Arzt
Arzt

Lebensplanung, Standorte
Auriyane
Beiträge: 57
Registriert: Mi 5. Sep 2018, 11:00
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Arzt

Post 1 im Thema

Beitrag von Auriyane »

Hallo ihr Lieben,

ich habe demnächst meinen ersten Termin beim Psychater/Psychologen.

Ich möchte ihr/m schon meine Geschichte erzählen, jedoch habe ich Angst vor Ablehnung und/oder schlimmeres. Es braucht doch eine gewissese Ebene, Vertrauen um sich öffnen zu können. Bei meiner Frau hat es immerhin 10 Jahre gedauert, trotz Vertrauen.- 

Konntet ihr direkt mit euren Ärzten reden, wie war es bei euch?

Liebe Grüße
ExuserIn-2021-04-19
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1766
Registriert: Do 17. Okt 2019, 08:24
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Oldenburg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-04-19 »

Hallo Auriyanne,

ich kann mit meinem Hausarzt über alles reden. Zum einen kenne ich ihn schon seit vielen Jahren und er ist mir sympathisch. Zum anderen kann ich durch die Vertraulichkeit sicher sein, dass er nichts weiterträgt.

Während meiner Reha hatte ich Gespräche mit einer Psychologin. Schon bei der zweiten Sitzung brach alles aus mir heraus und ich habe ihr Sachen erzählt, die ich sogar vor mir selbst verborgen gehalten hab. Das hat mir sehr gut getan.

Ablehnung wirst du von einem Psychiater oder Psychologen nicht erfahren und ich glaube auch nicht, dass man vor einem guten Psychologen etwas verbergen kann.

Liebe Grüße und alles Gute wünscht dir

Katja
It's not Crossdressing, it's just dressing.
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4107
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 324 Mal
Danksagung erhalten: 1435 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Falls es bei de Therapeutx ohnehin ums Thema Geschlecht, sich selber irgendwie in dem Raum verorten usw geht, dann gibt es eigentlich nur den Weg, von vorneherein alles auf den Tisch zu packen, was geht. D.h. auch vorhandene Unsicherheiten und Befürchtungen. Damit brichst du dir keinen Zacken aus der Krone. Im Gegenteil. Die Person soll schliesslich helfen und dazu braucht sie Informationen.

"Ich möchte gerne, aber ich habe noch nicht das volle Vertrauen" ist eine völlig valide Ansage. Therapien werden normalerweise auch mit bis zu 5 Probe-Sitzungen begonnen, damit sich Therpeutx und Klientx kennenlernen können.

Es können prinzipiell zwei Dinge passieren:

1. Therapeutx versteht dich, du fühlst dich gut und ihr geht entsprechend behutsam die Themen an.
2. Therapeutx versteht dich nicht oder du fühlst dich nicht gut, ihr kriegt das nicht geklärt, dann brauchst du eine andere Fachperson.
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27678
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 218 Mal
Danksagung erhalten: 2531 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich möchte gerne noch einmal darauf hinweisen, welche Tipps uns Gisela Wolf gegeben hat auf einem unserer Forumtreffen: Informationen zu Ihrer Psychotherapie


Gruß
Anne-Mette
Auriyane
Beiträge: 57
Registriert: Mi 5. Sep 2018, 11:00
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 5 im Thema

Beitrag von Auriyane »

Guten Morgen, mein Termin ist Mitte November. So lange noch. :(
Ich werde mir die Praxis einmal in der offenen Sprechstunde ansehen, vielleicht kann ich ja früher zum Arzt rein. ;)

Update zu Auriyane. Es läuft gut zur Zeit, viele Gespräche und Tränen später haben wir uns darauf geeinigt die gemeinsame Zeit zu genießen, wie lang sie noch dauern mag.

