chef verlassen haben, fragt mich meine Kollegin Meike: "Fährst Du gleich wieder rüber oder magst Du mit uns in die Kantine kommen?" Die Kantine hier ist von der Auswahl der Speisen besser, als die drüben, wo ich sonst essen gehe. Da es eh grade Mittag ist, sage ich: "Da komme ich doch gerne mit." Meine Kollegen machen noch kurz eine Zigarettenpause, dann gehen wir in Richtung Kantine. "Wenn uns gleich die Kollegen in der Kantine etwas genauer anschauen, dann liegt es eventuell an mir", sage ich grinsend, "ist drüben jedenfalls so. Hier kennen sie mich ja noch nicht unbedingt so." Meine Kollegen grinsen. "OK, schauen wir mal", sagt mein Kollege Mario. Wir betreten die Kantine. Da sie um Längen größer ist, als die andere, sitzen hier dementsprechend mehr Leute. Trotzdem dauert es eine gewisse Zeitlang bis die ersten ihre Köpfe zu mir herumdrehen. Ich lasse mir dieses Mal nichts anmerken und gehe mit meinen Kollegen in die Essensausgabe. "Wird auch Zeit, das Du Dich hier auch mal blicken lässt", begrüßt mich ein Kollege von der Kantinentruppe feixend, "wir haben ja schon einiges von Dir gehört." Ich grinse nur, während sich alle anderen in der Ausgabe zu mir umdrehen. Bevor ich was sagen kann, sagt der Kollege: "Ihr anderen macht bitte weiter, es ist nichts passiert." Ich schüttele lachend den Kopf. "Ist immer noch wie früher hier", sage ich lachend. Die Flaxerei mit dem Kantinenpersonal gehört zur Mittagspause einfach dazu. Nachdem wir unsere Speisen haben, bezahlen wir und suchen uns einen Platz. "Wie die alle gucken", sagt Mario grinsend, als wir sitzen. "Da müssen wir jetzt durch", sagt Meike auch grinsend. Ich zucke lächelnd mit den Schultern. "Das gibt sich bald", sage ich, "ist ja nicht wie drüben, wo es nebenbei noch eine schwelende, unterdrückte Lovestory gibt." "Da habe ich ja schon was von gehört", sagt Meike grinsend. Ich lächele sie an. "Und jetzt möchtest Du alles wissen, gelle?" frage ich lachend. Meike nickt übertrieben. Also erzähle ich die Story. "Unglaublich", sagt Mario staunend, als ich fertig bin.
Nach dem Mittag fahre ich wieder zurück zu meinem Arbeitsplatz und arbeite noch ein paar Sachen für die kommende Woche auf. Um halb drei mache ich mich auf den Weg zum Fahrradständer. Als ich mein Fahrrad aufgeschlossen habe, es herausgeschoben habe und grade aufsteigen will, spricht mich von hinten eine Frau an. "Entschuldigung, wo warst Du denn heute Mittag?" fragt sie. Etwas erstaunt drehe ich mich um. Eine von Sandras Kolleginnen steht hinter mir. Leicht verärgert schaue ich sie an. "Nicht hier!" antworte ich schnippisch, so dass sie leicht zusammenzuckt. Ich schaue zu Sandras Fenster hoch und sehe sie da auch. "Hat sie Dich geschickt?" frage ich und schaue dabei zu Sandra hoch. "Ja", antwortet die Kollegin vorsichtig. Langsam schiebe ich mein Fahrrad in Richtung Bürogebäude. Dabei schaue ich die ganze Zeit zu Sandra hoch. Als ich am Zaun nicht mehr weiterkomme, rufe ich zu ihr hoch: "Komm doch bitte runter, wenn Du etwas von mir wissen willst." Von hier unten sehe ich, dass ich sie damit etwas überfordere. "Ich habe gleich einen Termin", bekomme ich von Sandra als Antwort. "Ausrede", kommentiere ich kurz und schaue die Kollegin von Sandra an. Die muss etwas schmunzeln. "Ich bin eigentlich keine Freundin von Nachrichtenüberbringern", sage ich zu ihr, "aber bevor Sandra weiter im Dunklen tappt; ja, ich bin noch verknallt in sie, aber ich finde ihre Art und Weise doof. Das kannste ihr so sagen." Sie nickt nur und verabschiedet sich. Ich schaue noch mal zu Sandra hoch. Sie steht noch hinterm gekippten Fenster. "Vergiss deinen Termin nicht", sage ich lächelnd, schwinge mich auf das Fahrrad und fahre los. Bald darauf komme ich am Segelflugplatz an.
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Re: Blutengel
Auf dem Segelflugplatz Teil 5
Ich gehe ins Vereinsheim und treffe Daniela und Fritz. Als ich Fritz sehe muss ich staunen. "Warum trägst Du einen Fallschirmspringer-Overall?" frage ich. "Och na ja, ich habe gedacht, ich springe mal wieder, nachdem wir dich mit dem Schleppflugzeug hochgezogen haben", antwortet Fritz. "Also das zweckmäßige mit dem nützlichen verbunden?" frage ich. Fritz grinst und nickt. "Also ist der Herr auch noch Fallschirmspringer", sage ich grinsend. "Genau!" antwortet Fritz. "Na dann, kann es meinetwegen losgehen", sage ich und schaue zu Daniela, "meinen obligatorischen Kaffee trinke ich hinterher." "Alles klar", sagt sie lächelnd. Fritz und ich gehen über die Rasenfläche, die den Segelfliegern als Start- und Landebahn dient hin zu den asphaltierten Bahnen. Mehrere Kleinflugzeuge ziehen Segelflieger nach oben. Ein Segelflugzeug steht neben der asphaltierten Startbahn. "So, Dein Bienchen steht hier schon", sagt Fritz. Er nimmt ein Handfunkgerät und spricht hinein. Er bekommt eine Antwort. "In ein paar Minuten ist das große Schleppflugzeug da", sagt er grinsend zu mir. Ich wundere mich nur, warum ich das große kriege. Nach ein paar Minuten kommt das Flugzeug, rollt ein Stück an uns vorbei und bleibt dann stehen. Zwei Herren, ebenfalls im Springer-Outfit kommen heraus und ziehen das Schleppseil über die Bahn. Dann schieben Bienchen auf die Bahn und hängen das Seil ein. "OK, Steffi, bist Du bereit?" fragt Fritz. Ich atme tief durch und sage dann: "Ja, alles OK." "Ich gebe Dir dann durch, wann Du Dich ausklinken sollst", sagt Fritz. "OK", sage ich, steige ins Bienchen ein und schließe das Kabinendach. Fritz und die anderen beiden steigen in das Schleppflugzeug ein. "Kleiner Funktest", höre ich Fritz über Funk sage, " kannst Du mich hören, Steffi?" "Laut und deutlich", antworte ich, "hört ihr mich auch?" "Alles gut", bekomme ich als Antwort. "Bereit, Steffi?" höre ich vom Piloten des Flugzeuges. "Bereit!", antworte ich kurz. Dann rollt das Flugzeug langsam an. Als das Seil straff ist, gibt der Pilot mehr Gas. Nach kurzer Zeit hebe ich schon ab und bleibe knapp über der Startbahn. Dann hebt auch das Schleppflugzeug ab. Jetzt halte ich mich etwas unterhalb der Flugzeuges, damit ich nicht in den Luftstrom des Propellers komme. "Sieht gut aus von hier", höre ich Fritz sagen. "Ein Naturtalent", sagt der Pilot. Ich schüttele grinsend den Kopf. Das Flugzeug fliegt eine große Schleife nach Norden, über meinen Heimatort. "Hat ja ganz schön Dampf, der Flieger", sage ich nach einiger Zeit, "rappeldicke voll mit Fallschirmspringern und hinten dran einen Segler." "Man tut was man kann", flaxt der Pilot. Mittlerweile sind wir 2600 m hoch und ich wundere mich, warum Fritz noch nicht die Aufforderung zum ausklinken gegeben hat. Grade als ich fragen will, höre ich Fritz: "So, Steffi, bereit zum ausklinken?" "Jawoll!" antworte ich kurz. "Dann zieht bitte nach rechts weg", höre ich den Piloten. "Alles klar", sage ich und betätige den Ausklinkmechanismus. Im selben Moment gehe ich ein eine langgezogene Rechtskurve, während der Flieger nach links wegzieht. "Dann dreh mal eine schöne Runde Steffi", sagt Fritz, "wir treffen uns dann um 17:00 Uhr im Vereinsheim." "Alles klar", melde ich zurück.
"Das ist ja ein Ding", denke ich mir erfreut "lässt der mich hier alleine meine Runden drehen." Ich drehe eine größere Runde in der Nähe vom Flugplatz und schaue von weitem zu, wie die Fallschirmspringer abspringen. Ich schaue eine Weile hinterher, dann suche ich mir einen Aufwind und kreisele nach oben. Währendessen fällt mir auf, dass es eine schöne Fernsicht gibt und man den Harz richtig gut sieht. "Ha, da fliegste jetzt hin", sage ich halblaut und steuere nach Süden. Ich fliege an Wolfenbüttel vorbei und halte Kurs auf Bad Harzburg. Ich bin die Strecke etliche Male mit dem Auto gefahren, und jedes mal ist es aufregend, wie der Harz langsam immer näher kommt. Aber im Flieger ist das noch eine ganz andere Hausnummer. Ich bin ziemlich überwältigt. Vor Bad Harzburg suche ich mir eine Thermik und finde sie auch gleich. Beim Kreisen schaue ich nach unten und sehe einen Hof, der mir bekannt vorkommt. Das Handy habe ich wieder auf dem Cockpit befestigt. Über die Spracheingabe lasse ich die Nummer von Jens und Bernie wählen. "Hallo Steffi", begrüßt mich Bernie, "wie geht es, was machst Du grade?" "Mir gehts sehr gut", antworte ich, "ich schau grade mal bei euch vorbei." "Na dann komm rein", sagt Bernie. "Das wird schwierig", sage ich, "ich glaube nicht, das ich mit meinem Gerät durch die Tür passe und eine Landebahn sehe ich auch nicht." "Wie jetzt?" fragt Bernie ungläubig. "Ich ziehe grade links von euch meine Kreise", sage ich wieder. "Moment ich komme mal raus", sagt Bernie. Ich sehe von oben, wie drei Personen aus dem Eingang kommen und sich umschauen. "Ihr müsst nach oben schauen", sage ich, "dann müsstet ihr einen Segelflieger sehen." "Tatsächlich", höre ich Bernie erstaunt sagen, "und da bist Du drin?" "Korrekt", antworte ich und mache ein Selfie. "Das ist ein Einsitzer", höre ich leise Pascal seine Stimme. "Du fliegst alleine so ein Ding?" fragt Bernie. "Ja mein Trainer sagte vorhin, ich soll mal eine größere Runde drehen", antworte ich. "Stark, Steffi, ganz stark finde ich das", sagt Bernie, "und was hast Du jetzt vor?" "Wenn ich ordentlich Höhe habe, fliege ich zum Brocken", antworte ich. "Cool", kommt von Bernie, "schön mal wieder von Dir gehört zu haben. Viel Spaß noch weiterhin." "Danke", sage ich und schicke noch das Selfie. "Danke für das Bild", sagt Bernie, "Du bist aber auch eine Granate." "Hihi", sage ich noch. "Jens überlegt schon, wo er die Landebahn hin baut, für das nächste Mal", sagt Bernie noch. "Dann soll er aber eine Möglichkeit zum wieder Hochschleppen mit einplanen", sage ich lachend. "Bis demnächst, Steffi", hör ich dann noch.
Ich habe meine Höhe erreicht und steuere zielgerichtet auf den Brocken zu. "Ist das cool", denke ich mir, "Wahnsinn." Da ich noch sehr hoch bin drehe ich zwei Runden um den Gipfel. Ich kann sogar einige Leute erkennen, die zu mir hoch winken. Was natürlich nicht so schön aussieht, sind die vom Borkenkäfer flachgelegten Bäume am Fuße des Berges. Aber das hat auch was gutes, eine leichte Thermik erfasst mich und bringt mich noch mal ein paar Hundert Meter hoch. Kurzfristig ändere ich meinen Plan, ursprünglich wollte ich über Wernigerode raus fliegen, Jetzt steuere ich Torfhaus an und dann Altenau. Im Anflug rufe ich Katja an. Es geht allerdings nur ihr Anrufbeantworter an, wahrscheinlich arbeitet sie noch, hat Patienten in ihrer Praxis. Ich spreche ihr auf den AB, was ich grade tue. Über Altenau drehe ich nach rechts ab und fliege über dem Okertal Richtung Norden raus. Der Okerstausee ist auch noch mal ein Augenschmaus. Bald verlasse ich die Berge des Harzes und suche mir über den Wiesen vor Goslar eine Thermik und finde sie auch. Ich lasse mich abermals nach oben schrauben und steuere dann Braunschweig an. Dann bin ich schon am Flughafen und melde mich über Funk. Ich drehe noch eine Schleife, um Höhe zu reduzieren und gehe dann in den Landeanflug. Nach der Landung schiebe ich den Flieger mit zwei Helfern in Richtung Startposition. Ich halte noch ein wenig Smalltalk mit den Beiden und gehe dann zum Vereinsheim. Drinnen treffe ich auf Daniela, Dirk und Fritz, sowie einen weiteren Herrn. Bevor ich was sagen kann, fragt mich Daniela: "Jetzt einen Kaffee, Steffi?" "Gerne", antworte ich und setze mich neben Fritz. Als ich den Kaffee habe, stellt Fritz den Herrn vor. "Das ist Günther, wie ich Prüfer", sagt Fritz, "und ich habe schon mal einiges über Dich erzählt." "Hallo, angenehm", sage ich lächelnd. Günther grüßt auch freundlich. "Bevor wir zum dienstlichen kommen, würde ich gerne noch mal wissen, wo Du warst", sagt Fritz grinsend. Ich fange an zu erzählen. Je mehr ich von der Runde erzähle, desto erstaunter werden meine Zuhörer. "Das ist ja eine Runde", sagt Günther, als er sich ein bisschen gefangen hat. Ich zeige noch einige Fotos. "Schön, Steffi", sagt Fritz, "du kannst es." "Danke", sage ich lächelnd. "Da brauchen wir auch nicht viel zu sagen", sagt Fritz und Günther reicht mir ein längliches Dokument, die Segelfluglizenz. Ich mache große Augen und nehme sie in Empfang. Mehr als ein "Cool" bekomme ich grade nicht heraus. Daniela kommt und gibt mir lächelnd einen Kugelschreiber. "Ein Autogramm muss noch drauf", sagt sie lächelnd. Ich nehme den Stift und unterschreibe. "So schnell hat das noch keiner geschafft, die Lizenz zu reaktivieren", sagt Günther dann noch. "Ich habe da auch nicht mit gerechnet", sage ich erstaunt, "sonst hätte ich ja einen Kuchen oder was zum Anstoßen mitgebracht." "Bleib locker, Steffi, das können wir ja alles machen, wenn die Spindel wieder läuft", sagt Dirk lächelnd, "aber "Pst", erst mal geheim halten." " OK, sage ich. "So machen wir das", sagt Fritz noch. Wir bleiben noch eine Weile so sitzen und unterhalten uns.
Ich gehe ins Vereinsheim und treffe Daniela und Fritz. Als ich Fritz sehe muss ich staunen. "Warum trägst Du einen Fallschirmspringer-Overall?" frage ich. "Och na ja, ich habe gedacht, ich springe mal wieder, nachdem wir dich mit dem Schleppflugzeug hochgezogen haben", antwortet Fritz. "Also das zweckmäßige mit dem nützlichen verbunden?" frage ich. Fritz grinst und nickt. "Also ist der Herr auch noch Fallschirmspringer", sage ich grinsend. "Genau!" antwortet Fritz. "Na dann, kann es meinetwegen losgehen", sage ich und schaue zu Daniela, "meinen obligatorischen Kaffee trinke ich hinterher." "Alles klar", sagt sie lächelnd. Fritz und ich gehen über die Rasenfläche, die den Segelfliegern als Start- und Landebahn dient hin zu den asphaltierten Bahnen. Mehrere Kleinflugzeuge ziehen Segelflieger nach oben. Ein Segelflugzeug steht neben der asphaltierten Startbahn. "So, Dein Bienchen steht hier schon", sagt Fritz. Er nimmt ein Handfunkgerät und spricht hinein. Er bekommt eine Antwort. "In ein paar Minuten ist das große Schleppflugzeug da", sagt er grinsend zu mir. Ich wundere mich nur, warum ich das große kriege. Nach ein paar Minuten kommt das Flugzeug, rollt ein Stück an uns vorbei und bleibt dann stehen. Zwei Herren, ebenfalls im Springer-Outfit kommen heraus und ziehen das Schleppseil über die Bahn. Dann schieben Bienchen auf die Bahn und hängen das Seil ein. "OK, Steffi, bist Du bereit?" fragt Fritz. Ich atme tief durch und sage dann: "Ja, alles OK." "Ich gebe Dir dann durch, wann Du Dich ausklinken sollst", sagt Fritz. "OK", sage ich, steige ins Bienchen ein und schließe das Kabinendach. Fritz und die anderen beiden steigen in das Schleppflugzeug ein. "Kleiner Funktest", höre ich Fritz über Funk sage, " kannst Du mich hören, Steffi?" "Laut und deutlich", antworte ich, "hört ihr mich auch?" "Alles gut", bekomme ich als Antwort. "Bereit, Steffi?" höre ich vom Piloten des Flugzeuges. "Bereit!", antworte ich kurz. Dann rollt das Flugzeug langsam an. Als das Seil straff ist, gibt der Pilot mehr Gas. Nach kurzer Zeit hebe ich schon ab und bleibe knapp über der Startbahn. Dann hebt auch das Schleppflugzeug ab. Jetzt halte ich mich etwas unterhalb der Flugzeuges, damit ich nicht in den Luftstrom des Propellers komme. "Sieht gut aus von hier", höre ich Fritz sagen. "Ein Naturtalent", sagt der Pilot. Ich schüttele grinsend den Kopf. Das Flugzeug fliegt eine große Schleife nach Norden, über meinen Heimatort. "Hat ja ganz schön Dampf, der Flieger", sage ich nach einiger Zeit, "rappeldicke voll mit Fallschirmspringern und hinten dran einen Segler." "Man tut was man kann", flaxt der Pilot. Mittlerweile sind wir 2600 m hoch und ich wundere mich, warum Fritz noch nicht die Aufforderung zum ausklinken gegeben hat. Grade als ich fragen will, höre ich Fritz: "So, Steffi, bereit zum ausklinken?" "Jawoll!" antworte ich kurz. "Dann zieht bitte nach rechts weg", höre ich den Piloten. "Alles klar", sage ich und betätige den Ausklinkmechanismus. Im selben Moment gehe ich ein eine langgezogene Rechtskurve, während der Flieger nach links wegzieht. "Dann dreh mal eine schöne Runde Steffi", sagt Fritz, "wir treffen uns dann um 17:00 Uhr im Vereinsheim." "Alles klar", melde ich zurück.
"Das ist ja ein Ding", denke ich mir erfreut "lässt der mich hier alleine meine Runden drehen." Ich drehe eine größere Runde in der Nähe vom Flugplatz und schaue von weitem zu, wie die Fallschirmspringer abspringen. Ich schaue eine Weile hinterher, dann suche ich mir einen Aufwind und kreisele nach oben. Währendessen fällt mir auf, dass es eine schöne Fernsicht gibt und man den Harz richtig gut sieht. "Ha, da fliegste jetzt hin", sage ich halblaut und steuere nach Süden. Ich fliege an Wolfenbüttel vorbei und halte Kurs auf Bad Harzburg. Ich bin die Strecke etliche Male mit dem Auto gefahren, und jedes mal ist es aufregend, wie der Harz langsam immer näher kommt. Aber im Flieger ist das noch eine ganz andere Hausnummer. Ich bin ziemlich überwältigt. Vor Bad Harzburg suche ich mir eine Thermik und finde sie auch gleich. Beim Kreisen schaue ich nach unten und sehe einen Hof, der mir bekannt vorkommt. Das Handy habe ich wieder auf dem Cockpit befestigt. Über die Spracheingabe lasse ich die Nummer von Jens und Bernie wählen. "Hallo Steffi", begrüßt mich Bernie, "wie geht es, was machst Du grade?" "Mir gehts sehr gut", antworte ich, "ich schau grade mal bei euch vorbei." "Na dann komm rein", sagt Bernie. "Das wird schwierig", sage ich, "ich glaube nicht, das ich mit meinem Gerät durch die Tür passe und eine Landebahn sehe ich auch nicht." "Wie jetzt?" fragt Bernie ungläubig. "Ich ziehe grade links von euch meine Kreise", sage ich wieder. "Moment ich komme mal raus", sagt Bernie. Ich sehe von oben, wie drei Personen aus dem Eingang kommen und sich umschauen. "Ihr müsst nach oben schauen", sage ich, "dann müsstet ihr einen Segelflieger sehen." "Tatsächlich", höre ich Bernie erstaunt sagen, "und da bist Du drin?" "Korrekt", antworte ich und mache ein Selfie. "Das ist ein Einsitzer", höre ich leise Pascal seine Stimme. "Du fliegst alleine so ein Ding?" fragt Bernie. "Ja mein Trainer sagte vorhin, ich soll mal eine größere Runde drehen", antworte ich. "Stark, Steffi, ganz stark finde ich das", sagt Bernie, "und was hast Du jetzt vor?" "Wenn ich ordentlich Höhe habe, fliege ich zum Brocken", antworte ich. "Cool", kommt von Bernie, "schön mal wieder von Dir gehört zu haben. Viel Spaß noch weiterhin." "Danke", sage ich und schicke noch das Selfie. "Danke für das Bild", sagt Bernie, "Du bist aber auch eine Granate." "Hihi", sage ich noch. "Jens überlegt schon, wo er die Landebahn hin baut, für das nächste Mal", sagt Bernie noch. "Dann soll er aber eine Möglichkeit zum wieder Hochschleppen mit einplanen", sage ich lachend. "Bis demnächst, Steffi", hör ich dann noch.
Ich habe meine Höhe erreicht und steuere zielgerichtet auf den Brocken zu. "Ist das cool", denke ich mir, "Wahnsinn." Da ich noch sehr hoch bin drehe ich zwei Runden um den Gipfel. Ich kann sogar einige Leute erkennen, die zu mir hoch winken. Was natürlich nicht so schön aussieht, sind die vom Borkenkäfer flachgelegten Bäume am Fuße des Berges. Aber das hat auch was gutes, eine leichte Thermik erfasst mich und bringt mich noch mal ein paar Hundert Meter hoch. Kurzfristig ändere ich meinen Plan, ursprünglich wollte ich über Wernigerode raus fliegen, Jetzt steuere ich Torfhaus an und dann Altenau. Im Anflug rufe ich Katja an. Es geht allerdings nur ihr Anrufbeantworter an, wahrscheinlich arbeitet sie noch, hat Patienten in ihrer Praxis. Ich spreche ihr auf den AB, was ich grade tue. Über Altenau drehe ich nach rechts ab und fliege über dem Okertal Richtung Norden raus. Der Okerstausee ist auch noch mal ein Augenschmaus. Bald verlasse ich die Berge des Harzes und suche mir über den Wiesen vor Goslar eine Thermik und finde sie auch. Ich lasse mich abermals nach oben schrauben und steuere dann Braunschweig an. Dann bin ich schon am Flughafen und melde mich über Funk. Ich drehe noch eine Schleife, um Höhe zu reduzieren und gehe dann in den Landeanflug. Nach der Landung schiebe ich den Flieger mit zwei Helfern in Richtung Startposition. Ich halte noch ein wenig Smalltalk mit den Beiden und gehe dann zum Vereinsheim. Drinnen treffe ich auf Daniela, Dirk und Fritz, sowie einen weiteren Herrn. Bevor ich was sagen kann, fragt mich Daniela: "Jetzt einen Kaffee, Steffi?" "Gerne", antworte ich und setze mich neben Fritz. Als ich den Kaffee habe, stellt Fritz den Herrn vor. "Das ist Günther, wie ich Prüfer", sagt Fritz, "und ich habe schon mal einiges über Dich erzählt." "Hallo, angenehm", sage ich lächelnd. Günther grüßt auch freundlich. "Bevor wir zum dienstlichen kommen, würde ich gerne noch mal wissen, wo Du warst", sagt Fritz grinsend. Ich fange an zu erzählen. Je mehr ich von der Runde erzähle, desto erstaunter werden meine Zuhörer. "Das ist ja eine Runde", sagt Günther, als er sich ein bisschen gefangen hat. Ich zeige noch einige Fotos. "Schön, Steffi", sagt Fritz, "du kannst es." "Danke", sage ich lächelnd. "Da brauchen wir auch nicht viel zu sagen", sagt Fritz und Günther reicht mir ein längliches Dokument, die Segelfluglizenz. Ich mache große Augen und nehme sie in Empfang. Mehr als ein "Cool" bekomme ich grade nicht heraus. Daniela kommt und gibt mir lächelnd einen Kugelschreiber. "Ein Autogramm muss noch drauf", sagt sie lächelnd. Ich nehme den Stift und unterschreibe. "So schnell hat das noch keiner geschafft, die Lizenz zu reaktivieren", sagt Günther dann noch. "Ich habe da auch nicht mit gerechnet", sage ich erstaunt, "sonst hätte ich ja einen Kuchen oder was zum Anstoßen mitgebracht." "Bleib locker, Steffi, das können wir ja alles machen, wenn die Spindel wieder läuft", sagt Dirk lächelnd, "aber "Pst", erst mal geheim halten." " OK, sage ich. "So machen wir das", sagt Fritz noch. Wir bleiben noch eine Weile so sitzen und unterhalten uns.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Windenreparatur
"Eine Frage habe ich aber noch", sage ich zu Fritz, "warum habt ihr mich so lange hochgezogen vorhin?" "Na ja, der Start hinterm Flugzeug ist ja eine Sache", antwortet er lächelnd, "das andere ist, wie Du längere Zeit hinterm Flugzeug bleibst. Es kommt öfter mal vor, das wir Segelflieger über längere Zeit schleppen, z.B. wenn wir einen Flieger von weiter weg zurückholen, und grade keinen Anhänger frei haben." "Aha, OK, habe ich verstanden", sage ich. "Du hast das die ganze Zeit korrekt gemacht", sagt Fritz, "du hast sowieso eine sehr gute Selbstdisziplin." "Danke", sage ich und lächele ihn an. "Du bist wirklich eine Bereicherung für den Verein", sagt Günther, "schön das ich Dich kennenlernen durfte." Ich bedanke mich auch noch mal, natürlich hat mich das wieder etwas verlegen gemacht. Wir trinken noch in Ruhe unsere Kaffees aus. "Wie sieht es eigentlich mit der Reparatur aus?" frage ich schließlich. "Volker und Rainer haben gestern noch ordentlich weitergemacht", sagt Dirk, "komplett auseinander gebaut und gesäubert." "Na dann geht es in die Endrunde", sage ich, "ich hole mal meine Arbeitssachen und gehe dann rüber." Fritz und Günther verabschieden sich auch. "Wir sehen uns Montag nochmal?" fragt Fritz. "Ja genau", antworte ich, "bis dann." Ich ziehe mich um und gehe dann in die Werkstatt. "Hallo Steffi", grüßt mich Rainer und kurz danach auch Volker. "Na ihr beiden?" grüße ich zurück, "schön aufgeräumt habt ihr es hier." "Das haben wir bei Hermann gelernt", sagt Rainer, "da musste es immer Picobello aussehen." "Stimmt", antworte ich, "hat aber auch Vorteile." "Ja, man findet alles wieder", sagt Volker. Dann zeigen mir die beiden, wie weit sie gekommen sind. Ich schaue es mir an und staune nicht schlecht. "Dann können wir eigentlich zusammenbauen", sagt Rainer. Ich nicke zustimmend.
"Dann sag mal an, Steffi, wie geht es am besten?" fragt Rainer. "Ich würde zuerst die untere Schale einbauen", antworte ich, "dann legen wir die Spindel drauf und messen an den anderen Schalen, wie viel Luft wir haben." "Und dann mit Blechen unterfüttern?" fragt Rainer, "so hat das Herrmann immer gemacht." Genauso", antworte ich, "das kann eine ganz schöne Frickelei werden." "Na dann mal los", sagt Volker. Rainer und ich nehmen uns jeder eine Seite vor, während Volker die Spindel am Kran ausbalanciert. "Dann flieg mal rein, den Prügel", sage ich zu Volker, der grinst während Rainer mich etwas erstaunt anschaut. "Also Mädel, du hast ja einen Slang drauf", sagt er dann. Ich grinse ihn an. Vorsichtig legt Volker die Spindel auf den Schalen ab. Dann schrauben wir die anderen Schalen provisorisch an. Mit Fühlerlehren ermitteln wir den Abstand. Dann schneiden wir aus Hochfestigkeitsblechen entsprechende Stücke aus, stanzen die Löcher für die Schrauben hinein und bauen sie ein. Zur Überprüfung wackeln wir an der Spindel und versuchen sie zu drehen. Das ganze zieht sich lange hin. Mal ist zu viel Luft, mal geht es schwergängig. Und immer wieder schneiden wir Bleche zurecht, allerdings immer in anderen Dicken. Zwischendrin kommt Rainers Frau Carola und bringt uns selbstgemachte, noch warme Pizza. "Die ist ja lecker", sage ich lobend. "Danke", sagt Carola, "und schön, das ich Dich bei der Gelegenheit auch noch mal wieder kennenlernen darf. Bisher kannte ich ja nur den männliches Pendant." "Zwillingsbruder nennt sie ihn", sagt Rainer grinsend. "Aha, auch eine schöne Beschreibung", sagt Carola lächelnd.
Nach der Stärkung geht es weiter. Carola verabschiedet sich. Aber so richtig voran kommen wir nicht. Die Spindel will immer noch nicht so, wie wir es gerne hätten. Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht. Volker sieht ziemlich erschöpft aus. "Ich muss mal eine Runde Augenpflege machen", sagt er grinsend, "ich hatte einen ziemlich langen Tag." "Na dann gute Nacht", sage ich lächelnd. Die Werkstatt hat eine abgeteilte Ecke, wo einige Sessel und Sofas stehen. Da kann man auch gut mal ein Nickerchen halten. "Und wie schaut es bei Dir aus?" fragt mich Rainer. "Na ja, ein wenig müde bin ich schon, aber ich würde das gerne noch schaffen", antworte ich. "Geht mir auch so", sagt Rainer. Ich stehe grübelnd vor der Spindel. "Kann es sein, dass ich da einen Denkfehler gemacht habe?" frage ich. "Inwiefern?" fragt Rainer. "Schau mal, wir legen immer nur Bleche in den oberen beiden Schalen unter", sage ich, "die untere haben wir einfach als Null angenommen." "Du meinst unten sollten auch noch mal Bleche rein?" fragt Rainer. "Wäre mein Vorschlag", antworte ich. Wir bauen die Bleche an den andere Schalen aus, schrauben die Schalen ohne Bleche wieder an und messen die Abstände zwischen Schale und Spindel. Dann rechne ich mit Winkelfunktionen nach. "Zweieinhalb Zehntel an jeder Schale", sage ich dann. "Klingt auf einmal logisch", sagt Rainer. Wir bauen die Bleche ein und messen nach. "Ist noch etwas locker", sagt Rainer. Also noch mal Bleche rein. "Ein Zehntel müsste reichen", sagt Rainer . Ich nicke. Nach dem Zusammenbau versuchen wir die Spindel mit den Händen zu drehen. Ganz langsam dreht sie sich. Rainer schaut mich erwartungsvoll an. Ich grinse und sage knapp: "Passt." "Gib mit Fünf", sagt Rainer lachend.
Rainer holt ein großes Kettenrad und schraubt es an die eine Spindelseite an. Ich stelle eine Messuhr mit Magnetfuß an und stelle die Uhr auf Null. Dann dreht Rainer die Spindel über das Kettenrad. "Butterweich", sagt er. Ich probiere es auch aus. "Ideal", sage ich begeistert, "schön wenn auch mal was klappt. Und die Uhr schlägt auch nicht aus." Als nächstes bauen wir die Haspel ein, auf der später das Schleppseil aufgespult wird. Dann überprüfen wir alle Schrauben nochmal, ob sie fest sind, danach bauen wir die restlichen Teile an. Zum Schluss verbindet Rainer die Spindel mit dem Getriebe von Spindelantrieb mit der dazugehörigen Kette. Ich sehe einen dicken Schlauch von der Decke hängen. "Das ist ein Abgasschlauch, so wie die in den Gerätehäusern von der Feuerwehr", sagt Rainer. "OK", sage ich und schiebe den Schlauch auf den Auspuff. Rainer geht zum Fahrerhaus und startet den LKW-Motor. Er schaltet auf die Winde um. Verschlafen kommt Volker aus seiner Ecke. "Was ist den hier für ein Krach?" sagt er grinsend. "Ups, dich haben wir ja fast vergessen", sage ich lächelnd. "Na, Schlafmütze?" flaxt Rainer. Rainer lässt die Spindel langsam laufen. Aufmerksam schauen wir auf die Lagerschalen. "Sieht gut aus, gib mal mehr Dampf", sage ich. Auch hier gibt es keine Auffälligkeiten. "Spitze!" sage ich. Rainer schaut auf die Uhr. "Fast drei Uhr morgens", sagt er, "ich könnte auch eine Mütze Schlaf gebrauchen." "Ja, ich auch", sage ich, "ich leg mich auch hinten hin. Nach Hause fahren habe ich keine Lust zu." "Sehe ich auch so", sagt Rainer. Er schreib seiner Frau noch eine Nachricht, dann gehen wir drei in die Sitzecke und machen es uns schlaf-tauglich bequem.
