Petra Sofie hat geschrieben: Do 23. Jul 2020, 19:45
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Hier schlägt wieder einmal die Problematik der Zitiererei eines Zitates der Auslösung aus einem Beitrag zu einer Stellungnahme erbarmungslos zu.
Ich verwende keine Zeitatfunktion, ich beziehe mich Inhaltlich auf vorangegangene Äußerungen Anderer.
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Von Ausgrenzung oder Herabsetzung ist und war nie die Rede.
LG
Petra Sofie
Liebe Petra-Sofie,
durch Zufall lese ich Deine Antwort. Auch hier hat die Zitierfunktion ihre Berechtigung, weil so Diskussionen sichtbar werden.
Mir ist durchaus klar, dass mir keine von Euch persönlich mein Mensch sein abspricht und jede*r aus der eigenen Sicht spricht. Trotzdem sind Sätze wie
Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mi 22. Jul 2020, 14:12
Moin,
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Bei aller Toleranz, wenn ich ein gleichgeschlechtliches Paar sehe, schaltet mein Gehirn zunächst auf Steinzeit und dann erst auf einen gedankenorientierten modernen und verstehenden Modus. Ich glaube, das ist normal.
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einfach verletzend. Hier sagst Du, liebe Ulrike-Marisa, dass es zunächst einmal ganz natürlich ist bei zwei sich liebenden Männern oder sich liebenden Frauen, die diese Liebe offen zeigen, nur natürlich ist, innerlich zusammen zu zucken. Das verletzt mich, denn ein Teil von mir ist immer noch der schwule Mann, den ich vierzig Jahre gelebt habe und für dessen Sichtbarkeit (...wir haben es ja sooo leicht... und das ganz ohne eigenes Zutun...) ich genau so lange gekämpft habe.
...und bitte sagt mir nicht, ich solle mich nicht so anstellen... die Antwort ist auch verletzend. Ich werde mich nicht für meine Gefühle entschuldigen.
Aber was mir viel wichtiger ist und was droht in der persönlichen Verletztheit unterzugehen:
Ich sehe es durch mein Erleben als queere*r Aktivist*In, dass sich die Wahrnehmung und die Möglichkeiten zum freien und selbstbestimmten Leben von Lesben und Schwulen fast unglaublich verändert haben.
Dies führt dazu, dass heute das Schwulsein eines Politikers nur noch eine Randnotiz ist. Anders sieht es schon beim Lesbischsein aus. Noch ganz anders bei der Transidentität. Aber auch hier sehe ich starke Differenzen in der Sichtbarkeit der Gruppen. Transfrauen werden als "bunte Vögel" in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen und sind durch männliche Sozialisation lauter. Transmänner werden aber, da sie ja von der "minderwertigen" Frau zum "höherwertigen" Mann oft mit mehr Verständnis aufgenommen.
Mein Fazit ist daher, dass es keine natürliche Irritation durch aufgebrochene Geschlechterrollen gibt. Die Wahrnehmung verändert sich durch die Sichtbarkeit, ähnlich übrigens wie die Wahrnehmung anderen Aussehens, anderer Kulturtechniken, anderer Religionen.
Was ich erst im Nachhinein bei mir sehe, ist wie sehr meine Art mich anzupassen und zunächst für das Wohl meiner Umwelt zu sorgen als Schwäche und als "weiblich" gelesen wurde. Dabei war ich doch ein Mann. Wieso machte ich in Beziehungen und im Beruf die Fehler, die die meisten Menschen Frauen zuschreiben...
Ich hoffe, ich habe klar gemacht, dass ich auf Verstandesebene keine*r/m von Euch einen Vorwurf machen und auch niemandem Gram bin. Mein Gefühl der Verletztheit ist echt auch ohne Schuldzuschreibung und trotzdem mit der bitte um einen sensibleren Umgang untereinander verbunden.