Transgender und Öffentlichkeit
Transgender und Öffentlichkeit - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 16 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

Teilweise driftet dieser Fred wieder in die altbekannte Richtung. Mir ging es in erster Linie um die Menschen, die sich, in welcher Form auch immer, sich nicht in den Geschlechtskategorien m/w bewegen. Dabei sehe ich TS-Menschen sich eben genau in diesen Kategorien verorten, was ja auch ok ist.

Aber es gibt auch Menschen, die sich mental/emotional nicht fest verorten wollen oder können. Sie tauchen aber in den öffentlichen Berichterstattungen und Diskussionen praktisch nie auf. Diese sind immer davon geprägt, das es um eine Dichotomie geht. "Divers" ist dabei für mich keine Option. Ich bin nicht "divers", ich habe das Glück, mich in den beiden Teilen der Geschlechter wohl fühlen zu können. Und oftmals nehme ich mein gefühltes Geschlecht nicht einmal wahr.

Ich denke, ich bin keine Ausnahme in der Gesellschaft. Aber wo bleibt diese Position in der öffentlichen Diskussion ?
Viele Grüße
Vicky

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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 17 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

Mir ging es eben auch nicht um eine Art von Fahrradcheckliste, sondern um die Menschen ( Kinder ) die sich in der Entwicklungsphase befinden. Die Gesellschaft ganz allgemein setzt sich nicht mit diesen Themen auseinander. Nicht das sie nicht will, sondern weil es sich eben um etwas unbekanntes, zu lange totgeschwiegenes handelt.

Aber ich frage mich, mache ich nicht den Fehler, mich zu oft als etwas besonderes zu sehen? Sollte ich nicht besser selbst immer öfter den Mut aufbringen, und auf meine erbrachten Leistungen aufmerksam zu machen. Nahm an der Schulpflicht teil, machte eine Ausbildung im Handwerk, war bei der Bundeswehr, und in der ortsansässigen Feuerwehr. War oft genug beruflich über das normale Maß hinaus für Euch als Kunden da, um aus einer mißlichen Lage herauszuhelfen. So liebe Gesellschaft jetzt bist du dran, auch etwas für mich zu tun. Es ist gar nicht so schwer, kostet auch nichts, brauchst mich nur als Mensch so zu nehmen wie ich nun mal bin.

Ich bin ich wie ich bin! Der Satz sollte mir viel öfter über die Lippen kommen, als alle anderen Anmahnungen.

LG
Petra Sofie
Marielle
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 18 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Morgen Vicky, Hallo zusammen,

es stimmt schon, dass die öffentliche Wahrnehmung von trans* überwiegend auf all das fokusiert ist, was sich im 'bekannten Rahmen' bewegt. Ab und an gab es aber auch schon Veröffentlichungen, die sich mit 'dem dazwischen' befasst haben. Es gibt auch Leute, die versuchen diese Position in die öffentliche Diskussion mit einzubringen. Das ist allerdings ein mühsames und oft auch kompliziertes Geschäft. Es wird noch lange dauern, bis es in genügender Breite und Tiefe im Diskurs mitlaufen kann. Man darf aber auch sehen, denke ich, dass der 'größte Einschlag' in das althergebrachte Verständnis von Geschlecht -auch der breiten Öffentlichkeit- die Schaffung des 'Divers' war. Man muss es als Bezeichnung nicht mögen, aber es ist ein grossartiges Werkzeug, mit dem man arbeiten kann.

Aus meiner persönlichen Sicht: Bei allem 'Gegenwind' von aussen besteht eine Schwierigkeit darin, dass es (grob eingeteilt) zwei unterschiedliche Ansichten über die Berücksichtigung nicht-binärer Selbstverständnisse/ Identitäten gibt. Die eine Gruppe verlangt explizite Anerkennung, die sich in festgelegten Formen ausdrücken soll (Sprache, Kategorien, Bezeichnungen usw.), während die andere (die eher kleinere Gruppe) die explizite Befreiung von festgelegten Formen möchte. Es wäre gut, wenn es gelänge die verschiedenen Position zu einen. Ich sehe aber leider nicht, wie das gehen könnte, weil sie sich gegenseitig ausschliessen.

