Dissonanz
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ExuserIn-2020-11-14
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Re: Dissonanz

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Hallo,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

Dann versuche ich mal etwas halbwegs vernünftiges zu antworten. Du scheibst wohl - wie auch ich - gerne "ungefiltert". Daraus einsteht gerade jetzt (wegen Corona?) in diesem Forum leicht Konfliktpotential. Aber erst mal egal.

Wenn Du eine falsche Rolle lebst, ist das mit der Sexualität immer schwierig. Ich sollte für meine Partnerinnen immer der "echte? richtige?" Mann sein. Der war ich aber nie - eher weiblich lesbisch als männlich hetero. Vielleicht wollten sie auch einfach nur ein Kind von mir. Ich hatte aber mit Familie und Kindern nie etwas im Sinn. Und irgendwie vernünftig geredet wurde über dieses Thema nie. Schluss machen ist ja einfacher.

Also blieb ich am Ende alleine und wurde "monosexuell" - also ich bin jetzt beim Sex gleichzeitig der Mann und die Frau. Das Ding da unten muss also nirgendwo mehr hinein und hängt immer entsprechend schlapp da rum. So viel erst einmal zum Sex.

Nun zur Rolle. Meine männliche war vor drei Jahren zu Ende gespielt. Dann Outing zunächst als Teilzeitfrau. Dann Selbstfindung: Transvestit - Transfrau - ... - nicht binär. Mit der weiblichen Rolle war es also auch nichts. Jetzt bin ich in der Öffentlichkeit eine (Trans*?-)Frau und sonst irgend etwas zwischen den Geschlechtern.

Wie realistisch ist also das Vorstehende? Der Totalversager war ich wohl eindeutig als Mann. Als Frau habe ich es gar nicht mehr wirklich versucht (Beim Mann hat es ja wenigstens noch anatomisch gepasst). Ich stelle aber fest, dass ich, so wie ich bin, als ehrliche*r*s Enby mehr Anerkennung bei anderen finde als in der nur gespielten männlichen Rolle.

So viel erst mal.

Liebe Grüße
Erika

PS: Die Idee einer körperlichen Angleichung zur doofen Fickstute finde ich als Enby jetzt irgendwie genial. :roll: - Und jetzt bekomme ich von den Transfrauen wieder eins auf den Deckel. :lol: (pl)
Jaddy
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Re: Dissonanz

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Von der Beziehung zum eigenen Körper und insbesondere dem Genitalbereich kann ich das vollkommen nachfühlen, "vielfältig", weil es mir genauso ging/geht.

Etwas problematisch ist die Partner"¢innenfindung dann schon, aber gelingt am besten in Umgebungen mit expliziten Absprachen, in denen kaum/keine gegenseitige Annahmen über Vorlieben und Tabus getroffen werden. Sprich: Im sex-positiven Umfeld von BDSM, Tantra und_oder Kreativerotik.

Eine gute Tantra-Gruppe (möglichst nicht allzu esoterisch) könnte dir neben Kontakten vielleicht selbst einen positiveren oder wenigstens konstruktiveren, nützlicheren Umgang mit deinem Körper bringen. Überspitzt formuliert: Viel zu viele von uns sind eigentlich unwissend, wie sensible, lustvolle Erotik funktioniert, weil sie einfach nur sexuelle Befriedigung haben. Übrigens können auch Profis aka Sex-Worker"¢innen da mit ihren Erfahrungen helfen. Nicht zum reinen Druckabbau, sondern mit zeigen was geht.

Irgendwo am Ende der Skala gibt es dann noch die Möglichkeiten, deinen Körper nach deinen Vorstellungen zu verändern. Das ist auch eine individuelle Sache. Es gibt nicht nur das eine oder das andere. Ich lasse mir deshalb in 3 Wochen mein nicht-binäres Wunschgenital basteln. Das verändert allerdings "nur" die Beziehung zum eigenen Körper und beantwortet nicht die Frage nach Partner"¢innen.
lilly.fae
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Re: Dissonanz

