ein gutes Gespräch mit dem Chef
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sbsr
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ein gutes Gespräch mit dem Chef
Hallo zusammen,
ich möchte heute von etwas erfreulichem berichten, den Titel "ein gutes Gespräch" könnte man ergänzen mit "über etwas, das schon lange klar war".
Im Vorfeld hatte ich darüber nachgedacht, im Jahresgespräch mit dem Chef meine optisch offensichtliche Veränderung zu thematisieren, und mich dazu entschieden es dem Gesprächsverlauf zu überlassen. Als sich die Gelegenheit bot bzw. das Gespräch sowieso in Richtung Wohlbefinden im Job ging, habe ich eine vorsichtige Bemerkung fallen lassen und sofort gemerkt, mein Chef ist diesbezüglich durchaus interessiert. Am Ende hatten wir uns eine knappe halbe Stunde darüber unterhalten, er wollte sogar wissen wie das in der Öffentlichkeit läuft, wie allgemein die Toleranz ist und wie Familie und Freunde reagieren, aber auch technische Details wie zum Beispiel eine Namensänderung abläuft.
Das wichtigste war jedoch, dass es für ihn unerheblich ist. Wir sind stets ehrlich zueinander, deshalb glaube ich an die Aufrichtigkeit in dieser Aussage, für ihn ist es vollkommen unerheblich, ob ich hier in Hose oder Rock auftauche und falls ich mich dazu entscheiden sollte, weitere Schritte in diese Richtung zu gehen, würde er hinter mir stehen. Seine Einstellung zu dem Thema ist im Grunde die beste, die unsereins widerfahren kann, egal ob Mann oder Frau und egal in welcher Kleidung oder Aufmachung, für ihn zählt als erstes der Mensch, als zweites die Arbeitsleistung, und sonst nichts. Wortwörtlich sagte er "es interessiert mich nicht, aber nicht im Sinne von kein Interesse, sondern weil es irrelevant ist".
Natürlich war ihm meine Veränderung in den letzten drei Jahren nicht verborgen geblieben, und ich hatte immer schon die Vermutung, dass er kein Problem damit hat, trotzdem war es nicht verkehrt sich einmal darüber auszutauschen. Auch allgemein in meiner Abteilung habe ich ja schon länger den Eindruck, dass sich niemand daran stört. Ein Grund dafür, und dieser Meinung ist auch mein Chef, wird höchstwahrscheinlich sein, weil ich unter meinen KollegInnen fachlich ein gewisses Ansehen erlangt habe, und auch menschlich mit allen gut zurecht komme.
Jetzt kommt das große Dilemma an der Nummer. Vermutlich wäre es tatsächlich keine große Sache, wenn ich hier im Rock auftauche, der Gedanke wird immer realer und der Frust größer über jeden Tag, an dem ich es nicht einfach gemacht habe. Trotzdem kann ich mich irgendwie nicht dazu durchringen, noch viel weniger habe ich Lust auf einen Spießrutenlauf vom Parkplatz durch die Fabrik bis zum Büro.
ich möchte heute von etwas erfreulichem berichten, den Titel "ein gutes Gespräch" könnte man ergänzen mit "über etwas, das schon lange klar war".
Im Vorfeld hatte ich darüber nachgedacht, im Jahresgespräch mit dem Chef meine optisch offensichtliche Veränderung zu thematisieren, und mich dazu entschieden es dem Gesprächsverlauf zu überlassen. Als sich die Gelegenheit bot bzw. das Gespräch sowieso in Richtung Wohlbefinden im Job ging, habe ich eine vorsichtige Bemerkung fallen lassen und sofort gemerkt, mein Chef ist diesbezüglich durchaus interessiert. Am Ende hatten wir uns eine knappe halbe Stunde darüber unterhalten, er wollte sogar wissen wie das in der Öffentlichkeit läuft, wie allgemein die Toleranz ist und wie Familie und Freunde reagieren, aber auch technische Details wie zum Beispiel eine Namensänderung abläuft.
