Unter Kuratel
Unter Kuratel - # 2

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Olivia
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Re: Unter Kuratel

Post 16 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Wally,

Kompliment, das ist wirklich gut geschrieben, ich wäre sehr für eine Fortsetzung!!

Herzlichen Dank und liebe Grüße von Olivia
Rosi67
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Re: Unter Kuratel

Post 17 im Thema

Beitrag von Rosi67 »

Halo Wally,

ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung;
LG Rosi
Wally
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Re: Unter Kuratel

Post 18 im Thema

Beitrag von Wally »

Hallo CrossdresserInnen :-) ,

Euer überschwängliches Lob für meine Geschichte macht mich ein bißchen verlegen - und natürlich auch stolz. Selbstverständlich haben mich schon die ersten, ermutigenden Antworten dazu animiert, mich an einen zweiten Teil zu setzen, den ich Euch hiermit nun präsentieren kann.
Der "Cliffhanger" am Ende dieses zweiten Teils deutet es schon an: es wird auch danach weiter gehen. Das Gerüst, das mittlerweile in meinem Kopf entstanden ist, sieht noch zwei weitere, ausführliche Kapitel und ein fünftes, kürzeres, abschließendes vor. Aber lasst mir dafür, bitte, angemessen Zeit: ich habe mir selber bewußt einen hohen Qualitätsanspruch gesetzt, auch die weiteren Kapitel sollen gegenüber dem - offenbar gut gelungenen - ersten Teil möglichst nicht abfallen. Manches fliegt mir zwar einfach so zu, aber um manche anderen Wendungen muß ich lange ringen und an jedem einzelnen Wort feilen. Das ist dann harte Arbeit, die mir zwar auch viel Freude bereitet - sonst täte ich's nicht -, aber vor allem anderen bedeutet es Zeitaufwand.
Dann also viel Spaß bei der weiteren Lektüre!

Herzliche Grüße
Wally

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Unter Kuratel
Teil 2

So liebevoll von Susanne mit deren seidenem rosa Nachthemd in mein Prinzessinnen-Bettchen geschickt, war ich alsbald selig eingeschlummert und hatte nach all den Aufregungen geschlafen wie ein Murmeltier. Nur ganz kurz war mir in irgendeinem wirren Traum Maren die Spröde erschienen, Maren die Glutäugige: in kurzer Lederhose, die Daumen in die Hosenträger gehakt, steppte sie auf einer provisorisch im Freien aufgebauten Holzbühne zu einem von einer Blasmusik-Kapelle dargebotenen Schuhplattler. Bizarres zu Bizarrem...

Nun war Montag morgen; der Schulalltag holte mich wieder ein. Erholsam ausgeschlafen duschte ich kurz, fuhr in meine gewohnten Klamotten, kontrollierte den korrekten Inhalt meiner Schulmappe und setzte mich in die Küche, um mein Morgenmüsli zu löffeln. Susanne leistete mir Gesellschaft: noch im Morgenmantel, etwas schläfrig und wortkarg - offenbar hatte sie nicht so gut geschlafen wie ich -, saß sie mir mit frei fallender, blonder Haarpracht und einem Becher Milchkaffee in der Hand an dem trauten, kleinen Tisch in der Küche gegenüber; sie gab mir ein paar Tips zu der für mich noch fremden Busverbindung und verabschiedete mich dann an der Wohnungstür mit einem Küsschen auf die Wange. Der neue Schulweg erwies sich als problemlos, der Unterricht war "business as usual": eine langweilige Deutschstunde - es ging um Grammatik und irgendwelche mittelhochdeutschen Minnesänger, zwei anstrengend-stressige Stunden Mathematik mit Kurvendiskussion und geometrischen Ableitungen, dann eine Französischstunde - dank der schon sehr alten, aber trotzdem sehr charmanten Lehrerin eine willkommene, erholsame Abwechslung; zuletzt noch eine öde Geschichtsstunde über irgendwelche französischen und englischen Könige, die sich in kaum mehr als den mühsam auswendig zu lernenden Jahreszahlen ihrer Regentschaft voneinander zu unterscheiden schienen. Dazwischen Pausen mit teils groben, halbstark herumlärmenden, teils still verschüchterten, introvertierten Schulkameraden um mich herum, zu welch letzteren ich mich selbst eindeutig zu zählen hatte.

Der Rückweg in warmer Frühlingssonne zu meinem neuen Interims-Zuhause erschien mir wie die Rückkehr in ein verlorenes Paradies: die heitere Ruhe der gepflegten, dörflichen Umgebung, Susannes liebevolles Lächeln, als sie mir öffnete, die gemütliche Wohnung und mein "Mädchenzimmer" darin, in dem schon jetzt nur noch ein ganz kleiner Teil von mir sich eingeengt und eingeschüchtert fühlte, während eine bisher eher verschämt versteckte, aber kontinuierlich wachsende Seite in mir darin befreit aufatmete und sich wonnevoll entfaltete. All das ließ mir das Herz aufgehen.

