Faszination enfemme
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josicd
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Faszination enfemme

Post 1 im Thema

Beitrag von josicd »

Warum macht man das eigentlich, sich in seiner Freizeit in eine gut gekleidete, möglichst unauffällige Frau zu verwandeln?

Das Faszinierende daran ist wohl, dass man als Frau gekleidet in eine andere Welt eintaucht, Dinge kennen lernt, die man als Mann nicht erlebt, wie das Tragen und das Fühlen der weiblichen Kleidung, sich in der Kleiderwahl seinen individuellen Stil suchen kann und sich in eine gesellschaftliche Rolle begibt, die das Leben von einer anderen Seite betrachtet. Dieses Gefühl verursacht in einem selbst eine gewisse Adrenalin-Ausschüttung, die im weitesten Sinne mit dem Rauchen vergleichbar ist. Man braucht immer wieder einen gewissen Level, wie der Raucher sein Nikotin. Im Gegensatz zum Raucher ist diese Sucht für einen Transgender nicht gesundheitsschädlich, sondern könnte vielleicht sogar der Gesundheit förderlich sein was aber nur soweit stimmt, wenn man keine Schuhe mit hohen Absätzen trägt.
Leider gibt es im Gegensatz zum Rauchen kein wirksames Mittel sich seiner Sucht zu entledigen, d.h. man muss immer damit leben und sich so weit wie möglich arrangieren.

Gesellschaftlich gesehen entspricht natürlich dieses Hobby nicht der Norm, da die Zugehörigkeit des Geschlechts auf natürliche Weise bestimmt wird und ein Wechsel nicht in die Vorstellungen der meisten Leute passt. Um einem gewissen Vorurteil entgegenzutreten hat dieses Hobby nichts mit sexuellen Dingen zu tun, da diese meist von unsereins in der ganz normalen, männlichen Familienrolle ausgelebt werden.

Auf der anderen Seite muss man sich als Frau auch den gesellschaftlichen Vorstellungen über Frauen anpassen und z.B. um nur eines zu nennen, nicht allein vor allem abends unterwegs sein und viele andere Dinge, die Frauen im Gegensatz zu den Männern einfach nicht machen. Eintauchen heißt auch, die im männlichen Leben aufgebaute Situation, wie Freundeskreis, Beruf und Familie zu verlassen und in einer neuen, femininen Welt für eine gewisse Zeit zu leben. Vergleichbar mit einem Taucher, der in der Unterwasserwelt auch nur eine begrenzte Zeit ist und jeglichen Kontakt zum Land abbricht, bis er wieder auftaucht, mit dem kleinen Unterschied, dass die Leute an Land aus den oben genannten gesellschaftlichen Gründen nicht unbedingt wissen sollten, dass er taucht.

So, und was möchte ich jetzt eigentlich?
Die Zeit in meiner femininen Welt sinnvoll nutzen, nicht allein, wie es sich für eine Frau gehört fort zu gehen und ein gewisses gesellschaftliches Leben unter Wasser aufbauen. Dazu gehört für mich was zu unternehmen, Shoppen, etwas Kultur, Konzerte, im Cafe oder in Kneipen plaudern und sich auch an Gruppen oder Treffs von normalen Frauen anzuschließen, die mich so akzeptieren wie ich bin.

Grüße
Josi aus Franken
Bianca D.
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Re: Faszination enfemme

Post 2 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöchen,

Interessanter Vergleich mit dem Tauchen.Alleine Tauchen ist in der Tat langweilig.Deshalb habe ich meine Freunde,Vereinskollegen und Arbeitskollegen mit zum Tauchen genommen und das
funktioniert wunderbar.
Viel Erfolg bei der Suche nach einem femininen Bekanntenkreis.

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Chris

Re: Faszination enfemme

Post 3 im Thema

Beitrag von Chris »

Hallo Josi,
der Vergleich mit dem tauchen finde ich auch gut.
Wenn ich abtauche bin ich ein völlig anderer Mensch mit völlig anderer Psyche. Nach einer aufregenden Anfangsphase bin ich völlig ruhig und ausgeglichen, bin einfühlsam, das überträgt sich sogar auf das Auto fahren. Ich fahre dann plötzlich so, wie man eigentlich immer fahren sollte.

Man sollte öfters "abtauchen"

Liebe Grüße

Christiane
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