Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen - # 3
-
Dwt-Lilo-SL
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 461
- Registriert: Mo 8. Apr 2013, 11:38
- Geschlecht: Transgender 50%
- Pronomen: Mensch
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Hallo Melli,
das ist ein sehr schöner Verlauf für die Story/Geschichte, und das Auf und Ab des
Spannungsaufbaus einfach wunderbar.
Ich sehr sehr gespannt auf deine weiteren Fortsetzungen und freue mich dann
riesig diese zu lesen und ein wenig zu träumen wie Kevin/Kerstin die weitere
Abenteuer überstehen bzw. bewältigen.
Auf nach BERLIN .
lieben Gruß von LILO-GINA
das ist ein sehr schöner Verlauf für die Story/Geschichte, und das Auf und Ab des
Spannungsaufbaus einfach wunderbar.
Ich sehr sehr gespannt auf deine weiteren Fortsetzungen und freue mich dann
riesig diese zu lesen und ein wenig zu träumen wie Kevin/Kerstin die weitere
Abenteuer überstehen bzw. bewältigen.
Auf nach BERLIN .
lieben Gruß von LILO-GINA
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
-
__Anna__
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 303
- Registriert: Mo 23. Sep 2019, 20:10
- Geschlecht: schwankend
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Eutin
- Hat sich bedankt: 12 Mal
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Hallo Melani,
hiermit kann ich mich den anderen nur anschliessen. Deine Geschichte zieht einen mit und Du baust wirklich eine schöne Spannung auf. Ich freue mich mehr von Dir zu lesen.
Vielen Dank und lieben Gruß
Anna
hiermit kann ich mich den anderen nur anschliessen. Deine Geschichte zieht einen mit und Du baust wirklich eine schöne Spannung auf. Ich freue mich mehr von Dir zu lesen.
Vielen Dank und lieben Gruß
Anna
-
Melli_
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 112
- Registriert: Mi 27. Mär 2013, 21:36
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Hallo Ihr alle,
weiter geht's
Liebe Grüße,
Melanie
Teil 8 Kleidung kaufen
Moment — wenn ich zurückkomme und mich als Frau bewerben soll, brauche ich Frauenklamotten. So lange, wie ich jetzt noch ganz aussehe wie eine Frau, sollte ich mir den Rest kaufen — aber wovon? Ich bin blank, mein Konto ist überzogen und - Moment — Hat der Herr da nicht eben seine Geldbörse vergessen? Kevin geht zu der Bank, auf der ein älterer Herr gesessen hat. Darunter liegt eine Geldbörse. Bevor der Herr in den Bus stieg, rief Kevin: "Entschuldigen sie..." Der Herr drehte sich um. "Das gehört doch ihnen." "Oh vielen dank. Das ist sehr freundlich von ihnen junge Dame. Der Mann nimmt 20 Euro aus der Tasche und schenkt sie Kevin" "Danke sehr."
Kevin schaut ungläubig in seine Hand. Das ist ja wie Zauberei. Mit 20,- Euro komme ich aber nicht wirklich weiter — nur im 2nd Hand Laden kriegt man da was. 20 Minuten später steht "Kerstin" im 2nd Hand Laden. Er schaut sich unter den Oberteilen und Schuhen um. Dann probiert er ein paar Schuhe an. Dass die Kleidung seit einem Jahr und länger aus der Mode ist, bemerkt er nicht. O.K. gepflegtes Äußeres. Ich brauche Schuhe, die zu dieser Hose und mir passen — die einzigen sind diese schwarzen Pumps. Kevin zieht die Schuhe an und tatsächlich passen sie ihm. Daneben gäbe es noch Sandalen — aber da müsste ich meine Zehnägel lackieren. Das fällt bestimmt auf. Oder es gibt noch Sneakers — keine wirklich gute Alternative für ein gepflegtes Äußeres. Kevin schaut auf den Preis — 10 Euro. O.K. Jetzt noch ein Oberteil und einen BH. Welche Größe habe ich eigentlich. Kevin greift sich ein Oberteil und verschwindet in einer Kabine. Glücklicherweise gibt es nur eine Kabine hier, so dass niemand einen Aufstand macht. Aber irgendwie geht er ziemlich gut durch als Frau. Vielleicht liegt das auch am Make up, was die Friseurinnen ihm gegeben haben. "Ich muss das alles wieder loswerden, wenn ich nach Hause komme." Denkt er.
In der Kabine zieht Kevin das Oberteil aus. O.K. Größe M — verdammt vielsagend. Und der BH — da steht's 70 B. BH Wieder angezogen und das Oberteil anprobiert. Das Oberteil stellt sich als ziemlich enges Longshirt heraus. Es geht etwa bis zum Oberschenkel und liegt eng an. Glücklicherweise gibt es einen breiten Gürtel, so dass sich eine Taille ergibt. Eigentlich gefällt es Kevin ziemlich gut an sich, wenn er ein wenig weniger am Bauch hätte. Wann ist der Termin? Am 20.6. Bis dahin passe ich da richtig rein. Wie teuer ist das Ding 12 Euro. O.K.
Mit ein wenig verhandeln geht Kevin 20 Euro leichter und seine ersten zwei weiblichen Kleidungsstücke schwerer aus dem Geschäft. Im Bus denkt er noch an den Zufall mit der Geldbörse. Gerade zu dem Zeitpunkt, als ich es gebraucht habe — genau das Geld, was ich gebraucht habe. Irgendwie scheint dieses Zauberding besser zu funktionieren, als ich dachte. Wie komme ich jetzt nur zu Hause ungesehen rein? Es ist gleich 18.00 Uhr und alle sind da.
weiter geht's
Liebe Grüße,
Melanie
Teil 8 Kleidung kaufen
Moment — wenn ich zurückkomme und mich als Frau bewerben soll, brauche ich Frauenklamotten. So lange, wie ich jetzt noch ganz aussehe wie eine Frau, sollte ich mir den Rest kaufen — aber wovon? Ich bin blank, mein Konto ist überzogen und - Moment — Hat der Herr da nicht eben seine Geldbörse vergessen? Kevin geht zu der Bank, auf der ein älterer Herr gesessen hat. Darunter liegt eine Geldbörse. Bevor der Herr in den Bus stieg, rief Kevin: "Entschuldigen sie..." Der Herr drehte sich um. "Das gehört doch ihnen." "Oh vielen dank. Das ist sehr freundlich von ihnen junge Dame. Der Mann nimmt 20 Euro aus der Tasche und schenkt sie Kevin" "Danke sehr."
Kevin schaut ungläubig in seine Hand. Das ist ja wie Zauberei. Mit 20,- Euro komme ich aber nicht wirklich weiter — nur im 2nd Hand Laden kriegt man da was. 20 Minuten später steht "Kerstin" im 2nd Hand Laden. Er schaut sich unter den Oberteilen und Schuhen um. Dann probiert er ein paar Schuhe an. Dass die Kleidung seit einem Jahr und länger aus der Mode ist, bemerkt er nicht. O.K. gepflegtes Äußeres. Ich brauche Schuhe, die zu dieser Hose und mir passen — die einzigen sind diese schwarzen Pumps. Kevin zieht die Schuhe an und tatsächlich passen sie ihm. Daneben gäbe es noch Sandalen — aber da müsste ich meine Zehnägel lackieren. Das fällt bestimmt auf. Oder es gibt noch Sneakers — keine wirklich gute Alternative für ein gepflegtes Äußeres. Kevin schaut auf den Preis — 10 Euro. O.K. Jetzt noch ein Oberteil und einen BH. Welche Größe habe ich eigentlich. Kevin greift sich ein Oberteil und verschwindet in einer Kabine. Glücklicherweise gibt es nur eine Kabine hier, so dass niemand einen Aufstand macht. Aber irgendwie geht er ziemlich gut durch als Frau. Vielleicht liegt das auch am Make up, was die Friseurinnen ihm gegeben haben. "Ich muss das alles wieder loswerden, wenn ich nach Hause komme." Denkt er.
In der Kabine zieht Kevin das Oberteil aus. O.K. Größe M — verdammt vielsagend. Und der BH — da steht's 70 B. BH Wieder angezogen und das Oberteil anprobiert. Das Oberteil stellt sich als ziemlich enges Longshirt heraus. Es geht etwa bis zum Oberschenkel und liegt eng an. Glücklicherweise gibt es einen breiten Gürtel, so dass sich eine Taille ergibt. Eigentlich gefällt es Kevin ziemlich gut an sich, wenn er ein wenig weniger am Bauch hätte. Wann ist der Termin? Am 20.6. Bis dahin passe ich da richtig rein. Wie teuer ist das Ding 12 Euro. O.K.
Mit ein wenig verhandeln geht Kevin 20 Euro leichter und seine ersten zwei weiblichen Kleidungsstücke schwerer aus dem Geschäft. Im Bus denkt er noch an den Zufall mit der Geldbörse. Gerade zu dem Zeitpunkt, als ich es gebraucht habe — genau das Geld, was ich gebraucht habe. Irgendwie scheint dieses Zauberding besser zu funktionieren, als ich dachte. Wie komme ich jetzt nur zu Hause ungesehen rein? Es ist gleich 18.00 Uhr und alle sind da.
-
Swenja
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 256
- Registriert: So 22. Apr 2018, 15:12
- Geschlecht: Ist momentan schwer
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Hildesheim
- Forum-Galerie: Das bin ich so mag ich mich
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Ich finde es gut das du ihn schön langsam an die Situation gewöhnt, Kevin muss sich jetzt erst mal Dan das Frau sein gewöhnen, schminke, rasieren..., alles das was uns ausmacht. Er muss ja immer na den Zauber denken, damit er auf der Messe seine Frau stehen kann. Bin so gespannt.
-
Bibi Melina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1299
- Registriert: Do 4. Okt 2018, 21:00
- Geschlecht: Ts MzF
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Friedrichshafen
- Hat sich bedankt: 11 Mal
- Danksagung erhalten: 104 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
wenn das mal alles gut geht ouhhweh aber spannend sehr spannend
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
-
Melli_
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 112
- Registriert: Mi 27. Mär 2013, 21:36
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Bis bald,
Melanie
Teil 9 die unwiderstehliche Handschrift
Es gelang Kevin, den richtigen Zeitpunkt abzupassen und dann direkt ins Bad zu verschwinden. Unter der Dusche wurde aus dem großen Ball um seinen Kopf wieder eine schlappe Herrenfrisur — nur eben ziemlich blond. Schminke floss in den Ausguss und Kevin packte seine Klamotten zu einem großen Ball zusammen. Im Spiegel stellte er fest, dass kleine Reste übrig waren. Auch nach dem zweiten Mal Gesicht waschen wirkten seine Wimpern noch etwas bemalt — und die Augenbrauen. Zum Glück hat sie wenig gezupft und mehr nachgezeichnet. Sie fallen nicht wirklich auf. Kevin zog sich an und ging zum Essen. Seine Eltern und Miriam waren schon fertig. Während er allein Thüringer Klöße verdrückte fragte er sich, wie es jetzt an die entsprechenden Dokumente kommen konnte. Das Zeugnis wäre ziemlich einfach — einscannen und den Namen verändern. "Die Noten würde ich stehen lassen, denn sonst mache ich mich mehr des Betruges schuldig als ohnehin." Dachte er. "Und Zeugnisse schaut bestimmt keiner nach. Aber die Lohnsteuer — was mache ich mit der Lohnsteuer?"
