England - Fanny & Stella
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maexine
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England „ Fanny & Stella

Post 1 im Thema

Beitrag von maexine »

Im England der 1870iger Jahre begab es sich das... Eine Eröffnung wie für ein Märchen geschaffen. Allerdings gibt es hier eine historisch verbriefte Hintergrundgeschichte, die seit ihrer Entstehung immer wieder zum Nachdenken Anlass bietet.
Diverse Bühnenfassungen dieser Geschichte sind aufgeführt worden und erfreuten sich regen Zuspruchs. Ein Beispiel:


The Story - Die Geschichte basiert auf Gerichtsakten, eines Prozesses, der London im April Jahr 1870 statt fand. Kurzgefasst wurden die beiden "Drag Performer" - "Fanny und Stella" nach mehrmonatigem Verlauf freigesprochen. Aber lesen Sie selbst in dem gut recherchierten und quellenreichen Artikel:

"...Als Boulton und Park am 29. April vor diesem Gericht erschienen, trugen sie noch die Frauenkleider vom Vortag, was in Zeitungsberichten ausführlich beschrieben wurde: Stella trug ein sehr tief ausgeschnittenes scharlachrotes Satin-Kleid mit einem sehr voll gepolsterten Busen ("very full padded bosom"), dazu einen weißen Schal, Armbänder, eine Halskette, weiße Handschuhe und einen Fächer. Vor Gericht stellte sich heraus, dass beide Männer ein Jahr lang unter polizeilicher Überwachung gestanden hatten und dass auch ihre Wohnung zwei Wochen lang observiert worden war. Vor dem Gericht in der Bow Street sollen sich fast 1.000 Menschen versammelt haben und die Zeitungen berichteten ausführlich über diesen Skandal, der nun seinen Anfang nahm..."

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://www.queer.de/publisher/pics/fan ... ng-600.jpg

Quelle: https://www.queer.de/detail.php?article_id=35991


Bemerkenswert ist wirklich die enorme Viefalt der Quellen. Hier ein Beispiel:



Für weitere Diskussionen anregend, sind sicher die Freisprüche: "...Die Staatsanwaltschaft konnte letztendlich nicht nachweisen, dass Boulton, Park und die anderen Männer Analverkehr und damit eine nach damaligem Recht strafbare Handlung begangen hatten. Auch die Unzuverlässigkeit einiger Zeugen wirkte sich zu Gunsten der Angeklagten aus. Das Gericht schloss sich daher der Strategie der Verteidigung an, alles für eine harmlose Verkleidung und einen Scherz zu halten. Die beiden Männer waren ja nicht in flagranti beim Sex beobachtet worden, sondern an einem öffentlichen Ort, wo sie als Frauen gekleidet waren. Das passe nicht zum üblichen Bild von Homosexualität, die das Licht des Tages scheue, hatten die Verteidiger erklärt. Homosexualität sei schließlich mit Scham verbunden, geschehe heimlich und sei überhaupt eine hässliche Sache. Nach einer mehrtägigen Verhandlung wurden die beiden Männer (vermutlich am 12. Mai 1871) freigesprochen.

Das zweite Gerichtsverfahren — wo es "nur noch" um das Tragen von Frauenkleidung und nicht mehr um homosexuelle Handlungen ging (vermutlich am 12. Juni 1871) — soll nur 53 Minuten gedauert haben und führte ebenfalls zu Freisprüchen...."


Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und hier noch einige Worte in eigener Sache. Mit meinem 100ten Beitrag in diesem Forum, ist heute mit dem Motto:
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit

sicher ein Anlass, passend zu den Inhalten dieses Artikels mit 150jähriger Geschichte, über die Inhalte der nächsten 50 Beiträge nachzudenken. Wer also Wünsche zu Themen und Inhalten hat, möge sich bitte direkt oder per PN an mich wenden. Verstärken werde ich sicher die Berichte aus den Genre Film und freue mich weiter auf eure geschätzte Aufmerksamkeit



Verbleibe mit den besten Wünschen für ein "Schrill aus dem April"


eure maexine
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Re: England „ Fanny & Stella

Post 2 im Thema

Beitrag von triona »

Schön geschriebener Beitrag.

Falls du das nicht schon entdeckt hast, hier hast du noch eine umfangreiche Literatursammlung zum weiter forschen. Da findest du noch zahlreiche Beispiele in beiden Richtungen (MzF / FzM) aus verschiedenen Zeitaltern:
viewtopic.php?f=9&t=10032


liebe grüße
triona
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Re: England „ Fanny & Stella

Post 3 im Thema

Beitrag von triona »

Und hier noch eine weitere Quelle, die in dem oben verwiesenen Faden noch nicht enthalten ist.
Da im Netz nicht mehr verfügbar, ausnahmsweise im Vollzitat:

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://thumbs.picr.de/38418960yn.jpg


(anklicken zum Vergrößern und Herunterladen)


liebe grüße
triona
maexine
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Re: England „ Shakespeare ua.

