Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Steffi-BLN
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Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

Post 1 im Thema

Beitrag von Steffi-BLN »

Hallo meine Lieben, ich erstelle gerade einen Blog und würde euch gerne dran teilhaben lassen, sofern ihr denn möchtet, denn diese Sachen machten mich zu der, die ich heute bin.

Dies wird mein ganz persönlicher Blog wo ihr eigentlich alles über mich und meinem Leben erfahren werdet. Ihr denkt euch jetzt sicherlich; "Ach, schon wieder so ein Geschichten Blog."
Aber ich verspreche euch, es wird so einige interessante Dinge geben die ich zu erzählen habe.
Und aus gegebenem Anlass hier eine
Trigger Warnung: Hier wird über Misshandlungen, Vergewaltigungen, Borderline, Depressionen, Schneiden bzw das Ritzen und Suizid geschrieben. Wer nicht dazu bereit ist, verlässt bitte die Seite.
Unter der Nummer 0800/1110222, 0800/1110111 oder unter der 116123 könnt ihr euch jeden Tag, rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden. Ansonsten wenn es sehr akut ist, zögert nicht die 112 zu rufen.
Alles Gute wünsche ich euch.
Eure Steffi
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

Post 2 im Thema

Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 1

"Ich erblickte das Licht der Welt."

Ich werde chronologisch beginnen, heißt ich fange von der Geburt an was meine ersten Erinnerungen sind, bzw waren.
Erstmal ein bisschen was zu mir. Ich heiße Stefanie, aber Steffi ist mir lieber☺️.
Ich wurde am 31.01.1988 in Potsdam geboren.
Ich kam leider als Junge auf die Welt unter den Namen Stefan.
Auf meine Transidentität, bzw Transsexualität werde ich später noch genau eingehen.
Meine ersten Erinnerungen die ich von dieser Welt habe, sind die als ich etwa 3, oder 4 Jahre alt war. Meine Eltern stritten sich sehr heftig und es folgte dann die Trennung. Ich habe noch eine große Schwester.
Sie ist 2 Jahre älter wie ich. Meine Schwester ging mit meiner Mutter mit und ich blieb bei meinem Vater. Ich weiß noch wie ich total geweint habe und unbedingt mit meiner Mutter mitgehen wollte.
Ziemlich schnell lernte mein Vater eine neue Frau kennen und wir zogen in ihr Haus nach Lichterfelde. Sie führte ein Blumengeschäft und mein Vater half dann immer da aus.
Finanziell ging es uns ziemlich gut, ich habe alles bekommen was ich wollte, war aber keinsten falls verzogen.
Wir Kinder, 3 waren aus ihrer ersten Ehe und ich, hatten sogar eine kleine Wohnung für uns ganz alleine. Uns wurden ziemlich viele Freiheiten geschenkt.
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Post 3 im Thema

Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 2

"Der Umzug nach Schöneberg"


Als ich 6 Jahre alt war, zog ich dann zu meiner Mutter, warum weiß ich auch nicht genau. Ich wurde nämlich kurz vorher eingeschult in Lichterfelde und zog dann zu meiner Mutter nach Spandau "bei" Berlin.
Da wohnte ich dann mit meiner Schwester in einem Zimmer. In der Schule war ich gut und es lief sonst auch soweit alles echt gut. Meine Mutter hatte auch einen neuen Freund kennengelernt. Pedro ist sein Name. Auf ihn werde ich noch eingehen später. Er ist ein Grund warum mein Leben so lief, wie es bisher lief. Aber wie geschrieben, dazu später mehr.
Als ich 7 Jahre alt war, lernte ich am Kiosk einen Mann kennen, mit ihm war ich des öfteren im Sommer an der Havel schwimmen und wir angelten zusammen. Im Nachhinein denke ich natürlich, wieso mache ich so etwas? Gehe mit einen wildfremden Mann mit usw. Aber aufdringlich oder so wurde er nie.
Ich rauchte da meine ersten Zigaretten mit meinen damaligen besten Freund. Zu der Zeit fing ich auch an, die hoch hackigen Schuhe meiner Mutter anzuziehen, warum habe ich nicht verstanden.
Auch hatte ich keine männlichen Freunde ausser meinen besten Freund. War schon immer etwas anders, erfreute mich an Dingen wie Kunst, Pop Musik, auch die traurigen Lieder fand ich immer toll und weinte oft dazu. Natürlich nur in meinem Zimmer. In der Schule wäre ich dafür gehänselt worden. An einem Tag wo meine Schwester nicht da war und meine Mutter arbeiten war, bediente ich mich an der Kleidung meiner Schwester und es war ein so schönes Gefühl, einfach unbeschreiblich. Einmal erwischte mich meine Mutter und ich bekam richtig doll was auf den Arsch. "So etwas macht man doch nicht als Junge" usw. Mit 8 Jahren, da kam meine Schwester dann ins Heim nach Schleswig Holstein. Warum, dass weiß ich bis heute nicht.
Ich zog dann mit meiner Mutter nach Schöneberg. Sie war Schwanger und wir brauchten eine größere Wohnung.
Es war eine schöne 3-Zimmer Wohnung, mit Balkon in der Bülowstrasse.
Wieder Schule wechseln, wieder neue Freunde kennenlernen usw. In dieser Schule in Schöneberg wurde ich viel gemobbt weil ich etwas dicker war und eben nicht der typische Junge. Wurde schon damals des öfteren als "Schwuli" beschimpft und oft von den Jungs auch mit Steffi angesprochen.
Und von Pedro, (ihr wisst ja, der neue Freund meiner Mutter), schlug mich auch des öfteren nur wegen kleinen Dingen wie, mal 30 Minuten zu spät zu Hause gewesen.
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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 3
Die Familie Flodder


Zu dieser Zeit lernte ich auch Marina kennen. Ich war viel mit ihr unterwegs und lernte dann auch ihre Mutter kennen. Sie war Alkoholikerin, aber trotzdem achtete sie immer drauf, dass wir unsere Hausaufgaben machten. Auch stand jeden Tag immer etwas warmes zu essen auf dem Tisch. Sie war für mich schon eine Art Ersatzmutter. Sie wurde auch immer liebevoll von allen "Mama" genannt. Sie hatte ihr Herz auf dem rechten Fleck.
Ich war gerade 10 Jahre alt und durfte da auch rauchen. Auch habe ich da mal ein Bier getrunken. Natürlich war es eigentlich verantwortungslos von der Mutter, dass sie uns rauchen ließ und so weiter, aber toll war es trotzdem. Des Öfteren schlief ich auch da.
Als dass meine Mutter mitbekam, da ich ja auch immer öfter nicht zuhause schlief, holte sie mich einmal ab da. Ich wollte nicht gehen, hatte Angst wieder die nächste Tracht Prügel zu kassieren und "Mama" beschützte mich dann auch.

Zweimal die Woche ging ich immer meinen Vater auf dem Wochenmarkt besuchen, wo er Blumen verkaufte. Er gab mir immer 50 Mark mit, oder wenn ich zum Beispiel ein neues Gameboy Spiel haben wollte, kaufte er mir auch dies. Er wollte sich meine Liebe erkaufen, das wusste ich aber erst später, toll war es allemal.

In der Schule lief es schrecklich, wie ich ja schon im zweiten Kapitel schrieb. Mobbing, Beleidigungen und oft verprügelt. Da fing ich auch an die Schule zu schwänzen. Ich ging mit einem Freund der auch die Schule schwänze ins KaDeWe oder Wertheim(Auch ein Kaufhaus), und wir spielten da immer Videospiele. Zu der Zeit waren auch diese EastPak Bauchtaschen und Geldbörsen total in. Davon klauten wir oft welche und verkauften sie dann.

