Das erste Mal
Das erste Mal - # 46

Lebensplanung, Standorte
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Engelchen
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Re: Das erste Mal

Post 676 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Céline,
das ist ganz und gar nicht schön was du da erlebt hast.
Ich weiß auch nicht wie ich dich trösten kann.
Lebe DEIN Leben - denn du hast nur eines.

Lieb gedrückt darfst du dich fühlen

Deine
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
Aria
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Re: Das erste Mal

Post 677 im Thema

Beitrag von Aria »

Huhu Céline!

Ja, irgendwann ist immer das erste mal. Und in diesem Fall auch das schlimmste. Es sind halt alte Gewohnheiten die so nicht mehr kommen werden. Aber es werden neue kommen, die wieder schön sind und das Leben mit leben füllen. Kein Hoch ohne ein Tief oder wie war der Spruch...Keine Veränderung ohne Schmerz. Die Veränderung brauchst du aber um dich weiter zu entwickeln, das was du schon innerlich begonnen hast, fort zu führen. Dass es einfach wird hat niemand gesagt aber es wird besser werden mit der Zeit, das weiss ich ganz bestimmt.

Alles Liebe
Aría
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Céline
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Re: Das erste Mal

Post 678 im Thema

Beitrag von Céline »

Hab ich gerade endeckt als ich 2015 meinen Weg begonnen habe
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
Céline
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Re: Das erste Mal

Post 679 im Thema

Beitrag von Céline »

Wenn ich diese Woche so vor meinen Augen reflektiere ist es eine Mischung aus Glück, Zufriedenheit aber andrerseits Trauer und Angst.
Sonntags wurde ich zum ersten mal..ja tatsächlich wieder mal ein erstes Mal in einer Mädelsgruppe zum Mädelsfrühstück eingeladen und es war ein Riesenschritt im Ankommen.
Die positive Resonanz der Mädels war unglaublich groß und Komplimente für mein Erscheinungsbild und meinen Styl tun unglaublich gut und als Transfrau in diesen Gruppen aufgenommen zu werden ist für mich nicht selbstverständlich. Und ich musste furchtbar lachen und wurde wahrscheinlich sogar mal rot weil alle von mein Fähigkeiten in hohen Schuhen zu laufen fasziniert waren und anscheinend kann ich tatsächlich sehr sexy " laufen".
Die Schattenseite.....ich versuche sehr oft mit meiner Frau wieder zu komunizieren und hätte sie gerne mitgenommen aber leider verläuft jeder Versuch der Annäherung im leeren.
Ich vermisse so unglaublich die Berührungen und ihre Wärme. Das Gefühl sie zu streicheln und festzuhalten....
Das Klima zuhause ist unglaublich kalt und ich kann nicht mehr sagen das ich mich in unserem Haus zuhause fühle. Mittlerweile ist alles so fremd und beängstigend geworden und ich flüchte fast täglich von zuhause um diese Atmosphäre nicht zu spüren und entfliehe meinen Ängsten und Sorgen.
Es ist schrecklich wenn ein geliebtes Zuhause das der Wunschtraum war und hinter dem so viele Träume und Pläne steckten auf einmal so entfremdet, kalt und beängstigend geworden ist. Ein Zuhause das man verlassen und hinter sich lassen möchte.
Das schlimmste aber ist das ich nichts bereue. Diesen Fehltritt den ich begangen habe kann und will ich auch nicht rückgängig machen, vielleicht war er sogar nötig auf meinem Weg.
Aber da beschäftigt mich etwas schon länger das mir letztens jemand am Abend gesagt hat der mir länger zugehört hat und dann zu mir gesagt hat: Du trägst schon unglaublich lange einen sehr tiefen Schmerz in Dir. Das höre und sehe ich sehr deutlich "
Und ja, er hatte Recht. Aber ich habe irgendwie gelernt diesen Schmerz zu ertragen und damit zu leben und genau jetzt denke ich bin ich dabei ihn zu überwinden und zu verarbeiten. Dazu gehört aber auch der Lebenswandel den uch jetzt genau so lebe.
Vielleicht alles Einbildung,aber wer weiß....