Post 4 im Thema

Beitrag von maexine »

Sehr schön, zulesen und festzustellen, das denn doch Interesse an der *Geschichte besteht. Ganz Sicher ist der Überblick auf unzählige Personen und Geschichten mit *Hintergrund kaum möglich. Wenn es also gilt, das kulturelle *Erbe zu bewaren, pflegen und zu vermitteln, so wünscht sich die geneigte Leser einen gewissen Faden, der thematisch das angebotene Wissen zu ordnen hilft. Gern wird von Kulturschafenden das Genre Film genutzt.
Hier nun, unser Eingang war "England", und wie soll das anders gehen als sich mit den Werken des Großmeisters der englischen Sprache William Shakespeare zu beschäftigen. Verbunden mit dem Hinweis auf die "Schönheit der Sprache" gelingt in dem Film "Shakespeare in Love" eine zeitgeschichtliche Darstellung mit *inhalten. https://de.wikipedia.org/wiki/Shakespeare_in_Lov


Sehr gut und Inhaltsreich (auch geignet für den Vortrag oder Unterricht) "Sakespeare in the Classroom"


Feiner *ausgearbeitet, im selben kulturgeschichtlichen Spektrum, ist der Film "Stage Beauty" https://de.wikipedia.org/wiki/Stage_Beauty



Zeitgeschichtlich einige Jahr später hat dann mit einer ähnlichen Bedeutung für die englische Sprache die Autorin Virginia Woolf. https://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Woolf Mit ihrem Werk "Orlando - Die Hauptfigur Orlando lebt vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, wechselt im Erwachsenenalter ihr Geschlecht vom Mann zur Frau und ist am Ende der Zeitreise eine Dichterin. Dieser humorvolle Roman gilt als Virginias Liebeserklärung...." ein Buch veröffenlicht das wiederum als Vorlage für Filme gedient hat. Hier ein Beispiel:



Im modernen England von heute spielt sicher die populare Musik eine immer größere Rolle für die Gesellschaft und ihre kulturelle Entwicklung. Auch hier sind zahlreiche *Nachweise möglich. Ein sehr gutes Beispiel bildet das von der Gruppe "Genesis" https://de.wikipedia.org/wiki/Genesis_(Band)veröffentliche Stück Cinema Show:

" Selling England by the Pound (seinerzeit ein Wahlkampfslogan der Labour Party)[7] zeigte die Band Ende 1973 mit wesentlich diesseitigeren Texten, feiner nuanciertem Klang und noch größerer Filigranität und Virtuosität an den Instrumenten. Das Album beinhaltete Klassiker wie Firth of Fifth, The Cinema Show und I Know What I Like (In Your Wardrobe)..."

Hier zum nachlesen der Text:
"Home from work, our Juliet
Clears her morning meal
She dabs her skin with pretty smells
Concealing to appeal
"I will make my bed"
She said, but turned to go
Can she be late for her cinema show?
Cinema show

[Verse 2]
Romeo locks his basement flat
And scurries up the stair
With head held high and floral tie
A weekend millionaire
I will make my bed
With her tonight, he cries
Can he fail armed with his chocolate surprise?

Take a little trip back with father Tiresias
Listen to the old one speak of all he has lived through
I have crossed between the poles, for me there's no mystery
Once a man, like the sea I raged
Once a woman, like the earth I gave
But there is in fact more earth than sea...."

Zum Ende dieser kurzen Betrachtung ist mit dem Hinweis auf einen, ja den Begründer der abendländischen *Geschichte Teiresias https://de.wikipedia.org/wiki/Teiresias

Daraufhin wurde er in eine Frau verwandelt. Teiresias, nun eine Frau, heiratete und hatte Kinder,...


ein Punkt erreicht, der deutlich zeigt, das Inhalte unseres Kulturverständnisses aus dem *Blickwinkel betrachet, lange existieren und in der Genderdebatte immerwieder neu interpertiert werden wollen.


Für eure Aufmerksamkeit dankend

verbleibt eure maexine
Nicole Fritz
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Re: England „ Fanny & Stella

Post 5 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

.. Der tiefgründige englische Humor ...

Genesis ist jetzt top-aktuell, denke ich - auch ohne Shakespeare. Verschwörungen und falsche Propheten: "the supersonic scientist". Und unser Trans-Thema: "there's Winston Churchill dressed in drag.." und "all change .. mum to mud to mad to dad ..". Ich fühle mich mit Corona aktuell wie "human bacon" oder "a beast that can talk" und fürchte mich schrecklich vor dem neuen Jerusalem.

LG Nicole

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