Heute in der früh zog ich mir meine Unterwäsche an, ein lässiges shirt und Röhrenjeans. Als mich meine Frau sah, fand sie es erst lustig, meinte aber kurz darauf, dass ich diese Hose nicht draußen tragen kann, da ich einen richtigen, schönen frauenarsc... darin habe. Traumhaft, was für ein Kompliment. :))

Ich danke euch hier nochmals recht herzlich.

ganz liebe Grüße euch allen
Céline
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2302
Registriert: Mi 11. Mär 2015, 07:39
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 206 Mal
Danksagung erhalten: 424 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 6 im Thema

Beitrag von Céline »

Guten Morgen,
Ganz ehrlich???
Mein allererster Kontakt war in München bei einer sehr guten Psychologin und ich hatte so unglaublich Angst dort hinzugehen wie ich noch nie vor irgendwas gehabt habe.
Selbst durch die Türe zu gehen und sie anzusehen war mir fast nicht möglich und als ich dann gesessen war brach ich komplett zusammen und musste zuerst einmal sehr lange und bitterlich weinen weil meine Verzweiflung so groß war und ich so eine Angst hatte weil ich mich selbst für krank hielt .
Und selten in meinem Leben traff ich auf so einen Menschen der mich so sanft und professionell auffing und mir Mut und Trost Zusprach und mir soviele Ängste nahm und ich bin ihr heute noch unendlich dankbar dafür.
Mach Dir allso nicht zuviele Gedanken und Sorgen, wirst sehen das alles gut wird.
Ich drücke dir die Daumen
Liebe Grüße
Céline
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3885
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 7 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ein gute/r Psychologe/in wird Dir nicht sagen, was Du tun sollst. Er /Sie wird versuchen Dir zu helfen, damit Du Deine möglichen Lösungswege selber findest. Die Lösung liegt in Dir, nicht im Psychologen/in. Was passiert, wenn Du nicht Deine Befindlichkeiten mitteilen kannst/willst ? Du wirst an Deiner Oberfläche bleiben. Dafür brauchst Du keine Hilfe. Das Schwierige und vielleicht Schreckliche liegt im eigenen Spiegelbild. Und die Angst zu erkennen, worin der eigene Weg liegt. Er ist vielleicht ganz anders als Du heute erwartest.

Es geht darum, dass Du Deinen höchst persönlichen Weg erkennst. Wie willst Du ihn finden, wenn Du nicht bereit bist, genau hinzuschauen ? Das geht alleine leider nur begrenzt. Dazu brauchst Du eine Vertrauensbasis zu einem anderen Menschen. Der/die Psychologe/in nimmt diese Position ein, aber anders als Deine Frau ist er/sie nicht selber involviert. Das ist ein Vorteil, denn dadurch kann er/sie sich auf Dich konzentrieren und verfolgt keine eigenen Ziele. Es geht darum, Türen in Dir zu öffnen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Auriyane
Beiträge: 57
Registriert: Mi 5. Sep 2018, 11:00
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 8 im Thema

Beitrag von Auriyane »

Hi,

ich verstehe. Jedoch kann man sich nur öffnen, wenn die Chemie stimmt und sich wohl fühlt. Deshalb weiss ich nicht genau, ob diese Arzt der Richtige ist. Ich hoffe es sehr. Was meint ihr, ist das Geschlecht des Arztes von Bedeutung? Ich habe etwas Bedenken, da es ein Arzt und keine Ärztin ist. Wahrscheinlich dumm, aber aus irgendeinem Grund schäme ich mich fast einem Arzt von mir zu erzählen. Ob er es überhaupt verstehen kann?
Liebe Grüße
Auri
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3260
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 548 Mal
Danksagung erhalten: 907 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 9 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Auriyane hat geschrieben: Di 13. Okt 2020, 11:37 Jedoch kann man sich nur öffnen, wenn die Chemie stimmt und sich wohl fühlt. Deshalb weiss ich nicht genau, ob diese Arzt der Richtige ist.
Hi Auri...