Moment — Kevin schaute seinen Pass an. Seine Familie hatte als zweiten Namen Kevin Kerstin eingetragen. Wegen seiner Patentante. Daraus lässt sich sicher etwas machen. Bisher hatte er noch keine Lohnsteuer beantragt. Kevin war fertig und räumte ab. Seine Familie gab sich irgendeinen Film, als er die Treppe hoch zu seinem Zimmer ging. Er nahm das Buch der Zauber hervor.
Teil 10 Schreiben nach dem Zauberbuch
Kevin begann zu lesen: "Briefe entscheiden über unser Schicksal. Wenn Du Deinem geschriebenen Wort mehr Kraft verleihen willst, musst Du zuerst deine Schrift kontrollieren. Schreibe in runden Bögen. Deine kleinen Buchstaben sind etwas größer als die Hilfslinien in der zweiten Klasse. Vor allem vermeide Ecken. Y wird mit einem weichen Bogen geschrieben — A ist oben rund, nicht spitz, und vor allem ist eine Mädchenhandschrift ordentlich und fehlerfrei. Lass Deine Schrift nach links sich neigen, indem du den deinen Ellenbogen nach vorn nimmst, so dass deine Hand im direkt zur Schreibrichtung steht. Gib dir Mühe mit Deiner Handschrift. Erst wenn Du ein schönes rundes Schriftbild hast, kann die Formel wirken. Schau Dir schöne Handschriften an und schreibe sie einfach nach. Wichtig ist auch, dass Du einen schönen Füller benutzt. Durch den Füller kanalisierst Du deine weibliche Kraft. Achte darauf, dass er dir nicht im Wege steht."
So ein Mist dachte sich Kevin. Er schaute seine Krickel Jungenschrift an. Damit zauber ich keine Taube vom Dach. Kevin recherchierte mit seinem Smartphone die Schriften von Mädels. Eine fand er besonders schön und begann sie nachzumachen. Zwischendrin übte er runde Bögen. Kevin setzte sich hin und begann seine Hausaufgaben nach den angestrebten Tipps zu machen. Englisch und Deutsch eigneten sich ziemlich gut. Dann formulierte er seinen Text für das Amt vor: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte in den Ferien einen Nebenjob machen. Darum bitte ich sie, mir eine Lohnsteuerkarte auszustellen. Leider ist bei der Erfassung meiner Daten ein Fehler passiert. Mein erster Name ist Kerstin und mein zweiter Name Kevin. Derselbe Fehler ist auch beim Personalausweis passiert. Bitte ändern sie das in der Datenbank." "Ich werde als Frau verkleidet auftauen und ihnen den Brief zeigen, damit sie sehen, dass es nicht stimmen kann. Puh, ob ich damit durchkomme..." Kevin schaute sich seinen nagelneuen Personalausweis an. Damals hatte er noch ein altes Bild genommen. Er war 15 und sah nicht wirklich männlich aus. Ich brauche Glück. "Kapitel 13 rufe einen glücklichen Zufall herbei."
Mal sehen, was steht da. "Glück anlocken ist eine Frage der inneren Haltung. Das Glück hält sich fern, wenn man es braucht und kommt, wenn man es nicht erwartet. Also achte darauf, dass du Glück zwar freundlich begrüßt, es aber nicht hereinzerrst. Lächel es an, auch wenn es noch so sehr begehrst. Denn sonst wird es verschwinden. Die Art, wie du Make up aufträgst, kann dir zum Glück verhelfen. Sie unterstützt dein Lächeln. Übe jeden Morgen bei Sonnenaufgang deinen Lidstrich und das Mascara mit den Worten: 'Meine Augen segne ich und rufe meine innere Stärke auf sie. Mein Blick lädt das Glück ein.' Schon nach 7 Tagen wirst du die Wirkung merken — doch sei vorsichtig, dass du das Glück nicht vertreibst." Jeden Morgen Lidstrich ziehen bei Sonnenaufgang. Da bin ich schon in der Schule oder auf dem Weg dahin. Wie soll ich das im Bus machen? In der Schule könnte ich mit einem Spiegel und den Utensilien auf die Toilette verschwinden. Dafür müsste ich die Utensilien aber haben... Was ist eigentlich Mascara? Ein Blick bei Google zeigte Wimperntusche und verband Kevins Account mit Werbung für dieses Produkt. Na klar, ich kann das online bestellen!
Was steht bei der Handschrift? "Wenn Du den Brief schreibst, konzentriere dich. Nehme etwas Parfum auf deinen Puls, bevor Du schreibst. Nimm deinen Füller und spreche: 'Meine Worte sollen überzeugend sein. Meine Tinte wirke bei euch. Wer dies liest soll ihnen nicht widerstehen können.' Dann schreibe mit Deiner schönsten Schrift ohne Fehler. Schreibe deinen Brief drei Mal und wähle dann den Besten aus." O.K. Das sollte kein Problem sein — wenn ich die Schrift hinkriege. Dachte sich Kevin.
Langsam wird das anstrengend, dachte Kevin, lange Fingernägel, lange Haare, dann die Nummer mit den Ringen, jetzt noch die Handschrift und bei Sonnenaufgang einen Lidstrich. (Zum Glück kann man ihn danach wegwischen. Da steht ja nicht, dass man ihn den Tag über tragen muss.) Meine Einkaufsliste wird länger — ich kann nicht Miriams Parfum nehmen, weil sie es sonst merkt. Aber sie wirft ihre Kajalstifte weg — ich kann mit einer Bleistiftverlängerung da sicher was machen. Mascara wäre noch wichtig.
Melanie
Teil 9 die unwiderstehliche Handschrift
Es gelang Kevin, den richtigen Zeitpunkt abzupassen und dann direkt ins Bad zu verschwinden. Unter der Dusche wurde aus dem großen Ball um seinen Kopf wieder eine schlappe Herrenfrisur — nur eben ziemlich blond. Schminke floss in den Ausguss und Kevin packte seine Klamotten zu einem großen Ball zusammen. Im Spiegel stellte er fest, dass kleine Reste übrig waren. Auch nach dem zweiten Mal Gesicht waschen wirkten seine Wimpern noch etwas bemalt — und die Augenbrauen. Zum Glück hat sie wenig gezupft und mehr nachgezeichnet. Sie fallen nicht wirklich auf. Kevin zog sich an und ging zum Essen. Seine Eltern und Miriam waren schon fertig. Während er allein Thüringer Klöße verdrückte fragte er sich, wie es jetzt an die entsprechenden Dokumente kommen konnte. Das Zeugnis wäre ziemlich einfach — einscannen und den Namen verändern. "Die Noten würde ich stehen lassen, denn sonst mache ich mich mehr des Betruges schuldig als ohnehin." Dachte er. "Und Zeugnisse schaut bestimmt keiner nach. Aber die Lohnsteuer — was mache ich mit der Lohnsteuer?"
Moment — Kevin schaute seinen Pass an. Seine Familie hatte als zweiten Namen Kevin Kerstin eingetragen. Wegen seiner Patentante. Daraus lässt sich sicher etwas machen. Bisher hatte er noch keine Lohnsteuer beantragt. Kevin war fertig und räumte ab. Seine Familie gab sich irgendeinen Film, als er die Treppe hoch zu seinem Zimmer ging. Er nahm das Buch der Zauber hervor.
Teil 10 Schreiben nach dem Zauberbuch
Kevin begann zu lesen: "Briefe entscheiden über unser Schicksal. Wenn Du Deinem geschriebenen Wort mehr Kraft verleihen willst, musst Du zuerst deine Schrift kontrollieren. Schreibe in runden Bögen. Deine kleinen Buchstaben sind etwas größer als die Hilfslinien in der zweiten Klasse. Vor allem vermeide Ecken. Y wird mit einem weichen Bogen geschrieben — A ist oben rund, nicht spitz, und vor allem ist eine Mädchenhandschrift ordentlich und fehlerfrei. Lass Deine Schrift nach links sich neigen, indem du den deinen Ellenbogen nach vorn nimmst, so dass deine Hand im direkt zur Schreibrichtung steht. Gib dir Mühe mit Deiner Handschrift. Erst wenn Du ein schönes rundes Schriftbild hast, kann die Formel wirken. Schau Dir schöne Handschriften an und schreibe sie einfach nach. Wichtig ist auch, dass Du einen schönen Füller benutzt. Durch den Füller kanalisierst Du deine weibliche Kraft. Achte darauf, dass er dir nicht im Wege steht."
So ein Mist dachte sich Kevin. Er schaute seine Krickel Jungenschrift an. Damit zauber ich keine Taube vom Dach. Kevin recherchierte mit seinem Smartphone die Schriften von Mädels. Eine fand er besonders schön und begann sie nachzumachen. Zwischendrin übte er runde Bögen. Kevin setzte sich hin und begann seine Hausaufgaben nach den angestrebten Tipps zu machen. Englisch und Deutsch eigneten sich ziemlich gut. Dann formulierte er seinen Text für das Amt vor: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte in den Ferien einen Nebenjob machen. Darum bitte ich sie, mir eine Lohnsteuerkarte auszustellen. Leider ist bei der Erfassung meiner Daten ein Fehler passiert. Mein erster Name ist Kerstin und mein zweiter Name Kevin. Derselbe Fehler ist auch beim Personalausweis passiert. Bitte ändern sie das in der Datenbank." "Ich werde als Frau verkleidet auftauen und ihnen den Brief zeigen, damit sie sehen, dass es nicht stimmen kann. Puh, ob ich damit durchkomme..." Kevin schaute sich seinen nagelneuen Personalausweis an. Damals hatte er noch ein altes Bild genommen. Er war 15 und sah nicht wirklich männlich aus. Ich brauche Glück. "Kapitel 13 rufe einen glücklichen Zufall herbei."
Mal sehen, was steht da. "Glück anlocken ist eine Frage der inneren Haltung. Das Glück hält sich fern, wenn man es braucht und kommt, wenn man es nicht erwartet. Also achte darauf, dass du Glück zwar freundlich begrüßt, es aber nicht hereinzerrst. Lächel es an, auch wenn es noch so sehr begehrst. Denn sonst wird es verschwinden. Die Art, wie du Make up aufträgst, kann dir zum Glück verhelfen. Sie unterstützt dein Lächeln. Übe jeden Morgen bei Sonnenaufgang deinen Lidstrich und das Mascara mit den Worten: 'Meine Augen segne ich und rufe meine innere Stärke auf sie. Mein Blick lädt das Glück ein.' Schon nach 7 Tagen wirst du die Wirkung merken — doch sei vorsichtig, dass du das Glück nicht vertreibst." Jeden Morgen Lidstrich ziehen bei Sonnenaufgang. Da bin ich schon in der Schule oder auf dem Weg dahin. Wie soll ich das im Bus machen? In der Schule könnte ich mit einem Spiegel und den Utensilien auf die Toilette verschwinden. Dafür müsste ich die Utensilien aber haben... Was ist eigentlich Mascara? Ein Blick bei Google zeigte Wimperntusche und verband Kevins Account mit Werbung für dieses Produkt. Na klar, ich kann das online bestellen!
