https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 9oODVXYVDc
Ich kann nur sagen, der Artikel ist rundum lesenswert ...und auf drei mal höherem Level als mancher Beitrag in der von mir gelesenen Zeitung....
Dann kann es allerdings auch geschehen, wie uns der Community-Alltag gelegentlich lehrt, dass trans* und inter*geschlechtliche sowie nicht-binäre Menschen gar noch als Bedrohung stilisiert, zum Feindbild eines biologistisch argumentierenden schwul-lesbischen Fundamentalismus erklärt werden, als ob es trans*, inter* und nicht-binären Aktivismen um die Abschaffung anatomischer Fakten ginge.
Ebenso oft, ob explizit oder unausgesprochen, knüpft sich daran der Zweifel an unserer menschlichen "Echtheit". Der amerikanische Philosoph Stanley Cavell meinte einmal, Mensch zu sein bedeute, als Mensch gesehen zu werden. Vielleicht klingt das zu banal, weil allzu selbstverständlich. Aber es ist die fehlende Selbstverständlichkeit, mit der wir oft konfrontiert sind. Weshalb wir jenen Fundamentalist*innen gerne empfehlen möchten: Überprüft erst einmal euer Menschenbild, um das Maß an Menschenverachtung darin zu erkennen
Ein besonderes Reizwort stellt in diesem Zusammenhang der Begriff der Genderfluidität dar. Gut, Identitäten mögen für sich nicht fluide sein, wir holen sie nicht morgens aus dem Kleiderschrank wie unsere Kleidung. Aber mit Blick auf Selbstwahrnehmung und Lebensweisen sind sie es, denn nichts anderes meint unser aller Lieblingswort Vielfalt.
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