Und dann ist da diese Angst vor dem Eingriff übernächste Woche die immer größer wird und vor dem Ergebnis ob vielleicht etwas schlimmes dahinter steckt.
Ich denke ständig daran einfach in der Narkose einzuschlafen und hoffentlich nicht mehr aufzuwachen.....
Céline
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Engelchen
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Re: Das erste Mal

Post 680 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Celine,
Ich kann dich so sehr verstehen und auch nachvollziehen wie es dir geht.
Der Gedanke mit der Narkose und nicht mehr aufwachen, den hatte ich auch schon öfters.
Und trotzdem bin ich sicher, das schaffst du auch noch.
Liebe Grüße
Lisa
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Re: Das erste Mal

Post 681 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Céline hat geschrieben: Do 17. Sep 2020, 19:56
Und dann ist da diese Angst vor dem Eingriff übernächste Woche die immer größer wird und vor dem Ergebnis ob vielleicht etwas schlimmes dahinter steckt.
Ich denke ständig daran einfach in der Narkose einzuschlafen und hoffentlich nicht mehr aufzuwachen.....
Céline
Liebe Celinè,

Dein Leben ist ja gerade eine irgendwie grausame Achterbahnfahrt, mit all seinen Höhen und Tiefen.
Ich hoffe so sehr dass es wieder eine Annäherung an deine Frau gibt, ich wünsche es dir von Herzen.

Darf ich dich fragen was du vor einen Eingriff unter Vollnarkose hast?
Ich bin überzeugt dass du aus der Narkose erwachen wirst.
Das Leben das hoffentlich noch viele Jahre vor dir liegt hat dir noch sehr viel zu bieten.

Lg Tatjana
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
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Re: Das erste Mal

Post 682 im Thema

Beitrag von Shena »

I asked God: "Why are you taking me through troubled waters?" He answered: "Because the others cannot swim."
Michi
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Re: Das erste Mal

Post 683 im Thema

Beitrag von Michi »

Shena hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 10:30 I asked God: "Why are you taking me through troubled waters?" He answered: "Because the others cannot swim."
Ich kann so eigenartigen Erklärungen nach dem Schema: "Gott lässt dich mehr leiden als andere, weil er dich mehr liebt als die anderen." ehrlich gesagt überhaupt nichts abgewinnen. Das finde ich.. mit Verlaub .. ziemlich befremdlich, wenn nicht noch schlimmer.

Michi

PS: Sorry, musste raus, ich wollte nicht daran ersticken.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Das erste Mal

Post 684 im Thema

Beitrag von Aria »

Céline hat geschrieben: Do 17. Sep 2020, 19:56 Das schlimmste aber ist das ich nichts bereue.
Ist es wirklich so schlimm, oder ist es nur die Verwunderung darüber, dass du nix bereust?
Sieht so aus als kämpft hier wieder einmal Kopf gegen Herz ;)
Das Herz bereut nix aber der Kopf sagt, dass es schlimm zu sein hat.

Und für unseren Verstand ist es so schwer zu akzeptieren, dass das Herz recht hat. Diese Macht darüber ist einfach unglaublich und lässt uns manchmal ein ganzes Leben lang nicht das tun, was wir im tiefsten Innern so sehr wollen. Doch wer einmal wirklich zugelassen hat, dass Herz gegen Kopf gewinnt und sich dadurch sein ganzes Leben zum positiven geändert hat, wird wahrscheinlich immer wieder so entscheiden - zum Unverständnis von so vielen, die ihr Leben lang nur das tun, was der Kopf ihnen sagt.

Ich bin jedenfalls unglaublich glücklich darüber, kein Kopf-Mensch mehr zu sein, sondern nur noch auf mein Herz hören zu können. Das hat mir eine unglaubliche Freiheit gegeben, die ich nie mehr abgeben möchte. Ich denke, bei dir wird das - sofern noch nicht geschehen - noch ein wenig dauern, denn du hast vorher noch Trauerarbeit über die verlorene Beziehung zu leisten. Das ist gut und wichtig. Dieser Prozess gehört dazu. Und von daher ist es auch ganz normal, dass du einerseits glücklich und zufrieden und andererseits traurig und ängstlich bist.
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Re: Das erste Mal

Post 685 im Thema

Beitrag von Shena »

MichiWell hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 14:18
Shena hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 10:30 I asked God: "Why are you taking me through troubled waters?" He answered: "Because the others cannot swim."
Ich kann so eigenartigen Erklärungen nach dem Schema: "Gott lässt dich mehr leiden als andere, weil er dich mehr liebt als die anderen." ehrlich gesagt überhaupt nichts abgewinnen. Das finde ich.. mit Verlaub .. ziemlich befremdlich, wenn nicht noch schlimmer.