Gegen Neun Uhr klopft es am Werkstatttor. Ich gehe verschlafen hin und draußen steht Daniela. "Ich habe schon Mal Brötchen und Kaffee", sagt sie. Ich lasse sie natürlich herein. Volker und Rainer kommen auch aus der Ecke. "Carola kommt auch gleich noch und bringt noch was zum Brötchen belegen", sagt Daniela. Kurz drauf erscheint auch Carola mit einem Korb voller Leckereien. "Guten Morgen", grüßt sie, "habt ihr ausgeschlafen?" "Na ja es geht", sagt Rainer, während ich mich erstmal ordentlich strecke. "Ich mache mich dann nach dem Frühstück frisch", sage ich dann noch. "Gute Idee", sagt Volker, "so ein Frühstück darf nicht warten." Daniela und Carola setzen sich zu uns. "Habt ihr es noch geschafft mit der Spindel?" fragt Carola. Rainer nickt. "Um zwei lief es dann", sagt er, "ich denke mal heute Nachmittag kriegen wir die ersten Flieger in die Luft." Rainer schaut mich an. "Ja, glaube ich auch", antworte ich. "Ich freue mich schon auf das Seil aufspulen", sagt Volker. "Das habe ich allerdings noch nie gemacht", sage ich. "Dann schau gut zu" sagt Volker grinsend. Wir lassen uns Zeit beim Frühstücken. Nach einiger Zeit erscheint auch Dirk und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Nachdem wir es ihm erzählt haben, ist er sichtlich erleichtert. Ich schmier mir noch ein Brötchen. "Is"˜ aber auch lecker", sage ich. "Hey, pass auf Deine Figur auf", flaxt Volker. "Ach mit 52 kann ich da mal drüber wegschauen", antworte ich grinsend. "Wie alt??? 52? Das glaube ich nicht", sagt Volker erstaunt, "nee, danach siehst Du aber wirklich nicht aus." "Danke", sage ich lächelnd.
"Wie geht es denn weiter?" fragt Dirk, nachdem wir dann fertig sind mit dem Frühstück. "Wir legen uns wieder hin und schlafen noch eine Runde", sage ich. Volker und Rainer nicken grinsend. Dirk schaut etwas verwirrt. "Nee war ein Spaß", sagt Rainer. "Ihr versteht euch ja blind", lacht Carola. Auch Daniela ist am Lachen. Dirk schüttelt den Kopf. "Das war schon in der Schule so mit Steffi", sagt er, "selbst die Lehrer sind auf ihre Sprüche reingefallen." "Also", nimmt Rainer den Faden wieder auf, "wir lassen die Spindel noch mal eine Stunde im Leerlauf laufen. Wenn dann alles in Ordnung ist, fahren wir das Gerät auf die Position und spulen das Schleppseil auf." "Wollt ihr euch dann in der Zwischenzeit frischmachen?" fragt Daniela. "Gerne", antworte ich. Auch Rainer und Volker bejahen das. Da wir jeder nicht so weit weg vom Flugplatz wohnen, machen wir das jeweils zu Hause. "Passt auf, wir machen das folgendermaßen", sagt Dirk, "es ist jetzt kurz nach Zehn, wir treffen uns um Zwölf hier wieder. Ich habe in der Zwischenzeit ein Auge auf die Spindel." "OK, so machen wir das", sagt Rainer und schaut noch mal nach der Schmierung. "Alles OK", sagt er dann. "Bis später dann", sage ich und schwinge mich auf das Fahrrad. Ich lasse einfach meine Arbeitsklamotten an und lege mein Kleid in den Korb. Dann radele ich los.
Ich fahre mit dem Rad bis vor die Haustür und lasse es da stehen. Im Treppenhaus treffe ich Ebi und Willi. Beide schauen mich erstaunt an. "Habe die halbe Nacht gewerkelt", sage ich. "Sieht man", sagt Ebi. "Auf dem Segelflugplatz?" fragt Willi. "Genau", antworte ich, "hat Lisa schon mal was erzählt, was?" Dann zeige ich den beiden die Lizenz. "Ich darf jetzt offiziell", sage ich noch. Dann erzähle ich noch von der Reparatur. "Mit Dir wird es auch nicht langweilig", sagt Ebi grinsend. Ich gehe dann weiter zu meiner Wohnung. Erstmal ziehe ich die dreckigen Klamotten aus und stopfe sie in die Waschmaschine. Zuerst überprüfe ich, ob die Perücke Öl oder Fett abbekommen hat. Dem ist aber nicht so. Dann gehe ich duschen. Frisch geduscht suche ich mir dann Sachen zu anziehen heraus. Es soll heute wieder richtig warm werden. Ich entscheide mich für eine knallenge, knielange Bermuda Jeans und eine luftige, kurzärmelige Tunikabluse. Strumpfhose lasse ich weg und an den Füßen trage ich blaue Ballerinas. Im Spiegel checke ich ob alles OK ist, dann mache ich mich wieder auf den Weg. Im Treppenhaus ist auch keiner zu sehen. Draußen steige ich aufs Rad und radele Richtung Flugplatz. Viertel vor Zwölf komme ich dort an. Volker und Rainer sind auch grade angekommen. Gemeinsam gehen wir zur Werkstatt. Der LKW läuft noch. "Alles OK, problemlos durchgelaufen", sagt Dirk. Ich schaue noch mal auf die Spindel. "Sieht gut aus", sage ich. "Na dann raus auf den Rasen damit", sagt Rainer und klettert ins Fahrerhaus. Er fährt raus und dann zum Platz. Dirk, Daniela und ich gehen zu Fuß hinterher. Volker holt das Seilschleppauto und fährt es zum Stelplatz der Winde. Es sind schon recht viele Mitglieder da und die andere Winde zieht unermüdlich einen Flieger nach dem anderen hoch. Rainer ist am Stellplatz angekommen. Volker und ich versenken Erdanker im Boden, die die Winde zusätzlich sichern. Das Schleppseil liegt noch von der Demontage auf dem Rasen.
Volker nimmt das Ende des Seils und fädelt es durch die Aufspulvorrichtung auf die Haspel. Dort verschraubt er das Seil. "Schaut bitte auch noch mal drauf, Mehraugenprinzip", bittet uns Volker. Rainer und ich befinden es für OK. In der Zwischenzeit ist ein junger Mann zu uns gekommen. "Darf ich vorstellen, das ist Jannik, mein Sohn", sagt Volker zu mir. "Hallo ich bin Stefanie", sage ich erfreut und reiche ihm die Hand, "oder Steffi, je nachdem was dir eher gefällt." "OK, mein Vater hat schon einiges über dich erzählt", sagt Jannik lächelnd. Dann erfahre ich noch, dass Jannik 16 ist und grade seine Lizenz bekommen hat. Jannik soll das Schleppfahrzeug fahren, bis Rolf kommt. Auf dem Platz ist das wegen des Alters auch kein Problem. "Haste bestimmt schon öfter gemacht?" frage ich. "Na klar", antwortet Jannik. Volker schraubt an der vorderen Abschleppöse die gleiche Vorrichtung an, die auch hinten am Auto dran ist, um das Seil zu schleppen. Weil ich etwas verwundert schaue, sagt Volker: "Wir ziehen erstmal das Auto ein paarmal ran, damit sich das Seil gleich fester aufspult." "Aha, OK, verstanden", sage ich, "soll ich mit hochfahren und das Seil umhängen? Dann brauchst Du nicht aussteigen." "Klar, coole Nummer", sagt Jannik. "Na dann mal los", sagt Rainer. Jannik und ich steigen ins Auto ein und fahren hoch zum anderen Ende des Seils. Ich steige aus und Jannik wendet das Auto. Ich hänge das Seil dann vorne ein und gebe über Funk das OK. Langsam rollt das Auto los. "Erstmal ganz sachte", sagt Rainer über Funk. Nach einer Weile ist Jannik unten angekommen. Volker hängt das Seil ab und Jannik wendet. Dann kommt das Seil hinten dran und Jannik kommt wieder zu mir. Dann wieder die gleiche Prozedur und Jannik wird wieder heruntergezogen, nur dieses Mal etwas schneller. Das ganze wieder holt sich ein paar Mal unter anderem auch mit angezogener Handbremse. Nach einiger Zeit höre ich Rainer über Funk: "Alles OK soweit."
Dann höre ich Dirk über Funk: "Wir brauchen jetzt mal einen mutigen Flieger, der auch schon mal einen Startabbruch hatte." Ein Startabbruch kann unter anderem ein Seilriss sein. "Steffi, bleibst Du gleich oben, zum Seileinhängen?" fragt mich Volker über Funk. "Na klar", antworte ich. Jannik kommt mit dem Seil. Hinter mir wird ein Flieger herangeschoben. "Oh, die schöne Steffi", sagt der Pilot, "schön dich kennenzulernen." "Hallo, mit wem habe ich die Ehre?" frage ich freundlich lächelnd. "Ich bin Torben", antwortet er, "ich habe schon einiges gehört von Dir, schön dass ich Dich hier treffe." "OK", antworte ich nett, "und Du hast Vertrauen in unsere Arbeit und lässt Dich todesmutig hochziehen?" Torben lacht. "Na klar", antwortet er . "Na dann", sage ich und hänge das Seil ein. Torben steigt ein. Über Funk meldet sich Rainer. "Du weißt, was zu tun ist, wenn plötzlich das Seil nicht mehr zieht", fragt er Torben. "Ja, ist mir schon mal passiert", antwortet Torben. "Na dann drück ich die Daumen, dass es klappt", sage ich. Torben lächelt mich an. "Wird schon gutgehen", sagt er und schließt das Kabinendach. Er zeigt mir den Daumen. "Start frei", gebe ich über Funk durch. Kurz danach strafft sich das Seil an und zieht den Flieger über den Rasen. Ich bemerke, dass ich ziemlich angespannt bin. Das lässt schlagartig nach, als das Seil oben ordnungsgemäß ausklinkt. Leise höre ich von der Winde die Freudenschreie von Rainer und den anderen. "Steffi, das hat geklappt", höre ich jetzt Rainer über Funk. Ich drehe mich um. Hinter mir steht schon der nächste Flieger und weitere werden ran geschoben. "Na dann mal her mit dem Seil", sage ich, "hier sind noch ein paar, die es auch mal versuchen wollen." Die Flieger hinter mir lachen, weil sie natürlich den Funk mithören können.
Der nächste Flieger steht bereit. Eine Dame, etwas älter als ich, ist die Pilotin. Wir unterhalten uns angeregt, bis Jannik mit dem Seil kommt. Die Dame steigt. Die Flieger dahinter schieben sie vor, so dass ich das Seil einhängen kann. "Danke Steffi", sagt die Dame. "Gerne und alles Gute", wünsche ich. Sie schließt die Haube und gibt das OK-Zeichen. Ich gebe über Funk das Startsignal. Auch dieser Start gelingt problemlos. Danach geht es so weiter. "Brauchst Du mal eine Ablösung?" fragt mich Volker. "Ist schon OK so", antworte ich, "so lerne ich die anderen Mitglieder kennen." "Und wir Dich", höre ich eine Stimme im Funk. "Alles klar", lacht Volker. Nach einiger Zeit kommt kein Flieger mehr zum hochziehen. Jannik steht mittlerweile bei mir. "Scheint gute Thermik zu sein, die bleiben alle oben", sagt er, "und Flugschüler sind heute auch ganz wenig." Nach einiger Zeit kommt wieder ein Flieger zu uns. Auch hier läuft alles reibungslos. Das Schleppauto kommt wieder zu mir. "Steffi, Ablösung", ruft mir eine bekannte Stimme zu. Rolf hat mittlerweile Jannik abgelöst. "Ich habe schon meine Runde gedreht", sagt Rolf, "und unten gibt es lecker Kaffee und Kuchen." "Oh, da kann ich nicht "Nein" sagen", antworte ich. Ich hänge noch das Seil ein, dann steige ich zu Rolf ins Auto. Zusammen fahren wir zur Winde. "Lecker der Kuchen", sagt Jannik und steigt zu Rolf ins Auto, "ich hänge oben dann das Seil ein." Daniela hat den Kuchen gebacken und drückt mir einen Teller und eine Tasse in die Hand. "Mmh, lecker", sage ich als ich den Kuchen probiere. Rainer schaut zu mir rüber. "Den haste Dir verdient", sagt er lächelnd. Ich zwinkere ihm zu. "Du hattest aber auch schon einen?" frage ich. "Na sicher", antwortet er. "Und wie läuft die Spindel?" frage ich. "Problemlos", antwortet Rainer begeistert. Ich schaue eine Weile zu, wie es läuft. Sieht wirklich sehr gut aus. "Wo ist denn Dirk eigentlich?" frage ich Daniela. "Der kauft ein bisschen was zu grillen, für heute Abend", antwortet Daniela. "OK, aber eigentlich wollte ich doch auch etwas zum Wiedereinstand machen", sage ich. "Meinste nicht, dass das durch die Aktion mit der Winde nicht schon mehr als genug war?" fragt Daniela und zwinkert mit dem linken Auge, "bleib mal ganz entspannt." "Na gut", sage ich.
Nachdem ich den Kuchen aufgegessen habe, stelle ich mich neben Rainer und schaue ihm über die Schulter. "Willste auch mal?" fragt er. "Ich habe das schon lange nicht mehr gemacht", antworte ich, "wenn Du mir ein wenig hilfst." "Ist immer noch wie früher", sagt Rainer grinsend, "immer noch Handbetrieb, nichts mit Automatik." Ich schaue ihm trotzdem noch einmal zu, dann bediene ich die Winde. In der Zwischenzeit ist Dirk wiedergekommen. "Na Steffi, heute nicht am Fliegen?" fragt er. "Nee, die Nacht war ja zu anstrengend", antworte ich, "außerdem möchte ich schauen, ob das alles in Ordnung ist mit der Winde." Dirk klopft mir lachend auf die Schulter. "Alles klar", sagt er dann noch. An der Winde habe ich mich ziemlich schnell eingefuchst. Rainer kann erstmal entspannt eine größere Pause machen. "Willst Du mal eine Runde fliegen?" fragt ihn Daniela. "Nee, ist bei mir wie bei Steffi", antwortet Rainer, "lieber gleich eingreifen können, wenn was sein sollte." "OK", sagt Daniela, "ihr seid aber auch eine eingespielte Truppe." "Wir tun was wir können", sagt Rainer. Volker und ich nicken zustimmend, was Daniela lieb lächelnd mit: "Schön!" kommentiert. "Daniela hat es immer gerne harmonisch", sagt Volker leise zu mir. Ich zwinkere ihm zu. "Hallo Steffi", höre ich Jannik im Funk, "der nächste Starter möchte gerne selber das OK für den Start geben." "Alles klar", antworte ich. Volker steht noch neben mir und frotzelt leise: "Ach das ist Herr Von und Zu, der hat gerne immer eine Extra-Wurst." Ich grinse Volker an. Er schaut erwartungsvoll. Die Winde läuft noch Rückwärts, weil Rolf noch mit dem Seil unterwegs ist. Dann kommt von Rolf das Stopp, als er angekommen ist. Ich drücke die Sprechtstaste vom Funkgerät. "Einen schönen guten Tag wünsche ich, hier ist Stefanie Boe von der Bodenmannschaft", sage ich, "haben sie einen speziellen Wunsch?" Rainer hat sein Funkgerät an und schaut mit den umstehenden erwartungsvoll zu mir rüber. "Nein alles gut, ich möchte nur hochgezogen werden", antwortet der Flieger. "OK, alles klar.", antworte ich, "möchten Sie mit oder ohne Segelflugzeug hochgezogen werden?" Im Funk ist Stille, aber die umstehenden müssen sich das Loslachen schwer verkneifen. "Äh, natürlich mit Flugzeug", höre ich dann als Antwort, "ich zähle von Fünf runter." Ich ziehe die Augenbrauen hoch und mache ein übertrieben erstauntes Gesicht, was die umstehenden schon wieder zum Lachen bringt. "Alles klar, habe ich verstanden", sage ich und versuche ernst zu bleiben. "OK, dann Fünf, Vier,"¦", höre ich den Herrn im Funk. Als er bei Zwei ist, starte ich schon die Winde, Bei Eins ist das Seil straff und ich beschleunige die Winde. "He!?" höre ich noch den Herrn, dann geht er in den Steigflug. Als er oben ist und das Seil ausgeklinkt hat höre ich ihn: "Also, das müssen wir aber noch mal üben!" "Echt?" antworte ich erstaunt, "ich fand das haben Sie ganz gut gemacht." "Äh, wie, ja...", höre ich noch gestammelt von ihm. Volker, Rainer, Daniela und alle anderen sind am Lachen. Ich schaue unschuldig in die Runde. Rolf kommt mit dem Schleppauto. "Stefanie, Du "böses" Mädchen", sagt er nur lachend. Er hängt das Seil ans Auto und fährt wieder hoch. Ich lasse die Winde wieder rückwärts laufen. Rainer und Carola kommen zu mir. Sie sind auch noch am lachen. "Klasse Steffi", sagt Carola, "wo hast Du bloß immer diese Ideen für solche Flausen her?" "Das kommt spontan, da kann ich mich gar nicht gegen wehren", antworte ich. Bis zum Abend ziehe ich die Flieger hoch. Die Winde läuft zuversichtlich. Nachdem der letzte Flieger des Tages hochgezogen wurde, zieht Rolf noch einmal das Seil zum Startplatz. Rainer stellt die Maschine ab und schließt den LKW zu. "Dann mal ab zum Vereinsheim", sagt Rainer, "der Grill läuft schon auf Hochtouren."
"Eine Frage habe ich aber noch", sage ich zu Fritz, "warum habt ihr mich so lange hochgezogen vorhin?" "Na ja, der Start hinterm Flugzeug ist ja eine Sache", antwortet er lächelnd, "das andere ist, wie Du längere Zeit hinterm Flugzeug bleibst. Es kommt öfter mal vor, das wir Segelflieger über längere Zeit schleppen, z.B. wenn wir einen Flieger von weiter weg zurückholen, und grade keinen Anhänger frei haben." "Aha, OK, habe ich verstanden", sage ich. "Du hast das die ganze Zeit korrekt gemacht", sagt Fritz, "du hast sowieso eine sehr gute Selbstdisziplin." "Danke", sage ich und lächele ihn an. "Du bist wirklich eine Bereicherung für den Verein", sagt Günther, "schön das ich Dich kennenlernen durfte." Ich bedanke mich auch noch mal, natürlich hat mich das wieder etwas verlegen gemacht. Wir trinken noch in Ruhe unsere Kaffees aus. "Wie sieht es eigentlich mit der Reparatur aus?" frage ich schließlich. "Volker und Rainer haben gestern noch ordentlich weitergemacht", sagt Dirk, "komplett auseinander gebaut und gesäubert." "Na dann geht es in die Endrunde", sage ich, "ich hole mal meine Arbeitssachen und gehe dann rüber." Fritz und Günther verabschieden sich auch. "Wir sehen uns Montag nochmal?" fragt Fritz. "Ja genau", antworte ich, "bis dann." Ich ziehe mich um und gehe dann in die Werkstatt. "Hallo Steffi", grüßt mich Rainer und kurz danach auch Volker. "Na ihr beiden?" grüße ich zurück, "schön aufgeräumt habt ihr es hier." "Das haben wir bei Hermann gelernt", sagt Rainer, "da musste es immer Picobello aussehen." "Stimmt", antworte ich, "hat aber auch Vorteile." "Ja, man findet alles wieder", sagt Volker. Dann zeigen mir die beiden, wie weit sie gekommen sind. Ich schaue es mir an und staune nicht schlecht. "Dann können wir eigentlich zusammenbauen", sagt Rainer. Ich nicke zustimmend.
"Dann sag mal an, Steffi, wie geht es am besten?" fragt Rainer. "Ich würde zuerst die untere Schale einbauen", antworte ich, "dann legen wir die Spindel drauf und messen an den anderen Schalen, wie viel Luft wir haben." "Und dann mit Blechen unterfüttern?" fragt Rainer, "so hat das Herrmann immer gemacht." Genauso", antworte ich, "das kann eine ganz schöne Frickelei werden." "Na dann mal los", sagt Volker. Rainer und ich nehmen uns jeder eine Seite vor, während Volker die Spindel am Kran ausbalanciert. "Dann flieg mal rein, den Prügel", sage ich zu Volker, der grinst während Rainer mich etwas erstaunt anschaut. "Also Mädel, du hast ja einen Slang drauf", sagt er dann. Ich grinse ihn an. Vorsichtig legt Volker die Spindel auf den Schalen ab. Dann schrauben wir die anderen Schalen provisorisch an. Mit Fühlerlehren ermitteln wir den Abstand. Dann schneiden wir aus Hochfestigkeitsblechen entsprechende Stücke aus, stanzen die Löcher für die Schrauben hinein und bauen sie ein. Zur Überprüfung wackeln wir an der Spindel und versuchen sie zu drehen. Das ganze zieht sich lange hin. Mal ist zu viel Luft, mal geht es schwergängig. Und immer wieder schneiden wir Bleche zurecht, allerdings immer in anderen Dicken. Zwischendrin kommt Rainers Frau Carola und bringt uns selbstgemachte, noch warme Pizza. "Die ist ja lecker", sage ich lobend. "Danke", sagt Carola, "und schön, das ich Dich bei der Gelegenheit auch noch mal wieder kennenlernen darf. Bisher kannte ich ja nur den männliches Pendant." "Zwillingsbruder nennt sie ihn", sagt Rainer grinsend. "Aha, auch eine schöne Beschreibung", sagt Carola lächelnd.
Nach der Stärkung geht es weiter. Carola verabschiedet sich. Aber so richtig voran kommen wir nicht. Die Spindel will immer noch nicht so, wie wir es gerne hätten. Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht. Volker sieht ziemlich erschöpft aus. "Ich muss mal eine Runde Augenpflege machen", sagt er grinsend, "ich hatte einen ziemlich langen Tag." "Na dann gute Nacht", sage ich lächelnd. Die Werkstatt hat eine abgeteilte Ecke, wo einige Sessel und Sofas stehen. Da kann man auch gut mal ein Nickerchen halten. "Und wie schaut es bei Dir aus?" fragt mich Rainer. "Na ja, ein wenig müde bin ich schon, aber ich würde das gerne noch schaffen", antworte ich. "Geht mir auch so", sagt Rainer. Ich stehe grübelnd vor der Spindel. "Kann es sein, dass ich da einen Denkfehler gemacht habe?" frage ich. "Inwiefern?" fragt Rainer. "Schau mal, wir legen immer nur Bleche in den oberen beiden Schalen unter", sage ich, "die untere haben wir einfach als Null angenommen." "Du meinst unten sollten auch noch mal Bleche rein?" fragt Rainer. "Wäre mein Vorschlag", antworte ich. Wir bauen die Bleche an den andere Schalen aus, schrauben die Schalen ohne Bleche wieder an und messen die Abstände zwischen Schale und Spindel. Dann rechne ich mit Winkelfunktionen nach. "Zweieinhalb Zehntel an jeder Schale", sage ich dann. "Klingt auf einmal logisch", sagt Rainer. Wir bauen die Bleche ein und messen nach. "Ist noch etwas locker", sagt Rainer. Also noch mal Bleche rein. "Ein Zehntel müsste reichen", sagt Rainer . Ich nicke. Nach dem Zusammenbau versuchen wir die Spindel mit den Händen zu drehen. Ganz langsam dreht sie sich. Rainer schaut mich erwartungsvoll an. Ich grinse und sage knapp: "Passt." "Gib mit Fünf", sagt Rainer lachend.
Rainer holt ein großes Kettenrad und schraubt es an die eine Spindelseite an. Ich stelle eine Messuhr mit Magnetfuß an und stelle die Uhr auf Null. Dann dreht Rainer die Spindel über das Kettenrad. "Butterweich", sagt er. Ich probiere es auch aus. "Ideal", sage ich begeistert, "schön wenn auch mal was klappt. Und die Uhr schlägt auch nicht aus." Als nächstes bauen wir die Haspel ein, auf der später das Schleppseil aufgespult wird. Dann überprüfen wir alle Schrauben nochmal, ob sie fest sind, danach bauen wir die restlichen Teile an. Zum Schluss verbindet Rainer die Spindel mit dem Getriebe von Spindelantrieb mit der dazugehörigen Kette. Ich sehe einen dicken Schlauch von der Decke hängen. "Das ist ein Abgasschlauch, so wie die in den Gerätehäusern von der Feuerwehr", sagt Rainer. "OK", sage ich und schiebe den Schlauch auf den Auspuff. Rainer geht zum Fahrerhaus und startet den LKW-Motor. Er schaltet auf die Winde um. Verschlafen kommt Volker aus seiner Ecke. "Was ist den hier für ein Krach?" sagt er grinsend. "Ups, dich haben wir ja fast vergessen", sage ich lächelnd. "Na, Schlafmütze?" flaxt Rainer. Rainer lässt die Spindel langsam laufen. Aufmerksam schauen wir auf die Lagerschalen. "Sieht gut aus, gib mal mehr Dampf", sage ich. Auch hier gibt es keine Auffälligkeiten. "Spitze!" sage ich. Rainer schaut auf die Uhr. "Fast drei Uhr morgens", sagt er, "ich könnte auch eine Mütze Schlaf gebrauchen." "Ja, ich auch", sage ich, "ich leg mich auch hinten hin. Nach Hause fahren habe ich keine Lust zu." "Sehe ich auch so", sagt Rainer. Er schreib seiner Frau noch eine Nachricht, dann gehen wir drei in die Sitzecke und machen es uns schlaf-tauglich bequem.
Gegen Neun Uhr klopft es am Werkstatttor. Ich gehe verschlafen hin und draußen steht Daniela. "Ich habe schon Mal Brötchen und Kaffee", sagt sie. Ich lasse sie natürlich herein. Volker und Rainer kommen auch aus der Ecke. "Carola kommt auch gleich noch und bringt noch was zum Brötchen belegen", sagt Daniela. Kurz drauf erscheint auch Carola mit einem Korb voller Leckereien. "Guten Morgen", grüßt sie, "habt ihr ausgeschlafen?" "Na ja es geht", sagt Rainer, während ich mich erstmal ordentlich strecke. "Ich mache mich dann nach dem Frühstück frisch", sage ich dann noch. "Gute Idee", sagt Volker, "so ein Frühstück darf nicht warten." Daniela und Carola setzen sich zu uns. "Habt ihr es noch geschafft mit der Spindel?" fragt Carola. Rainer nickt. "Um zwei lief es dann", sagt er, "ich denke mal heute Nachmittag kriegen wir die ersten Flieger in die Luft." Rainer schaut mich an. "Ja, glaube ich auch", antworte ich. "Ich freue mich schon auf das Seil aufspulen", sagt Volker. "Das habe ich allerdings noch nie gemacht", sage ich. "Dann schau gut zu" sagt Volker grinsend. Wir lassen uns Zeit beim Frühstücken. Nach einiger Zeit erscheint auch Dirk und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Nachdem wir es ihm erzählt haben, ist er sichtlich erleichtert. Ich schmier mir noch ein Brötchen. "Is"˜ aber auch lecker", sage ich. "Hey, pass auf Deine Figur auf", flaxt Volker. "Ach mit 52 kann ich da mal drüber wegschauen", antworte ich grinsend. "Wie alt??? 52? Das glaube ich nicht", sagt Volker erstaunt, "nee, danach siehst Du aber wirklich nicht aus." "Danke", sage ich lächelnd.
"Wie geht es denn weiter?" fragt Dirk, nachdem wir dann fertig sind mit dem Frühstück. "Wir legen uns wieder hin und schlafen noch eine Runde", sage ich. Volker und Rainer nicken grinsend. Dirk schaut etwas verwirrt. "Nee war ein Spaß", sagt Rainer. "Ihr versteht euch ja blind", lacht Carola. Auch Daniela ist am Lachen. Dirk schüttelt den Kopf. "Das war schon in der Schule so mit Steffi", sagt er, "selbst die Lehrer sind auf ihre Sprüche reingefallen." "Also", nimmt Rainer den Faden wieder auf, "wir lassen die Spindel noch mal eine Stunde im Leerlauf laufen. Wenn dann alles in Ordnung ist, fahren wir das Gerät auf die Position und spulen das Schleppseil auf." "Wollt ihr euch dann in der Zwischenzeit frischmachen?" fragt Daniela. "Gerne", antworte ich. Auch Rainer und Volker bejahen das. Da wir jeder nicht so weit weg vom Flugplatz wohnen, machen wir das jeweils zu Hause. "Passt auf, wir machen das folgendermaßen", sagt Dirk, "es ist jetzt kurz nach Zehn, wir treffen uns um Zwölf hier wieder. Ich habe in der Zwischenzeit ein Auge auf die Spindel." "OK, so machen wir das", sagt Rainer und schaut noch mal nach der Schmierung. "Alles OK", sagt er dann. "Bis später dann", sage ich und schwinge mich auf das Fahrrad. Ich lasse einfach meine Arbeitsklamotten an und lege mein Kleid in den Korb. Dann radele ich los.
Ich fahre mit dem Rad bis vor die Haustür und lasse es da stehen. Im Treppenhaus treffe ich Ebi und Willi. Beide schauen mich erstaunt an. "Habe die halbe Nacht gewerkelt", sage ich. "Sieht man", sagt Ebi. "Auf dem Segelflugplatz?" fragt Willi. "Genau", antworte ich, "hat Lisa schon mal was erzählt, was?" Dann zeige ich den beiden die Lizenz. "Ich darf jetzt offiziell", sage ich noch. Dann erzähle ich noch von der Reparatur. "Mit Dir wird es auch nicht langweilig", sagt Ebi grinsend. Ich gehe dann weiter zu meiner Wohnung. Erstmal ziehe ich die dreckigen Klamotten aus und stopfe sie in die Waschmaschine. Zuerst überprüfe ich, ob die Perücke Öl oder Fett abbekommen hat. Dem ist aber nicht so. Dann gehe ich duschen. Frisch geduscht suche ich mir dann Sachen zu anziehen heraus. Es soll heute wieder richtig warm werden. Ich entscheide mich für eine knallenge, knielange Bermuda Jeans und eine luftige, kurzärmelige Tunikabluse. Strumpfhose lasse ich weg und an den Füßen trage ich blaue Ballerinas. Im Spiegel checke ich ob alles OK ist, dann mache ich mich wieder auf den Weg. Im Treppenhaus ist auch keiner zu sehen. Draußen steige ich aufs Rad und radele Richtung Flugplatz. Viertel vor Zwölf komme ich dort an. Volker und Rainer sind auch grade angekommen. Gemeinsam gehen wir zur Werkstatt. Der LKW läuft noch. "Alles OK, problemlos durchgelaufen", sagt Dirk. Ich schaue noch mal auf die Spindel. "Sieht gut aus", sage ich. "Na dann raus auf den Rasen damit", sagt Rainer und klettert ins Fahrerhaus. Er fährt raus und dann zum Platz. Dirk, Daniela und ich gehen zu Fuß hinterher. Volker holt das Seilschleppauto und fährt es zum Stelplatz der Winde. Es sind schon recht viele Mitglieder da und die andere Winde zieht unermüdlich einen Flieger nach dem anderen hoch. Rainer ist am Stellplatz angekommen. Volker und ich versenken Erdanker im Boden, die die Winde zusätzlich sichern. Das Schleppseil liegt noch von der Demontage auf dem Rasen.
Volker nimmt das Ende des Seils und fädelt es durch die Aufspulvorrichtung auf die Haspel. Dort verschraubt er das Seil. "Schaut bitte auch noch mal drauf, Mehraugenprinzip", bittet uns Volker. Rainer und ich befinden es für OK. In der Zwischenzeit ist ein junger Mann zu uns gekommen. "Darf ich vorstellen, das ist Jannik, mein Sohn", sagt Volker zu mir. "Hallo ich bin Stefanie", sage ich erfreut und reiche ihm die Hand, "oder Steffi, je nachdem was dir eher gefällt." "OK, mein Vater hat schon einiges über dich erzählt", sagt Jannik lächelnd. Dann erfahre ich noch, dass Jannik 16 ist und grade seine Lizenz bekommen hat. Jannik soll das Schleppfahrzeug fahren, bis Rolf kommt. Auf dem Platz ist das wegen des Alters auch kein Problem. "Haste bestimmt schon öfter gemacht?" frage ich. "Na klar", antwortet Jannik. Volker schraubt an der vorderen Abschleppöse die gleiche Vorrichtung an, die auch hinten am Auto dran ist, um das Seil zu schleppen. Weil ich etwas verwundert schaue, sagt Volker: "Wir ziehen erstmal das Auto ein paarmal ran, damit sich das Seil gleich fester aufspult." "Aha, OK, verstanden", sage ich, "soll ich mit hochfahren und das Seil umhängen? Dann brauchst Du nicht aussteigen." "Klar, coole Nummer", sagt Jannik. "Na dann mal los", sagt Rainer. Jannik und ich steigen ins Auto ein und fahren hoch zum anderen Ende des Seils. Ich steige aus und Jannik wendet das Auto. Ich hänge das Seil dann vorne ein und gebe über Funk das OK. Langsam rollt das Auto los. "Erstmal ganz sachte", sagt Rainer über Funk. Nach einer Weile ist Jannik unten angekommen. Volker hängt das Seil ab und Jannik wendet. Dann kommt das Seil hinten dran und Jannik kommt wieder zu mir. Dann wieder die gleiche Prozedur und Jannik wird wieder heruntergezogen, nur dieses Mal etwas schneller. Das ganze wieder holt sich ein paar Mal unter anderem auch mit angezogener Handbremse. Nach einiger Zeit höre ich Rainer über Funk: "Alles OK soweit."