ja, natürlich, da hast du vollkommen Recht. Die Chemie muss schon stimmen und wenn dein Blick nicht getrübt
du offen bist, merkst du das auch ziemlich schnell. Wenn man das erste Mal jemand trifft, ist das ja bei allen
Menschen eine ähnliche Situation und nie wirklich klar, passt es oder doch eher nicht...
mach dir trotzdem nicht zu viele Sorgen.
Auriyane hat geschrieben: Di 13. Okt 2020, 11:37 Was meint ihr, ist das Geschlecht des Arztes von Bedeutung? Ich habe etwas Bedenken, da es ein Arzt und keine Ärztin ist.
Es sollte nicht von Bedeutung sein, wenn du mich fragst-allerdings fühle ich mich bei Frauen wenn es um
Gefühle geht, eher gehört wie bei einem Mann. Oder zumindest anders gehört, ich weiss gar nicht wie ich das
mit Wörtern ausdrücken soll-es ist einfach eine andere Ebene der Kommunikation.
Und nein, ich glaube nicht das ich hier jetzt Klischees bemühe, das ist ein ganz gewisses Etwas, was auch manche
aber nicht alle Männer in der Form haben.
Auriyane hat geschrieben: Di 13. Okt 2020, 11:37 Wahrscheinlich dumm, aber aus irgendeinem Grund schäme ich mich fast einem Arzt von mir zu erzählen. Ob er es überhaupt verstehen kann?
Du musst dich nicht schämen-mein Urologe, mein Endo, mein HNO, mein Hausarzt, das sind alles Männer und sie
verstehen es. Beim Nachfühlen wirds dann schon ein bisschen anders-das können sie glaub ich nur bedingt,
aber generell helfen können sie trotzdem alle.
Unsere Gefühlwelt ist so komplex, das ja sogar innerhalb der "Community" nicht alles von allen nachgefühlt werden
kann, selbst wenn sich die Geschichten ähnlich sind. Wie soll es dann jemand vollständig können der ausserhalb steht?
Zum Beispiel liebe ich Schuhe, aber halte kein bisschen was von High Heels, natürlich habe ich auch 4, 5 Paar,
aber sie geben mir einfach nichts...

naja..ich drück dir mal die Daumen, das du auf Anhieb den "Richtigen" gefunden hast.
Vielleicht magst du mal nach Udo Rauchfleisch googlen, nur damit du siehst, das auch Männer mit dem
Thema trans*(feminin) ganz gut umgehen können....

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
ExuserIn-2020-11-14
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 238
Registriert: Di 9. Jun 2020, 15:16
Geschlecht: Enby
Pronomen: egal, sie bevorzugt
Wohnort (Name): Im Rheinland
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Hallo Auriyane,

dieses Problem mit Ärzten habe ich sehr extrem. Deshalb habe ich auch letztlich alle Gedanken an eine körperliche Angleichung aufgegeben. Ein Versuch einer VÄ/PÄ nach dem PStG scheiterte, da ich keinen Arzt gut genug kenne, dass er ein Attest schreiben würde. Meine Überlegungen: bei HET ohne OP werden Testo-Blocker eingesetzt. Die können Depressionen auslösen. Davon habe ich aber schon genug. Und eine OP kommt nicht in Frage.

Dann kam Corona. Erika kann nicht unter Leute, ohne dass sie die Maßnahmen zu Wut und Verzweiflung treiben. Und meinen Nachbarn oder Fuchs und Hase im Wald ist es egal, ob Erich, Erika oder sonst irgend etwas da herum läuft. Da ich mich als nicht binär definiere, bleibt es jetzt bei irgend etwas zwischen Erich und Erika.

Mit Medizin und Ärzten habe ich als Kind sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Meine Mutter war mit mir völlig überfordert, hatte ständig Angst und packte mich immer viel zu warm ein, was mich ernsthaft krank werden ließ. Erst nach einem massiven Androhen eines Suizids entließ sie mich aus den Klauen der Ärzte, unter deren Behandlung es immer schlimmer mit den Krankheiten wurde. Seit dem gehe ich Ärzten nur noch aus dem Weg. Wie ich mich halbwegs gesund halten kann, habe ich aus Büchern gelernt und durch experimentieren heraus gefunden.