Michi

PS: Sorry, musste raus, ich wollte nicht daran ersticken.
Das tut mir leid - ich habe das erst jüngst gelesen und fand das total aufbauend... weil man ja irgendwann aus der rauen See auch wieder an Land ankommt und man damit die Gewissheit hat, dass das Universum einem mehr zumutet als vielleicht jemand anderem, weil es das einem zutraut. Ich finde mich da sehr gut wieder - aber es ist natürlich immer schwierig, wenn jemand schon sein ganzes Leben im Meer treibt und ständig zu ertrinken droht. Wie gesagt, ganz große Entschuldigung meinerseits!!
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Re: Das erste Mal

Post 686 im Thema

Beitrag von Céline »

Wo fange ich an?
Also, Danke euch erst mal. Die gesundheitlichen Problemen sind für mich ziemlich belastend und ich weiß gar nicht ob ich hier schon darüber geschrieben habe.
Eines ist das Asthma über das ich geschrieben habe und mir durch die Einahme von einem Medikament letztens wegen meinen schlimmen Bandscheibenschmerzen fast das Leben gekostet hat da es zu einem Allergischen Schock geführt hat. Die jetzige OP muss zum zweiten Mal durchgeführt werden weil sich in meinem Kopf in allen Neben,Kiefer,Siebbein und Kehlbeinhöhlen massiv Polypen und Wucherungen gebildet haben und das ist das Schlimme, der Verdacht besteht das die HRT damit zusammen hängt. Und natürlich habe ich furchtbare Angst, schon deshalb weil ich das komplet allein durchstehen muss und meine Frau nicht mehr an meiner Seite ist.
Und meine Gesundheit ist auch durch die lange Zeit der HRT ohne OP angegriffen weil mein Körper leider etwas empfindlich ist und jetzt im Grunde rebelliert. Momentan bringen wir meine Hormonwerte nicht mehr in den gewünschten Bereich.
Ja Aria, Du hast Recht....
Genau das ist der Punkt das mein Verstand ganz klar nein sagt aber mein Herz leben möchte...mit allen Konsequenzen aber gleichzeitig weint es durch das was es anrichtet.
Im Grunde bin ich wie ein Kind das alles haben will und nicht verzichten möchte und kurzfristig bereit ist den hohen Preis dafür zu bezahlen. Und tatsächlich bin ich unglaublich ängstlich und traurig weil ich weiß das der Tag an dem sie Tür für immer hinter sich schließt nicht mehr weit entfernt ist und ich dann nicht einmal mehr ihre Nähe spüren kann oder wenn ich Nachts im Bett liege sie nicht mehr ansehen kann und ihren Atem spüren. So wie heute Nacht als sie sich im Schlaf zu mir umgedreht hat und ich sie spüren konnte und mir wünschte das das nicht enden solle....
Wir sind seit 33 Jahren zusammen,33 Jahre unglaublich glückliche Jahre mit allen Höhen und Tiefen und genau deshalb hasse ich meine Transidentität weil sie alles zerstört hat und mir das alles nimmt. An manchen Tagen verwünsche ich das alles und wünsche mir einfach nur normal zu sein.
Nichts wird mehr so sein wie es war, unsere unglaublich schönen Urlaube und Rundreisen durch England und Schottland wo wir uns so viele Träume und Anregungen für unser Haus und den Garten geholt haben. Ich bin schon so weit das ich nicht mehr nach Hause möchte,welches Zuhause auch?? Am liebsten würde ich packen und wegfahren und neu anfangen,nur um all das hinter mir zu lassen...vielleicht auch vergessen zu können..
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Re: Das erste Mal

Post 687 im Thema

Beitrag von Frieda »

Céline hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 20:48 .. und neu anfangen..
Mit so einem Schritt schmeißt man sich selbst und alle Betroffenen direkt in die stürmische See, liebe Celiné.