Dann höre ich Dirk über Funk: "Wir brauchen jetzt mal einen mutigen Flieger, der auch schon mal einen Startabbruch hatte." Ein Startabbruch kann unter anderem ein Seilriss sein. "Steffi, bleibst Du gleich oben, zum Seileinhängen?" fragt mich Volker über Funk. "Na klar", antworte ich. Jannik kommt mit dem Seil. Hinter mir wird ein Flieger herangeschoben. "Oh, die schöne Steffi", sagt der Pilot, "schön dich kennenzulernen." "Hallo, mit wem habe ich die Ehre?" frage ich freundlich lächelnd. "Ich bin Torben", antwortet er, "ich habe schon einiges gehört von Dir, schön dass ich Dich hier treffe." "OK", antworte ich nett, "und Du hast Vertrauen in unsere Arbeit und lässt Dich todesmutig hochziehen?" Torben lacht. "Na klar", antwortet er . "Na dann", sage ich und hänge das Seil ein. Torben steigt ein. Über Funk meldet sich Rainer. "Du weißt, was zu tun ist, wenn plötzlich das Seil nicht mehr zieht", fragt er Torben. "Ja, ist mir schon mal passiert", antwortet Torben. "Na dann drück ich die Daumen, dass es klappt", sage ich. Torben lächelt mich an. "Wird schon gutgehen", sagt er und schließt das Kabinendach. Er zeigt mir den Daumen. "Start frei", gebe ich über Funk durch. Kurz danach strafft sich das Seil an und zieht den Flieger über den Rasen. Ich bemerke, dass ich ziemlich angespannt bin. Das lässt schlagartig nach, als das Seil oben ordnungsgemäß ausklinkt. Leise höre ich von der Winde die Freudenschreie von Rainer und den anderen. "Steffi, das hat geklappt", höre ich jetzt Rainer über Funk. Ich drehe mich um. Hinter mir steht schon der nächste Flieger und weitere werden ran geschoben. "Na dann mal her mit dem Seil", sage ich, "hier sind noch ein paar, die es auch mal versuchen wollen." Die Flieger hinter mir lachen, weil sie natürlich den Funk mithören können.
Der nächste Flieger steht bereit. Eine Dame, etwas älter als ich, ist die Pilotin. Wir unterhalten uns angeregt, bis Jannik mit dem Seil kommt. Die Dame steigt. Die Flieger dahinter schieben sie vor, so dass ich das Seil einhängen kann. "Danke Steffi", sagt die Dame. "Gerne und alles Gute", wünsche ich. Sie schließt die Haube und gibt das OK-Zeichen. Ich gebe über Funk das Startsignal. Auch dieser Start gelingt problemlos. Danach geht es so weiter. "Brauchst Du mal eine Ablösung?" fragt mich Volker. "Ist schon OK so", antworte ich, "so lerne ich die anderen Mitglieder kennen." "Und wir Dich", höre ich eine Stimme im Funk. "Alles klar", lacht Volker. Nach einiger Zeit kommt kein Flieger mehr zum hochziehen. Jannik steht mittlerweile bei mir. "Scheint gute Thermik zu sein, die bleiben alle oben", sagt er, "und Flugschüler sind heute auch ganz wenig." Nach einiger Zeit kommt wieder ein Flieger zu uns. Auch hier läuft alles reibungslos. Das Schleppauto kommt wieder zu mir. "Steffi, Ablösung", ruft mir eine bekannte Stimme zu. Rolf hat mittlerweile Jannik abgelöst. "Ich habe schon meine Runde gedreht", sagt Rolf, "und unten gibt es lecker Kaffee und Kuchen." "Oh, da kann ich nicht "Nein" sagen", antworte ich. Ich hänge noch das Seil ein, dann steige ich zu Rolf ins Auto. Zusammen fahren wir zur Winde. "Lecker der Kuchen", sagt Jannik und steigt zu Rolf ins Auto, "ich hänge oben dann das Seil ein." Daniela hat den Kuchen gebacken und drückt mir einen Teller und eine Tasse in die Hand. "Mmh, lecker", sage ich als ich den Kuchen probiere. Rainer schaut zu mir rüber. "Den haste Dir verdient", sagt er lächelnd. Ich zwinkere ihm zu. "Du hattest aber auch schon einen?" frage ich. "Na sicher", antwortet er. "Und wie läuft die Spindel?" frage ich. "Problemlos", antwortet Rainer begeistert. Ich schaue eine Weile zu, wie es läuft. Sieht wirklich sehr gut aus. "Wo ist denn Dirk eigentlich?" frage ich Daniela. "Der kauft ein bisschen was zu grillen, für heute Abend", antwortet Daniela. "OK, aber eigentlich wollte ich doch auch etwas zum Wiedereinstand machen", sage ich. "Meinste nicht, dass das durch die Aktion mit der Winde nicht schon mehr als genug war?" fragt Daniela und zwinkert mit dem linken Auge, "bleib mal ganz entspannt." "Na gut", sage ich.
Nachdem ich den Kuchen aufgegessen habe, stelle ich mich neben Rainer und schaue ihm über die Schulter. "Willste auch mal?" fragt er. "Ich habe das schon lange nicht mehr gemacht", antworte ich, "wenn Du mir ein wenig hilfst." "Ist immer noch wie früher", sagt Rainer grinsend, "immer noch Handbetrieb, nichts mit Automatik." Ich schaue ihm trotzdem noch einmal zu, dann bediene ich die Winde. In der Zwischenzeit ist Dirk wiedergekommen. "Na Steffi, heute nicht am Fliegen?" fragt er. "Nee, die Nacht war ja zu anstrengend", antworte ich, "außerdem möchte ich schauen, ob das alles in Ordnung ist mit der Winde." Dirk klopft mir lachend auf die Schulter. "Alles klar", sagt er dann noch. An der Winde habe ich mich ziemlich schnell eingefuchst. Rainer kann erstmal entspannt eine größere Pause machen. "Willst Du mal eine Runde fliegen?" fragt ihn Daniela. "Nee, ist bei mir wie bei Steffi", antwortet Rainer, "lieber gleich eingreifen können, wenn was sein sollte." "OK", sagt Daniela, "ihr seid aber auch eine eingespielte Truppe." "Wir tun was wir können", sagt Rainer. Volker und ich nicken zustimmend, was Daniela lieb lächelnd mit: "Schön!" kommentiert. "Daniela hat es immer gerne harmonisch", sagt Volker leise zu mir. Ich zwinkere ihm zu. "Hallo Steffi", höre ich Jannik im Funk, "der nächste Starter möchte gerne selber das OK für den Start geben." "Alles klar", antworte ich. Volker steht noch neben mir und frotzelt leise: "Ach das ist Herr Von und Zu, der hat gerne immer eine Extra-Wurst." Ich grinse Volker an. Er schaut erwartungsvoll. Die Winde läuft noch Rückwärts, weil Rolf noch mit dem Seil unterwegs ist. Dann kommt von Rolf das Stopp, als er angekommen ist. Ich drücke die Sprechtstaste vom Funkgerät. "Einen schönen guten Tag wünsche ich, hier ist Stefanie Boe von der Bodenmannschaft", sage ich, "haben sie einen speziellen Wunsch?" Rainer hat sein Funkgerät an und schaut mit den umstehenden erwartungsvoll zu mir rüber. "Nein alles gut, ich möchte nur hochgezogen werden", antwortet der Flieger. "OK, alles klar.", antworte ich, "möchten Sie mit oder ohne Segelflugzeug hochgezogen werden?" Im Funk ist Stille, aber die umstehenden müssen sich das Loslachen schwer verkneifen. "Äh, natürlich mit Flugzeug", höre ich dann als Antwort, "ich zähle von Fünf runter." Ich ziehe die Augenbrauen hoch und mache ein übertrieben erstauntes Gesicht, was die umstehenden schon wieder zum Lachen bringt. "Alles klar, habe ich verstanden", sage ich und versuche ernst zu bleiben. "OK, dann Fünf, Vier,"¦", höre ich den Herrn im Funk. Als er bei Zwei ist, starte ich schon die Winde, Bei Eins ist das Seil straff und ich beschleunige die Winde. "He!?" höre ich noch den Herrn, dann geht er in den Steigflug. Als er oben ist und das Seil ausgeklinkt hat höre ich ihn: "Also, das müssen wir aber noch mal üben!" "Echt?" antworte ich erstaunt, "ich fand das haben Sie ganz gut gemacht." "Äh, wie, ja...", höre ich noch gestammelt von ihm. Volker, Rainer, Daniela und alle anderen sind am Lachen. Ich schaue unschuldig in die Runde. Rolf kommt mit dem Schleppauto. "Stefanie, Du "böses" Mädchen", sagt er nur lachend. Er hängt das Seil ans Auto und fährt wieder hoch. Ich lasse die Winde wieder rückwärts laufen. Rainer und Carola kommen zu mir. Sie sind auch noch am lachen. "Klasse Steffi", sagt Carola, "wo hast Du bloß immer diese Ideen für solche Flausen her?" "Das kommt spontan, da kann ich mich gar nicht gegen wehren", antworte ich. Bis zum Abend ziehe ich die Flieger hoch. Die Winde läuft zuversichtlich. Nachdem der letzte Flieger des Tages hochgezogen wurde, zieht Rolf noch einmal das Seil zum Startplatz. Rainer stellt die Maschine ab und schließt den LKW zu. "Dann mal ab zum Vereinsheim", sagt Rainer, "der Grill läuft schon auf Hochtouren."
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Kerstin
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Re: Blutengel
Hallo Stephanie
Vielen Dank für die Mühe welche du dir mit deiner Geschichte machst.
LG Kerstin
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Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Dwt-Lilo-SL
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Re: Blutengel
bin schon gespannt auf das Grillen am Vereinsheim und natürlichen den weiteren Verlauf
der Geschichte.
Ich finde deine Art und weise einfach schön!!
Mache bitte weiter und vielen lieben Dank für die Geschichte !!!!
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
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Stephanie
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Re: Blutengel
Grillabend
Auf dem Weg zum Vereinsheim schaue ich mal wieder auf mein Handy. Vor einer Stunde hatte Katja angerufen. Na gut, da stand ich an der Winde und die ist ja nicht leise. Da werde ich wohl das Klingeln überhört haben. "Na Steffi, was darf ich Dir auf den Grill werfen?" fragt mich Dirk. Ich schaue was er so da hat und staune nicht schlecht, als ich dicke T-Bone Steaks sehe. Bevor ich was sagen kann fragt Dirk: "Eins davon?" "Ja natürlich", antworte ich begeistert. "Das dauert aber eine Weile", sagt Dirk. "Ist nicht schlimm, ich muss mal eben dringend telefonieren", antworte ich. Einige Leute erwarten wohl, dass ich mich zu ihnen setze, aber Katja anrufen ist für mich jetzt wichtiger. Ich wähle ihre Nummer und nach dreimal Klingeln geht sie auch gleich ran. "Huhu Steffi, du Himmelsstürmerin", begrüßt sie mich. "Hallo Katja, schön Dich zu hören", sage ich. "Ich hatte den AB erst heute Nachmittag abgehört, weil ich gestern nicht zu Hause war", sagt sie, "das ist ja cool, dass Du hier rübergeflogen bist. Was machst Du grade?" Ich erzähle ihr von dem Grillen und warum das stattfindet, von der Reparatur und von meiner Lizenz. "Das ist ja heiß, da hattest Du noch gar nicht von erzählt", sagt Katja. "So viel Zeit hatten wir auch nicht", sage ich. "Aber das ist cool, das wir und ausgerechnet jetzt mal wieder hören", sagt Katja, "der Torben hat sich mal wieder über Umwege gemeldet." "Aha, der war ja auch schon länger überfällig", sage ich grinsend, "was hat er denn dieses Mal für Ideen?" "Der Anhänger von Jens soll am Montag bei Dir auf dem Parkplatz vor der Garage stehen", sagt Katja. "Hm, das ist ja etwas kurzfristig", antworte ich, "das heißt ich müsste ihn morgen abholen. Die Zeit habe ich aber eigentlich nicht, weil ich hier auf dem Platz noch zu tun habe." "Ich wollte morgen vielleicht mit meiner Familie auf den Brocken wandern", sagt Katja, "mir passt das auch nicht wirklich." "Mir wäre das auch nicht wirklich wichtig, wenn ich nicht mittlerweile so ein GPS-Tracker zum Verfolgen organisiert habe", sage ich. "Cool", sagt Katja, "dann habe ich folgende Idee, ich bringe den Anhänger vorbei, dann sehe ich Dich mal wieder." "Dann habe ich auch noch eine Idee", sage ich, "bring etwas Zeit mit und komm zum Segelflugplatz, dann drehen wir noch eine Runde." "Au ja, das ist cool, so machen wir das", sagt Katja begeistert. "Wenn du auf dem Platz ankommst, frag dich einfach durch", sage ich noch. "Mache ich, bis morgen, ich freue mich schon", sagt Katja. "Tschüss, bis dann", sage ich.
"So, das Steak ist fertig", sagt Dirk und gibt mir einen Teller, auf dem das Steak an den Seiten überhängt. "Unglaublich", sage ich und machen große Augen. An einem Buffet hole ich mir noch ein Stück Brot und etwas Salat. Als ich mir einen Platz suche höre ich Rainer rufen: "Steffi hierher, hier ist extra für Dich noch ein Platz." Ich gehe dorthin und setze mich. "Guten Appetit", sagen Rainer und die anderen. Ich schaue mich am Tisch um und sehe auch Herrmann mit Gattin. Ich grüße die beiden und möchte grade was sagen, da sagt Hermann: "Iss mal erst mal, hinterher können wir uns immer noch unterhalten." "OK", antworte ich lächelnd. Genüsslich verspeise ich das Steak. Zwischendrin zeige ich Dirk, dass gut schmeckt. Der kommt zu mir und fragt: "Noch eins?" Im Zwillingsbruder Modus hätte ich sofort ja gesagt, jetzt ziere ich mich ein wenig. Andererseits habe ich die letzten Tage einige Kilos verloren und entscheide mich für das zweite. "So kenne ich Dich", sagt Dirk grinsend und legt es mir auf den Teller. Als ich das dann auch geschafft habe, bin ich erstmal satt. "Boah, bin ich genudelt", flaxe ich, "aber war auch lecker."
"So, jetzt musst Du mir aber mal erklären, wieso Du jetzt eine Frau bist", sagt Hermann zu mir. Ich erkläre ihm genau meinen Werdegang. "Na dann kannst Du auch gar nicht anders", sagt er lächelnd, "wenn der Körper das so vorgibt." Ich lächle ihn an. Hermann ist eigentlich ziemlich gradlinig im Denken, wenn man ihm aber mit logischen Zusammenhängen kommt, versteht er das sofort. Trotzdem wundert es mich, dass er mich gleich so annimmt. Am Haus ist eine kleine erhöhte Terrasse, auf der Dirk und Daniela sich postiert haben. "Oha, eine Rede", sagt Volker. Dirk bittet um Ruhe. Dann beginnt er: "Schön, dass ihr alle da seid. Vielleicht habt ihr euch gefragt, warum wir heute spontan zusammensitzen und grillen. Ein bisschen was zu feiern gibt es ja. Als erstes hat ein Mitglied wieder zu uns gefunden, welches eine längere Auszeit hatte. Steffi, kommst Du mal hoch?" Ich gehe langsam zu Dirk. "Wir beide haben so ziemlich genau vor 38 Jahren hier angefangen mit dem Segelfliegen", sagt Dirk. Ich schaue durch die Leute, einige schauen etwas verwirrt. Dirk sieht das auch. "Steffi sah damals etwas anders aus", sagt Dirk lächelnd, "vielleicht können sich ja noch einige an Stefan, die Thermiknatter erinnern." Ein leichtes Raunen geht durch die Leute. "Die Thermiknatter ist zurück, jetzt aber als Stefanie", sagt Dirk dann noch. Ein Gemurmel geht durch die Menge. "Sind wohl doch mehr als ich dachte, die es noch nicht wissen", sage ich leise zu Dirk. "Willst Du sie aufklären?" fragt er leise zurück. Ich nicke. Ich bitte um Ruhe und erkläre dann noch mal im Kurzform meinen Werdegang. Einige der Mitglieder lächeln freundlich, die meisten nehmen das so hin. Ich sehe aber auch einige, die mich ablehnend betrachten. Einer fällt mir dabei besonders auf. Leise frage ich Dirk, wer das ist, weil ich den von früher nicht kenne. "Das ist der Herr mit dem "Countdown" von vorhin", antwortet Dirk. Ein leichtes Grinsen kann ich mir nicht verkneifen.
Dirk bittet dann auch noch Rainer und Volker zu uns und erzählt von unserer Windenreparatur. Danach gibt es einen ordentlichen Applaus. Wir bedanken uns höflich und gehen dann zu unseren Plätzen zurück. Als wir sitzen frage ich Dirk noch mal nach dem Herrn mit dem "Countdown": "Wer ist denn das genau? Vor allem, warum siezt der die anderen?" "Der war früher drüben im anderen Verein", antwortet Dirk, "da ist er aber höflich gebeten worden, den Verein zu verlassen." "Aha und warum?" frage ich. "Er konnte sich nicht einordnen, hatte immer Sonderwünsche", sagt Dirk, "so wie bei Dir vorhin." "Außerdem lässt er andere das Gefühl haben, das er etwas Besseres sei", sagt Daniela, "er lässt immer den gebildeten Ingenieur raushängen." "Hat er einen akademischen Grad?" frage ich. Dirk grinst. "Er hat es mal mit einem Doktortitel versucht", sagt Dirk, "hat aber nicht geklappt." "Aha, so einer", sage ich leise, "Doktor Countdown, also." Die um mich herumsitzenden lachen leise. Nach ein paar Minuten kommt besagter Herr zu uns, nachdem er mich schon eine Weile beobachtet hat. Er setzt sich auf einen freien Platz und plappert auch gleich unverfroren los. "Also, das war vorhin nicht OK mit dem Hochziehen", sagt er. "Inwiefern?" frage ich. "Sie haben die Winde zu früh gestartet", sagt er belehrend. "Woran machen sie das fest?" frage ich nüchtern. "Wie meinen sie das?" fragt er dagegen. "Ich habe zuerst eine Frage gestellt und möchte, dass Sie sie beantworten", sage ich streng. Er schaut mich erstaunt an. "Was meinen sie mit zu früh?" frage ich nochmal. In der Runde wird es ruhig, alle schauen zu uns rüber. "Äh, ich verstehe die Frage nicht", sagt er etwas verwirrt. "Also, an welchen Parametern mache ich fest, wann ich die Winde nach ihren Angaben starten soll", sage ich weiter. Er ist jetzt völlig von der Rolle. "Ich würde mal sagen, dass das ein klares Kommunikationsproblem war", sage ich und muss aufpassen, dass ich nicht loslache. "Also bei null wollte ich starten", sagt er schließlich. "Ah! Jetzt kommt Licht ins Dunkel", sage ich, "das heißt, bei eins ist das Seil straff und bei null geht es los. Hätte ich das vorher gewusst." Wortlos steht er auf und geht. Dirk grinst mich an. "Unglaublich", sage ich lächelnd. Auch die anderen müssen aufpassen, dass sie nicht laut loslachen. "Wenn hier irgendwer unglaublich ist, dann bist Du das", sagt Daniela schließlich mit Tränen vom Lachen in den Augen. "Klasse, wie Du dem den Wind aus den "Flügeln" (wir sind ja bei den Fliegern) genommen hast", sagt Herrmann anerkennend. Ich zucke lächelnd mit den Schultern und sage nur: "Hm!"
Nach einiger Zeit muss ich mal auf Toilette. Das Fenster der Toilette ist offen und geht zu der Terrasse, wo wir alle sitzen. Beiläufig höre ich ein Gespräch von den Leuten, die in der Nähe des Fensters sitzen. Sie lästern grade über eine Person ab. Nach kurzer Zeit fällt das Wort "Transe". Dann umschreibt einer der Beteiligten ziemlich genau meine Person. Nachdem ich mit meinem "Geschäft" fertig bin, peile ich vorsichtig, durch den Fensterspalt. Ich sehe den "Doktor Countdown" und ein paar Leute zusammen an einem Tisch sitzen. Bemerkt haben sie mich nicht, sie lästern munter weiter. Nach dem Händewaschen gehe ich langsam raus und überlege, wie ich die Herrschaften jetzt anspreche. Langsam gehe ich um die Ecke des Vereinsheims. Ich lasse mir nichts anmerken, aber das Gespräch am Tisch verstummt sofort. Ich stelle mich in die Nähe des Tisches und schaue suchend auf dem Gelände herum. Kurz danach fragt mich "Doktor Countdown: "Suchen sie wen?" "Ja", antworte ich, "ich suche die Transe, von der hier grade die Rede war, das habe ich durch das offene Toilettenfenster gehört." Zwei Frauen, die am Tisch sitzen werden knallrot im Gesicht, die dazu gehörenden Partner schauen irritiert weg und Doktor Countdown schaut mich entsetzt an. Dirk und die anderen schauen gespannt zu mir rüber. "Ich habe noch nie eine richtige Transe gesehen, könnt ihr mir die vielleicht mal zeigen?" frage ich in die Runde. Am Tisch herrscht jetzt eisiges Schweigen. Ich setze mich auf einen freien Stuhl dazu. Einigen wird das jetzt richtig unangenehm. "Falls ihr mich meintet, mit der Transe", sage ich leise, "dann würde ich mir an eurer Stelle mal genauere Informationen über meine Person einholen. Das hat dann möglicherweise auch weniger Nebeneffekte für euch." Ich schaue die Herrschaften noch mal mit einem ernsten Blick an und gehe dann wieder zu Dirk und den anderen an den Tisch. "Was war denn?" fragt Carola. Ich erkläre es. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie zwei Paare am Tisch vom Countdown-Doktor aufstehen und ihn irgendwie beschimpfen. Danach gehen sie hinten um das Vereinsheim zum Parkplatz. "Ist denen jetzt wohl etwas peinlich", sagt Volker grinsend. "Man muss halt die Dinge ansprechen, dann klärt sich vieles von selber", kommentiert Herrmann die Lage trocken. Da kann ich nur zustimmend nicken.
Nach einiger Zeit höre ich, wie jemand Gitarre spielt. "Nanu, wo kommt den die Klampfe her?" frage ich in die Runde. "Die liegt im Vereinsheim", antwortet Daniela, "die hat uns mal jemand geschenkt." "Aha", sage ich. Eine junge Frau improvisiert auf der Gitarre. "Hört sich gut an", sage ich. Eine Weile spielt sie, dann macht sie eine Pause. "Spielst Du eigentlich auch noch?" fragt mich Dirk, "Du hast ja in der Schülerband unserer Schule gespielt." Gespannt schauen die Leute an unserem Tisch mich an. Ich lächele und sage dann: "Ja, ich habe die ganze Zeit immer mal wieder meine Klampfe rausgeholt. Seit einiger spiele ich auch wieder in einer Band." Daniela schaut mich erfreut an. "Das ist ja toll", sagt sie, "tretet ihr auch auf?" "Na klar", sage ich und erzähle von dem geplanten Schützenfest. "Toll das ist ja im unserem Nachbarort", freut sich Daniela, "vielleicht haben wir ja Zeit, vorbeizuschauen." Kurz danach versucht sich jemand anderes an Reinhard Meys "über den Wolken". Ich verzeihe das Gesicht. Dirk und Rainer grinsen mich an, weil sie wohl den Gitarrenspieler sehen. "Boah, die Gitarre ist total verstimmt", sage ich und drehe mich um. Als ich sehe, wer da spielt, entgleisen mir die Gesichtszüge. Der Countdown-Doktor spielt die Gitarre. Ich drehe mich wieder um. "Dem scheint ja gar nichts peinlich zu sein", sage ich genervt in die Runde. Auch Carola verzieht das Gesicht. "Man sollte die arme Gitarre von dem Spieler erlösen", sage ich schließlich und drehe mich wieder um. Der Typ spielt das Stück zu Ende und schaut mich an. "Ist irgendwas?" fragt er schnippisch. "Ja, zwei Sachen", antworte ich, "Erstens, ich würde die Saiten zupfen und nicht mit dem Plektron spielen. Dann klingt das ganze Stück wie im Original." "Und zweitens?" fragt er leicht angesäuert. Ich warte kurz und dann sage ich grinsend: "Die Gitarre muss gestimmt werden!" Er gibt mir die Gitarre und sagt dann forsch: "Dann machen sie es doch besser!" Ich nehme die Gitarre und sage immer noch grinsend: "Worauf sie wetten können."
Ich spiel die Saiten einzeln an. "Meine Güte, das ist ja jenseits von wieso-das-denn!" sage ich feixend, "gibt es ein Stimmgerät oder eine Stimmgabel?" Dirk schaut in den Gitarrenkoffer. "Nee, hier ist nur ein Röhrchen", sagt er. "Oh cool. Das ist für später", sage ich. Dann stimme ich die A-Saite. "So, jetzt brauche ich ein "A"", sage ich und singe ein "A". "Wow, sehr schön", sagt die Dame, die als zweite vorhin von der "neuen" Winde hochgezogen wurde, "selten so einen schönen Kammerton "A" gehört." Ich zwinkere ihr zu. Dann stimme ich die anderen Saiten. Zum Schluss spiel ich alle Saiten an. "Na das hört sich schon ganz anders an", sagt die Dame, "du scheinst ja einiges zu können." "Gitarrenunterricht seit ich sechs bin, mit neun Jahren kam dann auch noch klassische Gitarre dazu", sage ich lächelnd. "Toll", sagt sie dann noch. Dann fange ich an das Lied zu spielen. Ich zupfe im Gegensatz zu "Doktor Countdown" die Saiten. Nach dem Intro fange ich an zu singen: "Wind Nord/Ost, Startbahn null-drei, bis hier hör' ich die Motoren"¦". An allen Tischen ist auf einmal Ruhe, viele schauen verträumt, Paare kuscheln sich zusammen. Als ich fertig bin gibt es einen anerkennenden Applaus. "Sehr schön, Steffi", sagt die Gattin von Herrmann begeistert. "Doktor Countdown" hat in der Zwischenzeit die Runde verlassen. "Das war jetzt zu viel für ihn", sagt Volker grinsend. "Tja", sagt Carola, "man sollte Sachen nur machen, wenn man sie auch richtig kann." "So sehe ich das auch", sage ich zustimmend. "Na ja, mal sehen, was wir mit ihm noch erleben", sagt Dirk und ist etwas angespannt dabei. Ich hole mir in der Zwischenzeit das Röhrchen aus dem Gitarrenkoffer, stecke es mir auf den kleinen Finger und spiele ein paar Blues Stücke. Die junge Frau, die vorhin Gitarre spielte kommt zu uns. "Hi, ich bin Annika", sagt sie, "das ist cool, wie Du spielst, darf ich mir das mal abgucken?" "Na klar", antworte ich und gebe ihr die Gitarre und zeige ihr die Spielweise. "Stark", sagt Annika, "wieder was dazu gelernt." Nach und nach gehen immer mehr Leute nach Hause. "Ich werde mich dann auch mal auf den Weg machen", sage ich, als es kurz vor Mitternacht ist, "wir sehen uns bestimmt morgen wieder." "Aber so was von"¦", sagt Rainer lachend. Kurze Verabschiedungsrunde, dann radele ich nach Hause.
Auf dem Weg zum Vereinsheim schaue ich mal wieder auf mein Handy. Vor einer Stunde hatte Katja angerufen. Na gut, da stand ich an der Winde und die ist ja nicht leise. Da werde ich wohl das Klingeln überhört haben. "Na Steffi, was darf ich Dir auf den Grill werfen?" fragt mich Dirk. Ich schaue was er so da hat und staune nicht schlecht, als ich dicke T-Bone Steaks sehe. Bevor ich was sagen kann fragt Dirk: "Eins davon?" "Ja natürlich", antworte ich begeistert. "Das dauert aber eine Weile", sagt Dirk. "Ist nicht schlimm, ich muss mal eben dringend telefonieren", antworte ich. Einige Leute erwarten wohl, dass ich mich zu ihnen setze, aber Katja anrufen ist für mich jetzt wichtiger. Ich wähle ihre Nummer und nach dreimal Klingeln geht sie auch gleich ran. "Huhu Steffi, du Himmelsstürmerin", begrüßt sie mich. "Hallo Katja, schön Dich zu hören", sage ich. "Ich hatte den AB erst heute Nachmittag abgehört, weil ich gestern nicht zu Hause war", sagt sie, "das ist ja cool, dass Du hier rübergeflogen bist. Was machst Du grade?" Ich erzähle ihr von dem Grillen und warum das stattfindet, von der Reparatur und von meiner Lizenz. "Das ist ja heiß, da hattest Du noch gar nicht von erzählt", sagt Katja. "So viel Zeit hatten wir auch nicht", sage ich. "Aber das ist cool, das wir und ausgerechnet jetzt mal wieder hören", sagt Katja, "der Torben hat sich mal wieder über Umwege gemeldet." "Aha, der war ja auch schon länger überfällig", sage ich grinsend, "was hat er denn dieses Mal für Ideen?" "Der Anhänger von Jens soll am Montag bei Dir auf dem Parkplatz vor der Garage stehen", sagt Katja. "Hm, das ist ja etwas kurzfristig", antworte ich, "das heißt ich müsste ihn morgen abholen. Die Zeit habe ich aber eigentlich nicht, weil ich hier auf dem Platz noch zu tun habe." "Ich wollte morgen vielleicht mit meiner Familie auf den Brocken wandern", sagt Katja, "mir passt das auch nicht wirklich." "Mir wäre das auch nicht wirklich wichtig, wenn ich nicht mittlerweile so ein GPS-Tracker zum Verfolgen organisiert habe", sage ich. "Cool", sagt Katja, "dann habe ich folgende Idee, ich bringe den Anhänger vorbei, dann sehe ich Dich mal wieder." "Dann habe ich auch noch eine Idee", sage ich, "bring etwas Zeit mit und komm zum Segelflugplatz, dann drehen wir noch eine Runde." "Au ja, das ist cool, so machen wir das", sagt Katja begeistert. "Wenn du auf dem Platz ankommst, frag dich einfach durch", sage ich noch. "Mache ich, bis morgen, ich freue mich schon", sagt Katja. "Tschüss, bis dann", sage ich.
"So, das Steak ist fertig", sagt Dirk und gibt mir einen Teller, auf dem das Steak an den Seiten überhängt. "Unglaublich", sage ich und machen große Augen. An einem Buffet hole ich mir noch ein Stück Brot und etwas Salat. Als ich mir einen Platz suche höre ich Rainer rufen: "Steffi hierher, hier ist extra für Dich noch ein Platz." Ich gehe dorthin und setze mich. "Guten Appetit", sagen Rainer und die anderen. Ich schaue mich am Tisch um und sehe auch Herrmann mit Gattin. Ich grüße die beiden und möchte grade was sagen, da sagt Hermann: "Iss mal erst mal, hinterher können wir uns immer noch unterhalten." "OK", antworte ich lächelnd. Genüsslich verspeise ich das Steak. Zwischendrin zeige ich Dirk, dass gut schmeckt. Der kommt zu mir und fragt: "Noch eins?" Im Zwillingsbruder Modus hätte ich sofort ja gesagt, jetzt ziere ich mich ein wenig. Andererseits habe ich die letzten Tage einige Kilos verloren und entscheide mich für das zweite. "So kenne ich Dich", sagt Dirk grinsend und legt es mir auf den Teller. Als ich das dann auch geschafft habe, bin ich erstmal satt. "Boah, bin ich genudelt", flaxe ich, "aber war auch lecker."
