Das, was du im ersten Absatz beschreibst, kann ich wirklich komplett nachempfinden. Denn ich weiss genau, wie es sich anfühlt, wenn man mit Herr angesprochen wird, obwohl hinlänglich bekannt ist, dass ich Frau ... bin und mein Äusseres das auch widergibt. Das sticht richtiggehend im Herzen.Jaddy hat geschrieben: Mo 20. Apr 2020, 20:39 Und hier kommt mein persönlicher Teil. Ja, ich fühle mich schon in einem gewissen Maße gestresst durch bestimmte Formulierungen. Jedes Mal, wenn es um "sehr geehrte Damen und Herren" geht oder oder ich ungefragt mit einer der binären Formen angesprochen werde, ist das ein kleiner Mückenstich. Nicht so schlimm wie ein Tritt, aber mein Unwillen steigt und nach dem 100sten Mal oder so ist meine Geduld am Ende. Dies saugt mir Energie ab. Ich kann mich nicht ungezwungen bewegen, denn wenn ich was sage folgen Diskussionen wie diese hier, statt dass meine Ansage einfach akzeptiert wird.
Wer sich das nicht vorstellen kann: Wie wäre es denn, konsequent sächlich angesprochen zu werden? Kein Herr/Frau, er/sie, der/die, sondern Ding, es und das? Klingt vielleicht lustig, aber spätestens wenn deutlich wird, dass die anderen das tatsächlich ernst meinen, wird vielleicht deutlich, dass Sprache untereinander emotionale WIrkung hat. Und diese Wirkung, die ich zum Beispiel durch die "alte" Sprache täglich spüre, die spiegle ich ein wenig durch die Spielereien mit 1, dey, en, "¢innen & Co.
Mit deiner Bitte/Wunsch, aus dem 2. Absatz kann ich mich überhaupt nicht anfreunden, da ich mich in der binären Welt wohl fühle, als Frau definiere und dementsprechend so behandelt werden möchte. Für euch NB's, kein Problem! Du bist das Jaddy für mich. Punkt! Doch für alle anderen, die nicht so wie du fühlen, unmöglich. Ich kann auch nicht zu grün, hey du, Mix aus blau und gelb sagen. Es ist und bleibt grün für mich, wenn du weißt, was ich damit meine.