Meine Tochter hat in meinem Beisein zu ihrem Bruder (von selbst) einmal gesagt : "Wenn Mama damals nicht mit uns ins Frauenhaus gegangen wäre, wären wir heute nicht da, wo wir jetzt sind❣️".

Den Sprung in die stürmische See schaffen wir nur (in meiner Wahrnehmung!), wenn wir uns selbst vertrauen, dass wir schwimmen können.

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Das erste Mal

Post 688 im Thema

Beitrag von Aria »

Céline hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 20:48 Ja Aria, Du hast Recht....
Genau das ist der Punkt das mein Verstand ganz klar nein sagt aber mein Herz leben möchte...mit allen Konsequenzen aber gleichzeitig weint es durch das was es anrichtet.
Im Grunde bin ich wie ein Kind das alles haben will und nicht verzichten möchte und kurzfristig bereit ist den hohen Preis dafür zu bezahlen. Und tatsächlich bin ich unglaublich ängstlich und traurig weil ich weiß das der Tag an dem sie Tür für immer hinter sich schließt nicht mehr weit entfernt ist und ich dann nicht einmal mehr ihre Nähe spüren kann oder wenn ich Nachts im Bett liege sie nicht mehr ansehen kann und ihren Atem spüren. So wie heute Nacht als sie sich im Schlaf zu mir umgedreht hat und ich sie spüren konnte und mir wünschte das das nicht enden solle....
Wir sind seit 33 Jahren zusammen,33 Jahre unglaublich glückliche Jahre mit allen Höhen und Tiefen und genau deshalb hasse ich meine Transidentität weil sie alles zerstört hat und mir das alles nimmt. An manchen Tagen verwünsche ich das alles und wünsche mir einfach nur normal zu sein.
Nichts wird mehr so sein wie es war, unsere unglaublich schönen Urlaube und Rundreisen durch England und Schottland wo wir uns so viele Träume und Anregungen für unser Haus und den Garten geholt haben. Ich bin schon so weit das ich nicht mehr nach Hause möchte,welches Zuhause auch?? Am liebsten würde ich packen und wegfahren und neu anfangen,nur um all das hinter mir zu lassen...vielleicht auch vergessen zu können..
Das was du gerade erlebst ist völlig normal. Das ist die schlimmste Zeit in einer Trennung, erst recht wenn man gezwungen ist sich noch ein Bett zu teilen. Wir waren "nur" halb so lange zusammen wie ihr, trotzdem weiss ich genau wie es dir dabei geht. Solche Nächte können unglaublich lang werden und man fragt sich immer und immer wieder was man hätte anders machen können. Das tut unglaublich weh, vor allem wenn man der Meinung ist, dass nur so perfektes Leben ausschaut. Doch das kann auf so viele Weise perfekt sein, wenn man offen dafür ist. Im Moment bist du das nicht, denn du trauerst. Und das ist völlig richtig so. Du wirst die Phasen der Trauer durchleben und du wirst anfangen dir dein eigenes Leben wieder aufzubauen. Doch zuerst musst du durch diese beschissene Zeit. Bei uns ging die über Weihnachten und Silvester. Ich kam mir manchmal vor wie in einem schlechten Spielfilm, denn wir haben natürlich so gut es geht versucht uns vor unseren Kindern nix anmerken zu lassen. Als das alles vorbei war, war ich einerseits unglaublich froh, dass diese Zeit vorbei war und andererseits unglaublich traurig weil es jetzt Realität war - ich war allein. Doch ab da an ging es immer ein wenig besser und so wird es auch bei dir sein - versprochen. Kopf hoch, das wird schon wieder!
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Re: Das erste Mal

Post 689 im Thema

Beitrag von Céline »