"So, jetzt musst Du mir aber mal erklären, wieso Du jetzt eine Frau bist", sagt Hermann zu mir. Ich erkläre ihm genau meinen Werdegang. "Na dann kannst Du auch gar nicht anders", sagt er lächelnd, "wenn der Körper das so vorgibt." Ich lächle ihn an. Hermann ist eigentlich ziemlich gradlinig im Denken, wenn man ihm aber mit logischen Zusammenhängen kommt, versteht er das sofort. Trotzdem wundert es mich, dass er mich gleich so annimmt. Am Haus ist eine kleine erhöhte Terrasse, auf der Dirk und Daniela sich postiert haben. "Oha, eine Rede", sagt Volker. Dirk bittet um Ruhe. Dann beginnt er: "Schön, dass ihr alle da seid. Vielleicht habt ihr euch gefragt, warum wir heute spontan zusammensitzen und grillen. Ein bisschen was zu feiern gibt es ja. Als erstes hat ein Mitglied wieder zu uns gefunden, welches eine längere Auszeit hatte. Steffi, kommst Du mal hoch?" Ich gehe langsam zu Dirk. "Wir beide haben so ziemlich genau vor 38 Jahren hier angefangen mit dem Segelfliegen", sagt Dirk. Ich schaue durch die Leute, einige schauen etwas verwirrt. Dirk sieht das auch. "Steffi sah damals etwas anders aus", sagt Dirk lächelnd, "vielleicht können sich ja noch einige an Stefan, die Thermiknatter erinnern." Ein leichtes Raunen geht durch die Leute. "Die Thermiknatter ist zurück, jetzt aber als Stefanie", sagt Dirk dann noch. Ein Gemurmel geht durch die Menge. "Sind wohl doch mehr als ich dachte, die es noch nicht wissen", sage ich leise zu Dirk. "Willst Du sie aufklären?" fragt er leise zurück. Ich nicke. Ich bitte um Ruhe und erkläre dann noch mal im Kurzform meinen Werdegang. Einige der Mitglieder lächeln freundlich, die meisten nehmen das so hin. Ich sehe aber auch einige, die mich ablehnend betrachten. Einer fällt mir dabei besonders auf. Leise frage ich Dirk, wer das ist, weil ich den von früher nicht kenne. "Das ist der Herr mit dem "Countdown" von vorhin", antwortet Dirk. Ein leichtes Grinsen kann ich mir nicht verkneifen.
Dirk bittet dann auch noch Rainer und Volker zu uns und erzählt von unserer Windenreparatur. Danach gibt es einen ordentlichen Applaus. Wir bedanken uns höflich und gehen dann zu unseren Plätzen zurück. Als wir sitzen frage ich Dirk noch mal nach dem Herrn mit dem "Countdown": "Wer ist denn das genau? Vor allem, warum siezt der die anderen?" "Der war früher drüben im anderen Verein", antwortet Dirk, "da ist er aber höflich gebeten worden, den Verein zu verlassen." "Aha und warum?" frage ich. "Er konnte sich nicht einordnen, hatte immer Sonderwünsche", sagt Dirk, "so wie bei Dir vorhin." "Außerdem lässt er andere das Gefühl haben, das er etwas Besseres sei", sagt Daniela, "er lässt immer den gebildeten Ingenieur raushängen." "Hat er einen akademischen Grad?" frage ich. Dirk grinst. "Er hat es mal mit einem Doktortitel versucht", sagt Dirk, "hat aber nicht geklappt." "Aha, so einer", sage ich leise, "Doktor Countdown, also." Die um mich herumsitzenden lachen leise. Nach ein paar Minuten kommt besagter Herr zu uns, nachdem er mich schon eine Weile beobachtet hat. Er setzt sich auf einen freien Platz und plappert auch gleich unverfroren los. "Also, das war vorhin nicht OK mit dem Hochziehen", sagt er. "Inwiefern?" frage ich. "Sie haben die Winde zu früh gestartet", sagt er belehrend. "Woran machen sie das fest?" frage ich nüchtern. "Wie meinen sie das?" fragt er dagegen. "Ich habe zuerst eine Frage gestellt und möchte, dass Sie sie beantworten", sage ich streng. Er schaut mich erstaunt an. "Was meinen sie mit zu früh?" frage ich nochmal. In der Runde wird es ruhig, alle schauen zu uns rüber. "Äh, ich verstehe die Frage nicht", sagt er etwas verwirrt. "Also, an welchen Parametern mache ich fest, wann ich die Winde nach ihren Angaben starten soll", sage ich weiter. Er ist jetzt völlig von der Rolle. "Ich würde mal sagen, dass das ein klares Kommunikationsproblem war", sage ich und muss aufpassen, dass ich nicht loslache. "Also bei null wollte ich starten", sagt er schließlich. "Ah! Jetzt kommt Licht ins Dunkel", sage ich, "das heißt, bei eins ist das Seil straff und bei null geht es los. Hätte ich das vorher gewusst." Wortlos steht er auf und geht. Dirk grinst mich an. "Unglaublich", sage ich lächelnd. Auch die anderen müssen aufpassen, dass sie nicht laut loslachen. "Wenn hier irgendwer unglaublich ist, dann bist Du das", sagt Daniela schließlich mit Tränen vom Lachen in den Augen. "Klasse, wie Du dem den Wind aus den "Flügeln" (wir sind ja bei den Fliegern) genommen hast", sagt Herrmann anerkennend. Ich zucke lächelnd mit den Schultern und sage nur: "Hm!"
Nach einiger Zeit muss ich mal auf Toilette. Das Fenster der Toilette ist offen und geht zu der Terrasse, wo wir alle sitzen. Beiläufig höre ich ein Gespräch von den Leuten, die in der Nähe des Fensters sitzen. Sie lästern grade über eine Person ab. Nach kurzer Zeit fällt das Wort "Transe". Dann umschreibt einer der Beteiligten ziemlich genau meine Person. Nachdem ich mit meinem "Geschäft" fertig bin, peile ich vorsichtig, durch den Fensterspalt. Ich sehe den "Doktor Countdown" und ein paar Leute zusammen an einem Tisch sitzen. Bemerkt haben sie mich nicht, sie lästern munter weiter. Nach dem Händewaschen gehe ich langsam raus und überlege, wie ich die Herrschaften jetzt anspreche. Langsam gehe ich um die Ecke des Vereinsheims. Ich lasse mir nichts anmerken, aber das Gespräch am Tisch verstummt sofort. Ich stelle mich in die Nähe des Tisches und schaue suchend auf dem Gelände herum. Kurz danach fragt mich "Doktor Countdown: "Suchen sie wen?" "Ja", antworte ich, "ich suche die Transe, von der hier grade die Rede war, das habe ich durch das offene Toilettenfenster gehört." Zwei Frauen, die am Tisch sitzen werden knallrot im Gesicht, die dazu gehörenden Partner schauen irritiert weg und Doktor Countdown schaut mich entsetzt an. Dirk und die anderen schauen gespannt zu mir rüber. "Ich habe noch nie eine richtige Transe gesehen, könnt ihr mir die vielleicht mal zeigen?" frage ich in die Runde. Am Tisch herrscht jetzt eisiges Schweigen. Ich setze mich auf einen freien Stuhl dazu. Einigen wird das jetzt richtig unangenehm. "Falls ihr mich meintet, mit der Transe", sage ich leise, "dann würde ich mir an eurer Stelle mal genauere Informationen über meine Person einholen. Das hat dann möglicherweise auch weniger Nebeneffekte für euch." Ich schaue die Herrschaften noch mal mit einem ernsten Blick an und gehe dann wieder zu Dirk und den anderen an den Tisch. "Was war denn?" fragt Carola. Ich erkläre es. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie zwei Paare am Tisch vom Countdown-Doktor aufstehen und ihn irgendwie beschimpfen. Danach gehen sie hinten um das Vereinsheim zum Parkplatz. "Ist denen jetzt wohl etwas peinlich", sagt Volker grinsend. "Man muss halt die Dinge ansprechen, dann klärt sich vieles von selber", kommentiert Herrmann die Lage trocken. Da kann ich nur zustimmend nicken.
Nach einiger Zeit höre ich, wie jemand Gitarre spielt. "Nanu, wo kommt den die Klampfe her?" frage ich in die Runde. "Die liegt im Vereinsheim", antwortet Daniela, "die hat uns mal jemand geschenkt." "Aha", sage ich. Eine junge Frau improvisiert auf der Gitarre. "Hört sich gut an", sage ich. Eine Weile spielt sie, dann macht sie eine Pause. "Spielst Du eigentlich auch noch?" fragt mich Dirk, "Du hast ja in der Schülerband unserer Schule gespielt." Gespannt schauen die Leute an unserem Tisch mich an. Ich lächele und sage dann: "Ja, ich habe die ganze Zeit immer mal wieder meine Klampfe rausgeholt. Seit einiger spiele ich auch wieder in einer Band." Daniela schaut mich erfreut an. "Das ist ja toll", sagt sie, "tretet ihr auch auf?" "Na klar", sage ich und erzähle von dem geplanten Schützenfest. "Toll das ist ja im unserem Nachbarort", freut sich Daniela, "vielleicht haben wir ja Zeit, vorbeizuschauen." Kurz danach versucht sich jemand anderes an Reinhard Meys "über den Wolken". Ich verzeihe das Gesicht. Dirk und Rainer grinsen mich an, weil sie wohl den Gitarrenspieler sehen. "Boah, die Gitarre ist total verstimmt", sage ich und drehe mich um. Als ich sehe, wer da spielt, entgleisen mir die Gesichtszüge. Der Countdown-Doktor spielt die Gitarre. Ich drehe mich wieder um. "Dem scheint ja gar nichts peinlich zu sein", sage ich genervt in die Runde. Auch Carola verzieht das Gesicht. "Man sollte die arme Gitarre von dem Spieler erlösen", sage ich schließlich und drehe mich wieder um. Der Typ spielt das Stück zu Ende und schaut mich an. "Ist irgendwas?" fragt er schnippisch. "Ja, zwei Sachen", antworte ich, "Erstens, ich würde die Saiten zupfen und nicht mit dem Plektron spielen. Dann klingt das ganze Stück wie im Original." "Und zweitens?" fragt er leicht angesäuert. Ich warte kurz und dann sage ich grinsend: "Die Gitarre muss gestimmt werden!" Er gibt mir die Gitarre und sagt dann forsch: "Dann machen sie es doch besser!" Ich nehme die Gitarre und sage immer noch grinsend: "Worauf sie wetten können."
Ich spiel die Saiten einzeln an. "Meine Güte, das ist ja jenseits von wieso-das-denn!" sage ich feixend, "gibt es ein Stimmgerät oder eine Stimmgabel?" Dirk schaut in den Gitarrenkoffer. "Nee, hier ist nur ein Röhrchen", sagt er. "Oh cool. Das ist für später", sage ich. Dann stimme ich die A-Saite. "So, jetzt brauche ich ein "A"", sage ich und singe ein "A". "Wow, sehr schön", sagt die Dame, die als zweite vorhin von der "neuen" Winde hochgezogen wurde, "selten so einen schönen Kammerton "A" gehört." Ich zwinkere ihr zu. Dann stimme ich die anderen Saiten. Zum Schluss spiel ich alle Saiten an. "Na das hört sich schon ganz anders an", sagt die Dame, "du scheinst ja einiges zu können." "Gitarrenunterricht seit ich sechs bin, mit neun Jahren kam dann auch noch klassische Gitarre dazu", sage ich lächelnd. "Toll", sagt sie dann noch. Dann fange ich an das Lied zu spielen. Ich zupfe im Gegensatz zu "Doktor Countdown" die Saiten. Nach dem Intro fange ich an zu singen: "Wind Nord/Ost, Startbahn null-drei, bis hier hör' ich die Motoren"¦". An allen Tischen ist auf einmal Ruhe, viele schauen verträumt, Paare kuscheln sich zusammen. Als ich fertig bin gibt es einen anerkennenden Applaus. "Sehr schön, Steffi", sagt die Gattin von Herrmann begeistert. "Doktor Countdown" hat in der Zwischenzeit die Runde verlassen. "Das war jetzt zu viel für ihn", sagt Volker grinsend. "Tja", sagt Carola, "man sollte Sachen nur machen, wenn man sie auch richtig kann." "So sehe ich das auch", sage ich zustimmend. "Na ja, mal sehen, was wir mit ihm noch erleben", sagt Dirk und ist etwas angespannt dabei. Ich hole mir in der Zwischenzeit das Röhrchen aus dem Gitarrenkoffer, stecke es mir auf den kleinen Finger und spiele ein paar Blues Stücke. Die junge Frau, die vorhin Gitarre spielte kommt zu uns. "Hi, ich bin Annika", sagt sie, "das ist cool, wie Du spielst, darf ich mir das mal abgucken?" "Na klar", antworte ich und gebe ihr die Gitarre und zeige ihr die Spielweise. "Stark", sagt Annika, "wieder was dazu gelernt." Nach und nach gehen immer mehr Leute nach Hause. "Ich werde mich dann auch mal auf den Weg machen", sage ich, als es kurz vor Mitternacht ist, "wir sehen uns bestimmt morgen wieder." "Aber so was von"¦", sagt Rainer lachend. Kurze Verabschiedungsrunde, dann radele ich nach Hause.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Dwt-Lilo-SL
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Re: Blutengel
das war oder besser ist eine Fortsetzung vom feinsten, DANKE
mache weiter so!!!
lg LILO-GINA
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
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Stephanie
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- Registriert: Mo 31. Mär 2014, 18:05
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- Pronomen: Gute Frage...
- Wohnort (Name): Meine
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Re: Blutengel
Auf dem Segelflugplatz Teil 6
Nach dem Aufstehen gehe ich erstmal ausgiebig duschen. Die Haare wasche ich bei der Gelegenheit gleich mal mit. Da ich in letzter Zeit eine hochwertigere Perücke trage, föhne ich sie hinterher vorsichtig. Das Ganze mache ich über Kopf. Nachdem ich fertig bin, und sich die Haare trocken anfühlen, werfe ich den Kopf vorsichtig nach hinten. Als ich im Spiegel schaue, muss ich loslachen. "Ach herrje, das sieht ja so aus, als wäre mir der Fön explodiert", sage ich halblaut zu mir selber. Die Haare, die sonst leicht gewellt fast bis zu den Schulterblättern reichen, gehen jetzt gelockt bis auf die Schultern. Auch sonst stehe sie voluminös nach allen Seiten ab. "Aber nach dem ersten Schock sieht das eigentlich ganz gut aus", denke ich mir. Ich mache mir erstmal ein Frühstück und schaue danach, ob sich die Haare wieder etwas legen. Beim Frühstücken lasse ich mir viel Zeit. Ich lasse die letzten Tage noch mal vor dem geistigen Auge ablaufen. Es ist ja echt eine Menge passiert. Nach einer ganzen Weile räume ich mein Frühstücktisch ab. Dann gehe ich noch mal ins Bad. "Na ja, ein wenig gesetzt hat sich die Locken-Haufen ja", sage ich leise, "ach was soll"˜s ich fixiere das jetzt." Mit Haarspray sprühe ich die Haare vorsichtig ein. Zum Schluss begutachte ich mich noch mal im Spiegel. "Das sieht eigentlich total niedlich aus", sage ich leise. Ich gehe zum Kleiderschrank und suche mir ein verspieltes Kurzarm-Kleid heraus. Dazu noch passende Peeptoe Pumps mit mittlerem Absatz. Natürlich nehme ich zum Fliegen nachher noch flache Schuhe mit. Dazu noch eine Strickjacke. Ein kurzer Check nochmal im Spiegel, dann gehe ich zur Wohnungstür. Auf dem Bildschirm an der Tür sehe ich Lisa im Treppenhaus stehen, wie sie sich grade mit der einen der beiden Krankenschwestern von oben unterhält. Ich öffne die Tür und grüße die beiden freundlich. Die beiden schauen mich erstaunt an. Lisa fasst sich als erste und sagt: "Steffi, das sieht ja süß aus mit den Haaren." Die Krankenschwester staunt nur mit offenen Mund. "Geht das so, kann ich so los"?" frage ich. "Ja natürlich", sagt Lisa. Die Krankenschwester nickt nur, immer noch sprachlos. "Ich muss noch mal auf den Platz", sage ich und verabschiede mich freundlich.
Da Katja heute mit dem Anhänger kommt, fahre ich mit dem Auto zum Flugplatz. Es ist nicht viel los unterwegs, ist ja auch Sonntagvormittag. Bald komme ich schon auf dem Platz an. Ich parke das Auto und gehe auf das Gelände. Volker, Rainer und Rolf, sowie die Mannschaft von der zweiten Winde sind grade dabei alles vorzubereiten. "Guten Morgen", wünsche ich freundlich in die Runde. "Guten Morgen, Steffi", wünscht mir Gabi, die das Schleppauto der zweiten Winde fährt. "Boah, Mädel, was ist denn mit deinen Haaren passiert?" fragt Volker erstaunt. "Mir ist der Föhn explodiert", antworte ich grinsend. "Sieht das süß aus", sagt Rainer und schaut vorsichtig zu seiner Frau Carola. "Nur anschauen, ja?" sagt Carola feixend. Alle anderen müssen lachen. Gemeinsam gehen wir zu den Winden. "Willst Du heute nicht fliegen?" fragt mich Volker. "Doch, aber später", antworte ich, "nachher kommt eine gute Freundin von mir. Wir wollen dann mal eine Runde drehen." Zu dem Zweck reserviere ich einen der Zweisitzer für 13:00 Uhr. "Steffi, kannst Du vielleicht für Gabi, für eine Stunde das Schleppauto fahren?" fragt mich Klaus, der die andere Winde bedient, "dann könnte ich Gabi an der Winde anlernen." "Na klar, kein Problem", sage ich und ziehe noch fix meine Ballerinas an. So langsam trudeln die ersten Flieger ein. Die vorderen hängen das Schleppseil selber ein. Ich stiege schon Mal ins Auto und starte es. Rainer zieht den ersten Flieger hoch. Das Seil klinkt aus und kommt am Fallschirm runter. Als es unten ist fährt Rolf hin hängt es am Auto ein und fährt zu den Fliegern. Dann zieht Klaus den nächsten hoch. Ich warte auf das Seil bis es runterkommt. Dann fahre auch ich hin und hänge es am Auto ein. Langsam fahre ich los. Es ist immer ein Zusammenspiel zwischen Windenbediener und Fahrer. Und ein bisschen Gefühl gehört auch dazu. Mit Klaus und mir klappt das auf Anhieb ganz gut. Ich bin unterdessen bei den Fliegern angekommen. Hier oben ist noch keiner da, der das Seil vom Auto abhängt, deswegen fahre ich ein Stück neben den Segler außerhalb der Reichweite der Tragflächen. Ich steige aus und mache das Seil ab und ziehe es in Richtung Flieger. "Guten Morgen Steffi", grüßt mich der Pilot, ein guter Bekannter von früher. "Moin Raimund", grüße ich zurück. "Schön siehst Du aus, heute", sagt er dann noch, "steht Dir gut die Frisur." Ich zwinkere ihm zu. Hinter Raimund stehen zwei weitere Piloten und schauen mich erstaunt an. Ich stehe mit dem Seil vor Raimunds Flieger. "Es fehlt noch"™n Meter", sage ich, "könnt ihr Raimund mal helfen, den Jet mal ein Stück vorschieben?" "Ja natürlich", sagt einer der Beiden verdattert. Sie schieben den Flieger vor und ich hänge das Seil ein. Dann gehe ich an die Seite zum Schleppauto. Raimund steigt ein und schließt das Kabinendach. Er zeigt mir den "Daumen hoch". "Stefanie an Winde Eins, Startbereitschaft", sage ich. "Verstanden!" kommt von Klaus die Antwort. Ich schaue zu Raimund. Er zeigt erneut den Daumen. "Stefanie an Winde Eins, Start frei", sage ich dann. Von Klaus kommt erneut ein: "Verstanden." Dann strafft sich das Seil und der Flieger wird beschleunigt. Ich steige ins Auto und fahre in großem Abstand hinterher. Der Flieger ist oben und das Seil klinkt aus. Als es auf dem Boden Ankommt fahre ich schneller hin, steige aus und hänge es hinten am Auto an. Und dann geht es wieder zu den Fliegern. Fast im Akkord geht es weiter. Nach einiger Zeit haben wir dann auch alle hochgezogen und ich gönne mir eine Pause.
Daniela kommt zu mir. Sie trägt einen Korb in dem sich ein paar Kaffeebecher und eine Kaffeekanne befinden. "Magst Du einen Kaffee?", fragt sie. "Aber gerne doch", antworte ich freudig. Ich halte den Becher, während Daniela einschenkt. Mittlerweile landen die ersten Flieger wieder. Daniela zieht mit der "Kaffeebar" weiter. Ein Zweisitzer wird zu meinem Seil geschoben. Zwei Frauen schieben ihn. "Guten Morgen Steffi", grüßt mich die eine. Ich überlege kurz, dann erkenne ich sie wieder. "Hallo Marina, heute mit Tochter unterwegs?" frage ich. Als ich vor 15 Jahren das letzte Mal hier war, konnte Lisa grade laufen. "Hi Steffi", grüßt sie mich etwas schüchtern. "Hi Lisa", grüße ich zurück. "Ich habe ihr schon ein bisschen über Dich erzählt", sagt Marina. "Ich finde das ja ziemlich cool", sagt Lisa dann noch. "Wenn Du Fragen hast, frag einfach jederzeit", sage ich lächelnd. Lisa nickt freundlich. "Aber jetzt wollt ihr nach oben, richtig?" frage ich. "Na klar", sagen beiden gleichzeitig. Ich hänge das Seil ein, während die Beiden einsteigen. Marina schließt das Kabinendach und wir machen das übliche Start Prozedere. In lockerer Folge kommen immer mal wieder Flieger. Dann sehe ich einen, der seinen Flieger umständlich alleine schiebt. Ich erkenne ihn, es ist Doktor Countdown. Obwohl es mir total widerstrebt, biete ich meine Hilfe an. Er lehnt es aber gleich ab. Ich wundere mich kurz und hänge das Seil ein. Grade als ich ihn nach dem Ablauf fragen will, plappert er gleich los: "Ich würde gerne selber das Signal geben." "Ach, die Nummer wieder", sage ich emotionslos. Er steigt ein und schließt das Kabinendach. "Hallo, ich gebe selber das Startsignal", sagt er über Funk, "ich zähle von fünf runter." Gespannt warte ich, was jetzt passiert. "Fünf, Vier", zählt er, "Eins, Null." Nicht passiert, das Seil liegt schlaff auf dem Boden. Ich muss aufpassen, dass ich nicht laut loslache. Ich stehe am Auto gelehnt und warte, was da jetzt passiert. Ich höre Klaus seine Stimme im Funk: "Winde Eins an D-0815. Würden Sie mir bitte mitteilen, ob Sie Startbereitschaft hergestellt haben." Der Countdown Doktor schaut mich verdattert an. Ich zucke mit den Schultern. Er macht das Kabinendach auf. "Winde 1 an Stefanie. Was ist denn da los?" höre ich Klaus fragen. "Ich versuche es herauszubekommen", antworte ich. Ich gehe zum Flieger. "Ist Ihnen das Start-Prozedere nicht bekannt?" frage ich ihn, "das, was jedes Mitglied hier unterschreiben muss, wenn es hier starten will?" Er schaut mich verdattert an. "Sie steigen jetzt bitte wieder ein, geben mir ein Zeichen, dass Sie startbereit sind", sage ich bestimmend, "das ist in der Regel der Daumen hoch oder "Hand zum Gruß". Und wenn sie dann starten wollen, dann zeigen Sie mir erneut das Zeichen. Die Kommunikation mit der Winde übernehme ich." Widerwillig schließt er das Kabinendach und zeigt mir den Daumen. "Stefanie an Winde eins, Startbereitschaft hergestellt", sage ich. "Verstanden kommt von Klaus. Vom Countdown-Doc kommt erneut das Zeichen. "Start Frei", sage ich. "Verstanden!" kommt von Klaus. Das Seil strafft sich und zieht den Flieger hoch. "Na bitte es geht doch", höre ich Klaus trocken sagen. Bei drei Fliegern hänge ich noch das Seil ein, dann löst mich Gabi ab. Als sie aussteigt kann sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ich lächele und zwinkere ihr zu. Mit dem Seilschleppauto fahre ich dann zu den Winden. Auch hier herrscht eine gewisse Heiterkeit.
Ich schaue kurz aufs das Handy. Katja hat mir vor einigen Minuten eine Nachricht geschickt: "Ich fahre jetzt bei mir los und hole den Anhänger bei Jens ab", steht da. "OK", schreibe ich zurück, "ich bin bei den Winden." "Alles klar", schreibt Katja. Rainer winkt zu mir rüber. "Na, Steffi? Kannst Du mich kurz ablösen?" fragt mich er. "Na klar, kein Problem", sage ich, "ich habe noch ein bisschen Zeit, bis mein Besuch kommt." Bei den Fliegern sind mittlerweile Helfer angekommen, die das Funken zum Start übernehmen. Nach einigen Starts höre ich eine bekannte Stimme mit einem bekannten Spruch. Der Countdown-Doktor wieder: "Hallo, ich gebe das Signal selber, ich zähle von Fünf runter." Ich schüttele mit dem Kopf und schaue grinsend zu Klaus rüber. Der grinst auch. "Stefanie an D-0815, vor welcher Winde stehen sie?" frage ich. Klaus zeigt mir den Daumen hoch. "Äh, wie jetzt", fragt der Doc. "Winde 1 oder 2?" frage ich wieder. Keine Antwort. "Wenn sie in ihrem Cockpit sitzen und nach vorne rausschauen, dann liegt vor Ihnen ein Seil und dann muss entweder links oder rechts von Ihnen ein Seil liegen", sage ich mit Engelszungen. "Äh, rechts von mir liegt ein Seil", sagt der Doc. "Ah! Sehr gut, dann stehen sie vor Winde 2" sage ich. "Na gut, dann zähle ich jetzt von Fünf runter", sagt der Doc. Alle die an den Winden stehen schauen erwartungsvoll zu mir rüber. "Also, Fünf, vier", sagt der Doc, "Eins, Null." Ich starte die Winde nicht, stattdessen sage ich: "Winde Eins an D-0815. Würden Sie mir bitte mitteilen, ob Sie Startbereitschaft hergestellt haben." "Jetzt reicht"™s mir hin"!" höre ich den Doc im Funk brüllen. Dann ist Ruhe. "Gabi an Winde 2. Der Herr ist ausgestiegen und geht jetzt in Richtung Winde", höre ich Gabi im Funk. "OK!? Verstanden", sage ich, "Startabbruch an Winde zwei. Könnt ihr da oben den Flieger an die Seite schieben, so dass er die landenden Flieger nicht stört?" "Verstanden, machen wir", höre ich Jannik
Nach kurzer Zeit meldet sich Jannik wieder. "So, der Flieger vom Rückwärtszähler ist beiseitegeschoben und gesichert", sagt er, "und der nächste Flieger ist startbereit." "Verstanden", antworte ich, "wir müssen jetzt nur schauen, wo der Fußgänger ist." Dann sehe ich ihn weitab der Seile gehen. "Der ist außerhalb des Gefahrenbereiches", sage ich. "Start frei" kommt von Jannik und ich starte und beschleunige die Winde. In der Zwischenzeit ist der Countdown-Doc bei uns angekommen. Er kommt zu mir und fängt an loszuschimpfen, was mir so einfällt und so. Ich beachte ihn erstmal nicht und frage Rainer, ob er mich mal ablösen kann. Dann nehme ich mir die Anweisung für die Seilstarts, die an den Winden liegt. Dirk ist mittlerweile auch dazu gekommen. Ich gehe zum immer noch meckernden Doc.
"Sie sind jetzt bitte mal ganz ruhig", sage ich lautstark, "Sie haben einen Fehler gemacht." "Was? wie? Ich?" stottert er. Ich nehme die Anweisung und halte sie ihm vor. "Kennen sie dieses Papier?" frage ich, "haben Sie das, wie wir alle, unterschrieben?" Er schaut mich erstaunt an. Bevor er was sagen kann, sage ich: "Da steht genau drauf, wie ein Start abläuft, und wer wann was macht. Und es gibt drei Möglichkeiten: 1. es steht dort oben jemand der das Seil einhängt und die Startfreigabe gibt, 2. Der Schleppfahrzeugfahrer hängt das Seil ein und gibt die Freigabe und 3. Der Flieger gibt selber die Startfreigabe und alle drei Möglichkeiten haben einen festgelegten Ablauf, da ist nichts mit Rückwärtszählen. Wenn sie scharf auf Countdown sind, dann gehen Sie doch bitte zu dem Modellraketenflieger hier in Braunschweig." Er schaut mich völlig verdattert an. Bevor er wieder was sagen kann, sage ich weiter: "Das Bodenpersonal hat verdammt noch mal eine Wahnsinns-Verantwortung die Flieger unbeschadet in die Luft zu kriegen, da haben wir für auf Extra-Würste überhaupt kein Verständnis."
Dirk steht ein paar Meter hinter dem Rückwärtszähler und hat sich meinen Monolog angehört. Dirk ist eigentlich ein ruhiger Geselle und hat immer ein Lächeln auf seinem verschmitzten Gesichtsausdruck. Jetzt sieht er grade ganz anders aus. Mit ernster Miene fragt er dann: "Bist Du fertig, Steffi?" Ich nicke und sage: "Ja!" Dann spricht Dirk den Countdown-Doc an. "Kommen Sie bitte mal mit", sagt er dann zu ihm. Dirk führt ihn von uns weg. "Oh, oh!" sagt Rainer, "jetzt gibt es Ärger für den "Doc"." "Er hat ja förmlich darum gebettelt", sage ich trocken. Rainer nickt, während Klaus zu mir sagt: "Du bist ja vielleicht eine coole Nummer." Ich lächele und zwinkere wie üblich mit den Augen. Dann gehen wir wieder zum Normalbetrieb über. Nach einiger Zeit sehe ich Daniela vom Vereinsheim herkommen. Neben ihr geht Katja. Sie sind zwar noch weiter weg, aber ich winke schon mal übertrieben heftig. Katja und Daniela lächeln. "Steffi, Du hast Besuch", sagt Daniela lächelnd, als sie bei mir sind. "Huhu Katja!" sage ich und dann umarmen wir uns herzlich. "Hi Steffi, schön Dich zu sehen", sagt Katja erfreut. Daniela steht neben uns und freut sich mit uns. "Ihr habt euch wohl eine Ewigkeit nicht gesehen, was?" fragt Daniela. "Ja"¦", fange ich an zu sagen. "Ungefähr, drei Wochen", sagt Katja grinsend. Jetzt schaut Daniela etwas verdattert, was mich zum Grinsen bringt. Wir erklären Daniela kurz die Hintergründe. "Ach so!" sagt Daniela dann. Zusammen gehen wir dann Richtung Vereinsheim. "Mal schauen, ob Dirk mit dem Quertreiber fertig ist", sagt Daniela vorsichtig. Katja kläre ich kurz auf, was vorgefallen ist. Sie schüttelt den Kopf. "Solche Typen hat man leider überall", sagt sie dann noch. Wir sind noch auf dem Weg zum Vereinsheim, da sehen wir den Countdown-Doc, wie er selbiges verlässt. Er geht zu seinem Auto, steigt an und fährt davon.
Wir gehen ins Vereinsheim. Ich muss mit Katja wegen des Fluges ein wenig Schriftkram machen. Dirk sitzt am Schreibtisch und hat mittlerweile wieder seinen üblichen gute Laune Gesichtsausdruck drauf. Ich stelle ihm Katja vor und erzähle von unserem Vorhaben. "Schön", sagt er, "viel Spaß wünsche ich euch." Wir bedanken uns, dann nehmen Katja und ich uns einige Schriftstücke vor. Bist Du schon mal mit so einem Segler geflogen?" frage ich Katja. "Nein, noch gar nicht", antwortet Katja. Ich erkläre ihr dann noch ein paar Besonderheiten vorab.
Daniela fragt Dirk: "Was hast Du dem Querulanten denn erzählt?" "Um es kurz zu machen, ich habe ihn mit seinem Fehlverhalten konfrontiert", sagt Dirk, "ich habe ja den Funk vorhin mitgehört. Dann habe ich ihm empfohlen sich anzupassen, oder den Verein zu verlassen." "Na dann bin ich mal gespannt", sagt Daniela. "So, wir haben alles erledigt", sage ich und gebe Dirk die Unterlagen, "einmal Behördendreikampf." "Knicken, lochen und abheften", sagt Dirk grinsend. "Die beiden kennen sich seit Schulzeiten", sagt Daniela zu Katja. "Ah ja", sagt Katja lächelnd. "Also, der eine der Zweisitzer ist grade da, ihr könntet dann starten", sagt Dirk noch. "Oh, super", sage ich noch, "vorher noch schnell auf Toilette, dann können wir länger oben bleiben." "OK", sagt Katja. Dann gehen wir zum Flieger. "Einfach an der Tragfläche anfassen und schieben", sage ich. "Das ist ja leicht", staunt Katja. Wir schieben den Flieger in Richtung Warteschlange. Vor uns sind einige Flieger dran. Katja fragt mich: "Du bist doch bestimmt mit Sandra auch schon mal geflogen, oder?" Ich grinse Katja an und sage: "Ach Sandra." Und winke mit der Hand ab. "Wie jetzt?" fragt Katja. Ich erzähle ihr was ich mit Sandra in den letzten Wochen erlebt habe. "Überrascht mich jetzt nicht wirklich", sagt Katja grinsend. Dann schieben wir unseren Flieger auf Startposition vor die Winde 2. "Ah, Steffi geht in die Luft", sagt Jannik lachend, "mit Countdown?" Ich schüttele lachend den Kopf. "Nee, nach Standard bitte", sage ich dann noch. "Alles Klar", sagt Jannik. Katja und ich schieben den Flieger bis zum Seil vor. Jannik hängt das Seil ein, während wir einsteigen. Ich schließe das Kabinendach und frage Katja noch mal: "Alles gut? Aufgeregt?" "Ein bisschen, aber sonst alles gut", antwortet Katja. Dann zeige ich Jannik den Daumen. "Jannik an Winde 2, Thermiknatter Steffi hat Startbereitschaft", sagt er, was Katja zum Staunen bringt. "Thermiknatter?" fragt sie. Ich erkläre es Dir oben", sage ich lächelnd und zeige dann Jannik erneut den Daumen. "Start frei", sagt Jannik. Das Seil strafft sich und zieht uns an. "Huh!" sagt Katja etwas aufgeregt. Die Geschwindigkeit nimmt zu und der Flieger hebt ab. "Und hoch geht"™s", sage ich und ziehe den Steuerhebel ran. Der Flieger geht in den Steigflug. "Ui, das geht ja ab", sagt Katja beeindruckt. "So, dann suchen wir mal einen Aufwind", sage ich, als das Seil ausgeklinkt hat. "Bis hierhin war das schon mal super!" sagt Katja.