Susanne war nun wieder ganz die seriöse, gepflegte Junglehrerin: in dunklem, knielangem Rock und einer hübschen, kurzärmeligen, dezent gestreiften Bluse, die das lichtkühle Graublau ihrer schönen, klaren Augen widerspiegelte, das prächtige, blonde Haar kunstvoll hochgesteckt. "Na, dann mach dich erst mal frisch; in ein paar Minuten ist auch das Essen fertig. Ich hab für uns draußen auf dem Balkon den Tisch gedeckt - wenn wir schon mal so herrliches Wetter haben!"

"Frisch machen" sollte ich mich? Was meinte sie damit? In meiner von zuhause gewohnten Routine bedeutete mittägliches "sich frisch machen" allenfalls, dass man sich vor dem Essen die Hände wusch. Ich ging in mein Zimmer, legte die Schultasche in eine Ecke und sah mich um. Das Bett - ich hatte mich entschlossen, es während meines Aufenthalts permanent als solches stehen zu lassen, in der zur Chaiselongue umgebauten Form brauchte ich es nicht - hatte Susanne in meiner Abwesenheit liebevoll akkurat für mich gerichtet; ihr seidenes rosa Nachthemd, in dem ich mich am Vorabend erst etwas verschämt und dann doch so wohlig-glückselig in mein Prinzessinnenbettchen gekuschelt hatte, lag fein ordentlich zusammengelegt wieder für mich bereit auf dem sorgfältig aufgeschüttelten und geglätteten Kopfkissen. Ich war gerührt angesichts dieser liebevollen Fürsorge.

Auch auf dem Fußende des Betts war etwas für mich bereitgelegt: da lag ein frischer, hautfarbener Büstenhalter - nicht derselbe, aber ähnlich dem, den mir Susanne gestern so überraschend von Brust zu Brust buchstäblich ans Herz gelegt hatte. Und daneben, ebenso blütenfrisch aus ihrem Schrank, ein ebenfalls hautfarbenes, elastisches Miederhöschen, taillenhoch, mit geradem Beinabschluß und einem neckischen Schleifchen am Bund.

Ich spürte, wie mir gleichzeitig heiße Schamröte in die Wangen und ein wohliges Kribbeln in Schultern und Lenden schoss: nun war klar, was meine bezaubernde Gastgeberin damit gemeint hatte, ich solle mich frisch machen. Den Ausdruck "mein liebes Mädchen", den sie gestern abend anläßlich ihres zärtlich-keuschen Gutenacht-Kusses gebraucht hatte, meinte sie offenbar bemerkenswert konkret, wörtlich und konsequent... In etwas genierlich-verunsichertem, aber auch euphorisch erregtem Gehorsam nahm ich die delikaten Sachen, ging damit ins Bad, duschte mich und genoss den Wechsel in Susannes schrankfrische, mich sanft-pikant umschmeichelnde, weibliche Unterwäsche. Ich gönnte mir für darüber noch ein frisches Hemd zur Hose und ein Paar frische Socken an die Füße und begab mich so - rundherum wohlig erfrischt und verstohlen, fremdartig erregt - zu Tisch.

Es gab ein einfaches, aber sehr leckeres Omelett mit frischen Kräutern, und als Nachtisch Vanillepudding mit Himbeersirup. Susanne stellte mir ein paar einfühlsame Fragen zu meinem Schultag, ich erzählte in knappen Worten davon. Das war für mich jetzt schon wieder so weit weg, eine komplett andere Welt...

Nach einer kleinen Pause, in der wir uns beide genüßlich in der Sonne räkelten, fragte mich Susanne, mit einem verschwörerischen Blitzen in den Augen: "Hast du die Sachen angezogen?" Mein schüchternes Nicken war eigentlich überflüssig: das prompte Erröten meiner Wangen auf diese Frage war schon Antwort genug. "Die Sachen" drängten sich mir sofort wieder ins Bewußtsein, mit ihrem beständigen, sanft-lasziven, gleichmäßigen Zug und Druck auf verschwiegene, spezifisch weibliche Körperregionen. Es war heute anders, sanfter als gestern, als Susanne ihre haltende, schützende, formende Intimhülle - die eigenen Brüste schutzlos preisgebend - meinem überraschten, aufgewühlten, verzückten Leib hatte angedeihen lassen. Heute war es eher ein Gefühl stiller, weiblicher Solidarität, heimlicher Verschwörung, ein süßes, gemeinsames Geheimnis: verdeckt unter dem unschuldigen Alltagskleid dieselbe, delikate Wäsche zu tragen und voneinander zu wissen.

