Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?
Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein? - # 25

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Josii
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 361 im Thema

Beitrag von Josii »

Wer ist Beate Bahner???????

Ich weiß nicht ob ihr es wißt? Es gibt eine Frau, Fachanwältin für Gesundheitsrecht (seit 25 Jahren) in Heidelberg. Diese Frau mit Namen Beate Bahner hat vorige Woche beim BVG (Bundesvervassungsgericht) einen Eilantrag zur sofortigen Aufhebung aller "Coronaschikanen" (mein Wort - die genaue Formilierung kann auf ihrer Homepage recherchiert werden) gestellt. Sie ist damit beim BVG aus formalen Gründen gescheitert.

Ein Antrag, der über 80 Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Mir geht es heute nicht darum ob und ob nicht dieser Antrag gerechtfertigt war, sondern darum, daß die Medien, die mir hier auch von Mädels zur objektiven Informationsbeschaffung empfohlen wurden, über diese Geschichte nicht berichtet haben. Also frug ich die Suchmaschinen der Sender, heute Ostermontag 13. April 2020 gegen 10.30 Uhr nach dem Begriff "Beate Bahner":

KEIN EINTRAG GEFUNDEN!

Soviel zur Nicht-Berichterstattung der von uns bezahlten und finanzierten öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten! (ko)


Kann natürlich auch sein, daß sich niemand dafür interessiert wer Frau Beate Bahner ist. www.beatebahner.de
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Jaddy
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 362 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Josii hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 11:23Kann natürlich auch sein, daß sich niemand dafür interessiert wer Frau Beate Bahner ist
Ach ja, und natürlich die üblichen rechtsaussen "Hauptsache Stunk" Kanäle wie Jepsen, Tichy & Co. (Quellen [1] und [2], Suchdauer unter 10s)

Etwas seriöser sind die sehr sehr zahlreichen Artikel zu den durchaus berechtigten verfassungsrechtlichen Bedenken, wenn 1 mal mit "Corona Verfassung" sucht. Da gibt es nämlich viele gut fundierte Überlegungen, die statt einfachen Rumkrakelens die Rechtsgüter der GG-Artikel in Relation setzen.

Zum Beispiel im Tagesspiegel, MDR, Handelsblatt, SZ, FAZ, RP, Zeit, DLF, DW, Welt, FR, sogar Focus, n-tv und Ärzte-Zeitung.

Wer diese Kanäle regelmässig konsumiert bekommt also schon mit, dass es da eine Diskussion gibt. Das scheint mir wichtiger, als eine einzelne Aktion, die schon vom Ansatz her nicht auf das Ziel, sondern auf PR ausgelegt ist.
Laila-Sarah
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 363 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Josii hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 09:54 ...
Hallo liebe Josii,

es ist wirklich vorbildlich, wie du dir Sorgen um unsere Grund- und Privatsphärenrechte machst und dafür bereit bist auf die Straße zu gehen und zu kämpfen.

Wenn wir keine Ausnahmesituation wegen höhere Gewalt hätten, wäre ich auch 100% bei dir. Da wir aber jetzt so eine Ausnahmesituation haben, die wenn unkontrolliert Voranschreitet zu einem Kollaps des Gesundheitssystems (wo unnötig mehr Menschen sterben) bis hin zur Anarchie führen könnte, müssen wir doch die Bedrohungen nach Bedrohlichkeit priorisieren und die mit der höhsten Priorität zuerst angehen. So etwas nennt sich Krisenmanagment.

Sprich mit einem extremen Beispiel illustriert: Du findest eine Post mit einer falschen Zahlungsaufforderung (hohe Summe) im Briefkasten und auf dem Rückweg in die Wohnung rutschst du aus und verletzt dich ernsthaft. Dann solltest du zuerst ins Krankenhaus und dann zum Anwalt und nicht anders herum.