Was steht bei der Handschrift? "Wenn Du den Brief schreibst, konzentriere dich. Nehme etwas Parfum auf deinen Puls, bevor Du schreibst. Nimm deinen Füller und spreche: 'Meine Worte sollen überzeugend sein. Meine Tinte wirke bei euch. Wer dies liest soll ihnen nicht widerstehen können.' Dann schreibe mit Deiner schönsten Schrift ohne Fehler. Schreibe deinen Brief drei Mal und wähle dann den Besten aus." O.K. Das sollte kein Problem sein — wenn ich die Schrift hinkriege. Dachte sich Kevin.
Langsam wird das anstrengend, dachte Kevin, lange Fingernägel, lange Haare, dann die Nummer mit den Ringen, jetzt noch die Handschrift und bei Sonnenaufgang einen Lidstrich. (Zum Glück kann man ihn danach wegwischen. Da steht ja nicht, dass man ihn den Tag über tragen muss.) Meine Einkaufsliste wird länger — ich kann nicht Miriams Parfum nehmen, weil sie es sonst merkt. Aber sie wirft ihre Kajalstifte weg — ich kann mit einer Bleistiftverlängerung da sicher was machen. Mascara wäre noch wichtig.
-
Swenja
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 256
- Registriert: So 22. Apr 2018, 15:12
- Geschlecht: Ist momentan schwer
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Hildesheim
- Forum-Galerie: Das bin ich so mag ich mich
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Na ja Kevin wird es märken das es nicht leicht ist Frau zu sein, aber das Glück wird überwiegen. Den es gibt nichts schöneres als Frau zu sein. Mit seinen doppelt Namen hat er ja mehr als Glück
-
Melli_
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 112
- Registriert: Mi 27. Mär 2013, 21:36
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Und weiter
Teil 11 Lohnsteuerkarte
Kevin lies sich eine Woche Zeit. Gewissenhaft führt er die Zaubersprüche aus. Allerdings bekam er wegen der lackierten Nägel schon den einen oder anderen abschätzigen Blick in der Schule. Wenn man die Kleidung nur schwarz genug wählt und sie mit Emo Sachen würzt, geht es aber. Glücklicherweise hatte Kevin aus seiner No Future Zeit noch genug im Schrank. Zuerst machte er die Lidstrichsache auf der Toilette, dann suchte er nach einer anderen Möglichkeit. Kevin suchte und fand Anschluss an eine Emo Clique in der Schule. Sogar der Lidstrich geht dann durch, wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist. Kevins Eltern fiel das natürlich auf, und gipfelt darin, dass er eine Nummer des Jugendtelefons zugesteckt bekommt. Seine Mutter kommt mehrfach auf ihn zu: "Also Junge, wenn du Probleme hast, können wir gerne darüber reden." Sein Vater ist eher der "Glaubst Du wirklich, dass du so einen Job bekommst?" Typ.
Wann wäre ein guter Zeitpunkt für das Einwohnermeldeamt??? Kevin müsste dazu noch seine Geburtsurkunde mitbringen. Kevin scannt sie ein und verändert dann die Reihenfolge seiner Namen, sowie — ja, wo ist das Geschlecht angegeben? Es ist gar nicht auf dem Dokument vermerkt. Super. Er druckt das ganze als Farbkopie aus und stanzt die Löcher in die Seite. Dann noch ein schwarz weiß Ausdruck für das Amt. Er heftet die ausgedruckte Version in sein Stammbuch und lässt das Original zurück. Am Donnerstag macht sich Kevin dann zur Stadtverwaltung auf. Vorher stylt er sich um. Dafür eignet sich besonders gut die Turnhalle — nach der 8. Stunde ist da eh keiner mehr und der Hausmeister schließt erst ab, wenn er geht.
Als er auf der Stadtverwaltung ankommt, geht alles ziemlich schnell. Es ist kurz vor Feierabend — eine Beglaubigung, kein Problem. Der Beamte schaut in das Stammbuch, auf die Kopie und drückt seinen Stempel drauf — 10 Euro für Schüler. Zum Glück hat Kevin gerade Taschengeld bekommen. Dazu noch einen Bonus wegen guter Noten. Nächste Woche Donnerstag ist dann die Lohnsteuerkarte dran.
Die Woche vergeht ohne größere Zwischenfälle. Kevin und seine neue Truppe bekommen die typischen Anfeindungen, die wohl alle kriegen. "Was gibt es auf einer Emo Party zu essen? Schnittchen — Muhahaha." Kevin beachtet peinlich genau die Zauber. Die Figuren auf den Fingernägeln, seinen Lidstrich und er übt seine Handschrift, was ihn von Frau Droste Husenberg (Geschichte) ein Lob einbringt. Die anderen Lehrer scheinen es entweder nicht zu merken, oder es kümmert sie nicht. Kevin geht schließlich noch zum Fotograf und lässt sich neue Passbilder machen. Und noch einmal 20 Euro — jetzt ist er pleite.
Dann der Gang auf das Einwohnermeldeamt seiner Stadt. "Guten Tag." "Guten Tag, was kann ich für sie tun?" kommt es von dem jungen Mann hinter dem Schreibtisch zurück. Auf dem Schild vor ihm steht Frau Niederreuter. Als er Kevins Blick sieht, beginnt er sich zur entschuldigen. "Ach so, ja, Frau Niederreuter ist krank und ich bin Johannes der Praktikant. "Ach, ja, vielleicht kannst du mir helfen." "Ich will's versuchen." "Bei meinem Personalausweis ist etwas schiefgegangen. Mein Name ist Kerstin Kevin und nicht Kevin Kerstin, wie es auf dem Ausweis steht." Der Praktikant schaut ungläubig. Kevin nimmt seinen Ausweis und die Geburtsbescheinigung heraus. Dann nimmt er noch Kevins handgeschriebenen Antrag zur Änderung und tut ihn dazu. Johannes schaut sich das alles an und stammelt. "Oh das tut mir leid, ich gehe gleich in die Stammdaten und ändere das. Moment — oh, mein Zugang passt nicht. Ich kann Stammdaten nicht einfach ändern. Obwohl — hier steht was auf einem Post it am Monitor. Mal sehen — Ha, jetzt geht"™s..." Johannes ändert die Zugangsdaten. "Ich habe ihnen neue Passbilder mitgebracht, damit der Perso diesmal eindeutig ist." "Vielen Dank." "Und ich brauche noch eine Lohnsteuerkarte." "Das geht, ich schicke sie ihnen automatisch mit der Post zu — in zwei Tagen müsste sie da sein." Johannes locht noch alles und heftet es ab, wobei er sichtlich glücklich ist, eine Arbeit erfolgreich abgeschlossen zu haben.
Als Kevin das Einwohneramt verlässt, fällt ihm ein riesiger Stein vom Herzen. Und damit ist der Weg zum neuen Job frei. Was für ein Glück, dass es nur der Praktikant war. Kevin schaut sich im Schaufenster an und lächelt — irgendwie gefällt er sich so — so mit Kajalstift.
Teil 12 Auswahlgespräch
Der 20.Juni rückte unaufhaltbar heran. Es war alles vorbereitet: Die Lohnsteuerkarte, das Zeugnis mit seinem Namen Kerstin, Klamotten, und sogar seine Frauenstimme hatte Kevin trainiert, wenn er allein war. Glücklicherweise waren seine Eltern oft weg und Miriam traf sich oft bei ihren Freundinnen. Also konnte Kevin seine Vokabeln mit Frauenstimme sagen, sie später von MP3 abhören und korrigieren. Auf dem Handy hatte er ein Stimmgerät gefunden und gehört, dass man immer in der einen Tonlage sprechen sollte. Er übte also auf ein Ais oder H zu kommen — zur Sicherheit, denn A war angegeben. Im Ernstfall würde er sicher auf ein G rutschen. Manmal machte er Lockerungsübungen — es gab Internetfrauen, die Stimmtraining anboten — sogar Lachen oder Schreien.
Kevin begann seine Bewerbung zu analysieren: "O.K. Ich soll eine Messebegleitung sein. Das wird eine Schönheitskonkurrenz. Mal sehen, was das Buch dazu schreibt..." Kevin schlug das Buch auf und schaute sich die entsprechenden Seiten an. "Schönheit ist zum einen eine Frage der Disziplin. Niemand mag Menschen, die sich zu sehr gehen lassen. Das gilt für ungesundes Essen, Mangel an Sport und für die Vernachlässigung der körperlichen Pflege. Wenn dieser Zauber Erfolg haben soll, darfst du keine ungesunden Sachen essen. Halte dich auch vom Fleisch fern, denn das Fleisch hat zu viele Kalorien und ist ebenso ungesund. Zudem solltest du zweimal die Woche Sport machen. Ein angenehmer Duft trägt zur Schönheit bei. Dann, wenn du Deine Schönheit brauchst, sprich folgenden Zauber über die Badesalze und deinem Parfum: `Macht mich unwiderstehlich. Ich will und werde attraktiv sein und Schönheit ausstrahlen für alle, die mich ansehen. Ich werde mich meiner weiblichen Anziehungskraft nicht schämen.` Dann nimm ein Bad mit diesen Salzen und wiederhole die Formel dreimal während du badest. Wiederhole sie dann noch einmal, wenn du dein Parfum benutzt."
Mit dem 20. Juni kamen auch die Ferien und das Zeugnis der 12.2. Der Unterrichtsalltag lief langsam aus. Alle waren abgearbeitet und ziemlich runter mit den Nerven. Jetzt freute man sich auf die Ferien. Kevin hatte drei Wochen die Frauenklamotten nicht angehabt. Diesmal packte er sie selbst in die Wäsche und bügelte sie anschließend. Und auch hier galt wieder Geheimhaltung. Wenn der Spuk mit dem Messeservice vorbei ist, werde ich wieder ganz normal leben — aber vorher hole ich mir die Kohle. Am Tag vor dem Termin nahm er das besagte Zauberbad. Der Termin war direkt im Anschluss nach der Schule. Kevin brauchte einen anderen Ort, wo er sich umziehen konnte, denn zu dem Zeitpunkt waren zu viele Leute an der Turnhalle. Er fuhr mit dem Bus zu einem Burgerladen, zog sich in der Kabine um, wartete bis die Toilette leer war und ging dann rüber in die Frauentoilette, um mit Make up und Glätteisen den Rest zu erledigen. Seine männlichen Gesichtszüge störten ihn. Und die Heimlichtuerei ging ihn ziemlich auf die Nerven. Sein Aussehen war nicht perfekt, aber so, dass ihn keine Frau ansprach. Also musste es gut genug sein. Dann aß er seinen Salat und fuhr weiter zu Ferrari. Im Bus gab es einige Kerle, die ihn anstarrten. Kevin konnte schlecht einordnen, ob das seinem Äußeren galt, oder ob sie sich fragten, ob er ein Kerl in Frauenklamotten war.