Eine Schlaflose angsterfüllte Nacht liegt hinter mir.
Ist doch verrückt...in Kürze werde ich operiert und freu mich wenn das Narkosemittel eiskalt meinen Arm hochwandert und ich wahrscheinlich noch versuche Scherze mit den Ärzten zu machen und dem Arzt im Vorfeld gesagt habe er soll nicht auf den Unsinn hören den ich während des Aufwachens erzähle hören und er lachte nur laut und sagte ich glaub ja nicht was die Menschen in dem Moment alles erzählen.
Und doch ist da dieser Wunsch einfach nur zu schlafen und nie mehr aufzuwachen.
Ich wünsche es mir so sehr weil diese Zerrissenheit und die Verlustängste die täglich auf mich einschlagen unerträglich werden.
Einerseits ist es das Leben außerhalb meines Zuhauses das mir unglaublich gut tut und mich förmlich aufleben und aufblühen lässt aber andererseits ist es zuhause so schwer zu ertragen und kein Ende in Sicht.
Ich war gestern in der Dusche gesessen und wollte einfach nur sauber und Haarfrei für heute sein und hätte ständig nur weinen können. Dazu kommen noch Schmerzen durch die Nesselsucht die durch das Einnehmen des Antibiotikums entstanden ist und mir wässrige Blassen und Hautablössungen im natürlich empfindlichsten Kärperbereich beschert haben und unglaublich brennen. Ich musste das Medikament zwar sofort absetzen aber die Schmerzen und der furchtbare Anblick bleiben.
Und dann war da der Brief......
Der Abschiedsbrief an meine Frau den ich 2018 geschrieben habe und ich ihn geöffnet und gelesen habe und sich in nichts von alle dem was daran geschrieben steht geändert hat.
Es sind so unglaublich viele Dinge die darin stehen und mich in Tränen ausbrechen lasse obwohl meine Augen keine Tränen mehr besitzen..
Also hab ich mich hingesetzt und noch mehr geschrieben, in der Hoffnung das sie im Falle alles nur ein klein wenig versteht und nicht mit Zorn und Wut an mich denkt.
Und dann ist da noch ihr Geburtstag heute den ich nicht mit einer Umarmung und einen Kuss mit ihr feiern kann und doch hab ich ihr ein Geschenk gekauft und einen Brief der aus meinem Innersten kommt hineingelegt. In der Hoffnung wenigstens ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Sie wird heute mit all unseren Freunden feiern und ich kann nicht dabei sein und muss trotzdem weinen weil ich mir das so sehr auch an meinem Geburtstag gewünscht habe den ich alleine verbringen musste...
Aber vielleicht gehört ja gerade das alles zu meinem Leben und ich sollte es einfach akzeptieren.
Ich werde jetzt also ins Auto steigen,hoffen das ich vor lauter Angst vor der OP die weite Strecke fahren kann und hoffe dann nur das Eine.....

Ich weiß ich schreibe sehr viel Dinge die ihr schon tausend Mal lesen musstet aber hier kann ich meine Seele einfach ein wenig ruhen lassen.
Eure Céline
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Re: Das erste Mal

Post 690 im Thema

Beitrag von Céline »

Leider musste ich wieder aufwachen obwohl der Gang mit meiner Tasche die ziemlich schwer war weil ja alles dabei haben musste wie ein Abschied war.Es ist ja niemand mehr da der mir etwas bringt. Ich sah noch einmal den Himmel an, lauschte den Amseln und ging durch die Tür in der Notaufnahme. Dann in meinem Zimmer zu stehen, alleine ohne Halt und die Angst die mich begleitete..eigentlich die Angst vor dem Leben.
Als ich dann im Bett zum OP Saal geschoben wurde ließ ich irgendwie nochmal alles Revue passieren und versuchte mich einfach abzulenken. Angekommen dann wieder die Prozedur des vorbereitens, auf den OP Tisch rutschen, das OP Hemd ausziehen, das ankleben der Elektroden für Herz und Hirntätigkeiten.
Sehr schmerzhaft war das setzen der Kanüle und der Arzt versuchte durch Gespräche abzulenken.
Natürlich versuchte ich wieder die Ruhige zu spielen und als ich dann in den OP Saal geschoben wurde und so noch fixiert da lag wollte ich noch unbedingt sehen mit was für einem Instrument jetzt in mir herumgebohrt wird. Der Arzt zeigte es mir noch lachend weil ich noch darauf bestand, eine Mischung aus kleinen Pürierstab und irgendwie Minitaschenlampe und dann war ich auch schon weg.....
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