Blutengel - # 7
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Stephanie
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Re: Blutengel
Befragung
Das Fenster in der Küche geht zur Straße raus. Nach ein paar Minuten sehen wir eine Polizistin und einen Polizisten auf der Straße kommen. "Soll ich aufmachen?" frage ich Susanne. "Ja gerne", antwortet sie. Ich gehe zur Tür, da klingeln sie auch schon. Ich öffne die Tür. "Guten Tag, wir hatten eben telefoniert?" fragt der Polizist. "Genau", sage ich und bitte die beiden herein. Susanne kommt aus der Küche und begrüßt die beiden ebenfalls. "Wir kommen eben von der Stelle, wo sie bedrängt wurden", sagt die Polizistin, "dort haben wir schon die beiden Herren befragt und auch Zeugen befragt." "Als erstes würden wir gerne ihre Personalien aufnehmen und die Bootsführerscheine sehen", sagt der Polizist. Susanne und ich geben sie hin. Als er sich meinen anschaut muss ich schon grinsen, weil da ja noch das Bild von meinem Zwillingsbruder drauf ist. Er schaut mich an und gibt den Führerschein an seine Kollegin weiter. Die schaut auch etwas erstaunt. Ich halte meinen Perso und den Ergänzungsausweis bereit. "Äh, das müssen sie uns mal erklären", sagt die Polizistin lächelnd. "Gerne", sage ich und gebe ihr meinen Perso und kurz danach den Ergänzungsausweis. "Ah OK, das erklärt es", sagt die Polizistin. "Was ist das für ein Ausweis?" fragt der Polizist, "habe ich noch nie gesehen." Ich erkläre ihm das und wie es um meinen Stand aussieht. Nachdem die Personalien geklärt sind schildern wir den ganzen Vorfall, von der ersten Begegnung an der Schleuse bis zum Showdown. Wir versuchen den Vorgang so neutral wie möglich zu halten, aber eine leichte Heiterkeit macht sich dennoch breit. Susanne begründet dann auch, warum wir dann den Ort verlassen haben. Außerdem hatte sie die ganze Zeit Bedenken, dass die Typen noch zudringlicher werden und uns womöglich noch sexuell belästigen; also auch über die sehr plumpen Sprüche hinaus. Auch das notieren die beiden Polizisten. "Also, das deckt sich mit den Aussagen, die wir von den Zeugen des Vorfalls erhalten haben", sagt der Polizist. "Was passiert denn jetzt als nächstes?" fragt Susanne vorsichtig. Die Polizistin lächelt. "Also, die beiden Herren sind augenblicklich auf dem Weg zur Blutabnahme", sagt sie, "der Alko-Test hat deutlich angeschlagen." "Stimmt, das habe ich schon wieder vergessen, dass die beiden eine ziemliche Fackel hatten", sage ich. "Die Führerscheine haben wir auch gleich einbehalten", sagt der Polizist, "und dann werden sie wohl noch einigen Ärger bekommen." "Sollte es zu einer Anklage vor Gericht kommen, werden Sie beide auf alle Fälle angeschrieben" fügt die Polizisten noch hinzu. "Aber das gilt dann nur für deren Fehlverhalten auf dem Wasser?" frage ich. "Genau", antwortet die Polizistin. "Ich überlege grade, ob ich oder besser wir beide in Bezug auf die Belästigung und Nötigung auch eine Anzeige machen sollten", sage ich. "Das sollten sie auf alle Fälle bei ihrer zuständigen Polizeistation machen", sagt der Polizist. Susanne und ich nicken zustimmend. "Von unserer Seite her war es das", sagt die Polizistin, "falls noch Fragen auftauchen, melden Sie sich einfach." "Machen wir", sagt Susanne. Dann begleiten wir die beiden noch zur Tür und gehen mit raus auf die Straße. Das Patrouillenboot wartet schon. Das Sportboot der beiden Idioten haben sie im Schlepp. "Das muss dann vom Yacht-Club bei uns abgeholt werden", sagt der Polizist grinsend "Auf Wiedersehen", sagt die Polizistin. Wir beide erwidern den Gruß. Susanne und ich gehen zurück ins Haus.
In aller Ruhe nehmen wir unser Abendessen ein und versuchen mal nicht an den Vorfall zu denken. Nach dem Essen setzen wir uns mit einem Glas Wein auf die Terrasse. Auf dem Pool schwimmt noch die Badeinsel. Gedankenverloren schau Susanne dort hin. "Wollen wir heute Nacht wieder auf dem Pool übernachten?" frage ich sie. Sie schaut mich mit strahlenden Augen an. "Aber so was von gerne", sagt sie dann. Nachdem wir unseren Wein ausgetrunken haben, holen wir die kuschelige Decke und bereiten alles vor. Es ist mittlerweile schon dämmerig geworden. "Wollen wir vielleicht noch eine kleine Runde ums Hafenbecken spazieren?" fragt Susanne. "Gute Idee, ein wenig die Beine vertreten", sage ich. Auf der Straße vor dem Haus werden wir aber schon gleich von einem Nachbarn befragt, der wissen will warum die Polizei da war. Wir erklären es ihm kurz. "Aha", sagt der etwas geschockt. Wir beide gehen unterdessen los. Wir gehen einmal um das Hafenbecken und wieder zurück. Es ist nicht viel los. "Ach mal schön, wenn gar nichts passiert", sage ich grinsend. "Stimmt", sagt Susanne, "egal, wo wir heute waren, irgendwas war immer." Wir gehen zurück ins Haus und ziehen uns zum Schlafen gehen um. "Heute Nacht soll es nicht ganz so kalt wie gestern werden", sagt Susanne grinsend. "Also gleich nur in Unterwäsche?" frage ich flaxend zurück. Susanne grinst nur. Letztendlich trage ich zum Schlafen ein T-Shirt und mein Höschen. Eine Leggings nehme ich so mit. Dann gehen wir raus zum Pool und klettern auf die Insel. Schnell schlüpfen wir unter die Decke. "Ist das kuschelig hier", sage ich genießerisch. Susanne schmiegt sich an mich heran. "Ich bin ganz schön müde von dem Tag heute", sagt Susanne. "Stimmt der war ziemlich ereignisreich", antworte ich. "Brauchst Du noch eine Turnstunde?" fragt Susanne lächelnd. "Im Moment nicht", sage ich, "Du?" "Ich auch nicht", sagt Susanne lieb, "hier zu kuscheln reicht völlig hin." Es dauert auch nicht lange, da sind wir auch schon eingeschlummert.
Das Fenster in der Küche geht zur Straße raus. Nach ein paar Minuten sehen wir eine Polizistin und einen Polizisten auf der Straße kommen. "Soll ich aufmachen?" frage ich Susanne. "Ja gerne", antwortet sie. Ich gehe zur Tür, da klingeln sie auch schon. Ich öffne die Tür. "Guten Tag, wir hatten eben telefoniert?" fragt der Polizist. "Genau", sage ich und bitte die beiden herein. Susanne kommt aus der Küche und begrüßt die beiden ebenfalls. "Wir kommen eben von der Stelle, wo sie bedrängt wurden", sagt die Polizistin, "dort haben wir schon die beiden Herren befragt und auch Zeugen befragt." "Als erstes würden wir gerne ihre Personalien aufnehmen und die Bootsführerscheine sehen", sagt der Polizist. Susanne und ich geben sie hin. Als er sich meinen anschaut muss ich schon grinsen, weil da ja noch das Bild von meinem Zwillingsbruder drauf ist. Er schaut mich an und gibt den Führerschein an seine Kollegin weiter. Die schaut auch etwas erstaunt. Ich halte meinen Perso und den Ergänzungsausweis bereit. "Äh, das müssen sie uns mal erklären", sagt die Polizistin lächelnd. "Gerne", sage ich und gebe ihr meinen Perso und kurz danach den Ergänzungsausweis. "Ah OK, das erklärt es", sagt die Polizistin. "Was ist das für ein Ausweis?" fragt der Polizist, "habe ich noch nie gesehen." Ich erkläre ihm das und wie es um meinen Stand aussieht. Nachdem die Personalien geklärt sind schildern wir den ganzen Vorfall, von der ersten Begegnung an der Schleuse bis zum Showdown. Wir versuchen den Vorgang so neutral wie möglich zu halten, aber eine leichte Heiterkeit macht sich dennoch breit. Susanne begründet dann auch, warum wir dann den Ort verlassen haben. Außerdem hatte sie die ganze Zeit Bedenken, dass die Typen noch zudringlicher werden und uns womöglich noch sexuell belästigen; also auch über die sehr plumpen Sprüche hinaus. Auch das notieren die beiden Polizisten. "Also, das deckt sich mit den Aussagen, die wir von den Zeugen des Vorfalls erhalten haben", sagt der Polizist. "Was passiert denn jetzt als nächstes?" fragt Susanne vorsichtig. Die Polizistin lächelt. "Also, die beiden Herren sind augenblicklich auf dem Weg zur Blutabnahme", sagt sie, "der Alko-Test hat deutlich angeschlagen." "Stimmt, das habe ich schon wieder vergessen, dass die beiden eine ziemliche Fackel hatten", sage ich. "Die Führerscheine haben wir auch gleich einbehalten", sagt der Polizist, "und dann werden sie wohl noch einigen Ärger bekommen." "Sollte es zu einer Anklage vor Gericht kommen, werden Sie beide auf alle Fälle angeschrieben" fügt die Polizisten noch hinzu. "Aber das gilt dann nur für deren Fehlverhalten auf dem Wasser?" frage ich. "Genau", antwortet die Polizistin. "Ich überlege grade, ob ich oder besser wir beide in Bezug auf die Belästigung und Nötigung auch eine Anzeige machen sollten", sage ich. "Das sollten sie auf alle Fälle bei ihrer zuständigen Polizeistation machen", sagt der Polizist. Susanne und ich nicken zustimmend. "Von unserer Seite her war es das", sagt die Polizistin, "falls noch Fragen auftauchen, melden Sie sich einfach." "Machen wir", sagt Susanne. Dann begleiten wir die beiden noch zur Tür und gehen mit raus auf die Straße. Das Patrouillenboot wartet schon. Das Sportboot der beiden Idioten haben sie im Schlepp. "Das muss dann vom Yacht-Club bei uns abgeholt werden", sagt der Polizist grinsend "Auf Wiedersehen", sagt die Polizistin. Wir beide erwidern den Gruß. Susanne und ich gehen zurück ins Haus.
In aller Ruhe nehmen wir unser Abendessen ein und versuchen mal nicht an den Vorfall zu denken. Nach dem Essen setzen wir uns mit einem Glas Wein auf die Terrasse. Auf dem Pool schwimmt noch die Badeinsel. Gedankenverloren schau Susanne dort hin. "Wollen wir heute Nacht wieder auf dem Pool übernachten?" frage ich sie. Sie schaut mich mit strahlenden Augen an. "Aber so was von gerne", sagt sie dann. Nachdem wir unseren Wein ausgetrunken haben, holen wir die kuschelige Decke und bereiten alles vor. Es ist mittlerweile schon dämmerig geworden. "Wollen wir vielleicht noch eine kleine Runde ums Hafenbecken spazieren?" fragt Susanne. "Gute Idee, ein wenig die Beine vertreten", sage ich. Auf der Straße vor dem Haus werden wir aber schon gleich von einem Nachbarn befragt, der wissen will warum die Polizei da war. Wir erklären es ihm kurz. "Aha", sagt der etwas geschockt. Wir beide gehen unterdessen los. Wir gehen einmal um das Hafenbecken und wieder zurück. Es ist nicht viel los. "Ach mal schön, wenn gar nichts passiert", sage ich grinsend. "Stimmt", sagt Susanne, "egal, wo wir heute waren, irgendwas war immer." Wir gehen zurück ins Haus und ziehen uns zum Schlafen gehen um. "Heute Nacht soll es nicht ganz so kalt wie gestern werden", sagt Susanne grinsend. "Also gleich nur in Unterwäsche?" frage ich flaxend zurück. Susanne grinst nur. Letztendlich trage ich zum Schlafen ein T-Shirt und mein Höschen. Eine Leggings nehme ich so mit. Dann gehen wir raus zum Pool und klettern auf die Insel. Schnell schlüpfen wir unter die Decke. "Ist das kuschelig hier", sage ich genießerisch. Susanne schmiegt sich an mich heran. "Ich bin ganz schön müde von dem Tag heute", sagt Susanne. "Stimmt der war ziemlich ereignisreich", antworte ich. "Brauchst Du noch eine Turnstunde?" fragt Susanne lächelnd. "Im Moment nicht", sage ich, "Du?" "Ich auch nicht", sagt Susanne lieb, "hier zu kuscheln reicht völlig hin." Es dauert auch nicht lange, da sind wir auch schon eingeschlummert.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Re: Blutengel
Hallo Stephanie,
da hast du dich selbst übertroffen, also gut geschrieben
und immer etwas los bei deiner Story, und
einen abwechslungsreichen Verlauf hat die Geschichte
lieben Gruß und Dir Licht u. Liebe
von LILO-GINA
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Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
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Stephanie
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Re: Blutengel
Radtour
Vom ersten Vogelgezwitscher wache ich auf. Susanne räkelt sich und wacht kurz danach auf. "Hab ich gut geschlafen", sagt sie, "und Du?" "Wie ein Stein", antworte ich. Wir liegen eng beieinander und schauen zu, wie es langsam heller wird. "Hach ist das schön", schwärmt Susanne. Eine Weile bleiben wir noch liegen, dann klettern wir von der Insel und gehen ins Haus. Wie schon gestern, so gehen wir auch heute zusammen ins Badezimmer. Anschließend machen wir uns Frühstück. Vom Vortag haben wir noch einige Brötchen über, die wir aufbacken. "Wollen wir auf der Insel frühstücken?" fragt Susanne. "Unbedingt", antworte ich lächelnd. Wir stellen alles auf zwei Tabletts und warten bis der Kaffee durchgelaufen ist. Dann gehen wir wieder raus. Die Tabletts stellen wir am Beckenrand ab, und klettern wieder auf die Insel. In aller Ruhe genießen wir unser Frühstück und schauen in Richtung Kanal. Ab und an kommt ein Jogger vorbei, mal ein Radfahrer. Auch das ein oder andere Sportboot ist dabei. Nur die großen Pötte fahren heute weniger. "Hach Steffi, Du bist schon eine tolle Freundin", sagt Susanne. Ich lächele sie an. "Wir müssen uns echt viel öfter treffen", sagt Susanne dann noch. "Das machen wir auch", sage ich, "so weit auseinander sind wir ja auch nicht. Da kann man auch mal mit dem Fahrrad fix vorbeikommen." "Stimmt", sagt Susanne. Wir bleiben noch lange sitzen und schauen, was um uns herum so los ist. Der Nachbar von rechts wuselt in seinem Garten herum. Irgendwann schaut er zufällig in unsere Richtung. Wir winken beide und rufen gleichzeitig: "Guten Morgen, Herr Nachbar!" "Hallo ihr beiden", ruft er zurück, "habt ihr wieder auf dem Pool übernachtet?" "Ja, haben wir", antwortet Susanne. "Ihr seid so zwei", sagt der Nachbar noch und wuselt weiter. Nach einer Weile klettern wir wieder runter von der Insel und bringen unsere Frühstückssachen in die Küche.
"Was machen wir denn mit dem angebrochenen Tag?" frage ich Susanne flaxend. "Wir könnten ja zur Abwechslung eine kleine Radtour machen", antwortet Susanne spontan. "Das ist eine Idee", sage ich. Wir holen die Fahrräder aus der Garage und machen uns auf den Weg. "Wollen wir erstmal am Kanal langfahren?" fragt Susanne. "Ja klar", sage ich, vielleicht drüben auf der anderen Seite?" Susanne nickt. Wir radeln los, einmal ums Hafenbecken, dann über eine kleine Steigung hoch zur Kreisstraße, über die Brücke und auf der anderen Seite über eine Abfahrt wieder runter an den Kanal. Es geht wieder Richtung Wolfsburg. Vorbei an der Stelle, wo ich gestern die Typen ins Wasser geworfen habe. Susanne grinst, als wir vorbeifahren. "Das war echt zu cool, wie Du auf deren Boot gesprungen bist und die ins Wasser geschmissen hast", sagt Susanne lachend. Weiter geht"™s. Auf dem Kanal sind einige Sportboot unterwegs. Nach einiger Zeit kommen wir an den Abzweig zum Elbeseitenkanal. Wir folgen dem Weg weiter, der jetzt Richtung Norden führt. "Da könnten wir doch glatt zum Tankumsee radeln", sage ich. "Au ja, mal schauen, ob es da noch die leckeren Pommes in dem einen Kiosk gibt", sagt Susanne, "also quasi gleich als Mittagessen." "Stimmt, die waren immer oberlecker", füge ich hinzu. Im Gegensatz zum Mittellandkanal, der in unserer Gegend zum Teil in einem künstlichen Einschnitt verläuft, fahren wir jetzt auf einem Damm, da das Gelände hier viel tiefer liegt. Bald kommt auch schon der See in Sicht. Über eine lange Rampe, die vom Damm führt, lassen wir uns runter rollen. Wir nehmen dabei schnell Fahrt auf. "Hui!" ruft Susanne. "Das macht immer am meisten Spaß", sage ich, "wir sind hier früher oft langgefahren, als Jugendliche im Sommer zum Baden und Bootfahren." Tatsächlich hatten wir früher unsere Räder vollbeladen, mit Kühltasche, Luftmatratzen, Schlauchbooten und haben dann den ganzen Tag am See verbracht. Da das Wetter heute auch recht gut ist, sind auch viele Ausflügler da. "Schau mal der Tretboot Verleih hat auch schon auf", sagt Susanne. "Erst Pommes, dann eine Runde Tretboot?" frage ich. "Genauso machen wir das", sagt Susanne.
An dem besagten Kiosk halten wir an und ordern uns jeder eine große Portion. Dann setzen wir uns wir uns auf ein kleines Mäuerchen, was den Strand vom Weg abtrennt. "Lecker!" sagt Susanne genießerisch. "Immer noch wie früher", sage ich. Während wir futtern, lassen wir unsere Blicke über den See schweifen. "Ja, da kommen alte Erinnerungen hoch", sage ich. Susanne nickt. Nach einer Weile haben wir unsere Pommes aufgegessen. "Ich habe ja noch ein bisschen Hunger", sagt Susanne, "aber eine ganze Portion schaffe ich wohl nicht." "Wollen wir uns eine teilen?" frage ich sie. "Gerne," antwortet Susanne. "Dann hole ich mal fix noch eine", sage ich und gehe zum Kiosk. Dabei fallen mir zwei Typen auf, die uns wohl schon eine Weile beobachteten. Nach einer kurzen Wartezeit bekomme ich die Pommes und gehe zurück zu Susanne. Als ich um die Ecke vom Kiosk kommen, sehe ich die beiden Typen bei Susanne, einer sitzt neben ihr, der andere steht. Und Susanne sieht nicht grade erfreut aus. Als ich bei ihr ankomme, labbert mich der stehende gleich an: "Hallo, darf ich Dir"¦" Weiter kommt er nicht, weil ich ihn barsch unterbreche und bestimmend sage: "NEIN!" Ich schaue die beiden an und sage dann: "Weitergehen dürft ihr und uns in Ruhe lassen dürft ihr auch." Die beiden schauen kurz irritiert, dann hauen sie tatsächlich ab. "Unglaublich", sagt Susanne. "Na ja, es ist Frühling", sage ich, "und die Männchen wollen sich paaren." Susanne lacht kurz laut auf. "Und wenn Du dann noch ein hübsches Mädel mit passabler Figur bist, dann schlagen bei den Männchen die Hormone Blasen im Blut." "Du bist so eine Granate", lacht Susanne, "Danke." Ich zwinkere ihr zu.
Nachdem wir die Pommes aufgegessen haben, bleiben wir noch eine Weile sitzen. Die beiden Typen sind zwar noch in Sichtweite, haben aber wohl grade zwei andere Mädels angesprochen. "Wollen wir weiter zu den Tretbooten?" fragt Susanne. "Na klar", antworte ich, "ich bin schon auf Entzug, seit Stunden war ich nicht mehr auf dem Wasser." Susanne grinst und sagt: "Du bist ja gut drauf heute." "Wasser ist mein Element", sage ich grinsend. Wir schieben unsere Räder und gehen zum Tretbootverleih. "Welche Farbe nehmen wir?" fragt Susanne. "Rot oder Blau", antworte ich, "am liebsten Schwarz, aber das haben sie leider nicht." "Schwarz? Für Piraten-Steffi?" fragt Susanne grinsend. "Genau!" antworte ich. Wir haben uns dann ein blaues Tretboot ausgesucht und entscheiden uns entgegen des Uhrzeigersinns einmal den See zu umrunden. "Zu Fuß ist man locker eine bis eineinhalb Stunden unterwegs", sage ich. Wir fahren relativ nah am Ufer durch den Segler Bereich, damit wir denen nicht in die Quere kommen. Es sind nicht viele Segler unterwegs, weil es auch gar nicht so windig ist. Und für die paar, die auf dem See dümpeln sind wir wohl auch eine willkommene Abwechslung, jedenfalls grüßen sie uns freundlich. Zügig fahren wir weiter.
Nach einiger Zeit sind wir auf der anderen Seite des Sees, vor dem Damm des Elbeseitenkanals. Wir machen eine kurze Pause und lassen uns etwas treiben. "Nicht grade sehr bequem, diese harten Plastiksitze", bemerkt Susanne, "ein aufblasbares Tretboot wäre doch mal was." "Komplett aufblasbar?" frage ich. "Na ja, zum größten Teil halt" antwortet Susanne, "bis auf den Antrieb." "Hm, ich habe da vielleicht etwas", sage ich, "zumindest hat das Teil aufblasbare Schwimmer. Der Rest ist aus Alu und Kunststoff. Müsste ich mal suchen, wo ich das habe." "Hört sich ja cool an", sagt Susanne. "Und ein paar aufblasbare Schwimmer habe ich auch noch, das wollte ich mir auch mal was draus bauen," sage ich weiter. "Kannst ja mal Bilder schicken, wenn Du es gefunden hast", sagt Susanne. "Mache ich doch gerne", sage ich. Dann fahren wir langsam weiter. So langsam kommt der Badebereich wieder in Sicht, wo auch der Tretbootverleih ist. Trotzdem ist noch eine längere Strecke bis zum Startpunkt. Von links sehe ich ein anderes Tretboot in unsere Richtung kommen. "Ach herrje", sage ich, als ich die beiden Typen erkenne, "da kommen die beiden Hormonbomben von vorhin am Kiosk." "Och nöö", sagt Susanne genervt. "Lass uns entspannt weiterfahren", sage ich grinsend, "Du weißt ja wie ich mit aufdringlichen Typen umgehe." "Stimmt auch wieder", sagt Susanne lachend. Bald sind die beiden an uns herangekommen. "Na ihr beiden!?" höre ich den einen sagen. Ich schaue kurz hin, schüttele leicht den Kopf und schaue wieder weg. Die beiden bleiben aber an uns dran. "Verschwinde", sage ich energisch. "Aber wieso", fragt der wieder. Wortlos hole ich mein Handy heraus. Verwundert schauen die Beiden mich an. Ich wähle die Nummer vom Tretbootverleih. Als der sich meldet sage ich: "Hallo, wir haben uns das Boot mit der Nummer 7 gemietet und werden von zwei Leuten mit dem Boot Nummer 11 bedrängt." Sofort drehen die beiden ab. "Danke für den Hinweis", höre ich von dem Verleiher. Beim Leihen muss man seinen Personalausweis vorzeigen und die Adresse wird aufgeschrieben. "Die werden dann gesperrt, die dürfen sich hier kein Boot mehr ausleihen", sagt der Verleiher. Ich bedanke mich höflich.
So langsam ist die Runde auch zu Ende und wir steuern langsam der Verleih an. Dazu fahren wir quer durch den Badebereich. In der Mitte treffen wir die Beiden wieder. Sie stehen neben zwei anderen Frauen, die ebenfalls in einem Tretboot sitzen. Wir fahren in einigen Metern Abstand vorbei. "Na, habt ihr jetzt andere Opfer?" frage ich schnippisch. Die Typen werden bleich im Gesicht. Eine der Frauen empört sich. "Was fällt ihnen ein?" fragt sie verärgert, "das sind unsere Partner!" "Ach", sage ich unbeeindruckt, "dann frage ich mich warum, die Beiden uns zweimal angemacht haben." "Wie bitte?" sagt die andere Frau und schaut ihren Freund an, "das erklärt uns bitte mal." Wir fahren unterdessen entspannt weiter. "Klasse Steffi", sagt Susanne, "Deine Schlagfertigkeit und Deine Coolness hätte ich auch gerne." "Alles Übung", sage ich lächelnd. Dann kommen wir am Steg des Verleihs an. Der Verleiher bindet das Boot an und hilft uns galant aus dem Boot. Wir erzählen ihm kurz das eben erlebte. Er muss grinsen. Von weiten hört man das Gezeter von den Frauen. "Na die sind schon genug bestraft", sagt der Verleiher. Susanne und ich grinsen, dann verabschieden wir uns. Wir gehen zu den Fahrrädern. "Wollen wir durch die Felder zurückfahren?" frage ich. "Ja klar, gute Idee", sagt Susanne, "ist etwas Abwechslung." "Der Weg ist derjenige, den ich immer von meinem letzten Wohnort hierhergefahren bin", sage ich noch. "Na dann mal los", sagt Susanne, "auf geht"™s."
Vom ersten Vogelgezwitscher wache ich auf. Susanne räkelt sich und wacht kurz danach auf. "Hab ich gut geschlafen", sagt sie, "und Du?" "Wie ein Stein", antworte ich. Wir liegen eng beieinander und schauen zu, wie es langsam heller wird. "Hach ist das schön", schwärmt Susanne. Eine Weile bleiben wir noch liegen, dann klettern wir von der Insel und gehen ins Haus. Wie schon gestern, so gehen wir auch heute zusammen ins Badezimmer. Anschließend machen wir uns Frühstück. Vom Vortag haben wir noch einige Brötchen über, die wir aufbacken. "Wollen wir auf der Insel frühstücken?" fragt Susanne. "Unbedingt", antworte ich lächelnd. Wir stellen alles auf zwei Tabletts und warten bis der Kaffee durchgelaufen ist. Dann gehen wir wieder raus. Die Tabletts stellen wir am Beckenrand ab, und klettern wieder auf die Insel. In aller Ruhe genießen wir unser Frühstück und schauen in Richtung Kanal. Ab und an kommt ein Jogger vorbei, mal ein Radfahrer. Auch das ein oder andere Sportboot ist dabei. Nur die großen Pötte fahren heute weniger. "Hach Steffi, Du bist schon eine tolle Freundin", sagt Susanne. Ich lächele sie an. "Wir müssen uns echt viel öfter treffen", sagt Susanne dann noch. "Das machen wir auch", sage ich, "so weit auseinander sind wir ja auch nicht. Da kann man auch mal mit dem Fahrrad fix vorbeikommen." "Stimmt", sagt Susanne. Wir bleiben noch lange sitzen und schauen, was um uns herum so los ist. Der Nachbar von rechts wuselt in seinem Garten herum. Irgendwann schaut er zufällig in unsere Richtung. Wir winken beide und rufen gleichzeitig: "Guten Morgen, Herr Nachbar!" "Hallo ihr beiden", ruft er zurück, "habt ihr wieder auf dem Pool übernachtet?" "Ja, haben wir", antwortet Susanne. "Ihr seid so zwei", sagt der Nachbar noch und wuselt weiter. Nach einer Weile klettern wir wieder runter von der Insel und bringen unsere Frühstückssachen in die Küche.