"Schade, dass man es nicht sieht." Halb scherzhaft zog Susanne einen kleinen Schmollmund. "So hast du deinen Spaß - und ich gehe leer aus." "Soll ich die Sachen über der Hose und über dem Hemd tragen?" gab ich scherzend den Ball zurück. Susanne lachte hell auf. "Unterm Strich nützt das doch auch nix. Dann habe zwar ich meinen Spaß, aber du wiederum nicht!" Das war ein schlagendes Argument, dem ich nichts mehr entgegen setzen konnte und wollte. --- Nach ein paar Minuten heiter entspannter Stille stand Susanne plötzlich, wie einer inneren Eingebung folgend, auf und machte sich irgendwo in der Wohnung zu schaffen, suchte wohl nach irgend etwas. Es dauerte geraume Zeit, bis plötzlich ein triumphierendes "Ja!!" von drinnen ertönte und meine holde Cousine mit einem rosa Samtbeutel in der Hand wieder auf dem Balkon erschien.

"Wußte ich"˜s doch, dass die Dinger noch in irgendeiner Ecke meines Schranks liegen mußten! Eine liebe Freundin, die leider gefehlt hat, als Gott den Busen verteilte, hat sie mir mal aufgedrängt, nachdem sie diesen Mangel vom Schönheitschirurgen hatte beheben lassen. Weiß der Himmel, was sie sich dabei gedacht hat, die ausgerechnet mir zu übereignen... Wahrscheinlich gar nichts; wahrscheinlich hat sie sich bloß geniert, die Dinger eigenhändig in den Abfall zu werfen, weil sie wohl ursprünglich mal sündteuer waren. Und ich habe sie dann aus Pietät nicht weggeworfen." Susanne faßte in den Beutel und legte zwei große, oval-runde, hautfarbene, schwabbelig-weiche, an der Rückseite leicht konkave Gegenstände auf den Tisch: Brustprothesen aus Silikon. Noch bevor ich dazu kam, sie genauer zu inspizieren, öffnete sie - nach einem schnellen Kontrollblick rundum, ob man uns womöglich beobachtete - die obersten zwei Knöpfe meines Hemds und schob mir die zwei ominösen Teile in die Körbchen meines BHs.

Prickelnde Schauer liefen mir über Schultern und Rücken, als Susanne, hinter mir stehend, meine mir so unversehens zugewachsenen Titten prüfend in beide Hände nahm, sie wog und knetete, ihre Form, ihre Weichheit, ihre Schwere und Beweglichkeit testete - und anschließend, zum Vergleich, mit ihren eigenen Brüsten unter ihrer züchtigen, hellgrauen Lehrerinnen-Bluse ganz genauso verfuhr. "Donnerwetterchen," nickte sie anerkennend, "das fühlt sich ja richtig echt an, das hätte ich gar nicht für möglich gehalten. Bloß kalt sind sie noch, brrrr... Aber das wird sich wohl schnell ändern."

In der Tat: die Einlagen waren im ersten Moment unangenehm kalt auf der Haut. Aber sie legten sich mir schön großflächig, glatt und weich an die Brust und übertrugen dabei sogar den sanften Druck von Susannes prüfenden Händen beinahe so, als ob sie unmittelbar meine Haut darunter angefaßt hätte. Als ich dann selber mit meinen eigenen Händen prüfend und erforschend darüber strich, die neu erworbenen Formen wog und streichelte und knetete, war ich restlos fasziniert und begeistert von ihrer organischen, lebensechten Rundheit und Weichheit, von ihrer Schwere und ihrem lasziven Nachschwingen in den Körbchen des BHs, von dem drall weichen Hervorstehen der dezent angedeuteten Mamillen. Das alles fühlte sich gar nicht mehr wie eine künstlich eingebrachte Füllung der BH-Körbchen an: schon nach wenigen Minuten vermittelten mir die beiden Prothesen - zumal sie nun langsam auch die Temperatur meines Körpers anzunehmen begannen - die Illusion, sie seien echte, gewachsene, lebendige Bestandteile meines Körpers: meine Brüste.

Ich stand auf, um mich in meinem Zimmer vor dem Spiegel zu betrachten: mein weites Herrenhemd wölbte sich links und rechts deutlich, aber sehr harmonisch rund aus. Erstaunlicherweise erschien mir das nicht fremd, ganz im Gegenteil: es war mir, als ob da vorher immer schon etwas gefehlt hätte und nun - endlich, endlich - das Bild meiner Person sich vervollständigte.

Susanne war mir nachgekommen; unmittelbar hinter mir stehend betrachtete auch sie über meine Schulter hinweg mein Spiegelbild. Halb scherzhaft, mit schüchternem Stolz wies ich darauf hin, dass sie nun ja wunschgemäß mein unter dem Hemd verstecktes, süßes, mit ihr geteiltes Geheimnis sehen könne. "Und sogar fühlen!" fügte sie lächelnd hinzu und griff mir - diesmal nicht kritisch prüfend, sondern genießerisch, zärtlich, wollüstig mit halb geschlossenen Augen, ihren ganzen, weichen Körper von hinten an mich schmiegend - erneut mit beiden Händen an die Brüste. Und dann drückte sie mir - ihre Hände immer noch an meinem Busen - einen langen, innigen, saugend spielenden Zungenkuss in den Nacken, ein bißchen seitlich, unter und hinter dem rechten Ohrläppchen. Ich stand wie vom Donner gerührt und wollte mich nie, nie, nie mehr herausbegeben aus diesem vom Blitzlicht des Lebens festgehaltenen Augenblick absoluten Glücks.