Bei Ferrari angekommen, war Kevin eine von etwa 30 Bewerberinnen. Der Chef begrüßte sie. "Meine Damen, vielen Dank, dass sie erschienen sind. Mein Name ist Hans Hohlbein und ich leite diese Ferrari Niederlassung. Ich möchte ihnen heute das neue Modell vorstellen und eine erste Probe mit der Messekleidung machen. Wir brauchen 5 Messebegleiterinnen und zwei Nachrückerinnen für die Zeit vom 4. bis 25. Juli auf unserer Autoausstellung in Berlin. Bitte vergessen sie nicht sich 50,- Euro Unkostenpauschale abzuholen, weil sie den Weg zu uns gemacht haben. Bitte geben sie ihre Unterlagen bei Frau Müller ab, sofern sie das noch nicht getan haben und folgen sie mir." Herr Hohlbein gab eine längere Einführung in seine Wagen. In dieser Zeit konnte man sehen, wie sich die Mädchen miteinander verglichen. Jede lächelte und tat so, als interessiere sie, was Herr Hohlbein zu sagen hatte. Und jede tat sehr höflich und freundlich, obwohl man die Konkurrenz spüren konnte. Kevin hingegen interessierte es wirklich. Einen Ferrari zu fahren war einer seiner Kinderträume. Er hatte ihn immer wieder an der Playstation realisiert. Jetzt standen die Modelle vor ihm, rochen nach neuem Leder und glänzten.
Die Mädels wurden nach der Führung zum Umziehen geschickt. Jede sollte die Messekleidung ausprobieren — ein sehr eng anliegendes Kleid, welches kurz auf den Oberschenkeln endete, in rot mit dem Ferrarizeichen. Um die Hüften ging es gut, denn nachdem er die letzten Tage abgenommen hatte, erschienen seine Hüften breiter — er hatte eine (fast) weibliche Taille. Er passte in die 34 er Größen hinein. Überhaupt gab es nur Kleider in 32, bis 38 hier. Der Ausschnitt machte Kevin Probleme. Damit hätte er rechnen müssen. So gut es ging versuchte er seine Haut nach oben zu drücken. Naja, man darf sich eben nicht zuviel bewegen dachte er.
Den ersten Test, ob die Kleider passten bestanden 10 Mädels nicht. Sie sahen aus wie Presswürste und man konnte ihnen ansehen, wie unwohl sie sich in den Kleidern fühlten. Danach ging man zu den Aufgaben, die die Messebegleitungen hatten. Herr Hohlbein wünschte, dass man sich mit den Kunden fotografieren lässt. Und wieder waren 10 Mädels raus, weil sie keine Fotos machen wollten. Es gab ein paar Rollenspiele, wo Kunden sich das Auto anschauten. Kevin gab sein bestes. Auf die Frage, wie viele Zylinder das Auto hatte, klappte er die Motorhaube hoch, und zeigte dem Kunden, den Motor — 12 Zylinder.
Am nächsten Tag bekam Kevin einen Anruf: "Frau Bäcker, sie haben uns überzeugt. Wir senden ihnen die Unterlagen zu und bitten sie, uns diese Unterlagen innerhalb einer Woche zurückzusenden. Haben sie noch Interesse?" "Aber natürlich" antwortete Kevin mit seiner schönsten Frauenstimme. "Wunderbar, dann bitte ich sie zum Briefing nächste Woche Mittwoch den 27. Juno um 16.30 Uhr." "Natürlich ich komme. Vielen Dank" säuselte Kevin.
Teil 11 Lohnsteuerkarte
Kevin lies sich eine Woche Zeit. Gewissenhaft führt er die Zaubersprüche aus. Allerdings bekam er wegen der lackierten Nägel schon den einen oder anderen abschätzigen Blick in der Schule. Wenn man die Kleidung nur schwarz genug wählt und sie mit Emo Sachen würzt, geht es aber. Glücklicherweise hatte Kevin aus seiner No Future Zeit noch genug im Schrank. Zuerst machte er die Lidstrichsache auf der Toilette, dann suchte er nach einer anderen Möglichkeit. Kevin suchte und fand Anschluss an eine Emo Clique in der Schule. Sogar der Lidstrich geht dann durch, wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist. Kevins Eltern fiel das natürlich auf, und gipfelt darin, dass er eine Nummer des Jugendtelefons zugesteckt bekommt. Seine Mutter kommt mehrfach auf ihn zu: "Also Junge, wenn du Probleme hast, können wir gerne darüber reden." Sein Vater ist eher der "Glaubst Du wirklich, dass du so einen Job bekommst?" Typ.
Wann wäre ein guter Zeitpunkt für das Einwohnermeldeamt??? Kevin müsste dazu noch seine Geburtsurkunde mitbringen. Kevin scannt sie ein und verändert dann die Reihenfolge seiner Namen, sowie — ja, wo ist das Geschlecht angegeben? Es ist gar nicht auf dem Dokument vermerkt. Super. Er druckt das ganze als Farbkopie aus und stanzt die Löcher in die Seite. Dann noch ein schwarz weiß Ausdruck für das Amt. Er heftet die ausgedruckte Version in sein Stammbuch und lässt das Original zurück. Am Donnerstag macht sich Kevin dann zur Stadtverwaltung auf. Vorher stylt er sich um. Dafür eignet sich besonders gut die Turnhalle — nach der 8. Stunde ist da eh keiner mehr und der Hausmeister schließt erst ab, wenn er geht.
Als er auf der Stadtverwaltung ankommt, geht alles ziemlich schnell. Es ist kurz vor Feierabend — eine Beglaubigung, kein Problem. Der Beamte schaut in das Stammbuch, auf die Kopie und drückt seinen Stempel drauf — 10 Euro für Schüler. Zum Glück hat Kevin gerade Taschengeld bekommen. Dazu noch einen Bonus wegen guter Noten. Nächste Woche Donnerstag ist dann die Lohnsteuerkarte dran.
Die Woche vergeht ohne größere Zwischenfälle. Kevin und seine neue Truppe bekommen die typischen Anfeindungen, die wohl alle kriegen. "Was gibt es auf einer Emo Party zu essen? Schnittchen — Muhahaha." Kevin beachtet peinlich genau die Zauber. Die Figuren auf den Fingernägeln, seinen Lidstrich und er übt seine Handschrift, was ihn von Frau Droste Husenberg (Geschichte) ein Lob einbringt. Die anderen Lehrer scheinen es entweder nicht zu merken, oder es kümmert sie nicht. Kevin geht schließlich noch zum Fotograf und lässt sich neue Passbilder machen. Und noch einmal 20 Euro — jetzt ist er pleite.
Dann der Gang auf das Einwohnermeldeamt seiner Stadt. "Guten Tag." "Guten Tag, was kann ich für sie tun?" kommt es von dem jungen Mann hinter dem Schreibtisch zurück. Auf dem Schild vor ihm steht Frau Niederreuter. Als er Kevins Blick sieht, beginnt er sich zur entschuldigen. "Ach so, ja, Frau Niederreuter ist krank und ich bin Johannes der Praktikant. "Ach, ja, vielleicht kannst du mir helfen." "Ich will's versuchen." "Bei meinem Personalausweis ist etwas schiefgegangen. Mein Name ist Kerstin Kevin und nicht Kevin Kerstin, wie es auf dem Ausweis steht." Der Praktikant schaut ungläubig. Kevin nimmt seinen Ausweis und die Geburtsbescheinigung heraus. Dann nimmt er noch Kevins handgeschriebenen Antrag zur Änderung und tut ihn dazu. Johannes schaut sich das alles an und stammelt. "Oh das tut mir leid, ich gehe gleich in die Stammdaten und ändere das. Moment — oh, mein Zugang passt nicht. Ich kann Stammdaten nicht einfach ändern. Obwohl — hier steht was auf einem Post it am Monitor. Mal sehen — Ha, jetzt geht"™s..." Johannes ändert die Zugangsdaten. "Ich habe ihnen neue Passbilder mitgebracht, damit der Perso diesmal eindeutig ist." "Vielen Dank." "Und ich brauche noch eine Lohnsteuerkarte." "Das geht, ich schicke sie ihnen automatisch mit der Post zu — in zwei Tagen müsste sie da sein." Johannes locht noch alles und heftet es ab, wobei er sichtlich glücklich ist, eine Arbeit erfolgreich abgeschlossen zu haben.
Als Kevin das Einwohneramt verlässt, fällt ihm ein riesiger Stein vom Herzen. Und damit ist der Weg zum neuen Job frei. Was für ein Glück, dass es nur der Praktikant war. Kevin schaut sich im Schaufenster an und lächelt — irgendwie gefällt er sich so — so mit Kajalstift.
Teil 12 Auswahlgespräch
Der 20.Juni rückte unaufhaltbar heran. Es war alles vorbereitet: Die Lohnsteuerkarte, das Zeugnis mit seinem Namen Kerstin, Klamotten, und sogar seine Frauenstimme hatte Kevin trainiert, wenn er allein war. Glücklicherweise waren seine Eltern oft weg und Miriam traf sich oft bei ihren Freundinnen. Also konnte Kevin seine Vokabeln mit Frauenstimme sagen, sie später von MP3 abhören und korrigieren. Auf dem Handy hatte er ein Stimmgerät gefunden und gehört, dass man immer in der einen Tonlage sprechen sollte. Er übte also auf ein Ais oder H zu kommen — zur Sicherheit, denn A war angegeben. Im Ernstfall würde er sicher auf ein G rutschen. Manmal machte er Lockerungsübungen — es gab Internetfrauen, die Stimmtraining anboten — sogar Lachen oder Schreien.
Kevin begann seine Bewerbung zu analysieren: "O.K. Ich soll eine Messebegleitung sein. Das wird eine Schönheitskonkurrenz. Mal sehen, was das Buch dazu schreibt..." Kevin schlug das Buch auf und schaute sich die entsprechenden Seiten an. "Schönheit ist zum einen eine Frage der Disziplin. Niemand mag Menschen, die sich zu sehr gehen lassen. Das gilt für ungesundes Essen, Mangel an Sport und für die Vernachlässigung der körperlichen Pflege. Wenn dieser Zauber Erfolg haben soll, darfst du keine ungesunden Sachen essen. Halte dich auch vom Fleisch fern, denn das Fleisch hat zu viele Kalorien und ist ebenso ungesund. Zudem solltest du zweimal die Woche Sport machen. Ein angenehmer Duft trägt zur Schönheit bei. Dann, wenn du Deine Schönheit brauchst, sprich folgenden Zauber über die Badesalze und deinem Parfum: `Macht mich unwiderstehlich. Ich will und werde attraktiv sein und Schönheit ausstrahlen für alle, die mich ansehen. Ich werde mich meiner weiblichen Anziehungskraft nicht schämen.` Dann nimm ein Bad mit diesen Salzen und wiederhole die Formel dreimal während du badest. Wiederhole sie dann noch einmal, wenn du dein Parfum benutzt."