Ansonsten ist es wie immer: Es muss Menschen geben, die Positionen im Diskurs vertreten, damit er sich bewegt.

Hab es gut

Marielle
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 19 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

hinter Marielles Worten kann ich auch stehen. Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Prozess auch in der Diskussion darüber, was wir und wie wir es wollen oder gerne von der Politik geregelt haben möchten. Die beiden grundsätzlichen Verständnisrichtungen, die Marielle angesprochen hat, gibt es bestimmt auch in vielen Selbsthilfegruppen und kann da auch zu einem gewissen Unmut führen, da jede/r auf der eigenen Meinung und Sichtweise oft vielleicht auch nur unbewusst beharrt. Es gibt sie einfach die man-muss-doch-Fraktion und die anderen, die sich eher nicht so festlegen wollen oder eigene Entwicklungen erst einmal abwarten möchten. Das sollte einfach nebeneinander her gleichberechtigt möglich sein. Auch hat nicht jede/r Betroffene die gleichen unbegrenzten Entfaltungsmöglichkeiten, das uneingeschränkt auch tun und sein zu können, wie der eigene Wunsch vielleicht bestehen mag. Aber bei aller Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit, gehe ich davon aus dass die Anzahl der von der Thematik Betroffenen auch in Zukunft nicht riesig sein wird und immer eine kleine Gruppe - nicht Randgruppe - in der normalen Gesellschaft unseres Landes sein werden. Die Frage der Akzeptanz und sozialer Anerkennung ist eine ganz andere und von politischen Prozessen, die auch von Weltanschauungen und persönlichen Meinungen der Handelnden Politiker abhängen, auch weiterhin bestimmt sein wird. Daran arbeiten viele engagierte Menschen, genauso viele wollen es verhindern, dass es weitere Zugeständnisse an die Betroffenen geben soll. Das wird letztlich durch Wahlen entschieden und in der Vorbereitung darauf durch entschiedenes Auftreten und Engagement von Betroffenen, die es ja mittlerweile auch in politischen Gremien und Vertretungen gibt. Die Corona-Krise verbessert derzeit gewiss nicht die Lage und bremst eher. Das müssen wir aushalten und abwarten, bis das Leben uns wieder zuhört.
Bis dahin bleibt gesund und gebt auch euch acht, auch andere brauchen uns. :wink:

Grüße, Ulrike-Marisa

...ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben... ))):s
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 20 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Marielle hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 08:59(grob eingeteilt) zwei unterschiedliche Ansichten über die Berücksichtigung nicht-binärer Selbstverständnisse/ Identitäten gibt. [eigene Stereotype vs Befreiung]
Spontaner Gedanke dazu: Das spiegelt eigentlich die vier Optionen im Geburtenregister. Die vierte, Streichung, die schon vor der "dritten" ("divers") da war, fällt ja häufig unter den Tisch.
Anne-Mette
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier ein Beispiel für "Öffentlichkeit", ein Online.Artikel von heute:

"Zwischen Mann und Frau : Transgender: Wenn Körper und Gefühl nicht zusammenpassen"

https://rp-online.de/leben/gesundheit/t ... d-50134717

Das Informationsangebot sich sicherlich "nicht einmal schlecht". Sogar Beratungsstellen werden genannt (über die dgti-Seite).
Ob es eine (positive) Resonanz in der Öffentlichkeit gibt, wage ich trotzdem zu bezweifeln.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 22 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Jaddy, Hallo zusammen,
Jaddy hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 10:10Das spiegelt eigentlich die vier Optionen im Geburtenregister.
(Anm.: M, W, D und als vierte das Fehlen eines Eintrags)


Ja, das war an der Stelle der gesetzgewordene Kompromis (mit all seinen Macken, was die Zugänglichkeit angeht). Es ist quasi ein verordnetes Nebeneinander, das letztlich aber der Position 'Festlegung' (explizite Anerkennung) entspricht. Das wird oft übersehen. 'Nicht-Festlegung' (Befreiung) hätte bedeutet, die Erfassung ganz aufzugeben, was grundsätzlich möglich gewesen wäre, aber bei weitem nicht mehrheitsfähig war.