Wie würde ich also heran gehen, wenn der Leidensdruck aus dem falschen Körper groß genug wäre? Ein Versuch mit einem Psychiater aus dem örtlichen Krankenhaus brachte nichts. Er verstand von trans* absolut nichts und redete immer nur um das Problem herum. Wenn der Psychotherapeut nicht trans-erfahren ist, bringt es also nichts. Männlich oder weiblich sollte eigentlich egal sein. Frauen sind aber oft strenger und genauer,weil sie sich immer noch mehr in der Gesellschaft durchsetzen müssen als Männer. Wenn ich also letztlich nur etwas erreichen will, könnte es bei einem Mann einfacher sein.

So viel dazu aus meinem Blickwinkel.

Liebe Grüße
Erika
Auriyane
Beiträge: 57
Registriert: Mi 5. Sep 2018, 11:00
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 11 im Thema

Beitrag von Auriyane »

Hi meine Lieben,

gestern war es endlich soweit. Ich war beim Psychiater, nach gefühlt 12 Stunden Wartezeit kam er zu mir. Nach anfänglicher Schüchternheit purzelte alles aus mir heraus. Bis auf seine Fragen, die er mir zwischendurch stellte, ließ er mich erzählen und hörte sich alles in Ruhe an.

Bis auf ein Kommentar seinerseits war alles recht positiv. Alle waren sehr freundlich und nett zu mir.
Er meinte mittendrin einmal :"Mit 43 Jahren wissen sie, dass sie eine Frau sind? Echt, normalerweise merkt man es schon viel früher."

Soweit so gut, er diagnostizierte eine Depression, für die er mir Medikamente verschrieb und überwies mich an einen Psychologen mit Schwerpunkt Transidentität nach München. Ich war so glücklich.

Als ich dann abends heimkam, stürzte alles ein.
Meine Frau war eiskalt zu mir, böse gemein und verletzend. Sie wundere sich, dass ich überhaupt wiedergekommen bin. Desweiteren hat sich mein Großer wohl miese Kommentare anderer Kinder anhören müssen. Wir wohnen in einem recht kleinen Dorf, wo man nichts lange verheimlichen kann. Zu viele neugierige Menschen leben hier.
Ich muss meine Kinder schützen!

Ich habe die ganze Nacht nachgedacht, überlegt, resümiert und geweint.

Ich bin Auriyane!

Jedoch werde ich Auriyane begraben lassen, werde mich begraben lassen. Lieber so, als die Dummheit der Menschen, welche auf meine Kinder niedergeht. Ich werde die anti- depressiva nicht nehmen und wenn es vorbei ist, soll es gut sein.

Ich möchte euch für alles danken, von ganzem Herzen und ich werde euch nie vergessen. Es hat lange gedauert, bis ich mich hier zu Wort gemeldet habe und ihr wart alle so liab zu mir. Ich werde immer Auriyane sein! Im innersten war ich es stets, auch wenn sie/ich nie wirklich frei war.

Passt auf euch auf und ich wünsche euch, dass eure Träume in Erfüllung gehen mögen und dass ihr euren Mut und eure Kraft nie verliert.

Mit liebsten Grüßen für die allerbesten Mädels

Auriyane
Engelchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3089
Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): München
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 13 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 12 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Auriyane,

jetzt lass dich erst mal ganz feste in die Arme nehmen und knuddeln.
Das was gestern passiert ist furchtbar schrecklich und unglaublich. :((a

Deine Reaktion kann ich im ersten Moment nachvollziehen und im zweiten sehe ich das völlig anders.
Du wirst sehr unglücklich leben und mit Depressionen kämpfen und ganz bösen Gedanken.