Am Winterfeldtplatz, das ist ein großer Platz wo wir im Sommer immer Inliner gefahren sind, lernte ich dann Dank meiner Schwester, die übrigens wieder aus dem Heim kam und wieder bei uns wohnte, eine Clique kennen. Sie waren alle schon etwas älter.
Also so um die 15, ich war immer noch 10. Wir rauchten zusammen, fuhren Inliner, gingen sogar mal alle zusammen zu einem Hertha Spiel ins Olympiastadion. Da habe ich im Alter von 11 Jahren auch das erste Mal an einen Joint gezogen.
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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 4
Mein erstes schwere Trauma

Als meine Schwester wieder bei uns gewohnt hat, fand ich es so schön. Ich war viel mit ihr zusammen bei ihren Freundinnen und ich spürte etwas was ich damals noch nicht begriff. Sie und ihre Freundinnen schminkten mich auch des Öfteren und es war total schön die Veränderungen zu sehen.
Wenn sie mal alleine wegging, weinte ich nur zuhause und hörte mir im Radio Sender an wo nur geredet wird. Ist das schon krank? Ja, ich denke schon. Aber anders wusste ich mir damals nicht zu helfen.
Eines Abends, meine Schwester und ich waren zuhause und ich durfte sogar mal ihre Sachen anziehen.
Dann schminke sie mich noch und dann ist es passiert. Pedro kam in unser Zimmer herein und sah mich dann ganz entsetzt an. Er nahm sich so eine Fußboden Leiste aus Holz und verprügelte mich damit.
Er hörte nicht mehr auf, ich lag auf den Boden, schrie wie wild herum und probierte mit dem linken Arm mein Gesicht zu schützen. Ich dachte zu diesen Zeitpunkt echt dass er mich totschlagen tut.
Meine Mutter war übrigens im Wohnzimmer und machte rein Garnichts, Obwohl ich so laut schrie.
Am nächsten Tag, mein GANZER linker Arm war blau, ja schon fast schwarz von den ganzen Schlägen. Ich wollte baden gehen, ging ins Badezimmer, zog mich aus und ich wollte noch irgendwas meine Mutter fragen. Also ging ich hinaus, schaute so um die Ecke, mein linker Arm war für sie zu sehen. "Was ist denn das?" fragte sie. Daraufhin meinte ich zu ihr, dass dies Pedro war. Sie zuckte nur mit den Schultern und sagte nichts mehr dazu.
Ab da spätestens war sie für mich gestorben. Hallo? Ich war 11 Jahre alt, ihr eigen Fleisch und Blut, ihr Kind und dieser Typ war ihr wichtiger. Dies kann und werde ich ihr nie verzeihen können.
Ab den Tag war ich kaum noch "zuhause", war immer bei meiner Ersatzmama. Ich schwänzte jetzt noch öfter die Schule als ich ohnehin schon tat. Dies rief irgendwann dann natürlich das Jugendamt ins Spiel. Erst war ich bei einer Psychologin. Aber das half mir auch nicht wirklich weiter. So kam es wie es kommen musste, ich musste ins Heim. Aber nicht in ein Heim in Berlin, sondern nach Schleswig-Holstein.
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 5
"Ab nach Schleswig-Holstein"


Es ist der 12.03.2000. Meine Mutter fuhr mich höchstpersönlich nach Schleswig-Holstein. Genauer gesagt nach Schnarup-Thumby. Eine etwa 500 Seelen Gemeinde. Ich wusste nicht was mich erwartet, wusste nur dass es eine Pflegefamilie war und dass da noch 5 andere Kinder wohnten. 2 Jungen und 3 Mädchen. Mit mir sollten es dann 6 sein. Was ich da gefühlt habe weiß ich gar nicht mehr so genau. Nur wusste ich dass ich nicht aus Berlin weg wollte.

Während der Autofahrt war es ziemlich ruhig. Meiner Mutter schien es nichts auszumachen dass sie ihr Kind jetzt abgibt. Endlich ist sie dann allein mit Pedro und meiner Halbschwester.

Angekommen wurde ich nett begrüßt, mir wurde mein Zimmer gezeigt und wir aßen dann Kuchen zusammen. Meine Mutter ließ sich noch immer nichts anmerken. Ich weinte ziemlich viel dann und als wir uns verabschiedet hatten, sie ins Auto gestiegen ist und losfuhr, war ich komplett am Ende. Auch dass es ihr so gut wie nichts ausmachte ihr zweites Kind jetzt auch noch abzugeben. Die anderen Kinder nahmen mich aber gut auf und ich beruhigte mich dann auch wieder in den darauf folgenden Stunden.
Das Ehepaar war sehr streng und ich kam damit überhaupt nicht klar. Ein Kind war immer für das gesamte Frühstück zuständig, wir mussten immer unsere Schuhe jeden Tag mit so einer Bürste schrubben und sie dann vorzeigen.
Unser Zimmer musste immer blitzblank sein. Ich durfte nicht alleine im Dorf oder so unterwegs sein. Durfte mich nur im Haus, bzw. im Garten aufhalten und spielen. Außer wenn wir zur Schule gingen.
Ich war in Berlin zuletzt in der sechsten Klasse auf der Grundschule, hier kam ich dann in die fünfte Klasse der Realschule.
Da habe ich so gut wie keine Erinnerungen mehr von dieser Schule. Nur dass ich einer der besten war. An einem Wochenende konnten wir uns was dazuverdienen, nämlich 15 Mark die Stunde für das Raps abbauen. Ich habe nur 3 Stunden gemacht, wurde dann "gefeuert". Ich glaube weil ich mich nicht wirklich angestrengt habe und zu viel Mist gebaut habe. Aber genau weiß ich das nicht mehr.
Mir der elitären Art von den Pflegeeltern kam ich überhaupt nicht zurecht und so beschloss ich abzuhauen. Ich wollte in das Heim wo meine Schwester sich vorher war. Das Elisabethheim in Havetoft. Ein großes Heim, mit mehreren kleineren Gruppen, die in verschiedenen Häusern untergebracht waren. Wir haben da mal meine Schwester besucht und es war sehr schön da. Ein kleiner Bauernhof gehörte dazu. Dann war das Gelände direkt an einem schönen See angebunden wo man schwimmen konnte.

Eines morgens, wir gingen dann ganz normal zur Schule bzw. sind mit dem Schulbus dorthin gefahren. Und in der großen Pause bin ich dann mit dem Schulbus zurück nach Schnarup-Thumby gefahren. Da angekommen schnappte ich mir ein schönes Fahrrad und fuhr los. Da in den Dörfern sind die Fahrräder meistens nicht angeschlossen weil die eigentlich auch niemand klaut. Ich fuhr dann los. Es war ein sehr regnerischer Tag, dass war mir jedoch egal. Ich fuhr dann etwa 20km nach Havetoft und besuchte dort die Gruppe in der auch meine Schwester war. Habe mit einem Erzieher gesprochen dass ich bitte dahin möchte, ich es bei meiner Pflegefamilie nicht mehr aushalte.

