DocCheck: Streit um die Östrogene
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Anne-Mette
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DocCheck: Streit um die Östrogene
Moin,
ein Artikel, der sich mit den Risiken einer Östrogengabe auseinandersetzt: https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... oestrogene
Gruß
Anne-Mette
ein Artikel, der sich mit den Risiken einer Östrogengabe auseinandersetzt: https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... oestrogene
Gruß
Anne-Mette
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Jaddy
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Re: DocCheck: Streit um die Östrogene
... bei Menschen mit/nach der Menopause - also solchen, die ehemals körpereigene Östrogene hatten. "Increased by 1 in every 200" sind übrigens auf deutsch "eine Steigerung [des Risikos] um 0,5%" (in einer Gruppe von je 200 entsprechenden Menschen mit bzw ohne Östrogengabe (in diesem Fall nur Estradiol) erkrankt in der Gruppe mit Hormonzufuhr eine Person mehr als in der Kontrollgruppe).
Ausgehend von den Vergleichszahlen in der Grafik unten wären das bei den ca. 450 Fällen der Altersgruppe 75-79 Jahre dann also 2einviertel Personen mehr. Ich würde das jetzt kein "stark erhöhtes Risiko" nennen. Anders bei den Hormon-Kombis. "1 in 50" wären 9 Personen mehr in den 450.
Für eine sehr umfangreiche Übersicht zu Studien und Risiken, insbesondere auch bei trans Personen mit externe Östrogen-Zufuhr empfehle ich https://www.reddit.com/r/MtFHRT/comment ... herapy_in/ Die behandeln auch die oben genannte Meta-Studie (s. Autorenkürzel "CGHFBC").
Zum Risiko bei trans Personen (und immer: es geht nur um Brustkrebs und nur um Östrogengabe, tw Progesteron) zitiert MtFHRT eine Tabelle von Studien. Die Methodik und Zuverlässigkeit wird im Beitrag diskutiert Die gemessenen Fallzahlen liegen jedoch unter 1%, selbst nach der 2013 veränderten Erhebungsweise. Die meisten Studien sind aus NL.
Sehr plausibel finde ich die Zusammenfassung des reddit Beitrags:
Zu den Vergleichszahlen (darin nicht unterschieden, wer Hormone bekam und wer nicht)
Quelle: https://preview.redd.it/3z60xlo9zxu41.p ... dab6b28f2c
Die Maximalzahl 500 im unteren Bild bedeutet übrigens 0,5% (500/100000). Das Gesamtrisiko ist aber die Fläche unter der Kurve, wenn ich mich recht erinnere.
Ausgehend von den Vergleichszahlen in der Grafik unten wären das bei den ca. 450 Fällen der Altersgruppe 75-79 Jahre dann also 2einviertel Personen mehr. Ich würde das jetzt kein "stark erhöhtes Risiko" nennen. Anders bei den Hormon-Kombis. "1 in 50" wären 9 Personen mehr in den 450.
Für eine sehr umfangreiche Übersicht zu Studien und Risiken, insbesondere auch bei trans Personen mit externe Östrogen-Zufuhr empfehle ich https://www.reddit.com/r/MtFHRT/comment ... herapy_in/ Die behandeln auch die oben genannte Meta-Studie (s. Autorenkürzel "CGHFBC").
Sehr frei übersetzt: "Da, öhm, ist noch viel unklar und widersprüchlich *kopfkratz*"Although the overall evidence including both prospective observational studies and RCTs shows an increased risk of breast cancer with estrogen alone therapy in menopausal women (CGHFBC, 2019), the available RCTs, namely the WHI, have so far been unable to show increased breast cancer risk with estrogen alone and have instead found a significant decrease in risk (RR 0.77, 95% CI 0.64—0.93) (CGHFBC, 2019; Table). Various hypotheses have been advanced to explain the conflicting findings. For instance, the women in the WHI, who constitute the vast majority of the RCT data, were atypical in that they were of relatively old age at start of hormone therapy (average 64 years) and were relatively overweight and obese (CGHFBC, 2019; Kuhl, 2005). Women who are overweight or obese are already at an increased risk of breast cancer and may experience no further increase with estrogen therapy (Kuhl, 2005). And women who have been deprived of estrogens for many years may experience paradoxical inhibitory effects on breast cancer risk, which is in contrast to women who start at menopause (also seen in the observational data) (Prentice, 2008; CGHFBC, 2019). This has been termed the "gap hypothesis" (Palmieri et al., 2014; Mueck & Ruan, 2011). More RCTs are needed to test these theories and determine the influence of estrogens on menopausal breast cancer risk.
Zum Risiko bei trans Personen (und immer: es geht nur um Brustkrebs und nur um Östrogengabe, tw Progesteron) zitiert MtFHRT eine Tabelle von Studien. Die Methodik und Zuverlässigkeit wird im Beitrag diskutiert Die gemessenen Fallzahlen liegen jedoch unter 1%, selbst nach der 2013 veränderten Erhebungsweise. Die meisten Studien sind aus NL.
Sehr plausibel finde ich die Zusammenfassung des reddit Beitrags:
Mit anderen Worten: Wer sich Brustgewebe durch externe Östrogenzufuhr zulegt, akzeptiert auch mindestens das gleiche Risiko wie es Menschen mit körpereigenen Östrogenen haben.Breast cancer risk is far higher in women than in men. The incidence of breast cancer increases exponentially with age and is very rare in younger people. There is strong basis to assume that estrogens and progestogens increase the risk of breast cancer, which can be inferred as a major mechanism for the sex differences in breast cancer risk. The available data do not indicate meaningful differences between bioidentical and non-bioidentical hormones in terms of breast cancer risk.
