ich muss jetzt doch nochmal dazu was schreiben, hoffentlich komme ich damit nicht allzu weit vom eigentlichen Thema ab.
Erst mal zu dem, was Katja geschrieben hat. Und ja, ich antworte darauf, einfach weil es mir wichtig ist.
Ja es ist definitiv der richtige Weg für mich, ich weiß seit mindestens 25 Jahren, was mit mir so los ist. Und bevor die Frage kommt, warum ich mich dann nicht früher auf den Weg gemacht habe: Das ist eine lange und komplizierte Geschichte, und ich glaube nicht, dass ich sie hier im öffentlichen Bereich schreiben will -- wenn ich sie denn überhaupt irgendwo schreiben will ... Aber die Frage, ob "gelegentliches Crossdressing" für mich eine Alternative wäre hat sich ja somit erledigt, oder? Denn wenn ich mich an den meisten Tagen einfach nur verkleidet vorkäme, wäre das ganz bestimmt nicht gut für mich. Und schlimmer noch, es ist ja nicht nur das Aussehen, es ist die Rollenerwartung, mit allem was da so dranhängt. Das habe ich jahrzehntelang mehr schlecht als recht zu erfüllen versucht, was alles andere als einfach war. Nee ... keinen einzigen Tag mehr will ich das so haben.Katja hat geschrieben: So 12. Apr 2020, 16:01 Beim Lesen deiner Zeilen fühle ich, dass du mit deinem Aussehen hinsichtlich der Femininität nicht zufrieden bist, obwohl du dich seit fast zwei Jahren einer Hormonersatztherapie unterwirfst. Hast du denn trotzdem das Gefühl, dass du auf dem richtigen Weg bist? Oder wäre gelegentliches Crossdressing für dich eine Alternative?
[...]
Ist es denn so wichtig, wie eine richtige Frau auszusehen? Femininität und Maskulinität schließen sich ja nicht aus. Jeder Mensch hat Anteile von beidem.
Und ja, es ist mir wichtig wie eine "richtige" Frau auszusehen. Ganz einfach aus dem Grund, weil es mir jedes Mal so weh tut, wenn ich falsch angesprochen werde. Als "er", als "der junge Mann", oder noch schlimmer als "der Herr". Das fühlt sich für mich so an, als wenn mir einer mit dem langen Messer direkt ins Herz sticht.
Und jetzt zu Helga:
Wenn ich das mal so überschlage wären das dann als "Alltagsfrau" über 10 Stunden die Woche. Das ist dann eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis: Ja ich könnte es machen, aber ist es mir das wert, von den etwa 16 Stunden "Wachzeit" pro Tag um die zehn Prozent nur damit zu verbringen, draußen auch als Frau durchzugehen? Jeden Tag? Wirklich jeden? Mir würden da so einige Sachen einfallen, auf die ich viel mehr Lust hätte. Und damit bin ich doch wieder beim ursprünglichen Thema: Ja mir ist es wichtig wie ich aussehe, aber es ist für mich nicht das Wichtigste im Leben.Helga hat geschrieben: So 12. Apr 2020, 21:31 ich habe nicht behauptet dass es keine Mühe macht, ich habe auch nicht behauptet dass es keine Zeit kostet. Ich bin völlig bei dir, dass eine Stunde länger im Badezimmer (damit komme ich bei weitem nicht hin) jeden Morgen auf die Dauer keine Option ist. Der Punkt war lediglich, daß jede TransX- interessierte Person egal ob gross, klein, dünn oder dick die Möglichkeit hat ein gutes Passing zu erreichen.
LG, Mirjam