Nach dem Aufstehen gehe ich erstmal ausgiebig duschen. Die Haare wasche ich bei der Gelegenheit gleich mal mit. Da ich in letzter Zeit eine hochwertigere Perücke trage, föhne ich sie hinterher vorsichtig. Das Ganze mache ich über Kopf. Nachdem ich fertig bin, und sich die Haare trocken anfühlen, werfe ich den Kopf vorsichtig nach hinten. Als ich im Spiegel schaue, muss ich loslachen. "Ach herrje, das sieht ja so aus, als wäre mir der Fön explodiert", sage ich halblaut zu mir selber. Die Haare, die sonst leicht gewellt fast bis zu den Schulterblättern reichen, gehen jetzt gelockt bis auf die Schultern. Auch sonst stehe sie voluminös nach allen Seiten ab. "Aber nach dem ersten Schock sieht das eigentlich ganz gut aus", denke ich mir. Ich mache mir erstmal ein Frühstück und schaue danach, ob sich die Haare wieder etwas legen. Beim Frühstücken lasse ich mir viel Zeit. Ich lasse die letzten Tage noch mal vor dem geistigen Auge ablaufen. Es ist ja echt eine Menge passiert. Nach einer ganzen Weile räume ich mein Frühstücktisch ab. Dann gehe ich noch mal ins Bad. "Na ja, ein wenig gesetzt hat sich die Locken-Haufen ja", sage ich leise, "ach was soll"˜s ich fixiere das jetzt." Mit Haarspray sprühe ich die Haare vorsichtig ein. Zum Schluss begutachte ich mich noch mal im Spiegel. "Das sieht eigentlich total niedlich aus", sage ich leise. Ich gehe zum Kleiderschrank und suche mir ein verspieltes Kurzarm-Kleid heraus. Dazu noch passende Peeptoe Pumps mit mittlerem Absatz. Natürlich nehme ich zum Fliegen nachher noch flache Schuhe mit. Dazu noch eine Strickjacke. Ein kurzer Check nochmal im Spiegel, dann gehe ich zur Wohnungstür. Auf dem Bildschirm an der Tür sehe ich Lisa im Treppenhaus stehen, wie sie sich grade mit der einen der beiden Krankenschwestern von oben unterhält. Ich öffne die Tür und grüße die beiden freundlich. Die beiden schauen mich erstaunt an. Lisa fasst sich als erste und sagt: "Steffi, das sieht ja süß aus mit den Haaren." Die Krankenschwester staunt nur mit offenen Mund. "Geht das so, kann ich so los"?" frage ich. "Ja natürlich", sagt Lisa. Die Krankenschwester nickt nur, immer noch sprachlos. "Ich muss noch mal auf den Platz", sage ich und verabschiede mich freundlich.
Da Katja heute mit dem Anhänger kommt, fahre ich mit dem Auto zum Flugplatz. Es ist nicht viel los unterwegs, ist ja auch Sonntagvormittag. Bald komme ich schon auf dem Platz an. Ich parke das Auto und gehe auf das Gelände. Volker, Rainer und Rolf, sowie die Mannschaft von der zweiten Winde sind grade dabei alles vorzubereiten. "Guten Morgen", wünsche ich freundlich in die Runde. "Guten Morgen, Steffi", wünscht mir Gabi, die das Schleppauto der zweiten Winde fährt. "Boah, Mädel, was ist denn mit deinen Haaren passiert?" fragt Volker erstaunt. "Mir ist der Föhn explodiert", antworte ich grinsend. "Sieht das süß aus", sagt Rainer und schaut vorsichtig zu seiner Frau Carola. "Nur anschauen, ja?" sagt Carola feixend. Alle anderen müssen lachen. Gemeinsam gehen wir zu den Winden. "Willst Du heute nicht fliegen?" fragt mich Volker. "Doch, aber später", antworte ich, "nachher kommt eine gute Freundin von mir. Wir wollen dann mal eine Runde drehen." Zu dem Zweck reserviere ich einen der Zweisitzer für 13:00 Uhr. "Steffi, kannst Du vielleicht für Gabi, für eine Stunde das Schleppauto fahren?" fragt mich Klaus, der die andere Winde bedient, "dann könnte ich Gabi an der Winde anlernen." "Na klar, kein Problem", sage ich und ziehe noch fix meine Ballerinas an. So langsam trudeln die ersten Flieger ein. Die vorderen hängen das Schleppseil selber ein. Ich stiege schon Mal ins Auto und starte es. Rainer zieht den ersten Flieger hoch. Das Seil klinkt aus und kommt am Fallschirm runter. Als es unten ist fährt Rolf hin hängt es am Auto ein und fährt zu den Fliegern. Dann zieht Klaus den nächsten hoch. Ich warte auf das Seil bis es runterkommt. Dann fahre auch ich hin und hänge es am Auto ein. Langsam fahre ich los. Es ist immer ein Zusammenspiel zwischen Windenbediener und Fahrer. Und ein bisschen Gefühl gehört auch dazu. Mit Klaus und mir klappt das auf Anhieb ganz gut. Ich bin unterdessen bei den Fliegern angekommen. Hier oben ist noch keiner da, der das Seil vom Auto abhängt, deswegen fahre ich ein Stück neben den Segler außerhalb der Reichweite der Tragflächen. Ich steige aus und mache das Seil ab und ziehe es in Richtung Flieger. "Guten Morgen Steffi", grüßt mich der Pilot, ein guter Bekannter von früher. "Moin Raimund", grüße ich zurück. "Schön siehst Du aus, heute", sagt er dann noch, "steht Dir gut die Frisur." Ich zwinkere ihm zu. Hinter Raimund stehen zwei weitere Piloten und schauen mich erstaunt an. Ich stehe mit dem Seil vor Raimunds Flieger. "Es fehlt noch"™n Meter", sage ich, "könnt ihr Raimund mal helfen, den Jet mal ein Stück vorschieben?" "Ja natürlich", sagt einer der Beiden verdattert. Sie schieben den Flieger vor und ich hänge das Seil ein. Dann gehe ich an die Seite zum Schleppauto. Raimund steigt ein und schließt das Kabinendach. Er zeigt mir den "Daumen hoch". "Stefanie an Winde Eins, Startbereitschaft", sage ich. "Verstanden!" kommt von Klaus die Antwort. Ich schaue zu Raimund. Er zeigt erneut den Daumen. "Stefanie an Winde Eins, Start frei", sage ich dann. Von Klaus kommt erneut ein: "Verstanden." Dann strafft sich das Seil und der Flieger wird beschleunigt. Ich steige ins Auto und fahre in großem Abstand hinterher. Der Flieger ist oben und das Seil klinkt aus. Als es auf dem Boden Ankommt fahre ich schneller hin, steige aus und hänge es hinten am Auto an. Und dann geht es wieder zu den Fliegern. Fast im Akkord geht es weiter. Nach einiger Zeit haben wir dann auch alle hochgezogen und ich gönne mir eine Pause.
Daniela kommt zu mir. Sie trägt einen Korb in dem sich ein paar Kaffeebecher und eine Kaffeekanne befinden. "Magst Du einen Kaffee?", fragt sie. "Aber gerne doch", antworte ich freudig. Ich halte den Becher, während Daniela einschenkt. Mittlerweile landen die ersten Flieger wieder. Daniela zieht mit der "Kaffeebar" weiter. Ein Zweisitzer wird zu meinem Seil geschoben. Zwei Frauen schieben ihn. "Guten Morgen Steffi", grüßt mich die eine. Ich überlege kurz, dann erkenne ich sie wieder. "Hallo Marina, heute mit Tochter unterwegs?" frage ich. Als ich vor 15 Jahren das letzte Mal hier war, konnte Lisa grade laufen. "Hi Steffi", grüßt sie mich etwas schüchtern. "Hi Lisa", grüße ich zurück. "Ich habe ihr schon ein bisschen über Dich erzählt", sagt Marina. "Ich finde das ja ziemlich cool", sagt Lisa dann noch. "Wenn Du Fragen hast, frag einfach jederzeit", sage ich lächelnd. Lisa nickt freundlich. "Aber jetzt wollt ihr nach oben, richtig?" frage ich. "Na klar", sagen beiden gleichzeitig. Ich hänge das Seil ein, während die Beiden einsteigen. Marina schließt das Kabinendach und wir machen das übliche Start Prozedere. In lockerer Folge kommen immer mal wieder Flieger. Dann sehe ich einen, der seinen Flieger umständlich alleine schiebt. Ich erkenne ihn, es ist Doktor Countdown. Obwohl es mir total widerstrebt, biete ich meine Hilfe an. Er lehnt es aber gleich ab. Ich wundere mich kurz und hänge das Seil ein. Grade als ich ihn nach dem Ablauf fragen will, plappert er gleich los: "Ich würde gerne selber das Signal geben." "Ach, die Nummer wieder", sage ich emotionslos. Er steigt ein und schließt das Kabinendach. "Hallo, ich gebe selber das Startsignal", sagt er über Funk, "ich zähle von fünf runter." Gespannt warte ich, was jetzt passiert. "Fünf, Vier", zählt er, "Eins, Null." Nicht passiert, das Seil liegt schlaff auf dem Boden. Ich muss aufpassen, dass ich nicht laut loslache. Ich stehe am Auto gelehnt und warte, was da jetzt passiert. Ich höre Klaus seine Stimme im Funk: "Winde Eins an D-0815. Würden Sie mir bitte mitteilen, ob Sie Startbereitschaft hergestellt haben." Der Countdown Doktor schaut mich verdattert an. Ich zucke mit den Schultern. Er macht das Kabinendach auf. "Winde 1 an Stefanie. Was ist denn da los?" höre ich Klaus fragen. "Ich versuche es herauszubekommen", antworte ich. Ich gehe zum Flieger. "Ist Ihnen das Start-Prozedere nicht bekannt?" frage ich ihn, "das, was jedes Mitglied hier unterschreiben muss, wenn es hier starten will?" Er schaut mich verdattert an. "Sie steigen jetzt bitte wieder ein, geben mir ein Zeichen, dass Sie startbereit sind", sage ich bestimmend, "das ist in der Regel der Daumen hoch oder "Hand zum Gruß". Und wenn sie dann starten wollen, dann zeigen Sie mir erneut das Zeichen. Die Kommunikation mit der Winde übernehme ich." Widerwillig schließt er das Kabinendach und zeigt mir den Daumen. "Stefanie an Winde eins, Startbereitschaft hergestellt", sage ich. "Verstanden kommt von Klaus. Vom Countdown-Doc kommt erneut das Zeichen. "Start Frei", sage ich. "Verstanden!" kommt von Klaus. Das Seil strafft sich und zieht den Flieger hoch. "Na bitte es geht doch", höre ich Klaus trocken sagen. Bei drei Fliegern hänge ich noch das Seil ein, dann löst mich Gabi ab. Als sie aussteigt kann sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ich lächele und zwinkere ihr zu. Mit dem Seilschleppauto fahre ich dann zu den Winden. Auch hier herrscht eine gewisse Heiterkeit.
Ich schaue kurz aufs das Handy. Katja hat mir vor einigen Minuten eine Nachricht geschickt: "Ich fahre jetzt bei mir los und hole den Anhänger bei Jens ab", steht da. "OK", schreibe ich zurück, "ich bin bei den Winden." "Alles klar", schreibt Katja. Rainer winkt zu mir rüber. "Na, Steffi? Kannst Du mich kurz ablösen?" fragt mich er. "Na klar, kein Problem", sage ich, "ich habe noch ein bisschen Zeit, bis mein Besuch kommt." Bei den Fliegern sind mittlerweile Helfer angekommen, die das Funken zum Start übernehmen. Nach einigen Starts höre ich eine bekannte Stimme mit einem bekannten Spruch. Der Countdown-Doktor wieder: "Hallo, ich gebe das Signal selber, ich zähle von Fünf runter." Ich schüttele mit dem Kopf und schaue grinsend zu Klaus rüber. Der grinst auch. "Stefanie an D-0815, vor welcher Winde stehen sie?" frage ich. Klaus zeigt mir den Daumen hoch. "Äh, wie jetzt", fragt der Doc. "Winde 1 oder 2?" frage ich wieder. Keine Antwort. "Wenn sie in ihrem Cockpit sitzen und nach vorne rausschauen, dann liegt vor Ihnen ein Seil und dann muss entweder links oder rechts von Ihnen ein Seil liegen", sage ich mit Engelszungen. "Äh, rechts von mir liegt ein Seil", sagt der Doc. "Ah! Sehr gut, dann stehen sie vor Winde 2" sage ich. "Na gut, dann zähle ich jetzt von Fünf runter", sagt der Doc. Alle die an den Winden stehen schauen erwartungsvoll zu mir rüber. "Also, Fünf, vier", sagt der Doc, "Eins, Null." Ich starte die Winde nicht, stattdessen sage ich: "Winde Eins an D-0815. Würden Sie mir bitte mitteilen, ob Sie Startbereitschaft hergestellt haben." "Jetzt reicht"™s mir hin"!" höre ich den Doc im Funk brüllen. Dann ist Ruhe. "Gabi an Winde 2. Der Herr ist ausgestiegen und geht jetzt in Richtung Winde", höre ich Gabi im Funk. "OK!? Verstanden", sage ich, "Startabbruch an Winde zwei. Könnt ihr da oben den Flieger an die Seite schieben, so dass er die landenden Flieger nicht stört?" "Verstanden, machen wir", höre ich Jannik
Nach kurzer Zeit meldet sich Jannik wieder. "So, der Flieger vom Rückwärtszähler ist beiseitegeschoben und gesichert", sagt er, "und der nächste Flieger ist startbereit." "Verstanden", antworte ich, "wir müssen jetzt nur schauen, wo der Fußgänger ist." Dann sehe ich ihn weitab der Seile gehen. "Der ist außerhalb des Gefahrenbereiches", sage ich. "Start frei" kommt von Jannik und ich starte und beschleunige die Winde. In der Zwischenzeit ist der Countdown-Doc bei uns angekommen. Er kommt zu mir und fängt an loszuschimpfen, was mir so einfällt und so. Ich beachte ihn erstmal nicht und frage Rainer, ob er mich mal ablösen kann. Dann nehme ich mir die Anweisung für die Seilstarts, die an den Winden liegt. Dirk ist mittlerweile auch dazu gekommen. Ich gehe zum immer noch meckernden Doc.
"Sie sind jetzt bitte mal ganz ruhig", sage ich lautstark, "Sie haben einen Fehler gemacht." "Was? wie? Ich?" stottert er. Ich nehme die Anweisung und halte sie ihm vor. "Kennen sie dieses Papier?" frage ich, "haben Sie das, wie wir alle, unterschrieben?" Er schaut mich erstaunt an. Bevor er was sagen kann, sage ich: "Da steht genau drauf, wie ein Start abläuft, und wer wann was macht. Und es gibt drei Möglichkeiten: 1. es steht dort oben jemand der das Seil einhängt und die Startfreigabe gibt, 2. Der Schleppfahrzeugfahrer hängt das Seil ein und gibt die Freigabe und 3. Der Flieger gibt selber die Startfreigabe und alle drei Möglichkeiten haben einen festgelegten Ablauf, da ist nichts mit Rückwärtszählen. Wenn sie scharf auf Countdown sind, dann gehen Sie doch bitte zu dem Modellraketenflieger hier in Braunschweig." Er schaut mich völlig verdattert an. Bevor er wieder was sagen kann, sage ich weiter: "Das Bodenpersonal hat verdammt noch mal eine Wahnsinns-Verantwortung die Flieger unbeschadet in die Luft zu kriegen, da haben wir für auf Extra-Würste überhaupt kein Verständnis."
Dirk steht ein paar Meter hinter dem Rückwärtszähler und hat sich meinen Monolog angehört. Dirk ist eigentlich ein ruhiger Geselle und hat immer ein Lächeln auf seinem verschmitzten Gesichtsausdruck. Jetzt sieht er grade ganz anders aus. Mit ernster Miene fragt er dann: "Bist Du fertig, Steffi?" Ich nicke und sage: "Ja!" Dann spricht Dirk den Countdown-Doc an. "Kommen Sie bitte mal mit", sagt er dann zu ihm. Dirk führt ihn von uns weg. "Oh, oh!" sagt Rainer, "jetzt gibt es Ärger für den "Doc"." "Er hat ja förmlich darum gebettelt", sage ich trocken. Rainer nickt, während Klaus zu mir sagt: "Du bist ja vielleicht eine coole Nummer." Ich lächele und zwinkere wie üblich mit den Augen. Dann gehen wir wieder zum Normalbetrieb über. Nach einiger Zeit sehe ich Daniela vom Vereinsheim herkommen. Neben ihr geht Katja. Sie sind zwar noch weiter weg, aber ich winke schon mal übertrieben heftig. Katja und Daniela lächeln. "Steffi, Du hast Besuch", sagt Daniela lächelnd, als sie bei mir sind. "Huhu Katja!" sage ich und dann umarmen wir uns herzlich. "Hi Steffi, schön Dich zu sehen", sagt Katja erfreut. Daniela steht neben uns und freut sich mit uns. "Ihr habt euch wohl eine Ewigkeit nicht gesehen, was?" fragt Daniela. "Ja"¦", fange ich an zu sagen. "Ungefähr, drei Wochen", sagt Katja grinsend. Jetzt schaut Daniela etwas verdattert, was mich zum Grinsen bringt. Wir erklären Daniela kurz die Hintergründe. "Ach so!" sagt Daniela dann. Zusammen gehen wir dann Richtung Vereinsheim. "Mal schauen, ob Dirk mit dem Quertreiber fertig ist", sagt Daniela vorsichtig. Katja kläre ich kurz auf, was vorgefallen ist. Sie schüttelt den Kopf. "Solche Typen hat man leider überall", sagt sie dann noch. Wir sind noch auf dem Weg zum Vereinsheim, da sehen wir den Countdown-Doc, wie er selbiges verlässt. Er geht zu seinem Auto, steigt an und fährt davon.
Wir gehen ins Vereinsheim. Ich muss mit Katja wegen des Fluges ein wenig Schriftkram machen. Dirk sitzt am Schreibtisch und hat mittlerweile wieder seinen üblichen gute Laune Gesichtsausdruck drauf. Ich stelle ihm Katja vor und erzähle von unserem Vorhaben. "Schön", sagt er, "viel Spaß wünsche ich euch." Wir bedanken uns, dann nehmen Katja und ich uns einige Schriftstücke vor. Bist Du schon mal mit so einem Segler geflogen?" frage ich Katja. "Nein, noch gar nicht", antwortet Katja. Ich erkläre ihr dann noch ein paar Besonderheiten vorab.
Daniela fragt Dirk: "Was hast Du dem Querulanten denn erzählt?" "Um es kurz zu machen, ich habe ihn mit seinem Fehlverhalten konfrontiert", sagt Dirk, "ich habe ja den Funk vorhin mitgehört. Dann habe ich ihm empfohlen sich anzupassen, oder den Verein zu verlassen." "Na dann bin ich mal gespannt", sagt Daniela. "So, wir haben alles erledigt", sage ich und gebe Dirk die Unterlagen, "einmal Behördendreikampf." "Knicken, lochen und abheften", sagt Dirk grinsend. "Die beiden kennen sich seit Schulzeiten", sagt Daniela zu Katja. "Ah ja", sagt Katja lächelnd. "Also, der eine der Zweisitzer ist grade da, ihr könntet dann starten", sagt Dirk noch. "Oh, super", sage ich noch, "vorher noch schnell auf Toilette, dann können wir länger oben bleiben." "OK", sagt Katja. Dann gehen wir zum Flieger. "Einfach an der Tragfläche anfassen und schieben", sage ich. "Das ist ja leicht", staunt Katja. Wir schieben den Flieger in Richtung Warteschlange. Vor uns sind einige Flieger dran. Katja fragt mich: "Du bist doch bestimmt mit Sandra auch schon mal geflogen, oder?" Ich grinse Katja an und sage: "Ach Sandra." Und winke mit der Hand ab. "Wie jetzt?" fragt Katja. Ich erzähle ihr was ich mit Sandra in den letzten Wochen erlebt habe. "Überrascht mich jetzt nicht wirklich", sagt Katja grinsend. Dann schieben wir unseren Flieger auf Startposition vor die Winde 2. "Ah, Steffi geht in die Luft", sagt Jannik lachend, "mit Countdown?" Ich schüttele lachend den Kopf. "Nee, nach Standard bitte", sage ich dann noch. "Alles Klar", sagt Jannik. Katja und ich schieben den Flieger bis zum Seil vor. Jannik hängt das Seil ein, während wir einsteigen. Ich schließe das Kabinendach und frage Katja noch mal: "Alles gut? Aufgeregt?" "Ein bisschen, aber sonst alles gut", antwortet Katja. Dann zeige ich Jannik den Daumen. "Jannik an Winde 2, Thermiknatter Steffi hat Startbereitschaft", sagt er, was Katja zum Staunen bringt. "Thermiknatter?" fragt sie. Ich erkläre es Dir oben", sage ich lächelnd und zeige dann Jannik erneut den Daumen. "Start frei", sagt Jannik. Das Seil strafft sich und zieht uns an. "Huh!" sagt Katja etwas aufgeregt. Die Geschwindigkeit nimmt zu und der Flieger hebt ab. "Und hoch geht"™s", sage ich und ziehe den Steuerhebel ran. Der Flieger geht in den Steigflug. "Ui, das geht ja ab", sagt Katja beeindruckt. "So, dann suchen wir mal einen Aufwind", sage ich, als das Seil ausgeklinkt hat. "Bis hierhin war das schon mal super!" sagt Katja.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Rundflug
Ich steuere den Flieger zu der großen Wiese in der Nähe meiner Wohnung. "Da unten in dem zweiten Haus ist meine Wohnung", sage ich und zeige es Katja. "Das ist ja nicht schlecht, da sieht man ja ein bisschen Natur ringsherum", sagt Katja. "Und hoch geht es wieder", sage ich, nachdem uns ein Aufwind erfasst hat, "deswegen nenne sie mich "Thermiknatter", weil ich Aufwinde riechen und schmecken kann." Katja lacht. "Nicht wirklich oder", fragt sie. "Ist eher eine gute Beobachtungsgabe", antworte ich lächelnd, "aber manche Vereinsmitglieder staunen nicht schlecht, wenn ich eine Thermik nach der anderen finde." "Na dann"¦", sagt Katja lachend. Wir schrauben uns im Aufwind hoch. Ich habe meinen Ort wie üblich gemeldet und es finden sich auch einige Flieger ein. "Sieht cool aus, wie die hier alle kreiseln", sagt Katja etwas staunend. "Die Fernsicht ist aber auch nicht ohne, heute", sage ich. "Oh ja", sagt Katja, "ich kann ja fast bis nach Hause gucken." "Wollen wir mal zum Harz fliegen?" frage ich. "Au ja, das wär toll", sagt Katja begeistert. Als wir aus der Thermik rausfliegen, nehme ich den gleichen Kurs, wie am Freitag. "Da haben wir aber einen tollen Flieger erwischt", sage ich begeistert, als wir vor Bad Harzburg ankommen. Er ist ziemlich neu, und dazu noch ein Hochleistungsflieger. "Woran merkst Du das?" fragt Katja. "An der Gleitzahl", antworte ich, "wir haben seit Braunschweig grade mal etwas mehr einen Kilometer Höhe verloren, das ist schon nicht schlecht." Eine Thermik habe ich auch gleich gefunden und kreise hoch. "Da vorne, unten ist die Kneipe von Jens und Bernie", sage ich und zeige dorthin. "Stimmt", sagt Katja, "das Anwesen ist aber ganz schön groß. Sieht von oben schon etwas anders aus." "Wollen wir mal zum Brocken fliegen?" frage ich. Katja dreht sich zur Seite und schaut mich strahlend an. "Sehr gerne", sagt sie erfreut, "ich rufe mal meine Familie an, ob sie denn schon oben sind. Wir wollten ja ursprünglich zusammen hochwandern." Katja schaut auf ihr Handy. "Das ist ja mal eine Signalstärke hier oben", sagt sie grinsend, "das wünscht man sich ja unten." Sie wählt eine Nummer und stellt ihr Handy auf mithören. Nach einigen Tuten geht Katjas Mutter ran. "Hallo, ich bin"™s", sagt Katja. "Wo bist Du grade?" fragt ihre Mutter. "Auf dem Weg zum Brocken", sagt Katja lächelnd. "Wie, du wolltest doch nach Braunschweig zu Steffi?" fragt Katjas Mutter erstaunt. "Ja da war ich auch, und jetzt bin ich mit Steffi unterwegs zum Brocken", sagt Katja. "Na gut und wo genau seid ihr?" fragt Katjas Mutter wieder. Katja schaut nach unten. "Das müsste die Ecker Talsperre sein, da unten", sagt Katja. "Wie, da unten?" fragt Katjas Mutter. Ich lache leise. "Na Du spannst ja Deine Leute auf die Folter", sage ich lachend, so dass Katja Mutter es hören kann. "Ja so ist sie", sagt Katjas Mutter auch lachend, "über welchen Weg kommt ihr denn?" "Über den Luftweg", antwortet Katja. "Hä, wie jetzt", sagt Katjas Mutter. "Mach"™s doch nicht so spannend", hören wir Katjas Vater im Hintergrund sagen. "Also, wir haben grade die Ecker Talsperre überflogen", sagt Katja. "Überflogen? Habt ihr einen Rundflug gebucht?" fragt Katjas Mutter. "So ähnlich", antwortet Katja, "ihr müsstet in Richtung Talsperre in einiger Höhe jetzt einen Segelflieger sehen." "Ja, da ist einer", sagt Katjas Vater, "und da sitzt du drin?" "Geeeenau", sagt Katja. "Und wo ist Steffi?" fragt Katjas Mutter. "Die sitzt hinter mir und fliegt das Ding", antwortet Katja. Ihre Eltern sagen grade mal gar nichts, ich kann mir aber bildlich vorstellen, wie sie staunend in unsere Richtung schauen. Mittlerweile sind wir am Brocken angekommen und ich leite die erste Umrundung ein. "Das ist ja ein Ding", hört man Katjas Mutter staunen. "Und wo seid ihr?" fragt Katja. "Wir stehen am Gipfelstein und schauen erstaunt dem Flieger hinterher", sagt Katjas Mutter. "Dann winkt doch mal", sagt Katja. Eine Gruppe Leute winkt dann auch. Als Antwort wackele ich mit den Tragflächen. "Hoppla, ist die gesamte Nachbarschaft mitgekommen?" fragt Katja grinsend, als sie die Gruppe sieht. "So ähnlich", sagt Katjas Mutter. Ich fliege die zweite Runde um den Gipfel. "Und, meine Kleine, macht es Spaß?" fragt Katjas Vater. "Total", sagt Katja erfreut, "und mit Steffi noch dreimal so viel." "Na dann möchten wir Steffi aber auch mal persönlich kennenlernen", sagt Katjas Mutter. "Gerne", antworte ich, "wir können ja mal zusammen auf den Brocken wandern." Katja Mutter lacht. "Ich nehme Dich beim Wort", sagt Katjas Vater auch lachend. Da wir immer noch eine ordentliche Höhe haben, wage ich noch eine dritte Runde. Ein paar mehr Details sind dann auch zu erkennen. In der Gruppe von Katjas Eltern steht einer mit einem Fernglas und schaut zu uns hoch. "Das ist mein Bruder", erklärt mir Katja. Da sie ihr Telefon noch anhat, hört man auch das Gespräch unten. "Jawoll, da sitzt Katja", sagt ihr Bruder, "und "¦ meine Güte, die Pilotin Steffi ist ja niedlich." "Tse", sage ich grinsend und dann: "So ihr lieben wir suchen uns jetzt einen netten Aufwind, damit wir hier nicht noch auf einem Gipfel landen müssen." "Tschüss ihr beiden", sagen Katjas Leute unten, "viel Spaß noch." "Danke, ebenso", sagen Katja und ich gleichzeitig.
Beim Umkreisen des Gipfels habe ich gemerkt, dass am Nordhang ein guter Aufwind herrscht, also fliege ich dorthin. Und prompt fliege ich eine ordentliche Thermik hinein. "Ist aber auch der einzige Vorteil, den man durch die Abholzung vom Borkenkäfer hat", sage ich. "Ja, sieht von oben erst recht nicht schön aus", sagt Katja. Der Aufwind bringt uns ordentlich nach oben. "Magst Du mir zeigen , wo Du wohnst?" frage ich Katja. "Na klar, gerne", antwortet Katja. Also steuere ich den Flieger in Richtung Torfhaus. "Das ist echt zu cool, seine Heimat mal von oben zu sehen", sagt Katja und schaut abwechselnd links und rechts herunter. Bald kommen wir über ihren Heimatort Altenau an. "Ein Stückchen noch in Richtung Talsperre", sagt Katja und schaut vorne raus, "ja da vorne ist es, der Hof da." Ich drehe eine Schleife über dem Hof. "Ist ja ganz schön groß", staune ich, "betreib ihr Landwirtschaft? "Nein schon länger nicht mehr, vorne haben meine Eltern eine Pension, dahinter ist ein Hofcafe und weiter hinten ist meine Praxis", antwortet Katja. "Stark!" antworte ich kurz. Dann fliegen wir weiter. Es geht wieder über die Okertalsperre. "Total schön", schwärmt Katja. Über das Okertal und den Ort Oker fliegen wir dann raus aus dem Harz. Während wir in der nächsten Thermik in der Nähe von Goslar nach oben kreiseln, frage ich Katja: "Wollen wir zurück oder drehen wir noch eine Runde?" "Och, ich halte noch durch", antwortet Katja lächelnd. "Na dann schauen wir mal in Hildesheim vorbei, oder?" frage ich. "Klar, gerne,", sagt Katja, da kommt meine Mutter her." Also machen wir uns auf den Weg dorthin. "Wie machst Du das denn jetzt wirklich mit der Thermik?" will Katja wissen. "Einerseits mit Beobachtungen, z.B. wo kreisen Greifvögel," antworte ich, "dann halte ich Ausschau nach einer bestimmten Wolkenform, die sich über Aufwinden bildet. Und seit neustem auch hiermit." Ich tappe auf mein Handy, was am Cockpit befestigt ist. Katja dreht sich um. "Google Maps", sage ich, "bei Landschaften, die ich noch nicht so genau kenne, wie das hier unter uns grade." "Aha", sagt Katja. "Am liebsten sind mir große, frischgepflügte Äcker, bei ordentlichem Sonnenschein", sage ich dann noch.
"Das ist doch schon Hildesheim, da vorne", sagt Katja, "das ging ja fix." "Ich bin auch schneller geflogen, als vorhin auf den Weg in den Harz", sage ich, "allerdings auf Kosten der Flughöhe." "Also wieder kreiseln", sagt Katja. "Genau", sage ich. "Schau mal, da vorne hinter dem Waldstück, neben der Autobahn, ist das was? fragt Katja, "Du lernst aber schnell", sage ich lächelnd, "sieht gut aus." Ich fliege hin und schon merkt man den Aufwind in den Tragflächen. Katja grinst. "Ist ja gar nicht so schwer", sagt sie dann. Wir fliegen dann weiter über Hildesheim. Als Orientierungspunkt habe ich mir den Dom rausgesucht. Das Dach vom Dom strahlt Grün-Bläulich und ist schon von weitem zu sehen. "Coole Farbe", kommentiert Katja. Dann verlassen wir Hildesheim. "In Hannover könnte man auch mal vorbeischauen", sage ich. "Gerne," sagt Katja, "ich staune, wie schnell das geht." Vor Hannover gehe ich noch mal in einen Aufwind. "Wie machst Du das eigentlich, mit dem Kurvenfliegen?" fragt Katja. Da der Flieger eine Doppelsteuerung hat sage ich: "Nimm doch mal vorsichtig das Steuer in die Hand und lege die Füße auf die Pedale unten. Die beiden Steuerungen sind gekoppelt. So merkst Du die Steuerbewegungen, die ich mache." "Okeee", sagt Katja und nimmt zaghaft den Steuerknüppel in die Hand und vorsichtig stellt sie ihre Füße auf die beiden Querruderpedale. "Aha, so machst man das", sagt Katja, "aber Du bist ja die ganze Zeit am Ausgleichen." "Genau, so geht"™s", sage ich, "Autopilot gibt es eben nicht." Die Thermik hat uns auf fast 3400 m gebracht, als wir hinausfliegen. "Magst Du mal Steuern?" frage ich Katja. "Hm", sagt Katja zögerlich, "wenn Du hilfst." "Na klar", sage ich. Vorsichtig betätigt Katja die Steuerung. Sie steuert eine kleine Linkskurve. "Hm, Du machst das aber noch irgendwie anders", sagt sie. "Ja ich nehme noch das Querruder dazu", sage ich, "drück den Steuerhebel mal leicht nach rechts und ich betätige das Querruder." "Ja, das ist gleich eleganter", sagt Katja. Ein bisschen probiert sie noch herum, dann übergibt sie mir wieder die Steuerung. "Ist ganz schön anstrengend", sagt sie dann, "aber ist bestimmt Gewöhnungssache." "Genau, zu Anfang ist man total angespannt, das gibt sich mit der Zeit, wenn die Erfahrung kommt", sage ich. "Eigentlich wie beim Autofahren lernen", sagt Katja, "nur das es hier noch hoch und runter gibt." "Stimmt", sage ich.