Das wichtigste war jedoch, dass es für ihn unerheblich ist. Wir sind stets ehrlich zueinander, deshalb glaube ich an die Aufrichtigkeit in dieser Aussage, für ihn ist es vollkommen unerheblich, ob ich hier in Hose oder Rock auftauche und falls ich mich dazu entscheiden sollte, weitere Schritte in diese Richtung zu gehen, würde er hinter mir stehen. Seine Einstellung zu dem Thema ist im Grunde die beste, die unsereins widerfahren kann, egal ob Mann oder Frau und egal in welcher Kleidung oder Aufmachung, für ihn zählt als erstes der Mensch, als zweites die Arbeitsleistung, und sonst nichts. Wortwörtlich sagte er "es interessiert mich nicht, aber nicht im Sinne von kein Interesse, sondern weil es irrelevant ist".
Natürlich war ihm meine Veränderung in den letzten drei Jahren nicht verborgen geblieben, und ich hatte immer schon die Vermutung, dass er kein Problem damit hat, trotzdem war es nicht verkehrt sich einmal darüber auszutauschen. Auch allgemein in meiner Abteilung habe ich ja schon länger den Eindruck, dass sich niemand daran stört. Ein Grund dafür, und dieser Meinung ist auch mein Chef, wird höchstwahrscheinlich sein, weil ich unter meinen KollegInnen fachlich ein gewisses Ansehen erlangt habe, und auch menschlich mit allen gut zurecht komme.
Jetzt kommt das große Dilemma an der Nummer. Vermutlich wäre es tatsächlich keine große Sache, wenn ich hier im Rock auftauche, der Gedanke wird immer realer und der Frust größer über jeden Tag, an dem ich es nicht einfach gemacht habe. Trotzdem kann ich mich irgendwie nicht dazu durchringen, noch viel weniger habe ich Lust auf einen Spießrutenlauf vom Parkplatz durch die Fabrik bis zum Büro.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Zeiten ändern sich ganz offensichtlich zum Positiven hin. Klasse.
Die Sache mit dem Rock, dazu muß man wirklich bereit sein, denn ein Rock ist doch etwas sehr Besonderes. Das macht etwas mit einem selbst, fordert das Selbstbewußtsein zu 100 % heraus. Das ist so ähnlich wie zum ersten Mal im Korsett allerdings mit Hose. So grade und Selbstsicher bin ich selten, denn ein Korsett ist nicht gerade ein bequemes Kleidungsstück. Es länger zu tragen erfordert viel Übung. Ich bräuchte dringend mal wieder ein Neues, bin etwas aus dem Leim gegangen.
Aber du hast Zeit, zwing dich nicht zu eiligen Schritten, vielleicht kommt schon morgen einer und fragt:
" Was ist denn nu mit Rock ?"
Wünsche dir alles erdeklich Gute
Petra Sofie
Die Sache mit dem Rock, dazu muß man wirklich bereit sein, denn ein Rock ist doch etwas sehr Besonderes. Das macht etwas mit einem selbst, fordert das Selbstbewußtsein zu 100 % heraus. Das ist so ähnlich wie zum ersten Mal im Korsett allerdings mit Hose. So grade und Selbstsicher bin ich selten, denn ein Korsett ist nicht gerade ein bequemes Kleidungsstück. Es länger zu tragen erfordert viel Übung. Ich bräuchte dringend mal wieder ein Neues, bin etwas aus dem Leim gegangen.
Aber du hast Zeit, zwing dich nicht zu eiligen Schritten, vielleicht kommt schon morgen einer und fragt:
" Was ist denn nu mit Rock ?"
Wünsche dir alles erdeklich Gute
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Svetlana L
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Nun kenne ich zwar nicht dein berufliches Umfeld und deine Kolleg_innen und kann daher nur aus meiner Sicht schreiben. Bei mir war von Spießrutenlauf weit und breit nichts zu sehen und zu spüren. Am Tag nach dem Outing im Kolleg_innenkreis war ich Frau Linberg und fertig. Das wünsche ich dir auch! Mit dem Rock zur Arbeit? Da musst in erster Linie du dir selbst sicher sein und es nicht nur machen wollen, um evtl. irgendwelchen Erwartungen gerecht zu werden. Die ersten Male fordert das vielleicht das Selbstbewusstsein heraus, aber es stärkt auch das Selbstbewusstsein. Auf jeden Fall wünsche ich dir das richtige Händchen für deine Entscheidung - schreibt eine, die heute auch im Rock zur Arbeit gegangen ist. Betonung liegt nicht auf Rock, sondern wegen Homeoffice auf Arbeit überhaupt 
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Hawadehre
Svetlana
As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
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NikolaAusR
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Hallo, liebe Svenja,
lass Dir herzlich gratulieren
So ein Coming Out beim Chef ist im öffentlichen Raum schon absolute 'Premiumklasse'
Schön, dass auch Du auf die Situation getroffen bist, 'offene Türen' einzurennen..
Nachdem ich das durch hatte, war alles darauf Folgende nur noch 'laufen lassen'
Was jetzt die 'Rockfrage' betrifft, hast Du, so denke ich, schon ein gutes Gefühl dafür, wann was angemessen ist.
Generell, das ist meine Erfahrung, ist alles machbar, was als authentisch wahrgenommen wird.
Und authentisch ist's immer dann, wenn 1 sich im Outfit wohlfühlt.
Aber bedenke: wenn Du das Thema anreisst, manövrierst Du dich in die Situation, fortan wechselnde Outfits tragen zu müssen
.
Dein Kleiderschrank wird ein Upgrade brauchen
..... und mit allen weiteren Schritten wirst Du mit Deinem 'Bauchgefühl' wissen, wann's soweit ist
Aber da sind ja leider auch noch Deine Herausforderungen im privaten Bereich vor.
Dafür wünsch ich Dir jederzeit genügend Kraft und ansonsten weiterhin eine gute Zeit
Alles Liebe
Nikola
lass Dir herzlich gratulieren
So ein Coming Out beim Chef ist im öffentlichen Raum schon absolute 'Premiumklasse'
Schön, dass auch Du auf die Situation getroffen bist, 'offene Türen' einzurennen..
Nachdem ich das durch hatte, war alles darauf Folgende nur noch 'laufen lassen'
Was jetzt die 'Rockfrage' betrifft, hast Du, so denke ich, schon ein gutes Gefühl dafür, wann was angemessen ist.
Generell, das ist meine Erfahrung, ist alles machbar, was als authentisch wahrgenommen wird.
Und authentisch ist's immer dann, wenn 1 sich im Outfit wohlfühlt.
Aber bedenke: wenn Du das Thema anreisst, manövrierst Du dich in die Situation, fortan wechselnde Outfits tragen zu müssen
Dein Kleiderschrank wird ein Upgrade brauchen
..... und mit allen weiteren Schritten wirst Du mit Deinem 'Bauchgefühl' wissen, wann's soweit ist
Aber da sind ja leider auch noch Deine Herausforderungen im privaten Bereich vor.
Dafür wünsch ich Dir jederzeit genügend Kraft und ansonsten weiterhin eine gute Zeit
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Wer trans* sagt muss auch cis sagen
Klar definier ich mich binär :-)
01000110 % weiblich
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Michi79
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Ist immer wieder schön sowas zu lesen, die Welt is doch im Wandel und der Mensch auch.
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sbsr
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Danke für's lesen und natürlich Eure Antworten.
Wir werden sehen, ob das nun zu neuen Impulsen führt. Immerhin hätte es die Möglichkeit ja auch früher schon gegeben, denn wie beschrieben war das für meinen Chef alles andere als überraschend, sondern einfach nur mal nett, dass wir drüber geredet haben. Geändert hat sich dadurch eigentlich nichts.