So betrachtet sind doch die Einschnitte die wir erleben zwar sehr ärgerlich und Besorgnis erregend jedoch auch rationell. Den den Virus und die Bedrohung gibt es wirklich. Also sollten wir doch auf die Barrikaden erst dann gehen, wenn die Situation (Virus) vom Tisch ist und die Einschränkungen aber trotzdem noch bestehen. Sprich wenn selbst dann die Politik, die Einschränkungen und die Überwachung nicht aufhebt.

Denn ich will mein Gewissen nicht damit belasten den Virus unnötig verbreitet zu haben und somit zu einem eventuellen GAU beigetragen zu haben.

Willst du?

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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 364 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

Guten Morgen Jasmin,Michi Well

Fachliche Ahnung habe ich nur in soweit wie meine Programmierkenntnisse seit C 64 bis Visual-Basic und C++ reichen. Der Rest ist einfaches Eins + Eins zusammenzählen. Vor einiger Zeit gab es einen Verkaufsgag von Douglas. Jeder der sein Handy und Bluetooth eingeschaltet hatte, bekam als er den Laden verließ postwendend die ganze Werbung von Douglas eingespielt. So einfach geht das. Die ersten Chipkarten die man nur auf das Terminal hielt, konnte man bequem an der Kasse hinter dem Kunden mit einem anderen Smartphone in dessen Jeans auslesen und mißbrauchen. Seither gibt es Portemonnaies die das durch Metallfolie verhindern. Rifidchips in deiner Kleidung lassen sich bequem auslesen, wird auch in Eingangsbereichen der Warenhüser gemacht, die wissen in welcher Filiale du die Klamotten gekauft hast. Jedes offene W-Lan im Café ist ein offenes Einfallstor zu deinem Smartphone. Alexa hört alles mit, muß sie auch sonst würde sie nicht auf ihren Namen reagieren können, wenn du sie rufst. Google mal ein wenig, welche Pannen da schon passiert sind, ob das nur Pannen sind? Das Smarte Haus, alles per APP gesteuert, ein Fehler in der Absicherung und dein Nachbar ist in der Lage die Heizung hochzufahren und den Froster auf abtauen zustellen. Die Liste kannst du endlos fortsetzen. Also als einfache Maßnahme, die zwar auch nicht all zu viel bringt, aber doch ein wenig mehr Sicherheit erzeugt, ist Bluetooth, W-Lan und GPS ausschalten. Synchronisation zwischen deinem PC und Smartphone garnicht erst aktiieren, verhindert, das die selbe Werbung auf beiden Geräten läuft. Wenn du nicht weißt was du deiner Liebsten zu Weihnachten schenken sollst, laß sie mit deinem PC oder Smartphone googeln, die Werbung verrät dir was sie Interessiert. Inklusive Kleider- und Schuhgröße.

LG von
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 365 im Thema

Beitrag von Josii »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 13:18 Denn ich will mein Gewissen nicht damit belasten den Virus unnötig verbreitet zu haben und somit zu einem eventuellen GAU beigetragen zu haben.

Willst du?
Wow, genau mit diesen Argumentationen werden zur Zeit über 80.000.000 Menschen Ausgangseingeschränkt.

Ich persönlich habe mittlerweile ca. 60 Influenzaepidemien, eine Hantavirusinfektion überstanden und bin nach dem Infektionsschutzgesetz GESUND!

Wollen wir in Zukunft jedes Mal wenn Epidemie angesagt ist uns hinter Bergen von Klopapier verschanzen, mit mehr als 1.000.000.000.000€ nach dem jeweils aktuellen Virus werfen, die Wirtschaft ruinieren und uns gegenseitig des Infizierens beschuldigen?

Überlegt einfach mal was ihr hier für einen Unsinn verbreitet. Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber.

(Corona 19 ist eine gefährliche Erkrankung, ähnlich einer Influenza, besonders für Risikopatienten. Bitte schützt euch davor und haltet euch an die von der Regierung verordneten Regeln.) Aber beschuldigt niemand grundlos.
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Laila-Sarah
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 366 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Josii hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 13:37 (Corona 19 ist eine gefährliche Erkrankung, ähnlich einer Influenza, besonders für Risikopatienten. Bitte schützt euch davor und haltet euch an die von der Regierung verordneten Regeln.)
Ja, aber ganz genau darum geht es doch: Wir wollen uns an die Regeln der Obrigkeit halten, weil wir den Ernst der Lage einsehen.