Also: Obwohl vieles noch unklar ist, insbesondere die Unterschiede der verschiedenen Kombinationen (Östrogen + Progesteron), andere Risikofaktoren, Dauer, ist das Risiko für Brustkrebs bei einer trans Östrogen-Dauer-Therapie vermutlich zwischen dem von cis Männern (sehr gering) und cis Frauen (erhöht).Older studies of transfeminine hormone therapy and breast cancer risk found low incidences of breast cancer in transfeminine people. However, a recent study with better methodology than previous studies showed a nearly 50-fold increase in breast cancer risk. The hormone therapy regimen used by their cohort was specifically estrogen plus cyproterone acetate. It's unknown whether other hormonal regimens, for instance estrogen alone or with a non-progestogenic antiandrogen, have similar risks. The available data on breast cancer risk in transfeminine people are limited by inadequate follow-up times. As a result, lifetime breast cancer risk is unknown. Based on available data however, we can project into the future and assume that the lifetime incidence of breast cancer in transfeminine people may be as high as single-digit percentages. This puts the risk of breast cancer in transfeminine people somewhere between that of cisgender men and cisgender women.
Zu den Vergleichszahlen (darin nicht unterschieden, wer Hormone bekam und wer nicht)
Quelle: https://preview.redd.it/3z60xlo9zxu41.p ... dab6b28f2cDie Maximalzahl 500 im unteren Bild bedeutet übrigens 0,5% (500/100000). Das Gesamtrisiko ist aber die Fläche unter der Kurve, wenn ich mich recht erinnere.
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Mirjam
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Re: DocCheck: Streit um die Östrogene
Da erinnerst du dich schon richtig JaddyJaddy hat geschrieben: Di 14. Jul 2020, 01:13 Das Gesamtrisiko ist aber die Fläche unter der Kurve, wenn ich mich recht erinnere.
(Das schreib ich jetzt aber nicht wegen dir
LG, Mirjam
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Mirjam
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Re: DocCheck: Streit um die Östrogene
Jetzt hat die Matheleherin doch noch was gefunden, was sie rot anstreichen kann. Ganz böser Fehler ... 
Ja ich weiß, klingt jetzt nicht gerade verständlich. Aber um diese Zeit ...
LG, Mirjam
Aaalso ... der Grundwert sind hier (in der Graphik) die 100.000. Davon müssen wir 0,5 % nehmen, das ergibt 500. Mit anderen Worten, pro 100.000 Frauen, die Östrogen zuführen, erkranken 500 mehr an Brustkrebs als in einer Vergleichsgruppe ohne diese Hormonzufuhr. Und diese 500 müssen wir jetzt noch auf die verschiedenen Altersgruppen aufteilen, ich vermute mal ab etwa 55 Jahren. Genauer, wir müssten zwei solcher Kurven erstellen, eine mit und eine ohne Hormonzugabe. Und die Summe der Differenzen in den jeweiligen Altersgruppen müsste dann bei 500 liegen. Das heißt, die Kurve mit HET würde im hinteren Bereich höher und die ohne HET niedriger liegen als die hier gezeigte. Wenn wir mal der Einfachheit halber annehmen, dass die Hälfte der Frauen Östrogen nimmt, dann würde das (in erster Näherung) heißen, die eine Kurve liegt beispielsweise in einer Altersgruppe um 50 höher, die andere dafür um 50 niedriger (womit dann 100 der 500 Fälle "aufgeteilt" wären).Jaddy hat geschrieben: Di 14. Jul 2020, 01:13 ... bei Menschen mit/nach der Menopause - also solchen, die ehemals körpereigene Östrogene hatten. "Increased by 1 in every 200" sind übrigens auf deutsch "eine Steigerung [des Risikos] um 0,5%" (in einer Gruppe von je 200 entsprechenden Menschen mit bzw ohne Östrogengabe (in diesem Fall nur Estradiol) erkrankt in der Gruppe mit Hormonzufuhr eine Person mehr als in der Kontrollgruppe).
Ausgehend von den Vergleichszahlen in der Grafik unten wären das bei den ca. 450 Fällen der Altersgruppe 75-79 Jahre dann also 2einviertel Personen mehr. Ich würde das jetzt kein "stark erhöhtes Risiko" nennen. Anders bei den Hormon-Kombis. "1 in 50" wären 9 Personen mehr in den 450.
Ja ich weiß, klingt jetzt nicht gerade verständlich. Aber um diese Zeit ...
LG, Mirjam
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Jaddy
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Re: DocCheck: Streit um die Östrogene
Supi! Danke, dass Du noch mal drauf geschaut hast. Ich war mir bei der Rechnung auch unsicher 
So kommen auch die irreführenden "Wah! Doppelt so hohes Risiko!" Artikel zustande, wenn es zum Beispiel von "1 von 1000" auf "2 von 1000" geht, was bei med. Studien meist locker innerhalb der Unschärfe liegt. Ganz zu schweigen vom Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten, auf den du mich ja im Chat schon hingewiesen hattest
Allerdings ist bei bester Mathematik auf der biologischen Seite wohl noch sehr unklar, welches Risiko trans Menschen mit Östrogen-HET im Vergleich zu beiden cis-Geschlechtern haben.
So kommen auch die irreführenden "Wah! Doppelt so hohes Risiko!" Artikel zustande, wenn es zum Beispiel von "1 von 1000" auf "2 von 1000" geht, was bei med. Studien meist locker innerhalb der Unschärfe liegt. Ganz zu schweigen vom Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten, auf den du mich ja im Chat schon hingewiesen hattest
Allerdings ist bei bester Mathematik auf der biologischen Seite wohl noch sehr unklar, welches Risiko trans Menschen mit Östrogen-HET im Vergleich zu beiden cis-Geschlechtern haben.