Die Benennung 'Divers' entstand ja grade aus dem Wunsch nach einer expliziten Benennung / Festlegung. Das wesentliche Argument im Verfahren war, dass ein leeres Feld im Personenstandsregister (keine Angabe) eine Ungleichbehandlung gegenüber den Menschen wäre, denen eine Benennung zugestanden wird. Vicky und andere sagen, dass Divers für sie keine zutreffende Benennung ist, während andere Menschen solch eine Benennung haben. Wieder entsteht die Frage: Eine weitere Benennung? Wenn Ja, welche? Oder keine mehr?


Ein Stück weit wurde die Frage bzw. das Problem durch die 3+1-Benennung (M, W, D, ---) auch rechtlich in andere Bereiche und Verfahren vertagt, in denen sie jetzt wieder aufploppt (Abstammungsrecht, OP-Verbot). Allerdings mit dem Vorteil, dass man jetzt mit Divers argumentieren kann und nicht als 'keine Angabe' am Diskurs teilnimmt. Wahrscheinlich war es, als Zwischenschritt, für den langfristigen öffentlichen Diskurs tatsächlich besser, dass Benennungen geschaffen wurden, anstatt die Erfassung aufzugeben. 'Keine Angabe' wäre dann eine richtig gute Position, wenn es seeeehr viele Menschen aller Arten mit diesem Nicht-Eintrag gäbe.


Um zu Vickys Thema zurückzukommen: Man kann mit Divers m.E. ganz gut leben und arbeiten, wenn man es sich zumindest als eine Art Arbeitstitel für ein Projekt der Diskursbeteiligung jenseits der hergebrachten Geschlechtergrenzen aneignet und mit Menschen darüber kommuniziert. Die Aneignung hilft vielen Menschen, mit denen man spricht, weil sie damit eine Verständnismöglichkeit bekommen; wenn auch nur in abstrakter Unterscheidung zu den ihnen bekannten Kategorien. Ich finde das erstmal angemessen und sinnvoll, weil es am Ende ohnehin nicht genug Benennungen für alle Individualitäten geben wird; und auch nicht genug Türen ;-) .

Habt es gut

Marielle
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 23 im Thema

Beitrag von sbsr »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 11:55 Das Informationsangebot sich sicherlich "nicht einmal schlecht". Sogar Beratungsstellen werden genannt (über die dgti-Seite).
Und doch geht es zumeist um eine Einteilung in die beiden gewohnten Kategorien. Trans bedeutet der überwiegenden Meinung nach, ein biologisch geborener Mann fühlt sich als Frau (oder umgekehrt) und möchte so leben.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, selbst aufgeschlossene Menschen können das mitunter nur schwer verstehen, was es mit
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 07:13 ... Menschen, die sich, in welcher Form auch immer, sich nicht in den Geschlechtskategorien m/w bewegen.
auf sich hat. Die erste Frage ist doch immer "Willst Du jetzt eine Frau sein?". Wenn man sagt, nein, ich will nur nicht immer Mann sein müssen, können die wenigsten etwas damit anfangen. Sie akzeptieren die Aussage, aber ohne den Hintergrund zu verstehen.
LG, Svenja

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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 24 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Genau das meine ich. Wie will man anderen Menschen begreiflich machen, wie ich ticke. Da in der Öffentlichkeit diese Variation des Themas nicht diskutiert wird, steht man ziemlich alleine. Man nimmt mir mein Gefühl für die eigene Weiblichkeit nicht ab. Weiblichkeit sei ja etwas ganz anderes ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 09:47 Wie will man anderen Menschen begreiflich machen, wie ich ticke. Da in der Öffentlichkeit diese Variation des Themas nicht diskutiert wird, steht man ziemlich alleine. Man nimmt mir mein Gefühl für die eigene Weiblichkeit nicht ab.
Das wird nur durch "tätige Öffentlichkeitsarbeit" gelingen, wie ich es nenne.
Wie soll es sonst in die Öffentlichkeit transportiert werden, wie Du denkst und fühlst und wahrgenommen werden willst?