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Jaddy
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 367 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Petra Sofie hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 08:42Denn es soll mehrere Anbieter geben, und die App soll läderspezifisch sein, und im Zusammenhang mit einem OFFENEN Quellcode.
Offene Quellen bedeuten, dass alle Menschen mit entsprechenden Programmierkenntnissen die Software auf Mängel überprüfen und Verbesserungen einbringen können. Es kann auch überprüft werden, ob eine installierbare Version tatsächlich aus diesen Quellen gebaut wurde, oder mglw doch aus anderen Quellen, mit anderen, ungewollten Funktionen. Quelloffenheit zusammen mit aktiver Verbesserungsarbeit erhöht also die Sicherheit von Software.

Gemeinsame Schnittstellen und Protokolle wären eine noch bessere Basis, weil die noch besser vom Design her gegen Missbrauch geprüft werden können als fertige Software. Wenn ich unter verschiedenen Implementationen diejenige auswählen kann, der ich am meisten vertraue, ergibt sich auch höhere Sicherheit.

Zum Beispiel gibt es das Projekt DP-3T, das prinzipiell dem PEPP-PT Ansatz folgt, aber Verbesserungen in der Privacy beinhaltet. Ja, da geht es sehr ins Detail und alles englisch, sorry. Aber es gibt sehr viele Menschen mit dem notwendigen Fachwissen, die jetzt teilnehmen, prüfen und verbessern können. Digitalcourage, Netzpolitik, CCC und so weiter sind alle mit im Boot. Es ist also möglich, so etwas mit möglichst hohem Datenschutz und möglichst geringen Missbrauchsmöglichkeiten zu bauen, womit ich nichts sagen will über Sinn und Nutzen der ganzen Idee. Das ist nämlich keine Frage der IT, sondern der Epidemiologie plus Soziologie.

Mit den technischen Designs auf dem Tisch gibt es aber die Sachargumente für gute Software. Wie viel die bei den politischen Entscheidungen zählen werden, kann kaum vorausgesagt werden. Aber ohne diese Initiativen sähe es noch finsterer aus, wenn z.B. Microsoft, Google, Apple und die Telekom sowas basteln würden...
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 368 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

Jaddy,

Zitat:
Offene Quellen bedeuten, dass alle Menschen mit entsprechenden Programmierkenntnissen die Software auf Mängel überprüfen und Verbesserungen einbringen können.
Zitat Ende:

Genau das ist der Stein des Anstoßes. Jeder kann so er denn in der Lage ist Änderungen einbringen oder veranlassen.

Der Glaube an absolute Sicherheit in Programmen ist Wunschdenken.

Was nutzt es mir zu wissen wer in meiner Nähe ist, nach der Begegnung mit einem Infizierten ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Ab einer bestimmten Anzahl ist die Epedemie nicht mehr aufzuhalten. Das was wir zur Zeit machen ist der einzig richtige Weg. Dazu braucht man keine APP. Es gibt eine Simulation mit 1000 gespannten Mausefallen in einem Raum. Auf jeder Falle liegt ein Tischtennisball. Dann wirft man einen Tischtennisball in den Raum. Es macht klack, danach passiert wenig, aber schon nach kurzer Zeit wird eine gewaltige Kettenreaktion ausgelöst.