Nachdem wir uns Hannover von oben angeschaut haben, nehmen wir Kurs auf Braunschweig. Um den Verkehrsfliegern, die in Hannover landen wollen nicht in die Quere zu kommen, fliege ich südlich der A2. "Ganz schön was los da unten", sagt Katja, "ist ja mehr ein Parkplatz, statt einer Autobahn. Wie schnell sind wir eigentlich?" "120 km/h", antworte ich, "optimale Geschwindigkeit für eine lange Reichweite." "Wir sind ja schneller als die Autos", sagt Katja. "Du hast die Autobahn ja auch "Parkplatz" genannt", sage ich grinsend. "Wie schnell kann der Flieger eigentlich?" fragt Katja. "Locker 250 Sachen", antworte ich. "Das ist schon ordentlich", sagt Katja. "Aber das kostet halt Reichweite", sage ich, "kurz vor der Landung können wir das gerne mal ausprobieren." So langsam kommt Braunschweig in Sichtweite. Katja schaut auf die Uhr. "Das waren ja dreieinhalb Stunden", sagt sie, "habe ich gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit rumging." Wir schrauben uns noch einmal nach oben. "So, jetzt geben wir mal Gas", sage ich. Ich drücke den Steuerhebel leicht nach vorne. Der windschnittige Flieger nimmt sogleich auch Fahrt auf. "Da rauscht der Wind aber", sagt Katja fasziniert."260 km/h", sage ich. "Wow!" sagt Katja. "Jetzt nicht erschrecken", sage ich, "ich ziehe in eine Rechtskurve." Den Steuerhebel drücke ich leicht nach vorne und nach rechts, während ich gleichzeitig das Querruder betätige. Elegant geht der Flieger in die Rechtskurve, allerdings werden wir beide leicht in die Sitze gedrückt. "Boah, cool", sagt Katja begeistert, "das ist ja heiß." So langsam nähert sich unser Ausflug dem Ende. Wir fliegen noch einmal am Flugplatz vorbei. Dann ziehe ich noch mal so eine Kurve wie eben, was Katja noch mal mit einem "Hui" kommentiert. Im Landeanflug sind wir dann noch zu hoch. "Achtung Katja, nochmal "Hui"", sage ich. Und drücke den Steuerhebel nach vorne. Der Flieger geht auch gleich in den Sinkflug. Ich fange ihn ab und lande sicher. Langsam rollen wir aus. Mit dem Letzten Schwung rollen wir aus dem Landebereich heraus.
Ich öffne das Kabinendach. Eine Weile bleiben wir noch sitzen. Katja dreht sich um. "Total super, Steffi, das hat richtig Spaß gemacht", sagt sie begeistert. Dann steigen wir aus und schieben den Flieger Richtung Warteschlange. "Dürfen wir euch den Flieger gleich abnehmen?" fragt uns ein jüngeres Pärchen. "Na sicher", sage ich. Katja und ich gehen dann in Richtung Vereinsheim. Dabei fällt mir auf, dass das Tor von der Werkstatt offen ist, dass einige Mitglieder dort stehen und dass im Torbereich Tische und Bänke stehen. "Was ist denn da los?" fragt Katja. "Ich vermute mal Kaffee und Kuchen gibt es da", antworte ich, "lass uns mal schauen." Tatsächlich stehen dort einige Kannen Kaffee und einige selbstgebackene Kuchen. Natürlich steht Daniela dort. "Möchtet ihr auch Kaffee und Kuchen?" fragt sie uns prompt. Ich schaue Katja an. "Gerne" sagt sie. Wir suchen uns etwas aus und setzen uns dann auf eine Bank. "Sehr lecker", sagt Katja. Daniela kommt zu uns. "Gibt es noch irgendwas zu feiern?" frage ich. "Nöö, das machen wir schon seit einigen Jahren so", antwortet Daniela, "Kaffee kochen wir hier und den Kuchen bringen wir abwechselnd mit." "Ist ja toll", sagt Katja. "Stimmt", antworte ich, "früher gab es das nicht." Daniela lächelt. "Und kommt auch gut an", sagt sie. Dann fragt sie Katja, wie ihr der Flug gefallen hat. "Sehr gut", sagt Katja, "hat wirklich richtig Spaß gemacht." "Das können wir gerne wiederholen", sage ich. "Von mir aus gerne", sagt Katja freudig. Wir bleiben noch eine Weile sitzen, trinken noch einen Kaffee und unterhalten uns mit den andern. "Dann lass uns mal den Anhänger an mein Auto anhängen", sage ich. Katja und ich gehen zu den Autos. Ich hole aus meinen Auto den GPS Tracker. "Der ist ja klein", staunt Katja, "weniger als eine Zigarettenschachtel." "Auf die Idee hat mich ein Bekannter von Tierschutz gebracht", antworte ich lächelnd, "ich habe ja erst an deren Geräte gedacht. Aber die haben ja meistens ein Halsband dran." Katja lacht. "Womöglich hätte Torben dann jede Menge Leute hinter sich, die denken sie verfolgen einen Luchs", sagt sie. "Auch eine Idee", sage ich lachend. Rainer kommt zu uns. "Na was macht ihr da?" fragt er. "Gut, das Du da bist", sage ich, "wir versuchen das Ding hier anzubauen, so dass es nicht auffällt und einwandfrei sendet." Außerdem erzähle ich Rainer ein wenig von dem Hintergrund. Er hat eine gute Idee, die wir gleich umsetzen. "Bombenfest und völlig unauffällig", sage ich dann. Wir gehen noch mal zur Kaffee- und Kuchentheke. "Ein Kaffee geht noch, oder?" fragt Katja. "Na klar", sage ich. Dann wird es aber Zeit zum Aufbruch und verabschieden uns von den anderen. Wir gehen zu unseren Autos.
"Willst Du schon nach Hause? Oder wollen wir uns noch was zu futtern machen oder holen?" frage ich Katja. "Och, interessiert mich schon, wo Du wohnst", antwortet Katja. Also fahren wir zu mir. Auf dem Garagenhof stelle ich den Anhänger vor meine Garage, das Auto parke ich dann an der Straße. Anschließend gehen wir in meine Wohnung. "Ich bin immer noch nicht so ganz fertig mit dem Einrichten", sage ich, als wir in die Wohnung gehen. Das Möbelhaus kommt irgendwie nicht in den Knick mir ein Sofa und ein Bett zu liefern." Katja schaut sich um. "Aber Du hast dir mit Luftmöbeln doch gut geholfen", sagt sie grinsend. "Nun ja", sage ich und zucke mit den Schultern. "Das Luftsofa von Bernie, gelle?" fragt sie, als sie sich im Wohnzimmer auf das Sofa setzt. "Genau", antworte ich. "Da kommen Erinnerungen hoch", sagt Katja, "war schon eine coole Party." "Das stimmt", sage ich. "Hast Du großen Hunger?" frage ich sie. "Eigentlich würde mir auch eine Scheibe Brot reichen", sagt Katja. "Kein Problem", sage ich, "ich stelle mal was zusammen." Katja schaut sich derweil weiter die Wohnung an. "Ha, ein typisches Mädchenspielzeug", sagt sie, als sie die Eisenbahn sieht. Ich gehe zu ihr. "Wie geht "˜n die an?" fragt sie mich. Ich zeige es ihr. "Sehr geil, Steffi", sagt Katja, "bei uns gab es früher auch eine, die gehört meinem großen Bruder, der hat sie dann aber mitgenommen, als er auszog." Ich gehe wieder in die Küche und schmiere ein paar Brote. Dann gehe ich wieder zu Katja. Während wir essen, schauen wir den Zügen hinterher und unterhalten uns über verschiedene Sachen. Nach dem Essen hole ich mein Laptop und schaue, ob der Tracker funktioniert. "Einwandfrei", stelle ich fest. Ich schicke Katja noch den Link, damit sie den Anhänger auch verfolgen kann. Dann muss Katja langsam wieder los. "Steffi, das war ja ein toller Tag", sagt sie. "Finde ich auch", sage ich. Wir nehmen uns in den Arm und drücken uns kräftig. Dann begleite sie zu ihrem Auto. "Komm gut nach Hause", sage ich. "Mach es gut, Schwester", sagt Katja lächelnd und steigt ein. Ich winke ihr hinterher, als sie vom Hof fährt. In der Wohnung zurück schaue ich noch mal in meine Emails. Nächstes Wochenende steht ja der nächste Arbeitseinsatz an, dann ist der Teich dran. Unseren Verpächter hatte ich schon länger informiert, er steuert auch noch einen kleinen Radlader bei. Meine beiden Freunde haben auch Zeit und am Mittwoch mache ich nochmal mit den Jungs von der Werkstatt das fein Tuning. Zum Abschluss des Tages mache ich noch mal eine große Runde mit den Inline Skater.
Ich steuere den Flieger zu der großen Wiese in der Nähe meiner Wohnung. "Da unten in dem zweiten Haus ist meine Wohnung", sage ich und zeige es Katja. "Das ist ja nicht schlecht, da sieht man ja ein bisschen Natur ringsherum", sagt Katja. "Und hoch geht es wieder", sage ich, nachdem uns ein Aufwind erfasst hat, "deswegen nenne sie mich "Thermiknatter", weil ich Aufwinde riechen und schmecken kann." Katja lacht. "Nicht wirklich oder", fragt sie. "Ist eher eine gute Beobachtungsgabe", antworte ich lächelnd, "aber manche Vereinsmitglieder staunen nicht schlecht, wenn ich eine Thermik nach der anderen finde." "Na dann"¦", sagt Katja lachend. Wir schrauben uns im Aufwind hoch. Ich habe meinen Ort wie üblich gemeldet und es finden sich auch einige Flieger ein. "Sieht cool aus, wie die hier alle kreiseln", sagt Katja etwas staunend. "Die Fernsicht ist aber auch nicht ohne, heute", sage ich. "Oh ja", sagt Katja, "ich kann ja fast bis nach Hause gucken." "Wollen wir mal zum Harz fliegen?" frage ich. "Au ja, das wär toll", sagt Katja begeistert. Als wir aus der Thermik rausfliegen, nehme ich den gleichen Kurs, wie am Freitag. "Da haben wir aber einen tollen Flieger erwischt", sage ich begeistert, als wir vor Bad Harzburg ankommen. Er ist ziemlich neu, und dazu noch ein Hochleistungsflieger. "Woran merkst Du das?" fragt Katja. "An der Gleitzahl", antworte ich, "wir haben seit Braunschweig grade mal etwas mehr einen Kilometer Höhe verloren, das ist schon nicht schlecht." Eine Thermik habe ich auch gleich gefunden und kreise hoch. "Da vorne, unten ist die Kneipe von Jens und Bernie", sage ich und zeige dorthin. "Stimmt", sagt Katja, "das Anwesen ist aber ganz schön groß. Sieht von oben schon etwas anders aus." "Wollen wir mal zum Brocken fliegen?" frage ich. Katja dreht sich zur Seite und schaut mich strahlend an. "Sehr gerne", sagt sie erfreut, "ich rufe mal meine Familie an, ob sie denn schon oben sind. Wir wollten ja ursprünglich zusammen hochwandern." Katja schaut auf ihr Handy. "Das ist ja mal eine Signalstärke hier oben", sagt sie grinsend, "das wünscht man sich ja unten." Sie wählt eine Nummer und stellt ihr Handy auf mithören. Nach einigen Tuten geht Katjas Mutter ran. "Hallo, ich bin"™s", sagt Katja. "Wo bist Du grade?" fragt ihre Mutter. "Auf dem Weg zum Brocken", sagt Katja lächelnd. "Wie, du wolltest doch nach Braunschweig zu Steffi?" fragt Katjas Mutter erstaunt. "Ja da war ich auch, und jetzt bin ich mit Steffi unterwegs zum Brocken", sagt Katja. "Na gut und wo genau seid ihr?" fragt Katjas Mutter wieder. Katja schaut nach unten. "Das müsste die Ecker Talsperre sein, da unten", sagt Katja. "Wie, da unten?" fragt Katjas Mutter. Ich lache leise. "Na Du spannst ja Deine Leute auf die Folter", sage ich lachend, so dass Katja Mutter es hören kann. "Ja so ist sie", sagt Katjas Mutter auch lachend, "über welchen Weg kommt ihr denn?" "Über den Luftweg", antwortet Katja. "Hä, wie jetzt", sagt Katjas Mutter. "Mach"™s doch nicht so spannend", hören wir Katjas Vater im Hintergrund sagen. "Also, wir haben grade die Ecker Talsperre überflogen", sagt Katja. "Überflogen? Habt ihr einen Rundflug gebucht?" fragt Katjas Mutter. "So ähnlich", antwortet Katja, "ihr müsstet in Richtung Talsperre in einiger Höhe jetzt einen Segelflieger sehen." "Ja, da ist einer", sagt Katjas Vater, "und da sitzt du drin?" "Geeeenau", sagt Katja. "Und wo ist Steffi?" fragt Katjas Mutter. "Die sitzt hinter mir und fliegt das Ding", antwortet Katja. Ihre Eltern sagen grade mal gar nichts, ich kann mir aber bildlich vorstellen, wie sie staunend in unsere Richtung schauen. Mittlerweile sind wir am Brocken angekommen und ich leite die erste Umrundung ein. "Das ist ja ein Ding", hört man Katjas Mutter staunen. "Und wo seid ihr?" fragt Katja. "Wir stehen am Gipfelstein und schauen erstaunt dem Flieger hinterher", sagt Katjas Mutter. "Dann winkt doch mal", sagt Katja. Eine Gruppe Leute winkt dann auch. Als Antwort wackele ich mit den Tragflächen. "Hoppla, ist die gesamte Nachbarschaft mitgekommen?" fragt Katja grinsend, als sie die Gruppe sieht. "So ähnlich", sagt Katjas Mutter. Ich fliege die zweite Runde um den Gipfel. "Und, meine Kleine, macht es Spaß?" fragt Katjas Vater. "Total", sagt Katja erfreut, "und mit Steffi noch dreimal so viel." "Na dann möchten wir Steffi aber auch mal persönlich kennenlernen", sagt Katjas Mutter. "Gerne", antworte ich, "wir können ja mal zusammen auf den Brocken wandern." Katja Mutter lacht. "Ich nehme Dich beim Wort", sagt Katjas Vater auch lachend. Da wir immer noch eine ordentliche Höhe haben, wage ich noch eine dritte Runde. Ein paar mehr Details sind dann auch zu erkennen. In der Gruppe von Katjas Eltern steht einer mit einem Fernglas und schaut zu uns hoch. "Das ist mein Bruder", erklärt mir Katja. Da sie ihr Telefon noch anhat, hört man auch das Gespräch unten. "Jawoll, da sitzt Katja", sagt ihr Bruder, "und "¦ meine Güte, die Pilotin Steffi ist ja niedlich." "Tse", sage ich grinsend und dann: "So ihr lieben wir suchen uns jetzt einen netten Aufwind, damit wir hier nicht noch auf einem Gipfel landen müssen." "Tschüss ihr beiden", sagen Katjas Leute unten, "viel Spaß noch." "Danke, ebenso", sagen Katja und ich gleichzeitig.
Beim Umkreisen des Gipfels habe ich gemerkt, dass am Nordhang ein guter Aufwind herrscht, also fliege ich dorthin. Und prompt fliege ich eine ordentliche Thermik hinein. "Ist aber auch der einzige Vorteil, den man durch die Abholzung vom Borkenkäfer hat", sage ich. "Ja, sieht von oben erst recht nicht schön aus", sagt Katja. Der Aufwind bringt uns ordentlich nach oben. "Magst Du mir zeigen , wo Du wohnst?" frage ich Katja. "Na klar, gerne", antwortet Katja. Also steuere ich den Flieger in Richtung Torfhaus. "Das ist echt zu cool, seine Heimat mal von oben zu sehen", sagt Katja und schaut abwechselnd links und rechts herunter. Bald kommen wir über ihren Heimatort Altenau an. "Ein Stückchen noch in Richtung Talsperre", sagt Katja und schaut vorne raus, "ja da vorne ist es, der Hof da." Ich drehe eine Schleife über dem Hof. "Ist ja ganz schön groß", staune ich, "betreib ihr Landwirtschaft? "Nein schon länger nicht mehr, vorne haben meine Eltern eine Pension, dahinter ist ein Hofcafe und weiter hinten ist meine Praxis", antwortet Katja. "Stark!" antworte ich kurz. Dann fliegen wir weiter. Es geht wieder über die Okertalsperre. "Total schön", schwärmt Katja. Über das Okertal und den Ort Oker fliegen wir dann raus aus dem Harz. Während wir in der nächsten Thermik in der Nähe von Goslar nach oben kreiseln, frage ich Katja: "Wollen wir zurück oder drehen wir noch eine Runde?" "Och, ich halte noch durch", antwortet Katja lächelnd. "Na dann schauen wir mal in Hildesheim vorbei, oder?" frage ich. "Klar, gerne,", sagt Katja, da kommt meine Mutter her." Also machen wir uns auf den Weg dorthin. "Wie machst Du das denn jetzt wirklich mit der Thermik?" will Katja wissen. "Einerseits mit Beobachtungen, z.B. wo kreisen Greifvögel," antworte ich, "dann halte ich Ausschau nach einer bestimmten Wolkenform, die sich über Aufwinden bildet. Und seit neustem auch hiermit." Ich tappe auf mein Handy, was am Cockpit befestigt ist. Katja dreht sich um. "Google Maps", sage ich, "bei Landschaften, die ich noch nicht so genau kenne, wie das hier unter uns grade." "Aha", sagt Katja. "Am liebsten sind mir große, frischgepflügte Äcker, bei ordentlichem Sonnenschein", sage ich dann noch.
"Das ist doch schon Hildesheim, da vorne", sagt Katja, "das ging ja fix." "Ich bin auch schneller geflogen, als vorhin auf den Weg in den Harz", sage ich, "allerdings auf Kosten der Flughöhe." "Also wieder kreiseln", sagt Katja. "Genau", sage ich. "Schau mal, da vorne hinter dem Waldstück, neben der Autobahn, ist das was? fragt Katja, "Du lernst aber schnell", sage ich lächelnd, "sieht gut aus." Ich fliege hin und schon merkt man den Aufwind in den Tragflächen. Katja grinst. "Ist ja gar nicht so schwer", sagt sie dann. Wir fliegen dann weiter über Hildesheim. Als Orientierungspunkt habe ich mir den Dom rausgesucht. Das Dach vom Dom strahlt Grün-Bläulich und ist schon von weitem zu sehen. "Coole Farbe", kommentiert Katja. Dann verlassen wir Hildesheim. "In Hannover könnte man auch mal vorbeischauen", sage ich. "Gerne," sagt Katja, "ich staune, wie schnell das geht." Vor Hannover gehe ich noch mal in einen Aufwind. "Wie machst Du das eigentlich, mit dem Kurvenfliegen?" fragt Katja. Da der Flieger eine Doppelsteuerung hat sage ich: "Nimm doch mal vorsichtig das Steuer in die Hand und lege die Füße auf die Pedale unten. Die beiden Steuerungen sind gekoppelt. So merkst Du die Steuerbewegungen, die ich mache." "Okeee", sagt Katja und nimmt zaghaft den Steuerknüppel in die Hand und vorsichtig stellt sie ihre Füße auf die beiden Querruderpedale. "Aha, so machst man das", sagt Katja, "aber Du bist ja die ganze Zeit am Ausgleichen." "Genau, so geht"™s", sage ich, "Autopilot gibt es eben nicht." Die Thermik hat uns auf fast 3400 m gebracht, als wir hinausfliegen. "Magst Du mal Steuern?" frage ich Katja. "Hm", sagt Katja zögerlich, "wenn Du hilfst." "Na klar", sage ich. Vorsichtig betätigt Katja die Steuerung. Sie steuert eine kleine Linkskurve. "Hm, Du machst das aber noch irgendwie anders", sagt sie. "Ja ich nehme noch das Querruder dazu", sage ich, "drück den Steuerhebel mal leicht nach rechts und ich betätige das Querruder." "Ja, das ist gleich eleganter", sagt Katja. Ein bisschen probiert sie noch herum, dann übergibt sie mir wieder die Steuerung. "Ist ganz schön anstrengend", sagt sie dann, "aber ist bestimmt Gewöhnungssache." "Genau, zu Anfang ist man total angespannt, das gibt sich mit der Zeit, wenn die Erfahrung kommt", sage ich. "Eigentlich wie beim Autofahren lernen", sagt Katja, "nur das es hier noch hoch und runter gibt." "Stimmt", sage ich.
Nachdem wir uns Hannover von oben angeschaut haben, nehmen wir Kurs auf Braunschweig. Um den Verkehrsfliegern, die in Hannover landen wollen nicht in die Quere zu kommen, fliege ich südlich der A2. "Ganz schön was los da unten", sagt Katja, "ist ja mehr ein Parkplatz, statt einer Autobahn. Wie schnell sind wir eigentlich?" "120 km/h", antworte ich, "optimale Geschwindigkeit für eine lange Reichweite." "Wir sind ja schneller als die Autos", sagt Katja. "Du hast die Autobahn ja auch "Parkplatz" genannt", sage ich grinsend. "Wie schnell kann der Flieger eigentlich?" fragt Katja. "Locker 250 Sachen", antworte ich. "Das ist schon ordentlich", sagt Katja. "Aber das kostet halt Reichweite", sage ich, "kurz vor der Landung können wir das gerne mal ausprobieren." So langsam kommt Braunschweig in Sichtweite. Katja schaut auf die Uhr. "Das waren ja dreieinhalb Stunden", sagt sie, "habe ich gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit rumging." Wir schrauben uns noch einmal nach oben. "So, jetzt geben wir mal Gas", sage ich. Ich drücke den Steuerhebel leicht nach vorne. Der windschnittige Flieger nimmt sogleich auch Fahrt auf. "Da rauscht der Wind aber", sagt Katja fasziniert."260 km/h", sage ich. "Wow!" sagt Katja. "Jetzt nicht erschrecken", sage ich, "ich ziehe in eine Rechtskurve." Den Steuerhebel drücke ich leicht nach vorne und nach rechts, während ich gleichzeitig das Querruder betätige. Elegant geht der Flieger in die Rechtskurve, allerdings werden wir beide leicht in die Sitze gedrückt. "Boah, cool", sagt Katja begeistert, "das ist ja heiß." So langsam nähert sich unser Ausflug dem Ende. Wir fliegen noch einmal am Flugplatz vorbei. Dann ziehe ich noch mal so eine Kurve wie eben, was Katja noch mal mit einem "Hui" kommentiert. Im Landeanflug sind wir dann noch zu hoch. "Achtung Katja, nochmal "Hui"", sage ich. Und drücke den Steuerhebel nach vorne. Der Flieger geht auch gleich in den Sinkflug. Ich fange ihn ab und lande sicher. Langsam rollen wir aus. Mit dem Letzten Schwung rollen wir aus dem Landebereich heraus.
Ich öffne das Kabinendach. Eine Weile bleiben wir noch sitzen. Katja dreht sich um. "Total super, Steffi, das hat richtig Spaß gemacht", sagt sie begeistert. Dann steigen wir aus und schieben den Flieger Richtung Warteschlange. "Dürfen wir euch den Flieger gleich abnehmen?" fragt uns ein jüngeres Pärchen. "Na sicher", sage ich. Katja und ich gehen dann in Richtung Vereinsheim. Dabei fällt mir auf, dass das Tor von der Werkstatt offen ist, dass einige Mitglieder dort stehen und dass im Torbereich Tische und Bänke stehen. "Was ist denn da los?" fragt Katja. "Ich vermute mal Kaffee und Kuchen gibt es da", antworte ich, "lass uns mal schauen." Tatsächlich stehen dort einige Kannen Kaffee und einige selbstgebackene Kuchen. Natürlich steht Daniela dort. "Möchtet ihr auch Kaffee und Kuchen?" fragt sie uns prompt. Ich schaue Katja an. "Gerne" sagt sie. Wir suchen uns etwas aus und setzen uns dann auf eine Bank. "Sehr lecker", sagt Katja. Daniela kommt zu uns. "Gibt es noch irgendwas zu feiern?" frage ich. "Nöö, das machen wir schon seit einigen Jahren so", antwortet Daniela, "Kaffee kochen wir hier und den Kuchen bringen wir abwechselnd mit." "Ist ja toll", sagt Katja. "Stimmt", antworte ich, "früher gab es das nicht." Daniela lächelt. "Und kommt auch gut an", sagt sie. Dann fragt sie Katja, wie ihr der Flug gefallen hat. "Sehr gut", sagt Katja, "hat wirklich richtig Spaß gemacht." "Das können wir gerne wiederholen", sage ich. "Von mir aus gerne", sagt Katja freudig. Wir bleiben noch eine Weile sitzen, trinken noch einen Kaffee und unterhalten uns mit den andern. "Dann lass uns mal den Anhänger an mein Auto anhängen", sage ich. Katja und ich gehen zu den Autos. Ich hole aus meinen Auto den GPS Tracker. "Der ist ja klein", staunt Katja, "weniger als eine Zigarettenschachtel." "Auf die Idee hat mich ein Bekannter von Tierschutz gebracht", antworte ich lächelnd, "ich habe ja erst an deren Geräte gedacht. Aber die haben ja meistens ein Halsband dran." Katja lacht. "Womöglich hätte Torben dann jede Menge Leute hinter sich, die denken sie verfolgen einen Luchs", sagt sie. "Auch eine Idee", sage ich lachend. Rainer kommt zu uns. "Na was macht ihr da?" fragt er. "Gut, das Du da bist", sage ich, "wir versuchen das Ding hier anzubauen, so dass es nicht auffällt und einwandfrei sendet." Außerdem erzähle ich Rainer ein wenig von dem Hintergrund. Er hat eine gute Idee, die wir gleich umsetzen. "Bombenfest und völlig unauffällig", sage ich dann. Wir gehen noch mal zur Kaffee- und Kuchentheke. "Ein Kaffee geht noch, oder?" fragt Katja. "Na klar", sage ich. Dann wird es aber Zeit zum Aufbruch und verabschieden uns von den anderen. Wir gehen zu unseren Autos.
"Willst Du schon nach Hause? Oder wollen wir uns noch was zu futtern machen oder holen?" frage ich Katja. "Och, interessiert mich schon, wo Du wohnst", antwortet Katja. Also fahren wir zu mir. Auf dem Garagenhof stelle ich den Anhänger vor meine Garage, das Auto parke ich dann an der Straße. Anschließend gehen wir in meine Wohnung. "Ich bin immer noch nicht so ganz fertig mit dem Einrichten", sage ich, als wir in die Wohnung gehen. Das Möbelhaus kommt irgendwie nicht in den Knick mir ein Sofa und ein Bett zu liefern." Katja schaut sich um. "Aber Du hast dir mit Luftmöbeln doch gut geholfen", sagt sie grinsend. "Nun ja", sage ich und zucke mit den Schultern. "Das Luftsofa von Bernie, gelle?" fragt sie, als sie sich im Wohnzimmer auf das Sofa setzt. "Genau", antworte ich. "Da kommen Erinnerungen hoch", sagt Katja, "war schon eine coole Party." "Das stimmt", sage ich. "Hast Du großen Hunger?" frage ich sie. "Eigentlich würde mir auch eine Scheibe Brot reichen", sagt Katja. "Kein Problem", sage ich, "ich stelle mal was zusammen." Katja schaut sich derweil weiter die Wohnung an. "Ha, ein typisches Mädchenspielzeug", sagt sie, als sie die Eisenbahn sieht. Ich gehe zu ihr. "Wie geht "˜n die an?" fragt sie mich. Ich zeige es ihr. "Sehr geil, Steffi", sagt Katja, "bei uns gab es früher auch eine, die gehört meinem großen Bruder, der hat sie dann aber mitgenommen, als er auszog." Ich gehe wieder in die Küche und schmiere ein paar Brote. Dann gehe ich wieder zu Katja. Während wir essen, schauen wir den Zügen hinterher und unterhalten uns über verschiedene Sachen. Nach dem Essen hole ich mein Laptop und schaue, ob der Tracker funktioniert. "Einwandfrei", stelle ich fest. Ich schicke Katja noch den Link, damit sie den Anhänger auch verfolgen kann. Dann muss Katja langsam wieder los. "Steffi, das war ja ein toller Tag", sagt sie. "Finde ich auch", sage ich. Wir nehmen uns in den Arm und drücken uns kräftig. Dann begleite sie zu ihrem Auto. "Komm gut nach Hause", sage ich. "Mach es gut, Schwester", sagt Katja lächelnd und steigt ein. Ich winke ihr hinterher, als sie vom Hof fährt. In der Wohnung zurück schaue ich noch mal in meine Emails. Nächstes Wochenende steht ja der nächste Arbeitseinsatz an, dann ist der Teich dran. Unseren Verpächter hatte ich schon länger informiert, er steuert auch noch einen kleinen Radlader bei. Meine beiden Freunde haben auch Zeit und am Mittwoch mache ich nochmal mit den Jungs von der Werkstatt das fein Tuning. Zum Abschluss des Tages mache ich noch mal eine große Runde mit den Inline Skater.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Fallschirmübungen
Wie üblich stehe ich auch heute recht früh auf. Ich schaue aus dem Küchenfenster, ob der Anhänger noch da ist. Der steht da auch noch. Ich mache mein Laptop an. Ich hatte einen Alarm einprogrammiert, sobald der Anhänger bewegt wird. Während ich mich schminke, geht der Alarm auch los. Ich öffne das Badezimmerfenster und schaue vorsichtig raus. Tatsächlich erkenne ich Torben an den hellen Haaren. Er hängt den Anhänger an und fährt zügig los. Ich bin im Badezimmer fertig und gehe wieder in die Küche, um etwas zu frühstücken. Während ich esse schaue ich auf das Laptop. Auf meinem Handy bekomme ich eine Nachricht von Katja: "Hast Du es auch mitbekommen? Der Anhänger bewegt sich." Ich rufe sie an. "Hallo Katja, schon wach?", sage ich. "Ja, Du anscheinend auch", sagt sie. "Ich habe gesehen, wie er den Anhänger angehängt hat und losgefahren ist", sage ich, "wieder mit dem Toyota mit Brandenburger Kennzeichen, mit dem er letztes Jahr schon hier war." "Aha, dann bin ich mal gespannt", sagt Katja. "Was mich grade nur wundert, der fährt die B4 nach Norden", sage ich, "ich hätte erwartet, dass er über die A2 Richtung Berlin fährt." "Wir kriegen das raus", sagt Katja. Ich stimme ihr zu. Dann verabschieden wir uns und verabreden uns für ein Telefonat am Abend.
