Trans* — Aspekte einer Lebensform
Trans* — Aspekte einer Lebensform

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Marlene K.
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Trans* — Aspekte einer Lebensform

Post 1 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

https://taz.de/Gespraech-mit-Till-Rando ... g/!171528/
Hinter dem durchaus ansprechenden Titel plant die TAZ am Montag, dem 21.09. 2020 einen Talk zwischen Till Randolf Amelung und Jan Feddersen. Ich habe leider einen anderen Termin, hoffe aber, dass sich hier die eine oder andere einbringen kann.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Marlene K.
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Re: Trans* — Aspekte einer Lebensform

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Entgegen meiner Planung habe ich es doch geschafft, mir diesen TAZ-Talk anzusehen. Ihr könnt in bei Interesse noch sehen.
Meine Anmerkungen wöhrend des Talks wurden nicht berücksichtigt. Ich stelle hier meine Fragen und Antworten auf spätere Schreiben von Jan Feddersen ein. Ich denke, die Zusammenhänge werden auch ohne seine Äußerungen (außer im Talk) deutlich.
Er entschuldigte sein nicht beachten der Fragen damit, dass sie ja nur per Mail gesendet worden seien, ein offiziell vorgesehener Weg des TAZ Talks...
per Mail, 19:46
Lieber Jan, lieber Herr Amelung,
interessant wäre es zu wissen, wie viele Probleme es mit falscher, vorschneller Transition hier in unserer Gesellschaft gibt. So wird oft vom Einzelfall auf das Allgemeine geschlossen.
Wenn der Tweet von Frau Rowling kritisiert wird, wird keiner Frau das Recht abgesprochen sich als Frau zu benennen. Wenn Sie, Herr Amelung, es für sich als richtig empfinden, sich Eierstöcke und Gebärmutter entnehmen zu lassen müssen dass nicht alle Transmänner so sehen. Also sind diese dann bei sonstiger erfolgter Transition, zum Beispiel Hprmongabe, menstruierende Männer.
Ich als Transfrau menstruiere nicht und bin trotzdem eine Frau.
Hat nicht jede*r das Recht sich selbst zu entdecken und benennen?
Wie stehen Sie zu diesen Aussagen?
per Mail 22.09.2020 07:39
Lieber Jan,
Du und Herr Amelung lassen es so erscheinen, als würden viele Jugendliche einen solchen Weg gehen und darin aus verquerer politischer Folgsamkeit bestärkt werden, Ihrer eigentlich bestehenden Homosexualität auszuweichen und dies später bereuen. Ich habe schon mehrfach hinterfragt, ob es hierzu Zahlen gibt. Du lässt diese Frage, soweit Du es verhindern kannst, nicht zu.
Herr Amelung definiert für sich, was trans* ist und setzt diese Definition als absolut. Frau Rowling verweigert trans*Männern das Recht auf Fortpflanzungsfähigkeit.
Wie schon an anderer Stelle gesagt: Es ändert das Leben von keiner trans* Person, wenn Frau Rowling sich als Frau sieht oder Du Dich als cis* Mann, der Männer begehrt, als Schwuler.
Du und Herr Amelung versuchen Ihre Definition von schwul, lesbisch und trans* als alleinige Wahrheit darzustellen und verhindert Widerspruch, soweit es Euch möglich ist.
Das finde ich sehr schade und eigentlich Deiner nicht würdig.
Bei Herrn Amelung habe ich sehr wohl gehört, dass er Aussagen immer als seine Meinung gekennzeichnet hat. Trotzdem sehe ich den Widerspruch, dass er die GaOp ablehnt, aber von anderen ein möglichst weitgehendes Passing fordert. Ich finde es falsch, aus sich selbst heraus die Grenzen festlegen zu wollen. Vom persönlichen Standpunkt aus verstehe ich die Entscheidungen, die er für sich persönlich getroffen hat, finde es gut, dass er, so wie ja auch ich, offen damit umgeht.
Unverantwortlich finde ich es, wenn eigene Haltungen als allgemeingültig und nicht als eine von mehreren, vielen Möglichkeiten dargestellt werden.
Ich weiß, ich werde nicht Deine öffentliche Wirksamkeit erreichen, ich werde deshalb aber nicht aufhören meine Stimme gegen Fremdzuschreibungen, sei es durch trans*Menschen als nicht trans* genug oder aus der schwulen oder lesbischen Szene als Flüchtling aus der entsprechenden Gemeinschaft oder als "keine richtige Frau" oder "kein richtiger Mann" erheben.
Zu Deiner letzten Bemerkung, dass schwul und lesbisch das schlimmstmögliche Urteil auf dem Schulhof sei: Ja, das ist solange so, bis trans* als eigener Aspekt entdeckt wird. Bis dahin werden der "Tom-Boy" oder die "Tunte" einfach unter die jeweiligen Gruppen und dort ganz unten in der Opferhierarchie eingeordnet.
Glaube mir, ich habe vierzig Jahre als offen schwuler "Kerl" überkompensierend gelebt und lebe seit kürzerem, vier Jahre ungefähr, als Frau, oft als trans* wahrgenommen und dies auch nicht aktiv verbergend. Sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen ist die Ablehnung und der Hass gegenüber dem Menschen, der ja nur eine Frau sein will und keinesfalls ist stärker und direkter.
Du hast so spöttisch Magnus Hirschfeld mit seinem "dritten Geschlecht" zitiert. Kommen Dir nicht manchmal Zweifel, ob die Grenze zwischen effiminiertem Schwulen und trans*Mensch wirklich so deutlich sind? Ist die "Butch" wirklich so anders als der trans*Mann? Ist die Idee, dass wir Menschen unterschiedliche Begehren und unterschiedliche Körperempfindungen mit fließenden Grenzen haben so abwegig?
Kannst Du wirklich sagen, wie ich empfinde und festlegen wer ich bin, besser als ich?
Ich für meinen Teil bleibe offener Teil der queeren, schwulen und trans*Welt, ohne andere von Außen zu definieren. Sowohl meine Vergangenheit als auch mein Sein bleiben Teil meiner Person. Mir ist dabei sehr bewusst, dass ich der Mittelpunkt meiner Welt, aber nicht der Mittelpunkt der Welt aller bin.
Mit diskussionsfreudigen Grüßen
Die letzte Mail wurde, weil ich dies ja alles missverstehe und es so nicht gesagt wurde, mit einer Einladung zu einem persönlichen Gespräch von Jan Feddersen beantwortet.
Ich bin gespannt.
Marlene

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Michi
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Re: Trans* — Aspekte einer Lebensform

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Liebe Marlene,

ich wünsche dir viel Erfolg bei dem Treffen, und bin schon gespannt auf den darauf folgenden Bericht.

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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