Hallo zusammen,
ich wage mal zu behaupten: "die reine Wahrheit" wird es nicht geben, auch nicht in "unserem Thema".
Zumindest zur Zeit gibt es sie nicht, mein Reden. Aber es wird immer wieder so getan, als gäbe es sie, diese Wahrheit (die wissenschaftliche, faktische). Von da her wünsche ich mir, dass viel mehr Menschen diese Behauptung wagen würden.
Das Eigenbeschreibungen ernst genommen werden sollen, scheint mir ein weitreichender Konsens zu sein. Selbst üblich Konservative stellen diesen Teil der Selbstbestimmung kaum in Frage. Im Bereich des Rechts (darum geht es mir hier) ist das aber etwas anderes, als im allgemeinen, positiv gesonnenen Miteinander.
Dort geht es um die Frage, ob und wie der Teil der Eigenbeschreibungen wirksam wird, der über das Individuum und seine 'unkritischen' sozialen Beziehungen* hinausgeht. Wenn man dort mit einem Text wie dem obigen auftritt und seine Forderungen noch mit einer unbelegten Behauptung hinterlegt, ist die Reaktion bei vielen Gesprächspartner_innen schon programmiert: Distanziert freundliche Ablehnung, die sich in allerei Verschleppungstaktiken äussert. Das läuft schon seit zig Jahren so und es nervt mich, wie ich zugeben muss, weil immer wieder jemand in beleidigt-belehrendem Ton alle anderen für doof erklärt und damit Türen zuschlägt, die grade erst mühsam einen Spalt weit geöffnet wurden.
Das tolle ist nur, dass uralte konservative Meinungen, die als Konsens etabliert waren, jetzt wieder aufgelöst und Kontext von der Diskussionsmenge sind.
Ja, das hat was. Richtig gut fände ich, wenn aus den Diskussionen möglichst bald etwas brauchbares herauskommt.
Habt es gut
Marielle
*) Damit meine ich alles, was ohne Gesetze und Vorschriften unter verschiedenen Menschen in sozialen Beziehungen einfach vernünftig ausgehandelt wird.