Das Wetter ist heute etwas durchwachsener. Deswegen verzichte ich heute mal auf ein Kleid und ziehe eine enge Jeans an. Der Arbeitstag heute verläuft normal. In die Kantine gehe ich heute nicht, stattdessen gehe ich mit einigen Kollegen lecker Hamburger essen bei einem Laden in der Nähe, muss auch mal sein. Nach dem Feierabend fahre ich zum Flugplatz. Heute habe ich mich mit Fritz bei der Fallschirmsportgruppe verabredet. Wir wollen das Abspringen im Gefahrfall durchgehen. Ich gehe auf das Gelände vom den Fallschirmspringern. Fritz erwartet mich schon. "Hallo Steffi", begrüßt mich Fritz und schaut mich genauer an, "heute mal kein Kleid?" "Nöö, ist zum Üben auch einfacher, dachte ich", antworte ich. Zumal ich bei Fritz auf Überraschungen eingestellt bin, so wie ich bisher kennengelernt hab. Aber das sage ich ihm nicht. Fritz lächelt geheimnisvoll. Zusammen gehen wir ins Vereinshaus der Springer. Drinnen warte schon jemand auf uns. Ich erkenne ihn und begrüße ihn lächelnd: "Hallo Burkhard, schön Dich zu sehen, Du bist ja immer noch dabei." Fritz schaut mich erstaunt an. "Hallo Stefan..ie", sagt Burkhard, "schön, dass Du wieder bei den Fliegern bist", sagt Burkhard, "ich habe ja schon einiges, neues von Dirk über Dich gehört." Ich stutze. "Ja wir sind Nachbarn", sagt Burkhard. "Aha", sagte ich. "Bist ein hübsches Mädchen geworden", sagt Burkhard dann noch und zwinkert mir zu. Fritz schaut immer noch etwas erstaunt. Bevor Fritz was sagen kann, sage ich: "Burkhard hat damals Dirk und mich trainiert." "Aha, alles klar", sagt Fritz, "dann könnten wir ja starten." Wir gehen zu einem ausgedienten Segelflieger, wo die Tragflächen eingekürzt sind. "Weißt Du noch, wie es geht? "fragt Fritz. "Kabinendach aufmachen und wegfliegen lassen und dann raus", antworte ich, "wenn man noch die Nerven hat, sollte man sich von der Tragfläche abstoßen." "Mach mal vor", sagt Burkhard und macht das Dach vom Trainingsgerät auf. Ich setze mich rein, schnalle mich an und schließe das Dach. Auf ein Zeichen vom Burkhard mache ich das Dach auf. Den fehlenden Fahrtwind übernimmt Fritz und zieht das Dach weg. Ich schnalle mich wieder ab, klettere aus dem Cockpit, mache eine halbe Drehung dabei und stoße mich von der Tragfläche ab. Burkhard legt den Kopf leicht schief und lächelt. "Nichts verlernt", sagt er, "nur dass es jetzt irgendwie eleganter aussieht." "Mädchen halt", sage ich grinsend. Fritz"˜ Handy klingelt. Er geht ein Stück von uns weg. Ich nutze die Gunst der Stunde und frage Burkhard: "Weiß Fritz, dass ich früher oft aus einem Flieger abgesprungen bin?" "Nein, ich habe es ihm jedenfalls nicht erzählt", sagt Burkhard grinsend, "aber er hat wohl so etwas mit Dir vor. Aber "Pssst"." Ich grinse. Fritz ist fertig mit telefonieren. "Entschuldigung, das war wichtig", sagt Fritz. "Kein Problem", sagt Burkhard. Ich nicke. "Ja, Steffi, das sah gut aus", sagt Fritz, "wollen wir mal die Landung trainieren?" "Klar gibt es diese "Rutsche" noch?" frage ich. "Natürlich", sagt Burkhard. Die Rutsche ist ein Turm, von dem zwei Schienen runtergehen, an dem ein Fallschirmgurt mit Leinen befestigt ist. Die Geschwindigkeit, mit der man runterrutscht ist identisch mit der einer Fallschirmlandung. Wir kommen an dem Turm an. "Ach, ist ja immer noch der, an dem ich mitgebaut habe", sage ich grinsend. Fritz schaut mich von der Seite an. "Na dann hoch mit uns" sagt Burkhard. Wir klettern hoch. Oben hilft mir Burkhard in den Gurt. "Warte noch kurz, ich möchte es von unten sehen, wie Du landest", sagt Burkhard und klettert wieder runter. Dann fragt er: "Fertig?" "Jawohl", sage ich und mache einen Schritt von der Plattform. Mit leicht angewinkelten Beinen komme ich unten an und lasse mich gleich zu Seite kippen. "Super, Steffi", sagt Burkhard. Fritz stimmt ihm zu. "Deswegen trage ich heute eine Hose", sage ich grinsend zu Fritz. Fritz lacht.
Während ich mich von dem Gurt befreie, fragt Fritz: "Traust Du Dir den Absprung aus einem Flugzeug zu?" Statt mich zu zieren, sage ich bestimmend: "Aber nicht mit einer Kappe, womöglich noch mit Automatikauslösung." Fritz schaut mich erstaunt an. "Äh, wie denn sonst?" fragt er verdattert. "Mit einem Gleitschirm", sage ich. Burkhard steht hinter Fritz und grinst. "Nee Steffi, da braucht man Erfahrung zu", sagt Fritz besorgt. "Mit so einem Kappenschirm möchte ich aber nicht", sage ich gespielt trotzig, "da kommt man sich wie eine Transportkiste vor." "Das ist eine Granate", sagt Burkhard lachend, während Fritz recht ratlos ist. "Das wäre mir aber nicht recht, Steffi", sagt Fritz. Ich beharre auf meinen Standpunkt. Eine Weile geht das noch so weiter. "Nee, Fritz versuch mir nicht so eine Kappe wie Sauerbier anzupreisen", sage ich dann. Burkhard grinst. Fritz sieht verzweifelt aus. "Du willst mich unbedingt springen sehen, was?" flaxe ich. "Steffi, klär Fritz doch endlich auf", sagt Burkhard lachend. Fritz schaut erstaunt von einem zum anderen. "Also im Rahmen meiner Segelfliegerausbildung damals mit Dirk zusammen, sind wir auch etliche Male gesprungen", sage ich, "erst Kappe, dann mit Gleitschirm. Und die Lizenz habe ich auch noch." Fritz ist erstaunt. "Da hat mir aber keiner was von erzählt", sagt er dann, "jetzt hast Du mich aber eiskalt erwischt." "Hihi", sage ich. "Also, ich schlage folgendes vor", sagt Burkhard, "wir drei fliegen mit dem nächsten Flieger hoch und springen dann gleichzeitig ab. Fritz und ich stabilisieren Dich zuerst. Wenn es gut aussieht, lassen wir dich alleine weiterschweben." "Klingt nach einem Plan", sage ich grinsend. Fritz nickt vorsichtig. Wir gehen ins Vereinshaus. Burkhard gibt mir noch mal einiges an Theorie, wie man den Schirm steuert. Ich nicke. "Ja, das habe ich so noch auf dem Schirm", sage ich dann. Wir gehen in einen Raum, wo die Ausrüstungen lagern. "So, erstmal einen Overall", sagt Burkhard. Ich stöbere durch die Größen. "Hier der hier, in Rot", sage ich. "Passt zu der Haarfarbe", sagt Fritz, der sich so langsam wieder gefangen hat. Ich probiere die Helme durch. Dann hilft mir Burkhard dabei einen gepackten Schirm anzulegen. Kurze Einweisung dazu. Weiter geht es. "Wenn wir wollen, können wir noch diese Sprechfunkgeräte nehmen", sagt Burghard. "Mit Kehlkopfmikrofon?" fragt Fritz. "Wie bei die Panzerfahrers", flaxe ich. Fritz schüttelt grinsend den Kopf. "Dich bring auch gar nichts aus der Ruhe, was?" fragt er, "hast Du überhaupt vor irgendetwas Angst?" "Ja, vorm Fallschirmspringen habe ich Angst", antworte ich. Jetzt ist Fritz völlig perplex. Burkhard lacht sich schlapp. "Selten, dass man Dich so sprachlos sieht", sagt er und schlägt Fritz leicht auf die Schulter. "Die Frau schafft mich noch", sagt Fritz grinsend, "war ihr Zwillingsbruder früher auch so?" "Nicht ganz so schlimm", sagt Burkhard lachend. Wir sind fertig mit der Vorbereitung und gehen raus auf das Flugfeld. Ein paar weitere Springer warten schon. Wir begrüßen uns freundlich. "Hast Du wirklich keine Angst?" fragt mich Burkhard leise. "Na ja, ein bisschen mulmig ist mir schon", antworte ich, "war früher aber auch so." "Du kannst jederzeit "Nein" sagen", sagt Burkhard. "Mal schauen", sage ich. Das Flugzeug rollt an. Die Tür geht auf und wir steigen ein. Das Flugzeug hat keine Sitze, wir sitzen dicht nebeneinander auf dem Boden. Langsam rollt der Flieger in Richtung Startbahn. "Also, Steffi, wir gehen zu dritt raus", sagt Burkhard, "ich vorne, Du in der Mitte und Fritz hinten. Wir halten Dich erstmal an beiden Seiten fest. Wenn ich der Meinung bin, dass Du im Fall sicher bist, lassen wir dich los." Ich nicke. Ein wenig angespannt bin ich dann doch, es ist locker 16 Jahre her, dass ich das letzte Mal gesprungen bin.
Der Flieger zieht eine große Schleife um den Flughafen. Da wir nicht rausschauen können sagt der Pilot an, über welche Ortschaften wir grade fliegen. Nach einiger Zeit meldet sich der Pilot. "Wir haben die Absprunghöhe erreicht", sagt er, "in wenigen Minuten sind wir über dem Absprunggebiet." Ich schaue auf den Höhenmesser am Handgelenk, 4200 m steht da. "Wir gehen zuerst raus", sagt Burkhard. Er, Fritz und ich rutschen zur Tür, die ein weiterer Springer eben aufgemacht hat. Vorsichtig stellen wir uns hin. Ich schaue raus. Das war früher immer der blödeste Moment, in der Tür des Fliegers stehen und die Überwindung rauszuspringen. Dadurch dass ich es lange nicht mehr gemacht habe, rutscht mir das Herz aber so was von tief in die Hose. "Alles gut, Steffi?" fragt Fritz. "Ja, egal jetzt, einfach nur raus", sage ich aufgeregt. "Drei, zwei eins, los", sagt Burkhard und zieht mich, während Fritz leicht schiebt. Einen kurzen Schrei kann ich mir nicht verkneifen. Schnell komme ich in die stabile Fallposition. Fritz und Burkhard halten mich kurz. "Die ist ja sowas von stabil", höre ich Fritz im Funk. Die beiden geben sich Zeichen und lassen mich vorsichtig los. Burkhard zeigt mir den Daumen hoch. Auf einmal ist die ganze Aufgeregtheit von eben weg. Die Luft rauscht an mir vorbei und ist nicht grade leise. Burkhard und Fritz sind in meiner Nähe. Eine knappe Minute nach dem Absprung sind wir noch 1000 Meter hoch. Ich ziehe die Reißleine, der Fallschirm entfaltet sich und bremst mich stark ab. Kurz danach zieht Burkhard seine Reißleine und dann Fritz. Auf einmal ist es fast still, das Rauschen der Luft ist weg. Vorsichtig steuere ich den Schirm mit den beiden Steuerleinen. Es klappt auch ganz gut. Ich kreisele mal nach links, mal nach rechts. Dann bin ich auch schon fast unten. Kurz vor der Landung ziehe ich beide Leinen und bremse ab. Ein paar Meter laufe ich noch, um den Schwung rauszunehmen. Dann drehe ich mich um und lasse den Schirm zu Boden schweben. Fritz landet neben mir und kurz danach Burkhard. "Ich weiß gar nicht, warum Du Bedenken hattest", sagt Burkhard zu Fritz, "die Steffi fliegt und landet doch wie ein Engel." Fritz schaut erstaunt zu Burkhard. "Danke für den Engel", sage ich artig. "Ihr beiden"¦", sagt Fritz und schüttelt lächelnd den Kopf. "Und wie war es im Ganzen, Steffi?" fragt Burkhard. "Super", antworte ich, "nur kurz vorm Sprung hätte ich mir beinahe in die Hose gemacht." "Da kann man aber dran arbeiten, wenn Du magst", sagt Burkhard. Wir raffen unsere Schirme zusammen und gehen zum Vereinshaus. Dort legen wir unsere Schirme ab. Fritz und Burkhard packen ihre Schirme gleich wieder. Ich darf das nicht, weil ich keine ausgebildete Packerin bin. "Deinen Schirm packe ich dann gleich", sagt Fritz. Während Fritz meinen Schirm packt, fragt mich Burkhard: "Meinst Du, Du würdest noch mal springen?" Ich überlege kurz. "Ich denke schon", sage ich dann. "Würdest Du auch aktiv wieder mitmachen?" fragt Burkhard weiter. "Muss ich mal schauen, wie meine Zeit das zulässt", antworte ich, "Lust hätte ich schon." "Das wäre schön", sagt Burkhard. "Na, hat sich da grade jemand in Steffi verliebt?" fragt Fritz auf seine übliche Art. Burkhard schaut ihn erstaunt an. "Jedenfalls hat Fritz zu alter Stärke zurückgefunden", sage ich lachend. Ein weiteres Mitglied kommt in den Raum. "Du kommst grade recht, Peter", sagt Fritz, "kannst Du mal ein Foto von uns dreien machen?" "Na klar", antwortet der und Fritz drückt ihm sein Handy in die Hand. "Burkhard und Fritz nehmen mich in die Mitte. Ich lege meine Arme um ihre Hüften. "Hey Steffi", sagt Fritz grinsend. Peter schießt ein paar Fotos, dann gibt er das Handy an Fritz zurück. "Schickst Du sie an uns weiter?" frage ich. "Natürlich", sagt Fritz.
Ich will grade den Overall ausziehen, da kommt der Peter rein. "Der Flieger startet gleich noch mal", sagt er, "und Platz ist auch noch. Kommt ihr nochmal mit?" Wir drei schauen uns an. Burkhard und Fritz sagen sofort zu. "Und Du, Steffi?" fragt Peter. "Ich komme auch mit", sage ich nach kurzem Überlegen. Wir legen alle Ausrüstungen wieder an. Burkhard befestigt noch eine Kamera an seinem Helm. Dann gehen wir raus zum Flieger Im Flugzeug fragt mich Fritz: "Alles gut?" "Ja", antworte ich, "wisst ihr woran ich grade denken muss?" Die beiden schütteln den Kopf, auch die anderen schauen zu mir rüber. "Kennt ihr das Lied "Bakerman" von Laid Back Anfang der "˜90er Jahre?" frage ich. Ein paar der Springer im Flugzeug grinsen. "Ja klar und vor allem das Video dazu", sagt einer, "das ist schon genial." "Wer kennt das als Fallschirmspringer nicht", sagt Fritz. Der Flieger schraubt sich unterdessen weiter nach oben. "Es ist etwas wolkiger, als vorhin", sagt der Pilot durch. Durch die Fenster sieht man auch Wolkenfetzen vorbeiziehen. Fritz schaut mich beunruhigt an. "Keine Bange", sage ich grinsend, "aussteigen find ich schlimmer." Nach einiger Zeit sieht man wieder blauen Himmel. "Da habt ihr ein paar Hundert Meter Wolken", sagt der Pilot locker. Kurz danach haben wir die Absprunghöhe erreicht und sind über dem Absprunggebiet. "Alleine, Steffi?" fragt Burkhard. "Ja!" antworte ich knapp. Diesmal springen wir nicht als erste. Drei Springer sind raus. Dann springt Fritz, ohne groß nachzudenken folge ich ihm in einigem Abstand. Neben mir taucht Burkhard auf. "Lächeln, Steffi", höre ich ihn über Funk. Er kommt auf mich zu und wir reichen uns die Hände, während wir in die Wolken eintauchen. Die Wolkendecke ist ziemlich dünn und schnell sind wir durch. "Komm ran Fritz, wir machen einen kleinen Stern", sagt Burkhard dann. Fritz taucht neben uns auf und reicht uns seine Hände. Ein paar Sekunden sausen wir so Richtung Erde. Dann lösen wir uns auf und ziehen unsere Reißleinen. Kurz nacheinander landen wir. "Wie geil war das denn?" frage ich begeistert. "Hat"˜s Spaß gemacht?" fragt Fritz. "Total", antworte ich begeistert. Wir raffen wieder die Schirme zusammen und gehen zurück. Ein anderer Springer kommt zu uns. "Ich habe euch von weiter oben gefilmt", sagt er, "das Video schicke ich Burkhard, der kann es dann weiter verteilen." "Jau, mach ich", sagt Burkhard. Nachdem alle Schirme wieder gepackt sind, fragt Burkhard: "Mag jemand noch einen Kaffee?" "Aber so was von gerne", antworte ich. Während ich den Kaffee schlürfe und langsam zur Ruhe komme, merke ich, dass ich leicht zittere. Fritz bemerkt das. "Steffi, Du zitterst leicht", sagt er, "müssen wir uns Sorgen machen?" Ich schüttele den Kopf. "Das ist normal", wenn ich mich zu etwas Großartigem durchgerungen habe", sage ich, "das ist Freude, quasi positiver Stressabbau." "Aha, OK", sagt Fritz lächelnd, "Du bist sehr sinnlich." Ich lächele und zwinkere ihm zu. Wir sitzen noch lange zusammen und unterhalten uns. Irgendwann lösen wir die Runde auf und fahren nach Hause. Dort angekommen schaue ich in meinen Rechner. Die Fotos und die Videos sind schon da. Und die sind rundum gelungen. Später rufe ich dann Katja an und schaue nebenbei die Streckenaufzeichnung des Trackers an. "Der ist einen Riesenumweg gefahren", sagt Katja, "seit einiger Zeit bewegt sich der Anhänger nicht mehr. Der steht jetzt fast in der Mitte zwischen Brandenburg und Potsdam." "Da soll man mal schlau draus werden", sage ich, "dann beobachten wir das mal." "Und was hast Du heute noch gemacht?" fragt Katja. Ich erzähle es ihr. "Du willst mich wohl hochnehmen", sagt sie. "Glaubst Du es nicht?" "sage ich, "warte mal, ich schicke dir ein Foto." "Steffi, das ist ja cool", sagt Katja, "machen die auch Tandemsprünge?" "Ja, machen sie", sage ich, "soll ich mal was reservieren?" "Au ja", sagt Katja begeistert. "Du bist vielleicht eine coole Nudel", sage ich lachend. "Das nehme ich jetzt aber als Kompliment auf", sagt Katja. Ich erzähle ihr noch ein paar Details, dann verabreden wir uns morgen wieder zum Telefonieren.
Wie üblich stehe ich auch heute recht früh auf. Ich schaue aus dem Küchenfenster, ob der Anhänger noch da ist. Der steht da auch noch. Ich mache mein Laptop an. Ich hatte einen Alarm einprogrammiert, sobald der Anhänger bewegt wird. Während ich mich schminke, geht der Alarm auch los. Ich öffne das Badezimmerfenster und schaue vorsichtig raus. Tatsächlich erkenne ich Torben an den hellen Haaren. Er hängt den Anhänger an und fährt zügig los. Ich bin im Badezimmer fertig und gehe wieder in die Küche, um etwas zu frühstücken. Während ich esse schaue ich auf das Laptop. Auf meinem Handy bekomme ich eine Nachricht von Katja: "Hast Du es auch mitbekommen? Der Anhänger bewegt sich." Ich rufe sie an. "Hallo Katja, schon wach?", sage ich. "Ja, Du anscheinend auch", sagt sie. "Ich habe gesehen, wie er den Anhänger angehängt hat und losgefahren ist", sage ich, "wieder mit dem Toyota mit Brandenburger Kennzeichen, mit dem er letztes Jahr schon hier war." "Aha, dann bin ich mal gespannt", sagt Katja. "Was mich grade nur wundert, der fährt die B4 nach Norden", sage ich, "ich hätte erwartet, dass er über die A2 Richtung Berlin fährt." "Wir kriegen das raus", sagt Katja. Ich stimme ihr zu. Dann verabschieden wir uns und verabreden uns für ein Telefonat am Abend.
Das Wetter ist heute etwas durchwachsener. Deswegen verzichte ich heute mal auf ein Kleid und ziehe eine enge Jeans an. Der Arbeitstag heute verläuft normal. In die Kantine gehe ich heute nicht, stattdessen gehe ich mit einigen Kollegen lecker Hamburger essen bei einem Laden in der Nähe, muss auch mal sein. Nach dem Feierabend fahre ich zum Flugplatz. Heute habe ich mich mit Fritz bei der Fallschirmsportgruppe verabredet. Wir wollen das Abspringen im Gefahrfall durchgehen. Ich gehe auf das Gelände vom den Fallschirmspringern. Fritz erwartet mich schon. "Hallo Steffi", begrüßt mich Fritz und schaut mich genauer an, "heute mal kein Kleid?" "Nöö, ist zum Üben auch einfacher, dachte ich", antworte ich. Zumal ich bei Fritz auf Überraschungen eingestellt bin, so wie ich bisher kennengelernt hab. Aber das sage ich ihm nicht. Fritz lächelt geheimnisvoll. Zusammen gehen wir ins Vereinshaus der Springer. Drinnen warte schon jemand auf uns. Ich erkenne ihn und begrüße ihn lächelnd: "Hallo Burkhard, schön Dich zu sehen, Du bist ja immer noch dabei." Fritz schaut mich erstaunt an. "Hallo Stefan..ie", sagt Burkhard, "schön, dass Du wieder bei den Fliegern bist", sagt Burkhard, "ich habe ja schon einiges, neues von Dirk über Dich gehört." Ich stutze. "Ja wir sind Nachbarn", sagt Burkhard. "Aha", sagte ich. "Bist ein hübsches Mädchen geworden", sagt Burkhard dann noch und zwinkert mir zu. Fritz schaut immer noch etwas erstaunt. Bevor Fritz was sagen kann, sage ich: "Burkhard hat damals Dirk und mich trainiert." "Aha, alles klar", sagt Fritz, "dann könnten wir ja starten." Wir gehen zu einem ausgedienten Segelflieger, wo die Tragflächen eingekürzt sind. "Weißt Du noch, wie es geht? "fragt Fritz. "Kabinendach aufmachen und wegfliegen lassen und dann raus", antworte ich, "wenn man noch die Nerven hat, sollte man sich von der Tragfläche abstoßen." "Mach mal vor", sagt Burkhard und macht das Dach vom Trainingsgerät auf. Ich setze mich rein, schnalle mich an und schließe das Dach. Auf ein Zeichen vom Burkhard mache ich das Dach auf. Den fehlenden Fahrtwind übernimmt Fritz und zieht das Dach weg. Ich schnalle mich wieder ab, klettere aus dem Cockpit, mache eine halbe Drehung dabei und stoße mich von der Tragfläche ab. Burkhard legt den Kopf leicht schief und lächelt. "Nichts verlernt", sagt er, "nur dass es jetzt irgendwie eleganter aussieht." "Mädchen halt", sage ich grinsend. Fritz"˜ Handy klingelt. Er geht ein Stück von uns weg. Ich nutze die Gunst der Stunde und frage Burkhard: "Weiß Fritz, dass ich früher oft aus einem Flieger abgesprungen bin?" "Nein, ich habe es ihm jedenfalls nicht erzählt", sagt Burkhard grinsend, "aber er hat wohl so etwas mit Dir vor. Aber "Pssst"." Ich grinse. Fritz ist fertig mit telefonieren. "Entschuldigung, das war wichtig", sagt Fritz. "Kein Problem", sagt Burkhard. Ich nicke. "Ja, Steffi, das sah gut aus", sagt Fritz, "wollen wir mal die Landung trainieren?" "Klar gibt es diese "Rutsche" noch?" frage ich. "Natürlich", sagt Burkhard. Die Rutsche ist ein Turm, von dem zwei Schienen runtergehen, an dem ein Fallschirmgurt mit Leinen befestigt ist. Die Geschwindigkeit, mit der man runterrutscht ist identisch mit der einer Fallschirmlandung. Wir kommen an dem Turm an. "Ach, ist ja immer noch der, an dem ich mitgebaut habe", sage ich grinsend. Fritz schaut mich von der Seite an. "Na dann hoch mit uns" sagt Burkhard. Wir klettern hoch. Oben hilft mir Burkhard in den Gurt. "Warte noch kurz, ich möchte es von unten sehen, wie Du landest", sagt Burkhard und klettert wieder runter. Dann fragt er: "Fertig?" "Jawohl", sage ich und mache einen Schritt von der Plattform. Mit leicht angewinkelten Beinen komme ich unten an und lasse mich gleich zu Seite kippen. "Super, Steffi", sagt Burkhard. Fritz stimmt ihm zu. "Deswegen trage ich heute eine Hose", sage ich grinsend zu Fritz. Fritz lacht.
Während ich mich von dem Gurt befreie, fragt Fritz: "Traust Du Dir den Absprung aus einem Flugzeug zu?" Statt mich zu zieren, sage ich bestimmend: "Aber nicht mit einer Kappe, womöglich noch mit Automatikauslösung." Fritz schaut mich erstaunt an. "Äh, wie denn sonst?" fragt er verdattert. "Mit einem Gleitschirm", sage ich. Burkhard steht hinter Fritz und grinst. "Nee Steffi, da braucht man Erfahrung zu", sagt Fritz besorgt. "Mit so einem Kappenschirm möchte ich aber nicht", sage ich gespielt trotzig, "da kommt man sich wie eine Transportkiste vor." "Das ist eine Granate", sagt Burkhard lachend, während Fritz recht ratlos ist. "Das wäre mir aber nicht recht, Steffi", sagt Fritz. Ich beharre auf meinen Standpunkt. Eine Weile geht das noch so weiter. "Nee, Fritz versuch mir nicht so eine Kappe wie Sauerbier anzupreisen", sage ich dann. Burkhard grinst. Fritz sieht verzweifelt aus. "Du willst mich unbedingt springen sehen, was?" flaxe ich. "Steffi, klär Fritz doch endlich auf", sagt Burkhard lachend. Fritz schaut erstaunt von einem zum anderen. "Also im Rahmen meiner Segelfliegerausbildung damals mit Dirk zusammen, sind wir auch etliche Male gesprungen", sage ich, "erst Kappe, dann mit Gleitschirm. Und die Lizenz habe ich auch noch." Fritz ist erstaunt. "Da hat mir aber keiner was von erzählt", sagt er dann, "jetzt hast Du mich aber eiskalt erwischt." "Hihi", sage ich. "Also, ich schlage folgendes vor", sagt Burkhard, "wir drei fliegen mit dem nächsten Flieger hoch und springen dann gleichzeitig ab. Fritz und ich stabilisieren Dich zuerst. Wenn es gut aussieht, lassen wir dich alleine weiterschweben." "Klingt nach einem Plan", sage ich grinsend. Fritz nickt vorsichtig. Wir gehen ins Vereinshaus. Burkhard gibt mir noch mal einiges an Theorie, wie man den Schirm steuert. Ich nicke. "Ja, das habe ich so noch auf dem Schirm", sage ich dann. Wir gehen in einen Raum, wo die Ausrüstungen lagern. "So, erstmal einen Overall", sagt Burkhard. Ich stöbere durch die Größen. "Hier der hier, in Rot", sage ich. "Passt zu der Haarfarbe", sagt Fritz, der sich so langsam wieder gefangen hat. Ich probiere die Helme durch. Dann hilft mir Burkhard dabei einen gepackten Schirm anzulegen. Kurze Einweisung dazu. Weiter geht es. "Wenn wir wollen, können wir noch diese Sprechfunkgeräte nehmen", sagt Burghard. "Mit Kehlkopfmikrofon?" fragt Fritz. "Wie bei die Panzerfahrers", flaxe ich. Fritz schüttelt grinsend den Kopf. "Dich bring auch gar nichts aus der Ruhe, was?" fragt er, "hast Du überhaupt vor irgendetwas Angst?" "Ja, vorm Fallschirmspringen habe ich Angst", antworte ich. Jetzt ist Fritz völlig perplex. Burkhard lacht sich schlapp. "Selten, dass man Dich so sprachlos sieht", sagt er und schlägt Fritz leicht auf die Schulter. "Die Frau schafft mich noch", sagt Fritz grinsend, "war ihr Zwillingsbruder früher auch so?" "Nicht ganz so schlimm", sagt Burkhard lachend. Wir sind fertig mit der Vorbereitung und gehen raus auf das Flugfeld. Ein paar weitere Springer warten schon. Wir begrüßen uns freundlich. "Hast Du wirklich keine Angst?" fragt mich Burkhard leise. "Na ja, ein bisschen mulmig ist mir schon", antworte ich, "war früher aber auch so." "Du kannst jederzeit "Nein" sagen", sagt Burkhard. "Mal schauen", sage ich. Das Flugzeug rollt an. Die Tür geht auf und wir steigen ein. Das Flugzeug hat keine Sitze, wir sitzen dicht nebeneinander auf dem Boden. Langsam rollt der Flieger in Richtung Startbahn. "Also, Steffi, wir gehen zu dritt raus", sagt Burkhard, "ich vorne, Du in der Mitte und Fritz hinten. Wir halten Dich erstmal an beiden Seiten fest. Wenn ich der Meinung bin, dass Du im Fall sicher bist, lassen wir dich los." Ich nicke. Ein wenig angespannt bin ich dann doch, es ist locker 16 Jahre her, dass ich das letzte Mal gesprungen bin.
Der Flieger zieht eine große Schleife um den Flughafen. Da wir nicht rausschauen können sagt der Pilot an, über welche Ortschaften wir grade fliegen. Nach einiger Zeit meldet sich der Pilot. "Wir haben die Absprunghöhe erreicht", sagt er, "in wenigen Minuten sind wir über dem Absprunggebiet." Ich schaue auf den Höhenmesser am Handgelenk, 4200 m steht da. "Wir gehen zuerst raus", sagt Burkhard. Er, Fritz und ich rutschen zur Tür, die ein weiterer Springer eben aufgemacht hat. Vorsichtig stellen wir uns hin. Ich schaue raus. Das war früher immer der blödeste Moment, in der Tür des Fliegers stehen und die Überwindung rauszuspringen. Dadurch dass ich es lange nicht mehr gemacht habe, rutscht mir das Herz aber so was von tief in die Hose. "Alles gut, Steffi?" fragt Fritz. "Ja, egal jetzt, einfach nur raus", sage ich aufgeregt. "Drei, zwei eins, los", sagt Burkhard und zieht mich, während Fritz leicht schiebt. Einen kurzen Schrei kann ich mir nicht verkneifen. Schnell komme ich in die stabile Fallposition. Fritz und Burkhard halten mich kurz. "Die ist ja sowas von stabil", höre ich Fritz im Funk. Die beiden geben sich Zeichen und lassen mich vorsichtig los. Burkhard zeigt mir den Daumen hoch. Auf einmal ist die ganze Aufgeregtheit von eben weg. Die Luft rauscht an mir vorbei und ist nicht grade leise. Burkhard und Fritz sind in meiner Nähe. Eine knappe Minute nach dem Absprung sind wir noch 1000 Meter hoch. Ich ziehe die Reißleine, der Fallschirm entfaltet sich und bremst mich stark ab. Kurz danach zieht Burkhard seine Reißleine und dann Fritz. Auf einmal ist es fast still, das Rauschen der Luft ist weg. Vorsichtig steuere ich den Schirm mit den beiden Steuerleinen. Es klappt auch ganz gut. Ich kreisele mal nach links, mal nach rechts. Dann bin ich auch schon fast unten. Kurz vor der Landung ziehe ich beide Leinen und bremse ab. Ein paar Meter laufe ich noch, um den Schwung rauszunehmen. Dann drehe ich mich um und lasse den Schirm zu Boden schweben. Fritz landet neben mir und kurz danach Burkhard. "Ich weiß gar nicht, warum Du Bedenken hattest", sagt Burkhard zu Fritz, "die Steffi fliegt und landet doch wie ein Engel." Fritz schaut erstaunt zu Burkhard. "Danke für den Engel", sage ich artig. "Ihr beiden"¦", sagt Fritz und schüttelt lächelnd den Kopf. "Und wie war es im Ganzen, Steffi?" fragt Burkhard. "Super", antworte ich, "nur kurz vorm Sprung hätte ich mir beinahe in die Hose gemacht." "Da kann man aber dran arbeiten, wenn Du magst", sagt Burkhard. Wir raffen unsere Schirme zusammen und gehen zum Vereinshaus. Dort legen wir unsere Schirme ab. Fritz und Burkhard packen ihre Schirme gleich wieder. Ich darf das nicht, weil ich keine ausgebildete Packerin bin. "Deinen Schirm packe ich dann gleich", sagt Fritz. Während Fritz meinen Schirm packt, fragt mich Burkhard: "Meinst Du, Du würdest noch mal springen?" Ich überlege kurz. "Ich denke schon", sage ich dann. "Würdest Du auch aktiv wieder mitmachen?" fragt Burkhard weiter. "Muss ich mal schauen, wie meine Zeit das zulässt", antworte ich, "Lust hätte ich schon." "Das wäre schön", sagt Burkhard. "Na, hat sich da grade jemand in Steffi verliebt?" fragt Fritz auf seine übliche Art. Burkhard schaut ihn erstaunt an. "Jedenfalls hat Fritz zu alter Stärke zurückgefunden", sage ich lachend. Ein weiteres Mitglied kommt in den Raum. "Du kommst grade recht, Peter", sagt Fritz, "kannst Du mal ein Foto von uns dreien machen?" "Na klar", antwortet der und Fritz drückt ihm sein Handy in die Hand. "Burkhard und Fritz nehmen mich in die Mitte. Ich lege meine Arme um ihre Hüften. "Hey Steffi", sagt Fritz grinsend. Peter schießt ein paar Fotos, dann gibt er das Handy an Fritz zurück. "Schickst Du sie an uns weiter?" frage ich. "Natürlich", sagt Fritz.