Post 3 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Hallo Vielfältig
Ich glaube, das es für dich einmal sehr wichtig ist "deine Rolle" zu finden. Denn dann kannst du dich selbst wieder Akzeptieren und Lieben. Vielleicht öffnen sich dann auch deine Augen wieder für diejenigen die den "Menschen" und das "Wesen" in dir schätzen und Lieben. Es ist nicht immer Wichtig was du zwischen den Beinen, hast oder was man in irgendein Loch reinsteckt. Wichtig ist das man das Liebt was man ist, und was man sein möchte. Nur dann erreichst du das Ziel. Es gibt sicher genügend Menschen welche dir auf "Augenhöhe" genübertreten würden, ich wäre sicherlich einer davon, denn ich kann "Menschen" akzeptieren wie sie sind. Am leichtesten wirst du solche Menschen in "selbsthilfegruppen", oder Stammtischen finden. Du bist nicht alleine mit deinen Gefühlen. es ist aber verdammt wichtig an deinem "Selbstwertgefühl" zu arbeiten, denn dieses scheint in den tiefsten eller gerutscht zu sein. Verlier bitte nicht den glauben andich, vor allem nicht in das was du sein möchtest. Wenn du wieder von innen strahlst, wird man dich auch wieder wahrnehmen. Und auch du wirst sehen, da ist jemand der mich liebt. Denn aufrichtige Liebe ist es was du brauchst, und nicht schneller Sex, das hast du ja schon mal richtig erkannt.
Übrigens deine "Sexuelle Ausrichtung" ist für bedingungslose Liebe nicht relevant. Und Liebe darf NIEMALS an eine Bedingung geknüpft sein
Gehe wieder mit offenem Herzen durchs leben, akzeptiere den eigentlichen "Menschen" in dir und deine Augen können wieder sehen.

Ich hoffe es ist das was du lesen wolltest, den ernstgemeint is es auf jeden Fall

Lg Lilliane
***** Lilliane Fae ****** Kurz : Lilly für Freunde Lillyfee
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Falls ihr Tipp und Rechtschreibfehler findet, dürft ihr sie gerne behalten. Ich habe noch genug davon.
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Re: Dissonanz

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

lilly.fae hat geschrieben: So 12. Jul 2020, 12:25 Am leichtesten wirst du solche Menschen in "selbsthilfegruppen", oder Stammtischen finden.
Hallo vielfältig,

Selbsthilfegruppen gibt es solche und solche. Wenn diese von "echten" Transfrauen dominiert werden, dürftest Du dort kaum Akzeptanz vorfinden. Dann bist Du entweder nicht trans oder Du kannst Dich einfach nicht entscheiden "Deinen Weg" zu gehen - der ja gar nicht Deiner ist.

Gruß Erika
lilly.fae
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Re: Dissonanz

Post 5 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Erich_Erika hat geschrieben: So 12. Jul 2020, 12:43 Wenn diese von "echten" Transfrauen dominiert werden
Dann ist es keine "Selbsthilfegruppe" sondern ein "Transfrauenstammtisch" und sollte sich nicht so bezeichnen.
Ja es ist manchmal schwer, aber ich glaube hier im Forum wird es sicher jemanden geben (er/oder sie oder es) der ein Treffen empfehlen kann. "Vereine" sind manchmal die beste Anlaufstellen.
Auch wenn es "dominiert" wird, sollten die "Menschen" dort so tolerant sein, andere Menschen zu akzeptieren. Denn das möchten Sie ja selbst. Akzeptiert werden.

Intoleranz gegenüber Intoleranz bedeutet Intoleranz!

Lg Lilliane
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Re: Dissonanz

Post 6 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Danke für deine Offenheit,
das du das alles verkraftet und überstanden hast grenzt an ein Wunder. Das du es noch nicht verarbeitet hast wundert mich nicht !
Es zeigt mir das du einen Weg gefunden hast Fuß zu fassen auch wenn du hier teilweise dir unbekannten Personen dein Leben offenbarst. Aber es zeigt mir auch das du noch einen Funken Vertrauen in dir hast, welcher dir Hoffnung gibt die "Nähe" welche du suchst zu erfahren. Wie schon geschrieben, ich wäre einer der Menschen, welcher dir ohne darüber Nachzudenken ein gegenüber geben würde, den Vorurteile kenne ich nicht. Siehe es in diesem Menschen einfach mal Virtuell. Du hast ja schon eine Menge Erzählt. Ich glaube das du es unserem Kreis Erzählt hast, hat dir sicherlich gut getan. Mach einfach weiter so. Und solange sich kein Gegenüber findest dem du das Vertrauen schenken möchtest, schreib einfach weiter. Ich lese gerne von Dir. Gemeinsam kriegen wir das hin ! (dr)
Übrigens wenn es Dir schwer fällt mit mehreren Personen zusammenzukommen werden auch mal "Kleingruppen" angeboten. Man muß es nur erwähnen. Und das was Du hinter dir hast kann nur schlimmer sein als das was vor dir ist.