Er rief dann wohl bei der Diakonie an, (die haben mich sozusagen vermittelt nach Schnarup-Thumby, waren also für mich zuständig) und es kam dann der Leiter von der Diakonie nach Havetoft und nahm mich wieder mit. Ich sagte zu ihm dass es mit da überhaupt nicht gefällt, ich ins Elisabethheim möchte. Er meinte nur dass dies nicht möglich ist, aber er hatte da einen anderen Vorschlag für mich. Und zwar das "Kinder- und Jugendhaus in Böklund. Da lebten mehr Kinder und Jugendliche, man hat etwas mehr Freiheiten usw.
Also sagte ich zu und wir fuhren die knapp 10km nach Böklund.
GuidoB
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

Post 7 im Thema

Beitrag von GuidoB »

Hallo Steffi,

das liest sich ja bis jetzt schon grausam.
Unter einer wenigstens halbwegs glücklichen Kindheit stelle ich mir etwas anderes vor.

Schreibe Dir alles von der Seele.....vielleicht hilft es Dir ...

LG Guido
Steffi-BLN
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 6
Das Kinder und Jugendhaus Böklund

Angekommen im Kinder und Jugendhaus, hier muss ich mich mal erinnern, ich weiß gar nicht mehr genau wie ich da aufgenommen wurde"¦

Auf jeden Fall war ich dann da, es war ein großes Haus. Etwa 15 Kinder und Jugendliche waren da. Alle so im Alter von 12 bis 17 etwa. Ich glaube ich war da das jüngste Kind. Ein paar waren aber auch 12 glaube ich. Naja egal, mir wurde das Haus gezeigt. Die Türen zum Wohnzimmer und zur Küche zum Beispiel waren total schön bemalt mit Comicfiguren.

Auch das Grundstück war ziemlich groß, ein Mini Wald, ein Teich, okay das war eher ein Tümpel. Aber er war auch recht groß. Dazu war ein Volleyball Platz aus Stein. Da spielten wir immer Fußballtennis. Im Keller war eine Tischtennisplatte. Mit einem jungen verstand ich mich besonders gut. Er war ziemlich hübsch. Ich fand ja zu der Zeit Frauen anziehend. Mit Jungs!? Nein, aber ich weiß nicht. Ich wusste immer das ich nicht schwul bin. Es war auf jeden Fall sehr merkwürdig alles.

In der Schule kam ich wieder in die fünfte Klasse der Realschule. Ich war da ziemlich beliebt wegen meiner Schwester die ja die 2 Jahre zuvor auf dieser Schule war. Und ich kam halt aus Berlin.
Ich haute aber trotzdem immer ab aus dem Heim. Es war Sommer, und im Frühling 2002 wurde ich nach Frankreich geschickt, dazu später dann mehr.

In diesen knapp 2 Jahren in Böklund, haute ich 5 mal ab glaube ich. Immer erst zu Fuß nach Schleswig. Das waren immer etwa 15 km. In Berlin ging ich immer zu meiner besten Freundin und zu meiner Ersatzmutter, sie nahmen mich immer gerne auf. Da konnte ich immer ein paar Tage bleiben, dann kam entweder das Jugendamt, oder wenn ich meinen Vater besuchte auf den Markt, rief er das Heim in Böklund an.

Ich bin immer mit dem Zug von Schleswig aus gefahren. Habe mich 6 Stunden oder so immer auf der Toilette versteckt. In Hamburg musste ich immer umsteigen. Einmal wurde ich kurz vor Berlin erwischt und der Bundesgrenzschutz nahm mich in Obhut. Da wurde ich direkt wieder mit dem Bus zurückgeschickt.
Einmal haute ich mit einem Mädchen und einem Jungen ab. Sie war 16 Jahre glaube ich, er 11 Jahre alt. Kam gerade frisch ins Heim. Er wohnte eigentlich in Lübeck, kam aber trotzdem mit uns mit. Sie sagte dann, daß wir bei ihr und ihren Eltern ein paar Tage schlafen konnten. Zu dritt versteckten wir uns dann die ganze Zeit auf der Mini Toilette und wurden nicht erwischt. Zum Glück gingen damals noch die Fenster auf in den Toiletten xD.

Wo ich 13 war, bin ich mit meiner Klasse auf Klassenfahrt gewesen in Malente. Da gab es einen Moment den ich besonders schön fand, aber genauso traurig wie manche Kinder halt sind. Wie sagt man so schön!?
"Kinder sind grausam"
An einem Abend wir sollten uns ein bisschen zurecht machen, da wir eine "Party veranstalten.
Es waren insgesamt 3 oder 4 Klassen. Also viele Personen die man kennt usw. Ich war eigentlich fertig, hielt mich auf der Mädchenetage auf und schaute ganz neidisch die Mädchen am die sich schminkten und stylen. Dann passierte es, ein Mädchen mit der ich mich super verstand fragte mich ob ich mich auch schminken will. Daraufhin sagte ich nur, "Ich kann das nicht." Sie erwiderte dann nur "Kein Problem, dann schminke ich Dich." Gesagt, getan. Es waren noch andere Mädchen in dem Zimmer, sie hatten überhaupt nichts dagegen, keine Beleidigungen, doofe Bemerkungen, nichts. Es waren dann 3 Mädchen um mich. Die eine machte mir die Haare, die anderer schminkte meine Augen, wiederum die andere machte meine Lippen.

Und dann kam es wie es kommen musste, dieser schöne Moment musste natürlich zu Ende gehen als ein Junge sah wie ich geschminkt wurde. Er sagte dann nur "Ihhh, wieso lässt du dich schminken?" Es kamen noch ein paar andere Beleidigungen von den anderen Jungs die dann auch noch dazu kamen.
Ich musste mich zurückhalten dass ich nicht anfange zu weinen. Aber die Mädels waren toll, eine war so herrlich, ich weiß noch ganz genau was sie sagte. "Du solltest dich mal lieber schminken, so hässlich wie du bist, schau mal deine Nase an, Buckelnase." Er hatte wirklich eine sehr bucklige Nase und war nicht der hübscheste. Ich ging dann auch mit den Mädels im Schlepptau tatsächlich so zur Party. Nur die Jungs machten ein paar dumme Bemerkungen, okay ein paar Mädchen lachten auch, aber die meisten fanden es total interessant das ganze.

In der Schule konnte ich aber irgendwann nicht mehr mithalten da ich ja oft gefehlt habe und einmal spielte ich mit irgendeinem brennbaren Stoff aus dem Chemie Unterricht. Was es genau war weiß ich nicht mehr. Ich schüttete es auf die Fensterbank, also machte so eine Linie, zündete es an und beinahe haben die Gardinen Feuer gefangen. Ein Lehrer sah das und ich wurde suspendiert. Das alles und meine Leistungen in der Klasse führten dazu dass ich schräg versetzt wurde. Kam also von der R6(Realschule) in die H6(Hauptschule).

Ich hatte Anfang 2002 viele Schulden im Heim, weil ich ja immer aus Berlin geholt werden musste, die haben mir das alles immer "in Rechnung" gestellt. Weihnachten 2001 bekam ich keine Geschenke, nur eine Maxi CD und ein paar Süßigkeiten. Die anderen bekamen alle schöne Geschenke, ich wollte nur wieder weg.

Zu meinem Geburtstag am 31.01.2002 haute ich ein paar Tage früher wieder ab. In Berlin bei meiner Ersatzmutter und meine beste Freundin lud noch 2 andere Mädchen ein. Wir tranken alle ein bisschen was und ich hatte dann zu meinem Geburtstag mein "erstes mal". Dazu gibt es keine Einzelheiten"¦
Wo ich ein paar Tage dann später wieder in Böklund war, entschied man dann, dass ich da nicht bleiben könne und so kam ich erstmal in eine andere Unterkunft für 2 Wochen oder so. Da ist nichts nennenswertes passiert, aber die Entscheidung die getroffen wurde mit meinem Jugendamt und der Diakonie umso mehr.