Du solltest tatsächlich zu dem Thera in München Kontakt aufnehmen und dir Hilfe holen.
Du solltest Leben und nicht dahin vegetieren.
Lass dich nicht so runtermachen!
Kompromisse ist eins - völlige Selbstaufgabe was anderes.

Liebe Grüße

Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4107
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 324 Mal
Danksagung erhalten: 1435 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Das... ist mit ziemlicher Sicherheit keine langfristige Lösung. Weder Du, noch Deine Frau oder Deine Kinder werden damit dauerhaft zurecht kommen. Du wirst vermutlich irgendwie funktionieren, aber nicht glücklich werden. Und das wird ausstrahlen auf Dein Umfeld. Typische Folgen sind auseinandergelebte Ehen, entfremdete Kinder, die dadurch eigene Symptome entwickeln, usw.

Sprich: Wenn die Katze erst mal aus dem Sack ist, dann wird "einfach nur eine normale Familie sein" nicht mehr funktionieren - wenn es das denn überhaupt unter solchem Konventionsdruck überhaupt gibt.

Geh zu dem Psychologen. Krieg das irgendwie klar, wie auch du leben kannst.
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27678
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 218 Mal
Danksagung erhalten: 2531 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 14 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

dem kann ich nur beipflichten.

Sicher hat der Psychologe Vorschläge, welche Wege es gibt, auch die Familie mit ins Boot zu holen - wie auch immer.
Allein ein Abbruch - weder der familiären Zusammenhänge noch einer möglichen Transition kann's doch nicht sein.

Nachtrag: über "Kinder in Regenbogenfamilien", also Kinder mit der Herausforderung, dass sie eine andere Familienkonstellation als viele andere Kinder haben,
gab es gerade bei der taz einen brauchbaren Artikel: https://taz.de/Aufwachsen-in-Regenbogen ... /!5717262/
Weiterhin verweise ich gern auf das Buch "10 Jahre später - Was sagen die Kinder...".

Ach ja: auch wenn jeder jede(n) im Ort kennt, muss es keinen Ausschluss aus der Gemeinschaft bedeuten. )))(: (888)


Alles Liebe und Gute
Anne-Mette
10-jahre-spaeter.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Kathi87
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 250
Registriert: Fr 13. Dez 2019, 06:43
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Arzt

Post 15 im Thema

Beitrag von Kathi87 »

Liebe Auriyane,

ich habe es jetzt alles durch gelesen und ich kann dir sagen, so wie Jaddy, ist es raus gibt es keinen Weg zurück.

Meine Frau hat mir einst in einem Brief geschrieben, in dem sie selbst über sich nach gedacht hat: Als du mir damals gesagt hast das du irgendwann so leben willst, habe ich falsch reagiert und du hast dich ins crossdressing mir zur liebe zurück gezogen. An dem Augenblick, habe ich gemerkt wie du dich verändert hast, wie unzufrieden und unglücklich du wurdest. Ich sehe jetzt das es eine egoistische Entscheidung war und ich nicht verstanden habe wie sehr dieses in dir knabbert.

Und wir haben uns fast verloren, bis ich zu mir zurück gefunden habe.

Ich komme auch vom Dorf, es wird sprüche geben aber je normaler man mit so einer Situation um geht desto schneller gewöhnt sich auch das Umfeld an diese Situation. Wir sind mittlerweile in der Gemeinschaft als gleichgeschlechtlichespaar mit 3 Kinder voll etabliert.

Es braucht halt Kraft und ich denke bei deiner Frau könnte es eine Überreaktion sein, solange es nur Worte sind ist es noch nichts greifbares, der Schritt zum Arzt zeigt aber wie ernst es dir ist und das wurde ihr Schlagartig klar.

Du musst selber wissen was du machst und da gibt es keine perfekten Rat nur 1000 verschiedene Erfahrungen.

Ich wünsch dir alles gute.

Liebe Grüße
Kathi
Es ist besser, für das was man ist, gehasst,
Als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“