Kopf bleibt oben meine liebe !

gruß Lilliane
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Re: Dissonanz

Post 7 im Thema

Beitrag von Helga »

vielfältig hat geschrieben: So 12. Jul 2020, 15:52 Ich definiere mich als (unvollkommene/eingeschränkte/andersartige) Frau
Liebe vielfältig,
ohne dich zu kennen oder jemals ein Bild von dir gesehen zu haben muß ich dieser Selbsteinschätzung aufs Schärfste widersprechen. Warum?- Wenn du meinst du bist eine eine unvollkommene, eingeschränkte Frau, das muss es im Umkehrschluss irgendwo eine vollkommene, uneingeschränkte Frau geben. So etwas gibt es aber nicht. Auch nicht unter biologischen Frauen. Nach der Denke würdest du auch mit HRT und noch so vielen Operation Unvollkommen bleiben, da du noch immer das falsche Chromosom in dir tragen würdest.
Anders meinetwegen, aber andersartig würde schon wieder bedeuten, dass es irgendwo eine "Art" gibt.
Diese binär- Denkweise mag zwar weiten Teilen der cis- Welt und leider auch Teilen der Trans- Welt zu eigen sein, sie ist aber falsch und Ursache für zuviel Leid weil sie vielen Betroffenen ausweglose Situationen vorgaukelt.
Du definierst dich als Frau- also bist du Frau. Mit medizinischen Maßnahmen wärst du auch nicht mehr Frau als du es jetzt bereits bist. Es spielt sich eigentlich alles nur im Kopf ab.
Du bist eine sehr interessante, vielschichtige Persönlichkeit und würdest jede Gesprächsrunde bereichern. Nur Mut!
Liebe Grüße
Helga
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Re: Dissonanz

Post 8 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo vielfältig,
es ist keineswegs falsch Ansprüche an sich selbst zu stellen, auch hochgesteckte Ansprüche. Wie sollte mensch sich ohne den inneren Ansporn sonst weiter entwickeln. Diese Ansprüche müssen aber so gesetzt sein dass sie auch erreichbar sind oder zumindest erreichbar scheinen um nicht unnötiges Leid zu verursachen. Du musst von deinen Ansprüchen auch gar nicht abrücken, dies würde sich zusehr nach Versagen anfühlen. Aber sicherlich lassen sich die Ansprüche im Detail nachjustieren, vielleicht lässt sich der Zeitraum für die Erfüllung etwas strecken, vielleicht muss auch an der Eigewahrnehmung gearbeitet werden. Mensch neigt dazu sich insbesondere selbst falsch einzuschätzen, sowohl ins positive als auch ins negative, da der objektive Blick fehlt.
Resignation ist kein guter Gesellschafter.
Liebe Grüße
Helga
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Re: Dissonanz

Post 9 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Hallo vielfältig,

ich melde mich dann doch auch noch einmal. Ich habe schon einen längeren Beitrag verfasst und dann doch nicht abgeschickt. Ist irgendwie wieder so ein Monolog, der letztlich am Thema vorbei geht, dachte ich.

Nun bin ich ja so ein*e ähnlich*e*r/s nicht-binäres AMAB wie Kiki Flumpklong. Pronomen bitte "sie", wenn ich als Frau unterwegs bin - und sonst: keine Ahnung - egal.

Also: Das Problem ist wohl, dass es uns aufgrund unserer binären Mann / Frau -, schwarz / weiß - Prägung oft unmöglich ist, sich als irgend etwas abseits jeder Norm stehendes nicht Binäres (ein Es, ein Nichts, ein Niemand) zu definieren. Also suchen wir bei unserer Suche nach Akzeptanz und Anerkennung nach einem Bild, mit dem wir uns möglichst "erfolgreich" präsentieren können. Bei mir war das einmal das Bild eines "echten Mannes", was leider bei den meisten irgenwie nur als Witzfigur rüber kam. Folglich begann ich diese Witzfigur immer mehr zu hassen. Dann mein Outing als trans(*?).