"Nun aber Schluss mit dem Lotterleben, wir beide haben heute noch eine Menge zu tun." Das war zweifellos richtig: ich hatte meine Hausaufgaben zu machen, und Susanne brauchte sicherlich auch Zeit für die Vor- und Nachbereitung ihres Schulunterrichts. Ich holte mir meine Schultasche auf den sonnigen Balkon und machte mich an die ungeliebte Arbeit, während Susanne sich teils an ihren Sekretär setzte, teils irgendwelche Unterlagen - Blätter, Papierschnipsel, Zeichnungen - über den Wohnzimmertisch und die Couch verteilte. Manchmal sang sie dabei leise - und unterbrach gelegentlich kurz ihre Arbeit, um mir ein Glas Cola oder einen Teller Obst heraus zu bringen und mir in beiläufiger Zärtlichkeit den Nacken zu streicheln: wie zufällig über genau der Stelle, an der sich mir die selig-innige Erinnerung an ihren Kuss - unauslöschbar wie ein Tattoo - in die Nervenbahnen eingebrannt hatte.

Die heitere, euphorische, erotisch knisternde Atmosphäre und die neuerdings beständig sanft, voll und warm unter meinem Hemd ruhenden, weichen, bereits organisch zu mir gehörigen Rundungen verwandelten mich allmählich, machten aus mir einen gänzlich anderen Menschen, auch einen anderen Schüler. Oder sollte ich schon sagen: eine Schülerin? Nicht, dass ich deshalb schneller mit meinen Hausarbeiten fertig geworden wäre; aber ich erledigte sie mit mehr Freude, mehr Sorgfalt, mehr Hingabe - und entsprechend besseren Ergebnissen.

So bildete sich im weiteren Verlauf dieser ersten Woche ein ganz neuer Alltag für mich heraus: morgens ausgeruht aus meinem Prinzessinnen-Bettchen und dem kuschelig-zarten, rosa Nachthemd schlüpfend, begab ich mich eher widerwillig zurück in den rauhen, groben Jungen-Alltag des Schulbetriebs, ließ das alles den ganzen Vormittag über mich ergehen und fügte mich im Großen und Ganzen darein, wenn auch mein Interesse und meine Aufmerksamkeit für den Unterricht mitunter zu wünschen übrig ließen. Allzu oft ertappte ich mich dabei, dass mir weit hinter den toten Augen irgendeiner im Geschichtsbuch abgebildeten, angeblich bedeutsamen Person ein für mich so unendlich viel mehr bedeutendes Paar klarer, graublauer, schelmisch lächelnder Augen erschien, oder hinter dem mathematisch zu diskutierenden Graphen einer Funktion von x hoch 4 zwei ebenso sanftrund symmetrisch hängende, lieblich warmweiche Wölbungen... Aber im Wesentlichen und mit einiger Mühe gelang es mir doch auch jetzt noch, dem Unterricht mit halbwegs hinreichender Konzentration zu folgen, und meine neuerlich merkbar ausführlichere, sorgfältigere Art der häuslichen Vor- und Nachbereitung tat ein Übriges.

Mittags genoss ich dann befreit die Rückkehr in meine still beschauliche Prinzessinnen-Klausur, in mein kleines, hermetisch abgeschlossenes, weibliches Paradies unter Susannes liebevoll sanfter Regentschaft. Das "Frischmachen" vor dem Mittagessen wurde zum festgefügten, den Wechsel in die neue, andere Rolle einleitenden und besiegelnden Ritual, freilich tagtäglich ergänzt und perfektioniert durch immer wieder neue, weitere, aufregende, die Metamorphose intensivierende Details. Zu der mittlerweile obligatorischen, weiblichen Unterwäsche, die Susanne für mich wohl jeweils möglichst ähnlich der von ihr selbst getragenen auswählte - mal keusch weiß und "funktionell", mal unauffällig hautfarben, mal kindlich bunt verspielt, mal hauchzart und sexy - und den ebenso obligatorischen, die BH-Körbchen drall, rund und schwer füllenden, alsbald schon als mein Ureigenes wahrgenommenen Brüsten kam mal eine körpernah geschnittene, den Busen plastisch herausstellende, weiße Rüschenbluse dazu, dann eine zarte Nylonstrumpfhose samt halbhohen Sandalen aus Susannes reichhaltigem Schuhregal, dann ein schlichter, knielanger Rock. Es erwies sich als großes Glück, dass wir zu diesem Zeitpunkt - ich selbst war ja noch jugendlich schmal - tatsächlich eine bis ins Detail reichend ähnliche Statur hatten: was Susanne paßte, konnte - bis auf nur sehr wenige Ausnahmen - problemlos auch ich tragen. Erst viele Jahre später gestand mir Susanne in einer stillen Stunde, dass sie in jenen Wochen klammheimlich, mit diebischem Vergnügen an unserem pikanten, gemeinsamen Spiel, ihre Garderobe und Wäsche durch ausgedehnte Zukäufe - für sich selbst wie für mich - schon fast exzessiv erweitert und ihr noch nicht allzu üppiges Junglehrerinnen-Konto dafür so ziemlich leergeräumt hatte.