Ich will grade den Overall ausziehen, da kommt der Peter rein. "Der Flieger startet gleich noch mal", sagt er, "und Platz ist auch noch. Kommt ihr nochmal mit?" Wir drei schauen uns an. Burkhard und Fritz sagen sofort zu. "Und Du, Steffi?" fragt Peter. "Ich komme auch mit", sage ich nach kurzem Überlegen. Wir legen alle Ausrüstungen wieder an. Burkhard befestigt noch eine Kamera an seinem Helm. Dann gehen wir raus zum Flieger Im Flugzeug fragt mich Fritz: "Alles gut?" "Ja", antworte ich, "wisst ihr woran ich grade denken muss?" Die beiden schütteln den Kopf, auch die anderen schauen zu mir rüber. "Kennt ihr das Lied "Bakerman" von Laid Back Anfang der "˜90er Jahre?" frage ich. Ein paar der Springer im Flugzeug grinsen. "Ja klar und vor allem das Video dazu", sagt einer, "das ist schon genial." "Wer kennt das als Fallschirmspringer nicht", sagt Fritz. Der Flieger schraubt sich unterdessen weiter nach oben. "Es ist etwas wolkiger, als vorhin", sagt der Pilot durch. Durch die Fenster sieht man auch Wolkenfetzen vorbeiziehen. Fritz schaut mich beunruhigt an. "Keine Bange", sage ich grinsend, "aussteigen find ich schlimmer." Nach einiger Zeit sieht man wieder blauen Himmel. "Da habt ihr ein paar Hundert Meter Wolken", sagt der Pilot locker. Kurz danach haben wir die Absprunghöhe erreicht und sind über dem Absprunggebiet. "Alleine, Steffi?" fragt Burkhard. "Ja!" antworte ich knapp. Diesmal springen wir nicht als erste. Drei Springer sind raus. Dann springt Fritz, ohne groß nachzudenken folge ich ihm in einigem Abstand. Neben mir taucht Burkhard auf. "Lächeln, Steffi", höre ich ihn über Funk. Er kommt auf mich zu und wir reichen uns die Hände, während wir in die Wolken eintauchen. Die Wolkendecke ist ziemlich dünn und schnell sind wir durch. "Komm ran Fritz, wir machen einen kleinen Stern", sagt Burkhard dann. Fritz taucht neben uns auf und reicht uns seine Hände. Ein paar Sekunden sausen wir so Richtung Erde. Dann lösen wir uns auf und ziehen unsere Reißleinen. Kurz nacheinander landen wir. "Wie geil war das denn?" frage ich begeistert. "Hat"˜s Spaß gemacht?" fragt Fritz. "Total", antworte ich begeistert. Wir raffen wieder die Schirme zusammen und gehen zurück. Ein anderer Springer kommt zu uns. "Ich habe euch von weiter oben gefilmt", sagt er, "das Video schicke ich Burkhard, der kann es dann weiter verteilen." "Jau, mach ich", sagt Burkhard. Nachdem alle Schirme wieder gepackt sind, fragt Burkhard: "Mag jemand noch einen Kaffee?" "Aber so was von gerne", antworte ich. Während ich den Kaffee schlürfe und langsam zur Ruhe komme, merke ich, dass ich leicht zittere. Fritz bemerkt das. "Steffi, Du zitterst leicht", sagt er, "müssen wir uns Sorgen machen?" Ich schüttele den Kopf. "Das ist normal", wenn ich mich zu etwas Großartigem durchgerungen habe", sage ich, "das ist Freude, quasi positiver Stressabbau." "Aha, OK", sagt Fritz lächelnd, "Du bist sehr sinnlich." Ich lächele und zwinkere ihm zu. Wir sitzen noch lange zusammen und unterhalten uns. Irgendwann lösen wir die Runde auf und fahren nach Hause. Dort angekommen schaue ich in meinen Rechner. Die Fotos und die Videos sind schon da. Und die sind rundum gelungen. Später rufe ich dann Katja an und schaue nebenbei die Streckenaufzeichnung des Trackers an. "Der ist einen Riesenumweg gefahren", sagt Katja, "seit einiger Zeit bewegt sich der Anhänger nicht mehr. Der steht jetzt fast in der Mitte zwischen Brandenburg und Potsdam." "Da soll man mal schlau draus werden", sage ich, "dann beobachten wir das mal." "Und was hast Du heute noch gemacht?" fragt Katja. Ich erzähle es ihr. "Du willst mich wohl hochnehmen", sagt sie. "Glaubst Du es nicht?" "sage ich, "warte mal, ich schicke dir ein Foto." "Steffi, das ist ja cool", sagt Katja, "machen die auch Tandemsprünge?" "Ja, machen sie", sage ich, "soll ich mal was reservieren?" "Au ja", sagt Katja begeistert. "Du bist vielleicht eine coole Nudel", sage ich lachend. "Das nehme ich jetzt aber als Kompliment auf", sagt Katja. Ich erzähle ihr noch ein paar Details, dann verabreden wir uns morgen wieder zum Telefonieren.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Karla
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Re: Blutengel
Du bringst mich mal wieder zum Träumen!
LG Elly, vor vielen Jahren 4/252 FSchJgBtl Nagold
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Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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Stephanie
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Re: Blutengel
Die Kollegen hochgenommen
Bevor ich ins Bett gehe, lasse ich den Tag noch mal Revue passieren. Dabei staune ich über mich selber. Auch wenn ich teilweise richtig Angst hatte, habe ich sie gut im Griff gehabt. Im Gegensatz zu früher bin ich jetzt mutiger und vor allem auch draufgängerischer. Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite bin ich Frau, ziehe andererseits eine Schau ab, wie ein Kerl ab. "Ach Mist, blödes Klischee-Denken", sage ich halblaut, "ich bin halt so." Und irgendwie erreiche ich die Leute um mich herum auch. Immer noch ziemlich aufgewühlt von den Erlebnissen des Tages lege ich mich hin. Es dauert lange bis ich einschlafe. Den Wecker überhöre ich glatt, dafür werde ich wach, weil mein Handy klingelt. Na ja es klingelt nicht, sondern es ertönt als Klingelton eine Luftschutzsirene. Und leise gemacht hatte ich es vorm zu Bett gehen auch nicht. Ohne auf das Display zu schauen gehe ich ran und melde mich verschlafen. "Na, habe ich dich geweckt?" fragt eine belustigte Katja. "Ja, Gott sei Dank", sage ich, "ich hätte sonst bis Mittag durchgeschlafen." Katja lacht. "Dann hast Du bestimmt noch nicht die Trackerverfolgung an", sagt sie. "Ich fahr grade den Rechner hoch", sage ich, "ich gehe mal eben ins Bad und rufe Dich zurück, wenn es recht ist." "OK, machen wir so", sagt Katja. Ich mache mich kurz frisch und lege ein sparsames Makeup auf. Auf der Arbeit werde ich es dann vervollkommnen. Auch heute ziehe ich eine knallenge Hose an, dazu eine flatterige Tunikabluse. Zurück in der Küche mache ich mir einen grünen Tee und toaste ein paar scheiben Toast. Zwischendrin rufe ich Katja zurück. "Huhu Steffi", grüßt sie, "ein bisschen wacher jetzt?" "Geht so", antworte ich lächelnd. Während ich mir ein Toast schmiere, schaue ich auf den Rechner. "Der Torben ist ja ziemlich viel unterwegs", sagt Katja. Er ist mit dem Anhänger in der Nacht nach Frankfurt/Oder gefahren und dann auch noch ein Stück über die Grenze. "Interessant", bemerke ich. "Kannst Du Dir einen Reim darauf machen?" fragt Katja. "Vielleicht war er auf dem Markt", antworte ich und scrolle den Zoom, "mach mal das Bild größer, dann siehst Du so was wie viele kleine Stopps." "Ja, sieht aus wie jemand, der was ausliefert", sagt Katja, "das wird ja immer spannender." "Irgendwie so", sage ich, "mal sehen, wann er wieder zurück hierherkommt." "Das kann mitunter zwei, drei Wochen dauern", sagt Katja, "war in der Vergangenheit so." Wir sprechen dann über einige andere Themen. "Schau mal er bewegt sich wieder über eine längere Strecke", sage ich. "Mal schauen, wo er jetzt hinfährt", sagt Katja. "So wie es aussieht fährt er wieder Richtung Berlin. Eine Weile schauen wir zu, wie sich die Linie verändert.
"Und was machst Du heute so?" fragt Katja. "Mal sehen, auf alle Fälle ein wenig ruhiger, als gestern", antworte ich, "vielleicht gehe ich mal eine Runde paddeln nach der Arbeit." "Klingt gut", sagt Katja, "könnte ich eigentlich auch machen, der Stausee ist ja gleich um die Ecke." "Du hast es gut", sage ich, "da kann man ich schon neidisch werden." "Nächstes Mal kommst Du einfach zu mir", sagt Katja. "Gerne", sage ich. "Bis später dann", sagt Katja zur Verabschiedung. Ich räume mein Frühstückskram weg und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Im Büro werde ich prompt von Ulrich angesprochen, der grade mit einigen Kollegen am Besprechungstisch steht. "Na Frollein Steffi, spät dran heute", sagt er, "verschlafen, was?" "Jawoll", sage ich zackig. "Du sollst auch nicht die Nacht zum Tage machen", sagt Ulrich. Ich schüttele den Kopf. "Mache ich auch nicht, und die Kerle lasse ich auch in Ruhe", sage ich. "Soso", sagt Ulrich, "was machst Du denn dann so?" "Notausstieg aus dem Segelflugzeug üben", antworte ich, "und dann halt auch Abspringen mit Fallschirm, dass man ein Gefühl dafür bekommt." Er wird es mir sowieso nicht glauben. "Was hat Du denn immer mit dem Segelfliegen", sagt Ulrich. "Was ich damit habe?" frage ich, "ich mache es." Jetzt ist Ulrich platt. "Ich zeige es Dir gleich", sage ich und bringe meine Sachen zu meinem Schreibtisch. Dann gehe ich zurück und ziehe mir einen Kaffee. Ulrich und die anderen Kollegen platzen gleich vor Neugier. "Ja und? Du wolltest was zeigen", sagt Ulrich auf seine flapsige Art. Belustigt schlürfe ich mein Kaffee. "meine Güte, du bist ja neugieriger, als eine Frau", sage ich, "und ich weiß, wovon ich rede." "Frech bist Du geworden", sagt Ulrich grinsend. "Hihi", sage ich. Nach einer Weile, gleich platzen sie vor Neugier, hole ich mein Handy heraus. Ich zeige ein paar Fotos vom Segelfliegen. Staunend schauen meine Kollegen auf die Bilder. "Du bist doch bestimmt nur mitgeflogen", versucht Torsten mich grinsend zu provozieren. "Auf die Aussage habe ich gewartet", sage ich feixend und hole meine Brieftasche aus der Handtasche, die ich noch über der Schulter trage. Aus der Brieftasche zaubere ich meine Fluglizenz heraus und lege sie auf den Tisch. Meine Kollegen staunen weiter. "Noch Fragen?" frage ich leicht provozierend. Nach einer Weile fasst sich Andreas. "Und wir dachten, Du willst uns veräppeln", sagt er. Ulrich schaltet wieder von erstaunt auf gespielt cool um. "Aber das mit dem Fallschirmspringen ist doch erfunden", sagt er dann. Jetzt schalte ich auf Oberlehrerin um. "Also, jedes Segelflugzeug hat einen Fallschirm zur Rettung bei Gefahr an Bord", sage ich, "macht also Sinn, als aktive Fliegerin das Abspringen zu üben." "Soso, und das hast Du gestern gemacht?" fragt Ulrich leicht grinsend. "Ja!" antworte ich keck und lege den Kopf schief. "Und da hast Du bestimmt ein Foto von", sagt Ulrich weiter. "Ja!" sage ich wieder und lege den Kopf wieder schief. "Dann zeig doch mal", sagt Ulrich. Die anderen Kollegen lachen leise. "Ach so zeigen soll ich, Du fragtest eben nur, ob ich Fotos habe", sage ich gespielt erstaunt. Ulrich schaut mich verdattert an. "Na, die schafft Dich?" fragt Torsten lachend. Ulrich schüttelt nur den Kopf. Ich suche auf meinem Handy zuerst das Video von Burkhards Helmkamera. Wie er auf mich zu fliegt, wir uns die Arme reichen, durch die Wolken fallen und schließlich auch noch mit Fritz zusammentreffen. "Unglaublich, das ist eindeutig unsere Steffi", sagt Andreas staunend. "Hier siehste die Szene noch mal aus einem anderen Blickwinkel", sage ich und zeige das Video von dem Springer, der uns von oben gefilmt hat. Meine Kollegen schauen gespannt, begeistert auf das Video." So langsam macht sie mir Angst", sagt Ulrich hinterher. "Nur am Herd stehen ist doch heutzutage als Frau langweilig", sage ich feixend und stecke mein Handy in die Handtasche. "Ey Du!" sagt Ulrich noch. Ich erzähle noch ein bisschen von gestern und trinke meinen Kaffee aus. Dann löst sich unsere Runde auf. Auf meinem Rechner installiere ich dann ein gut gelungenes Bild von mir im freien Fall als Hintergrundbild. Ich arbeite mit zwei Bildschirmen. Auf dem einen ist grade das Bild zu sehen, als der Leiter des Bereiches, den ich betreue zu mir kommt. "Steffi, ich brauche mal eine Info von dir", sagt er, dann sieht er das Bild, "das bist ja Du"¦" Sprachlos schaut er hin. Dann schaut er genauso sprachlos zu mir. "Ist von gestern, das Bild", sage ich lächelnd. "Total schön", sagt er. Ich erzähle ihm kurz von gestern. "Finde ich richtig gut", sagt er dann noch. Anschließend kann ich ihm dann noch auch die gewünschte Info geben. Den Rest des Arbeitstages bin ich immer mal wieder das Gesprächsthema und wenn ich am Rechner sitze, kommen Kollegen vorbei und schauen sich das Foto an.
Nach Feierabend Fahre ich nach Hause. Es ist noch mal richtig warm geworden. Zuerst ziehe ich mich um. Ein helles, luftiges Kurzarmkleid mit großen Rosen drauf soll es sein. Dazu schlichte rote Ballerinas. Schlüssel und Brieftasche packe ich in eine Gürteltasche und schnall sie mir um. Dann gehe ich in den Keller. Da ich ja jetzt wie geplant Paddeln gehen will, such ich mir aus meiner umfangreichen Sammlung ein blaues aufblasbares Zweierkajak raus. Bei meiner Größe ist ein Zweierkajak gut zu paddeln. Außerdem habe ich Platz für meine nicht grade kurzen Beine. Dann suche ich noch Paddel, Pumpe, ein Handtuch, sowie das Notfallflickzeug heraus. Alles zusammen packe ich eine große Tasche. Aus der Wohnung hole ich mir noch ein Sweatshirt und eine Feinstrumpfhose. Auch das packe ich in die Tasche und mache mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Mit der Bahn fahre ich dann Richtung Innenstadt. Einmal steige ich um. Von der Endhaltestelle bis zum Fluss sind ein paar Meter. Die Einsetzstelle ist direkt an einem Wehr. Da gehe ich auch hin. Ich stelle die Tasche ab, packe sie aus und blase das Boot auf. Dann schraube ich die Paddel zusammen. Ich überprüfe das Boot, ob es dicht ist. Dann pumpe ich noch mal etwas Luft in die Aussenkammern. Die Pumpe befestige ich auf dem hinteren Spritzschutz. Ich nehme das Boot auf und gehe Richtung Wehr und dann zum Anlegesteg oberhalb des Wehres. Dort lege ich mein Boot ins Wasser und steige ein. Mit dem Paddel stoße ich mich ab. Der Fluss wird innerhalb des Stadtgebietes in zwei Umflutgräben geteilt, an deren Ende jeweils ein Wehr den Graben staut. So gibt es kaum eine Fließgeschwindigkeit. Und ein Nebeneffekt ist, dass man die Innenstadt umrunden kann. Je nach Bootstyp dauert das ein bis drei Stunden.
Langsam paddele ich Richtung Süden. Abwechselnd schaue ich nach rechts und links. Zu sehen gibt es hier eine Menge. Jede Menge Bäume säumen den Fluss. Auf der rechten Seite sind ein paar Häuser zu sehen mit zum Teil schönen Gärten zu sehen. Ich bin schon oft hier langgepaddelt. Jedesmal stelle ich mir vor wie es sein muss hier zu wohnen. Wäre für so eine Bootfahr-Begeisterte wie ich genau das richtige. Ich paddele unter einer Fußgängerbrücke durch. Oben steht eine Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern. Die beiden Kinder winken und grüßen. Freundlich grüße ich zurück. Ich habe meinen Rhythmus gefunden und fahre weiter. Als nächstes kommt eine große Straßenbrücke von einer der großen Zufahrtsstraßen zur Innenstadt. Ich fahre unter der Brücke durch. Die meisten der Grundstücke hier haben einen Steg am Wasser. Am nächsten Grundstück nach der Brücke ist auch ein Steg. Darauf steht ein großer ausgewachsener Rottweiler. "Woff", bellt er leise und schaut mich an. "Na, wer bist Du denn?" frage ich und bleibe stehen. Freudig wedelt er mit seinem Schwanz. "Sieht ja so ganz friedlich aus", denke ich mir. "Woff", bellt er noch mal. Dann höre ich es rascheln. Hinter einem Strauch kommt ein Herr hervor. "Na Jack, flirtest Du wieder?" spricht er den Hund an. Aus den Augenwinkel schaut er zu mir. Er kommt mir bekannt vor. "Wir kennen uns doch von irgendwo her?!" sage ich auch dann ganz unverdrossen. "Na klar, du rockst doch immer mal wieder die Kantine", sagt er lachend, "schön, dich mal auswärts zu sehen." "Aha, alles klar", sage ich, "Dein Hund ist aber ein lieber, was?" "Ja ist er", antwortet er, "auch wenn er groß und bullig ist, braucht man keine Angst zu haben." "OK", sage ich und paddele an den Steg. Neugierig kommt Jack heran. Aus dem Boot heraus streichele ich ihn ordentlich. "Dein Name war Stefanie?" fragt Jacks Herrchen mich. "Genau, verrätst Du mir auch Deinen?" frage ich. "Na klar, Erik heiße ich", sagt er. "Alles klar, das macht es nächstes Mal in der Kantine einfacher", sage ich. Ich stoße mich vom Steg ab. "Mach es gut, Steffi", sagt Erik. "Tschüss, dann" sage ich lächelnd und paddle langsam weiter. Auf der rechten Seite taucht eins der Krankenhäuser auf. Links hängen die Äste von einem Baum ziemlich weit herunter. Dazwischen leuchtet etwas Rotes durch. Ich schaue kurz hin. Schemenhaft erkenne ich, dass dort jemand sitzt und liest. Ich schaue wieder weg, soll ja nicht so neugierig aussehen. Ich schaue wieder zum Krankenhaus. Erinnerungen kommen hoch, da lag ich mal nach einem Verkehrsunfall, war nicht so toll. Ich schaue wieder nach vorne. Plötzlich spricht mich jemand von hinten an. "Hallo Stefanie", sagt eine wunderschöne Stimme mit einer leichten Aufgeregtheit darin. Mir läuft es abwechselnd warm und kalt durch den Körper. Langsam drehe ich das Boot in die Richtung dieser zuckersüßen Stimme"¦
Bevor ich ins Bett gehe, lasse ich den Tag noch mal Revue passieren. Dabei staune ich über mich selber. Auch wenn ich teilweise richtig Angst hatte, habe ich sie gut im Griff gehabt. Im Gegensatz zu früher bin ich jetzt mutiger und vor allem auch draufgängerischer. Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite bin ich Frau, ziehe andererseits eine Schau ab, wie ein Kerl ab. "Ach Mist, blödes Klischee-Denken", sage ich halblaut, "ich bin halt so." Und irgendwie erreiche ich die Leute um mich herum auch. Immer noch ziemlich aufgewühlt von den Erlebnissen des Tages lege ich mich hin. Es dauert lange bis ich einschlafe. Den Wecker überhöre ich glatt, dafür werde ich wach, weil mein Handy klingelt. Na ja es klingelt nicht, sondern es ertönt als Klingelton eine Luftschutzsirene. Und leise gemacht hatte ich es vorm zu Bett gehen auch nicht. Ohne auf das Display zu schauen gehe ich ran und melde mich verschlafen. "Na, habe ich dich geweckt?" fragt eine belustigte Katja. "Ja, Gott sei Dank", sage ich, "ich hätte sonst bis Mittag durchgeschlafen." Katja lacht. "Dann hast Du bestimmt noch nicht die Trackerverfolgung an", sagt sie. "Ich fahr grade den Rechner hoch", sage ich, "ich gehe mal eben ins Bad und rufe Dich zurück, wenn es recht ist." "OK, machen wir so", sagt Katja. Ich mache mich kurz frisch und lege ein sparsames Makeup auf. Auf der Arbeit werde ich es dann vervollkommnen. Auch heute ziehe ich eine knallenge Hose an, dazu eine flatterige Tunikabluse. Zurück in der Küche mache ich mir einen grünen Tee und toaste ein paar scheiben Toast. Zwischendrin rufe ich Katja zurück. "Huhu Steffi", grüßt sie, "ein bisschen wacher jetzt?" "Geht so", antworte ich lächelnd. Während ich mir ein Toast schmiere, schaue ich auf den Rechner. "Der Torben ist ja ziemlich viel unterwegs", sagt Katja. Er ist mit dem Anhänger in der Nacht nach Frankfurt/Oder gefahren und dann auch noch ein Stück über die Grenze. "Interessant", bemerke ich. "Kannst Du Dir einen Reim darauf machen?" fragt Katja. "Vielleicht war er auf dem Markt", antworte ich und scrolle den Zoom, "mach mal das Bild größer, dann siehst Du so was wie viele kleine Stopps." "Ja, sieht aus wie jemand, der was ausliefert", sagt Katja, "das wird ja immer spannender." "Irgendwie so", sage ich, "mal sehen, wann er wieder zurück hierherkommt." "Das kann mitunter zwei, drei Wochen dauern", sagt Katja, "war in der Vergangenheit so." Wir sprechen dann über einige andere Themen. "Schau mal er bewegt sich wieder über eine längere Strecke", sage ich. "Mal schauen, wo er jetzt hinfährt", sagt Katja. "So wie es aussieht fährt er wieder Richtung Berlin. Eine Weile schauen wir zu, wie sich die Linie verändert.
"Und was machst Du heute so?" fragt Katja. "Mal sehen, auf alle Fälle ein wenig ruhiger, als gestern", antworte ich, "vielleicht gehe ich mal eine Runde paddeln nach der Arbeit." "Klingt gut", sagt Katja, "könnte ich eigentlich auch machen, der Stausee ist ja gleich um die Ecke." "Du hast es gut", sage ich, "da kann man ich schon neidisch werden." "Nächstes Mal kommst Du einfach zu mir", sagt Katja. "Gerne", sage ich. "Bis später dann", sagt Katja zur Verabschiedung. Ich räume mein Frühstückskram weg und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Im Büro werde ich prompt von Ulrich angesprochen, der grade mit einigen Kollegen am Besprechungstisch steht. "Na Frollein Steffi, spät dran heute", sagt er, "verschlafen, was?" "Jawoll", sage ich zackig. "Du sollst auch nicht die Nacht zum Tage machen", sagt Ulrich. Ich schüttele den Kopf. "Mache ich auch nicht, und die Kerle lasse ich auch in Ruhe", sage ich. "Soso", sagt Ulrich, "was machst Du denn dann so?" "Notausstieg aus dem Segelflugzeug üben", antworte ich, "und dann halt auch Abspringen mit Fallschirm, dass man ein Gefühl dafür bekommt." Er wird es mir sowieso nicht glauben. "Was hat Du denn immer mit dem Segelfliegen", sagt Ulrich. "Was ich damit habe?" frage ich, "ich mache es." Jetzt ist Ulrich platt. "Ich zeige es Dir gleich", sage ich und bringe meine Sachen zu meinem Schreibtisch. Dann gehe ich zurück und ziehe mir einen Kaffee. Ulrich und die anderen Kollegen platzen gleich vor Neugier. "Ja und? Du wolltest was zeigen", sagt Ulrich auf seine flapsige Art. Belustigt schlürfe ich mein Kaffee. "meine Güte, du bist ja neugieriger, als eine Frau", sage ich, "und ich weiß, wovon ich rede." "Frech bist Du geworden", sagt Ulrich grinsend. "Hihi", sage ich. Nach einer Weile, gleich platzen sie vor Neugier, hole ich mein Handy heraus. Ich zeige ein paar Fotos vom Segelfliegen. Staunend schauen meine Kollegen auf die Bilder. "Du bist doch bestimmt nur mitgeflogen", versucht Torsten mich grinsend zu provozieren. "Auf die Aussage habe ich gewartet", sage ich feixend und hole meine Brieftasche aus der Handtasche, die ich noch über der Schulter trage. Aus der Brieftasche zaubere ich meine Fluglizenz heraus und lege sie auf den Tisch. Meine Kollegen staunen weiter. "Noch Fragen?" frage ich leicht provozierend. Nach einer Weile fasst sich Andreas. "Und wir dachten, Du willst uns veräppeln", sagt er. Ulrich schaltet wieder von erstaunt auf gespielt cool um. "Aber das mit dem Fallschirmspringen ist doch erfunden", sagt er dann. Jetzt schalte ich auf Oberlehrerin um. "Also, jedes Segelflugzeug hat einen Fallschirm zur Rettung bei Gefahr an Bord", sage ich, "macht also Sinn, als aktive Fliegerin das Abspringen zu üben." "Soso, und das hast Du gestern gemacht?" fragt Ulrich leicht grinsend. "Ja!" antworte ich keck und lege den Kopf schief. "Und da hast Du bestimmt ein Foto von", sagt Ulrich weiter. "Ja!" sage ich wieder und lege den Kopf wieder schief. "Dann zeig doch mal", sagt Ulrich. Die anderen Kollegen lachen leise. "Ach so zeigen soll ich, Du fragtest eben nur, ob ich Fotos habe", sage ich gespielt erstaunt. Ulrich schaut mich verdattert an. "Na, die schafft Dich?" fragt Torsten lachend. Ulrich schüttelt nur den Kopf. Ich suche auf meinem Handy zuerst das Video von Burkhards Helmkamera. Wie er auf mich zu fliegt, wir uns die Arme reichen, durch die Wolken fallen und schließlich auch noch mit Fritz zusammentreffen. "Unglaublich, das ist eindeutig unsere Steffi", sagt Andreas staunend. "Hier siehste die Szene noch mal aus einem anderen Blickwinkel", sage ich und zeige das Video von dem Springer, der uns von oben gefilmt hat. Meine Kollegen schauen gespannt, begeistert auf das Video." So langsam macht sie mir Angst", sagt Ulrich hinterher. "Nur am Herd stehen ist doch heutzutage als Frau langweilig", sage ich feixend und stecke mein Handy in die Handtasche. "Ey Du!" sagt Ulrich noch. Ich erzähle noch ein bisschen von gestern und trinke meinen Kaffee aus. Dann löst sich unsere Runde auf. Auf meinem Rechner installiere ich dann ein gut gelungenes Bild von mir im freien Fall als Hintergrundbild. Ich arbeite mit zwei Bildschirmen. Auf dem einen ist grade das Bild zu sehen, als der Leiter des Bereiches, den ich betreue zu mir kommt. "Steffi, ich brauche mal eine Info von dir", sagt er, dann sieht er das Bild, "das bist ja Du"¦" Sprachlos schaut er hin. Dann schaut er genauso sprachlos zu mir. "Ist von gestern, das Bild", sage ich lächelnd. "Total schön", sagt er. Ich erzähle ihm kurz von gestern. "Finde ich richtig gut", sagt er dann noch. Anschließend kann ich ihm dann noch auch die gewünschte Info geben. Den Rest des Arbeitstages bin ich immer mal wieder das Gesprächsthema und wenn ich am Rechner sitze, kommen Kollegen vorbei und schauen sich das Foto an.
Nach Feierabend Fahre ich nach Hause. Es ist noch mal richtig warm geworden. Zuerst ziehe ich mich um. Ein helles, luftiges Kurzarmkleid mit großen Rosen drauf soll es sein. Dazu schlichte rote Ballerinas. Schlüssel und Brieftasche packe ich in eine Gürteltasche und schnall sie mir um. Dann gehe ich in den Keller. Da ich ja jetzt wie geplant Paddeln gehen will, such ich mir aus meiner umfangreichen Sammlung ein blaues aufblasbares Zweierkajak raus. Bei meiner Größe ist ein Zweierkajak gut zu paddeln. Außerdem habe ich Platz für meine nicht grade kurzen Beine. Dann suche ich noch Paddel, Pumpe, ein Handtuch, sowie das Notfallflickzeug heraus. Alles zusammen packe ich eine große Tasche. Aus der Wohnung hole ich mir noch ein Sweatshirt und eine Feinstrumpfhose. Auch das packe ich in die Tasche und mache mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Mit der Bahn fahre ich dann Richtung Innenstadt. Einmal steige ich um. Von der Endhaltestelle bis zum Fluss sind ein paar Meter. Die Einsetzstelle ist direkt an einem Wehr. Da gehe ich auch hin. Ich stelle die Tasche ab, packe sie aus und blase das Boot auf. Dann schraube ich die Paddel zusammen. Ich überprüfe das Boot, ob es dicht ist. Dann pumpe ich noch mal etwas Luft in die Aussenkammern. Die Pumpe befestige ich auf dem hinteren Spritzschutz. Ich nehme das Boot auf und gehe Richtung Wehr und dann zum Anlegesteg oberhalb des Wehres. Dort lege ich mein Boot ins Wasser und steige ein. Mit dem Paddel stoße ich mich ab. Der Fluss wird innerhalb des Stadtgebietes in zwei Umflutgräben geteilt, an deren Ende jeweils ein Wehr den Graben staut. So gibt es kaum eine Fließgeschwindigkeit. Und ein Nebeneffekt ist, dass man die Innenstadt umrunden kann. Je nach Bootstyp dauert das ein bis drei Stunden.
Langsam paddele ich Richtung Süden. Abwechselnd schaue ich nach rechts und links. Zu sehen gibt es hier eine Menge. Jede Menge Bäume säumen den Fluss. Auf der rechten Seite sind ein paar Häuser zu sehen mit zum Teil schönen Gärten zu sehen. Ich bin schon oft hier langgepaddelt. Jedesmal stelle ich mir vor wie es sein muss hier zu wohnen. Wäre für so eine Bootfahr-Begeisterte wie ich genau das richtige. Ich paddele unter einer Fußgängerbrücke durch. Oben steht eine Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern. Die beiden Kinder winken und grüßen. Freundlich grüße ich zurück. Ich habe meinen Rhythmus gefunden und fahre weiter. Als nächstes kommt eine große Straßenbrücke von einer der großen Zufahrtsstraßen zur Innenstadt. Ich fahre unter der Brücke durch. Die meisten der Grundstücke hier haben einen Steg am Wasser. Am nächsten Grundstück nach der Brücke ist auch ein Steg. Darauf steht ein großer ausgewachsener Rottweiler. "Woff", bellt er leise und schaut mich an. "Na, wer bist Du denn?" frage ich und bleibe stehen. Freudig wedelt er mit seinem Schwanz. "Sieht ja so ganz friedlich aus", denke ich mir. "Woff", bellt er noch mal. Dann höre ich es rascheln. Hinter einem Strauch kommt ein Herr hervor. "Na Jack, flirtest Du wieder?" spricht er den Hund an. Aus den Augenwinkel schaut er zu mir. Er kommt mir bekannt vor. "Wir kennen uns doch von irgendwo her?!" sage ich auch dann ganz unverdrossen. "Na klar, du rockst doch immer mal wieder die Kantine", sagt er lachend, "schön, dich mal auswärts zu sehen." "Aha, alles klar", sage ich, "Dein Hund ist aber ein lieber, was?" "Ja ist er", antwortet er, "auch wenn er groß und bullig ist, braucht man keine Angst zu haben." "OK", sage ich und paddele an den Steg. Neugierig kommt Jack heran. Aus dem Boot heraus streichele ich ihn ordentlich. "Dein Name war Stefanie?" fragt Jacks Herrchen mich. "Genau, verrätst Du mir auch Deinen?" frage ich. "Na klar, Erik heiße ich", sagt er. "Alles klar, das macht es nächstes Mal in der Kantine einfacher", sage ich. Ich stoße mich vom Steg ab. "Mach es gut, Steffi", sagt Erik. "Tschüss, dann" sage ich lächelnd und paddle langsam weiter. Auf der rechten Seite taucht eins der Krankenhäuser auf. Links hängen die Äste von einem Baum ziemlich weit herunter. Dazwischen leuchtet etwas Rotes durch. Ich schaue kurz hin. Schemenhaft erkenne ich, dass dort jemand sitzt und liest. Ich schaue wieder weg, soll ja nicht so neugierig aussehen. Ich schaue wieder zum Krankenhaus. Erinnerungen kommen hoch, da lag ich mal nach einem Verkehrsunfall, war nicht so toll. Ich schaue wieder nach vorne. Plötzlich spricht mich jemand von hinten an. "Hallo Stefanie", sagt eine wunderschöne Stimme mit einer leichten Aufgeregtheit darin. Mir läuft es abwechselnd warm und kalt durch den Körper. Langsam drehe ich das Boot in die Richtung dieser zuckersüßen Stimme"¦
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...