In einer Selbsthilfegruppe wurde mir dann "mein Weg" erklärt. Ich schwankte nur noch zwischen Hoffnung und Entsetzen hin und her, setzte mich aber bereits bei diversen Internet-Plattformen mit nicht binär auseinander. Und dann fragte ich mich: Was habe ich davon, wenn ich jetzt aus der männlichen Witzfigur eine weibliche mache? - und fiel wieder in ein tiefes Depressionsloch hinein. Sollte ich mich jetzt als so etwas seltsames wie ein Enby präsentieren, der*die*das ständig nach Pronomen und einer genderneutralen Sprache sucht und als Sonderling immer überall auffällt? Ich machte also erst mal als "Transfrau ohne HT und OP" oder "Transvestit" weiter. Und erhielt dabei mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit als vorher die männliche Witzfigur. So fasse ich jetzt ganz langsam Fuß auf meinem Weg als Enby. Damit bin ich noch lange nicht fertig - aber ich arbeite weiter daran.

Liebe Grüße
Erika
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Re: Dissonanz

Post 10 im Thema

Beitrag von lilly.fae »

Erich_Erika hat geschrieben: Di 14. Jul 2020, 12:36 In einer Selbsthilfegruppe wurde mir dann "mein Weg" erklärt.
Liebste Erika (he)
Entschuldige das ich frage, aber wie kann eine Selbsthilfegruppe dir "DEINEN WEG" erklären. Ich würde es eher so verstehen das man dir hilft deinen Weg zu finden, oder ? Ich möchte dich in keinsterweise jetzt kritisieren. Ich verfolge nur gerne was du schreibst und wie es dir geht und möchte das verstehen. Ich habe ja schon einiges von Dir gelesen und ich würde dich als "nette knuffige Transfrau sehen" ohne HT und OP. Ich hoffe ich beleidige dich damit nicht, weil ich deinen Mut und deine Art eigentlich bewundere, ja sogar deine Stärke welche deine Bilder manchmal ausstrahlen mag ich sehr gerne.
Das bei deiner "ART ZU SCHREIBEN", manchmal ein klein wenig Erich ausbricht, stört mich nicht. Passiert mir ja auch ab un an.
Werde das was du sein willst Erika, ich bin dabei und ich find das dufte ! (yes)

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Re: Dissonanz

Post 11 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

lilly.fae hat geschrieben: Di 14. Jul 2020, 18:53 Entschuldige das ich frage, aber wie kann eine Selbsthilfegruppe dir "DEINEN WEG" erklären.
Da kann ich nur empfehlen, dort einmal hin zu gehen und das selbst zu erfahren. Es müsste nur die "richtige" Gruppe sein. So wie ich es immer wieder lese, gibt es auch andere. Welche Gruppe das bei mir war, schreibe ich jetzt nicht (aber es steht bestimmt hier irgendwo im Forum).

Sarkasmus beiseite: Da ist dieses streng binäre Denken nicht weg zu bekommen. Wenn du nicht Männlein bist, musst du eben Weiblein sein - in Dämlichkeit, Amen. Einige in "meiner" Gruppe machen da einfach Zähne knirschend mit, weil zumindest ein Teil dieses Weges für sie richtig ist. Und ganz alleine ist das alles noch viel schwerer. Auch ein Enby möchte schon mal seinen*ihren Körper wenigstens in gewissem Maße angleichen lassen.

Liebe Grüße
Erika
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Re: Dissonanz

Post 12 im Thema

Beitrag von VanessaB »

Hallo,

ich weiß nicht, ob meine Gedanken hier wirklich angebracht bzw. passend sind, da ich nur aus meiner Perspektive schreiben kann.
Nach begonnener Transition und damit bei mir verbundener Hormontherapie, war schnell klar, dass meine "alte Sexualität" so nicht funktionieren kann und ich auf die suche nach meiner weiblichen gehen musste. Mein Weg führte mich zum Tantra. Achtsame und absichtslose Berührungen und keine Übergriffigkeit im geschützten Raum ermöglichten mir meinen Körper und meine Gefühle herauszuspüren. Dabei musste ich feststellen, dass ich wohl all die Jahre in einer Art Gefängnis gelebt hatte und das Sexualität etwas völlig anderes ist, als ich zuvor dachte. Denn es geht nicht um das Genital, sondern um den gesamten Körper und letztlich wohl primär um den Geist. Ich persönlich kann das nur jedem empfehlen, der auf der Suche nach seiner Sexualität ist. Es dauert etwas, aber wenn man sich einmal von Verkrustungen gelöst hat, kann man sich selbst erfahren und dies dann auch in die "übliche Sexualität" einbringen. Namasté und viel Erfolg bei Deiner Such nach Dir selbst.
Vanessa
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