Meine erste Schulwoche unter Susannes delikater Vormundschaft war zu Ende gegangen, das Wochenende stand bevor. Nachdem sich das Wetter die letzten Tage vorübergehend etwas eingetrübt hatte, schien die Sonne an diesem Samstagmorgen um so strahlender und versprach einen erstmals frühsommerlich warmen, zu ausgedehnten Unternehmungen im Freien einladenden Tag.

Da ich nicht zur Schule mußte, erübrigte sich das mittägliche Ritual des "Frischmachens". Susanne hatte die mir für diesen Tag zugedachte Kleidung stattdessen schon früh morgens im Bad bereitgelegt: einen elastisch-weichen, hautfarbenen BH, ein straffes, weißes Miederhöschen und - mir stockte der Atem, als ich es sah - ein sehr jungmädchenhaft, unschuldig-sexy wirkendes, gänzlich ärmelloses, schulterfreies, vom züchtig hochgeschlossenen Hals bis zur Taille hinunter hauteng elastisches, rotes Sommerkleidchen, das unten in einem noch nicht mal knielangen, weichen Plisseerock endete. Sonst nichts. Passende Sandälchen - das wußte ich - würden sich in Susannes Schuhschrank finden...

Ich schlüpfte in die nun schon fast gewohnte, gleichwohl im Moment des Anziehens noch immer ein wohlig-genierliches Kribbeln verursachende, weibliche Unterwäsche mitsamt den lasziv schweren, weichen, im Zuge des Warmwerdens sich in mein Körpergefühl nahtlos integrierenden, als mein eigen empfundenen Brüsten. Das Kleidchen anzuziehen erwies sich als nicht ganz einfach: der hakelige Rückenreißverschluss war schwer zu erreichen, und um das wirklich knalleng sitzende, nur mäßig elastische Oberteil überhaupt schließen zu können, mußte ich forciert ausatmen und den Bauch einziehen. Nach einiger Mühe gelang es, ich schlich mich auf leisen Zehen hinüber in mein Zimmer vor den großen Spiegel - und sah die Mühe von einem im wahrsten Sinn des Wortes atemberaubenden Ergebnis belohnt: die hinreißend sexy den Stoff des Oberteils in sanft natürlicher Form auswölbenden Brüste wurden von einer als Blickfänger mittig dazwischen prangenden, weißen Tüllrose verziert, die schmale Taille darunter (jeder deutlich erschwerte Atemzug ließ mich spüren, wie schmal sie tatsächlich war...) betonte noch zusätzlich den darunter sich ausbreitenden, von dem in Falten gelegten, weichen Plisseestoff ausgerundeten Bogen der Hüften. Meine noch jugendlich zart geformten, weiß und unschuldig aus schulterfreiem Top und kurzem Röckchen ragenden Arme und Beine kontrastierten aufs Köstlichste mit den schon üppig weiblich entwickelten, runden Formen des in frischfröhliches Rot eingehüllten Rumpfes.

Ungläubig zeichnete ich mit meinen Händen all die lockend delikaten Details dieses Körpers nach: was sich da vor mir so jungmädchenhaft offenherzig, verfühererisch-weiblich im Spiegel zeigte, das war doch tatsächlich ICH! Die fremdartig süßen, wohlig kribbelnden Schauer, die mich schon so häufig erfaßt hatten, seit ich hier bei Susanne wohnte, gingen mir diesmal in einer noch nicht erlebten Intensität durch Mark und Bein. Ich atmete einmal tief durch - soweit mein Kostüm das erlaubte - und wandte mich der Küche zu, in der ich Susanne schon seit geraumer Zeit werkeln hörte.

Auch Susanne war - in Erwartung eines sonnig warmen Tages - sehr luftig in einen kurzen, weißen Rock und ein hauchdünnes, seidig glänzendes, rosa Top mit Spaghetti-Trägern gehüllt, das mit dem Wechselspiel seiner im Licht irisierenden Reflexe die zarten Brüste mal lieblich betonend nachzeichnete und im nächsten Augenblick wieder geheimnisvoll verbarg - eine Augenweide für jegliches voyeuristisch gestimmte Gemüt beiderlei Geschlechts. Offenbar trug sie darunter - sehr entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit - keinen BH. Das blonde Haar hatte sie sich im Nacken zu einem kurzen, nur wenige Windungen fassenden, von einer Haarspange abgeschlossenen Zopf geflochten, aus dem die restliche Länge weich und üppig zwischen ihre Schultern herabfiel. Sie räumte gerade die letzte, frisch gespülte Tasse aus der Spülmaschine in den Schrank, sah mich und eilte mit aufblitzenden Augen auf mich zu. "Lass dich erst mal ansehen!" rief sie, hielt mich mit ausgestreckten Armen an den Schultern auf Abstand und betrachtete mich vom nachlässig gekämmten Scheitel bis zu den vorerst noch in Hauspantoffeln steckenden Füßen. "Ach, mein Engel," seufzte sie nach einer Weile und zog mich in eine herzlich innige Umarmung, "du siehst in dem Kleid so hinreissend süß aus!" Dann nahm sie vorsichtig zart meine linke Hand, verbeugte sich zu einem angedeuteten Handkuss und fragte in gestelztem Ton, scherzhaft einen werbenden Galan parodierend: "Das Frühstück ist bereitet. Darf ich Sie auf den Balkon geleiten, junge Dame?"

