Umfrage Selbsthilfegruppe
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Momo58
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Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 1 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hallo ihr Lieben

Ich möchte im Landkreis Sigmaringen eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit transidentem Hintergrund gründen. Das geht natürlich nur, wenn sich genug Gleichgesinnte finden die mitmachen möchten. Deshalb suche ich aus den Landkreisen Sigmaringen, Tuttlingen und Biberach an der Riss Interessenten, die sich gerne persönlich zum gegenseitigen Austausch treffen möchten. Wer Lust hat, bitte melden.

Liebe Grüsse Manuela
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Anne-Mette
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,

versuche auch mal, in die örtlichen Verzeichnisse zu kommen.
Bei euch gibt es doch sicherlich Regionalzeitungen, die einen Hinweis bringen könnten.
Hilfreich wäre eine Internetseite oder zumindest eine Emailadresse.
Ein Anschluss an eine "Dachorganisation" bringt auch etwas.
Wir hatten bisher Räume über KIBIS "Haus der Familie". Unter deren Dach gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen zu allen möglichen Themen - aber auch Krankheitsbildern.
Vor Corona konnten wir unter Vermittlung von KIBIS Räume im Gesundheitsamt nutzen.
Inzwischen nutzen wir Ausweich-Lokalitäten im Öffentlichen Raum. Das ist zwar nicht ideal, aber besser als nichts.

Natürlich kann auch der Aufruf hier im Forum nützlich sein.
Wie auch immer: ich wünsche Dir und euch viel Erfolg!

Gruß
Anne-Mette
ExuserIn-2020-11-14
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Momo58 hat geschrieben: Mo 28. Sep 2020, 19:07 Ich möchte im Landkreis Sigmaringen eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit transidentem Hintergrund gründen.
Hallo Momo,

ich lese da Landkreis. Wie ländlich ist es da? Meine Selbsthilfegruppe in der Kreisstadt Simmern im Hunsrück hat nicht funktioniert. Beim Gründungstreffen und einigen weiteren lief es zunächst gut. Aber: Es waren meist Transfrauen, die bereits lange geoutet und mindestens ein gutes Stück auf ihrem Weg waren. Die kamen aber nur am Anfang um mich zu unterstützen. Bald kamen dann nur noch eine oder zwei Personen, und bald niemand mehr.

Ich vermutete zunächst, es läge daran, dass ich mich nicht als Trans, sondern als nicht binär definiere. Das war aber nicht der Grund dafür. Simmern ist viel zu ländlich. Da kennt im Prinzip jeder jeden. Also wusste auch jeder, was die "bekloppte Transe" da alle vier Wochen im Haus der evangelischen Gemeinde veranstaltete. Und genau deswegen gingen nur bereits geoutete Trans-Personen dort hin. Alle anderen fuhren lieber nach Mainz oder Koblenz, wo sie niemand kannte.

Die gesamte Organisation (Flyer, Pressemitteilungen, ...) und das Anmieten der Räumlichkeiten erledigte die KISS in Mainz, was problemlos funktionierte.

Liebe Grüße
Erika
Momo58
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 4 im Thema

Beitrag von Momo58 »

@ Anne-Mette
Danke für die praktischen Tipps. Ich denke, dass ich erst mal den Bedarf abchecke und wenn genug Bedarf besteht, werden mir deine Tipps behilflich sein.

@Erika
Die 3 Landkreise (ländlicher Raum) sind definitiv unterversorgt. Die Landkreise liegen zwischen der Schwäbischen Alb/Schwarzwald und Bodensee. Rein rechnerisch müssten dort 40 Betroffene leben. Persönlich kenne ich nur zwei davon. Es gibt in Konstanz/Bodensee und in Ravensburg (versorgt die Region Oberschwaben und Westallgäu) zwei Gruppen. Die haben das selbe Problem. Es kommen meist nur 5 Betroffene. Deshalb versuche ich erst Mal den Bedarf abzuklären. Es macht ja keinen Sinn, alle 4 Wochen alleine da zu sitzen um zu warten ob jemand kommt.
Einen Gruppenraum könnte ich bei der ev. Kirche bekommen oder im Nach-Corona-Zeitalter bei der Psychiatrischen Institutsambulanz. Da könnte ich sogar psychologische Unterstützung bekommen.
Das Hauptproblem sehe ich im ländlichen Raum auch darin, dass die Leute nicht gesehen werden wollen, um dem Dorf-Tratsch zu entgehen, bzw. um Transfeindlichkeit zu vermeiden.
Ich hatte schon bei der dgti nachgefragt, aber die bieten aufgrund ihrer Satzung keine eigenen Selbsthilfegruppen an.