Ich werde nach Granville in Frankreich geschickt. Da sollte ein Ehepaar sein und noch 3 andere Jugendliche. 1 Mädchen und 2 Jungen.
Anne-Mette
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Steffi-BLN hat geschrieben: Di 21. Apr 2020, 17:29 in Böklund
wir hätten uns durchaus über den Weg laufen können (smili)
Es gab hier einige Heime, die auf "Berliner Kinder" eingerichtet waren. Das klingt böse, aber es war ein "blühender Geschäftszweig".
Ich habe allerdings nicht in Böklund, sondern in einem anderen Ort in einer Außenstelle eines Heimes (und teilweise in Schleswig im Landeskrankenhaus) als Erzieherin mitgearbeitet.

Vieles, was Du erzählst, erinnert mich an ein Buch, das ähnliche Erlebnissse schildert.

Ich hoffe, das Leben ist in Zukunft gut zu Dir ---)))
Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Eine Bitte von Steffi:

bitte keine Beiträge, die nicht unmittelbar zum Thema passen!
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

Post 11 im Thema

Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 7
"Meine kurze Zeit an der Normandie"


Roland, der Leiter von der Diakonie Schleswig-Holstein kam um mich abzuholen. Wir fuhren dann zusammen mit dem Auto los. Etwa 1300 Kilometer sollten es sein. Wir waren lange, sehr lange unterwegs und nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich an. Wir wurden wieder wie üblich mit Kaffee und Kuchen begrüßt, die anderen 3 Jugendlichen waren auch mit dabei. Ich war ja 14, in Böklund durfte man erst ab 15 rauchen. Hier in Granville durfte ich aber schon rauchen, das fand ich toll. Damals konnte man ja schon in Deutschland ab 16 rauchen. Wie es in Frankreich aussah weiß ich gar nicht. Aber ich hatte in den Tabak Läden nie Probleme an Zigaretten zu kommen.

Etwa eine Woche später nachdem ich mich ein bisschen eingelebt hatte, musste ich auch mit im Haus von denen oder im Garten arbeiten. Wir Jugendlichen hatten so einen kleinen Anbau wo wir unsere Zimmer hatten und eine eigene kleine Küche. Da mussten wir uns Abends immer selbst versorgen.

Und der Tagesplan lief immer gleich ab.

06:00 Uhr — Aufstehen
06:30 Uhr — Musste immer eine/r rüber in die Küche und das Frühstück mit vorbereiten. Jede Woche war jemand anderes dran.
07:00 Uhr - > Frühstück
07:30 Uhr - > Abräumen und die Küche sauber machen.
08:00 Uhr - > Arbeiten im Haus oder Garten, oder dem Mann beim Hausbauen helfen, er baute da irgendwie so ein kleines Haus für irgendwas, was genau weiß ich nicht mehr. Das Grundstück war sehr groß und die Arbeit echt anstrengend. Rasen mähen, Unkraut jäten, Blätter zusammen haken, irgendwas rumwerkeln. Es war Knochenarbeit. Ich kam mir direkt vor wie in einem Arbeitslager.
11:00 Uhr - > Musste immer eine/r mithelfen das Mittag zu kochen. Die anderen mussten weiter arbeiten.
12:00 Uhr - > Mittag essen.
13:00 Uhr - > Weiter arbeiten
15:00 Uhr - > "Feierabend"

Wir bekamen zwar etwas Geld dafür, aber nicht wirklich viel. Es war sehr idyllisch da direkt am Strand und so weiter, aber die Umstände eben nicht. In meiner Freizeit war ich in einem Fußballverein und sogar im Box Verein.
Im Fußball war ich echt gut, aber merkte auch wie die Leute über mich redeten. Da ich kein Französisch konnte, wusste ich natürlich nicht was sie sagten.

Im Box Verein wurde ich toll aufgenommen, ein anderer Jugendlicher aus der Pflegefamilie, er hieß Dean, war ebenfalls da im Verein und zeigte mir alles. Aber da habe ich schnell gemerkt, etwa 1 bis 2 Monate später, dass dies nichts für mich ist. Es tat mir zu sehr weh was auf die Nase zu bekommen"¦
Ab und an hatte Dean einen Kampf und wir fuhren mit ihm dann zu den Kämpfen.

Im Fußballverein blieb ich aber die ganze Zeit und war sogar Stammspieler im Sturm.

Normal Schule hatte ich nicht, bzw. besuchte auch keine Schule da. Es kam einmal die Woche eine Privatlehrerin für 3 oder 4 Stunden und das war es auch schon. So kann ich kein Französisch lernen.


Zusammengefasst war es ziemlich schrecklich da. Mit 14 möchte ich andere Dinge tun als den ganzen Tag zu arbeiten.
Ich war etwa 4 oder 5 Monate da, bis dann ein Jugendlicher von seinem "Urlaub" aus Berlin wieder kam
Ich wollte wieder nur weg da und ging als alle arbeiten waren, kurz in sein Zimmer und schaute nach wieviel Geld er hat. Es waren um die 100 Euro. Ich nahm sie mir einfach und haute auch von da ab. Ich lief erst zum Bahnhof, kaufte mir eine Fahrkarte nach Paris.
Ich sagte zu dem Verkäufer im gebrochenen Englisch; "One ticket to Paris please for my little Brother, he is eleven." Da die Tickets ja für unter 12 jährige billiger sind, bzw waren. Das ging alles problemlos.

Ich musste noch 2 Stunden oder so auf den Zug warten, also beschloß ich noch ein bisschen durch die Stadt zu laufen. Denn wie sich mich anfangen zu suchen, sie vielleicht direkt am Bahnhof schauen. Ich wollte kein Risiko eingehen. Bei LIDL kaufte ich mir eine Packung von diesen Bonbons in dieser goldenen Alubox. Mehr Geld wollte ich nicht ausgeben, da ich ja nicht wusste wieviel das Ticket von Paris nach Berlin kosten sollte.
Ich wurde von niemanden entdeckt und so stieg ich dann in den Zug nach Paris ein. Ich wurde auf der 2 oder 3 stündigen Fahrt nicht kontrolliert und kam in Paris an.

Dort besorgte ich mir das Ticket nach Berlin, wieder mit der oben genannten Methode. Ich musste jetzt mit der Metro vom Nordbahnhof zum Südbahnhof fahren, oder andersrum. Das weiß ich nicht mehr. In Paris in der Metro ist es ja so dass du einen Fahrschein haben musst, sonst kommst du nicht durch die Schranke. Und das Geld hat gerade so noch gereicht dafür.
Ich hatte vielleicht noch EINEN Euro oder so.
Am Bahnhof angekommen stieg ich dann schon bald in dem Zug nach Berlin ein. Suchte mir einen gemütlichen Platz und der Zug fuhr dann kurze Zeit später auch schon los. Der Zoll kam zum Glück nicht, weil ich keinen Ausweis bei hatte. Das wäre dann natürlich blöd gewesen.

Nur der Kontrolleur kam, ich zeigte ihm mein Ticket, er stempelte ihn ab und ging wieder. So langsam bekam ich richtig Hunger und auch Durst. Ich aß meine Bonbons und trank auf der Toilette etwas. Ich war einfach zu durstig.