Ich fühlte mich nackt, als wir auf den Balkon hinaustraten - mehr als nackt: bloßgestellt, schutzlos, verletzbar. Im intimen, geschützten Rahmen der Wohnung hatte ich mich inzwischen daran gewöhnt, mich unter Susannes liebevoll aufmunterndem Blick, unter ihrer aktiven Mithilfe und Mitgestaltung meine ängstliche Scham wenigstens zeitweise beiseite zu schieben und mich der selig-süßen Illusion hinzugeben, all das Weiberzeug mache aus mir wirklich und tatsächlich eine Frau. Susannes Wohnung war für mich so etwas wie eine intime Privatbühne, in der ich mir - in Traumkostüme gekleidet, mit Susanne als einziger, dankbarer Zuschauerin - eine weibliche Traumwelt erschaffen konnte. Aber der Balkon war nicht so vollständig geschützt: im Prinzip war er - wenn auch nur aus einiger Entfernung - aus mehreren Richtungen einsehbar. So offenherzig, halbnackt und sexy wie gerade jetzt als junges Mädchen, im knappen, engen Sommerkleidchen, in solche Teilöffentlichkeit hinaus zu treten, machte mir eine Höllenangst; es kostete mich immense Überwindung, und nur unter vorsichtiger, vorheriger Vergewisserung, dass uns niemand beobachtete, wagte ich es schließlich. Das Wagnis wurde wiederum belohnt mit der euphorisch-süßen Illusion, nun tatsächlich frei in aller Offenheit und Öffentlichkeit, als Frau unter Frauen, im luftig-leichten Sommerkleidchen mit Susanne beim Frühstück zu sitzen und meinen jugendlich unschuldigen Körper seine verlockenden, weiblichen Reize freizügig aussenden zu lassen. Nicht auf dem Balkon saß ich an diesem Morgen mit Susanne beim Frühstück, sondern auf Wolke Nr. 7.

Aber was machte mir da bloß immer wieder so schreckliche, abgrundtiefe, bodenlose Angst? War es die Lächerlichkeit weiblicher Kleidung auf meinem Jünglingskörper, der Tunteneffekt, HUAHAHA, wie komisch? Ach, wäre es nur das gewesen... Kleidung ist etwas Äußerliches, ein Gegenstand, ein Ding: mag sie in Gottes Namen lächerlich sein, dann werfen wir dieses Ding eben weg oder verbrennen es, wählen andere Kleidung. Nein: es war die Bedeutung, die diese ganz spezielle Kleidung für mich tief in meinem Inneren hatte; das wurde mir in diesen schicksalhaften Tagen klar. Diese Kleidung symbolisierte und verkörperte in den tiefsten Tiefen meiner Seele Teile meiner selbst, Teile, die meine ureigenste Identität ausmachten, mein allertiefstes Ich; ohne diese Teile wäre ich ein Nichts, eine leere Hülle, ein totes Gerippe. Und je nackter, karger, unmittelbar auf den geschlechtlichen Kern ausgerichtet ein Kleidungsstück ist, je unpassender, skurriler, beschämender es somit auf dem Körper des anderen Geschlechts wirkt - um so nackter, schutzloser, verletzbarer gibt sich dahinter auch der zugehörige Teil der Seele zu erkennen. Wenn Susanne mich in all diese weiblichen Sachen steckte, mich darin bestätigte, mir darin Zuneigung und vielleicht? - vielleicht?? sogar ein Stückchen wirklicher, echter Liebe bezeugte, dann ging es doch im Grunde gar nicht um diese Kleidungsspielchen: ihre Liebe und Zuneigung galt dem nackten, bloßen, verletzlichen, trotz aller Angst sich ihr vertrauend öffnenden Menschen, den sie dahinter erkannt hatte, für den das zwar auch alles nur äußeres Symbol war - aber das ehrlichstmögliche, passendste, charakterisierendste Symbol, obwohl und gerade weil es äußerlich zum Körper nicht zu passen schien. Und würde mich jemand in eben diesem sexy Sommerkleidchen, in dem ich jetzt mit Susanne beim Frühstück in der Sonne saß, auslachen und verhöhnen - dann würde er damit nicht bloß ein albernes, "falsches" Stück Stoff der Lächerlichkeit preisgeben, sondern - vermutlich ohne es überhaupt zu wissen und zu wollen - meine so unmittelbar nackt und offen und schutzlos wie kaum je sonst dahinter stehende, zarte Seele töten. Daher diese abgrundtiefe, schauerliche, existenzielle Angst...