Liebe Grüsse
Manuela
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 5 im Thema

Beitrag von Aubergine »

Hallo Momo,

dein Vorhaben ist lobenswert, aber stell es dir nicht so einfach vor.
Vermutlich wirst du es nicht am Bedarf festmachen können, denn eine solche Gruppe muss wachsen und vor allem bekannt werden. Dazu brauchst du Unterstützung.
Wir haben unsere Selbsthilfegruppe aus einem bestehenden Stammtisch heraus in Angriff genommen, da das Interesse an einer solchen Gruppe groß war.
Zuerst haben wir uns an KISS gewandt, die in jeder größeren Stadt meist unter dem Landratsamt zu finden ist. Oder eben eine ähnliche Organisation. Diese hat uns vom ersten Tag an mit Rat und Tat unterstützt. Werbung in 28 umliegenden Gemeinden geschaltet (für uns kostenlos) die Presse eingeschaltet für Interwiews mit uns und so wurden wir bekannt und sind nun seit fast 2 Jahren aktiv mit 7 - 15 Teilnehmern.
Auch die Art wie die SHG durchgeführt wird und von wem moderiert ist absolut ausschlaggebend für den Erfolg.
Aber es gibt auch einiges zu beachten, was man so nicht immer gleich weiß bzgl. Datenschutz u.ä. Auch was Fördergelder anbelangt, hat uns KISS immer gut beraten.
Die Zahl unserer Teilnehmer wächst ständig, aber nicht immer kommen alle zum Termin. Ein fester Termin und eine feste Lokalität sind ebenfalls hilfreich. Was auch dahinter steckt ist einiges an Arbeit, denn wenn man nicht regelmäßig auf den Termin aufmerksam macht gerät er schnell in Vergessenheit.
Das nur als einige Tipps für dich zum Start.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben.

LG Aubergine
Zuletzt geändert von Aubergine am Di 29. Sep 2020, 13:49, insgesamt 1-mal geändert.
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
ExuserIn-2020-11-14
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Hallo Momo,

der Hunsrück ist ebenfalls unterversorgt, weshalb ich vor zwei Jahren einfach ohne große Vorbereitungen einen Versuch wagte. Ich bin aber in Simmern bekannt wie ein bunter Hund. Also hätte ich es vielleicht besser in Rheinböllen oder Kastellaun versuchen sollen. Zudem habe ich überall Flyer verteilt, weshalb wohl so ziemlich jeder stock-konservative "Hunsrück-Bauer" von meiner SHG wusste. Und deren strenge Blicke erreichen jeden.

Heute weiß ich, dass ich es viel vorsichtiger hätte angehen lassen sollen. Werbung nur bei den SHG in Mainz oder Koblenz und bei Transgender-Plattformen im Internet und keine Presse. In diesem Sinne war die KISS für mich keine wirkliche Hilfe, es fehlte dort offensichtlich jede Erfahrung mit den Verhältnissen auf dem Land.

Liebe Grüße
Erika
Anne-Mette
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Auf alle Fälle muss ein gutes Durchhaltevermögen vorhanden sein.
Die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen! Das wäre ja auch schade um die Flinte - oder das Korn (smili)

Ich habe mehrmals mit meiner Kaffeekanne alleine im Gruppenraum gesessen, bis es irgendwann "in Schwung" kam.
Seit Jahren haben wir eine relativ stabile Gruppe und ständig Zuwachs.
Natürlich sind auch Abgänge zu verzeichnen, für die es verschiedene Gründe gibt.
Einerseits liegt es daran, dass einige MitstreiterInnen irgendwann mit ihrer "Transgeschichte" abgeschlossen haben.
Andererseits liegt es daran, dass wir nicht alle Bedürfnisse erfüllen können oder ein Angebot haben, das nicht von allen als gut und richtig empfunden wird.
So wurde uns mal vorgeworfen, wir wären "zu politisch"; andere mögen bemängeln, dass wir uns zu wenig politisch engagieren.
Ohne eine Verbindung zu anderen Gruppen und ohne Ansprechen verschiedener politischer Themen würde sich eine Selbsthilfegruppe die Grundlage entziehen, denke ich.
Also pädiere ich für ein "gesundes Maß".

Wir haben ein recht weites "Einzugsgebiet", das einerseits den städtischen Bereich von Flensburg umfasst und andererseits den Kreis Schleswig-Flensburg und benachbarte Kreise.
Zu uns kommen manchmal sogar TeilnehmerInnen, die mehr als 100km Anfahrtsweg in Kauf nehmen.

Themen und Diskussionen sollten sich eigentlich aus dem Kreis der Teilnehmenden entwickeln und fortgeführt werden.
Das ist nicht so einfach; denn sind die wichtigsten Fragen erstmal beantwortet, dann erlahmt in vielen Fällen das Interesse.
Aber wir haben ja auch noch andere Themen neben Transsexualität und Intersexualität und sind dabei breit aufgestellt.
heike65
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 8 im Thema

Beitrag von heike65 »

Momo58 hat geschrieben: Di 29. Sep 2020, 13:13 @Erika
Die 3 Landkreise (ländlicher Raum) sind definitiv unterversorgt. Die Landkreise liegen zwischen der Schwäbischen Alb/Schwarzwald und Bodensee. Rein rechnerisch müssten dort 40 Betroffene leben.
Ich glaube du bist da etwas falsch informiert, darf ich fragen wie gross die Landkreise sind ?
Momo58
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Re: Umfrage Selbsthilfegruppe

Post 9 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Ich musste leider aus gesundheitlichen Gründen von der Gründung einer Selbszhilfegruppe Abstand nehmen.

LG Manuela
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