Und irgendwann kam ich endlich in Berlin an.
Ich habe es geschafft. 14 Jahre alt. Von Granville nach Berlin, ohne Ausweis und mit Tickets die ich natürlich eigentlich nicht benutzen durfte.
Ich stieg am Zoologischen Garten aus und fuhr dann mit U-Bahn und Bus zu meiner besten Freunden und meiner Ersatzmama. Ihr erzählte ich alles und sie staunten nicht schlecht.

Ich habe dann ein paar Tage da geschlafen und irgendwann kam das Jugendamt vorbei und nahm mich erst einmal wieder mit. Wir unterhielten uns dann ein wenig und meine Bearbeiterin meinte dann bloß zu mir dass ich jetzt in Berlin bleiben darf. Sie sagte nur dass sie mich nach Amerika schicken könnten, und ich von da sicherlich auch erfolgreich abhauen wurde. Und ja, ich hätte es irgendwie geschafft.
Ich kam also erst einmal in eine Krisenunterkunft nach Neukölln, und da nahm das alles seinen Lauf, wie man so schön sagt. Aber das kommt im nächsten Kapitel.
Steffi-BLN
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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 8
"Die Krisenunterkunft in Berlin Neukölln"

Ich kam in ein Doppelzimmer mit einem anderen Jungen, er hieß auch Stefan. Er war glaube ich 2 Jahre älter als ich, also 16 Jahre alt.
Ich lernte an dem Tag wo ich kam, oder am zweiten einen anderen Jugendlichen kennen, seinen Namen weiß ich nicht mehr, er war aber ein Russe. Ich glaube er hieß Sergej. So nenne ich ihn jetzt auch.
Er fragte ob ich denn Kiffen würde. Ich sagte dass ich schon mal gekifft hatte und er fragte mich ob wir einen rauchen wollen. Ich sagte zu und wir fuhren mit der U-Bahn 3 Stationen zur Hasenheide. Der Park ist noch heute bekannt dafür dass da Drogen verkauft werden. Schwarze und Araber verkauften dort Gras und ich glaube auch andere Drogen.
Wir gingen zu einem Araber, Sergej kaufte einen 10er und baute uns einen Joint. Es war das erste Mal dass ich richtig gekifft habe. Ich habe zwar mit 11 schon einmal an einem Joint gezogen. Aber der Joint, ohh je. Ich war so extrem breit. Sergej musste dann los, irgendwo anders hin und ich fuhr dann die 3 Stationen wieder zurück. Ich hatte den totalen Absturz und musste nach einer Station schon wieder aussteigen. Ich musste mir Wasser ins Gesicht machen, dachte sonst sterbe ich. Die U-Bahn war auch extrem voll. Ausgestiegen ging ich dann schnell nach oben und suchte eine Toilette auf. Ich fand schnell einen Dönerladen und ging auf die Toilette. Das Wasser war eine Wohltat. Es war ja auch Sommer und es war brütend heiß. Es ging mir nun etwas besser und ich machte auf den Rückweg. Angekommen in der Krisenunterkunft ging ich sofort in mein Zimmer und legte mich hin und schlief auch schnell ein.
In den nächsten Tagen lernte ich meinen Zimmernachbarn besser kennen.
An einem Tag ging ich wieder zu meinem Vater, er gab mir etwa 70 Euro oder so. Davon kaufte ich dann Gras für 30 oder 40 Euro in der Hasenheide. Ich ging zu einen schwarzen. Er versteckte sich zwischen den Büschen. Ich sagte ihm was ich brauche. Er holte aus einer Ecke ein großes Tütchen und machte mir etwas davon auf die Hand. Es war total wenig und ich musste ihn animieren dass er mir mehr gibt. Das machte ich etwa 3 Mal und das war es dann. Ich packte das Gras in eine Zigarettenfolie und machte mich wieder auf den Rückweg.
In meinem Zimmer war Stefan auch gerade da und ich fragte ihn ob wir zusammen einen rauchen wollten. Er sagte zu und wir bauten einen Joint nach den anderen und waren total breit. Er und ich hatten wieder den totalen Absturz und mussten uns mehrere Male übergeben.
Ich lernte in den nächsten Tagen auch Bettina kennen, sie war 16 und wir kamen uns immer näher. Gingen öfter ins Freibad und wir kamen dann zusammen. Ich noch völlig unerfahren und sie hatte schon eine Menge Erfahrung. Es war nur ein kurzes Techtel Mechtel.
Ich bekam dann in Wedding eine "Wohnung" gestellt. Es war aber ein betreutes Wohnen. Da war ich aber kaum, sondern war wieder bei meiner besten Freundin. Ich verlor dann die Wohnung und musste wieder zurück in die Krisenunterkunft.
Da lernte ich Cihan kennen, mit ihm sollte ich dann meine bis dahin schönste Zeit, die härteste und auch die traurigste Zeit haben. Ihm widme ich aber mindestens ein eigenes Kapitel, vielleicht auch mehr, dass wird sich zeigen. Jetzt lernte ich auch Joana kennen. Sie kam aus Friedrichsfelde, war ein totales Hip-Hop Mädchen und wir fuhren öfters mit ihr zu ihren Freunden nach Friedrichsfelde Ost. Wir kifften alle zusammen und ich rauchte auch das erste Mal Bong und probierte an einem Abend sogar mal Speed. Die Leute waren fast alle Sprüher, also Graffiti Maler. Wir gründeten alle zusammen eine "Crew" und ich fing dann auch mit dem malen an.
Unsere Crew hieß "ATI — Aktion total Illegal".
Einige Zeit später kam ich dann wieder in ein betreutes Wohnen. Da war es die Hölle. Alle waren älter als ich, mindestens 17 oder noch älter. Ich war immer noch 14. Ich wurde da immer geschlagen und ausgeraubt, bzw. abgezogen. Von einem würde ich sogar gezwungen klauen zu gehen im Supermarkt. Zigaretten und Alkohol. Das ging 2 oder 3 mal gut. Dann würde ich erwischt und ich hörte auf damit. Dafür habe ich dann wieder Schläge kassiert. Ich war inzwischen 15 und ein Junge von da kam auf mich zu und fragte ob ich mir gutes und einfaches Geld dazuverdienen möchte. Ich sagte zu, wusste aber nicht worauf ich mich einließ. Wir fuhren zu einem Mann, er war um die 40. Der Junge meinte zu mir dass 8ch mir nur einen runterholen müsste und der Mann darf dabei zusehen. Dafür sollte ich dann 250 Euro bekommen. Ich wollte eigentlich schon direkt wieder rausgehen, aber das Geld war zu verlockend. Ich dachte mir nur, "Nur einen runterholen schnell und dafür 250 Euro bekommen, wieso nicht." Also tat ich es schnell und der Mann hielt sich an die Spielregeln. Ich schaute einen Film dabei und die Sache war schnell erledigt. Ich bekam mein Geld wie abgemacht und haute schnell wieder ab. Danach fühlte ich mich so benutzt und eklig und ich duschte bestimmt eine halbe Stunde.
Aber ich machte es in den nächsten Wochen noch ein paar Mal, zu groß war die Verlockung des Geldes.
Zu der Zeit fing ich auch an mir die Arme aufzuschneiden, umgangssprachlich das "Ritzen" Zum Glück immer nicht so tief. Da konnte ich immer meine Last loswerden.

Kommen wir nun zu Cihan. Aber wie gesagt, dafür kommt ein neues Kapitel
Steffi-BLN
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Re: Steffi's Leben bis ins kleinste Detail.