Wir waren schweigend beim Frühstück gesessen, jede von uns ihren eigenen Gedanken nachhängend. Die Euphorie hatte längst wieder jubilierend den Sieg über die Angst errungen, ich genoss diese schweigend einvernehmliche, intime Zweisamkeit und die frischkühle, den so luftig entblößten, freizügig ausgestellten Körper sanft umschmeichelnde Morgenluft in vollen Zügen.

Susanne stellte ihren halbvollen Kaffeebecher, aus dem sie gerade genippt hatte, vorsichtig wieder hin und strahlte mich an: "Es wäre doch eine Sünde, bei diesem herrlichen Wetter zuhause herum zu hocken. Lass uns ausgehen!"
Herzliche Grüße
Wally
Bibi Melina
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Re: Unter Kuratel

Post 19 im Thema

Beitrag von Bibi Melina »

Super geschrieben bin mal gespannt wies weiter geht

Mit lieben gruss die Hexemelina
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
Dunja
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Re: Unter Kuratel

Post 20 im Thema

Beitrag von Dunja »

Hallo Wally,

vielen Dank für diese Geschichte.
Ich hoffe Du Inspirierst mein (unser) Kopfkino mit weiteren Folgen.
Ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Fortsetzungen.

VlG Dunja
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst.
(Zitat aus dem Film "Plötzlich Prinzessin")
Theresa
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Re: Unter Kuratel

Post 21 im Thema

Beitrag von Theresa »

Hallo Wally,
das ist wundervoll und stilvoll beschrieben.
Unweigerlich springt das Kopfkino an und ich frage mich,: wie hätte ich mich in so einer Situation verhalten?
Als Kind der frühen 60er (61 geboren) muss ich sagen, ich hätte so etwas nie zulassen können.
Mit 18 meinte meine damalige Freundin, ich solle zu Karneval doch mal als Frau gehen. Selbst da habe ich mich erfolgreich gesträubt. Bis Theresa ans Tageslicht trat sollten noch Jahrzehnte vergehen.
So ein bisschen kann man in deiner Geschichte Versäumtes in der Fantasie nachholen.

Bitte weiter so.
Beachten sie folgenden Hinweis:
-Hä?-
Vielen dank für ihre Aufmerksamkeit
Thordis76
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Re: Unter Kuratel

Post 22 im Thema

Beitrag von Thordis76 »

Liebe Wally!

Auch den zweiten Teil deiner Erzählung habe ich "verschlungen". Dieses Mal muss ich noch hinzufügen, habe ich mich bei der Passage mit dem Hinausgehen auf den Balkon in deiner Beschreibung der Gefühlswelt eins zu eins wiedergefunden. Nochmal vielen Dank! Ich bleibe weiter gespannt...

LG, Thordis
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Eveline Cross
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Re: Unter Kuratel

Post 23 im Thema

Beitrag von Eveline Cross »

Wally hat geschrieben: Sa 4. Apr 2020, 15:27 Hallo CrossdresserInnen :-) ,

Euer überschwängliches Lob für meine Geschichte macht mich ein bißchen verlegen - und natürlich auch stolz. Selbstverständlich haben mich schon die ersten, ermutigenden Antworten dazu animiert, mich an einen zweiten Teil zu setzen, den ich Euch hiermit nun präsentieren kann.
Der "Cliffhanger" am Ende dieses zweiten Teils deutet es schon an: es wird auch danach weiter gehen. Das Gerüst, das mittlerweile in meinem Kopf entstanden ist, sieht noch zwei weitere, ausführliche Kapitel und ein fünftes, kürzeres, abschließendes vor. Aber lasst mir dafür, bitte, angemessen Zeit: ich habe mir selber bewußt einen hohen Qualitätsanspruch gesetzt, auch die weiteren Kapitel sollen gegenüber dem - offenbar gut gelungenen - ersten Teil möglichst nicht abfallen. Manches fliegt mir zwar einfach so zu, aber um manche anderen Wendungen muß ich lange ringen und an jedem einzelnen Wort feilen. Das ist dann harte Arbeit, die mir zwar auch viel Freude bereitet - sonst täte ich's nicht -, aber vor allem anderen bedeutet es Zeitaufwand.
Dann also viel Spaß bei der weiteren Lektüre!