Mit dem 20. Juni kamen auch die Ferien und das Zeugnis der 12.2. Der Unterrichtsalltag lief langsam aus. Alle waren abgearbeitet und ziemlich runter mit den Nerven. Jetzt freute man sich auf die Ferien. Kevin hatte drei Wochen die Frauenklamotten nicht angehabt. Diesmal packte er sie selbst in die Wäsche und bügelte sie anschließend. Und auch hier galt wieder Geheimhaltung. Wenn der Spuk mit dem Messeservice vorbei ist, werde ich wieder ganz normal leben — aber vorher hole ich mir die Kohle. Am Tag vor dem Termin nahm er das besagte Zauberbad. Der Termin war direkt im Anschluss nach der Schule. Kevin brauchte einen anderen Ort, wo er sich umziehen konnte, denn zu dem Zeitpunkt waren zu viele Leute an der Turnhalle. Er fuhr mit dem Bus zu einem Burgerladen, zog sich in der Kabine um, wartete bis die Toilette leer war und ging dann rüber in die Frauentoilette, um mit Make up und Glätteisen den Rest zu erledigen. Seine männlichen Gesichtszüge störten ihn. Und die Heimlichtuerei ging ihn ziemlich auf die Nerven. Sein Aussehen war nicht perfekt, aber so, dass ihn keine Frau ansprach. Also musste es gut genug sein. Dann aß er seinen Salat und fuhr weiter zu Ferrari. Im Bus gab es einige Kerle, die ihn anstarrten. Kevin konnte schlecht einordnen, ob das seinem Äußeren galt, oder ob sie sich fragten, ob er ein Kerl in Frauenklamotten war.
Bei Ferrari angekommen, war Kevin eine von etwa 30 Bewerberinnen. Der Chef begrüßte sie. "Meine Damen, vielen Dank, dass sie erschienen sind. Mein Name ist Hans Hohlbein und ich leite diese Ferrari Niederlassung. Ich möchte ihnen heute das neue Modell vorstellen und eine erste Probe mit der Messekleidung machen. Wir brauchen 5 Messebegleiterinnen und zwei Nachrückerinnen für die Zeit vom 4. bis 25. Juli auf unserer Autoausstellung in Berlin. Bitte vergessen sie nicht sich 50,- Euro Unkostenpauschale abzuholen, weil sie den Weg zu uns gemacht haben. Bitte geben sie ihre Unterlagen bei Frau Müller ab, sofern sie das noch nicht getan haben und folgen sie mir." Herr Hohlbein gab eine längere Einführung in seine Wagen. In dieser Zeit konnte man sehen, wie sich die Mädchen miteinander verglichen. Jede lächelte und tat so, als interessiere sie, was Herr Hohlbein zu sagen hatte. Und jede tat sehr höflich und freundlich, obwohl man die Konkurrenz spüren konnte. Kevin hingegen interessierte es wirklich. Einen Ferrari zu fahren war einer seiner Kinderträume. Er hatte ihn immer wieder an der Playstation realisiert. Jetzt standen die Modelle vor ihm, rochen nach neuem Leder und glänzten.
Die Mädels wurden nach der Führung zum Umziehen geschickt. Jede sollte die Messekleidung ausprobieren — ein sehr eng anliegendes Kleid, welches kurz auf den Oberschenkeln endete, in rot mit dem Ferrarizeichen. Um die Hüften ging es gut, denn nachdem er die letzten Tage abgenommen hatte, erschienen seine Hüften breiter — er hatte eine (fast) weibliche Taille. Er passte in die 34 er Größen hinein. Überhaupt gab es nur Kleider in 32, bis 38 hier. Der Ausschnitt machte Kevin Probleme. Damit hätte er rechnen müssen. So gut es ging versuchte er seine Haut nach oben zu drücken. Naja, man darf sich eben nicht zuviel bewegen dachte er.
Den ersten Test, ob die Kleider passten bestanden 10 Mädels nicht. Sie sahen aus wie Presswürste und man konnte ihnen ansehen, wie unwohl sie sich in den Kleidern fühlten. Danach ging man zu den Aufgaben, die die Messebegleitungen hatten. Herr Hohlbein wünschte, dass man sich mit den Kunden fotografieren lässt. Und wieder waren 10 Mädels raus, weil sie keine Fotos machen wollten. Es gab ein paar Rollenspiele, wo Kunden sich das Auto anschauten. Kevin gab sein bestes. Auf die Frage, wie viele Zylinder das Auto hatte, klappte er die Motorhaube hoch, und zeigte dem Kunden, den Motor — 12 Zylinder.
Am nächsten Tag bekam Kevin einen Anruf: "Frau Bäcker, sie haben uns überzeugt. Wir senden ihnen die Unterlagen zu und bitten sie, uns diese Unterlagen innerhalb einer Woche zurückzusenden. Haben sie noch Interesse?" "Aber natürlich" antwortete Kevin mit seiner schönsten Frauenstimme. "Wunderbar, dann bitte ich sie zum Briefing nächste Woche Mittwoch den 27. Juno um 16.30 Uhr." "Natürlich ich komme. Vielen Dank" säuselte Kevin.
-
Swenja
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 256
- Registriert: So 22. Apr 2018, 15:12
- Geschlecht: Ist momentan schwer
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Hildesheim
- Forum-Galerie: Das bin ich so mag ich mich
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Toll geschrieben, wie hat Kevin sich den ungezogen, war er alleine oder trägt der schon damen Unterwäsche. Aber toll das er es geschafft hat, bin weiter sehr gespannt
-
Bibi Melina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1299
- Registriert: Do 4. Okt 2018, 21:00
- Geschlecht: Ts MzF
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Friedrichshafen
- Hat sich bedankt: 11 Mal
- Danksagung erhalten: 104 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Nun wirds interessant wies mit Kevin weitergeht das Kevin als zweit Namen Kerstin trägt auch nicht schlecht ne gute Lösung die frage die ich mir stelle ist
Wie tarnt Kevin sein geheimniss? Ich mein so einfach wirds nicht werden aber ich bin mir sicher da wird dir sicher noch was einfallen
Mit Hexischen gruss die Hexemelina
Wie tarnt Kevin sein geheimniss? Ich mein so einfach wirds nicht werden aber ich bin mir sicher da wird dir sicher noch was einfallen
Mit Hexischen gruss die Hexemelina
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
-
Drachenwind
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 82
- Registriert: Do 19. Jan 2012, 15:50
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Danke für die etwas längere Fortsetzung. Für mich, diesmal als Leser kann die Fortsetzung nicht lang genug sein.
Mein Wunsch:
Sei bitte fleißig und erzähle deine Geschichte weiter.
LG
Mein Wunsch:
Sei bitte fleißig und erzähle deine Geschichte weiter.
LG
-
Melli_
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 112
- Registriert: Mi 27. Mär 2013, 21:36
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Und weiter geht's. Vielen Dank für die vielen ermutigen Kommentare.
LG,
Melanie
Teil 13 Dumme Kommentare
Es ist Monatsanfang, der erste Juli. Das Briefing lief super. Dazu kamen noch die guten Noten, die Kevins immer leere Geldbörse auffrischten. Kevins Eltern hatten die Verwandlung ihres Sohnes beobachtet, aber so lange die Noten besser wurden, nahmen sie es als positives Zeichen. Immerhin hat ihr "schluffiger" Sohn sich jetzt für die Schule entschieden. Er war ordentlicher geworden und machte sogar Sport, achtete auf seine Ernährung und es schien als würde er erwachsen werden. Die Haare und Fingernägel waren sicher nur ein Durchgangsstadium. Dass Kevin einen Job bei Ferrari bekommen hatte, freute seinen Vater umso mehr. Kevin konnte seine Schulden zurückbezahlen und hatte sogar noch etwas übrig. Gewissenhaft führte er jeden Tag seine Rituale durch.
Jetzt, wo es ihm gut ging, war es Zeit, Versprechen einzulösen. Kevin ging an einem Mittwoch mit seiner Nagelwerkstatt zum Friseursalon und hat Valentinas Nägel bemalt. Es war gar nicht so schwer. Die zwei saßen nach Feierabend — sie sollte noch den Laden ausfegen und alles fertigmachen — zusammen. Es war nett und ihre Hände waren weich und zart. Sie zeigte ihm, wie man eine Handmassage macht, wobei sie sich über Mode unterhielten. Kevin war da ziemlich neu, doch Valentina konnte ihm viel beibringen.
In der Schule gab es einige Typen, die jetzt dumme Sprüche machten. Sie betitelten ihn mit allerhand Schimpfwörtern. Das war ziemlich nervig, zumal auch einige Leute ihn zu schneiden begannen. Besonders die, die vorher genauso schlecht waren wie er und die jetzt merkten, dass sich Kevin vom Bodensatz der Klasse ins Mittelfeld hochgearbeitet hatte. Irgendwann fasste ihn jemand auf den Hintern und kniff richtig zu. Die anstehende Schlägerei verlor Kevin. Seine Fingernägel waren mehr zum Kratzen als zum schlagen. Sie bohrten sich in seine Hand, wenn er sie zur Faust ballte. Er war zwar sportlich, hatte aber durch die Diät viel Muskeln abgebaut. Eine echte Kampfsau war er nie.
Als Kevin nach Hause kommt, erfindet er eine Geschichte. Er setzt sich dann auf sein Bett und schlägt das Zauberbuch auf der Seite "Pech an den Hals wünschen" auf. Mal sehen, ob ich diesen Typen verzaubern kann. "Bevor du diesen Zauber sprichst solltest du überlegen, ob du das wirklich willst. Viele Menschen verdienen das Pech nicht, weil sie dumm sind oder unwissend. Du kannst nur einer Person Pech an den Hals wünschen, überlege also gut, wer es sein soll. Wenn du aber wirklich jemanden Pech an den Hals wünschen willst, dann führe folgendes Ritual durch: Zunächst musst dieser Mensch von dir abperlen. Rasiere deine Beine und deine Achseln und hebe die Haare auf. (Am besten mit einem Siebchen vor dem Ausguss) Deine Beine müssen glatt und eben sein. Dann brauchst du eine körperliche Komponente dessen, den du verzaubern willst. (Haare, Nägel, Blut...) Male daraufhin diesen Kreis im nächsten Vollmond an einem Efeu. Dies alles tust du in einem Mörser und machst es klein. Im Anschluss sprichst du die Formel: "(Name) ich verbanne das Glück aus deinem Leben, wie ich diese Haare aus meinem verbanne. Mein Pech soll auf dich übergehen und dein Glück werde ich bekommen." Du begießt es mit Spiritus und zündest es an. Je nachdem wie viel Du dem anderen an Glück stehlen willst, wiederholst du die Formel während die Haare brennen. Stell dir dabei vor, was er Dir angetan hat, denn nur wenn es einen gerechten Grund gibt, wird dieser Spruch funktionieren. Der Zauber wirkt bis zum nächsten Vollmond, doch nur, so lange du deine Beine weiterhin rasierst. Lässt du sie wachsen, dreht sich der Zauber um. Achte also darauf, dir die Beine wenigstens einmal pro Woche zu rasieren.