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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 9
Cihan, mein bester Freund auf ewig

Ich lernte Cihan in der Kriseneinrichtung kennen. Wir
verstanden uns auf Anhieb super und es entstand schnell eine tolle Freundschaft. Wir waren oft zusammen in Friedrichsfelde und durch ihn fing ich auch mit dem malen an.
Ich kam ja dann in dieses betreute Wohnen nach Wedding wo ich immer geschlagen und ausgeraubt wurde. Kurze Zeit später kam er auch in diese Unterkunft und wurde einmal so heftig zusammengeschlagen, dass er ins Krankenhaus musste. Es ermittelte sogar die Kriminalpolizei wegen schwerer Körperverletzung. Aber die beiden Schläger, es waren 2 Kurden, Cihan ist Türke, bekamen 6 Monate auf 3 Jahre Bewährung.
Wir, also Cihan und ich, entschlossen uns da weg zu gehen und nicht mehr hinzugehen. Wir schliefen zuerst bei einem Freund den wir aus der Krise kannten, da konnten wir etwa 2 Monate wohnen. Dann lernten wir andere Sprüher kennen und konnten dann bei einem in einer 1-Raum Wohnung übernachten. Es war alles sehr eng, aber es war uns egal. Wir gingen des Öfteren sprühen. Einmal in der Nacht, Cihan, sein kleiner Bruder (Özer, 14 Jahre alt.) und ich fuhren zum Treptower Park und da am Wasser malten wir ein 10 Meter großes Bild in Chrom mit schwarzen Outlines. Es war so riesig als wir davor standen, aber als wir am nächsten Tag uns es aus der S-Bahn anschauten, war es leider kaum zu sehen. Naja der Wille zählt"¦
Wir, also Cihan und ich, haben dann mal seinen Vater besucht und seine Freundin, wir aßen da leckere türkische Speisen. Als wir dann beim zweiten oder dritten mal da waren, es war nur die Freundin da und kochte wieder für uns. Cihan wusste wo sein Vater immer sein Geld versteckte. Wir beschlossen dann uns was zu nehmen, ja zu klauen. Wir haben ca 1000 Euro genommen und entschlossen dann einen Freund von Cihan in Kiel zu besuchen. Er war in Kiel im Heim bevor er in die Krisenunterkunft kam.
Wir kauften uns ein Ticket für den ICE und als wir in Kiel ankamen, gingen wir zuerst zu einem Dealer der Heroin verkaufte.
Zur Erklärung; Cihan war in Kiel Heroin abhängig. Ich merkte davon nichts, Kifften wir ja nur zusammen. Ich sagte dann zu und er kaufte noch Alufolie und wir gingen dann in eine ruhige Ecke, ich glaube es war ein Parkhaus. Er rauchte das Heroin auf Folie, ich zog es durch die Nase. Es war überhaupt nicht mein Geschmack und die Wirkung erst. Man hing nur so da. Machte die Augen zu, der Kopf fiel immer so nach unten und ich erbrach auch sehr viel. Wir fuhren dann zu seinem Freund und durften da dann auch die Tage übernachten. Er wohnte noch bei seiner Mutter.
Wir nahmen die Tage ziemlich viel von dem Teufelszeug, aber ich bemerkte schon da, dass dies nichts für mich ist. Wir holten uns aber auch mal eine Kugel Kokain. Dass war schon eher was für mich. Besser gesagt ich liebte es.
Wir fuhren dann wieder zurück nach Berlin und ich bin auf den Geschmack gekommen von dem weißen Teufel(Kokain). Cihan ist leider wieder abhängig geworden vom Heroin. Er veränderte sich immer mehr, ich aber leider auch. Um an Geld zu kommen sind wir zu der Zeit öfters in Häuser eingestiegen. Wir kundschafteten die Häuser 3 oder 4 Tage aus, wann die Leute denn zur Arbeit fahren usw. Dann stiegen wir durch den Garten, besser gesagt der Terrasse ein. Wir hatten keine Ahnung von Schlösser knacken, haben immer mit einem Stein die Scheibe eingeschlagen. Ein Wunder dass wir nie erwischt worden. Jetzt ist es zum Glück verjährt. Also kann ich darüber auch offen reden.
In einem Haus haben wir mal den "Jackpot" gezogen. Wir fanden unter einer Matratze 8000 Euro. Damit sind wir nach Holland gefahren und hatten eine tolle Woche. Wir wohnten in einem 4 Sterne Hotel, ließen es uns richtig gut gehen.
Wieder angekommen in Berlin, ich war immer noch 15 Ich ging mit Cihan in eine Bar wo man es mit den Ausweisen, ich sag mal so, locker gesehen hat. Es war eine Schwulen und Lesben Bar. Natürlich auch für Heteros. Wie es genau weitergeht, schreibe ich in das nächste Kapitel. Auf Cihan komme ich aber wieder zurück.
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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 10
Mein mit Abstand schlimmste Trauma und mein erster Suizidversuch