Allerdings bin ich zu einer "öffentlichen Person" geworden durch meine "tätige Öffentlichkeitsarbeit", aber "von allein" bewegt sich nichts.
Das liegt allerdings nicht jedem Menschen - und es kann durchaus auch belastend für PartnerInnen und Familien sein.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 26 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 10:05 Das wird nur durch "tätige Öffentlichkeitsarbeit" gelingen, wie ich es nenne.
Das denke ich auch. Aber wie sehen es die vielen anderen Betroffenen ? Ich habe den Eindruck, dass viele so sehr mit sich selber beschäftigt sind, dass dafür nur wenig Raum ist. Ich schließe mich da keineswegs aus. Wie soll denn ein Leben für uns aussehen, dass in dieser Frage uns gerecht wird ?

En femme in die Öffentlichkeit zu gehen, ist kein prinzipielles Problem. Reicht uns das ? Oder geht es vielleicht doch um mehr, Stichwort Familie, Ffreunde, Nachbarn, Arbeit ? Wie wollen wir es denn damit halten ?

Ich habe nicht ständig den Druck, etwas ändern zu wollen. Aber manchmal ist er doch sehr stark. Dann gibt es Phsen, in denen es gar keinen Druck gibt. Und gerade das Wechselhafte macht eine kontinuierliche Arbeit schwierig. Wie halten es denn die Anderen ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 27 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi Vicky...

es ist natürlich wesentlich einfacher etwas stabiles als etwas wechselhaftes zu vermitteln..
aber wenn ich ständig nur am vermitteln bin, jetzt ist es grad so und so, wo bleibt dann das echte Leben?

Ich denke, du wusstest, das der Satz von mir kommen wird...
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 10:36 Oder geht es vielleicht doch um mehr, Stichwort Familie, Ffreunde, Nachbarn, Arbeit ? Wie wollen wir es denn damit halten ?
Ähmmmm...natürlich geht es auch um die Themenbereiche, die gehören ja wohl zum Leben, oder?
Wie du es damit halten sollst? Sag und zeig was du denkst, was du fühlst, denn sonst wirst du nie Ruhe finden.
Als es mir klar war, das ich nur noch ein weibliches Leben führen möchte und kann, habe ich allen einen Brief
geschrieben, es gab einen Standardbrief und für spezielle Menschen habe ich den etwas angepasst.
Und weisst du was? Ich habe kaum Rückfragen bekommen oder sowas wie "bist du noch ganz zu retten?",
eher so Ansagen wie "ach wenns nur das ist-ich dachte am Anfang vom Brief, es wäre was Schlimmes..."

naja, aber die meisten kannten ja mein Genderdurcheinander von früher-die Frage, "findest du das jetzt nicht
etwas zu weiblich?" oder "du wirst immer weiblicher!" waren fast normale Aussagen.
Damit konnte aber sehr gut leben...

Ich habe mal mit einem guten Freund zu Beginn der HRT das Rätsel aus Drei Nüsse für ein Aschenbrödel gespielt
(Ein Hut mit Federn, aber ein Jäger ist es nicht...) und die Antwort war, "du nimmst jetzt Hormone, oder?"
also was soll ich da noch zu erklären haben? Da hatte er den Brief noch gar nicht-denn mit manchen wollte
ich auch ganz normal reden...

Ich wünsch dir aus ganzem Herzen Frieden für dein Innerstes....

ah...PS...und vielleicht hilft mir, das ich mich nicht an den Rand der Gesellschaft stelle und auch gar nicht
das Gefühl habe dort zu sein, das ich manchmal respektvollen Abstand halte ist was anderes...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 28 im Thema

Beitrag von Jaddy »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 11:00es ist natürlich wesentlich einfacher etwas stabiles als etwas wechselhaftes zu vermitteln.. aber wenn ich ständig nur am vermitteln bin, jetzt ist es grad so und so, wo bleibt dann das echte Leben?
[...]
naja, aber die meisten kannten ja mein Genderdurcheinander von früher-die Frage, "findest du das jetzt nicht etwas zu weiblich?" oder "du wirst immer weiblicher!" waren fast normale Aussagen.
Damit konnte aber sehr gut leben...
Argl! Ich so gar nicht. Gerade solche Sätze von anderen nerven mich ohne Ende.