Kevin besorgte sich ein Haar von dem Grapscher. Das war nicht schwer, denn er lies seinen Kamm in der Jungenumkleide liegen. Kevin, der schon gewöhnt war, Dinge heimlich zu tun, kam ohne Probleme daran heran. Er verstaute es in einem Überraschungsei und schon beim nächsten Vollmond vollzog er das Ritual. Er rezitierte die Formel so lange, bis die Haare zu brennen aufgehört hatten — das muss so 5-8 Mal gewesen sein. Kevin war gespannt, wie dieses Ritual wirken würde...
Teil 14 Eine Prügelei
Die Sprüche zum Ende des Schuljahres gingen nicht weg, zumal es jetzt immer wieder vorkam, dass Kevin unbewusst seine hohe Frauenstimme einsetzte. Gerade, wenn es um auswendig gelernte Vokabeln ging, oder die Aufsätze, die er in Geschichte sich laut mit dem Stimmgerät vorgelesen hatte. Auf dem Weg aus der Schule konnte Kevin dann einen Streit sehen. Es war hinter der Turnhalle, in der er sich umgezogen hatte. Ein paar Typen hatten den Grapscher umringt. Es ging wohl um Geld. Kevin blieb hinter einem Gebüsch stehen und schaute dem Spiel zu. Der Grapscher versuchte zu beschwichtigen und dann kassierte er Faustschläge und als er auf dem Boden lag noch weitere Fußtritte. Kevin konnte sich eine gewisse Genugtuung nicht verkneifen. Dann zog einer ein Messer. In Kevin stritten zwei Geister. Irgendwie gönnte er es dem Typen, aber Messer.... Der Messertyp hielt es dem Grapscher vor das Gesicht "Damit du uns nicht vergisst, verpasse ich dir jetzt ein Andenken, du W...." Kevin fasste allen Mut und ging aus dem Gebüsch. "Hey, was macht ihr da?" rief er. Ein "Verpiss dich du F...!" Kam zurück. "Lasst ihn in Ruhe — Kevin begann zu rufen "Hilfe, hier sind Schläger!" "Schnauze und verpiss dich" Kevin rief weiter "Sie haben ein Messer dabei." Leute wurden aufmerksam — und ein Lehrer kam. Frau Droste Husenberg. Eindeutig das Schlachtschiff des Lehrerzimmers. Mit ihrer stattlichen Größe von 1,65 Metern und der schrillen stimme, die an Glas erinnert, das über Glas quietscht. Mehr als eine Stunde Geschichte fällt schwer bei ihr zu ertragen. Aber es hatte Wirkung, die Typen zogen ab. Und Kevin und Vladimir mussten zum Direktor. Danach hatte Kevin vor Vladimir und seinen Kumpels erst mal Ruhe. Kevin behielt seine Beine dennoch glatt, aus Angst, der Zauber könnte auf ihn zurückschlagen. Und Vladimir kam in den drei Wochen vor Ferienbeginn noch einmal arg zusammengeschlagen in der Schule an.
In der Schule wurde Kevins Auftreten langsam normal. Niemand sprach mehr über seine langen blonden Haare und die lackierten Fingernägel. Manche glaubten, dass Kevin schwul sei — und wenn schon. Sollten sie es glauben. Die Lehrer hatten damit ohnehin kein Problem. Es gab sogar zwei, die ihre Homosexualität offen lebten.
LG,
Melanie
Teil 13 Dumme Kommentare
Es ist Monatsanfang, der erste Juli. Das Briefing lief super. Dazu kamen noch die guten Noten, die Kevins immer leere Geldbörse auffrischten. Kevins Eltern hatten die Verwandlung ihres Sohnes beobachtet, aber so lange die Noten besser wurden, nahmen sie es als positives Zeichen. Immerhin hat ihr "schluffiger" Sohn sich jetzt für die Schule entschieden. Er war ordentlicher geworden und machte sogar Sport, achtete auf seine Ernährung und es schien als würde er erwachsen werden. Die Haare und Fingernägel waren sicher nur ein Durchgangsstadium. Dass Kevin einen Job bei Ferrari bekommen hatte, freute seinen Vater umso mehr. Kevin konnte seine Schulden zurückbezahlen und hatte sogar noch etwas übrig. Gewissenhaft führte er jeden Tag seine Rituale durch.
Jetzt, wo es ihm gut ging, war es Zeit, Versprechen einzulösen. Kevin ging an einem Mittwoch mit seiner Nagelwerkstatt zum Friseursalon und hat Valentinas Nägel bemalt. Es war gar nicht so schwer. Die zwei saßen nach Feierabend — sie sollte noch den Laden ausfegen und alles fertigmachen — zusammen. Es war nett und ihre Hände waren weich und zart. Sie zeigte ihm, wie man eine Handmassage macht, wobei sie sich über Mode unterhielten. Kevin war da ziemlich neu, doch Valentina konnte ihm viel beibringen.
In der Schule gab es einige Typen, die jetzt dumme Sprüche machten. Sie betitelten ihn mit allerhand Schimpfwörtern. Das war ziemlich nervig, zumal auch einige Leute ihn zu schneiden begannen. Besonders die, die vorher genauso schlecht waren wie er und die jetzt merkten, dass sich Kevin vom Bodensatz der Klasse ins Mittelfeld hochgearbeitet hatte. Irgendwann fasste ihn jemand auf den Hintern und kniff richtig zu. Die anstehende Schlägerei verlor Kevin. Seine Fingernägel waren mehr zum Kratzen als zum schlagen. Sie bohrten sich in seine Hand, wenn er sie zur Faust ballte. Er war zwar sportlich, hatte aber durch die Diät viel Muskeln abgebaut. Eine echte Kampfsau war er nie.
Als Kevin nach Hause kommt, erfindet er eine Geschichte. Er setzt sich dann auf sein Bett und schlägt das Zauberbuch auf der Seite "Pech an den Hals wünschen" auf. Mal sehen, ob ich diesen Typen verzaubern kann. "Bevor du diesen Zauber sprichst solltest du überlegen, ob du das wirklich willst. Viele Menschen verdienen das Pech nicht, weil sie dumm sind oder unwissend. Du kannst nur einer Person Pech an den Hals wünschen, überlege also gut, wer es sein soll. Wenn du aber wirklich jemanden Pech an den Hals wünschen willst, dann führe folgendes Ritual durch: Zunächst musst dieser Mensch von dir abperlen. Rasiere deine Beine und deine Achseln und hebe die Haare auf. (Am besten mit einem Siebchen vor dem Ausguss) Deine Beine müssen glatt und eben sein. Dann brauchst du eine körperliche Komponente dessen, den du verzaubern willst. (Haare, Nägel, Blut...) Male daraufhin diesen Kreis im nächsten Vollmond an einem Efeu. Dies alles tust du in einem Mörser und machst es klein. Im Anschluss sprichst du die Formel: "(Name) ich verbanne das Glück aus deinem Leben, wie ich diese Haare aus meinem verbanne. Mein Pech soll auf dich übergehen und dein Glück werde ich bekommen." Du begießt es mit Spiritus und zündest es an. Je nachdem wie viel Du dem anderen an Glück stehlen willst, wiederholst du die Formel während die Haare brennen. Stell dir dabei vor, was er Dir angetan hat, denn nur wenn es einen gerechten Grund gibt, wird dieser Spruch funktionieren. Der Zauber wirkt bis zum nächsten Vollmond, doch nur, so lange du deine Beine weiterhin rasierst. Lässt du sie wachsen, dreht sich der Zauber um. Achte also darauf, dir die Beine wenigstens einmal pro Woche zu rasieren.
Kevin besorgte sich ein Haar von dem Grapscher. Das war nicht schwer, denn er lies seinen Kamm in der Jungenumkleide liegen. Kevin, der schon gewöhnt war, Dinge heimlich zu tun, kam ohne Probleme daran heran. Er verstaute es in einem Überraschungsei und schon beim nächsten Vollmond vollzog er das Ritual. Er rezitierte die Formel so lange, bis die Haare zu brennen aufgehört hatten — das muss so 5-8 Mal gewesen sein. Kevin war gespannt, wie dieses Ritual wirken würde...
Teil 14 Eine Prügelei
Die Sprüche zum Ende des Schuljahres gingen nicht weg, zumal es jetzt immer wieder vorkam, dass Kevin unbewusst seine hohe Frauenstimme einsetzte. Gerade, wenn es um auswendig gelernte Vokabeln ging, oder die Aufsätze, die er in Geschichte sich laut mit dem Stimmgerät vorgelesen hatte. Auf dem Weg aus der Schule konnte Kevin dann einen Streit sehen. Es war hinter der Turnhalle, in der er sich umgezogen hatte. Ein paar Typen hatten den Grapscher umringt. Es ging wohl um Geld. Kevin blieb hinter einem Gebüsch stehen und schaute dem Spiel zu. Der Grapscher versuchte zu beschwichtigen und dann kassierte er Faustschläge und als er auf dem Boden lag noch weitere Fußtritte. Kevin konnte sich eine gewisse Genugtuung nicht verkneifen. Dann zog einer ein Messer. In Kevin stritten zwei Geister. Irgendwie gönnte er es dem Typen, aber Messer.... Der Messertyp hielt es dem Grapscher vor das Gesicht "Damit du uns nicht vergisst, verpasse ich dir jetzt ein Andenken, du W...." Kevin fasste allen Mut und ging aus dem Gebüsch. "Hey, was macht ihr da?" rief er. Ein "Verpiss dich du F...!" Kam zurück. "Lasst ihn in Ruhe — Kevin begann zu rufen "Hilfe, hier sind Schläger!" "Schnauze und verpiss dich" Kevin rief weiter "Sie haben ein Messer dabei." Leute wurden aufmerksam — und ein Lehrer kam. Frau Droste Husenberg. Eindeutig das Schlachtschiff des Lehrerzimmers. Mit ihrer stattlichen Größe von 1,65 Metern und der schrillen stimme, die an Glas erinnert, das über Glas quietscht. Mehr als eine Stunde Geschichte fällt schwer bei ihr zu ertragen. Aber es hatte Wirkung, die Typen zogen ab. Und Kevin und Vladimir mussten zum Direktor. Danach hatte Kevin vor Vladimir und seinen Kumpels erst mal Ruhe. Kevin behielt seine Beine dennoch glatt, aus Angst, der Zauber könnte auf ihn zurückschlagen. Und Vladimir kam in den drei Wochen vor Ferienbeginn noch einmal arg zusammengeschlagen in der Schule an.