LG
Petra Sofie
Zuletzt geändert von ExuserIn-2020-10-20 am Mo 13. Apr 2020, 16:05, insgesamt 2-mal geändert.
Jaddy
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 369 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Petra Sofie hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 15:46Genau das ist der Stein des Anstoßes
Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Ist das deiner Meinung nach jetzt gut oder schlecht oder was?
ExuserIn-2020-10-20
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 370 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

Sorry da war die Hand schneller auf senden als der Text beendet wurde.
ExuserIn-2020-10-20
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 371 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

Die ganzen Einschränkungen zur Zeit, empfinde ich schon als belastend. Aber es gibt auch Erfahrungen die dich sonst nicht gehabt hätte. Ich war Samstag vormittags in Timmendorf am Strand. Ein Eindruck den ich sonst nur noch vom Mittelmeer aus der Camargue kenne. Weißer fast menschenleerer Strand ohne die blöden Strandkörbe. Einfach toll. Ich saß fast eine Stunde im Sand, und nur 4 Leute sind in einiger Entfernung vorrübergegangen. Die ganze Lübecker Bucht vor mir, Sonne satt. Ein unbezahlbarer Eindruck. Leider der bittere Beigeschmack des Anlasses. Aber jede Münze hat zwei Seiten, man muß immer auf Beide schauen, sonst verliert man die Hoffnung auf bessere Zeiten.

LG
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 372 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

die Ausgangsbeschränkungen finde ich zwar unangenehm, aber eigentlich ganz erträglich. Ich selber bin dank Corona ohne Arbeit und das ist eigentlich angesichts der vielen täglichen Kontakte, die ich bei der Arbeit zu wildfremden Menschen habe, ohne an Sicherheitsabstand von 1,5 m einzuhalten zu können, auch ganz gut so. Sozusagen angesichts der ansteckungsgefahr von anderen als auch der unbewussten Weitergabe des Virus an sich ist das Zuhausebleiben das kleinere Übel. Ich finde es leichter zu ertragen,,wenn Veranstaltungen, zu denen ich gerne hin gehen würde, gleich ganz ausfallen als wenn ich wegen der Ansteckkungsgefahr mich selber entscheiden und verteidigen muss, warum ich in der Freizeit nicht auch noch meine besten Freunde anstecken will.

Ich habe Zeit zu lesen und nach serösen Berichten rund um Corona im Netz zu lesen. Ja, die tiefschürfenden informativen Berichte über die Lage und Aspekte im Inland und Ausland sind schon rar.

Einen guten Artikel über die Wirkungsweise vom Corona-Virus auf Lunge und Herz-Kreislauf und persönliche Vorkehrungen fand ich auf der Homepage der Herzstiftung. www.herzstiftung.de. Der Artikel ist nicht nur für Angehörige der Risikogruppen lesenswert. Demnach haben 10 % der Intensivpatienten nicht nur mit dem Virus in der Lunge zu tun, sondern auch mit Virus-Angriffen auf Herzkranzgefäße. Sprich: Die werden dank Corona Herzpatienten. Wen wundert*s.

Weiter habe ich die Stellungnahme des Ethikrates zu "Solidarität und Verantwortung" zur Triage von Corona-Patienten bei überfüllten Krankenhäuser durchgelesen. Die Solidarität besteht darin, sich im Zweifelsfalle zum Sterben hinzugeben, damit andere einen Behandlungsplatz mit Chance überleben können, damit die Wirtschaft schneller anlaufen kann. Merkwürdige Ethik. Ich wäre ja eher für Vorkehrungen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr (damit weniger Fälle gleichzeitig) und Ausbau der Krankenhauskapazitäten, um Menschen die Chance zu geben zu überleben.

Lange Zeit habe ich gebraucht, in der Taz die Beilage mit der deutschen Ausgabe April 2000 der LeMonde International zu lesen. Schwerpunkt auf S. 1 - 11 natürlich Corona. Doch da wurde mal aus einer Sicht geschrieben, die ich bei anderen Berichterstattungen immer vermuisst habe. Z.B. einen Artikel über die Corona-Strategie im März in Großbritanien. Boris Johnson hat am 12. März verkündigt, in Großbritanien einfach den Großversuch zu unternehmen, für eine schnelle Herdenimmunität die Ansteckung durchs Land laufen zu lassen. Nach vier Tagen hatte er die Kehrtwende eingeläutet, weil die zu erwartenden Opfer zu groß werden könnten. Ich glaube, nach seinem Krankenhausaufenthalt mit vorübergehender Abgabe der Regierungsgeschäfte dürfte er etwas kritischr der Immunitätsstrategie denken. Ähnlich auch in den USA, die sich in kürzester Zeit weltweit an die Spitze der Corona-Opfer katapultierte. Ich glaube, "America First" haben die sich sicherlich anders vorgestellt, als mit Masengräber rund um New York. In vielen Ländern werden Journalisten eingesperrt, die über Corona-Opfer und Schutzmaßnahmen in ihrem Land berichten wollen, so auch in der Türkei. Und dann noch ein Artikel, wie Amazon in seinen Logistikcentern die Mitarbeiter ohne weitere Vorkehrungen die Mitarbeiter ungeschützut der Ansteckung durch das Virus aussetzt und dem Geschäft zuliebe eine hohe Corona-bedingte Krankenquote ignoriert. Da bleibt einem die Online-Bestellung im Halse stecken. - Da gibt es noch mehr zu lesen über Macht- und Geldvermehrungswünsche, wo der Corona-Virus einfach stört.