CW: Jaddys persönliche NB-Perspektive: Mein Geschlechtsempfinden ist durchaus stabil. Jedenfalls aus meiner inneren Perspektive. Aber das ist eben weder "männlich", noch "weiblich". Nur andere sind irritiert, weil sie aus meinen Klamotten, Sprache, Haaren, Interessen, Make-up, Sichtweisen etc. ständig bewerten, was und wie viel davon ihrer Ansicht nach "weiblich" oder "männlich" sei. Es f*cking interessiert mich nicht. Mich interessiert, was für mich gut passt, nicht ob andere es weiblich oder männlich einsortieren. Die Äusserungen selbst könnte ich vielleicht noch ignorieren mit gewissem Zähneknirschen - hey, ich reibe anderen auch nicht ungefragt unter die Nase, was ich von ihrem Outfit halte. Aber mit jeder externen Zuordnung folgt in der Regel auch eine Zuschreibung. "Weil ich dich heute so <Gender> einordne, rede ich anders mit dir, dränge dir meine Bewertung auf, kommentiere dein Aussehen, Sprache, Bewegungen, Themen anders".

Es scheint vielen tatsächlich unmöglich, sich ohne diese binäre Einordnung zu verhalten, was ja auch unter ihresgleichen schon häufig genug zu Ungerechtigkeiten führt, wenn zum Beispiel technische und soziale Kompetenzen anhand der vermuteten Genitalien vorausgesetzt oder abgesprochen werden. Aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie sich das lösen lässt. Wenn ich sage "nimm einfach nichts oder alles gleichzeitig an", um es für sie irgendwie handhabbar zu machen, scheint im Hirn gegenüber irgendwas abzustürzen.
</rant> ;)
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 29 im Thema

Beitrag von Marielle »

Liebe Vicky
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 10:36Ich habe nicht ständig den Druck, etwas ändern zu wollen. Aber manchmal ist er doch sehr stark.
Wenn er belastend ist, solltest du überlegen es mit einer professionellen Begleitung zu versuchen; Gespräche führen, Aspekte ausleuchten, Möglichkeiten abklopfen usw.. Versteh mich bitte nicht falsch, es ist nur das, was ich grad dazu denke. Ein entsprechend ausgebildeter Mensch mit der notwendigen Distanz ist sicher hilfreicher, als gutgemeinte Ratschläge oder Berichte aus dem er-Leben anderer Menschen. Ein wesentlicher Teil deiner (unserer) Situation wird sich leider nicht so bald ändern lassen. 'Die Gesellschaft' und auch 'die Comunity' halten kein Rolemodel für dich bereit, das zu dir passt oder in das du dich einfügen kannst. Die Vorzüge dieser 'Vergünstigung' hast du nicht, ihren Entfall musst du selbst auffangen bzw. musst / kannst / darfst du selbst gestalten. Das kann eine Aufgabe und / oder eine Belastung und / oder ein Klettergerüst für das eigene Ich sein.

Habs gut, ich wünsche dir ein Klettergerüst

Marielle
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Re: Transgender und Öffentlichkeit

Post 30 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 12:48 Argl! Ich so gar nicht. Gerade solche Sätze von anderen nerven mich ohne Ende.
Hi Jaddy...

ja ich weiss (smili)

aber schau, das sind Sätze aus der Mitte der 90er Jahre, als ich aus meiner eigentlichen
Drum`n`Bass-Szene immer mehr in Mannheimer und Ludwigshafener House-Szene abgetaucht bin.
Da hab ich weniger an Definition gedacht, sondern wollte einfach nur in Spass aufgehen.

Hey, da war ich um die 20, 22 und habe grade mal wieder die weiten Skaterhosen und Kapuzenpullis,
gegen noch farbenfrohere Outfits mit Rüschen an so on getauscht-und hab ich mich abschleppen lassen
ging mir bei dem Satz "du wirst immer weiblicher" das Herz auf (he)
ich hab mich da so verdammt frei gefühlt...Herzklopfen, Herzbrennen, Herzexplodieren..

ich glaub ich hab einen FlashBack...Fummelball, das waren Zeiten...

Alles Liebe Marie (flo)
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