Es fällt mir echt schwer jetzt hier bis ins kleinste Detail zu gehen, aber ich probiere so viel es geht zu schreiben, ist dass doch der Hauptgrund für meine chronische Suizidalität.
Drinnen in der Bar lernte ich jemanden kennen der in Begleitung seiner 2 Kumpels war. Ich fand ihn eigentlich ganz nett und wir kamen schnell ins Gespräch. Er machte mir voll die süßen Komplimente und ich war mehr und mehr hin und weg von ihm. Er fragte mich ob ich was trinken mag, ich sagte natürlich zu, hatte ich ja auch so gut wie kein Geld gehabt. Ich durfte die ganze Zeit trinken was ich wollte. Ich bestellte mir Wodka Energy. Der Alkohol fing auch schnell an zu wirken, hatte ich ja zuvor so gut wie nie Alkohol getrunken, ganz selten vielleicht. Irgendwann verliere ich auch meine Erinnerungen, habe den totalen Blackout. Bis, ja was ich wieder weiß ist, dass ich im Tiergarten, es war wohl mitten in der Nacht, es war niemand zu sehen bis auf, diese 3 Typen. Ich lag auf dem Gras auf den Boden. Ich schaute runter zu mir, bin untenrum komplett nackt. Ich fror auch ziemlich, hatte totale Kopfschmerzen. Das sollten aber die am wenigsten schlimmsten Schmerzen sein. Denn schlimmeres stand mir noch bevor. Ich probierte aufzustehen, wurde aber immer wieder zu Boden gedrängt, ich war natürlich viel zu schwach Dank des Alkohols und gegen 3 ausgewachsene Männer habe ich natürlich keine Chance. Sie zogen ihre Hosen herunter und der Typ der mir die ganze Zeit die Getränke ausgegeben hatte, drehte mich mit aller Gewalt um, so dass ich auf den Bauch lag. Ich weinte und fing an zu schreien, dann hielt mir einer den Mund zu und der andere begann mich zu, wie schreibe ich es jetzt am besten? Er fing an. Naja ihr könnt es euch denken. Es tat so höllisch weh, es war der wahr gewordene schlimmste Alptraum. Sie wechselten sich mehrmals ab und irgendwann, es kam mir vor wie eine Ewigkeit, weiß nicht ob es "nur" 15 Minuten waren, oder eine Stunde. Als sie dann fertig waren, ließen sie mich so liegen und verschwanden dann. Ich weinte natürlich, blutete auch an mehreren Stellen des Körpers. Ich probierte mich anzuziehen, schaffte es dann auch irgendwie und suchte die nächste Telefonzelle auf. Ich brauchte eine Ewigkeit um aus dem Park zu kommen kannte ich mich da ja nicht aus, dazu war es kitten in der Nacht. Ich sah niemanden bis ich aus dem Park kam. Da fand ich dann eine Telefonzelle und ruf die 112 an. Am Telefon erzählte ich dass ich ausgeraubt und geschlagen worden bin.
Als der Rettungswagen ankam und sie mich sahen, dachten sie sich bestimmt ihren Teil, meine Hose war an einschlägigen Stellen schon mit Blut vollgesaugt. Ich blieb aber bei meiner Geschichte das ich zusammengeschlagen worden bin. Ich konnte es aber an ihren Augen sehen dass sie mir nicht wirklich glaubten.
Im Krankenhaus wurde ich dann verarztet und kam dann aufs Zimmer. Ich weinte immer noch sehr viel und sie gaben mir wohl irgendein Beruhigungsmittel und ich schlief dann irgendwann ein. Am nächsten Tag kam dann sogar die Kriminalpolizei und befragte mich. Ich blieb bei meiner Geschichte. Zu groß war die Scham darüber was passiert ist. Als ich wieder gehen durfte, fuhr ich nach Friedrichsfelde und sah dann Cihan wieder. Ich fragte ihn wo er denn an dem Abend war. Er meinte nur dass er irgendwann gegangen ist, da es ihm zu langweilig war"¦ Mache ich ihn Vorwürfe deswegen? Sollte ich vielleicht, machte ich aber nicht, da er sich wohl dachte dass ich meinen Spaß habe.
Ich sprach mit niemanden darüber, mehrere Jahre nicht.
Ein halbes Jahr später, ich war nicht mehr die selbe Person. War noch mehr in mich gekehrt, redete kaum, war kaum noch zu irgendwas zu begeistern. Ich kiffte mich zu und benebelte so meine Sinne.
An einem Tag wo ich wieder von meinem Vater kam, ich hatte wider so um die 70 Euro, fuhr ich zum Kottbusser Tor und besorgte mir da 4 "Riegel" Diazepam von den Heroinjunkies, die das verkauften um sich Heroin zu kaufen. Ein Riegel hat immer 10 Tabletten. Diazepam ist übrigens Valium. Ein Benzodiazepin was in Kombination mit Alkohol schnell tödlich enden kann. Noch dazu ging ich mit einem Mädchen mit und nahm Heroin mit ihr, sie spritzte es sich, ich zog ein paar Nasen. Dann nahm ich die 40 Tabletten Diazepam, immer 10 Stück auf einmal, dazu trank ich ein 6er Träger Bier schnell hintereinander weg. Ja, ich wollte nur noch sterben, ich kam mit dieser Vergewaltigung einfach nicht klar. Mit 16 denkt man auch noch nicht dran, sich irgendwie Hilfe zu besorgen, leider"¦
Als ich dann alles genommen habe, ich merkte wie das Heroin und der Alkohol anfing zu wirken. Was ich noch weiß ist, ich steige in die U-Bahn ein und merke wie ich langsam ohnmächtig werde. Wenn ich in dem Haus geblieben wäre wo ich mit dem Mädchen war, wäre ich sogar wahrscheinlich gestorben. Aber so kam es wie es kommen musste, es hat dann wohl, ich weiß es ja nicht, irgendjemand den Krankenwagen gerufen. Ich wachte am nächsten Tag dann in der geschlossenen Kinder und Jugend Psychiatrie auf am späten Nachmittag. Ob ich auf der Intensivstation war weiß ich nicht, oder wie lange ich weggetreten war. Aber ich denke mal, da ich ja schnell gefunden wurde, oder besser gesagt jemand den Notarzt rief, war ich etwa 16 Stunden oder so bewusstlos. In der Psychiatrie waren Pädophile, Pyromanen und wer weiß was noch für Gestalten. Ich öffnete mich auch nicht den Psychologen/Psychiatern gegenüber. War immer noch total verschlossen. Ich saß wie man es so schön sagt, meine Zeit ab. Fragte auch ob ich bitte wieder gehen kann, sie meinten nur, dass dies nicht möglich sei zur Zeit. So verbrachte ich da insgesamt 4 bis 6 Wochen.
Eines Abends musste ich auch da was schlimmes miterleben. Ich bekam mit wie 2 Jungen in ein Zimmer von einem Mädchen gingen was gerade neu gekommen ist. Sie war fixiert, da sie total um sich geschlagen hatte und die Pfleger Angriff. Für die, die nicht wissen was eine Fixierung ist. Da wird man an Armen, Füssen und am Bauch ans Bett gefesselt. Kann sich so gut wie nicht mehr bewegen.
Ich schaute was die Jungen denn da vorhatten und als ich sah dass sie sich an ihr vergingen, kam mir alles wieder hoch. Ich verkroch mich in mein Zimmer und traute mich einfach nicht den Pflegerin Bescheid zu sagen. Zu groß war die Angst dass sie mir was antun werden. War ich auch noch total mit mir selbst beschäftigt. Ich mache mir bis heute Vorwürfe dass ich nichts unternommen habe. Werde damit mein ganzes restliche Leben was ich noch vor mir habe, damit zu kämpfen haben. Irgendwann wurde ich entlassen und wusste erstmal nicht wo ich hin sollte. Ich hatte eigentlich mit den Ärzten da abgemacht wieder nach Wedding zurück zu gehen. Aber daran hielt ich mich nicht. Ich fuhr erstmal wieder Cihan in seiner Wohnung besuchen, er bekam eine Wohnung gestellt, besser gesagt ein betreutes einzelwohnen.
Da angekommen sah ich wie er und sein kleiner Bruder Heroin rauchten. Ich wollte das nicht und rauchte glaube ich 3 Joints hintereinander weg.
Ich koppelte mich auch dann ein paar Tage später von denen ab, wollte nicht zusehen wie sie nach und nach an dem Scheiß Heroin kaputtgehen. Ich nahm wieder Kontakt zu meiner Schwester auf. Sie wohnte zu der Zeit in einer Frauen WG mit noch 3 anderen Mädchen. Da konnte ich eine Weile übernachten. Und mir ging es von Woche zu Woche besser, habe mich da so extrem wohl gefühlt. Aber es kam dann wies kommen musste, eine Betreuerin von da bekam mit dass ich da wohnte und sagte zu mir dass dies nicht ginge und ich da raus musste. Als dann an einem Abend der Bruder von einer Mitbewohnerin da war, wir Kiffen zusammen und sie fragte dann ihn ob ich erstmal bei ihm unterkommen kann. Er sagte zu und so fuhr ich dann mit ihm mit. Ich kannte ihn schon von vorherigen Besuchen und verstand mich super mit ihm. Er beschützte mich immer, war wie ein großer Bruder für mich. Er war zu der Zeit um die 24 oder so. Ich immer noch 16. Er hatte eine 2 Zimmer Wohnung wo noch 2 andere mitwohnten, es war sehr chaotisch. Der eine hatte sein Zimmer für sich. Und ich schlief immer im Wohnzimmer auf der Couch. Was da so alles passiert ist, schreibe ich ins nächste Kapitel.
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Beitrag von Steffi-BLN »

Kapitel 11
"Meine Zeit bei Marc und in der Drogen Therapie."