Zeit verbringe ich, dies alles zu verdauen. Es beschäftigt mich, warum dies alles totgeschwiegen oder verharmlost wird.Ich mache lange Spaziergänge und kümmere mich um meinen Haushalt. Inga gibt mir da auch einige Entspannung.

Schnell gefunden habe ich das Grundgesetz und zwar Artikel 2(2) zum Recht auf Unversehrtheit der Person und deren Sicherung durch den Staat. Das Grundrecht ist auch in den Menschenrechten enthalten. Ich finde schon, dies Grundrecht sollte nicht gegen Versammlungsfreiheit und freie wirtschaftliche Tätigkeit ausgespielt werden, sondern in Einklang gebracht werden. Drastrisch gesagt, was helfen mir Grundrechte, wenn die Unversehrtheit meiner Person verletzt wird bis hin zum Tode?

Nachdenklich bin ich bei all den Nachrichten über Schritte zum Exit. Wollen wir das wirklich, oder machen wiur uns damit auch zu Schafen, die man der wirtschaft zuliebe zur Schlachtbank laufen lässt.

Klingt düster. Aber es erklärt mir, warum ich mir die Vorkehrungen wie Abstandshalten und Versammlungsbeschränkungen hier zur Zeit nicht ausreden lasse.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 373 im Thema

Beitrag von conny »

Inga hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 21:47
Nachdenklich bin ich bei all den Nachrichten über Schritte zum Exit. Wollen wir das wirklich, oder machen wiur uns damit auch zu Schafen, die man der wirtschaft zuliebe zur Schlachtbank laufen lässt.
Ich verstehe Deine Bedenken, aber was ist, wenn wir die Kuh, die wir melken, sterben lassen?
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 374 im Thema

Beitrag von Inga »

conny hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 22:20
Inga hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 21:47
Nachdenklich bin ich bei all den Nachrichten über Schritte zum Exit. Wollen wir das wirklich, oder machen wiur uns damit auch zu Schafen, die man der wirtschaft zuliebe zur Schlachtbank laufen lässt.
Ich verstehe Deine Bedenken, aber was ist, wenn wir die Kuh, die wir melken, sterben lassen?
Hallo, conny,

Dann nehme ich auch mal die Milch der Ziege.- Aber warum soll die Kuh gleich sterben, nur weil sie etwas weniger zu fressen bekommt?

Ach ja, bei meinem Speiseplan ist auch heimischer Spargel nicht systemrelevant, auch wenn ich ihn gerne esse. Doch ich komme auch ohne aus. Ich weiß, andere Leute sind da anders. Die verdienen an dem Geschäft mit dem Spargel. Möglichst viel. Sonst wird gejammert, dass sich die Dielen biegen.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Post 375 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-06-22 »

Inga hat geschrieben: Mo 13. Apr 2020, 22:38 Sonst wird gejammert, dass sich die Dielen biegen.
Die Wirtschaft jammert ja immer, ich weiß noch wie bei der Einführung des Mindestlohns gejammert wurde und Horrorszenarien gemalt wurden. Was ist passiert? Wer wurde denn in dieser Krise zuerst unterstützt?
Menalee
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