In der Schule wurde Kevins Auftreten langsam normal. Niemand sprach mehr über seine langen blonden Haare und die lackierten Fingernägel. Manche glaubten, dass Kevin schwul sei — und wenn schon. Sollten sie es glauben. Die Lehrer hatten damit ohnehin kein Problem. Es gab sogar zwei, die ihre Homosexualität offen lebten.
-
Melli_
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 112
- Registriert: Mi 27. Mär 2013, 21:36
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Teil 15 Messebegleitung
Als Kevin in seinem neuen Outfit mit dem Longshirt, den glatten Beinen, den neuen 2nd Hand Schuhen und einer frisch von Valentina in Ordnung gebrachten Frisur bei Ferrari ankam, konnte niemand ernstlich glauben, dass Kevin keine Frau war. Er hatte den Gang geübt, hatte diese Woche seine Beine gründlich rasiert und das Makeup klappte jeden Tag besser. Auf dem Rücken hatte er seine Tasche mit den Jungenklamotten und eine kleine Handtasche für seinen Kram, denn an so einem Shirt waren keine Taschen.
Der Tag begann mit einem Briefing, wie Ferrari repräsentiert werden wollte. Höflich, entgegenkommend etc. Kunden dürfen das Auto nicht berühren. Die Messebegleitungen dürfen nur nach deren Einverständnis berührt werden, aber man darf mit ihnen Fotos machen. Ein Messetag dauert 2 x 4 Stunden, wobei eine Mittagspause einzulegen ist. Die Messebegleitungen sollen sich bitte abwechseln, so dass immer jemand am Stand steht.
An diesem Nachmittag benutzt Kevin zum ersten Mal die Damentoilette. Irgendwie ist es schon komisch, denn wenn er erwischt wird, kriegt er richtig Ärger. Andererseits kann er mit seinem Longshirt und den hohen Schuhen nicht in die Herrentoilette gehen. Die Mädels unterhielten sich über den Job. Wie schlecht die Bezahlung sei und dass letztes Jahr noch Berühmtheiten vorbeigekommen waren. Eine hatte ein Selfie mit Jonny Depp gemacht. Sie zeigte es der neidischen "Freundin". Und alle redeten viel in diesem hohen Plapperton. Kevin hatte seine Stimme zwar trainiert, musste sich aber immer konzentrieren, damit ihm kein Fehler unterlief. Als er die Toilette verließ, schaute er noch einmal in den Spiegel, ob alles in Ordnung ist und legte etwas Rouge nach. Valentina hatte ihm ein paar Schminktipps gegeben.
Schließlich gab es noch ein Fotoshooting mit allen neuen Messebegleitungen — natürlich in dem Ferrari Outfit. Das kam dann auf die Ferrari Homepage. Vorstellung des neuen Modells auf der Automesse in Berlin am 4. - 25. Juli. Wir freuen uns auf ihren Besuch Stand 111 Haupthalle B.
Teil 16 Mobbing
Der Juli begann. Noch eine Woche Schule und dann sollte es losgehen. Kevin machte in der Zeit ziemliche Fortschritte was seinen weiblichen Gang und seine Stimme anging. Wann immer er konnte, übte er sie. Doch dann geschah die Katastrophe. Er wurde — gerade zwei Tage nachdem das Bild online ging - auf der Ferrari Seite entdeckt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich noch am Sonntag die Nachricht unter den anderen in der Schule. Und die What's Apps ließen nicht lange auf sich warten. 150 Mails am ersten Tag mit "geh sterben" "Verp... dich" und jeder Menge unappetitlicher Dinge. Die meisten Whats Apps waren anonym. Es gab sogar eine Seite, auf der man Kevins Foto Damenunterwäsche anziehen konnte, und "¦ (ich schreibe nicht weiter, weil das hier erstens triggern könnten und zweitens ich keinen Bock habe, mir Mobbingmethoden auszudenken. Davon gibt es im echten Leben schon genug. Das Ätzendste, was ihr euch vorstellen könnt, wird Kevin auf dieser Seite finden.) Vladimir war wieder vorn mit dabei. Er schien aus der letzten Situation wenig gelernt zu haben. - Wer nicht hören will..., dachte sich Kevin und besorgte sich wieder Haare für ein neues Ritual. Wenn Kevin geglaubt hatte, dass es in den vergangenen Wochen nicht schlimmer werden konnte, dann hatte er sich getäuscht. Wann immer Lehrer nicht da waren, gab es Übergriffe. Schutz unter den Mädchen konnte er nicht finden. Die Toilette war ein Alptraum. Und die guten Noten, die er zurückbekam machten es nicht besser. Der Neid und die Möglichkeit auf jemanden herumzuhacken brachten das Tier unter den Schülern hervor.
Der Gang durch die Schule war ein Spießrutenlauf und wurde nur getoppt von dem Sozialarbeiter, der Kevin auf ein Gespräch einlud. "Oh nein, ich will nicht darüber sprechen." Der nächste Tag lief ähnlich und der übernächste auch. Man tuschelte, man zeigte auf ihn, selbst die Emos wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Die Lehrer schienen von all dem nichts zu bemerken und Normalität herstellen zu wollen. Die ganze letzte Woche ging das. Hoffentlich sind bald Ferien — nur noch diese Woche durchhalten.
Am Freitag schlug Kevin sein Zauberbuch auf. Da steht nichts gegen Mobbing. Pech an den Hals wünschen gilt nur für einzelne Personen. Moment, vielleicht hat die Autorin ja noch mehr geschrieben. Kevin schaute auf den Bücherseiten, die er fand. Aber weder auf dem großen Internetflohmarkt, noch auf dem kommerziellen Seiten war sie verzeichnet. Ihr Verlag hatte vor zwei Jahren Pleite gemacht. Ich schreibe einfach der Autorin. Recht schnell fand er im Netz die Adresse und Homepage der Autorin und verfasste eine E-Mail. Dazu legte er sich eine neue Mail an Kerstin Bäcker 2000 @web.de "Liebe Sternensucherin, ich habe Dein Buch gefunden und bin vollkommen überzeugt. Du hast tolle magische Rituale geschrieben, die mein Leben verbessert haben. Jetzt habe ich es mit Mobbing — Cybermobbing und Belästigungen zu tun. Gibt es ein Ritual, was mich schützt? Bitte hilf mir schnell, Deine Kerstin."
Die Antwort kam am nächsten Tag. "Liebe Kerstin, was du mir schreibst, hört sich ernst an. Du darfst Dich in so einem Fall nicht auf Magie verlassen. Führe ein Mobbingtagebuch. Schreibe auf, wer dir was schreibt, macht Fotos von den Internetseiten, wo man über dich herzieht. Sie zu, dass du das alles beweisen kannst, wenn Du in einen Prozess gehst. Wenn Du kannst, wende Dich an eine Lehrerin, der du vertraust. Mobbing bekommst Du nur zusammen mit der gesamten Klasse weg. Schuldige zu finden und zu bestrafen wird Dich nicht weiterbringen. Und das bedeutet auch, dass Du Deine Situation irgendwann ehrlich mit den anderen besprechen musst. Dafür brauchst du viel Tapferkeit. Die wünsche ich Dir.
Ich habe ein Ritual für Dich entwickelt. Ich hoffe, dass es dir hilft. Du brauchst dafür Ohrringe. Es sollten möglichst reine Ohrringe sein — auf keinen Fall darf etwas daran künstlich hergestellt sein. Gold oder reine Steine — Perlen, Diamanten. Du erkennst es an der Punze — dem kleinen Stempel auf dem Schmuckstück. Je höher die Zahl, desto reiner das Metall. Ich weiß, dass das schwer ist, für Dich, so etwas zu bekommen oder zu tragen. Vielleicht hast Du eine Großmutter, die Dir gerne etwas leiht. Das legst Du bei Neumond auf die Fensterbank. Male dazu diesen Kreis darum. Sprich dann den Zauber: "Hässliche und unwahre Dinge sind über mich im Umlauf. So rein, wie dieses Metall ist, sollen die Worte sein, die über mich gesagt werden. Abgewogen, ob sie wahr, nützlich und notwendig sind sollen die Aussagen über mich sein. Nur das, was rein ist wie dieses Gold/ wie dieser Stein/ wie diese Perlen soll Ohren finden." Wiederhole den Zauber drei Mal und dann jeden Abend bis zum Neumond einmal. Die Ohrringe darfst Du nur für das Ritual aus deinen Ohrlöchern nehmen, sonst ist das Ritual wirkungslos. Mit dem abnehmenden Mond werden die Gerüchte hoffentlich abnehmen und die Wahrheit bleiben. Wenn sich in zwei Wochen nichts getan hat, musst Du zu einer Lehrerin oder der Sozialarbeiterin gehen, auch wenn es dir schwer fällt. Du hast Glück, morgen ist Vollmond. Es grüßt Dich herzlich Deine Sternensucherin."
Kevin schaute sich die Mail an. Ohrlöcher. Er schaute auf sein Handy. 20 neue Nachrichten. 20 x Schei.., die er nicht lesen wollte. Er begann trotzdem, die Nachrichten aufzuzeichnen und unter dem Ordner Mobbing auf seinem Computer zu hinterlegen. Bildschirmfotos, Sprachnachrichten, Chatverläufe. Ab jetzt hatte er eine Livecamera hinter sich, wenn ein unbekannter Internet Anruf kam. Wo sollte er jetzt das Geld für reines Gold oder reine Perlen herbekommen?
Kevin schaute sich seine Finanzen an — 120 Euro für die vergangenen Klausuren. Damit komme ich nicht weit. Das Konto kann ich nicht überziehen. Bücher verkaufen bringt in der Regel auch nicht viel. Moment — Kevin schaute sein Regal durch. Da war nichts, was wirklich wertvoll war. Der Schmuck seiner Mutter. Es war Samstag Morgen und seine Mutter war wie immer beim Pferd. Kevin schlich sich in ihr Zimmer, schaute in das Schmuckkästchen und suchte nach den Punzen. Unter den Ohrringen fand er ein paar Stecker mit weißen Diamanten. Sein Blick fiel auf das Hochzeitsbild seiner Eltern. Ja, das waren sie. Er schaute auf die Punze 999 Weißgold. Gotcha. Kevin fasste seinen Entschluss jetzt sind Ferien, er würde die Ohrringe mit nach Berlin nehmen. Das Ritual durchführen und dann hoffentlich keine Mails mehr kriegen. Moment — morgen ist Vollmond. Das heißt, ich muss an meinen Eltern vorbei mit den Ohrringen. Das wird nicht einfach. Kevin schaute seine Haare an, sie gingen zwar über die Ohren, doch das Blitzen dieser Stecker würde man sehen.
Als Kevin in seinem neuen Outfit mit dem Longshirt, den glatten Beinen, den neuen 2nd Hand Schuhen und einer frisch von Valentina in Ordnung gebrachten Frisur bei Ferrari ankam, konnte niemand ernstlich glauben, dass Kevin keine Frau war. Er hatte den Gang geübt, hatte diese Woche seine Beine gründlich rasiert und das Makeup klappte jeden Tag besser. Auf dem Rücken hatte er seine Tasche mit den Jungenklamotten und eine kleine Handtasche für seinen Kram, denn an so einem Shirt waren keine Taschen.