Bei Marc war es eigentlich im großen und ganzen geprägt vom Kiffen, lang schlafen und so weiter. Er dealte mit Gras und es war immer viel Besuch da. So lernte ich da Leute kennen, die man Nachts besser nicht sehen wollte. Aber ich gehörte dazu, kannte die größten Dealer aus dem Wedding. Bekam richtig gute Konditionen und so konnte ich noch mehr Kiffen als ich es sowieso schon tat. Ich fing dann auch an ein bisschen was zu verkaufen in Friedrichsfelde. Sie rissen es mir förmlich aus den Händen und ich verdiente gutes Geld. Dazu noch das Geld was ich zweimal die Woche von meinem Vater bekam. Mir ging es ziemlich gut. Hatte immer das neueste Telefon, Markenklamotten usw.
Silvester 2004 habe ich das erste mal mit einer Waffe geschossen. Aber nur mit Schreckschuss, keine Sorge. Mit Marc und ein paar anderen habe ich sogar noch heute Kontakt, beziehungsweise wir sehen uns ab und an. Er hat mich jetzt auch als Frau "neu" kennengelernt und er steht da voll und ganz hinter mir, was ich natürlich sehr schön finde.
Aber diese Zeit wo ich in Wedding war, musste leider Gottes auch irgendwann einmal enden. Ich weiß gar nicht mehr genau wie das Jugendamt dieses Mal auf mich zukam. Aber ich sollte eine Drogen Therapie machen. Dafür sollte ich nach Fürstenberg kommen in Brandenburg. Vorher sollte ich eine Entgiftung im Krankenhaus machen. Der Arzt nahm mir im Krankenhaus Blut ab um meine THC Werte zu messen. Am nächsten Tag kam er zu mir und meinte dass die Werte so hoch sind, dass sie nicht mehr messbar sind. Ich war dann etwa 3 Wochen im Krankenhaus und fuhr dann nach Fürstenberg mit der Regionalbahn.
Da war es eigentlich total schön. Es war ein ehemaliges Gelände von der BASF, mitten im Wald, direkt am Wasser. Es war aber ziemlich schwer für mich da Fuß zu fassen, war ich doch ein Berliner Kind. Ich haute auch des Öfteren da ab, mal wieder"¦
Da besuchte ich Marc wieder und kiffte wieder. Dann wenn ich wieder zurück musste, durfte ich erst wieder ins Krankenhaus entgiften. Als die Betreuer dann da in Fürstenberg anscheinend nicht mehr weiter wussten, kam mein Bezugsbetreuer auf mich zu und fragte mich was ich davon halten würde, wenn wir nach Ungarn für 2 Wochen oder so fahren. Ich stimmte dem zu und wir fuhren dann mit dem Zug dahin. Da ist eigentlich nicht viel passiert. Ich angelte ein bisschen, schaute immer wieder die selben Videos. Ein Beispiel, ich schaute "Ocean"™s Eleven" bestimmt 15 mal oder so. Und ja, ich durfte immer mit dem Handy von meinem Betreuer spielen, damals gab es ja noch diese Jamba Spiele. Wir die meisten von euch wissen, musste damals ein kleines Vermögen für Spiele fürs Handy bezahlen. Genauso wie für Klingeltöne usw. Am Ende kam eine Rechnung von etwa 3 oder 400 Euro zusammen.
Etwa eine oder zwei Wochen später kam dann noch ein anderer jugendlicher aus der Einrichtung, ich verstand mich super mit ihm und er hatte sogar ein bisschen Stein(Haschisch) mitgebracht. Ich baute uns eine Bong aus einer Plastikflasche, den Halm von einem Kugelschreiber, Alufolie und etwas Wachs von einer Kerze. Wir hatten schon ziemlich Spaß, mussten aber auch aufpassen dass wir nicht erwischt werden von dem Betreuer. Aber der war meistens mit sich selbst beschäftigt und ließ uns in Ruhe.
Wieder angekommen in Fürstenberg bekam ich natürlich richtig Ärger wegen der Mobilfunkrechnung. Etwa 2 Wochen später, ich war natürlich voll auf Entzug vom Kiffen. Man sagt ja man wird nicht körperlich abhängig vom Kiffen. Das mag vielleicht sogar stimmen, aber die Psyche spielte total verrückt bei mir und ich fing an mir die Arme aufzuschneiden. Sogar so heftig dass ich ins Krankenhaus musste, da ein paar Schnitte genäht werden mussten.
Ich wollte wieder weg.
An einem Tag, es war der Tag der Loveparade. Wir fuhren alle in einen Skatepark, ich hatte da gar keine Lust drauf und Basti genauso wenig. Das war übrigens der Typ mit dem ich zusammen in Ungarn war. Wir unterhielten uns über die Loveparade, dass wir da unbedingt hin wollen. Ich weiß nicht mehr wer es vorgeschlagen hat, aber wir gaben die Inliner ab und liefen Richtung Stadt. Dieser Park war in der Nähe von Berlin. Wo genau es war weiß ich auch nicht mehr. Wir liegen bestimmt 3 Stunden, locker 15 oder auch 20 Kilometer. Aber dann kamen wir an einer Bushaltestelle an, die zu einem S-Bahnhof fuhr, wo die S-Bahn uns bis nach Berlin bringen sollte.
Wir verabschiedeten uns dann irgendwann, ich fuhr erstmal wieder nach Wedding zu Marc um mir Gras und Ecstasy zu besorgen für die Loveparade. Daraus würde leider nichts. Könnte nur Gras besorgen und ich rauchte soviel, dass ich keine Lust mehr hatte auf die Loveparade zu gehen.
Ich entschied mich auch dazu nicht mehr zurück zu gehen nach Fürstenberg, nahm mal wieder Kontakt zu meiner Schwester auf. Sie hatte inzwischen ihre eigene Wohnung in Prenzlauer Berg. Eine kleine 1 Zimmer Wohnung. Da lebte ich ein paar Monate und wir zogen dann um nach Schöneberg. Zu der Zeit verkaufte ich wieder viel Gras und bekam noch Geld dazu von meinem Vater. Sie ging nicht mehr hin und ich bekam auch nicht immer Geld für sie mit. Da in Prenzlauer Berg ging es auch wieder los als ich wieder ihre Sachen heimlich anzog, traute mich nicht sie zu fragen und da sie so gut wie immer zuhause war, musste ich es immer im Bad machen. Zu groß war das Verlangen die Sachen zu tragen. So langsam verstand ich auch was mit mir los ist, wollte es aber nicht wahr haben. Dachte ich kann weiter irgendwie den Mann geben. Auch gerade wegen dem Umfeld was zum größten Teil aus den übelsten Machos bestand.
Ich bezahlte alles für Sie. Zeitungen, Essen, Trinken, Gras natürlich auch.
In Schöneberg, ich hatte irgendwann keine Lust mehr Sie auszuhalten, also beschloss ich zu einem Freund nach Spandau zu ziehen. Meine Schwester war so erzürnt darüber, dass sie meine ganzen Sachen in den feuchten dreckigen Keller schmiss. Als ich mir die Sachen abholen wollte, machte sie mir nicht die Tür auf und sagte das meine Sachen im Keller waren. Aber den Schlüssel bekam ich nicht. Ich ging dann in den Keller, brauch die Tür auf und holte noch Sachen raus die noch zu retten waren, aber das meiste war nicht mehr zu retten. Auch fehlten ganz viele Möbel die ich gekauft hatte und wo ich ihr immer gesagt habe, dass ich die irgendwann mitnehmen werde, wenn ich meine eigene Wohnung beziehen werde.

Naja, wieder von neuem anfangen, ist ja nicht so dass ich das nicht kenne. Bei meinem Kumpel in Spandau, die Wohnung war toll eingerichtet, also es fehlte mir an nix. Dies kommt aber wieder ins neue Kapitel.
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