"Was machen wir denn mit dem angebrochenen Tag?" frage ich Susanne flaxend. "Wir könnten ja zur Abwechslung eine kleine Radtour machen", antwortet Susanne spontan. "Das ist eine Idee", sage ich. Wir holen die Fahrräder aus der Garage und machen uns auf den Weg. "Wollen wir erstmal am Kanal langfahren?" fragt Susanne. "Ja klar", sage ich, vielleicht drüben auf der anderen Seite?" Susanne nickt. Wir radeln los, einmal ums Hafenbecken, dann über eine kleine Steigung hoch zur Kreisstraße, über die Brücke und auf der anderen Seite über eine Abfahrt wieder runter an den Kanal. Es geht wieder Richtung Wolfsburg. Vorbei an der Stelle, wo ich gestern die Typen ins Wasser geworfen habe. Susanne grinst, als wir vorbeifahren. "Das war echt zu cool, wie Du auf deren Boot gesprungen bist und die ins Wasser geschmissen hast", sagt Susanne lachend. Weiter geht"™s. Auf dem Kanal sind einige Sportboot unterwegs. Nach einiger Zeit kommen wir an den Abzweig zum Elbeseitenkanal. Wir folgen dem Weg weiter, der jetzt Richtung Norden führt. "Da könnten wir doch glatt zum Tankumsee radeln", sage ich. "Au ja, mal schauen, ob es da noch die leckeren Pommes in dem einen Kiosk gibt", sagt Susanne, "also quasi gleich als Mittagessen." "Stimmt, die waren immer oberlecker", füge ich hinzu. Im Gegensatz zum Mittellandkanal, der in unserer Gegend zum Teil in einem künstlichen Einschnitt verläuft, fahren wir jetzt auf einem Damm, da das Gelände hier viel tiefer liegt. Bald kommt auch schon der See in Sicht. Über eine lange Rampe, die vom Damm führt, lassen wir uns runter rollen. Wir nehmen dabei schnell Fahrt auf. "Hui!" ruft Susanne. "Das macht immer am meisten Spaß", sage ich, "wir sind hier früher oft langgefahren, als Jugendliche im Sommer zum Baden und Bootfahren." Tatsächlich hatten wir früher unsere Räder vollbeladen, mit Kühltasche, Luftmatratzen, Schlauchbooten und haben dann den ganzen Tag am See verbracht. Da das Wetter heute auch recht gut ist, sind auch viele Ausflügler da. "Schau mal der Tretboot Verleih hat auch schon auf", sagt Susanne. "Erst Pommes, dann eine Runde Tretboot?" frage ich. "Genauso machen wir das", sagt Susanne.
An dem besagten Kiosk halten wir an und ordern uns jeder eine große Portion. Dann setzen wir uns wir uns auf ein kleines Mäuerchen, was den Strand vom Weg abtrennt. "Lecker!" sagt Susanne genießerisch. "Immer noch wie früher", sage ich. Während wir futtern, lassen wir unsere Blicke über den See schweifen. "Ja, da kommen alte Erinnerungen hoch", sage ich. Susanne nickt. Nach einer Weile haben wir unsere Pommes aufgegessen. "Ich habe ja noch ein bisschen Hunger", sagt Susanne, "aber eine ganze Portion schaffe ich wohl nicht." "Wollen wir uns eine teilen?" frage ich sie. "Gerne," antwortet Susanne. "Dann hole ich mal fix noch eine", sage ich und gehe zum Kiosk. Dabei fallen mir zwei Typen auf, die uns wohl schon eine Weile beobachteten. Nach einer kurzen Wartezeit bekomme ich die Pommes und gehe zurück zu Susanne. Als ich um die Ecke vom Kiosk kommen, sehe ich die beiden Typen bei Susanne, einer sitzt neben ihr, der andere steht. Und Susanne sieht nicht grade erfreut aus. Als ich bei ihr ankomme, labbert mich der stehende gleich an: "Hallo, darf ich Dir"¦" Weiter kommt er nicht, weil ich ihn barsch unterbreche und bestimmend sage: "NEIN!" Ich schaue die beiden an und sage dann: "Weitergehen dürft ihr und uns in Ruhe lassen dürft ihr auch." Die beiden schauen kurz irritiert, dann hauen sie tatsächlich ab. "Unglaublich", sagt Susanne. "Na ja, es ist Frühling", sage ich, "und die Männchen wollen sich paaren." Susanne lacht kurz laut auf. "Und wenn Du dann noch ein hübsches Mädel mit passabler Figur bist, dann schlagen bei den Männchen die Hormone Blasen im Blut." "Du bist so eine Granate", lacht Susanne, "Danke." Ich zwinkere ihr zu.
Nachdem wir die Pommes aufgegessen haben, bleiben wir noch eine Weile sitzen. Die beiden Typen sind zwar noch in Sichtweite, haben aber wohl grade zwei andere Mädels angesprochen. "Wollen wir weiter zu den Tretbooten?" fragt Susanne. "Na klar", antworte ich, "ich bin schon auf Entzug, seit Stunden war ich nicht mehr auf dem Wasser." Susanne grinst und sagt: "Du bist ja gut drauf heute." "Wasser ist mein Element", sage ich grinsend. Wir schieben unsere Räder und gehen zum Tretbootverleih. "Welche Farbe nehmen wir?" fragt Susanne. "Rot oder Blau", antworte ich, "am liebsten Schwarz, aber das haben sie leider nicht." "Schwarz? Für Piraten-Steffi?" fragt Susanne grinsend. "Genau!" antworte ich. Wir haben uns dann ein blaues Tretboot ausgesucht und entscheiden uns entgegen des Uhrzeigersinns einmal den See zu umrunden. "Zu Fuß ist man locker eine bis eineinhalb Stunden unterwegs", sage ich. Wir fahren relativ nah am Ufer durch den Segler Bereich, damit wir denen nicht in die Quere kommen. Es sind nicht viele Segler unterwegs, weil es auch gar nicht so windig ist. Und für die paar, die auf dem See dümpeln sind wir wohl auch eine willkommene Abwechslung, jedenfalls grüßen sie uns freundlich. Zügig fahren wir weiter.
Nach einiger Zeit sind wir auf der anderen Seite des Sees, vor dem Damm des Elbeseitenkanals. Wir machen eine kurze Pause und lassen uns etwas treiben. "Nicht grade sehr bequem, diese harten Plastiksitze", bemerkt Susanne, "ein aufblasbares Tretboot wäre doch mal was." "Komplett aufblasbar?" frage ich. "Na ja, zum größten Teil halt" antwortet Susanne, "bis auf den Antrieb." "Hm, ich habe da vielleicht etwas", sage ich, "zumindest hat das Teil aufblasbare Schwimmer. Der Rest ist aus Alu und Kunststoff. Müsste ich mal suchen, wo ich das habe." "Hört sich ja cool an", sagt Susanne. "Und ein paar aufblasbare Schwimmer habe ich auch noch, das wollte ich mir auch mal was draus bauen," sage ich weiter. "Kannst ja mal Bilder schicken, wenn Du es gefunden hast", sagt Susanne. "Mache ich doch gerne", sage ich. Dann fahren wir langsam weiter. So langsam kommt der Badebereich wieder in Sicht, wo auch der Tretbootverleih ist. Trotzdem ist noch eine längere Strecke bis zum Startpunkt. Von links sehe ich ein anderes Tretboot in unsere Richtung kommen. "Ach herrje", sage ich, als ich die beiden Typen erkenne, "da kommen die beiden Hormonbomben von vorhin am Kiosk." "Och nöö", sagt Susanne genervt. "Lass uns entspannt weiterfahren", sage ich grinsend, "Du weißt ja wie ich mit aufdringlichen Typen umgehe." "Stimmt auch wieder", sagt Susanne lachend. Bald sind die beiden an uns herangekommen. "Na ihr beiden!?" höre ich den einen sagen. Ich schaue kurz hin, schüttele leicht den Kopf und schaue wieder weg. Die beiden bleiben aber an uns dran. "Verschwinde", sage ich energisch. "Aber wieso", fragt der wieder. Wortlos hole ich mein Handy heraus. Verwundert schauen die Beiden mich an. Ich wähle die Nummer vom Tretbootverleih. Als der sich meldet sage ich: "Hallo, wir haben uns das Boot mit der Nummer 7 gemietet und werden von zwei Leuten mit dem Boot Nummer 11 bedrängt." Sofort drehen die beiden ab. "Danke für den Hinweis", höre ich von dem Verleiher. Beim Leihen muss man seinen Personalausweis vorzeigen und die Adresse wird aufgeschrieben. "Die werden dann gesperrt, die dürfen sich hier kein Boot mehr ausleihen", sagt der Verleiher. Ich bedanke mich höflich.
So langsam ist die Runde auch zu Ende und wir steuern langsam der Verleih an. Dazu fahren wir quer durch den Badebereich. In der Mitte treffen wir die Beiden wieder. Sie stehen neben zwei anderen Frauen, die ebenfalls in einem Tretboot sitzen. Wir fahren in einigen Metern Abstand vorbei. "Na, habt ihr jetzt andere Opfer?" frage ich schnippisch. Die Typen werden bleich im Gesicht. Eine der Frauen empört sich. "Was fällt ihnen ein?" fragt sie verärgert, "das sind unsere Partner!" "Ach", sage ich unbeeindruckt, "dann frage ich mich warum, die Beiden uns zweimal angemacht haben." "Wie bitte?" sagt die andere Frau und schaut ihren Freund an, "das erklärt uns bitte mal." Wir fahren unterdessen entspannt weiter. "Klasse Steffi", sagt Susanne, "Deine Schlagfertigkeit und Deine Coolness hätte ich auch gerne." "Alles Übung", sage ich lächelnd. Dann kommen wir am Steg des Verleihs an. Der Verleiher bindet das Boot an und hilft uns galant aus dem Boot. Wir erzählen ihm kurz das eben erlebte. Er muss grinsen. Von weiten hört man das Gezeter von den Frauen. "Na die sind schon genug bestraft", sagt der Verleiher. Susanne und ich grinsen, dann verabschieden wir uns. Wir gehen zu den Fahrrädern. "Wollen wir durch die Felder zurückfahren?" frage ich. "Ja klar, gute Idee", sagt Susanne, "ist etwas Abwechslung." "Der Weg ist derjenige, den ich immer von meinem letzten Wohnort hierhergefahren bin", sage ich noch. "Na dann mal los", sagt Susanne, "auf geht"™s."
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Eiscafe
Wir verlassen das Seegelände und fahren Richtung Süden. Bald kommen wir schon das nächste Dorf. "Hey Steffi, die Abkürzungen kenne ich ja gar nicht", sagt Susanne. Wir fahren durch recht ruhige Straßen in einem Wohngebiet. "So muss man nicht auf den Hauptstraßen fahren", sage ich, "so sind wir früher immer hin- und zurückgefahren." "Cool, muss ich mir merken, die Strecke", sagt Susanne. Und recht schnell sind wir auch wieder raus aus dem Dorf. Es geht durch die Felder und durch ein Waldstück. "Wollen wir noch in das Eiscafe in deinem ehemaligen Dorf?" fragt Susanne. Ich mache die Nase kraus. "Nicht gut?" fragt Susanne. "Das Eiscafe ist schon OK, ich kenne auch den Chef persönlich", antworte ich. "Der Chef ist total nett", sagt Susanne, "vor allem hat er ein großes Herz für sozial Schwache." Ich schaue Susanne an. "Ja, der hat ein paar Leute als Bedienung eingestellt, die sonst keinen Job bekommen hätten", sagt Susanne weiter. "Genau deshalb mache ich ein krauses Näschen", sage ich, "mit denen hatte ich schon meinen Spaß." "Inwiefern?" fragt Susanne. "Na ja, als das losging mit meiner Verwandlung hatten die Leute echt nichts Besseres zu tun, als mich als Transe und ähnlichem durchzubeleidigen", antworte ich, "und das über Jahre hinweg. Die müssen echt ein langweiliges Leben haben, um sich ständig in meines einzumischen." "Hm!" sagt Susanne. "Und jedem, ob er es wissen oder nicht wissen wollte, haben sie allen möglichen erfunden Mist über mich erzählt", sage ich weiter, "wenn die heute Dienst haben, könnte es lustig werden." "Das ist aber nicht schön", sagt Susanne, "aber das Eis da ist so lecker." "Wir können ja mal vorbeifahren und schauen", sage ich. "OK!" sagt Susanne.
Inzwischen sind wir durch zwei weitere Dörfer gefahren und fahren wieder durch die Felder auf meinem ehemaligen Wohnort zu. Kurz darauf passieren wir das Ortsschild und in ein paar Minuten später kommen wir an der Eisdiele an. Ich sehe auch prompt zwei der genannten Leute. Anstatt debil zu grinsen, als sie mich sehen, schauen sie etwas entsetzt. "Wollen wir lieber weiterfahren?" fragt Susanne besorgt. "Nöö, lass uns mal draußen einen freien Platz suchen", sage ich. "Du machst die aber auch nicht doof an?" fragt Susanne vorsichtig. "Wenn sie mich in Ruhe lassen", antworte ich lächelnd. Wir stellen unsere Räder ab und gehen an einen freien Tisch. Einige aus dem Dorf sind da, die mich natürlich die ganze Zeit ansehen. Ich grüße freundlich, was die meisten veranlasst ertappt weg zu schauen. Beim hinsetzen sehe ich durch die offene Tür einen weiteren aus der Bande. "Siehst Du den da im Cafe?" frage ich Susanne, "der die Eisbecher macht?" "Ja, was ist mit dem?", fragt Susanne. "Das ist der schlimmste aus der Truppe", antworte ich, "das ist auch der, dem ich zum ersten Mal als Mädel eine geballert habe." Susanne schaut mich mit großen Augen an. "Wie das?" fragt sie. "Na ja, der wollte mir die Perücke vom Kopf ziehen, nachdem er mich aufgelauert hat", antworte ich. Susanne macht noch größere Augen. "Er kam von hinten und zog ordentlich", sage ich weiter, "nur haben ich die Haarteile die meiste Zeit fixiert und das tut ziemlich weh, wenn einer dran zieht." "Oh je", sagt Susanne, "wären wir doch lieber nicht hierhergekommen. Aber was passierte dann?" "Ich habe mich umgedreht und ihm noch in der Drehung eine geknallt", antworte ich, "der ist dann auch umgefallen, wie ein nasser Sack und kam erst nach ein paar Minuten wieder auf die Beine. Seitdem beleidigt er mich nur noch von weitem. Und das war auch der Grund, warum ich wieder mit dem Kampfsport angefangen habe." "Wollen wir lieber fahren?" fragt Susanne, "noch haben wir ja nicht bestellt." "Lass uns mal hierbleiben", antworte ich, "die wären ja schön blöd, wenn sie jetzt irgendeine Aktion abziehen. Das wäre extrem geschäftsschädigend." "Na gut", sagt Susanne.
Kurz danach kommt die Bedienung (auch eine aus der Truppe). Ihr scheint das etwas peinlich zu sein, aber dann erkundigt sich dann nach unseren Wünschen. Susanne wählt einen Erdbeerbecher, während ich mich für ein Spaghetti Eis entscheide. Die Bedienung überbringt die Bestellung dem Typen im Cafe. "Das sind im Übrigen alles Geschwister", sage ich leise zu Susanne, "aber wie viele das überhaupt sind konnte ich nicht ergründen." "Aha", sagt Susanne, "aber stimmt, die sehen sich alle sehr ähnlich." "Der Herr am Nachbartisch hat unsere Unterhaltung wohl mitbekommen und sagt leicht grinsend: "Einer aus dem Dorf hat mal gesagt, das wäre eine asoziale Inzuchttruppe." Ich werde leicht rot im Gesicht, was Susanne nicht verborgen bleibt. "Steffi was ist?" fragt sie. "Das war mein Zwillingsbruder, der das gesagt hat", antworte ich leise und frage dann den Herrn, den ich übrigens nicht kenne: "Von wem haben sie das denn gehört?" "Von einem Bekannten", antwortet der Herr, "der Spruch ging wohl ein paarmal durch den Ort." "Aha", sage ich gespielt. Susanne grinst sich einen.
Ich beobachte aus den Augenwinkeln den Typ, der die Eisbecher zubereitet. "warum peilst Du da immer hin?" fragt mich Susanne. "Ich schaue, ob der sein Versprechen wahr macht", antworte ich. "Wie, welches?" fragt Susanne wieder. "Na ja, als ich das letzte Mal hier war, hat er gesagt, dass er mir eine schöne Überraschung bereitet, wenn ich das nächste Mal hier bin", antworte ich. "Oh je, ich verstehe, warum Du nicht hierher wolltest", sagt Susanne. Kurz danach kommt die Bedienung mit unseren Eisbechern, lächelt nervös und stellt sie uns hin. Ich schaue mir das Eis an. Auf meinem Spaghetti Eis ist erwartungsgemäß weiße Schokolade als "geriebener Parmesan" drauf. Aber ich stutze, als ich kleine Kristalle glitzern sehe. Mit der Spitze vom Löffel nehme ich ein ganz klein wenig auf und probiere. Susanne beobachtet mich gespannt. "Salz", sage ich. "Was?" fragt Susanne. "Salz", wiederhole ich. "Gibt"™s doch nicht, wie kann man so dumm sein", sagt sie staunend. Die Bedienung kommt wieder. Ziemlich nervös fragt sie: "Ist was mit dem Eis nicht in Ordnung? Soll ich es wieder mitnehmen?" "Nöö", antworte ich, "ich such noch ein bisschen." Sie geht in den Laden, direkt zu ihrem Bruder, sagt irgendwas zu ihm und scheint ziemlich aufgeregt zu sein. "Die scheint ein schlechtes Gewissen zu haben", sage ich trocken, "ich nehme jetzt das Eis auseinander." Susanne schaut etwas entsetzt. Der Herr nebenan schaut mir gespannt zu.
Ich schabe vorsichtig das Eis ab, und drehe den Teller. "Steffi", sagt Susanne leise, "die anderen Gäste schauen teilweise amüsiert." Ich will grade aufhören, da sehe ich am Übergang zu der Sahne im Inneren, was Dunkles durchscheinen. Also mach ich vorsichtig weiter. Was die Leute um mich herum denken ist mir eben grade völlig egal. "Bingo!" sage ich leise, "eine Protein-Einlage." Susanne schaut entgeistert auf das was sie da sieht. "Eine Spinne? Igitt", sagt sie. "Warte mal hier, ich gehe zum Chef." Ich stehe auf, nehme das Eis und gehe ins Cafe. "Ist irgendwas nicht in Ordnung?" fragt eine andere Bedienung. "Ich möchte zum Chef, sofort", sage ich emotionslos. Sie bringt mich dorthin. Der Chef schaut mich erstaunt an. "Woher kenne ich Sie?" fragt er. "Och, ich kenne Dich seitdem der Laden hier aufgemacht hat", antworte ich lächelnd, "ich sah damals nur etwas anders aus." "Ach nee, jetzt weiß ich auch, wen meine Leute meinten, "mit dem Typen, der sich verkleidet". Entschuldigung, für die Formulierung", sagt er freundlich. "Ist OK," sage ich, "ich kann Dir gerne den wahren Hintergrund erzählen. Aber erst würde ich gerne eine Beschwerde abgeben." "OK, schieß los", sagt er. Ich zeige ihm die Einlage im Eis und erzähle ihm die Geschichte davor, mit der "Überraschungsankündigung". Sein Gesicht wird starr. "Das gibt"™s doch nicht", sagt er dann ziemlich fassungslos, "ich werde gleich mit ihm reden." Dann ruft er erst eine der Bedienung heran. "Mach bitte ein neues Spaghetti Eis und frage die Begleiterin von Steffi, ob sie auch noch ein neues möchte", sagt er zu ihr, "und bitte auf Kosten des Hauses." "Och, das wäre jetzt doch nicht nötig gewesen", sage ich leicht verlegen. "Doch, doch, ist schon OK", sagt er freundlich. Ich gehe zu Susanne zurück. Sie hat ihr Eis natürlich auch nicht weitergegessen. "Steffi, was ist denn jetzt?" fragt Susanne. "Sorry, dass ich Dich hier so sitzen lassen musste", sage ich, "wir bekommen gleich ein neues Eis, wenn Du möchtest." Dann erkläre ich ihr das Gespräch mit dem Chef. Aus den Augenwinkeln sehe ich den Typen, wie er vom Chef gerufen wird.
Nach kurzer Zeit bekommen wir unser neues Eis. Diesmal ist alles in Ordnung. "Lecker, oder?" frage ich. Susanne nickt lächelnd. Aber irgendwie ist sie immer noch leicht geschockt. "Es tut mir leid, dass ich unbedingt hierher wollte", sagt sie dann. "Wieso denn?" frage ich dagegen. "Na ja, wegen der Unannehmlichkeiten", sagt Susanne. "Ist schon OK", sage ich, "es klärt sich jetzt ja wohl." Wir haben jeder unser Eis aufgegessen. "Ich könnte jetzt noch ein Cappuccino vertragen", sage ich. "Gute Idee", sagt Susanne und winkt die Bedienung heran. Während wir auf den Cappu warten, kommt der Typ aus dem Cafe, schaut mich böse an und geht schnellen Schrittes weg. Wir und einige Gäste, die in unserer Nähe sitzen schauen hinterher. "Selber schuld", sage ich dann. Kurz danach kommt der Chef mit den Cappuccinos und stellt sie uns auf den Tisch. "Darf ich mich kurz zu euch setzen?" fragt er. "Ja klar, gerne "sagt Susanne. "Also, ich habe den Mitarbeiter zur Rede gestellt", sagt der Chef, "erst wollte er sich rausreden, ist dann aber schnell eingeknickt, als ich ihn mit den Infos von Dir konfrontiert habe." "Hat er was dazu gesagt, warum er das gemacht hat?" frage ich. "Nicht direkt", sagt der Chef, "er sagte irgendwann, du hättest ihn geärgert." "Na ja, wenn er meint", sage ich beiläufig. Der ganze Kram ging los, als die Bande da drüben in das Haus eingezogen ist." "Inwiefern?" fragt Susanne. "Ich bin hier unten immer in Richtung Garten gefahren", antworte ich und jedes Mal kam ein dummer Spruch denen aus dem Fenster gebrüllt, so was wie Schwuchtel, Transe, Schlampe, usw. Ich bin darauf dann auf einem anderen Weg in den Garten gefahren. Na ja und dann kam der Tag, als er mich in der Nähe des Hauses aufgelauert hat und mir das Haarteil vom Kopf ziehen wollte." "Ach, das hattest Du vorhin schon erzählt", sagt Susanne. Der Chef schüttelt den Kopf. "Das ist ja fast unglaublich", sagt er, "und wie hast Du reagiert?" "Ich habe ihm eine geballert, weil das ziemlich weh tat, das Haarteil ist an den Rest-Haaren und an der Kopfhaut fixiert. Ist mir schon klar, dass der mich nicht mag." "Das geht ja gar nicht", sagt der Chef, "mit den anderen rede ich dann zum Feierabend." "Was hast Du denn mit dem Typen gemacht?" frage ich. "Der ist erstmal beurlaubt", antwortet der Chef, "ich überlege dann in Ruhe mit meinem Geschäftspartner, wie wir mit ihm umgehen."
Im weiteren Gespräch erzähle ich ihm dann meine "Umwandlung" und wo ich jetzt wohne. "OK, wäre schön, wenn Du Dich öfter wieder mal hier sehen lässt", sagt der Chef freundlich. "Gerne", sage ich, "bestimmt, wenn ich mal wieder bei Susanne bin." Dann steht der Chef auf. "Ich muss dann mal weiterarbeiten", sagt er lächelnd, "euch noch einen schönen Tag." "Danke ebenso", wünschen wir. Kurz danach stehen wir auch auf. Da wir ja vom Chef eingeladen wurden, gehe ich kurz in das Cafe und werfe ein Trinkgeld in die auf dem Tresen stehende Spardose. Ich verabschiede mich und gehe dann mit Susanne zu den Fahrrädern. Schnell sind wir dann auch schon auf dem Feldweg Richtung Susannes Haus. "Ich verstehe einfach nicht, wenn man kaum Geld hat, dass man mit so einem Blödsinn sein Job aufs Spiel setzt", sage ich in Bezug auf den Typen im Cafe. "Das verstehe ich auch nicht", sagt Susanne. Wir kommen bei Susannes Haus an und stellen die Räder in die Garage. "War schon ein abwechslungsreicher Tag, was?" frage ich. "Kannst Du so sagen", antwortet Susanne. Wir gehen durch das Haus auf die Terrasse. "Ich hole uns mal was zu trinken", sagt Susanne und geht ins Haus. Ich klettere wieder auf die Badeinsel, die immer noch im Pool treibt. Susanne kommt mit einem Korb verschiedenster Getränke wieder. Als sie mich auf der Insel sieht sagt sie grinsend: "Ah ja, wir verstehen uns auch ohne zu sprechen." Ich zwinkere ihr zu. Sie gibt mir den Korb und kommt dann auf die Insel. "Prost Steffi", sagt Susanne, "danke für das schöne Wochenende." "Ich danke Dir auch", antworte ich lächelnd. Eine ganze Weile bleiben wir noch sitzen und unterhalten uns. Ich schaue auf die Uhr. "Hoppla, wo ist die Zeit geblieben?" frage ich, "es ist schon sechs Uhr." "Ups, wann wolltest Du nach Hause?" fragt Susanne. Noch im Hellen", antworte ich, "ich wollte eigentlich zurückpaddeln." "Dann komme ich aber mit", sagt Susanne grinsend. "Au ja, das wäre ja toll", sage ich, "dann bringe ich Dich danach mit dem Auto hierher zurück." "So machen wir das", sagt Susanne, "soll ich noch was zum Futtern einpacken." "Hm, ich habe jetzt noch nicht unbedingt Hunger", antworte ich. "Ich eigentlich auch nicht", sagt sie. "Wir können uns ja dann zu Hause bei der Pizzeria noch was holen", sage ich, "falls wir hungrig vom Paddeln sind." Gute Idee", sagt Susanne. Wir bringen ein paar Sachen ins Haus und schließen alles ab. "Deinen Rucksack kannst Du ja nachher mitnehmen, wenn Du mich zurückbringst", sagt Susanne. "Genau, dann ist mehr Platz im Boot", füge ich hinzu. Wir gehen ins Bootshaus und überprüfen ob alles in Ordnung ist. "Perfekt", sage ich. "darf ich dieses Mal hinten sitzen?" fragt Susanne. "Klar, gerne", antworte ich und steige ein. Dann steigt Susanne ein. Mit leichten Paddelschlägen gleiten wir aus dem Bootshaus. Mit der Funkfernbedienung schließt Susanne das Tor. "Auf geht"™s", sagt Susanne, "Richtung Sonnenuntergang." Wir paddeln ins Hafenbecken und von da aus in den Kanal. Zügig, aber trotzdem entspannt fahren los. Am Himmel ist eine leichte Bewölkung und einige Wolken werden schon rötlich von der tieferstehenden Sonne angestrahlt. Auf dem Kanal ist nicht viel los. "Hach, ist das ein schöner Abschluss für dieses schöne Wochenende", sagt Susanne.
Wir verlassen das Seegelände und fahren Richtung Süden. Bald kommen wir schon das nächste Dorf. "Hey Steffi, die Abkürzungen kenne ich ja gar nicht", sagt Susanne. Wir fahren durch recht ruhige Straßen in einem Wohngebiet. "So muss man nicht auf den Hauptstraßen fahren", sage ich, "so sind wir früher immer hin- und zurückgefahren." "Cool, muss ich mir merken, die Strecke", sagt Susanne. Und recht schnell sind wir auch wieder raus aus dem Dorf. Es geht durch die Felder und durch ein Waldstück. "Wollen wir noch in das Eiscafe in deinem ehemaligen Dorf?" fragt Susanne. Ich mache die Nase kraus. "Nicht gut?" fragt Susanne. "Das Eiscafe ist schon OK, ich kenne auch den Chef persönlich", antworte ich. "Der Chef ist total nett", sagt Susanne, "vor allem hat er ein großes Herz für sozial Schwache." Ich schaue Susanne an. "Ja, der hat ein paar Leute als Bedienung eingestellt, die sonst keinen Job bekommen hätten", sagt Susanne weiter. "Genau deshalb mache ich ein krauses Näschen", sage ich, "mit denen hatte ich schon meinen Spaß." "Inwiefern?" fragt Susanne. "Na ja, als das losging mit meiner Verwandlung hatten die Leute echt nichts Besseres zu tun, als mich als Transe und ähnlichem durchzubeleidigen", antworte ich, "und das über Jahre hinweg. Die müssen echt ein langweiliges Leben haben, um sich ständig in meines einzumischen." "Hm!" sagt Susanne. "Und jedem, ob er es wissen oder nicht wissen wollte, haben sie allen möglichen erfunden Mist über mich erzählt", sage ich weiter, "wenn die heute Dienst haben, könnte es lustig werden." "Das ist aber nicht schön", sagt Susanne, "aber das Eis da ist so lecker." "Wir können ja mal vorbeifahren und schauen", sage ich. "OK!" sagt Susanne.