Der Tag begann mit einem Briefing, wie Ferrari repräsentiert werden wollte. Höflich, entgegenkommend etc. Kunden dürfen das Auto nicht berühren. Die Messebegleitungen dürfen nur nach deren Einverständnis berührt werden, aber man darf mit ihnen Fotos machen. Ein Messetag dauert 2 x 4 Stunden, wobei eine Mittagspause einzulegen ist. Die Messebegleitungen sollen sich bitte abwechseln, so dass immer jemand am Stand steht.
An diesem Nachmittag benutzt Kevin zum ersten Mal die Damentoilette. Irgendwie ist es schon komisch, denn wenn er erwischt wird, kriegt er richtig Ärger. Andererseits kann er mit seinem Longshirt und den hohen Schuhen nicht in die Herrentoilette gehen. Die Mädels unterhielten sich über den Job. Wie schlecht die Bezahlung sei und dass letztes Jahr noch Berühmtheiten vorbeigekommen waren. Eine hatte ein Selfie mit Jonny Depp gemacht. Sie zeigte es der neidischen "Freundin". Und alle redeten viel in diesem hohen Plapperton. Kevin hatte seine Stimme zwar trainiert, musste sich aber immer konzentrieren, damit ihm kein Fehler unterlief. Als er die Toilette verließ, schaute er noch einmal in den Spiegel, ob alles in Ordnung ist und legte etwas Rouge nach. Valentina hatte ihm ein paar Schminktipps gegeben.
Schließlich gab es noch ein Fotoshooting mit allen neuen Messebegleitungen — natürlich in dem Ferrari Outfit. Das kam dann auf die Ferrari Homepage. Vorstellung des neuen Modells auf der Automesse in Berlin am 4. - 25. Juli. Wir freuen uns auf ihren Besuch Stand 111 Haupthalle B.
Teil 16 Mobbing
Der Juli begann. Noch eine Woche Schule und dann sollte es losgehen. Kevin machte in der Zeit ziemliche Fortschritte was seinen weiblichen Gang und seine Stimme anging. Wann immer er konnte, übte er sie. Doch dann geschah die Katastrophe. Er wurde — gerade zwei Tage nachdem das Bild online ging - auf der Ferrari Seite entdeckt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich noch am Sonntag die Nachricht unter den anderen in der Schule. Und die What's Apps ließen nicht lange auf sich warten. 150 Mails am ersten Tag mit "geh sterben" "Verp... dich" und jeder Menge unappetitlicher Dinge. Die meisten Whats Apps waren anonym. Es gab sogar eine Seite, auf der man Kevins Foto Damenunterwäsche anziehen konnte, und "¦ (ich schreibe nicht weiter, weil das hier erstens triggern könnten und zweitens ich keinen Bock habe, mir Mobbingmethoden auszudenken. Davon gibt es im echten Leben schon genug. Das Ätzendste, was ihr euch vorstellen könnt, wird Kevin auf dieser Seite finden.) Vladimir war wieder vorn mit dabei. Er schien aus der letzten Situation wenig gelernt zu haben. - Wer nicht hören will..., dachte sich Kevin und besorgte sich wieder Haare für ein neues Ritual. Wenn Kevin geglaubt hatte, dass es in den vergangenen Wochen nicht schlimmer werden konnte, dann hatte er sich getäuscht. Wann immer Lehrer nicht da waren, gab es Übergriffe. Schutz unter den Mädchen konnte er nicht finden. Die Toilette war ein Alptraum. Und die guten Noten, die er zurückbekam machten es nicht besser. Der Neid und die Möglichkeit auf jemanden herumzuhacken brachten das Tier unter den Schülern hervor.
Der Gang durch die Schule war ein Spießrutenlauf und wurde nur getoppt von dem Sozialarbeiter, der Kevin auf ein Gespräch einlud. "Oh nein, ich will nicht darüber sprechen." Der nächste Tag lief ähnlich und der übernächste auch. Man tuschelte, man zeigte auf ihn, selbst die Emos wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Die Lehrer schienen von all dem nichts zu bemerken und Normalität herstellen zu wollen. Die ganze letzte Woche ging das. Hoffentlich sind bald Ferien — nur noch diese Woche durchhalten.
Am Freitag schlug Kevin sein Zauberbuch auf. Da steht nichts gegen Mobbing. Pech an den Hals wünschen gilt nur für einzelne Personen. Moment, vielleicht hat die Autorin ja noch mehr geschrieben. Kevin schaute auf den Bücherseiten, die er fand. Aber weder auf dem großen Internetflohmarkt, noch auf dem kommerziellen Seiten war sie verzeichnet. Ihr Verlag hatte vor zwei Jahren Pleite gemacht. Ich schreibe einfach der Autorin. Recht schnell fand er im Netz die Adresse und Homepage der Autorin und verfasste eine E-Mail. Dazu legte er sich eine neue Mail an Kerstin Bäcker 2000 @web.de "Liebe Sternensucherin, ich habe Dein Buch gefunden und bin vollkommen überzeugt. Du hast tolle magische Rituale geschrieben, die mein Leben verbessert haben. Jetzt habe ich es mit Mobbing — Cybermobbing und Belästigungen zu tun. Gibt es ein Ritual, was mich schützt? Bitte hilf mir schnell, Deine Kerstin."
Die Antwort kam am nächsten Tag. "Liebe Kerstin, was du mir schreibst, hört sich ernst an. Du darfst Dich in so einem Fall nicht auf Magie verlassen. Führe ein Mobbingtagebuch. Schreibe auf, wer dir was schreibt, macht Fotos von den Internetseiten, wo man über dich herzieht. Sie zu, dass du das alles beweisen kannst, wenn Du in einen Prozess gehst. Wenn Du kannst, wende Dich an eine Lehrerin, der du vertraust. Mobbing bekommst Du nur zusammen mit der gesamten Klasse weg. Schuldige zu finden und zu bestrafen wird Dich nicht weiterbringen. Und das bedeutet auch, dass Du Deine Situation irgendwann ehrlich mit den anderen besprechen musst. Dafür brauchst du viel Tapferkeit. Die wünsche ich Dir.
Ich habe ein Ritual für Dich entwickelt. Ich hoffe, dass es dir hilft. Du brauchst dafür Ohrringe. Es sollten möglichst reine Ohrringe sein — auf keinen Fall darf etwas daran künstlich hergestellt sein. Gold oder reine Steine — Perlen, Diamanten. Du erkennst es an der Punze — dem kleinen Stempel auf dem Schmuckstück. Je höher die Zahl, desto reiner das Metall. Ich weiß, dass das schwer ist, für Dich, so etwas zu bekommen oder zu tragen. Vielleicht hast Du eine Großmutter, die Dir gerne etwas leiht. Das legst Du bei Neumond auf die Fensterbank. Male dazu diesen Kreis darum. Sprich dann den Zauber: "Hässliche und unwahre Dinge sind über mich im Umlauf. So rein, wie dieses Metall ist, sollen die Worte sein, die über mich gesagt werden. Abgewogen, ob sie wahr, nützlich und notwendig sind sollen die Aussagen über mich sein. Nur das, was rein ist wie dieses Gold/ wie dieser Stein/ wie diese Perlen soll Ohren finden." Wiederhole den Zauber drei Mal und dann jeden Abend bis zum Neumond einmal. Die Ohrringe darfst Du nur für das Ritual aus deinen Ohrlöchern nehmen, sonst ist das Ritual wirkungslos. Mit dem abnehmenden Mond werden die Gerüchte hoffentlich abnehmen und die Wahrheit bleiben. Wenn sich in zwei Wochen nichts getan hat, musst Du zu einer Lehrerin oder der Sozialarbeiterin gehen, auch wenn es dir schwer fällt. Du hast Glück, morgen ist Vollmond. Es grüßt Dich herzlich Deine Sternensucherin."
Kevin schaute sich die Mail an. Ohrlöcher. Er schaute auf sein Handy. 20 neue Nachrichten. 20 x Schei.., die er nicht lesen wollte. Er begann trotzdem, die Nachrichten aufzuzeichnen und unter dem Ordner Mobbing auf seinem Computer zu hinterlegen. Bildschirmfotos, Sprachnachrichten, Chatverläufe. Ab jetzt hatte er eine Livecamera hinter sich, wenn ein unbekannter Internet Anruf kam. Wo sollte er jetzt das Geld für reines Gold oder reine Perlen herbekommen?
Kevin schaute sich seine Finanzen an — 120 Euro für die vergangenen Klausuren. Damit komme ich nicht weit. Das Konto kann ich nicht überziehen. Bücher verkaufen bringt in der Regel auch nicht viel. Moment — Kevin schaute sein Regal durch. Da war nichts, was wirklich wertvoll war. Der Schmuck seiner Mutter. Es war Samstag Morgen und seine Mutter war wie immer beim Pferd. Kevin schlich sich in ihr Zimmer, schaute in das Schmuckkästchen und suchte nach den Punzen. Unter den Ohrringen fand er ein paar Stecker mit weißen Diamanten. Sein Blick fiel auf das Hochzeitsbild seiner Eltern. Ja, das waren sie. Er schaute auf die Punze 999 Weißgold. Gotcha. Kevin fasste seinen Entschluss jetzt sind Ferien, er würde die Ohrringe mit nach Berlin nehmen. Das Ritual durchführen und dann hoffentlich keine Mails mehr kriegen. Moment — morgen ist Vollmond. Das heißt, ich muss an meinen Eltern vorbei mit den Ohrringen. Das wird nicht einfach. Kevin schaute seine Haare an, sie gingen zwar über die Ohren, doch das Blitzen dieser Stecker würde man sehen.
-
Swenja
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 256
- Registriert: So 22. Apr 2018, 15:12
- Geschlecht: Ist momentan schwer
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Hildesheim
- Forum-Galerie: Das bin ich so mag ich mich
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Ja toll, Vorfällen das du das Thema Mobbing hier auch ernst nimmst. Toll
Bitte weiter so
Bitte weiter so
-
Dwt-Lilo-SL
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 461
- Registriert: Mo 8. Apr 2013, 11:38
- Geschlecht: Transgender 50%
- Pronomen: Mensch
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Das fiese Zauberbuch für nette Mädchen
Ja Toll Melli,
wie die Geschichte weiterverläuft nicht nur gerade auch mit einigen
Tiefschlägen, aber ich doch immer wieder gespannt wie unsere Kerstin(
Sorry Kevin) sich wieder aufrappelt.
In Erwartung einer spannenden Fortsetzung.
lg LILO-GINA
wie die Geschichte weiterverläuft nicht nur gerade auch mit einigen
Tiefschlägen, aber ich doch immer wieder gespannt wie unsere Kerstin(
Sorry Kevin) sich wieder aufrappelt.
In Erwartung einer spannenden Fortsetzung.
lg LILO-GINA
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang