in den letzten Wochen war viel Homeoffice und teilweise Kurzarbeit angesagt, da war es nahezu selbstverständlich, dass tagsüber, solange die Frau in der Arbeit ist, Rock oder Kleid auf der Tagesordnung stand. Nach beinahe drei Wochen ohne Einkauf gingen die Vorräte zur Neige, ein Großeinkauf bahnte sich an. Nun hatte ich mich so daran gewöhnt, dass ich nicht gewillt war, etwas anderes als einen Rock anzuziehen, und so ging der Einkauf in weiblicher Optik von statten (CD-F berichtete).
Dabei kam es zu einer Situation, die einfach so zum schießen war, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte.
Ich muss dazu sagen, ich bin ja grundsätzlich skeptisch bezüglich Passing, aber ich dachte mir, mit halb verdecktem Gesicht durch die derzeit vorgeschriebenen Masken wird es für den Supermarkt schon reichen. Und wenn nicht, dann hat halt jemand nachher was lustiges zu erzählen. So wie ich nun.
Ein älteres Paar, ich schätze beide um die 70, blockierte einen Gang, er hielt den Einkaufswagen, sie stand daneben und suchte etwas. Also blieb ich in etwas Abstand stehen und wartete geduldig, in Eile war ich ja nicht. Irgendwann bemerkte er mich wohl und sagte zu ihr etwas in der Art, dass jemand durch möchte. Daraufhin schaute sie hoch, mich an und wieder zurück zum Regal, und brummte sichtlich genervt in bestem Grantler Bairisch "na geh hoid vorbei, Wei(b)". Wie die Niederbayern für ihren liebevollen Umgang mit unbekannten Mitmenschen halt so bekannt sind
Ich musste mich beherrschen nicht lauthals los zu lachen, weil das kann auch nur mir passieren, zum ersten mal überhaupt in einer Alltagssituation mit mehr oder weniger direktem Kontakt von Außenstehenden quasi eine Bestätigung für's Passings zu erhalten, und dann in einer so herzerwärmenden Art und Weise. Was gibt es schöneres für eine möchtegern-Teilzeitfrau, als von einer 70-Jährigen im Supermarkt als Weib beschimpft zu werden