Inzwischen sind wir durch zwei weitere Dörfer gefahren und fahren wieder durch die Felder auf meinem ehemaligen Wohnort zu. Kurz darauf passieren wir das Ortsschild und in ein paar Minuten später kommen wir an der Eisdiele an. Ich sehe auch prompt zwei der genannten Leute. Anstatt debil zu grinsen, als sie mich sehen, schauen sie etwas entsetzt. "Wollen wir lieber weiterfahren?" fragt Susanne besorgt. "Nöö, lass uns mal draußen einen freien Platz suchen", sage ich. "Du machst die aber auch nicht doof an?" fragt Susanne vorsichtig. "Wenn sie mich in Ruhe lassen", antworte ich lächelnd. Wir stellen unsere Räder ab und gehen an einen freien Tisch. Einige aus dem Dorf sind da, die mich natürlich die ganze Zeit ansehen. Ich grüße freundlich, was die meisten veranlasst ertappt weg zu schauen. Beim hinsetzen sehe ich durch die offene Tür einen weiteren aus der Bande. "Siehst Du den da im Cafe?" frage ich Susanne, "der die Eisbecher macht?" "Ja, was ist mit dem?", fragt Susanne. "Das ist der schlimmste aus der Truppe", antworte ich, "das ist auch der, dem ich zum ersten Mal als Mädel eine geballert habe." Susanne schaut mich mit großen Augen an. "Wie das?" fragt sie. "Na ja, der wollte mir die Perücke vom Kopf ziehen, nachdem er mich aufgelauert hat", antworte ich. Susanne macht noch größere Augen. "Er kam von hinten und zog ordentlich", sage ich weiter, "nur haben ich die Haarteile die meiste Zeit fixiert und das tut ziemlich weh, wenn einer dran zieht." "Oh je", sagt Susanne, "wären wir doch lieber nicht hierhergekommen. Aber was passierte dann?" "Ich habe mich umgedreht und ihm noch in der Drehung eine geknallt", antworte ich, "der ist dann auch umgefallen, wie ein nasser Sack und kam erst nach ein paar Minuten wieder auf die Beine. Seitdem beleidigt er mich nur noch von weitem. Und das war auch der Grund, warum ich wieder mit dem Kampfsport angefangen habe." "Wollen wir lieber fahren?" fragt Susanne, "noch haben wir ja nicht bestellt." "Lass uns mal hierbleiben", antworte ich, "die wären ja schön blöd, wenn sie jetzt irgendeine Aktion abziehen. Das wäre extrem geschäftsschädigend." "Na gut", sagt Susanne.
Kurz danach kommt die Bedienung (auch eine aus der Truppe). Ihr scheint das etwas peinlich zu sein, aber dann erkundigt sich dann nach unseren Wünschen. Susanne wählt einen Erdbeerbecher, während ich mich für ein Spaghetti Eis entscheide. Die Bedienung überbringt die Bestellung dem Typen im Cafe. "Das sind im Übrigen alles Geschwister", sage ich leise zu Susanne, "aber wie viele das überhaupt sind konnte ich nicht ergründen." "Aha", sagt Susanne, "aber stimmt, die sehen sich alle sehr ähnlich." "Der Herr am Nachbartisch hat unsere Unterhaltung wohl mitbekommen und sagt leicht grinsend: "Einer aus dem Dorf hat mal gesagt, das wäre eine asoziale Inzuchttruppe." Ich werde leicht rot im Gesicht, was Susanne nicht verborgen bleibt. "Steffi was ist?" fragt sie. "Das war mein Zwillingsbruder, der das gesagt hat", antworte ich leise und frage dann den Herrn, den ich übrigens nicht kenne: "Von wem haben sie das denn gehört?" "Von einem Bekannten", antwortet der Herr, "der Spruch ging wohl ein paarmal durch den Ort." "Aha", sage ich gespielt. Susanne grinst sich einen.
Ich beobachte aus den Augenwinkeln den Typ, der die Eisbecher zubereitet. "warum peilst Du da immer hin?" fragt mich Susanne. "Ich schaue, ob der sein Versprechen wahr macht", antworte ich. "Wie, welches?" fragt Susanne wieder. "Na ja, als ich das letzte Mal hier war, hat er gesagt, dass er mir eine schöne Überraschung bereitet, wenn ich das nächste Mal hier bin", antworte ich. "Oh je, ich verstehe, warum Du nicht hierher wolltest", sagt Susanne. Kurz danach kommt die Bedienung mit unseren Eisbechern, lächelt nervös und stellt sie uns hin. Ich schaue mir das Eis an. Auf meinem Spaghetti Eis ist erwartungsgemäß weiße Schokolade als "geriebener Parmesan" drauf. Aber ich stutze, als ich kleine Kristalle glitzern sehe. Mit der Spitze vom Löffel nehme ich ein ganz klein wenig auf und probiere. Susanne beobachtet mich gespannt. "Salz", sage ich. "Was?" fragt Susanne. "Salz", wiederhole ich. "Gibt"™s doch nicht, wie kann man so dumm sein", sagt sie staunend. Die Bedienung kommt wieder. Ziemlich nervös fragt sie: "Ist was mit dem Eis nicht in Ordnung? Soll ich es wieder mitnehmen?" "Nöö", antworte ich, "ich such noch ein bisschen." Sie geht in den Laden, direkt zu ihrem Bruder, sagt irgendwas zu ihm und scheint ziemlich aufgeregt zu sein. "Die scheint ein schlechtes Gewissen zu haben", sage ich trocken, "ich nehme jetzt das Eis auseinander." Susanne schaut etwas entsetzt. Der Herr nebenan schaut mir gespannt zu.
Ich schabe vorsichtig das Eis ab, und drehe den Teller. "Steffi", sagt Susanne leise, "die anderen Gäste schauen teilweise amüsiert." Ich will grade aufhören, da sehe ich am Übergang zu der Sahne im Inneren, was Dunkles durchscheinen. Also mach ich vorsichtig weiter. Was die Leute um mich herum denken ist mir eben grade völlig egal. "Bingo!" sage ich leise, "eine Protein-Einlage." Susanne schaut entgeistert auf das was sie da sieht. "Eine Spinne? Igitt", sagt sie. "Warte mal hier, ich gehe zum Chef." Ich stehe auf, nehme das Eis und gehe ins Cafe. "Ist irgendwas nicht in Ordnung?" fragt eine andere Bedienung. "Ich möchte zum Chef, sofort", sage ich emotionslos. Sie bringt mich dorthin. Der Chef schaut mich erstaunt an. "Woher kenne ich Sie?" fragt er. "Och, ich kenne Dich seitdem der Laden hier aufgemacht hat", antworte ich lächelnd, "ich sah damals nur etwas anders aus." "Ach nee, jetzt weiß ich auch, wen meine Leute meinten, "mit dem Typen, der sich verkleidet". Entschuldigung, für die Formulierung", sagt er freundlich. "Ist OK," sage ich, "ich kann Dir gerne den wahren Hintergrund erzählen. Aber erst würde ich gerne eine Beschwerde abgeben." "OK, schieß los", sagt er. Ich zeige ihm die Einlage im Eis und erzähle ihm die Geschichte davor, mit der "Überraschungsankündigung". Sein Gesicht wird starr. "Das gibt"™s doch nicht", sagt er dann ziemlich fassungslos, "ich werde gleich mit ihm reden." Dann ruft er erst eine der Bedienung heran. "Mach bitte ein neues Spaghetti Eis und frage die Begleiterin von Steffi, ob sie auch noch ein neues möchte", sagt er zu ihr, "und bitte auf Kosten des Hauses." "Och, das wäre jetzt doch nicht nötig gewesen", sage ich leicht verlegen. "Doch, doch, ist schon OK", sagt er freundlich. Ich gehe zu Susanne zurück. Sie hat ihr Eis natürlich auch nicht weitergegessen. "Steffi, was ist denn jetzt?" fragt Susanne. "Sorry, dass ich Dich hier so sitzen lassen musste", sage ich, "wir bekommen gleich ein neues Eis, wenn Du möchtest." Dann erkläre ich ihr das Gespräch mit dem Chef. Aus den Augenwinkeln sehe ich den Typen, wie er vom Chef gerufen wird.
Nach kurzer Zeit bekommen wir unser neues Eis. Diesmal ist alles in Ordnung. "Lecker, oder?" frage ich. Susanne nickt lächelnd. Aber irgendwie ist sie immer noch leicht geschockt. "Es tut mir leid, dass ich unbedingt hierher wollte", sagt sie dann. "Wieso denn?" frage ich dagegen. "Na ja, wegen der Unannehmlichkeiten", sagt Susanne. "Ist schon OK", sage ich, "es klärt sich jetzt ja wohl." Wir haben jeder unser Eis aufgegessen. "Ich könnte jetzt noch ein Cappuccino vertragen", sage ich. "Gute Idee", sagt Susanne und winkt die Bedienung heran. Während wir auf den Cappu warten, kommt der Typ aus dem Cafe, schaut mich böse an und geht schnellen Schrittes weg. Wir und einige Gäste, die in unserer Nähe sitzen schauen hinterher. "Selber schuld", sage ich dann. Kurz danach kommt der Chef mit den Cappuccinos und stellt sie uns auf den Tisch. "Darf ich mich kurz zu euch setzen?" fragt er. "Ja klar, gerne "sagt Susanne. "Also, ich habe den Mitarbeiter zur Rede gestellt", sagt der Chef, "erst wollte er sich rausreden, ist dann aber schnell eingeknickt, als ich ihn mit den Infos von Dir konfrontiert habe." "Hat er was dazu gesagt, warum er das gemacht hat?" frage ich. "Nicht direkt", sagt der Chef, "er sagte irgendwann, du hättest ihn geärgert." "Na ja, wenn er meint", sage ich beiläufig. Der ganze Kram ging los, als die Bande da drüben in das Haus eingezogen ist." "Inwiefern?" fragt Susanne. "Ich bin hier unten immer in Richtung Garten gefahren", antworte ich und jedes Mal kam ein dummer Spruch denen aus dem Fenster gebrüllt, so was wie Schwuchtel, Transe, Schlampe, usw. Ich bin darauf dann auf einem anderen Weg in den Garten gefahren. Na ja und dann kam der Tag, als er mich in der Nähe des Hauses aufgelauert hat und mir das Haarteil vom Kopf ziehen wollte." "Ach, das hattest Du vorhin schon erzählt", sagt Susanne. Der Chef schüttelt den Kopf. "Das ist ja fast unglaublich", sagt er, "und wie hast Du reagiert?" "Ich habe ihm eine geballert, weil das ziemlich weh tat, das Haarteil ist an den Rest-Haaren und an der Kopfhaut fixiert. Ist mir schon klar, dass der mich nicht mag." "Das geht ja gar nicht", sagt der Chef, "mit den anderen rede ich dann zum Feierabend." "Was hast Du denn mit dem Typen gemacht?" frage ich. "Der ist erstmal beurlaubt", antwortet der Chef, "ich überlege dann in Ruhe mit meinem Geschäftspartner, wie wir mit ihm umgehen."
Im weiteren Gespräch erzähle ich ihm dann meine "Umwandlung" und wo ich jetzt wohne. "OK, wäre schön, wenn Du Dich öfter wieder mal hier sehen lässt", sagt der Chef freundlich. "Gerne", sage ich, "bestimmt, wenn ich mal wieder bei Susanne bin." Dann steht der Chef auf. "Ich muss dann mal weiterarbeiten", sagt er lächelnd, "euch noch einen schönen Tag." "Danke ebenso", wünschen wir. Kurz danach stehen wir auch auf. Da wir ja vom Chef eingeladen wurden, gehe ich kurz in das Cafe und werfe ein Trinkgeld in die auf dem Tresen stehende Spardose. Ich verabschiede mich und gehe dann mit Susanne zu den Fahrrädern. Schnell sind wir dann auch schon auf dem Feldweg Richtung Susannes Haus. "Ich verstehe einfach nicht, wenn man kaum Geld hat, dass man mit so einem Blödsinn sein Job aufs Spiel setzt", sage ich in Bezug auf den Typen im Cafe. "Das verstehe ich auch nicht", sagt Susanne. Wir kommen bei Susannes Haus an und stellen die Räder in die Garage. "War schon ein abwechslungsreicher Tag, was?" frage ich. "Kannst Du so sagen", antwortet Susanne. Wir gehen durch das Haus auf die Terrasse. "Ich hole uns mal was zu trinken", sagt Susanne und geht ins Haus. Ich klettere wieder auf die Badeinsel, die immer noch im Pool treibt. Susanne kommt mit einem Korb verschiedenster Getränke wieder. Als sie mich auf der Insel sieht sagt sie grinsend: "Ah ja, wir verstehen uns auch ohne zu sprechen." Ich zwinkere ihr zu. Sie gibt mir den Korb und kommt dann auf die Insel. "Prost Steffi", sagt Susanne, "danke für das schöne Wochenende." "Ich danke Dir auch", antworte ich lächelnd. Eine ganze Weile bleiben wir noch sitzen und unterhalten uns. Ich schaue auf die Uhr. "Hoppla, wo ist die Zeit geblieben?" frage ich, "es ist schon sechs Uhr." "Ups, wann wolltest Du nach Hause?" fragt Susanne. Noch im Hellen", antworte ich, "ich wollte eigentlich zurückpaddeln." "Dann komme ich aber mit", sagt Susanne grinsend. "Au ja, das wäre ja toll", sage ich, "dann bringe ich Dich danach mit dem Auto hierher zurück." "So machen wir das", sagt Susanne, "soll ich noch was zum Futtern einpacken." "Hm, ich habe jetzt noch nicht unbedingt Hunger", antworte ich. "Ich eigentlich auch nicht", sagt sie. "Wir können uns ja dann zu Hause bei der Pizzeria noch was holen", sage ich, "falls wir hungrig vom Paddeln sind." Gute Idee", sagt Susanne. Wir bringen ein paar Sachen ins Haus und schließen alles ab. "Deinen Rucksack kannst Du ja nachher mitnehmen, wenn Du mich zurückbringst", sagt Susanne. "Genau, dann ist mehr Platz im Boot", füge ich hinzu. Wir gehen ins Bootshaus und überprüfen ob alles in Ordnung ist. "Perfekt", sage ich. "darf ich dieses Mal hinten sitzen?" fragt Susanne. "Klar, gerne", antworte ich und steige ein. Dann steigt Susanne ein. Mit leichten Paddelschlägen gleiten wir aus dem Bootshaus. Mit der Funkfernbedienung schließt Susanne das Tor. "Auf geht"™s", sagt Susanne, "Richtung Sonnenuntergang." Wir paddeln ins Hafenbecken und von da aus in den Kanal. Zügig, aber trotzdem entspannt fahren los. Am Himmel ist eine leichte Bewölkung und einige Wolken werden schon rötlich von der tieferstehenden Sonne angestrahlt. Auf dem Kanal ist nicht viel los. "Hach, ist das ein schöner Abschluss für dieses schöne Wochenende", sagt Susanne.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Sonntagabend
Wir kommen zügig voran. Bald sind wir schon am Öl Hafen. Dort ist auch die Wasserschutzpolizei stationiert. "Schau mal da hinten im Becken, neben dem Polizeiboot, das Motorboot kennen wir doch", sage ich zu Susanne. Es ist das Boot von den beiden Typen, die uns gestern bedrängt hatten. "Tja, hat der Verein wohl noch nicht abgeholt", sagt Susanne feixend, "oder die trauen sich nicht." Ich nicke lachend. Beim Paddel- und Ruderverein ist auch noch was los. "Hallo Stefanie", höre ich jemand rufen, als wir in die Nähe kommen. Es ist Mark, aus dem Vorstand des Vereins. Ich winke zurück. Susanne steuert uns an den Anlegesteg. "Hallo Mark", sagt Susanne. "Huch entschuldige, ich habe Dich erst gar nicht erkannt", sagt Mark verlegen. "Ihr kennt euch?" frage ich. "Ja wir sind zusammen zur Schule gegangen", sagt Susanne. "Und ihr, woher kennt ihr euch?" fragt Mark. "Wir sind Nachbarn", sagt Susanne. "Wenn sie denn mal da ist", sage ich dazu. Mark schaut verwundert. "Ich passe oft auf das Haus meiner Eltern auf", sagt Susanne, "von da kommen wir auch grade, hinten von der Marina." "OK", sagt Mark lachend. Zwei Leute aus dem Verein sind inzwischen dazu gekommen. "Ihr seht echt gut aus in dem Boot", sagt der eine, "ich heiße übrigens Bernd. Das sah auch gut aus wie ihr hier angepaddelt kamt. Absolut im Gleichklang." "Danke", sagen Susanne und ich gleichzeitig. "Hast Du Dir es schon mal überlegt, ob Du zu uns Kommst, Stefanie?" fragt Mark. "Ich versuche die nächste Woche mal vorbeizuschauen", antworte ich, "obwohl ich viel um die Ohren habe." "Das wäre schön", sagt Bernd und schaut mich verträumt an. "Kannst Du ruhig machen, Steffi", sagt Susanne, "die sind echt locker hier." "Woher weißt Du das frage ich sie. "Weil ich auch Mitglied bin", sagt Susanne grinsend. "Ach, das sagst Du jetzt, Du Schlingel", feixe ich zurück.
Wir unterhalten uns noch kurz, dann verabschieden wir uns und paddeln weiter. "Wollen wir vorne am Düker aussetzen?" frage ich Susanne. "Hm, da muss man so weit laufen", antwortete sie, "wo bist Du denn am Freitag reingegangen?" "Weiter vorne, direkt an der Spundwand über eine Notleiter." "Dann lass uns dahinfahren", sagt Susanne. Kurz darauf sind wir dann auch dort angekommen. "Ich könnte noch stundenlang mit dir hier weiterpaddeln", sagt Susanne mit einem leichten Seufzer, "Du bist eine tolle Freundin, Steffi." "Du aber auch", antworte ich lächelnd. Ich halte das Boot fest, während Susanne aussteigt. Dann hält sie fest und ich steige auch aus. Ich hole dann das Boot aus dem Wasser und nehme es auf die Schulter. "Geht das so oder soll ich tragen helfen?" fragt Susanne. "Das geht so", sage ich. "Dann nehme ich die Paddel", sagt Susanne. Wir gehen an der Schule vorbei und sind dann auch bald auf dem Garagenhof. "Wo soll das Boot hin?" fragt Susanne. Am besten auf den Rasen vor der Haustür", antworte ich, "ich möchte es dann entlüften und in Keller legen." "OK", sagt Susanne. Vor der Haustüre sehen wir von weiten schon Ebi mit Anne und Willi stehen. "Na ihr beiden Süßen?" sagt Ebi, als wir dort ankommen, "sportlich seht ihr aus." "Hallo zusammen", sagen Susanne und ich gleichzeitig. Ich lege das Boot auf den Rasen. Dann beantworten wir brav alle Fragen der drei, über das was wir am Wochenende so gemacht und erlebt haben. "Habt ihr auch den Zwischenfall mit den alkoholisierten Motorbootfahrern mitbekommen?" fragt Ebi. Ich grinse ihn an und frage erstmal dagegen: "Woher weißt Du denn davon?" "Stand auf News38.de und im Presseportal der Polizei", antwortet Ebi, während Anne und Willi erstaunt von einem zum anderen schauen. "Soso, das steht schon in der Presse", sage ich. "Na ja, das waren wir beide", sagt Susanne grinsend. "Echt?" fragt Ebi, "euch darf man zusammen wohl nicht loslassen." Susanne und ich lachen. Dann erzählen wir die Geschichte noch mal ausführlich. Anne schüttelt erst den Kopf, dann sagt sie: "Na ja wenn man so hübsch ist wie ihr beide, dann kommen solche Anmachen leider öfter vor." "Danke für das hübsch", sage ich.
"Ich schau mal bei mir in die Wohnung, ob alles OK ist", sagt Susanne. "OK, ich verstau dann mal das Boot", sage ich. "Ich trockne erst das Boot ab, dann drehe ich die Ventile auf. Nebenbei unterhalte ich mich mit den dreien. "Da war vorhin eine Frau hier, die hat nach Dir gefragt", sagt Anne zu mir. "Wie sah die aus?" frage ich. "Ziemlich hübsch, lange, gelockte, blonde Haare", antwortet Willi. "Hm, könnte auf meine Noch-Ehefrau passen", sage ich, "wie groß ungefähr?" "Ziemlich groß", antwortet Anne, größer als ich jedenfalls." "Dann war es wohl nicht meine Frau", sage ich. "Warte kurz ich habe heimlich ein Foto gemacht", sagt Ebi und tippt auf seinem Handy herum. "Journalist", sage ich lachend. "Die können nicht anders", sagt Anne auch lachend. "Hier schau mal", sagt Ebi und zeigt das Bild. Ich schaue erstaunt. "Das ist Sandra", sage ich. "Die, die Du bei Bernie kennengelernt hast?", fragt Ebi. "Genau die", antworte ich, "komisch, hätte ich nicht gedacht, dass die mir hinterher spioniert." Ich denke aber nicht weiter drüber nach. Inzwischen kommt Susanne wieder. "Alles OK bei mir", sagt sie und hilft mir das Boot zusammen zu rollen. Ich erzähle ihr kurz das über Sandra. "Die scheint wohl nicht von dir loszukommen", sagt Susanne grinsend. Ich zucke mit den Schultern und nehme dann das zusammengerollte Boot auf. Grade als ich die Haustür aufmachen will, geht selbige auf und Jochen steht vor mir. "Ah, Hilfe", ruft er und verschwindet in Richtung Keller. Ich drehe mich verwundert zu den anderen um. Die sind amüsiert und kichern leise. "Was hat der denn?" frage ich verwundert. "Schwer verliebt", sagt Ebi, "und hat Angst einen Korb zu kriegen, wenn er dich fragen würde." Ich zucke mit den Schultern. "Dann ist das eben so", sage ich und gehe die Kellertreppe runter. Ich sehe noch wie Jochen durch die Tür in die andere Haushälfte läuft. "Tse", sage ich leise vor mich hin. Susanne kommt grinsend hinter mir her. "Eben grade ist er dann durch die Haustür drüben raus", sagt sie lachend. Ich schließe meinen Kellerraum auf und mache Licht an. Susanne schaut sich neugierig um. Dann sieht sie die Umzugskartons. "Luftsessel, Boote, Badeinseln, das ist ja mal eine Sammlung", sagt sie, als sie die Beschriftungen liest. "Können wir gerne alles mal ausprobieren", sage ich. "Stimmt, du verwaltest jetzt unter anderem eine Kiesgrube", sagt sie. Ich nicke zustimmend. Wir gehen aus dem Raum heraus und ich schließe ab. "Jetzt könnte ich aber eine Pizza gebrauchen", sagt Susanne. "Ich auch", sage ich. "Fahren wir mit dem Auto hin und von da aus bringe ich dich nach Hause?" frage ich Susanne. "Ja OK, so machen wir das", sagt sie.
Während wir auf die Pizza warten, sagt Susanne: "Ich probiere nachher noch diese Liebesliege aus." "Stimmt, hatte ich beinahe vergessen", sage ich, "kannst danach ja mal einen Erfahrungsbericht abgeben." "Na gerne doch", sagt sie. Unsere Pizza essen wir dann an einem Stehtisch draußen. "Ist auch oberlecker", sagt Susanne. Ich stimme ihr da gerne zu. Danach geht"™s dann zurück Richtung Yachthafen, zum Haus ihrer Eltern. Zusammen gehen wir hinein. "So hier ist dein Rucksack", sagt Susanne und gibt ihn mir. Dann umarmen wir uns. "Danke nochmal für das schöne Wochenende", sage ich und drücke sie ordentlich. "Danke auch Dir", sagt Susanne, "das machen wir jetzt aber öfter." Aber sowas von", sage ich. "Du Steffi, ich würde Deinem Zwillingsbruder noch mal einen dicken Kuss geben", sagt sie. Ich schaue sie kurz verdattert an. Sie grinst und zieht mich ran. "Ich muss mich aber nicht zurückbauen?" frage ich. "Ach was", sagt Susanne lächelnd und zieht mich richtig ran. Minutenlang küssen wir uns. "Ach, ist schon schön eine Freundin mit eingebautem Zwillingsbruder", sagt Susanne. Noch ein kurzer Kuss, dann sage ich: "Dann mach es mal gut, allerbeste Freundin." "Du auch", sagt Susanne, "bis zum nächsten Mal." Ich gehe zum Auto, da angekommen winke ich nochmal, dann steige ich ein und fahre los. Ich winke noch mal aus dem Fenster und sehe im Rückspiegel Susanne auf der Straße stehen und sie winkt auch noch. "So eine tolle Freundin", denke ich mir auf dem Weg nach Hause.
Zu Hause angekommen stelle ich das Auto in der Garage ab. Dann gehe ich in meine Wohnung. Ich räume meinen Rucksack aus. Danach gehe ich in die Küche und koche mir einen Tee. Mittendrin bekommen ich eine Nachricht von Susanne auf das Handy: "Boah, der erste Durchlauf war ja schon der Hammer, Steffi, das Gerät ist Gold wert, ersetzt zwar keinen richtigen "¦"¦., aber einfach gut. Nur hätte ich die Fenster schließen müssen."
Ich muss laut lachen, als ich das lese. Nach einiger Zeit schreibe ich zurück: "Das blöde ist, dass das Ding ziemlich schnell die Batterien leer zieht. Ich habe bei meinem mittlerweile ein Netzteil dran. Ich kann dir gerne auch eins bauen." "Gerne", kommt als Antwort zurück und kurz danach: "Ich mach jetzt die zweite Runde." Ich schüttle grinsend den Kopf. "Das ist eine Marke", denke ich mir. Ich gehe auf den Balkon und trinke meinen Tee. Herbert und Lisa sind auf ihrem Balkon. "Hallo schöne Nachbarin", sagt Herbert, "bist wieder im Lande. Hast Du ein schönes Wochenende gehabt?" Ich bejahe die Frage und erzähl kurz das Erlebte. Dann wird es aber auch Zeit ins Bett zu gehen. Ich verabschiede mich von den Beiden und gehe rein. Kurz Bettfertig gemacht und dann lege ich mich auch schon hin. Die nächste Woche wird ziemlich anstrengend. Ich denke noch kurz darüber nach, dann fallen mir auch schon die Augen zu.
Wir kommen zügig voran. Bald sind wir schon am Öl Hafen. Dort ist auch die Wasserschutzpolizei stationiert. "Schau mal da hinten im Becken, neben dem Polizeiboot, das Motorboot kennen wir doch", sage ich zu Susanne. Es ist das Boot von den beiden Typen, die uns gestern bedrängt hatten. "Tja, hat der Verein wohl noch nicht abgeholt", sagt Susanne feixend, "oder die trauen sich nicht." Ich nicke lachend. Beim Paddel- und Ruderverein ist auch noch was los. "Hallo Stefanie", höre ich jemand rufen, als wir in die Nähe kommen. Es ist Mark, aus dem Vorstand des Vereins. Ich winke zurück. Susanne steuert uns an den Anlegesteg. "Hallo Mark", sagt Susanne. "Huch entschuldige, ich habe Dich erst gar nicht erkannt", sagt Mark verlegen. "Ihr kennt euch?" frage ich. "Ja wir sind zusammen zur Schule gegangen", sagt Susanne. "Und ihr, woher kennt ihr euch?" fragt Mark. "Wir sind Nachbarn", sagt Susanne. "Wenn sie denn mal da ist", sage ich dazu. Mark schaut verwundert. "Ich passe oft auf das Haus meiner Eltern auf", sagt Susanne, "von da kommen wir auch grade, hinten von der Marina." "OK", sagt Mark lachend. Zwei Leute aus dem Verein sind inzwischen dazu gekommen. "Ihr seht echt gut aus in dem Boot", sagt der eine, "ich heiße übrigens Bernd. Das sah auch gut aus wie ihr hier angepaddelt kamt. Absolut im Gleichklang." "Danke", sagen Susanne und ich gleichzeitig. "Hast Du Dir es schon mal überlegt, ob Du zu uns Kommst, Stefanie?" fragt Mark. "Ich versuche die nächste Woche mal vorbeizuschauen", antworte ich, "obwohl ich viel um die Ohren habe." "Das wäre schön", sagt Bernd und schaut mich verträumt an. "Kannst Du ruhig machen, Steffi", sagt Susanne, "die sind echt locker hier." "Woher weißt Du das frage ich sie. "Weil ich auch Mitglied bin", sagt Susanne grinsend. "Ach, das sagst Du jetzt, Du Schlingel", feixe ich zurück.
Wir unterhalten uns noch kurz, dann verabschieden wir uns und paddeln weiter. "Wollen wir vorne am Düker aussetzen?" frage ich Susanne. "Hm, da muss man so weit laufen", antwortete sie, "wo bist Du denn am Freitag reingegangen?" "Weiter vorne, direkt an der Spundwand über eine Notleiter." "Dann lass uns dahinfahren", sagt Susanne. Kurz darauf sind wir dann auch dort angekommen. "Ich könnte noch stundenlang mit dir hier weiterpaddeln", sagt Susanne mit einem leichten Seufzer, "Du bist eine tolle Freundin, Steffi." "Du aber auch", antworte ich lächelnd. Ich halte das Boot fest, während Susanne aussteigt. Dann hält sie fest und ich steige auch aus. Ich hole dann das Boot aus dem Wasser und nehme es auf die Schulter. "Geht das so oder soll ich tragen helfen?" fragt Susanne. "Das geht so", sage ich. "Dann nehme ich die Paddel", sagt Susanne. Wir gehen an der Schule vorbei und sind dann auch bald auf dem Garagenhof. "Wo soll das Boot hin?" fragt Susanne. Am besten auf den Rasen vor der Haustür", antworte ich, "ich möchte es dann entlüften und in Keller legen." "OK", sagt Susanne. Vor der Haustüre sehen wir von weiten schon Ebi mit Anne und Willi stehen. "Na ihr beiden Süßen?" sagt Ebi, als wir dort ankommen, "sportlich seht ihr aus." "Hallo zusammen", sagen Susanne und ich gleichzeitig. Ich lege das Boot auf den Rasen. Dann beantworten wir brav alle Fragen der drei, über das was wir am Wochenende so gemacht und erlebt haben. "Habt ihr auch den Zwischenfall mit den alkoholisierten Motorbootfahrern mitbekommen?" fragt Ebi. Ich grinse ihn an und frage erstmal dagegen: "Woher weißt Du denn davon?" "Stand auf News38.de und im Presseportal der Polizei", antwortet Ebi, während Anne und Willi erstaunt von einem zum anderen schauen. "Soso, das steht schon in der Presse", sage ich. "Na ja, das waren wir beide", sagt Susanne grinsend. "Echt?" fragt Ebi, "euch darf man zusammen wohl nicht loslassen." Susanne und ich lachen. Dann erzählen wir die Geschichte noch mal ausführlich. Anne schüttelt erst den Kopf, dann sagt sie: "Na ja wenn man so hübsch ist wie ihr beide, dann kommen solche Anmachen leider öfter vor." "Danke für das hübsch", sage ich.
"Ich schau mal bei mir in die Wohnung, ob alles OK ist", sagt Susanne. "OK, ich verstau dann mal das Boot", sage ich. "Ich trockne erst das Boot ab, dann drehe ich die Ventile auf. Nebenbei unterhalte ich mich mit den dreien. "Da war vorhin eine Frau hier, die hat nach Dir gefragt", sagt Anne zu mir. "Wie sah die aus?" frage ich. "Ziemlich hübsch, lange, gelockte, blonde Haare", antwortet Willi. "Hm, könnte auf meine Noch-Ehefrau passen", sage ich, "wie groß ungefähr?" "Ziemlich groß", antwortet Anne, größer als ich jedenfalls." "Dann war es wohl nicht meine Frau", sage ich. "Warte kurz ich habe heimlich ein Foto gemacht", sagt Ebi und tippt auf seinem Handy herum. "Journalist", sage ich lachend. "Die können nicht anders", sagt Anne auch lachend. "Hier schau mal", sagt Ebi und zeigt das Bild. Ich schaue erstaunt. "Das ist Sandra", sage ich. "Die, die Du bei Bernie kennengelernt hast?", fragt Ebi. "Genau die", antworte ich, "komisch, hätte ich nicht gedacht, dass die mir hinterher spioniert." Ich denke aber nicht weiter drüber nach. Inzwischen kommt Susanne wieder. "Alles OK bei mir", sagt sie und hilft mir das Boot zusammen zu rollen. Ich erzähle ihr kurz das über Sandra. "Die scheint wohl nicht von dir loszukommen", sagt Susanne grinsend. Ich zucke mit den Schultern und nehme dann das zusammengerollte Boot auf. Grade als ich die Haustür aufmachen will, geht selbige auf und Jochen steht vor mir. "Ah, Hilfe", ruft er und verschwindet in Richtung Keller. Ich drehe mich verwundert zu den anderen um. Die sind amüsiert und kichern leise. "Was hat der denn?" frage ich verwundert. "Schwer verliebt", sagt Ebi, "und hat Angst einen Korb zu kriegen, wenn er dich fragen würde." Ich zucke mit den Schultern. "Dann ist das eben so", sage ich und gehe die Kellertreppe runter. Ich sehe noch wie Jochen durch die Tür in die andere Haushälfte läuft. "Tse", sage ich leise vor mich hin. Susanne kommt grinsend hinter mir her. "Eben grade ist er dann durch die Haustür drüben raus", sagt sie lachend. Ich schließe meinen Kellerraum auf und mache Licht an. Susanne schaut sich neugierig um. Dann sieht sie die Umzugskartons. "Luftsessel, Boote, Badeinseln, das ist ja mal eine Sammlung", sagt sie, als sie die Beschriftungen liest. "Können wir gerne alles mal ausprobieren", sage ich. "Stimmt, du verwaltest jetzt unter anderem eine Kiesgrube", sagt sie. Ich nicke zustimmend. Wir gehen aus dem Raum heraus und ich schließe ab. "Jetzt könnte ich aber eine Pizza gebrauchen", sagt Susanne. "Ich auch", sage ich. "Fahren wir mit dem Auto hin und von da aus bringe ich dich nach Hause?" frage ich Susanne. "Ja OK, so machen wir das", sagt sie.
Während wir auf die Pizza warten, sagt Susanne: "Ich probiere nachher noch diese Liebesliege aus." "Stimmt, hatte ich beinahe vergessen", sage ich, "kannst danach ja mal einen Erfahrungsbericht abgeben." "Na gerne doch", sagt sie. Unsere Pizza essen wir dann an einem Stehtisch draußen. "Ist auch oberlecker", sagt Susanne. Ich stimme ihr da gerne zu. Danach geht"™s dann zurück Richtung Yachthafen, zum Haus ihrer Eltern. Zusammen gehen wir hinein. "So hier ist dein Rucksack", sagt Susanne und gibt ihn mir. Dann umarmen wir uns. "Danke nochmal für das schöne Wochenende", sage ich und drücke sie ordentlich. "Danke auch Dir", sagt Susanne, "das machen wir jetzt aber öfter." Aber sowas von", sage ich. "Du Steffi, ich würde Deinem Zwillingsbruder noch mal einen dicken Kuss geben", sagt sie. Ich schaue sie kurz verdattert an. Sie grinst und zieht mich ran. "Ich muss mich aber nicht zurückbauen?" frage ich. "Ach was", sagt Susanne lächelnd und zieht mich richtig ran. Minutenlang küssen wir uns. "Ach, ist schon schön eine Freundin mit eingebautem Zwillingsbruder", sagt Susanne. Noch ein kurzer Kuss, dann sage ich: "Dann mach es mal gut, allerbeste Freundin." "Du auch", sagt Susanne, "bis zum nächsten Mal." Ich gehe zum Auto, da angekommen winke ich nochmal, dann steige ich ein und fahre los. Ich winke noch mal aus dem Fenster und sehe im Rückspiegel Susanne auf der Straße stehen und sie winkt auch noch. "So eine tolle Freundin", denke ich mir auf dem Weg nach Hause.
Zu Hause angekommen stelle ich das Auto in der Garage ab. Dann gehe ich in meine Wohnung. Ich räume meinen Rucksack aus. Danach gehe ich in die Küche und koche mir einen Tee. Mittendrin bekommen ich eine Nachricht von Susanne auf das Handy: "Boah, der erste Durchlauf war ja schon der Hammer, Steffi, das Gerät ist Gold wert, ersetzt zwar keinen richtigen "¦"¦., aber einfach gut. Nur hätte ich die Fenster schließen müssen."
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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bella49
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Re: Blutengel
Uff............hab die Story in 3 Tagen und Nächten verschlungen
Kompliment! Toller, flüssiger Schreibstil mit viel Humor, aber auch gekonnt eingesetzter Spannung!
Hab ja prompt bei der ersten Lesefrequenz meinen unzureichenden Unterkörper inspiziert, aber leider keine Blase entdeckt
-
öfters nicht nur eine Gänsehaut gehabt, das war schon ein Seeigel -
der Band und Steffis Gesang "gelauscht", sowie der klasse Musik
-
mich zwischendurch schlappgelacht über die Sprüche und Aktionen -
meine Fantasie, die Kapriolen geschlagen hat, bremsen müssen -
und mich geärgert, daß ich diese Geschichte nicht schon früher gelesen habe. Aber der Titel hatte mich etwas abgeschreckt!
Schreibe bitte weiter so, ich bin jetzt gespannt, wie es weitergeht!
Und DANKE für das bisher Verfasste!
Kompliment! Toller, flüssiger Schreibstil mit viel Humor, aber auch gekonnt eingesetzter Spannung!
Hab ja prompt bei der ersten Lesefrequenz meinen unzureichenden Unterkörper inspiziert, aber leider keine Blase entdeckt
öfters nicht nur eine Gänsehaut gehabt, das war schon ein Seeigel -
der Band und Steffis Gesang "gelauscht", sowie der klasse Musik
mich zwischendurch schlappgelacht über die Sprüche und Aktionen -
meine Fantasie, die Kapriolen geschlagen hat, bremsen müssen -
und mich geärgert, daß ich diese Geschichte nicht schon früher gelesen habe. Aber der Titel hatte mich etwas abgeschreckt!
Schreibe bitte weiter so, ich bin jetzt gespannt, wie es weitergeht!
Und DANKE für das bisher Verfasste!
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Stephanie
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Re: Blutengel
n ganz normaler Arbeitstag
Mein Wecker klingelt mich um Sechs Uhr raus. Einigermaßen ausgeschlafen gehe ich ins Bad. Der Einfachheit halber trage ich heute eine Skinny Jeans und ein schwarzes Blusenshirt mit Blumendruck. Noch schnell ein kleines Frühstück eingenommen und dann geht es mit dem Rad zur Arbeit. Um viertel vor Sieben komme ich am Fahrradstand an. Ich schließe das Fahrrad an. Beim Verlassen des Fahrradstands ertappe ich mich wie ich vorsichtig zu Sandras Büro hochpeile, obwohl ich mir vorgenommen habe dieses nicht zu tun. Allerdings ist da oben noch kein Licht. "Na, das ist dann wohl zu früh um diese Uhrzeit", denke ich mir. Ich gehe zu meinem Arbeitsplatz. "Na Steffi, seitdem Du Mädchen bist, geht auf einmal pünktlich, was!?" begrüßt mich Ulrich. Ich grinse übertrieben und nicke. Tatsächlich habe ich vorher immer die Gleitzeit ausgenutzt und bin zwischen halb Neun und Neun zur Arbeit erschienen, wenn ich nicht vorher einen Termin hatte. Aber es stimmt schon, seitdem ich alleine wohne und dann auch noch komplett im Frau-Modus unterwegs bin, habe ich einen geregelteren Tagesablauf. Und diese Woche kommt noch hinzu, dass ich ein Trainingsprogramm auf dem Segelflugplatz habe. Schließlich möchte ich ja meine Segelfluglizens reaktivieren.
Der Vormittag verläuft ruhig, ich habe einiges am Rechner aufzuarbeiten. Zur Mittagszeit gehe ich wie üblich mit meinen Kollegen in die Kantine. Vorbei am Fahrradstand, auf das Gebäude zu gehend, wo Sandras Büro ist. "Guck mal Steffi, ist da oben Dein geplatztes Date?", frotzelt Torsten. Ich schaue zögerlich hoch. "Nee, die Dame da hat viel zu dunkele Haare", antworte ich. Allerdings scheint sie uns gesehen zu haben und sagt etwas nach hinten in den Raum. Plötzlich erscheint Sandra am Fenster. "Da ist jetzt die, die Du meinst", sage ich zu Torsten. "Und? Ist da noch was zwischen euch", fragt Ulrich. "Nöö", antworte ich, "hat ja eigentlich auch gar nicht richtig angefangen. Außerdem hat sie sich ja ins Abseits geschossen." "Sie scheint aber noch irgendein Interesse an Dir zu haben", sagt Ulrich, "so wie sie Dich beobachtet." "Dann liegt es aber auch an ihr, dass sie auf mich zugeht", sage ich, "wenn sie denn will." Wir gehen in die Kantine und holen unsere Speisen. "Unser Stammplatz ist noch frei", sage ich, nachdem ich mein Essen bezahlt habe. "Na dann nichts wie hin da", sagt Torsten. Nach und nach kommen die anderen dazu. Ich sitze mit dem Rücken zur Eingangstür. "Na, da ist sie doch", sagt Ulrich grinsend, "Deine Verflossene." Ich schüttele lächelnd den Kopf. "Wer den Schaden hat"¦", sage ich dann. Ulrich lacht leise.
Neben Andreas, der mir gegenübersitzt, sind noch ein paar Plätze frei. Zwei Frauen fragen ob frei ist und setzen sich dann anschließend hin. Die eine sieht unheimlich hinreißend aus, dazu hat sie noch schöne, lange naturrote, leicht gewellte Haare. "Meine Güte, ist die hübsch", denke ich mir und versuche irgendwie neutral zu bleiben. Für rothaarige Frauen habe ich ja eine Schwäche, das ist auch der Grund, warum meine Haarteile auch verschiedene Rottöne haben. Allerdings dann mehr in Richtung Kastanienrot. Irgendwie scheint sie aber zu merken, dass sie mich fasziniert. Sie lächelt mich jedenfalls an. Neben Andreas sitzt Ulrich, er scheint irgendjemanden zu beobachten. Ich drehe mich vorsichtig um. Habe ich es mir doch fast gedacht, Sandra hat sich mit zwei Kolleginnen zwei Reihen hinter mir hingesetzt. Darf ich Sie mal was fragen?" fragt mich die Rothaarige. "Gerne auch Du", sage ich lächelnd. "OK, gerne", sagt sie, "es hat sich ja schon ein wenig rumgesprochen, Du bist Stefanie, die früher mal, ääh, Stefan war." "Ja, so ist das", antworte ich etwas zurückhaltend. "Nicht gut die Frage?" fragt sie. "Doch, doch, ist schon OK", sage ich, "es ist mir lieber, man fragt mich direkt, als dass man sich irgendwas herleitet." "OK", sagt sie lächelnd, "weil Du so zurückhaltend reagiert hast." "Oh, das liegt an was Anderem", sage ich. "Und was?" fragt sie weiter. "Deine Erscheinung", sage ich mutig, "die fasziniert mich und dann diese wunderschönen roten Haare." Jetzt habe ich sie verlegen gemacht. Sie schaut mich mit leicht gesenktem Kopf aber lächelnd an. "Danke schön", sagt sie dann. Ich zwinkere ihr mit dem linken Auge zu. "Sag mal Steffi, hat das zwinkern mit den Augen eine Bedeutung?" fragt mich Ulrich, "ich beobachte das schon eine ganze Weile, mal links mal rechts, dann mal mit beiden." "Ja hat es", antworte ich lächelnd. Eine Weile sage ich nichts. "Ja und was?" frag Torsten dann etwas ungeduldig. "Also, links gezwinkert kommt vom Herzen, rechts heißt "toll, super" und beide Augen heißt absolute Spitze. "Ist ja süß", sagt die Rothaarige. "Wie heißt Du eigentlich?" frage ich sie. "Juliane", sagt sie, "die meisten nennen mich Juli." "OK, schöner Name", sage ich, "passt zu Dir." "Danke", sagt sie lächelnd. Nach einiger Zeit sagt Juli: "Wir müssen gleich weiter, weil wir gleich einen Termin haben. War schön Dich mal kennengelernt zu haben." "Danke ebenso", sage ich. Die beiden stehen auf und bringen ihre Tabletts weg.
"Wenn Blicke töten könnten", sagt Ulrich so in die Runde. "Wie kommst Du darauf?" frage ich. "Deine Sandra schaut ja sowas von böse hinter Juliane hinterher", antwortet Ulrich. "Das ist übrigens nicht "meine" Sandra", sage ich beiläufig. Ulrich grinst. Ich drehe mich vorsichtig um. Sandra schaut tatsächlich Juliane mit einem bösen Blick hinterher. "Unglaublich", murmele ich leise. Juliane und ihre Kollegin verlassen die Kantine. Sandra steht auf und geht hinterher. "Wir müssen auch wieder los", sagt Andreas. Also bringen wir unsere Tabletts weg und verlassen die Kantine. Ich gehe hinten, als erster geht Ulrich durch die Tür nach draußen, schaut nach rechts und dann grinsend zu mir. Ich schaue natürlich auch gleich dahin. Sandra hat Juliane zur Rede gestellt. Nur weiß Juliane grade nicht um was es geht. Dementsprechend schaut sie hilfesuchend zu mir, als sie mich sieht. Sandra steht mit dem Rücken zu mir. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen gehe ich dorthin. "Die sagt ich soll Dich in Ruhe lassen", sagt Juliane aufgeregt, "ich weiß gar nicht warum." Sandra dreht sich um und erstarrt vor Schreck, als sie mich sieht. Juliane nutzt das und geht schnell weg. Sie zeigt mir noch den gut-gemacht-Daumen. Als sie weit genug weg ist, sage ich zu Sandra: "Was ziehst Du denn hier für eine Zickerei ab? Juliane wollte nur mal was fragen. Ich bin doch nicht Dein Eigentum. Du machst alles nur noch schlimmer." Sandra ist immer noch starr vor Schreck und sagt nichts. Dann drehe ich mich um und gehe weg. Meine Kollegen haben in einiger Entfernung auf mich gewartet. Zusammen gehen wir dann zu unserem Büro. Ulrich mit seiner immer guten Laune bricht dann auch mein Grummeln wieder auf. Er nimmt mich in den Arm. "Weißt Du, Du hast alles richtiggemacht", sagt er, mischst den Laden hier mal ordentlich auf. Und die Mädels scheinen Dich zu mögen." "Na gut, wenn Du das sagst", sage ich lächelnd.
Der restliche Arbeitstag verläuft ruhig, obwohl ich noch mal wieder an die komische Aktion von Sandra denken muss. Kurz bevor ich Feierabend machen will, klingelt mein Diensthandy, die Nummer kenne ich nicht. Ich melde mich. "Hallo hier ist Juliane, ich habe deine Telefonnummer aus dem Firmentelefonbuch", sagt sie. "Hallo schön dich nochmal zu hören", sage ich. "Ja und danke, dass Du da vorhin eingeschritten bist", sagt sie, "ich weiß absolut nicht, was Sandra von mir wollte. Weißt Du das?" "Ja, das ist relativ einfach", sage ich, "wir wären beinahe vor kurzem ein Paar geworden." "Ach das ist ja cool", sagt Juliane, "hat das mit der Aktion in der Kantine zu tun, wo Du Karla zur Rede gestellt hast?" "Ja genau", antworte ich. "Aha, das erklärt einiges", sagt Juliane erfreut, "und Du magst Frauen?" "Ist das schlimm?" frage ich. "Nein ganz und gar nicht", sagt Juliane. Ich denke mir grade meinen Teil. "Steffi, ich muss dann weiter", sagt Juliane, "kannst Dich gerne auch bei mir melden." "Mach ich gerne, Juli", sage ich, "bis dann." "Tschüss", sagt sie noch. Ich packe meine Sachen zusammen und mache gegen halb Drei Feierabend. Auf dem Weg zum Fahrradstand muss ich an Ulrichs Worte von vorhin denken: "Und die Mädels scheinen Dich zu mögen." Scheint ja wirklich so zu sein. Ich gehe zu meinem Fahrrad. Im Augenwinkel sehe ich Sandra am offenen Fenster ihres Büros stehen. Sie versucht sich irgendwie bemerkbar zu machen. Ich würde ja drauf eingehen, aber ich habe um Drei den Termin auf dem Segelflugplatz. Und da fahr ich jetzt auch hin.
Mein Wecker klingelt mich um Sechs Uhr raus. Einigermaßen ausgeschlafen gehe ich ins Bad. Der Einfachheit halber trage ich heute eine Skinny Jeans und ein schwarzes Blusenshirt mit Blumendruck. Noch schnell ein kleines Frühstück eingenommen und dann geht es mit dem Rad zur Arbeit. Um viertel vor Sieben komme ich am Fahrradstand an. Ich schließe das Fahrrad an. Beim Verlassen des Fahrradstands ertappe ich mich wie ich vorsichtig zu Sandras Büro hochpeile, obwohl ich mir vorgenommen habe dieses nicht zu tun. Allerdings ist da oben noch kein Licht. "Na, das ist dann wohl zu früh um diese Uhrzeit", denke ich mir. Ich gehe zu meinem Arbeitsplatz. "Na Steffi, seitdem Du Mädchen bist, geht auf einmal pünktlich, was!?" begrüßt mich Ulrich. Ich grinse übertrieben und nicke. Tatsächlich habe ich vorher immer die Gleitzeit ausgenutzt und bin zwischen halb Neun und Neun zur Arbeit erschienen, wenn ich nicht vorher einen Termin hatte. Aber es stimmt schon, seitdem ich alleine wohne und dann auch noch komplett im Frau-Modus unterwegs bin, habe ich einen geregelteren Tagesablauf. Und diese Woche kommt noch hinzu, dass ich ein Trainingsprogramm auf dem Segelflugplatz habe. Schließlich möchte ich ja meine Segelfluglizens reaktivieren.
Der Vormittag verläuft ruhig, ich habe einiges am Rechner aufzuarbeiten. Zur Mittagszeit gehe ich wie üblich mit meinen Kollegen in die Kantine. Vorbei am Fahrradstand, auf das Gebäude zu gehend, wo Sandras Büro ist. "Guck mal Steffi, ist da oben Dein geplatztes Date?", frotzelt Torsten. Ich schaue zögerlich hoch. "Nee, die Dame da hat viel zu dunkele Haare", antworte ich. Allerdings scheint sie uns gesehen zu haben und sagt etwas nach hinten in den Raum. Plötzlich erscheint Sandra am Fenster. "Da ist jetzt die, die Du meinst", sage ich zu Torsten. "Und? Ist da noch was zwischen euch", fragt Ulrich. "Nöö", antworte ich, "hat ja eigentlich auch gar nicht richtig angefangen. Außerdem hat sie sich ja ins Abseits geschossen." "Sie scheint aber noch irgendein Interesse an Dir zu haben", sagt Ulrich, "so wie sie Dich beobachtet." "Dann liegt es aber auch an ihr, dass sie auf mich zugeht", sage ich, "wenn sie denn will." Wir gehen in die Kantine und holen unsere Speisen. "Unser Stammplatz ist noch frei", sage ich, nachdem ich mein Essen bezahlt habe. "Na dann nichts wie hin da", sagt Torsten. Nach und nach kommen die anderen dazu. Ich sitze mit dem Rücken zur Eingangstür. "Na, da ist sie doch", sagt Ulrich grinsend, "Deine Verflossene." Ich schüttele lächelnd den Kopf. "Wer den Schaden hat"¦", sage ich dann. Ulrich lacht leise.
Neben Andreas, der mir gegenübersitzt, sind noch ein paar Plätze frei. Zwei Frauen fragen ob frei ist und setzen sich dann anschließend hin. Die eine sieht unheimlich hinreißend aus, dazu hat sie noch schöne, lange naturrote, leicht gewellte Haare. "Meine Güte, ist die hübsch", denke ich mir und versuche irgendwie neutral zu bleiben. Für rothaarige Frauen habe ich ja eine Schwäche, das ist auch der Grund, warum meine Haarteile auch verschiedene Rottöne haben. Allerdings dann mehr in Richtung Kastanienrot. Irgendwie scheint sie aber zu merken, dass sie mich fasziniert. Sie lächelt mich jedenfalls an. Neben Andreas sitzt Ulrich, er scheint irgendjemanden zu beobachten. Ich drehe mich vorsichtig um. Habe ich es mir doch fast gedacht, Sandra hat sich mit zwei Kolleginnen zwei Reihen hinter mir hingesetzt. Darf ich Sie mal was fragen?" fragt mich die Rothaarige. "Gerne auch Du", sage ich lächelnd. "OK, gerne", sagt sie, "es hat sich ja schon ein wenig rumgesprochen, Du bist Stefanie, die früher mal, ääh, Stefan war." "Ja, so ist das", antworte ich etwas zurückhaltend. "Nicht gut die Frage?" fragt sie. "Doch, doch, ist schon OK", sage ich, "es ist mir lieber, man fragt mich direkt, als dass man sich irgendwas herleitet." "OK", sagt sie lächelnd, "weil Du so zurückhaltend reagiert hast." "Oh, das liegt an was Anderem", sage ich. "Und was?" fragt sie weiter. "Deine Erscheinung", sage ich mutig, "die fasziniert mich und dann diese wunderschönen roten Haare." Jetzt habe ich sie verlegen gemacht. Sie schaut mich mit leicht gesenktem Kopf aber lächelnd an. "Danke schön", sagt sie dann. Ich zwinkere ihr mit dem linken Auge zu. "Sag mal Steffi, hat das zwinkern mit den Augen eine Bedeutung?" fragt mich Ulrich, "ich beobachte das schon eine ganze Weile, mal links mal rechts, dann mal mit beiden." "Ja hat es", antworte ich lächelnd. Eine Weile sage ich nichts. "Ja und was?" frag Torsten dann etwas ungeduldig. "Also, links gezwinkert kommt vom Herzen, rechts heißt "toll, super" und beide Augen heißt absolute Spitze. "Ist ja süß", sagt die Rothaarige. "Wie heißt Du eigentlich?" frage ich sie. "Juliane", sagt sie, "die meisten nennen mich Juli." "OK, schöner Name", sage ich, "passt zu Dir." "Danke", sagt sie lächelnd. Nach einiger Zeit sagt Juli: "Wir müssen gleich weiter, weil wir gleich einen Termin haben. War schön Dich mal kennengelernt zu haben." "Danke ebenso", sage ich. Die beiden stehen auf und bringen ihre Tabletts weg.
"Wenn Blicke töten könnten", sagt Ulrich so in die Runde. "Wie kommst Du darauf?" frage ich. "Deine Sandra schaut ja sowas von böse hinter Juliane hinterher", antwortet Ulrich. "Das ist übrigens nicht "meine" Sandra", sage ich beiläufig. Ulrich grinst. Ich drehe mich vorsichtig um. Sandra schaut tatsächlich Juliane mit einem bösen Blick hinterher. "Unglaublich", murmele ich leise. Juliane und ihre Kollegin verlassen die Kantine. Sandra steht auf und geht hinterher. "Wir müssen auch wieder los", sagt Andreas. Also bringen wir unsere Tabletts weg und verlassen die Kantine. Ich gehe hinten, als erster geht Ulrich durch die Tür nach draußen, schaut nach rechts und dann grinsend zu mir. Ich schaue natürlich auch gleich dahin. Sandra hat Juliane zur Rede gestellt. Nur weiß Juliane grade nicht um was es geht. Dementsprechend schaut sie hilfesuchend zu mir, als sie mich sieht. Sandra steht mit dem Rücken zu mir. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen gehe ich dorthin. "Die sagt ich soll Dich in Ruhe lassen", sagt Juliane aufgeregt, "ich weiß gar nicht warum." Sandra dreht sich um und erstarrt vor Schreck, als sie mich sieht. Juliane nutzt das und geht schnell weg. Sie zeigt mir noch den gut-gemacht-Daumen. Als sie weit genug weg ist, sage ich zu Sandra: "Was ziehst Du denn hier für eine Zickerei ab? Juliane wollte nur mal was fragen. Ich bin doch nicht Dein Eigentum. Du machst alles nur noch schlimmer." Sandra ist immer noch starr vor Schreck und sagt nichts. Dann drehe ich mich um und gehe weg. Meine Kollegen haben in einiger Entfernung auf mich gewartet. Zusammen gehen wir dann zu unserem Büro. Ulrich mit seiner immer guten Laune bricht dann auch mein Grummeln wieder auf. Er nimmt mich in den Arm. "Weißt Du, Du hast alles richtiggemacht", sagt er, mischst den Laden hier mal ordentlich auf. Und die Mädels scheinen Dich zu mögen." "Na gut, wenn Du das sagst", sage ich lächelnd.
Der restliche Arbeitstag verläuft ruhig, obwohl ich noch mal wieder an die komische Aktion von Sandra denken muss. Kurz bevor ich Feierabend machen will, klingelt mein Diensthandy, die Nummer kenne ich nicht. Ich melde mich. "Hallo hier ist Juliane, ich habe deine Telefonnummer aus dem Firmentelefonbuch", sagt sie. "Hallo schön dich nochmal zu hören", sage ich. "Ja und danke, dass Du da vorhin eingeschritten bist", sagt sie, "ich weiß absolut nicht, was Sandra von mir wollte. Weißt Du das?" "Ja, das ist relativ einfach", sage ich, "wir wären beinahe vor kurzem ein Paar geworden." "Ach das ist ja cool", sagt Juliane, "hat das mit der Aktion in der Kantine zu tun, wo Du Karla zur Rede gestellt hast?" "Ja genau", antworte ich. "Aha, das erklärt einiges", sagt Juliane erfreut, "und Du magst Frauen?" "Ist das schlimm?" frage ich. "Nein ganz und gar nicht", sagt Juliane. Ich denke mir grade meinen Teil. "Steffi, ich muss dann weiter", sagt Juliane, "kannst Dich gerne auch bei mir melden." "Mach ich gerne, Juli", sage ich, "bis dann." "Tschüss", sagt sie noch. Ich packe meine Sachen zusammen und mache gegen halb Drei Feierabend. Auf dem Weg zum Fahrradstand muss ich an Ulrichs Worte von vorhin denken: "Und die Mädels scheinen Dich zu mögen." Scheint ja wirklich so zu sein. Ich gehe zu meinem Fahrrad. Im Augenwinkel sehe ich Sandra am offenen Fenster ihres Büros stehen. Sie versucht sich irgendwie bemerkbar zu machen. Ich würde ja drauf eingehen, aber ich habe um Drei den Termin auf dem Segelflugplatz. Und da fahr ich jetzt auch hin.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Auf dem Segelflugplatz Teil 2
Innerhalb von Minuten wechselt die Landschaft von Industriegebiet auf Flussaue. Danach geht es durch eine Siedlung. Und kurz darauf unterquere ich die A2. Durch zwei Kreisel gefahren, bin ich auch schon am westlichen Ende vom Verkehrsflughafen. Der Segelflugplatz liegt im Norden des gesamten Geländes. Über eine lange, grade Straße komme ich dorthin. Das Fahrrad stelle ich ab und gehe in das Vereinsheim. Daniela und Dirk sind schon da, sowie ein weiterer Herr. "Hallo Steffi, pünktlich wie die Maurer", sagt Daniela, kommt zu mir und nimmt mich in den Arm. "Darf ich Dir Deinen Trainer vorstellen?" sagt Daniela weiter. Der Herr kommt zu uns. Er ist etwas älter als ich. "Guten Tag, ich bin Friederich", sagt er, "aber glücklicher, wenn man mich Fritz nennt." "OK, alles klar", sage ich. "Wir haben Fritz im Vorfeld schon mal ein wenig über Dich erzählt", sagt Dirk. "Auch über meine Verwandlung?" frage ich offen. "Ja haben sie gemacht", sagt Fritz, "und ich bin ja angenehm überrascht." "Das freut mich", sage ich. Kurz danach kommt Rainer herein. "Habe ich doch richtig geschaut", sagt er, "hallo Steffi." "Hallo Rainer", begrüße ich ihn. "Machen wir das dann diese Woche mit der Spindel?" fragt er. "Ja klar, ich dreh erst die Trainingsrunden und dann können wir später mit den Lagerschalen anfangen", sage ich. "Super, wir haben auch alles da", sagt Rainer, auch diese komische blaue Paste, von der Du sprachst." "Tuschier Farbe?" sage ich fragend. "Ja genau, so heißt das Zeug", sagt Rainer, "ich bin dann nebenan in der Werkstatt, wenn abends keine Thermik mehr ist." "Alles klar, bis dann", sage ich.
Dann erläutert mir Fritz das Training. "Zuerst machen wir eine Reihe Starts und Landungen", sagt er, "also Seilstart, Platzrunde und Landung. Und wenn es später noch passt, dann können wir auch noch eine größere Runde drehen. Ich bin ja neugierig auf die "Thermiknatter"." Ich schaue zu Dirk und Daniela. "Ja, ihr habt schon einiges über mich erzählt", sage ich grinsend. "Lass uns loslegen", sagt Fritz. Wir gehen raus zum Trainingsflieger. Ich soll als erstes die Instrumente erklären, was ich auch ohne Probleme hinkriege. Dann schieben wir den Flieger in Richtung eines der Schleppseile. Vor uns sind noch zwei andere Flieger dran. Wir schieben dann den Flieger auf Position. Rolf kommt kurz danach mit dem Seil am Seilschleppauto. Kurze Begrüßung, dann hängen wir das Seil am Flieger ein. Anschließend steigen wir ein. Trainer hinten, ich vorne. "Fertig zum Start?", höre ich über Funk. "Fertig zum Start!" quittiere ich. Kurz darauf strafft sich das Seil und schon geht es los. Immer schneller zieht die Winde. Der Flieger hebt ab und gleich steuere ich ihn in den steilen Steigflug. Oben angekommen klinkt das Seil aus. "Das war schon mal gut", sagt Fritz, "wann bist Du das letzte Mal geflogen?" "Letzte Woche", antworte ich, "und davor bestimmt 15 Jahre nicht mehr." "Respekt, Steffi", sagt er dann noch. Ich steuere den Flieger in eine Rechtskurve, überfliege einen Kiessee, fliege längs des Platzes, dann noch eine 180 Grad Kurve und gehe dann in den Landeanflug. Die Landung gelingt mir besser, als die von letzter Woche, aber sie ist trotzdem etwas holperig. "Na, da haben wir doch was zum üben", sagt Fritz lächelnd, "ich dachte schon ich hätte hier gar nichts zu tun." Ich lächele ebenfalls. Mittlerweile sind ein paar mehr Helfer da und wir müssen den Flieger nicht selber auf Position schieben. Kurz gewartet und dann geht es schon wieder hoch. Selbe Prozedur, Platzrunde, Landung. Das geht so noch einige Male. Die Landung wird von Mal zu Mal besser. Nach der sechsten Runde fragt Fritz während ich den Flieger schon abbremse: "Sind wir schon unten? Ich habe ja gar keinen Ruck gemerkt." "Ja!" antworte ich kurz und knapp. "Das war Zufall", flaxt Fritz. "Glaube ich auch", flaxe ich zurück. Fritz hat einen ziemlich trockenen Humor. "Es ist verhältnismäßig wenig Betrieb hier heute", befindet Fritz, "aber gut für uns, dann kommen wir einmal öfter nach oben." Da stimme ich ihm zu. Mittlerweile stehen wir vor Start Nummer Zehn. "Die Landungen sind von jedes Mal besser und weicher geworden", sagt Fritz, "dreh doch jetzt einfach mal eine größere Runde." OK, mal schauen, ob es irgendwo noch einen ordentlichen Aufwind gibt", sage ich.
Während wir auf den Start warten schaue ich oft in Richtung Himmel. In nordwestlicher Richtung sehe ich ganz klein zwei Milane kreisen. Und die steigen tatsächlich nach oben. Dann kommt Rolf mit dem Seil. Einer der Helfer hängt es ein. OK für den Start und wieder geht es hoch. Oben sagt dann Fritz: "Jetzt bin ich mal gespannt." Ich lächele und fliege zielstrebig in Richtung der beiden Greifvögel. Und schwupp, erfasst uns ein satter Aufwind. "Nicht schlecht für die Uhrzeit", sage ich, "hätte ich nicht gedacht, das die Thermik noch so einen Dampf hat." Im Rückspiegel auf dem Cockpit sehe ich Fritz staunen. "Mädel, wie machst Du das, Du kannst Das doch unmöglich vom Startplatz aus sehen", sagt er. "Doch indirekt", antworte ich und zeige nach oben, "an den beiden Kollegen da habe ich es gesehen." Die Milane kreisen ein paar hundert Meter über uns. "Aha, gute Beobachtungsgabe, das ist Dein Geheimnis", sagt Fritz. "Nicht nur", kontere ich, "ist auch viel Intuition dabei." "Alles klar", sagt Fritz lachend. Ich fliege aus dem Aufwind raus, drehe einen größeren Bogen in Richtung Norden und fliege dann den Flugplatz wieder an. "Ich merke auch, dass Du Dir die Ressourcen gut einteilst, wie Entfernung und Gleitzahl", sagt Fritz, "Du hast nicht viel verlernt. Das ist gut. Vielleicht wirst Du ja schnell fertig mit dem Programm." "Das freut mich", sage ich. Die Landung gelingt auch gut. Wir steigen schließlich aus und schieben den Flieger mit zwei Helfern in eine Parkposition. Daniela und Dirk kommen dazu. "Das sah von unten ganz gut aus", sagt Dirk. "Ich würde sagen, Du fliegst ab morgen mal die Platzrunden alleine und ich schaue von unten zu", sagt Fritz, "traust Du Dir das zu?" "Ich glaube schon", sage ich. "Schön", sagt Fritz, "dann war es das für heute. Wir sehen uns morgen dann wieder." "Alles klar, und Danke", sage ich.
"Und Du bastelst jetzt mit Rainer eine neue Spindel zusammen?", fragt Dirk. "Wir fangen zumindest erstmal an", sage ich. Kurz danach kommt Rainer zu Fuß zu uns. "Das war es dann mit Thermik", sagt er, "die Sonne ist zu weit unten. Dann können wir wohl loslegen." Wir gehen zur Werkstatt herüber. "Ist den Herrmann noch dabei, der Herr der Werkstatt?" frage ich Rainer. "Er kommt öfter mal vorbei", sagt Rainer, "aber viel kann er nicht mehr machen. Die Gelenke machen ihm Probleme." "Er war ja damals schon nicht mehr der Jüngste", bemerke ich, "wie alt ist er denn mittlerweile?" "89, glaube ich", sagt Rainer, "aber geistig noch voll auf der Höhe." Ich nicke voller Respekt. Rainer hat die neue Spindel auf Böcke gestellt und gegen verrutschen gesichert. Auf einem Tisch daneben liegen sechs Lagerschalen und diverse Schaber. "Herrmann hat mir das mal gezeigt, aber so richtig sicher bin ich noch nicht", sagt Rainer, Du hast das hier schon einmal gemacht, oder?" "Ja, das ist schon lange her", sage ich, "am besten, wie tasten uns mal vorsichtig ran." "OK", sagt Rainer. Ich nehme eine Lagerschale und lege sie vorsichtig auf die Spindel. Die Lagerschale bewege ich leicht hin und her, um zu schauen, ob sie kippelt. Das machen wir dann mit allen Schalen. Keine der Schalen kippelt. "Das heißt also, die Schalen sind im Durchmesser geringfügig kleiner, als die Spindel", sage ich, "dann kann man sich von außen reinschaben, ich mache das lieber, als wenn die Dinger kippeln." "Aha!", sagt Rainer. "Wo ist denn die blaue Farbe?", frage ich. "Hier und auch ein Pinsel", sagt Rainer und gibt es mir. Die Tuschier Farbe ist von öliger, pastöser Konsistenz. "Machen wir jeder eine Seite der Spindel?" fragt Rainer, dann kommen wir uns nicht in die Quere." "OK, machen wir so", sage ich, "hast Du eine Fühlerlehre hier?" "Na klar, hier gibt es alles", sagt Rainer, "ist alles noch von Herrmann, der konnte doch alles organisieren." Rainer gibt mir die Fühlerlehre. Ich nehme auch gleich den dünnsten Fühler. "Fünf Hundertstel gehen nicht rein", sage ich. "Warte mal ich habe hier noch einzelne, dünnere, zwei und ein Hundertstel", sagt Rainer. "Ja hier gibt"™s wirklich alles", sage ich lachend. Wir testen alle Lagerschalen noch mal durch. "Alle haben drei bis vier Hundertstel Luft", sagt Rainer. "Gut, dann geht es einigermaßen fix" sage ich. "Cool", sagt Rainer und trägt dünn die Farbe auf die Spindelenden auf. Dann legen wir die Lagerschale auf und schlagen vorsichtig mit dem Kunststoffhammer drauf. Rainer nimmt seine Schale wieder hoch und schaut drauf. "da wo es blau ist schabe ich jetzt vorsichtig weg, richtig?" "Genau und nicht nur das Blaue, sondern auch etwas von der Bronze", antworte ich. Ich nehme meine Schale dann auch hoch, spanne sie vorsichtig in einem Schraubstock ein und fange dann auch an zu schaben. Immer wieder überprüfen wir die Schalen, indem wir sie auf die Spindel legen und vorsichtig draufschlagen.
Wir machen zwischendrin immer mal wieder kurze Pausen. "Schau mal Steffi, sieht doch schon gut aus, oder?" fragt Rainer und zeigt mir seine Schale. "Ja sieht gut aus, wenn ca. 80% der Flache trägt ist es OK", antworte ich, "zum Schluss noch mal mit 1000er Schleifpapier drüber gehen." Kurz danach habe ich auch meine Schale fertig. "Das geht ja fix", sagt Rainer. "Stimmt", antworte ich, "ich hätte gedacht das dauert länger." "Ja, die waren aber auch gut vorgearbeitet", sagt Rainer. "Und die Bronze ist weicher, als die von den Schalen, die ich in der Lehre schaben durfte", sage ich, "die waren für hochdrehende Schleifmaschinen, das dauerte dann schon mal einen Tag." Rainer nimmt sich eine neue Schale. Ich fang schon mal mit der nächsten an", sagt er, "dann habe ich morgen schon mal einen Anfang. Ich schaue kurz auf mein Handy. Eine Nachricht von Carlos: "Können wir unser Üben auf Donnerstag verschieben? Tom und ich können Mittwoch nicht." "Oh, das passt mir gut" denke ich, dann hätte ich den ganzen Mittwoch zum fliegen und evtl. Lagerschalen schaben. Außerdem habe ich am Donnerstagnachmittag einen Termin bei meinem Rechtsanwalt, weil es wegen meiner Namensänderung auf dem Standesamt nicht weitergeht. Ich schreibe dann: "Donnerstag passt mir diese Woche auch besser." Ich lege das Handy weg und nehme mir auch noch eine Schale. "Na? Nachricht an den liebsten geschrieben?" fragt Rainer grinsend. "An die Liebsten", antworte ich. Rainer ist verblüfft. "Hä? Wie gleich mehrere?" fragt er verdutzt. "Ja fünf Jungs aus einer Band, bei der ich mitspiele", antworte ich. "Ist ja cool", sagt Rainer, "was macht ihr für Musik?" Während wir weiterschaben, erzähle ich im alles. "Ist ja stark Steffi, Du bist ja eine richtige Allrounderin", sagt Rainer.
"Oh, es ist schon fast Zehn Uhr, "sage ich, "ich höre mal auf. Morgen geht es wieder früh aus dem Bett." "Stimmt reicht für heute", sagt Rainer, "wie bist Du denn hier?" "Mit dem Fahrrad", antworte ich. "Soll ich Dich nach Hause bringen?" fragt er, "ich habe eine Pritsche, da können wir das Fahrrad draufladen." "Ich habe es zwar nicht so weit, aber das Angebot nehme ich gerne an", sage ich. Wir machen das Licht in der Werkstatt aus und schließen ab. Noch das Fahrrad aufgeladen, eingestiegen und los. Das Tor vom Platz ist schon zu. Ich steige noch mal aus und mache es kurz auf, damit Rainer durchfahren kann. Dann schließe ich es wieder ab und steige wieder ein. Nach kurzer Zeit sind wir auch schon bei mir zu Hause auf dem Garagenhof. "Ja, das geht wirklich schnell", sagt Rainer und hilft noch, das Rad von der Ladefläche zu kriegen. "Dann bis morgen, Steffi, ich freu mich schon drauf", sagt Rainer. "Ich auch, bis morgen und schlaf schön", sage ich. Rainer fährt vom Hof und ich gehe zum Haus. In der Wohnung angekommen, gehe ich auch gleich ins Bett und schlafe dann auch recht schnell ein.
Innerhalb von Minuten wechselt die Landschaft von Industriegebiet auf Flussaue. Danach geht es durch eine Siedlung. Und kurz darauf unterquere ich die A2. Durch zwei Kreisel gefahren, bin ich auch schon am westlichen Ende vom Verkehrsflughafen. Der Segelflugplatz liegt im Norden des gesamten Geländes. Über eine lange, grade Straße komme ich dorthin. Das Fahrrad stelle ich ab und gehe in das Vereinsheim. Daniela und Dirk sind schon da, sowie ein weiterer Herr. "Hallo Steffi, pünktlich wie die Maurer", sagt Daniela, kommt zu mir und nimmt mich in den Arm. "Darf ich Dir Deinen Trainer vorstellen?" sagt Daniela weiter. Der Herr kommt zu uns. Er ist etwas älter als ich. "Guten Tag, ich bin Friederich", sagt er, "aber glücklicher, wenn man mich Fritz nennt." "OK, alles klar", sage ich. "Wir haben Fritz im Vorfeld schon mal ein wenig über Dich erzählt", sagt Dirk. "Auch über meine Verwandlung?" frage ich offen. "Ja haben sie gemacht", sagt Fritz, "und ich bin ja angenehm überrascht." "Das freut mich", sage ich. Kurz danach kommt Rainer herein. "Habe ich doch richtig geschaut", sagt er, "hallo Steffi." "Hallo Rainer", begrüße ich ihn. "Machen wir das dann diese Woche mit der Spindel?" fragt er. "Ja klar, ich dreh erst die Trainingsrunden und dann können wir später mit den Lagerschalen anfangen", sage ich. "Super, wir haben auch alles da", sagt Rainer, auch diese komische blaue Paste, von der Du sprachst." "Tuschier Farbe?" sage ich fragend. "Ja genau, so heißt das Zeug", sagt Rainer, "ich bin dann nebenan in der Werkstatt, wenn abends keine Thermik mehr ist." "Alles klar, bis dann", sage ich.
Dann erläutert mir Fritz das Training. "Zuerst machen wir eine Reihe Starts und Landungen", sagt er, "also Seilstart, Platzrunde und Landung. Und wenn es später noch passt, dann können wir auch noch eine größere Runde drehen. Ich bin ja neugierig auf die "Thermiknatter"." Ich schaue zu Dirk und Daniela. "Ja, ihr habt schon einiges über mich erzählt", sage ich grinsend. "Lass uns loslegen", sagt Fritz. Wir gehen raus zum Trainingsflieger. Ich soll als erstes die Instrumente erklären, was ich auch ohne Probleme hinkriege. Dann schieben wir den Flieger in Richtung eines der Schleppseile. Vor uns sind noch zwei andere Flieger dran. Wir schieben dann den Flieger auf Position. Rolf kommt kurz danach mit dem Seil am Seilschleppauto. Kurze Begrüßung, dann hängen wir das Seil am Flieger ein. Anschließend steigen wir ein. Trainer hinten, ich vorne. "Fertig zum Start?", höre ich über Funk. "Fertig zum Start!" quittiere ich. Kurz darauf strafft sich das Seil und schon geht es los. Immer schneller zieht die Winde. Der Flieger hebt ab und gleich steuere ich ihn in den steilen Steigflug. Oben angekommen klinkt das Seil aus. "Das war schon mal gut", sagt Fritz, "wann bist Du das letzte Mal geflogen?" "Letzte Woche", antworte ich, "und davor bestimmt 15 Jahre nicht mehr." "Respekt, Steffi", sagt er dann noch. Ich steuere den Flieger in eine Rechtskurve, überfliege einen Kiessee, fliege längs des Platzes, dann noch eine 180 Grad Kurve und gehe dann in den Landeanflug. Die Landung gelingt mir besser, als die von letzter Woche, aber sie ist trotzdem etwas holperig. "Na, da haben wir doch was zum üben", sagt Fritz lächelnd, "ich dachte schon ich hätte hier gar nichts zu tun." Ich lächele ebenfalls. Mittlerweile sind ein paar mehr Helfer da und wir müssen den Flieger nicht selber auf Position schieben. Kurz gewartet und dann geht es schon wieder hoch. Selbe Prozedur, Platzrunde, Landung. Das geht so noch einige Male. Die Landung wird von Mal zu Mal besser. Nach der sechsten Runde fragt Fritz während ich den Flieger schon abbremse: "Sind wir schon unten? Ich habe ja gar keinen Ruck gemerkt." "Ja!" antworte ich kurz und knapp. "Das war Zufall", flaxt Fritz. "Glaube ich auch", flaxe ich zurück. Fritz hat einen ziemlich trockenen Humor. "Es ist verhältnismäßig wenig Betrieb hier heute", befindet Fritz, "aber gut für uns, dann kommen wir einmal öfter nach oben." Da stimme ich ihm zu. Mittlerweile stehen wir vor Start Nummer Zehn. "Die Landungen sind von jedes Mal besser und weicher geworden", sagt Fritz, "dreh doch jetzt einfach mal eine größere Runde." OK, mal schauen, ob es irgendwo noch einen ordentlichen Aufwind gibt", sage ich.
Während wir auf den Start warten schaue ich oft in Richtung Himmel. In nordwestlicher Richtung sehe ich ganz klein zwei Milane kreisen. Und die steigen tatsächlich nach oben. Dann kommt Rolf mit dem Seil. Einer der Helfer hängt es ein. OK für den Start und wieder geht es hoch. Oben sagt dann Fritz: "Jetzt bin ich mal gespannt." Ich lächele und fliege zielstrebig in Richtung der beiden Greifvögel. Und schwupp, erfasst uns ein satter Aufwind. "Nicht schlecht für die Uhrzeit", sage ich, "hätte ich nicht gedacht, das die Thermik noch so einen Dampf hat." Im Rückspiegel auf dem Cockpit sehe ich Fritz staunen. "Mädel, wie machst Du das, Du kannst Das doch unmöglich vom Startplatz aus sehen", sagt er. "Doch indirekt", antworte ich und zeige nach oben, "an den beiden Kollegen da habe ich es gesehen." Die Milane kreisen ein paar hundert Meter über uns. "Aha, gute Beobachtungsgabe, das ist Dein Geheimnis", sagt Fritz. "Nicht nur", kontere ich, "ist auch viel Intuition dabei." "Alles klar", sagt Fritz lachend. Ich fliege aus dem Aufwind raus, drehe einen größeren Bogen in Richtung Norden und fliege dann den Flugplatz wieder an. "Ich merke auch, dass Du Dir die Ressourcen gut einteilst, wie Entfernung und Gleitzahl", sagt Fritz, "Du hast nicht viel verlernt. Das ist gut. Vielleicht wirst Du ja schnell fertig mit dem Programm." "Das freut mich", sage ich. Die Landung gelingt auch gut. Wir steigen schließlich aus und schieben den Flieger mit zwei Helfern in eine Parkposition. Daniela und Dirk kommen dazu. "Das sah von unten ganz gut aus", sagt Dirk. "Ich würde sagen, Du fliegst ab morgen mal die Platzrunden alleine und ich schaue von unten zu", sagt Fritz, "traust Du Dir das zu?" "Ich glaube schon", sage ich. "Schön", sagt Fritz, "dann war es das für heute. Wir sehen uns morgen dann wieder." "Alles klar, und Danke", sage ich.
"Und Du bastelst jetzt mit Rainer eine neue Spindel zusammen?", fragt Dirk. "Wir fangen zumindest erstmal an", sage ich. Kurz danach kommt Rainer zu Fuß zu uns. "Das war es dann mit Thermik", sagt er, "die Sonne ist zu weit unten. Dann können wir wohl loslegen." Wir gehen zur Werkstatt herüber. "Ist den Herrmann noch dabei, der Herr der Werkstatt?" frage ich Rainer. "Er kommt öfter mal vorbei", sagt Rainer, "aber viel kann er nicht mehr machen. Die Gelenke machen ihm Probleme." "Er war ja damals schon nicht mehr der Jüngste", bemerke ich, "wie alt ist er denn mittlerweile?" "89, glaube ich", sagt Rainer, "aber geistig noch voll auf der Höhe." Ich nicke voller Respekt. Rainer hat die neue Spindel auf Böcke gestellt und gegen verrutschen gesichert. Auf einem Tisch daneben liegen sechs Lagerschalen und diverse Schaber. "Herrmann hat mir das mal gezeigt, aber so richtig sicher bin ich noch nicht", sagt Rainer, Du hast das hier schon einmal gemacht, oder?" "Ja, das ist schon lange her", sage ich, "am besten, wie tasten uns mal vorsichtig ran." "OK", sagt Rainer. Ich nehme eine Lagerschale und lege sie vorsichtig auf die Spindel. Die Lagerschale bewege ich leicht hin und her, um zu schauen, ob sie kippelt. Das machen wir dann mit allen Schalen. Keine der Schalen kippelt. "Das heißt also, die Schalen sind im Durchmesser geringfügig kleiner, als die Spindel", sage ich, "dann kann man sich von außen reinschaben, ich mache das lieber, als wenn die Dinger kippeln." "Aha!", sagt Rainer. "Wo ist denn die blaue Farbe?", frage ich. "Hier und auch ein Pinsel", sagt Rainer und gibt es mir. Die Tuschier Farbe ist von öliger, pastöser Konsistenz. "Machen wir jeder eine Seite der Spindel?" fragt Rainer, dann kommen wir uns nicht in die Quere." "OK, machen wir so", sage ich, "hast Du eine Fühlerlehre hier?" "Na klar, hier gibt es alles", sagt Rainer, "ist alles noch von Herrmann, der konnte doch alles organisieren." Rainer gibt mir die Fühlerlehre. Ich nehme auch gleich den dünnsten Fühler. "Fünf Hundertstel gehen nicht rein", sage ich. "Warte mal ich habe hier noch einzelne, dünnere, zwei und ein Hundertstel", sagt Rainer. "Ja hier gibt"™s wirklich alles", sage ich lachend. Wir testen alle Lagerschalen noch mal durch. "Alle haben drei bis vier Hundertstel Luft", sagt Rainer. "Gut, dann geht es einigermaßen fix" sage ich. "Cool", sagt Rainer und trägt dünn die Farbe auf die Spindelenden auf. Dann legen wir die Lagerschale auf und schlagen vorsichtig mit dem Kunststoffhammer drauf. Rainer nimmt seine Schale wieder hoch und schaut drauf. "da wo es blau ist schabe ich jetzt vorsichtig weg, richtig?" "Genau und nicht nur das Blaue, sondern auch etwas von der Bronze", antworte ich. Ich nehme meine Schale dann auch hoch, spanne sie vorsichtig in einem Schraubstock ein und fange dann auch an zu schaben. Immer wieder überprüfen wir die Schalen, indem wir sie auf die Spindel legen und vorsichtig draufschlagen.
Wir machen zwischendrin immer mal wieder kurze Pausen. "Schau mal Steffi, sieht doch schon gut aus, oder?" fragt Rainer und zeigt mir seine Schale. "Ja sieht gut aus, wenn ca. 80% der Flache trägt ist es OK", antworte ich, "zum Schluss noch mal mit 1000er Schleifpapier drüber gehen." Kurz danach habe ich auch meine Schale fertig. "Das geht ja fix", sagt Rainer. "Stimmt", antworte ich, "ich hätte gedacht das dauert länger." "Ja, die waren aber auch gut vorgearbeitet", sagt Rainer. "Und die Bronze ist weicher, als die von den Schalen, die ich in der Lehre schaben durfte", sage ich, "die waren für hochdrehende Schleifmaschinen, das dauerte dann schon mal einen Tag." Rainer nimmt sich eine neue Schale. Ich fang schon mal mit der nächsten an", sagt er, "dann habe ich morgen schon mal einen Anfang. Ich schaue kurz auf mein Handy. Eine Nachricht von Carlos: "Können wir unser Üben auf Donnerstag verschieben? Tom und ich können Mittwoch nicht." "Oh, das passt mir gut" denke ich, dann hätte ich den ganzen Mittwoch zum fliegen und evtl. Lagerschalen schaben. Außerdem habe ich am Donnerstagnachmittag einen Termin bei meinem Rechtsanwalt, weil es wegen meiner Namensänderung auf dem Standesamt nicht weitergeht. Ich schreibe dann: "Donnerstag passt mir diese Woche auch besser." Ich lege das Handy weg und nehme mir auch noch eine Schale. "Na? Nachricht an den liebsten geschrieben?" fragt Rainer grinsend. "An die Liebsten", antworte ich. Rainer ist verblüfft. "Hä? Wie gleich mehrere?" fragt er verdutzt. "Ja fünf Jungs aus einer Band, bei der ich mitspiele", antworte ich. "Ist ja cool", sagt Rainer, "was macht ihr für Musik?" Während wir weiterschaben, erzähle ich im alles. "Ist ja stark Steffi, Du bist ja eine richtige Allrounderin", sagt Rainer.
"Oh, es ist schon fast Zehn Uhr, "sage ich, "ich höre mal auf. Morgen geht es wieder früh aus dem Bett." "Stimmt reicht für heute", sagt Rainer, "wie bist Du denn hier?" "Mit dem Fahrrad", antworte ich. "Soll ich Dich nach Hause bringen?" fragt er, "ich habe eine Pritsche, da können wir das Fahrrad draufladen." "Ich habe es zwar nicht so weit, aber das Angebot nehme ich gerne an", sage ich. Wir machen das Licht in der Werkstatt aus und schließen ab. Noch das Fahrrad aufgeladen, eingestiegen und los. Das Tor vom Platz ist schon zu. Ich steige noch mal aus und mache es kurz auf, damit Rainer durchfahren kann. Dann schließe ich es wieder ab und steige wieder ein. Nach kurzer Zeit sind wir auch schon bei mir zu Hause auf dem Garagenhof. "Ja, das geht wirklich schnell", sagt Rainer und hilft noch, das Rad von der Ladefläche zu kriegen. "Dann bis morgen, Steffi, ich freu mich schon drauf", sagt Rainer. "Ich auch, bis morgen und schlaf schön", sage ich. Rainer fährt vom Hof und ich gehe zum Haus. In der Wohnung angekommen, gehe ich auch gleich ins Bett und schlafe dann auch recht schnell ein.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Auf dem Segelflugplatz Teil 3
Wie gestern stehe ich heute auch früh auf. Das Wetter soll besser sein als gestern, so entscheide ich mich ein Shirt und einen Rock zu tragen. An den Füßen natürlich meine Lieblingsschuhe, Ballerinas. Außerdem packe ich noch ein paar Arbeitsklamotten ein, im Rock möchte ich dann doch nicht die Schalen schaben. Heute fahre ich dann mal mit dem Auto zur Arbeit. Auf der Arbeit ist heute auch nicht viel los. Ein Kollege gibt zum Geburtstag einen aus. Darum gehen wir auch nicht in die Kantine. Das wäre mir wegen Sandra auch zu stressig. Die scheint ja auch noch extrem eifersüchtig zu sein. Ich mache wieder früh Feierabend und fahre dann gleich wieder zum Segelflugplatz. Ich treffe Fritz draußen vorm Vereinsheim. "Hallo Steffi, schön, dass Du da bist", sagt er und schaut mich genauer an. Dann sagt er weiter: "So muss eine Frau aussehen, mit Rock, passende Schuhe, schöne Beine." Ich lache und sage: "Danke. Du bist ja noch alte Schule, was?" Er lacht auch und nickt. Wir gehen zu einem Flieger. "Mit dem sollst Du jetzt mal alleine eine Runde drehen", sagt Fritz. Ich mache das Kabinen Dach auf und schaue mal hinein. "Ist schon ein wenig moderner, als das was ich noch kenne", sage ich. Inzwischen sind Daniela und Dirk dazu gekommen. "Na, machst Du Dich mit dem Flieger vertraut?" fragt Dirk. "Hm, ja", sage ich skeptisch, "ich setze mich mal rein." Ich steige ein und schaue mir die Instrumente an. Dann betätige ich die Steuerung. "Ups, die ist leichtgängiger", stelle ich fest, "da muss ich dann oben aber aufpassen." "Traust Du Dir es zu?" fragt Fritz vorsichtig. Ich überlege kurz, dann sage ich: "Ja!" "OK, dann schieben wir dich in die Warteschlange", sagt Dirk. "Wir bleiben über Funk verbunden", sagt Fritz dann noch." Ich schließe das Kabinendach.
Vor mir sind noch drei Flieger. Nach einiger Zeit wird bei mir das Seil angehängt. "Startbereit?" kommt über Funk. "Startbereit!" bestätige ich. Ein wenig angespannt bin ich schon. Dann strafft sich das Seil und los geht"™s. Dadurch, dass der Flieger logischerweise kleiner ist, als das Trainingsflugzeug gestern, ist er aber auch schneller. Außerdem ist die Höhe in der das Seil ausklinkt heute höher als gestern. "Alter Schwede, ist das Ding schnell", sage ich, "hurtiges kleines Bienchen." Über Funk höre ich leise Daniela kichern. Vorsichtig lege ich den Steuerhebel nach rechts, um die Kurve zu fliegen. Der Flieger nimmt die Kursänderung sofort an. Das Trainingsflugzeug war da um Längen behäbiger. Als ich in die Kurve zum Landeanflug gehen will bin ich noch viel zu hoch. "Ich drehe noch mal eine Schleife nach Links", gebe ich über Funk durch. "OK", kommt von Fritz. Ich leite die Linkskurve ein. Und wieder zieht der Flieger sofort rüber, was mich veanlasst zu sagen: "Hey Bienchen, Du fliegen, ich steuern!" "Steffi, ein bisschen mehr Funkdisziplin bitte", höre ich Dirk sagen, allerdings kann er sich das Lachen nicht verkneifen. Und auch von den umstehenden ist Gekicher zu hören. Ich fliege einen Vollkreis und gehe dabei gleichzeitig tiefer. Nur Bienchen will das nicht so richtig. Dann fliege ich ein Stück geradeaus und versuche Bienchen weiterhin klarzumachen, das jetzt Sinkflug angesagt ist. Jetzt kommt die Rechtskurve zum Landeanflug. Dazu muss ich noch ordentlich weiter sinken. "Steffi, Du bist noch zu hoch", sagt Fritz. Den Steuerhebel drücke ich ordentlich nach vorne und gehe in einen starken Sinkflug, den ich aber nach wenigen Sekunden wieder abfange. "Steffi vergiss, was ich eben gesagt habe", höre ich Fritz trocken kommentieren. Kurz danach lege ich eine Butterweiche Landung hin, obwohl eine Windböe der Meinung war, Bienchen und mich nach oben drücken zu wollen. Ich rolle aus und komme fast neben Fritz und den anderen zum Stehen. Ich mache das Kabinendach auf. Die anderen kommen heran. "Steffi, das ist aber kein Düsenjet", sagt Dirk lachend. Ich schaue ihn mit gespielt großen Augen an. "Statt zu antworte, frage ich: "Wieviel g (Erdbeschleunigung) kann denn das Bienchen ab?" "Äh, wie Dirk schon sagte, das ist kein Düsenjet", sagt Fritz flaxend. "Im Gegensatz zu der alten Dame gestern schon", antworte ich trocken, "Boah! Ist der Flieger ruppig." "Auweia, den Humor hat sie nicht verloren", sagt Dirk lachend. "Wieviel Ballastwasser habe ich eigentlich dabei?" frage ich, oder habe ich überhaupt welches an Bord?" "50Liter", antwortet Dirk, "Daniela hat angenommen, Du wiegst ca. 80 Kilo, deswegen haben wir auf 130 kg erhöht." "80 Kilo?", spiele ich entrüstet, "so viel? Guck mal, wie dünn ich bin, ich habe noch nicht mal einen vernünftigen Hintern." Die anderen kringeln sich vor Lachen. "Wieviel sind es denn wirklich?" fragt Daniela kichernd. "75", antworte ich mit einem treudoofen Blick. "Steffi hör auf", prustet Dirk, "ich krieg schon Bauchschmerzen vor Lachen.
Nachdem sie sich alle wieder halbwegs beruhigt haben sagt Fritz: "Dann nochmal 25 Liter nachkippen, dass wir auf 150 kg kommen, mehr aber nicht. Sonst wär Dein Landegewicht zu hoch und vor der Landung dauernd Wasser ablassen und anschließend wieder auffüllen ist auf doof. Das ist halt der Nachteil beim Platzrunden fliegen." "Vielleicht bringen die 25 kg ja ein bisschen Ruhe in das Bienchen", sage ich grinsend. Nachdem das Wasser aufgefüllt ist, schieben sie mich wieder in die Warteschlange. Nach kurzer Zeit hänge ich am Seil und werde hochgezogen. Dieses Mal mit der Winde, die den Lagerschaden hat. Das Schlagen der Spindel ist im Gegensatz zum letzten Mal heftiger geworden. Das Seil klinkt auch wieder recht hoch aus. Ich fliege dieses Mal erstmal geradeaus. "Mal schauen, was der Möbelladen im Angebot hat", sage ich und überfliege selbigen. Dann gehe ich in die Rechtkurve und fliege zurück. "Und wie fliegt es sich jetzt?" fragt Fritz. "Bienchen ist nicht mehr ganz so griffig", antworte ich, "ist schon etwas besser. Da kann ich mit leben." "Schön", kommt als Antwort zurück. Ich beende die Runde mit einer guten Landung und werde gleich wieder auf die Startposition geschoben. Und wieder geht"™s nach oben. So langsam habe ich mich mit Bienchen angefreundet, das Fliegen strengt nicht mehr so an und ich habe dann auch mal Zeit für den Blick in die Gegend. Das Ganze geht dann noch einige Starts und Landungen so weiter. Am Cockpit ist unter anderem eine Halterung für ein Navi und/oder ein Handy. Beim Warten vor dem nächsten Start spanne ich dort mein Handy ein und richte es auf mein Gesicht aus. Bei der nächsten Runde mache ich in der Luft ein paar Selfies.
Um kurz nach 18.00 Uhr, nach gut drei Stunden bin ich dann aber auch so langsam durch. "Stefanie, das sieht schon verdammt gut aus", sagt Fritz, als ich das Kabinendach aufmache, "ich würde sagen, morgen dasselbe noch mal, zum Vertiefen, und am Freitag schauen wir mal, ob wir den Seilschlepp wagen können." "Au ja", sage ich begeistert. "Und nächste Woche würde ich gerne noch das Abspringen im Gefahrfall als Trockenübung mit Dir machen.", sagt Fritz. Jedes der Segelflugzeuge hat einen Rettungsfallschirm für den Fall der Fälle am Sitz. Ich steige aus und helfe mit den Flieger auf die Parkposition zu schieben. Dort angekommen, frage ich Fritz, ob er mich mal vor dem Flieger mit meinem Handy fotografieren kann. "Na klar, das mache ich doch glatt", sagt er und nimmt mehrere Bilder auf. "Sieht doch gut aus", sagt er als er sie mir zeigt, "kannst mir gerne eins davon schicken, wenn Du magst." Dann gehe ich mit Fritz zum Vereinsheim. Daniela und Dirk sind auch da. Als ich reinkomme, schaut Dirk mich an und es verschlägt ihm die Sprache. "Wie? So bist Du geflogen?" fragt er, nachdem er sich etwas gefangen hat. "Ja!?" antworte ich vorsichtig. "Was ist denn daran so schlimm? "fragt Daniela. "Gibt es einen Dresscode beim Fliegen?" frage ich. "Nein natürlich nicht", antwortet Dirk und schaut auf meine Beine. "Jetzt sei bloß vorsichtig, was Du sagst", flaxt Daniela. Dirk fasst sich so langsam. Fritz beobachtet die Szene belustigt. "Die Beine sind schon eine Wucht", sagt Fritz. "Ich wünschte ich hätte sie", seufzt Daniela. "OK, OK, ich zieh morgen wieder eine Hose an", sage ich feixend, "wenn euch das so aufbringt." "Auf gar keinen Fall", sagt Daniela, "wer solche tolle Beine hat, soll sie auch zeigen. Und der Rock ist auch niedlich." Danke", sage ich.
"Mögt ihr einen Kaffee?" fragt Daniela in die Runde. "Au ja gerne", antworte ich. Während ich meine Kaffee schlürfe kommt Rainer herein. ""˜N Abend", sagt er und dann zu mir: "Boah! Mädel, ich hoffe Du weißt, was Du anrichtest, wenn Du so rumläufst!?" Ich nippe am Kaffee und schaue ihn mit einer Unschuldsmiene an. "Nöö-öö!", antworte ich mit der gleichen Unschuldsmiene. "Verdammt hübsches Ding Du", sagt er dann noch, "schön, dass Du bei uns bist." Ich lächele ihn an. Rainer bekommt dann auch noch einen Kaffee. Fritz verabschiedet sich dann. "Bis morgen dann", sagt er. "Tschüss", sage ich. "Wie kommst Du denn mit ihm klar?" fragt mich Daniela, "er ist doch immer so direkt und trocken." Bevor ich antworten kann, sagt Rainer: "Ist Steffi doch auch. Der Funkverkehr vorhin war doch allererste Sahne." "Da haben sich zwei gesucht und gefunden", sagt Dirk. "Ich habe keine Probleme", sage ich, "gestern war er zu Anfang etwas reserviert. Na ja, als er mich dann im Rock gesehen hat, hat es nur so Komplimente gehagelt." "Ja, das mag er gerne sehen", sagt Daniela.
Ich habe meinen Kaffee ausgetrunken. "Wo kann ich mich mal umziehen?" frage ich. "Hinter der Toilette ist ein kleiner Raum, da kannst Du hingehen", sagt Daniela. Das mache ich dann auch. Ich ziehe mir eine enge Jeans an und ein T-Shirt. Dann gehe ich zurück ins Büro. "So Madame, dann gehen wir mal Lagerschalen schaben", sagt Rainer und bietet mir seinen Arm an. Ich hake mich ein und wir gehen rüber in die Werkstatt. Dort fangen wir auch gleich an. Heute geht es auch um einiges schneller und wir schaffen jeder zwei Schalen. "Stark, da sind wir ja fast schon fertig", sagt Rainer. "Dann können wir morgen noch mal alle Schalen in Ruhe überprüfen", sage ich. "Und Freitagabend bauen wir um?" "Würde ich so sagen", antworte ich, "Die Spindel scheppert ja ganz schön." "Haste wieder im Hintern gemerkt?" fragt Rainer. "Jepp!" antworte ich lächelnd. Wir räumen noch schnell auf, machen das List aus und schließen die Werkstatt ab. "Bis morgen dann", sage ich. "Bis morgen, Stefanie", sagt Rainer und zwinkert mir zu.
Wie gestern stehe ich heute auch früh auf. Das Wetter soll besser sein als gestern, so entscheide ich mich ein Shirt und einen Rock zu tragen. An den Füßen natürlich meine Lieblingsschuhe, Ballerinas. Außerdem packe ich noch ein paar Arbeitsklamotten ein, im Rock möchte ich dann doch nicht die Schalen schaben. Heute fahre ich dann mal mit dem Auto zur Arbeit. Auf der Arbeit ist heute auch nicht viel los. Ein Kollege gibt zum Geburtstag einen aus. Darum gehen wir auch nicht in die Kantine. Das wäre mir wegen Sandra auch zu stressig. Die scheint ja auch noch extrem eifersüchtig zu sein. Ich mache wieder früh Feierabend und fahre dann gleich wieder zum Segelflugplatz. Ich treffe Fritz draußen vorm Vereinsheim. "Hallo Steffi, schön, dass Du da bist", sagt er und schaut mich genauer an. Dann sagt er weiter: "So muss eine Frau aussehen, mit Rock, passende Schuhe, schöne Beine." Ich lache und sage: "Danke. Du bist ja noch alte Schule, was?" Er lacht auch und nickt. Wir gehen zu einem Flieger. "Mit dem sollst Du jetzt mal alleine eine Runde drehen", sagt Fritz. Ich mache das Kabinen Dach auf und schaue mal hinein. "Ist schon ein wenig moderner, als das was ich noch kenne", sage ich. Inzwischen sind Daniela und Dirk dazu gekommen. "Na, machst Du Dich mit dem Flieger vertraut?" fragt Dirk. "Hm, ja", sage ich skeptisch, "ich setze mich mal rein." Ich steige ein und schaue mir die Instrumente an. Dann betätige ich die Steuerung. "Ups, die ist leichtgängiger", stelle ich fest, "da muss ich dann oben aber aufpassen." "Traust Du Dir es zu?" fragt Fritz vorsichtig. Ich überlege kurz, dann sage ich: "Ja!" "OK, dann schieben wir dich in die Warteschlange", sagt Dirk. "Wir bleiben über Funk verbunden", sagt Fritz dann noch." Ich schließe das Kabinendach.
Vor mir sind noch drei Flieger. Nach einiger Zeit wird bei mir das Seil angehängt. "Startbereit?" kommt über Funk. "Startbereit!" bestätige ich. Ein wenig angespannt bin ich schon. Dann strafft sich das Seil und los geht"™s. Dadurch, dass der Flieger logischerweise kleiner ist, als das Trainingsflugzeug gestern, ist er aber auch schneller. Außerdem ist die Höhe in der das Seil ausklinkt heute höher als gestern. "Alter Schwede, ist das Ding schnell", sage ich, "hurtiges kleines Bienchen." Über Funk höre ich leise Daniela kichern. Vorsichtig lege ich den Steuerhebel nach rechts, um die Kurve zu fliegen. Der Flieger nimmt die Kursänderung sofort an. Das Trainingsflugzeug war da um Längen behäbiger. Als ich in die Kurve zum Landeanflug gehen will bin ich noch viel zu hoch. "Ich drehe noch mal eine Schleife nach Links", gebe ich über Funk durch. "OK", kommt von Fritz. Ich leite die Linkskurve ein. Und wieder zieht der Flieger sofort rüber, was mich veanlasst zu sagen: "Hey Bienchen, Du fliegen, ich steuern!" "Steffi, ein bisschen mehr Funkdisziplin bitte", höre ich Dirk sagen, allerdings kann er sich das Lachen nicht verkneifen. Und auch von den umstehenden ist Gekicher zu hören. Ich fliege einen Vollkreis und gehe dabei gleichzeitig tiefer. Nur Bienchen will das nicht so richtig. Dann fliege ich ein Stück geradeaus und versuche Bienchen weiterhin klarzumachen, das jetzt Sinkflug angesagt ist. Jetzt kommt die Rechtskurve zum Landeanflug. Dazu muss ich noch ordentlich weiter sinken. "Steffi, Du bist noch zu hoch", sagt Fritz. Den Steuerhebel drücke ich ordentlich nach vorne und gehe in einen starken Sinkflug, den ich aber nach wenigen Sekunden wieder abfange. "Steffi vergiss, was ich eben gesagt habe", höre ich Fritz trocken kommentieren. Kurz danach lege ich eine Butterweiche Landung hin, obwohl eine Windböe der Meinung war, Bienchen und mich nach oben drücken zu wollen. Ich rolle aus und komme fast neben Fritz und den anderen zum Stehen. Ich mache das Kabinendach auf. Die anderen kommen heran. "Steffi, das ist aber kein Düsenjet", sagt Dirk lachend. Ich schaue ihn mit gespielt großen Augen an. "Statt zu antworte, frage ich: "Wieviel g (Erdbeschleunigung) kann denn das Bienchen ab?" "Äh, wie Dirk schon sagte, das ist kein Düsenjet", sagt Fritz flaxend. "Im Gegensatz zu der alten Dame gestern schon", antworte ich trocken, "Boah! Ist der Flieger ruppig." "Auweia, den Humor hat sie nicht verloren", sagt Dirk lachend. "Wieviel Ballastwasser habe ich eigentlich dabei?" frage ich, oder habe ich überhaupt welches an Bord?" "50Liter", antwortet Dirk, "Daniela hat angenommen, Du wiegst ca. 80 Kilo, deswegen haben wir auf 130 kg erhöht." "80 Kilo?", spiele ich entrüstet, "so viel? Guck mal, wie dünn ich bin, ich habe noch nicht mal einen vernünftigen Hintern." Die anderen kringeln sich vor Lachen. "Wieviel sind es denn wirklich?" fragt Daniela kichernd. "75", antworte ich mit einem treudoofen Blick. "Steffi hör auf", prustet Dirk, "ich krieg schon Bauchschmerzen vor Lachen.
Nachdem sie sich alle wieder halbwegs beruhigt haben sagt Fritz: "Dann nochmal 25 Liter nachkippen, dass wir auf 150 kg kommen, mehr aber nicht. Sonst wär Dein Landegewicht zu hoch und vor der Landung dauernd Wasser ablassen und anschließend wieder auffüllen ist auf doof. Das ist halt der Nachteil beim Platzrunden fliegen." "Vielleicht bringen die 25 kg ja ein bisschen Ruhe in das Bienchen", sage ich grinsend. Nachdem das Wasser aufgefüllt ist, schieben sie mich wieder in die Warteschlange. Nach kurzer Zeit hänge ich am Seil und werde hochgezogen. Dieses Mal mit der Winde, die den Lagerschaden hat. Das Schlagen der Spindel ist im Gegensatz zum letzten Mal heftiger geworden. Das Seil klinkt auch wieder recht hoch aus. Ich fliege dieses Mal erstmal geradeaus. "Mal schauen, was der Möbelladen im Angebot hat", sage ich und überfliege selbigen. Dann gehe ich in die Rechtkurve und fliege zurück. "Und wie fliegt es sich jetzt?" fragt Fritz. "Bienchen ist nicht mehr ganz so griffig", antworte ich, "ist schon etwas besser. Da kann ich mit leben." "Schön", kommt als Antwort zurück. Ich beende die Runde mit einer guten Landung und werde gleich wieder auf die Startposition geschoben. Und wieder geht"™s nach oben. So langsam habe ich mich mit Bienchen angefreundet, das Fliegen strengt nicht mehr so an und ich habe dann auch mal Zeit für den Blick in die Gegend. Das Ganze geht dann noch einige Starts und Landungen so weiter. Am Cockpit ist unter anderem eine Halterung für ein Navi und/oder ein Handy. Beim Warten vor dem nächsten Start spanne ich dort mein Handy ein und richte es auf mein Gesicht aus. Bei der nächsten Runde mache ich in der Luft ein paar Selfies.
Um kurz nach 18.00 Uhr, nach gut drei Stunden bin ich dann aber auch so langsam durch. "Stefanie, das sieht schon verdammt gut aus", sagt Fritz, als ich das Kabinendach aufmache, "ich würde sagen, morgen dasselbe noch mal, zum Vertiefen, und am Freitag schauen wir mal, ob wir den Seilschlepp wagen können." "Au ja", sage ich begeistert. "Und nächste Woche würde ich gerne noch das Abspringen im Gefahrfall als Trockenübung mit Dir machen.", sagt Fritz. Jedes der Segelflugzeuge hat einen Rettungsfallschirm für den Fall der Fälle am Sitz. Ich steige aus und helfe mit den Flieger auf die Parkposition zu schieben. Dort angekommen, frage ich Fritz, ob er mich mal vor dem Flieger mit meinem Handy fotografieren kann. "Na klar, das mache ich doch glatt", sagt er und nimmt mehrere Bilder auf. "Sieht doch gut aus", sagt er als er sie mir zeigt, "kannst mir gerne eins davon schicken, wenn Du magst." Dann gehe ich mit Fritz zum Vereinsheim. Daniela und Dirk sind auch da. Als ich reinkomme, schaut Dirk mich an und es verschlägt ihm die Sprache. "Wie? So bist Du geflogen?" fragt er, nachdem er sich etwas gefangen hat. "Ja!?" antworte ich vorsichtig. "Was ist denn daran so schlimm? "fragt Daniela. "Gibt es einen Dresscode beim Fliegen?" frage ich. "Nein natürlich nicht", antwortet Dirk und schaut auf meine Beine. "Jetzt sei bloß vorsichtig, was Du sagst", flaxt Daniela. Dirk fasst sich so langsam. Fritz beobachtet die Szene belustigt. "Die Beine sind schon eine Wucht", sagt Fritz. "Ich wünschte ich hätte sie", seufzt Daniela. "OK, OK, ich zieh morgen wieder eine Hose an", sage ich feixend, "wenn euch das so aufbringt." "Auf gar keinen Fall", sagt Daniela, "wer solche tolle Beine hat, soll sie auch zeigen. Und der Rock ist auch niedlich." Danke", sage ich.
"Mögt ihr einen Kaffee?" fragt Daniela in die Runde. "Au ja gerne", antworte ich. Während ich meine Kaffee schlürfe kommt Rainer herein. ""˜N Abend", sagt er und dann zu mir: "Boah! Mädel, ich hoffe Du weißt, was Du anrichtest, wenn Du so rumläufst!?" Ich nippe am Kaffee und schaue ihn mit einer Unschuldsmiene an. "Nöö-öö!", antworte ich mit der gleichen Unschuldsmiene. "Verdammt hübsches Ding Du", sagt er dann noch, "schön, dass Du bei uns bist." Ich lächele ihn an. Rainer bekommt dann auch noch einen Kaffee. Fritz verabschiedet sich dann. "Bis morgen dann", sagt er. "Tschüss", sage ich. "Wie kommst Du denn mit ihm klar?" fragt mich Daniela, "er ist doch immer so direkt und trocken." Bevor ich antworten kann, sagt Rainer: "Ist Steffi doch auch. Der Funkverkehr vorhin war doch allererste Sahne." "Da haben sich zwei gesucht und gefunden", sagt Dirk. "Ich habe keine Probleme", sage ich, "gestern war er zu Anfang etwas reserviert. Na ja, als er mich dann im Rock gesehen hat, hat es nur so Komplimente gehagelt." "Ja, das mag er gerne sehen", sagt Daniela.
Ich habe meinen Kaffee ausgetrunken. "Wo kann ich mich mal umziehen?" frage ich. "Hinter der Toilette ist ein kleiner Raum, da kannst Du hingehen", sagt Daniela. Das mache ich dann auch. Ich ziehe mir eine enge Jeans an und ein T-Shirt. Dann gehe ich zurück ins Büro. "So Madame, dann gehen wir mal Lagerschalen schaben", sagt Rainer und bietet mir seinen Arm an. Ich hake mich ein und wir gehen rüber in die Werkstatt. Dort fangen wir auch gleich an. Heute geht es auch um einiges schneller und wir schaffen jeder zwei Schalen. "Stark, da sind wir ja fast schon fertig", sagt Rainer. "Dann können wir morgen noch mal alle Schalen in Ruhe überprüfen", sage ich. "Und Freitagabend bauen wir um?" "Würde ich so sagen", antworte ich, "Die Spindel scheppert ja ganz schön." "Haste wieder im Hintern gemerkt?" fragt Rainer. "Jepp!" antworte ich lächelnd. Wir räumen noch schnell auf, machen das List aus und schließen die Werkstatt ab. "Bis morgen dann", sage ich. "Bis morgen, Stefanie", sagt Rainer und zwinkert mir zu.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Kerstin
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Re: Blutengel
Vielen Dank für deine tolle Geschichte Stephanie 

Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Stephanie
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Re: Blutengel
Noch ein ganz normaler Arbeitstag
Zu Hause angekommen schicke ich Susanne das Foto was Fritz aufgenommen hat und dazu noch ein Selfie im Flieger, als ich in der Luft war. Prompt kommt eine Antwort: "Superschön, Steffi. Nimmst Du mich mal mit, wenn Du den Schein reaktiviert bekommen hast?" "Aber natürlich", antworte ich. Kurz darauf gehe ich ins Bett.
Am nächsten Morgen geht es genauso los, wie die anderen Tage. Aber irgendwie bin ich heute ziemlich gut gelaunt, beschwingt und habe fast schon wieder einen Schalk im Nacken. Heute trage ich ein helles Kleid mit großen Blumen darauf, dazu farblich abgestimmt Slingpumps mit kleinem Pfennigabsatz. Ein Paar Ballerina nehme ich zum fliegen mit. Ich nehme heute eine größere Tasche mit, in die ich mein Fernglas packe. Vielleicht habe ich zwischendrin beim fliegen mal Zeit da durch zu schauen. Die Ballerina passen auch noch mit in die Tasche. Auf dem kleinen Bildschirm an der Tür sehe ich, das Jochen bei mir vor der Tür steht. Er sieht ziemlich unschlüssig aus. Ich überlege ob und wie ich die Tür aufmachen. Ist aber eh egal, weil er ja sowieso Reißaus nimmt. Also mache ich die Tür normal auf und tue überrascht, ihn da zu sehen. Zu meinem Erstaunen rennt er dieses Mal nicht weg. "Guten Morgen, kann ich Dir helfen?" frage ich freundlich. "Äh, äh", stottert er, "seid ihr ein Paar, Susanne und Du?" "Nöö, wir sind gute Freundinnen", antworte ich, "ich bin zurzeit Single." "Äh, ja", sagt er noch, dann übermannt ihn wieder seine Schüchternheit. "Du bist so einer", rufe ich ihm grinsend hinterher. Gegenüber geht die Tür auf und Lisa schaut heraus. Ich habe vor einiger Zeit den Beiden auch so eine Kamera in die Tür eingebaut. "Guten Morgen Steffi", sagt Lisa, "ich hatte Stimmen gehört und dann habe ich mal nachgeschaut. Sag mal, was ist denn mit "Mister Lover" los?" "Der ist wohl schwer in mich verliebt", antworte ich, "das hat Ebi mir erzählt." "Ah ja", sagt Lisa grinsend. Ich ziehe meine Tür zu. "Darf ich noch mal was fragen?" fragt Lisa. "Na klar", antworte ich. "Du gehst immer so früh aus dem Haus und kommst abends spät nach Hause", hast Du so viel auf der Arbeit zu tun?" "Auf der Arbeit geht es eigentlich, aber danach habe ich noch privat was zu tun", sage ich, hole mein Handy heraus und zeige ihr die Fotos vom Segelfliegen. Lisas Augen werden groß, werden größer. "Du fliegst so ein Ding?" fragt sie schließlich. "Ja, ich reaktiviere grade meine Lizenz", antworte ich. "Super, Steffi, da würde ich gerne mal mitfliegen. Geht das?" fragt Lisa. "Klar, sobald ich die Lizenz habe darf ich das", antworte ich, "ich sage dann bescheid." "Toll", sagt Lisa.
Ich hole mein Fahrrad aus dem Keller. Als ich vor der Haustür stehe kommt Ebi. "Hallo schöne Frau", sagt er. "Huhu Ebi", sage ich, ihr seid ja alle ganz schön früh auf den Beinen heute." "Ja, ich muss zum Arzt heute", sagt er, "Routineuntersuchung." "OK", sage ich erleichtert. "Was ich Dir nur kurz sagen wollte", sagt Ebi, "die blonde Frau läuft da draußen herum." "Sandra?" frage ich erstaunt. "Genau, so heißt sie ja", sagt Ebi. "Wo hast Du sie denn gesehen?" frage ich. "Sie geht auf dem Weg zwischen den Häusern, hier rechts runter", sagt Ebi. "Aha, mal sehen, was passiert, wenn ich jetzt herausgehe", sage ich. Ich öffne die Haustür und gehe raus. Sehen tue ich sie nicht. Ich schwinge mich auf das Rad und fahre los. Als ich um die Hausecke radele, fahre ich sie fast über den Haufen. Erschrocken geht sie schnell weg. Ich schaue erstaunt hinterher. Dann fahre ich weiter zur Arbeit. Dabei denke ich über Sandra nach. "Warum macht sie sowas?" denke ich mir, "irgendwie scheint sie ja noch was zu wollen. Aber sie benimmt sich genauso pubertär, wie Jochen." Ich erreiche den Fahrradstand, schließe das Fahrrad ab und gehe zum Büro.
"Das wird ja jeden Tag schöner mit Dir", begrüßt mich Ulrich, der mit Torsten in der Kaffeeküche steht, "schönes Kleid, schicke Schuhe, super." "Danke schön", sage ich lieb und gehe zu meinem Platz. Ich stelle meine Tasche ab und fahre den Rechner hoch. Dann gehe ich nochmal zu den beiden, ziehe mir auch einen Kaffee und halte etwas Smalltalk mit den Beiden. Bis zum Mittag bin ich ein paar Mal unten in der Fertigung. Dass die Kollegen an den Montageplätzen und Maschinen mir hinterherschauen, bin ich mittlerweile gewöhnt. Ab und zu drehe ich mich auch mal um und schaue wie sie reagieren. Ein Kollege ist recht mutig und spricht mich an: "Ich kann gar nicht mehr glauben, dass Du ein Kerl bist/warst." "Danke", sage ich höflich. Mittags geht es in die Kantine. Wie schon am Montag taucht kurz nach uns Sandra mit ihren Kolleginnen auf. Wir sitzen vielleicht zehn Minuten, da kommt eine ihrer Kolleginnen zu und an den Tisch. "Kann ich mal kurz mit Dir reden?" fragt sie mich. "natürlich, setz dich", antworte ich höflich. "Nee, nicht hier", sagt sie. "Du Mädel, entschuldige, ich esse noch", sage ich freundlich, "aber Du kommst von Sandra, und sollst mich aushorchen, ob ich sie noch mag!?" Sie wird rot im Gesicht, stammelt irgendwas und geht zurück zu Sandra. Dort angekommen sagt sie etwas zu Sandra. Die wird rot im Gesicht. Im richtigen Moment schaue ich sie direkt an und schüttele lächelnd den Kopf. Jetzt wird sie noch röter, peinlich berührt steht sie auf und geht aus der Kantine. "Unglaublich!" kommentiere ich das. Meine Kollegen schauen amüsiert. Und auch die Herrschaften, die um uns herum sitzen sind am Grinsen. "Sie sind ja vielleicht eine Marke", sagt ein Herr, der mir schräg gegenübersitzt, freundlich zu mir. "Darf ich das als Kompliment auffassen?" frage ich lächelnd. Der Herr nickt. Sandra kommt wieder rein und setzt sich wieder auf ihren Platz, um weiter zu essen. Ich schaue sie diesmal nicht direkt an, ich sollte es lieber nicht übertreiben.
Ich mache mich dann mit meinen Kollegen auf den Weg. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Sandra mich beobachtet. Dann schaue ich sie direkt an und zwinkere ihr zu. Sie errötet erneut. Draußen sage ich zu meinen Kollegen: "Unglaublich, sie macht keinen Hehl draus, dass sie auf Frauen steht, benimmt sich aber wie ein Teenager, der sich zum ersten Mal verknallt hat." "Und du nimmst sie auch noch ordentlich hoch", sagt Ulrich. "Ja sorry, ich bin so", sage ich gespielt trotzig. "Ja und heute besonders", sagt Ulrich und nimmt mich in den Arm. Ich lächele in die Runde. Der Rest des Arbeitstages ist ruhig und ich mache auch heute wieder früh Feierabend. Als ich bei Ulrich am Platz vorbeigehe, lässt er es sich nicht nehmen, einen seiner Sprüche loszulassen: "Hast Du die Woche halbe Tage oder warum gehst Du so früh nach Hause. Du hast doch bestimmt ein anders Date." "Ja habe ich, mit Fritz", antworte ich keck. Ulrich schaut leicht irritiert. "Fritz", fragt er. "Jepp, mein Trainer", sage ich knapp. "Was für ein Trainer, was trainierst Du denn?" fragt Ulrich. "Segelfliegen", antworte ich. "Ach so", sagt Ulrich "und morgen dann Ballonfahren, was?" Anscheinend glaubt er, dass ich ihn veräppeln will, also lasse ich ihn in dem Glauben und sage noch: "Nee, Ballonfahren nicht, das ist in dieser Gegend gefährlich." "Warum?" fragt Ulrich. "Weil es hier die seltene Spezies der Ballonspechte gibt. "Ballonspechte?", sagt er. "Ja, die hacken die Ballonhülle auf", sage ich. "Ey du sollst den alten Onkel nicht immer so veräppeln", sagt Ulrich grinsend. Lächelnd verabschiede ich mich.
Ich gehe zum Fahrradstand. Natürlich bekommt Sandra das auch mit. Aber dieses Mal verschwindet sie gleich wieder am Fenster. "War wohl doch etwas heftig, vorhin", denke ich mir. Egal, Fahrradschloss losgemacht und los geht es. Der gleiche Weg, wie am Montag, geradeaus über die Einfallstraße und nach ein paar hundert Meter in einen Feldweg abgebogen. Hinter mir fährt in einigem Abstand ein Auto. Bestimmt ein Landwirt", denke ich mir und schenke dem keine weitere Beachtung. Bald biegt der Weg rechts ab und grade aus geht ein schmaler Weg weiter, der ein Stück weiter mit einer ebenso schmalen Brücke über einen Fluss führt. Oben auf der Brücke bleibe ich kurz stehen und schaue ins Wasser. Es ist sehr klar und in der leichten Strömung tummeln sich ein paar Forellen. Ich will grade weiterfahren, da fällt mein Blick auf das Auto, welches hinter mir herfuhr. Da saß dann kein Landwirt drin. Sandra sitzt da drin. "Tse", sage ich leise zu mir, "verfolgt die mich." Nur hat sie jetzt keine Möglichkeit mehr dazu. Mit dem Auto kommt sie nicht über die Brücke. Ich fahre in Ruhe den Rest der Strecke bis zum Flugplatz und komme da auch bald an.
Zu Hause angekommen schicke ich Susanne das Foto was Fritz aufgenommen hat und dazu noch ein Selfie im Flieger, als ich in der Luft war. Prompt kommt eine Antwort: "Superschön, Steffi. Nimmst Du mich mal mit, wenn Du den Schein reaktiviert bekommen hast?" "Aber natürlich", antworte ich. Kurz darauf gehe ich ins Bett.
Am nächsten Morgen geht es genauso los, wie die anderen Tage. Aber irgendwie bin ich heute ziemlich gut gelaunt, beschwingt und habe fast schon wieder einen Schalk im Nacken. Heute trage ich ein helles Kleid mit großen Blumen darauf, dazu farblich abgestimmt Slingpumps mit kleinem Pfennigabsatz. Ein Paar Ballerina nehme ich zum fliegen mit. Ich nehme heute eine größere Tasche mit, in die ich mein Fernglas packe. Vielleicht habe ich zwischendrin beim fliegen mal Zeit da durch zu schauen. Die Ballerina passen auch noch mit in die Tasche. Auf dem kleinen Bildschirm an der Tür sehe ich, das Jochen bei mir vor der Tür steht. Er sieht ziemlich unschlüssig aus. Ich überlege ob und wie ich die Tür aufmachen. Ist aber eh egal, weil er ja sowieso Reißaus nimmt. Also mache ich die Tür normal auf und tue überrascht, ihn da zu sehen. Zu meinem Erstaunen rennt er dieses Mal nicht weg. "Guten Morgen, kann ich Dir helfen?" frage ich freundlich. "Äh, äh", stottert er, "seid ihr ein Paar, Susanne und Du?" "Nöö, wir sind gute Freundinnen", antworte ich, "ich bin zurzeit Single." "Äh, ja", sagt er noch, dann übermannt ihn wieder seine Schüchternheit. "Du bist so einer", rufe ich ihm grinsend hinterher. Gegenüber geht die Tür auf und Lisa schaut heraus. Ich habe vor einiger Zeit den Beiden auch so eine Kamera in die Tür eingebaut. "Guten Morgen Steffi", sagt Lisa, "ich hatte Stimmen gehört und dann habe ich mal nachgeschaut. Sag mal, was ist denn mit "Mister Lover" los?" "Der ist wohl schwer in mich verliebt", antworte ich, "das hat Ebi mir erzählt." "Ah ja", sagt Lisa grinsend. Ich ziehe meine Tür zu. "Darf ich noch mal was fragen?" fragt Lisa. "Na klar", antworte ich. "Du gehst immer so früh aus dem Haus und kommst abends spät nach Hause", hast Du so viel auf der Arbeit zu tun?" "Auf der Arbeit geht es eigentlich, aber danach habe ich noch privat was zu tun", sage ich, hole mein Handy heraus und zeige ihr die Fotos vom Segelfliegen. Lisas Augen werden groß, werden größer. "Du fliegst so ein Ding?" fragt sie schließlich. "Ja, ich reaktiviere grade meine Lizenz", antworte ich. "Super, Steffi, da würde ich gerne mal mitfliegen. Geht das?" fragt Lisa. "Klar, sobald ich die Lizenz habe darf ich das", antworte ich, "ich sage dann bescheid." "Toll", sagt Lisa.
Ich hole mein Fahrrad aus dem Keller. Als ich vor der Haustür stehe kommt Ebi. "Hallo schöne Frau", sagt er. "Huhu Ebi", sage ich, ihr seid ja alle ganz schön früh auf den Beinen heute." "Ja, ich muss zum Arzt heute", sagt er, "Routineuntersuchung." "OK", sage ich erleichtert. "Was ich Dir nur kurz sagen wollte", sagt Ebi, "die blonde Frau läuft da draußen herum." "Sandra?" frage ich erstaunt. "Genau, so heißt sie ja", sagt Ebi. "Wo hast Du sie denn gesehen?" frage ich. "Sie geht auf dem Weg zwischen den Häusern, hier rechts runter", sagt Ebi. "Aha, mal sehen, was passiert, wenn ich jetzt herausgehe", sage ich. Ich öffne die Haustür und gehe raus. Sehen tue ich sie nicht. Ich schwinge mich auf das Rad und fahre los. Als ich um die Hausecke radele, fahre ich sie fast über den Haufen. Erschrocken geht sie schnell weg. Ich schaue erstaunt hinterher. Dann fahre ich weiter zur Arbeit. Dabei denke ich über Sandra nach. "Warum macht sie sowas?" denke ich mir, "irgendwie scheint sie ja noch was zu wollen. Aber sie benimmt sich genauso pubertär, wie Jochen." Ich erreiche den Fahrradstand, schließe das Fahrrad ab und gehe zum Büro.
"Das wird ja jeden Tag schöner mit Dir", begrüßt mich Ulrich, der mit Torsten in der Kaffeeküche steht, "schönes Kleid, schicke Schuhe, super." "Danke schön", sage ich lieb und gehe zu meinem Platz. Ich stelle meine Tasche ab und fahre den Rechner hoch. Dann gehe ich nochmal zu den beiden, ziehe mir auch einen Kaffee und halte etwas Smalltalk mit den Beiden. Bis zum Mittag bin ich ein paar Mal unten in der Fertigung. Dass die Kollegen an den Montageplätzen und Maschinen mir hinterherschauen, bin ich mittlerweile gewöhnt. Ab und zu drehe ich mich auch mal um und schaue wie sie reagieren. Ein Kollege ist recht mutig und spricht mich an: "Ich kann gar nicht mehr glauben, dass Du ein Kerl bist/warst." "Danke", sage ich höflich. Mittags geht es in die Kantine. Wie schon am Montag taucht kurz nach uns Sandra mit ihren Kolleginnen auf. Wir sitzen vielleicht zehn Minuten, da kommt eine ihrer Kolleginnen zu und an den Tisch. "Kann ich mal kurz mit Dir reden?" fragt sie mich. "natürlich, setz dich", antworte ich höflich. "Nee, nicht hier", sagt sie. "Du Mädel, entschuldige, ich esse noch", sage ich freundlich, "aber Du kommst von Sandra, und sollst mich aushorchen, ob ich sie noch mag!?" Sie wird rot im Gesicht, stammelt irgendwas und geht zurück zu Sandra. Dort angekommen sagt sie etwas zu Sandra. Die wird rot im Gesicht. Im richtigen Moment schaue ich sie direkt an und schüttele lächelnd den Kopf. Jetzt wird sie noch röter, peinlich berührt steht sie auf und geht aus der Kantine. "Unglaublich!" kommentiere ich das. Meine Kollegen schauen amüsiert. Und auch die Herrschaften, die um uns herum sitzen sind am Grinsen. "Sie sind ja vielleicht eine Marke", sagt ein Herr, der mir schräg gegenübersitzt, freundlich zu mir. "Darf ich das als Kompliment auffassen?" frage ich lächelnd. Der Herr nickt. Sandra kommt wieder rein und setzt sich wieder auf ihren Platz, um weiter zu essen. Ich schaue sie diesmal nicht direkt an, ich sollte es lieber nicht übertreiben.
Ich mache mich dann mit meinen Kollegen auf den Weg. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Sandra mich beobachtet. Dann schaue ich sie direkt an und zwinkere ihr zu. Sie errötet erneut. Draußen sage ich zu meinen Kollegen: "Unglaublich, sie macht keinen Hehl draus, dass sie auf Frauen steht, benimmt sich aber wie ein Teenager, der sich zum ersten Mal verknallt hat." "Und du nimmst sie auch noch ordentlich hoch", sagt Ulrich. "Ja sorry, ich bin so", sage ich gespielt trotzig. "Ja und heute besonders", sagt Ulrich und nimmt mich in den Arm. Ich lächele in die Runde. Der Rest des Arbeitstages ist ruhig und ich mache auch heute wieder früh Feierabend. Als ich bei Ulrich am Platz vorbeigehe, lässt er es sich nicht nehmen, einen seiner Sprüche loszulassen: "Hast Du die Woche halbe Tage oder warum gehst Du so früh nach Hause. Du hast doch bestimmt ein anders Date." "Ja habe ich, mit Fritz", antworte ich keck. Ulrich schaut leicht irritiert. "Fritz", fragt er. "Jepp, mein Trainer", sage ich knapp. "Was für ein Trainer, was trainierst Du denn?" fragt Ulrich. "Segelfliegen", antworte ich. "Ach so", sagt Ulrich "und morgen dann Ballonfahren, was?" Anscheinend glaubt er, dass ich ihn veräppeln will, also lasse ich ihn in dem Glauben und sage noch: "Nee, Ballonfahren nicht, das ist in dieser Gegend gefährlich." "Warum?" fragt Ulrich. "Weil es hier die seltene Spezies der Ballonspechte gibt. "Ballonspechte?", sagt er. "Ja, die hacken die Ballonhülle auf", sage ich. "Ey du sollst den alten Onkel nicht immer so veräppeln", sagt Ulrich grinsend. Lächelnd verabschiede ich mich.
Ich gehe zum Fahrradstand. Natürlich bekommt Sandra das auch mit. Aber dieses Mal verschwindet sie gleich wieder am Fenster. "War wohl doch etwas heftig, vorhin", denke ich mir. Egal, Fahrradschloss losgemacht und los geht es. Der gleiche Weg, wie am Montag, geradeaus über die Einfallstraße und nach ein paar hundert Meter in einen Feldweg abgebogen. Hinter mir fährt in einigem Abstand ein Auto. Bestimmt ein Landwirt", denke ich mir und schenke dem keine weitere Beachtung. Bald biegt der Weg rechts ab und grade aus geht ein schmaler Weg weiter, der ein Stück weiter mit einer ebenso schmalen Brücke über einen Fluss führt. Oben auf der Brücke bleibe ich kurz stehen und schaue ins Wasser. Es ist sehr klar und in der leichten Strömung tummeln sich ein paar Forellen. Ich will grade weiterfahren, da fällt mein Blick auf das Auto, welches hinter mir herfuhr. Da saß dann kein Landwirt drin. Sandra sitzt da drin. "Tse", sage ich leise zu mir, "verfolgt die mich." Nur hat sie jetzt keine Möglichkeit mehr dazu. Mit dem Auto kommt sie nicht über die Brücke. Ich fahre in Ruhe den Rest der Strecke bis zum Flugplatz und komme da auch bald an.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Re: Blutengel
Auf dem Segelflugplatz Teil 4
Ich gehe ins Vereinsheim und treffe dort auf Daniele und Fritz. Fritz schaut mich von oben bis unten und wieder zurück an. "Sehr schön Steffi, das sieht gut aus, einen guten Geschmack hast Du", sagt er. Ich bedanke mich höflich. Daniela lächelt mich an. Dann kommt sie hinter ihrem Schreibtisch hervor und sagt: "Schau mal Steffi, ich habe mich heute mal getraut einen Rock zu tragen." Sie trägt einen knielangen, weitschwingenden weißen Sommerrock mit Blumenmuster. "Der sieht ja toll aus, steht Dir super, "sage ich lobend, "und mal ehrlich, Deine Beine brauchst Du überhaupt nicht zu verstecken." "Danke Steffi", sagt Daniela. Fritz genießt den Anblick. Ich zwinkere ihm zu. "Möchtest Du einen Kaffee, bevor es losgeht?" fragt Daniela. Den nehme ich gerne. "Ich habe noch mal über den Tag gestern nachgedacht, Steffi", sagt Fritz, "was ich von Dir gesehen habe ist überdurchschnittlich gut. Von daher brauchen wir es heute nicht mit Start und Landung überstrapazieren." Oh, danke", sage ich. "Mein Vorschlag wäre, dass Du noch ein, zwei Platzrunden fliegst und dann eine größere Runde", sagt Fritz, "ich begleite Dich in der Luft." "Oh cool", sage ich begeistert.
Ich stelle meine Kaffeetasse in den Geschirrspüler. Dann wechsele ich die Schuhe. "Die Ballerinas in der gleichen Farbe, wie die Slingpumps", sagt Daniela, "Du hast Stil, Steffi." Die Slings sind in Beige Lack und die Ballerinas auch. Die sind spitz in der Kappe und ohne Schleife. "Sehr schön", sagt Daniela verträumt. "Ich wette Dein Schuhschrank quillt über", witzelt Fritz , "Du hast doch bestimmt auch einen Schuhtick, wie so viele Frauen." Daniela schaut mich gespannt an. "Oh Ja!" sage ich und nicke stark, "vor allem Ballerinas, ich liebe Ballerinas." Jetzt lächelt Daniela. "Ist Dein Thema, was?" "Ja", antwortet sie grinsend, "zum Leidwesen von Dirk." Kurz darauf kommt Dirk herein. "Nein, meine Frau trägt einen Rock", sagt er begeistert. Dann dreht er sich zu mir um und schaut mich an. "Du bringst hier ja einen ordentlichen frischen Wind herein", sagt er lächelnd. Was Fritz dann ganz trocken mit: "Das hat der Laden aber auch mal nötig" kommentiert. Dirk lacht leise. "So kennen wir Dich", sagt er dann und klopft ihm auf die Schulter.
Gut gelaunt gehen Fritz und ich dann zu den Fliegern. Wir schieben meinen auf Position. "Sieht so aus, als wären wir alleine", bemerke ich. "Ja noch nichts los hier", sagt Fritz. Das Zugseil liegt auch schon, ich hake es dann auch gleich ein. "Ich funke mal die Winden an", sage ich und steige in den Flieger. "Seid ihr einsatzfähig", frage ich die Windenmannschaft. "Jau Steffi", höre Volker, "sag Bescheid, wenn Du soweit bist." Ich lege im Flieger dann alles an seinen Platz, die Tasche sichere ich gegen verrutschen. "Sehr sorgfältig", bemerkt Fritz. "Nicht, dass sich meine gesamte Kosmetik hier im Flieger verteilt", sage ich trocken. Fritz lacht und winkt ab. Ich bin dann soweit und schließe das Kabinendach. "Kann losgehen, ich bin startbereit", sage ich in Richtung Winden. "Na dann hoch mit Dir", sagt Volker über Funk. Und schon strafft sich das Seil und zieht den Flieger über den Rasen. Im nächsten Moment fängt der Flieger an zu schweben. Die Geschwindigkeit nimmt zu und ich ziehe den Steuerhebel ran. Da Bienchen ja die Steuerung sofort umsetzt, gehe ich schnell in den Steigflug. Die Platzrunde gedreht und zur Landung angesetzt.
Ich mache das Kabinendach auf und steige aus. Fritz kommt dazu und hilft mir den Flieger aus der Landebahn zu schieben. Ein Anhänger mit einem Wassertank steht in einiger Entfernung und ein Schlauch geht zu Fritz' Flieger. "Ich habe mal Ballastwasser aufgefüllt", sagt er, "das machen wir bei jetzt Dir auch." Nach einiger Zeit sind gut 150 Liter drin. Es ist immer noch nicht viel los. Wir schieben zuerst Fritz' Flieger auf die Startposition, dann meinen. Die Seile sind eingehängt. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir nicht gleichzeitig starten. Fritz startet zuerst. "Wir sehen uns dann oben", sagt er. Im nächsten Moment zieht die Winde an. Ich schaue hinterher. Es ist immer wieder faszinierend, obwohl ich das schon etliche Male gesehen habe. Das Seil klinkt aus und fällt mit einem kleinen Fallschirm als Bremse nach unten. Als das Seil unten ist kommt über Funk: "Fertig, Steffi?" "Fertig!" antworte ich und wieder geht"™s nach oben. Fritz zieht in der Nähe eine Warteschleife. Ich fliege hin. "So, Mädel dann flieg mal voraus und such mal eine ordentliche Thermik", sagt Fritz. "Alles klar", sage ich, "ich hätte da schon eine Idee." Quasi bei mir vor der Haustür sind ein paar Felder und Wiesen in einem Dreieck zwischen Ort, Kanal und Autobahn. Dort sieht man oft Greifvögel, die sich im Aufwind nach oben schrauben. Fritz fliegt etwas versetzt rechts neben mir. "Da unten wohne ich", sage ich, als wir die Siedlung überfliegen, "in einem der Häuser." "Schön am Ortsrand und die Straßenbahn vor der Tür", sagt Fritz.
Leicht ruckelt es an der linken Tragfläche. Intuitiv ziehe ich da hin. "Und aufwärts geht"™s", sage ich. Fritz folgt mir. "Genial Steffi", sagt Fritz. Über Funk gibt Fritz unsere Koordinaten durch, damit sich eventuell in der Nähe befindliche Segelflieger hier einfinden können. Mit dem vollen Ballast fliegt Bienchen ganz anders. Es reagiert zwar immer noch schnell auf die Steuerbefehle, aber ist nicht mehr so ruppig. So langsam kreiseln wir uns nach oben. Nach und nach finden sich immer mehr Flieger ein. Sieht schon cool aus, wie sich die Flieger mit einem selber in so einer riesen Spirale drehen. Mittendrin klingelt mein Handy. Lisas Nummer wird angezeigt. Meinen Funk stelle ich auf lautlos. Per Freisprecheinrichtung melde ich mich dann. "Hallo Steffi, ich sitze mit Herbert auf dem Balkon und sehe jede Menge Segelflieger über der großen Wiese", sagt Lisa, "Du bist aber nicht dabei, oder?" "Doch", antworte ich, "einer von den Beiden ganz oben." "Toll", sagt Lisa, fliegst Du schon alleine?" "Ja, tue ich", antworte ich. "Das ist schön", sagt sie noch, "dann möchte ich Dich aber nicht aufhalten." Ich mache meinen Funk wieder laut. "Langsam wir es ab er frisch hier", sage ich. Der Höhenmesser zeigt 3200 m und die Außentemperatur beträgt grade mal ein Grad Celsius. Wir fliegen aus der Thermik heraus. Vorsorglich hatte ich vor dem Start eine Strickjacke über meinen Sitz gehängt. Die ziehe ich mir jetzt an. "Tolle Technik", sagt Fritz, der sehr nah neben mir fliegt. Er macht dann noch ein Foto. "Stresst Dich das, wenn ich so nah dran bin?" fragt er mich. "Nöö", antworte ich, "ist alles gut. Du nutzt meinen Windschatten, was?" "Na ja, viel ist das nicht", antwortet Fritz. Wir fliegen Richtung Norden. "Wollen wir mal schauen, was in Gifhorn los ist?" fragt Fritz. "Können wir machen", antworte ich.
"Steffi, Fritz, seid ihr hier irgendwo in der Nähe?" höre ich Daniela fragen. "Wir sind grade auf Höhe der alten B4 über den Kanal rüber", antwortet Fritz. "Ah, dann sehen wir euch", sagt Daniela, "ich bin mit Dirk auf 260-° von euch aus." Kurz danach schließen sie zu uns auf. Jetzt fliegen wir zu viert weiter. "Die macht sich ja richtig gut, unsere Steffi", höre ich Dirk. "Als ob sie nie eine Pause gemacht hat", fügt Fritz hinzu. Ich fühle mich echt geschmeichelt. Wir haben grade meinen ehemaligen Wohnort überflogen. Ich führe die Formation an. Obwohl wir noch recht hoch sind, kann ich es mir nicht verkneifen: "Thermik!" Tatsächlich ruckelt uns eine heftige Thermik in knapp 2000 m durch. "Nix wie rein da", sagt Fritz. Jetzt gebe ich mal die Koordinaten für andere Flieger durch. "Danke, ihr seid meine Rettung", höre ich einen anderen Flieger sagen. "Wo musst Du hin?" fragt Daniela. "Nach Salzgitter", sagt er. Auch hier kommen immer mehr Flieger aus allen Richtungen. "Wo kommt ihr her?" fragt der Salzgitteraner. "Aus Braunschweig", antwortet Dirk. "Ich erinnere mich an eine frühere Begegnung mit einigen von eurem Verein", sagt der Salzgitteraner, "ein paar Leute von euch waren in der Nähe von Wolfenbüttel in der Luft. Und einer hat eine Thermik nach der anderen gefunden." Ich muss grinsen, an den Tag kann ich mich noch gut erinnern. "Unsere Thermiknatter?" fragt Dirk. "Ja genauso wurde er genannt", sagt der Herr aus Salzgitter. "Steffi, magst Du antworten?" fragt Dirk. "OK", antworte ich freundlich, "also Er ist jetzt Sie und führt die Viererformation ganz oben an." Pause im Funk. Dann wieder der aus Salzgitter: "Das ist ja ein Ding." "Ein hübsches Ding", sagt Fritz trocken. "Ach Du nun wieder", sage ich leicht verlegen. "Ihr könnt gerne mal auf einen Besuch bei uns vorbei kommen", sagt der Salzgitteraner. "Jetzt haben sie dich neugierig gemacht, was?" flaxe ich. "Ein bisschen schon", antwortet er. "So, Ende der Thermik in 3100 m", sagt Daniela, "Kurs 20-°?" "Ist OK", melden wir anderen. "Übernimmst Du die Führung?" frage ich. "Gerne", antwortet Daniela.