Was die Frage des Rocks betrifft, hatte ich schon den Gedanken, mir einen Spint in einer der Umkleideräume in unserem Gebäude zu mieten. Dann müsste ich nicht an den ganzen Machos in der Fertigung vorbei. Ich weiß nicht, ist im Moment aber auch nicht wichtig. Wenn mir irgendwann danach ist, findet sich ein Weg. Bis dahin bleibt es halt unten rum neutral und obenrum feminin, ist ja auch nicht ganz schlecht.
Wir werden sehen, ob das nun zu neuen Impulsen führt. Immerhin hätte es die Möglichkeit ja auch früher schon gegeben, denn wie beschrieben war das für meinen Chef alles andere als überraschend, sondern einfach nur mal nett, dass wir drüber geredet haben. Geändert hat sich dadurch eigentlich nichts.
Was die Frage des Rocks betrifft, hatte ich schon den Gedanken, mir einen Spint in einer der Umkleideräume in unserem Gebäude zu mieten. Dann müsste ich nicht an den ganzen Machos in der Fertigung vorbei. Ich weiß nicht, ist im Moment aber auch nicht wichtig. Wenn mir irgendwann danach ist, findet sich ein Weg. Bis dahin bleibt es halt unten rum neutral und obenrum feminin, ist ja auch nicht ganz schlecht.
Wenigstens kann ich spätestens jetzt meiner Frau gegenüber mit Fug und Recht behaupten, dass in der Arbeit niemand daran Anstoß nimmt. Ob das was an ihrer Auffassung ändert, wohl eher nicht.NikolaAusR hat geschrieben: Fr 15. Mai 2020, 20:31 Aber da sind ja leider auch noch Deine Herausforderungen im privaten Bereich vor.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Vincent
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Hallo Svenja,sbsr hat geschrieben: Fr 15. Mai 2020, 13:13 Im Vorfeld hatte ich darüber nachgedacht, im Jahresgespräch mit dem Chef meine optisch offensichtliche Veränderung zu thematisieren, und mich dazu entschieden es dem Gesprächsverlauf zu überlassen. Als sich die Gelegenheit bot bzw. das Gespräch sowieso in Richtung Wohlbefinden im Job ging, habe ich eine vorsichtige Bemerkung fallen lassen und sofort gemerkt, mein Chef ist diesbezüglich durchaus interessiert. Am Ende hatten wir uns eine knappe halbe Stunde darüber unterhalten, er wollte sogar wissen wie das in der Öffentlichkeit läuft, wie allgemein die Toleranz ist und wie Familie und Freunde reagieren, aber auch technische Details wie zum Beispiel eine Namensänderung abläuft.
es freut mich für Dich, dass es so gut läuft und gelaufen ist!
Entgegen Deiner früheren Posts, in denen Du unsicher warst, ob jemand vielleicht etwas gemerkt haben könnte, war mir, mit dem was Du hier geschrieben hast, schon lange klar, dass bei Dir in der Arbeit wohl wenig Zweifel bestehen, dass es ein Thema in diese Richtung gibt.
Ich habe in der letzten Zeit dieses Forum nicht besonders intensiv verfolgt, daher bin ich jetzt ein wenig überrascht, dass Themen wie eine Namensänderung, sprich logischer Weise die komplette Transition, für Dich eine Thema geworden sind. Ich war noch auf dem Stand CD
Ich denke Deine Frau wird fühlen, was los ist und genau deshalb wird sie auch so große Bedenken und Widerstände haben, auch wenn es vordergründig darum geht, was Dritte akzeptieren. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft, Mut und Erfolg dabei, den für Dich richtigen Weg zu finden und weiter zu gehen.
Jedenfalls hast Du mit dem Gespräch schon ein riesiges Stück zurückgelegt, auch wenn sich äußerlich nichts geändert hat.
Der Rock? Ich denke der ist überbewertet in seine Wirkung, zumindest alleine: Ich habe in den vergangenen Wochen fast 50/50 Hosen und Röcke/Kleider getragen (außer in der Arbeit) und es kam nichts. Nicht von Fremden, nicht von Freunden, und auch nicht aus der Familie - nur gelegentliche positive Kritik meiner Frau zur Zusammenstellung. Meine Kinder haben es nicht mal wahrgenommen.
Ich denke eine feminine Gesamtwirkung ist eher das, was Reaktionen verursacht.
LG
Vincent
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sbsr
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Da hatte ich mich wohl mal wieder ziemlich missverständlich ausgedrückt, deshalb zur Klarstellung, wir haben uns nur allgemein über das Thema unterhalten, dabei kamen wir von Divers und dritte Toilette, über wie viele wohl heimlich crossdressen und ich sicher nicht der Einzige in der Firma bin, bis hin zu wie aufwendig Sachen wie Personenstandsänderungen sind. Das heißt nicht, dass das Thema für mich zur Diskussion steht.Vincent hat geschrieben: So 17. Mai 2020, 11:59 daher bin ich jetzt ein wenig überrascht, dass Themen wie eine Namensänderung, sprich logischer Weise die komplette Transition, für Dich eine Thema geworden sind. Ich war noch auf dem Stand CD
So ganz nur CD war ich wohl noch nie, aber lassen wir es einstweilen dabei
LG, Svenja
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Diana.65
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Hallo Svenja, hallo @ all.
Ich lese ja deine Beiträge immer gerne und bin auch interessiert, wie es sich bei dir entwickelt. Danke, dass du uns da teihaben lässt.
Dass das Gespräch mit deinem Chef so gut gelaufen ist, finde ich gut. Eigentlich sollte es heutzutage auch so sein, dass jeder Mensch so sein kann wie er will. Mir ging es ja voriges Jahr ähnlich, als ich mich meinem direkten Vorgesetztem gegenüber offenbarte.
Ob sich die Einstellung deiner Frau ändert, wird sicher erst in einer geraumen Zeit absehbar sein. Bei mir ist es so, dass ich beim Outing im Umfeld meist positive Erfahrungen gemacht habe, aber nachdem meine Frau hinterher mit einigen geredet hat, spüre ich da teilweise Distanz.
Ich hoffe da immer, dass Gespräche weiter helfen.
Ich wünsche dir für dein weiteres Vorgehen viel Erfolg.
Liebe Grüße,
Diana.
Ich lese ja deine Beiträge immer gerne und bin auch interessiert, wie es sich bei dir entwickelt. Danke, dass du uns da teihaben lässt.
Dass das Gespräch mit deinem Chef so gut gelaufen ist, finde ich gut. Eigentlich sollte es heutzutage auch so sein, dass jeder Mensch so sein kann wie er will. Mir ging es ja voriges Jahr ähnlich, als ich mich meinem direkten Vorgesetztem gegenüber offenbarte.
Ob da nun wirklich "Keiner" Anstoß nimmt, kann man ja nicht so genau sagen. Die Gerüchteküche wird sicherlich im Hintergrund brodeln. Dass was du selber mitbekommst muss nicht zwangsläufig das sein, was hinter deinem Rücken gerdet wird. Offenheit gegenüber allen hilft dir da aber bestimmt weiter. Leider ist das auch noch bei mir ein wunder Punkt, mit dem Outing gegenüber den Kollegen stehe ich auch erst am Anfang.sbsr hat geschrieben: Sa 16. Mai 2020, 18:33 ...
Wenigstens kann ich spätestens jetzt meiner Frau gegenüber mit Fug und Recht behaupten, dass in der Arbeit niemand daran Anstoß nimmt. Ob das was an ihrer Auffassung ändert, wohl eher nicht.
Ob sich die Einstellung deiner Frau ändert, wird sicher erst in einer geraumen Zeit absehbar sein. Bei mir ist es so, dass ich beim Outing im Umfeld meist positive Erfahrungen gemacht habe, aber nachdem meine Frau hinterher mit einigen geredet hat, spüre ich da teilweise Distanz.
Ich wünsche dir für dein weiteres Vorgehen viel Erfolg.
Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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sbsr
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Re: ein gutes Gespräch mit dem Chef
Damit hast Du natürlich vollkommen Recht, eine ehemalige Kollegin hat mir sogar schon einmal erzählt, was da in der Gerüchteküche so alles abläuft. Wenigstens nach ihren Berichten waren das aber zum Glück mehr Befremdlichkeiten als Ablehnung.Diana.65 hat geschrieben: Mo 18. Mai 2020, 02:18 Ob da nun wirklich "Keiner" Anstoß nimmt, kann man ja nicht so genau sagen. Die Gerüchteküche wird sicherlich im Hintergrund brodeln. Dass was du selber mitbekommst muss nicht zwangsläufig das sein, was hinter deinem Rücken gerdet wird.
Was mir an der Sache das Wichtigste ist, ich kann mich darauf verlassen, dass es zumindest in Gegenwart oder mit Wissen meines Chefs keine Anfeindungen geben wird. Bei uns sagt man, der Fisch beginnt am Kopf zu stinken, was in diesem Fall bedeutet, solange er Chef Akzeptanz signalisiert, wird sich diese auch eher im Umfeld verbreiten. Zudem kann man davon ausgehen, mein Chef wird mich wegen meiner Andersartigkeit nicht kündigen oder in der Versenkung verschwinden lassen.
Generell glaube ich an den Anker Effekt, der besagt, wenn man eine Meinung in einen Meinungsleeren Raum wirft, werden sich alle daran festhalten. Übersetzt heißt das für uns, wenn in einer Gruppe bekannt wird, dass wir nicht der Norm entsprechen, wird sich die Meinung festigen, die als erstes ausgesprochen wird. Mit etwas Glück sagt jemand, lass ihn wenn's ihm Spaß macht, stört doch niemanden. Diejenigen, die sich bislang noch keine eigenen Gedanken dazu gemacht haben, werden diese Einstellung als ihre eigene übernehmen. Anders herum kann das natürlich auch blöd laufen.
Tja, bis hier hin wäre ja alles soweit ganz nett. Leider habe ich gestern einen ordentlichen Knick bekommen. Von vorhin genannter ehemaligen Arbeitskollegin dachte ich immer, sie käme gut damit klar. Sie war auch die erste Person überhaupt, der ich mich damals anvertraut hatte, sie hatte mir angeboten Pakete zu ihr schicken zu lassen, damit meine Frau nichts mitbekommt.
Wir schreiben hin und wieder über Whatsapp, naja sie meldet sich meist nur wenn der PC nicht so will wie sie, aber egal. Ich hatte ihr eigentlich freudig berichtet, dass unser Chef gut reagiert hat, und sofort schlug ein eigenartiger Tenor durch. Sie findet das ja schon alles komisch und es ist ein seltsames Gefühl mich zu sehen, wo sie doch weiß wie ich manchmal rum laufe, aber immerhin braucht sie nicht mit mir zusammen leben und deshalb ist es ihr egal. Zusammengefasst könnte man sagen, man kann es nicht verbieten, aber lass mich mit dem Schmarrn in Ruhe. Keine Ahnung warum mich das gerade irgendwie echt hart trifft, wir haben seinerzeit im Job ziemlich was durchgemacht und gemeinsam geschafft, deshalb hätte ich insgeheim gehofft sie würde mehr zu mir halten. Aber wie sich des öfteren herausstellt, kann man sich leicht irren.
[Nachtrag:]
Und dann passiert so etwas wie gerade eben, eine Kollegin kommt rein um eine Unterschrift einzuholen, erzählt mir sie hat einen Rock gesehen aber weiß nicht, ob er ihr steht. Wir fachsimpeln 5 Minuten über den Rock, erzählen uns gegenseitig von unseren letzten Mode Einkäufen und scherzen, wir müssten unsere Körpermaße angleichen, damit wir die gleichen Größen haben und Klamotten tauschen können. Total selbstverständlich, ohne auch nur in Erwägung zu ziehen, dass ich ja eigentlich ein Mann bin.
LG, Svenja
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