Münchner Kammerspiele: Theaterstück(e) zum Streamen
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Anne-Mette
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Münchner Kammerspiele: Theaterstück(e) zum Streamen

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Beitrag von Anne-Mette »

die Münchner Kammerspiele haben in Zeiten der Kontaktsperre und Augangsbeschränkungen jeden Tag von 18 Uhr an für 24 Stunden die Aufzeichnung eines Theaterstücks zum Streamen auf ihrer Website - manchmal auch Liveperformances.

Hier der Link zu den wechselnden Streams: https://www.muenchner-kammerspiele.de

Morgen, am 14.4., zeigen sie "Sieben Schwestern" von She She Pop. Die Beschreibung klingt sehr interessant:

40 Jahre Nichtstun: Eine Generation feiert Geburtstag. 7 Schwestern ist ein Portrait von Frauen (und Männern) einer Generation von NichtstuerInnen. Es sind die Töchter (und Söhne) der Frauenbewegung. Sie sind jetzt in einem gewissen Alter, in einer gewissen Situation. Sie sind emanzipiert und gut ausgebildet. Der Arbeitsmarkt hat sie aufgenommen, herausgefordert und ihnen auch schon ihre Grenzen aufgezeigt.

Jetzt bekommen sie Kinder: eine Flucht ins Private, ein Weiblichkeitswahn, ein narzisstischer Selbstverwirklichungstrip? Diese Frauen hatten niemals Interesse für die historische Dimension ihres Daseins und ihrer Freiheit. Sie hatten auch niemals Mitleid mit ihrer Müttergeneration, den Subjekten der zweiten Welle des Feminismus. Jetzt hat niemand Mitleid mit ihnen. Die Bewegung hat sich verloren, Emanzipation ist zur privaten Erfolgsstory verkommen. Was haben diese Frauen erreicht, wer sind sie? Wohin wollen sie? Und geht das jetzt noch?

Vier PerformerInnen von She She Pop vertiefen sich in Tschechows Drama "Drei Schwestern" und mischen sich unter das Personal dieser Satire, um eine Schwesternschaft zu gründen. Sie streifen durch das Prosorow"™sche Haus — das Theatergebäude — und suchen den Salon: Wo ist der Raum, der gesellschaftliche Ort, an dem individuelle Sorgen und Befindlichkeiten als soziale Lebensumstände erkannt werden könnten? Wo ist das Zimmer, in dem sich die Analyse ihrer Lebensumstände zu gemeinsamen Forderungen und Konzepten verdichten ließe?

Es geht um Frauen und ihr Verhältnis zur Arbeit. Es geht um die Phantomschmerzen einer Generation der postpolitischen Vereinzelung. Ein Gruppenportrait frei nach Tschechow.

Mehr Infos: https://sheshepop.de/7-schwestern/
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