Nach einiger Zeit kommen wir über den Feldern zwischen Gifhorn und dem Tankumsee an. Von weitem sehe ich einige Greifvögel kreisen. "Seht ihr die Bussarde voraus?" frage ich. "Ja!" antworten die anderen. Daniela steuert in die Richtung und wir folgen. "Jawohl, hier geht"™s aufwärts", sagt Daniela. Als wir aus der Thermik raus sind, überfliegen wir Gifhorn in südwestlicher Richtung und machen uns dann auf den Rückweg nach Braunschweig. Daniela führt die Formation immer noch an. Sie fliegt einen ruhigen Stil und versucht eine hohe Gleitzahl zu halten. In der Nähe unseres Flugplatzes kommen wir in ca. 600 m Höhe an. "Los, Steffi, einen Aufwind noch", sagt Fritz. "OK", sage ich und sehe mich um. Für den Landeanflug muss man ein kleines Waldstück überfliegen. Dahinter gibt es Wiesen und Felder. Da steuere ich hin. Hinterm Waldrand erfasst uns noch mal ein Aufwind. "Unglaublich", sagt Dirk. "Das war jetzt Intuition", sage ich. In 2000 m Höhe sagt Fritz: "OK, wollen wir zurück zum Flugplatz?" Wir drei stimmen zu. So lange sollte es eigentlich gar nicht dauern, aber zu viert hat das richtig Spaß gemacht. Wir steuern den Flugplatz an und landen nacheinander. Mittlerweile sind ein paar mehr Leute da und schieben uns von der Landepiste weg. Ich öffne mein Kabinendach nehme meine Sachen heraus. Die Flieger sind jetzt heiß begehrt. "Du bist die Steffi, über die sie hier alle grade reden?" fragt mich einer der Leute, die mich eben geschoben haben. "Ja bin ich und wer bist Du? Irgendwie kenne ich Dich nicht von früher", sage ich. "Ich heiße Michael und bin seit ungefähr 12 Jahren hier", sagt er. "OK, dann können wir uns nicht kennen", sage ich, "ich war 15 Jahre raus." Dirk kommt dazu. "Komm, wir schieben Dich in die Warteposition", sagt er. "OK", sagt Michael und steigt in den Flieger, "mh, schönes Parfum hast Du, Steffi." Ich bedanke mich höflich und schiebe ihn mit Dirk zusammen auf die Warteposition. Guten Flug", wünsche ich ihm noch. Fritz und Daniela haben auch ein Flieger in die Warteposition geschoben. Zusammen gehen wir zurück zum Vereinsheim. "Ich glaube Du verdrehst hier Reihenweise den Männern den Kopf", sagt Daniela grinsend. "Hoffentlich kann Michael jetzt noch geradeaus fliegen", flaxt Fritz, "ich glaube bei dem hat es grade richtig eingeschlagen." "Echt? Ist mir gar nicht aufgefallen", sage ich, "da muss ich dann wohl mal üben."
Im Vereinsheim brauche ich erstmal einen ordentlichen Schluck Wasser, die ganze Zeit seit dem Feierabend habe ich nichts mehr getrunken. "So, Steffi", sagt Fritz, "ich bin neben dem Trainer auch Prüfer und würde dir am liebsten jetzt schon den Schein reaktivieren." Ich schaue ihn mit großen Augen an. "Das war wirklich toll, was Du kannst", sagt Fritz, "Du hast wirklich gar nichts verlernt." Ich bin immer noch sprachlos. Fritz sagt weiter: "Ich spreche mich noch mal mit einem anderen Prüfer ab, ob das so in Ordnung geht." Mehr als ein: "das ist ja stark" bekomme grade nicht heraus. "Wir machen dann am Freitag noch einen Start hinterm Flugzeug", sagt Fritz, "aber da sehe ich auch kein Problem. So wie Du beim Seilstart teilweise im Schwebeflug bleibst, bevor Du in den Steigflug gehst." "Na gut", sage ich, "machen wir so." Ich trinke noch einen Kaffee, den Daniela mir angeboten hat. Fritz verabschiedet sich. "Bis Freitag dann", sagt er. "Tschüss", sage ich. "Super, wie das mit Dir hier läuft", sagt Daniela, ich bin so happy, dass Du wieder bei uns bist." "Danke dir", sage ich, "aber mit so einer Truppe macht es auch Spaß." Ich trinke den Kaffee aus und sage dann: "Ich gehe mal zu den Winden." Wir sind trotz des langen Fluges heut etwas eher fertig geworden. Ich möchte mir jetzt nochmal ein Bild von der Winde mit dem Lagerschaden machen. Ich komme bei den Winden an. Rainer sieht sehr angespannt aus. "Na, nicht gut?" frage ich. Er macht ein sorgenvolles Gesicht. Ich gehe zur Winde. Grade bringt das Seilschleppauto das Seil zum Startplatz. Kurz darauf läuft die Winde an. "Alter Schwede, das scheppert aber", sage ich. Der Flieger ist oben und das Seil kommt runter. Dann schraube ich mit Volker zusammen das Abdeckblech ab. Das Seil wird wieder zum Startplatz gebracht. Und wieder zieht die Winde an. Was ich jetzt sehe lässt mich bleich werden. Die ganze sich drehende Apparatur vibriert und zittert extrem. Ich schaue Rainer und Volker an. "Ich würde sie sofort abstellen", sage ich, "nicht das die ganze Aufhängung auch noch einen abkriegt." "Ich rufe mal Dirk an", sagt Volker. Der kommt dann auch prompt. Wir erklären ihm die Situation. Beim nächsten Start sieht er es auch. "Nee, sofort abstellen", ist auch seine Meinung. "Wir müssen den Fliegern oben Bescheid sagen, dass wir nur noch eine Winde haben", sagt Dirk. "Lass uns doch mit dem Seilschleppauto mitfahren", sage ich. "OK", sagt Dirk. Wir fahren dann mit Rolf hoch zu den wartenden Fliegern. Dann erklären wir die Situation. Die Leute sind einsichtig. Ich erkläre, dass wir die Reparatur weitestgehend vorbereitet haben und die Winde voraussichtlich am Samstag wieder läuft. Dirk fragt noch beim Motorflugsport Verein nach, ob die mit dem Schleppflugzeug aushelfen können. Das scheint kein Problem zu sein. "Mit der Winde bekommt man zwar mehr Starts in der gleichen Zeit hin, aber besser als gar nichts ist es allemal", sagt Dirk.
Zusammen gehen wir zum Vereinsheim. Rainer hat schon den LKW mit der Winde vor die Werkstatt gefahren. Ich gehe mich kurz umziehen und gehe dann zur Werkstatt rüber. Der LKW steht mittlerweile in der Werkstatt. "Passt ja grade so hier rein", bemerke ich. Volker kommt dazu. "Wir bauen schon mal alles auseinander und säubern alles", sagt Rainer, "schaust Du nach den neuen Schalen, ob das soweit OK ist?" "Mache ich", sage ich. Ich schaue noch mal, ob das Tragbild der Schalen OK ist, ob wir vielleicht etwas übersehen haben. Nach einer Stunde befinde ich alles für gut. Rainer und Volker haben gut zu tun. "Boah, sind die Schrauben fest", sagt Rainer. Nach gut einer weiteren Stunde sind die oberen Lageschalen ab. Ich säubere sie und schau sie mir an. Die beiden kommen dazu. "Was meinst Du, Steffi?" fragt Volker. "So wie das aussieht muss irgendwann mal die Schmierung ausgefallen sein", sage ich, "oder das Schmiermittel nicht aufgefüllt worden sein." Ich kann mich da nicht dran erinnern", sagt Volker. "Das muss auch nicht unbedingt grade vor kurzem passiert sein", sage ich, "das kann sich durchaus über Jahre hinweg ziehen." Volker und Rainer schauen sich an. "Wir haben zwischendrin mal ausgesetzt" sagt Rainer, "da haben andere die Winden bedient." "Wenn die das nur halbherzig gemacht haben, ist das jetzt das Resultat", sagt Volker, "aber kann man jetzt auch nicht mehr ändern." Wir schauen uns nochmal die Spindel an. "Ups, da sind ja ordentliche Riefen drauf", sage ich. "Man gut, dass wir schon die neuen Bauteile soweit fertig haben", sagt Rainer, "lass uns jetzt Feierabend machen. Volker und ich machen morgen weiter und Du bist dann Freitag wieder hier." "Genau", sage ich. Rainer bringt mich wieder nach Hause. "Danke", sage ich, als wir dort ankommen. Rainer lädt das Fahrrad ab. "Bis Freitag dann", sagt er, "und lass Dich mal ordentlich drücken." "Bis Freitag", sage ich auch und lasse mich ordentlich drücken. Zum Abschied geben ich ihm noch einen Kuss auf die Wange. Dann fährt er vom Hof. In der Wohnung angekommen, gehe ich noch mal schnell duschen, weil ich doch etwas dreckig geworden bin, beim Schrauben. Und dann gehe ich ohne Umwege gleich ins Bett. Der Tag war anstrengend, aber hat sehr viel Spaß gemacht.
Ich gehe ins Vereinsheim und treffe dort auf Daniele und Fritz. Fritz schaut mich von oben bis unten und wieder zurück an. "Sehr schön Steffi, das sieht gut aus, einen guten Geschmack hast Du", sagt er. Ich bedanke mich höflich. Daniela lächelt mich an. Dann kommt sie hinter ihrem Schreibtisch hervor und sagt: "Schau mal Steffi, ich habe mich heute mal getraut einen Rock zu tragen." Sie trägt einen knielangen, weitschwingenden weißen Sommerrock mit Blumenmuster. "Der sieht ja toll aus, steht Dir super, "sage ich lobend, "und mal ehrlich, Deine Beine brauchst Du überhaupt nicht zu verstecken." "Danke Steffi", sagt Daniela. Fritz genießt den Anblick. Ich zwinkere ihm zu. "Möchtest Du einen Kaffee, bevor es losgeht?" fragt Daniela. Den nehme ich gerne. "Ich habe noch mal über den Tag gestern nachgedacht, Steffi", sagt Fritz, "was ich von Dir gesehen habe ist überdurchschnittlich gut. Von daher brauchen wir es heute nicht mit Start und Landung überstrapazieren." Oh, danke", sage ich. "Mein Vorschlag wäre, dass Du noch ein, zwei Platzrunden fliegst und dann eine größere Runde", sagt Fritz, "ich begleite Dich in der Luft." "Oh cool", sage ich begeistert.
Ich stelle meine Kaffeetasse in den Geschirrspüler. Dann wechsele ich die Schuhe. "Die Ballerinas in der gleichen Farbe, wie die Slingpumps", sagt Daniela, "Du hast Stil, Steffi." Die Slings sind in Beige Lack und die Ballerinas auch. Die sind spitz in der Kappe und ohne Schleife. "Sehr schön", sagt Daniela verträumt. "Ich wette Dein Schuhschrank quillt über", witzelt Fritz , "Du hast doch bestimmt auch einen Schuhtick, wie so viele Frauen." Daniela schaut mich gespannt an. "Oh Ja!" sage ich und nicke stark, "vor allem Ballerinas, ich liebe Ballerinas." Jetzt lächelt Daniela. "Ist Dein Thema, was?" "Ja", antwortet sie grinsend, "zum Leidwesen von Dirk." Kurz darauf kommt Dirk herein. "Nein, meine Frau trägt einen Rock", sagt er begeistert. Dann dreht er sich zu mir um und schaut mich an. "Du bringst hier ja einen ordentlichen frischen Wind herein", sagt er lächelnd. Was Fritz dann ganz trocken mit: "Das hat der Laden aber auch mal nötig" kommentiert. Dirk lacht leise. "So kennen wir Dich", sagt er dann und klopft ihm auf die Schulter.
Gut gelaunt gehen Fritz und ich dann zu den Fliegern. Wir schieben meinen auf Position. "Sieht so aus, als wären wir alleine", bemerke ich. "Ja noch nichts los hier", sagt Fritz. Das Zugseil liegt auch schon, ich hake es dann auch gleich ein. "Ich funke mal die Winden an", sage ich und steige in den Flieger. "Seid ihr einsatzfähig", frage ich die Windenmannschaft. "Jau Steffi", höre Volker, "sag Bescheid, wenn Du soweit bist." Ich lege im Flieger dann alles an seinen Platz, die Tasche sichere ich gegen verrutschen. "Sehr sorgfältig", bemerkt Fritz. "Nicht, dass sich meine gesamte Kosmetik hier im Flieger verteilt", sage ich trocken. Fritz lacht und winkt ab. Ich bin dann soweit und schließe das Kabinendach. "Kann losgehen, ich bin startbereit", sage ich in Richtung Winden. "Na dann hoch mit Dir", sagt Volker über Funk. Und schon strafft sich das Seil und zieht den Flieger über den Rasen. Im nächsten Moment fängt der Flieger an zu schweben. Die Geschwindigkeit nimmt zu und ich ziehe den Steuerhebel ran. Da Bienchen ja die Steuerung sofort umsetzt, gehe ich schnell in den Steigflug. Die Platzrunde gedreht und zur Landung angesetzt.
Ich mache das Kabinendach auf und steige aus. Fritz kommt dazu und hilft mir den Flieger aus der Landebahn zu schieben. Ein Anhänger mit einem Wassertank steht in einiger Entfernung und ein Schlauch geht zu Fritz' Flieger. "Ich habe mal Ballastwasser aufgefüllt", sagt er, "das machen wir bei jetzt Dir auch." Nach einiger Zeit sind gut 150 Liter drin. Es ist immer noch nicht viel los. Wir schieben zuerst Fritz' Flieger auf die Startposition, dann meinen. Die Seile sind eingehängt. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir nicht gleichzeitig starten. Fritz startet zuerst. "Wir sehen uns dann oben", sagt er. Im nächsten Moment zieht die Winde an. Ich schaue hinterher. Es ist immer wieder faszinierend, obwohl ich das schon etliche Male gesehen habe. Das Seil klinkt aus und fällt mit einem kleinen Fallschirm als Bremse nach unten. Als das Seil unten ist kommt über Funk: "Fertig, Steffi?" "Fertig!" antworte ich und wieder geht"™s nach oben. Fritz zieht in der Nähe eine Warteschleife. Ich fliege hin. "So, Mädel dann flieg mal voraus und such mal eine ordentliche Thermik", sagt Fritz. "Alles klar", sage ich, "ich hätte da schon eine Idee." Quasi bei mir vor der Haustür sind ein paar Felder und Wiesen in einem Dreieck zwischen Ort, Kanal und Autobahn. Dort sieht man oft Greifvögel, die sich im Aufwind nach oben schrauben. Fritz fliegt etwas versetzt rechts neben mir. "Da unten wohne ich", sage ich, als wir die Siedlung überfliegen, "in einem der Häuser." "Schön am Ortsrand und die Straßenbahn vor der Tür", sagt Fritz.
Leicht ruckelt es an der linken Tragfläche. Intuitiv ziehe ich da hin. "Und aufwärts geht"™s", sage ich. Fritz folgt mir. "Genial Steffi", sagt Fritz. Über Funk gibt Fritz unsere Koordinaten durch, damit sich eventuell in der Nähe befindliche Segelflieger hier einfinden können. Mit dem vollen Ballast fliegt Bienchen ganz anders. Es reagiert zwar immer noch schnell auf die Steuerbefehle, aber ist nicht mehr so ruppig. So langsam kreiseln wir uns nach oben. Nach und nach finden sich immer mehr Flieger ein. Sieht schon cool aus, wie sich die Flieger mit einem selber in so einer riesen Spirale drehen. Mittendrin klingelt mein Handy. Lisas Nummer wird angezeigt. Meinen Funk stelle ich auf lautlos. Per Freisprecheinrichtung melde ich mich dann. "Hallo Steffi, ich sitze mit Herbert auf dem Balkon und sehe jede Menge Segelflieger über der großen Wiese", sagt Lisa, "Du bist aber nicht dabei, oder?" "Doch", antworte ich, "einer von den Beiden ganz oben." "Toll", sagt Lisa, fliegst Du schon alleine?" "Ja, tue ich", antworte ich. "Das ist schön", sagt sie noch, "dann möchte ich Dich aber nicht aufhalten." Ich mache meinen Funk wieder laut. "Langsam wir es ab er frisch hier", sage ich. Der Höhenmesser zeigt 3200 m und die Außentemperatur beträgt grade mal ein Grad Celsius. Wir fliegen aus der Thermik heraus. Vorsorglich hatte ich vor dem Start eine Strickjacke über meinen Sitz gehängt. Die ziehe ich mir jetzt an. "Tolle Technik", sagt Fritz, der sehr nah neben mir fliegt. Er macht dann noch ein Foto. "Stresst Dich das, wenn ich so nah dran bin?" fragt er mich. "Nöö", antworte ich, "ist alles gut. Du nutzt meinen Windschatten, was?" "Na ja, viel ist das nicht", antwortet Fritz. Wir fliegen Richtung Norden. "Wollen wir mal schauen, was in Gifhorn los ist?" fragt Fritz. "Können wir machen", antworte ich.
"Steffi, Fritz, seid ihr hier irgendwo in der Nähe?" höre ich Daniela fragen. "Wir sind grade auf Höhe der alten B4 über den Kanal rüber", antwortet Fritz. "Ah, dann sehen wir euch", sagt Daniela, "ich bin mit Dirk auf 260-° von euch aus." Kurz danach schließen sie zu uns auf. Jetzt fliegen wir zu viert weiter. "Die macht sich ja richtig gut, unsere Steffi", höre ich Dirk. "Als ob sie nie eine Pause gemacht hat", fügt Fritz hinzu. Ich fühle mich echt geschmeichelt. Wir haben grade meinen ehemaligen Wohnort überflogen. Ich führe die Formation an. Obwohl wir noch recht hoch sind, kann ich es mir nicht verkneifen: "Thermik!" Tatsächlich ruckelt uns eine heftige Thermik in knapp 2000 m durch. "Nix wie rein da", sagt Fritz. Jetzt gebe ich mal die Koordinaten für andere Flieger durch. "Danke, ihr seid meine Rettung", höre ich einen anderen Flieger sagen. "Wo musst Du hin?" fragt Daniela. "Nach Salzgitter", sagt er. Auch hier kommen immer mehr Flieger aus allen Richtungen. "Wo kommt ihr her?" fragt der Salzgitteraner. "Aus Braunschweig", antwortet Dirk. "Ich erinnere mich an eine frühere Begegnung mit einigen von eurem Verein", sagt der Salzgitteraner, "ein paar Leute von euch waren in der Nähe von Wolfenbüttel in der Luft. Und einer hat eine Thermik nach der anderen gefunden." Ich muss grinsen, an den Tag kann ich mich noch gut erinnern. "Unsere Thermiknatter?" fragt Dirk. "Ja genauso wurde er genannt", sagt der Herr aus Salzgitter. "Steffi, magst Du antworten?" fragt Dirk. "OK", antworte ich freundlich, "also Er ist jetzt Sie und führt die Viererformation ganz oben an." Pause im Funk. Dann wieder der aus Salzgitter: "Das ist ja ein Ding." "Ein hübsches Ding", sagt Fritz trocken. "Ach Du nun wieder", sage ich leicht verlegen. "Ihr könnt gerne mal auf einen Besuch bei uns vorbei kommen", sagt der Salzgitteraner. "Jetzt haben sie dich neugierig gemacht, was?" flaxe ich. "Ein bisschen schon", antwortet er. "So, Ende der Thermik in 3100 m", sagt Daniela, "Kurs 20-°?" "Ist OK", melden wir anderen. "Übernimmst Du die Führung?" frage ich. "Gerne", antwortet Daniela.
Nach einiger Zeit kommen wir über den Feldern zwischen Gifhorn und dem Tankumsee an. Von weitem sehe ich einige Greifvögel kreisen. "Seht ihr die Bussarde voraus?" frage ich. "Ja!" antworten die anderen. Daniela steuert in die Richtung und wir folgen. "Jawohl, hier geht"™s aufwärts", sagt Daniela. Als wir aus der Thermik raus sind, überfliegen wir Gifhorn in südwestlicher Richtung und machen uns dann auf den Rückweg nach Braunschweig. Daniela führt die Formation immer noch an. Sie fliegt einen ruhigen Stil und versucht eine hohe Gleitzahl zu halten. In der Nähe unseres Flugplatzes kommen wir in ca. 600 m Höhe an. "Los, Steffi, einen Aufwind noch", sagt Fritz. "OK", sage ich und sehe mich um. Für den Landeanflug muss man ein kleines Waldstück überfliegen. Dahinter gibt es Wiesen und Felder. Da steuere ich hin. Hinterm Waldrand erfasst uns noch mal ein Aufwind. "Unglaublich", sagt Dirk. "Das war jetzt Intuition", sage ich. In 2000 m Höhe sagt Fritz: "OK, wollen wir zurück zum Flugplatz?" Wir drei stimmen zu. So lange sollte es eigentlich gar nicht dauern, aber zu viert hat das richtig Spaß gemacht. Wir steuern den Flugplatz an und landen nacheinander. Mittlerweile sind ein paar mehr Leute da und schieben uns von der Landepiste weg. Ich öffne mein Kabinendach nehme meine Sachen heraus. Die Flieger sind jetzt heiß begehrt. "Du bist die Steffi, über die sie hier alle grade reden?" fragt mich einer der Leute, die mich eben geschoben haben. "Ja bin ich und wer bist Du? Irgendwie kenne ich Dich nicht von früher", sage ich. "Ich heiße Michael und bin seit ungefähr 12 Jahren hier", sagt er. "OK, dann können wir uns nicht kennen", sage ich, "ich war 15 Jahre raus." Dirk kommt dazu. "Komm, wir schieben Dich in die Warteposition", sagt er. "OK", sagt Michael und steigt in den Flieger, "mh, schönes Parfum hast Du, Steffi." Ich bedanke mich höflich und schiebe ihn mit Dirk zusammen auf die Warteposition. Guten Flug", wünsche ich ihm noch. Fritz und Daniela haben auch ein Flieger in die Warteposition geschoben. Zusammen gehen wir zurück zum Vereinsheim. "Ich glaube Du verdrehst hier Reihenweise den Männern den Kopf", sagt Daniela grinsend. "Hoffentlich kann Michael jetzt noch geradeaus fliegen", flaxt Fritz, "ich glaube bei dem hat es grade richtig eingeschlagen." "Echt? Ist mir gar nicht aufgefallen", sage ich, "da muss ich dann wohl mal üben."
Im Vereinsheim brauche ich erstmal einen ordentlichen Schluck Wasser, die ganze Zeit seit dem Feierabend habe ich nichts mehr getrunken. "So, Steffi", sagt Fritz, "ich bin neben dem Trainer auch Prüfer und würde dir am liebsten jetzt schon den Schein reaktivieren." Ich schaue ihn mit großen Augen an. "Das war wirklich toll, was Du kannst", sagt Fritz, "Du hast wirklich gar nichts verlernt." Ich bin immer noch sprachlos. Fritz sagt weiter: "Ich spreche mich noch mal mit einem anderen Prüfer ab, ob das so in Ordnung geht." Mehr als ein: "das ist ja stark" bekomme grade nicht heraus. "Wir machen dann am Freitag noch einen Start hinterm Flugzeug", sagt Fritz, "aber da sehe ich auch kein Problem. So wie Du beim Seilstart teilweise im Schwebeflug bleibst, bevor Du in den Steigflug gehst." "Na gut", sage ich, "machen wir so." Ich trinke noch einen Kaffee, den Daniela mir angeboten hat. Fritz verabschiedet sich. "Bis Freitag dann", sagt er. "Tschüss", sage ich. "Super, wie das mit Dir hier läuft", sagt Daniela, ich bin so happy, dass Du wieder bei uns bist." "Danke dir", sage ich, "aber mit so einer Truppe macht es auch Spaß." Ich trinke den Kaffee aus und sage dann: "Ich gehe mal zu den Winden." Wir sind trotz des langen Fluges heut etwas eher fertig geworden. Ich möchte mir jetzt nochmal ein Bild von der Winde mit dem Lagerschaden machen. Ich komme bei den Winden an. Rainer sieht sehr angespannt aus. "Na, nicht gut?" frage ich. Er macht ein sorgenvolles Gesicht. Ich gehe zur Winde. Grade bringt das Seilschleppauto das Seil zum Startplatz. Kurz darauf läuft die Winde an. "Alter Schwede, das scheppert aber", sage ich. Der Flieger ist oben und das Seil kommt runter. Dann schraube ich mit Volker zusammen das Abdeckblech ab. Das Seil wird wieder zum Startplatz gebracht. Und wieder zieht die Winde an. Was ich jetzt sehe lässt mich bleich werden. Die ganze sich drehende Apparatur vibriert und zittert extrem. Ich schaue Rainer und Volker an. "Ich würde sie sofort abstellen", sage ich, "nicht das die ganze Aufhängung auch noch einen abkriegt." "Ich rufe mal Dirk an", sagt Volker. Der kommt dann auch prompt. Wir erklären ihm die Situation. Beim nächsten Start sieht er es auch. "Nee, sofort abstellen", ist auch seine Meinung. "Wir müssen den Fliegern oben Bescheid sagen, dass wir nur noch eine Winde haben", sagt Dirk. "Lass uns doch mit dem Seilschleppauto mitfahren", sage ich. "OK", sagt Dirk. Wir fahren dann mit Rolf hoch zu den wartenden Fliegern. Dann erklären wir die Situation. Die Leute sind einsichtig. Ich erkläre, dass wir die Reparatur weitestgehend vorbereitet haben und die Winde voraussichtlich am Samstag wieder läuft. Dirk fragt noch beim Motorflugsport Verein nach, ob die mit dem Schleppflugzeug aushelfen können. Das scheint kein Problem zu sein. "Mit der Winde bekommt man zwar mehr Starts in der gleichen Zeit hin, aber besser als gar nichts ist es allemal", sagt Dirk.
Zusammen gehen wir zum Vereinsheim. Rainer hat schon den LKW mit der Winde vor die Werkstatt gefahren. Ich gehe mich kurz umziehen und gehe dann zur Werkstatt rüber. Der LKW steht mittlerweile in der Werkstatt. "Passt ja grade so hier rein", bemerke ich. Volker kommt dazu. "Wir bauen schon mal alles auseinander und säubern alles", sagt Rainer, "schaust Du nach den neuen Schalen, ob das soweit OK ist?" "Mache ich", sage ich. Ich schaue noch mal, ob das Tragbild der Schalen OK ist, ob wir vielleicht etwas übersehen haben. Nach einer Stunde befinde ich alles für gut. Rainer und Volker haben gut zu tun. "Boah, sind die Schrauben fest", sagt Rainer. Nach gut einer weiteren Stunde sind die oberen Lageschalen ab. Ich säubere sie und schau sie mir an. Die beiden kommen dazu. "Was meinst Du, Steffi?" fragt Volker. "So wie das aussieht muss irgendwann mal die Schmierung ausgefallen sein", sage ich, "oder das Schmiermittel nicht aufgefüllt worden sein." Ich kann mich da nicht dran erinnern", sagt Volker. "Das muss auch nicht unbedingt grade vor kurzem passiert sein", sage ich, "das kann sich durchaus über Jahre hinweg ziehen." Volker und Rainer schauen sich an. "Wir haben zwischendrin mal ausgesetzt" sagt Rainer, "da haben andere die Winden bedient." "Wenn die das nur halbherzig gemacht haben, ist das jetzt das Resultat", sagt Volker, "aber kann man jetzt auch nicht mehr ändern." Wir schauen uns nochmal die Spindel an. "Ups, da sind ja ordentliche Riefen drauf", sage ich. "Man gut, dass wir schon die neuen Bauteile soweit fertig haben", sagt Rainer, "lass uns jetzt Feierabend machen. Volker und ich machen morgen weiter und Du bist dann Freitag wieder hier." "Genau", sage ich. Rainer bringt mich wieder nach Hause. "Danke", sage ich, als wir dort ankommen. Rainer lädt das Fahrrad ab. "Bis Freitag dann", sagt er, "und lass Dich mal ordentlich drücken." "Bis Freitag", sage ich auch und lasse mich ordentlich drücken. Zum Abschied geben ich ihm noch einen Kuss auf die Wange. Dann fährt er vom Hof. In der Wohnung angekommen, gehe ich noch mal schnell duschen, weil ich doch etwas dreckig geworden bin, beim Schrauben. Und dann gehe ich ohne Umwege gleich ins Bett. Der Tag war anstrengend, aber hat sehr viel Spaß gemacht.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Kerstin
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Re: Blutengel
Hallo Stephanie
Danke für die tolle Geschichte. Eine Frage habe ich aber doch. Bist du selbst schon geflogen?
So wie du die Vorgänge beschreibst kann man das glatt annehmen.
LG Kerstin
Danke für die tolle Geschichte. Eine Frage habe ich aber doch. Bist du selbst schon geflogen?
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Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Stephanie
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Re: Blutengel
Hallo Kerstin,
ja, ich habe in jungen Jahren mal reingeschnuppert. Mehr ist dann aber nicht draus geworden. Später bin ich gelegentlich bei einem Freund mitgeflogen und durfte auch mal ans Steuer.
Liebe Grüße Stephanie
ja, ich habe in jungen Jahren mal reingeschnuppert. Mehr ist dann aber nicht draus geworden. Später bin ich gelegentlich bei einem Freund mitgeflogen und durfte auch mal ans Steuer.
Liebe Grüße Stephanie
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Satinxsilk
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