Herzliche Grüße
Wally

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Whow, solch ein liebevolle und anregende Geschichte weiter zu schreiben ist wahrlich eine Kunst, die Du sehr gut beherrscht. Meine Gedanken spielen verrückt 😉😊Bitte um Fortsetzung🤗
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Re: Unter Kuratel

Post 24 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Eveline Cross hat geschrieben: Do 9. Apr 2020, 13:07 Whow, solch ein liebevolle und anregende Geschichte weiter zu schreiben ist wahrlich eine Kunst, die Du sehr gut beherrscht.
Das soll die Geschichte von Wally nicht schmälern, wenn ich jetzt die Frage stelle: warum zitierst Du ihren ganzen langen Text (habe ich aus Deinem Beitrag inzwischen erntfernt), den Du dann mit einer Zeile würdigst? (arg)

Gruß
Anne-Mette
Christiane
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Re: Unter Kuratel

Post 25 im Thema

Beitrag von Christiane »

Wally

Danke! (ki)
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Ramona_tv
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Re: Unter Kuratel

Post 26 im Thema

Beitrag von Ramona_tv »

sehr schön erzählt, Beifall!
Wally
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Re: Unter Kuratel

Post 27 im Thema

Beitrag von Wally »

Liebe CrossdresserInnen,

hier nun Teil 3 meiner Geschichte.
Viel Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße
Wally
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Unter Kuratel
Teil 3

"... Lass uns ausgehen!"

Mir blieb die Luft weg. Ich muß wohl erst so weiß wie das Tüllröschen auf meiner Brust und unmittelbar danach so rot geworden sein, dass Kopf und Hals vom Stoff meines Kleidchens nicht mehr unterscheidbar waren... Meinte Susanne das wirklich im Ernst? Im vollen Ernst? Ich sollte mich mit ihr so, wie ich jetzt war, auf die offene Straße hinaus begeben und unter den Blicken beliebiger, fremder Leute mitten durch den Ort flanieren? Als Junge, in einem knallroten Mädchenkleid, so provozierend kurz und eng und sexy geschnitten, dass es wohl selbst für das hübscheste Mädchen im Dorf eine heftige Mutprobe bedeutet hätte, sich in so etwas auf die Straße zu wagen?

"Was schaust du denn so entsetzt?" Susanne lächelte mich an - ein ruhiges, gelassenes, offenes Lächeln, aus dem so gar kein schelmisch-rettender Hinweis darauf zu entnehmen war, es könnte sich vielleicht doch noch um einen verspäteten Aprilscherz handeln. "Du meinst, du blamierst dich in dem Kleidchen? Du meinst, die Leute halten dich darin für einen verkleideten Jungen - für eine Tunte? Ach, mein Engelchen... Du hast ein so bildhübsches, weiches Gesicht - da ist es doch fast schon egal, ob das zu einem Jungen oder Mädchen gehört; man sieht es, und das Herz geht einem auf! Mit diesem Gesicht kannst du mit deiner Kleidung doch eigentlich gar nichts falsch machen - ob nun so oder andersrum."

Mir fiel ein, dass mich tatsächlich gelegentlich schon mal fremde Leute spontan für ein Mädchen gehalten hatten. Trotzdem... Schon bei der bloßen Vorstellung rutschte mir das Herz in die Hose - pardon - ins Höschen.

"Na komm," meinte Susanne einlenkend, "wir können ja sicherheitshalber noch was mit deinen Haaren machen, und dazu ein klein wenig Makeup, einen ganz dezenten Lidstrich mit dem Eyeliner, so dass man kaum sieht, dass da was gemalt ist. Wenn"™s dich beruhigt..."

Es beruhigte mich nicht; trotzdem ließ ich mich in ihr Zimmer und zu einem der Hockerchen vor dem großen Wandspiegel ziehen, wo Susanne meinen mehr aus einer pubertären Protesthaltung heraus denn aus ästhetischen Erwägungen halb lang bis auf die Schulter gewachsenen, dunkelblonden Haarschopf prüfend durch die Finger gleiten ließ. "Hm... Wir könnten es mal mit Zöpfchen probieren - ich glaube, das wird hübsch." Sie begann, auf jeder Seite fünf, sechs, sieben kleine, dünne Zöpfchen zu flechten, die sie mit je einem winzigen, farblich zum Kleid passenden, roten Schleifchen abschloss und dann zu kleinen Kringeln gelegt mit Haarspangen an meinen Schläfen feststeckte. Unter ihren geübten Händen nahm das Werk erstaunlich schnell Form an. Zum Abschluß toupierte sie mir noch einen oben in der Mitte nach hinten gekämmten, zum Hinterkopf breiter werdenden Haarschopf etwas hoch und ließ mir von dort auf beiden Seiten je eine dünnes, freches Haarsträhnchen vors Ohr fallen.

"Na - wie gefällst du dir?" Ich war völlig verdattert: Susannes Fantasiewerk hatte meinen Kopf grundlegend verändert. Aus dem Spiegel sah mich ein blutjunges, gerade erst zu verführerisch weiblichen Formen aufgeblühtes Mädchen an, dessen extravagant verspielte Haartracht einen reizvollen Kontrast zu dem in provozierender Einfachheit allein das Fleisch zur Schau stellenden Kleidchen bildete. "Jetzt noch den Eyeliner" ergänzte Susanne geschäftig, ohne eine Antwort abzuwarten. "Mach mal die Augen zu!" Mit hauchzarten, schnellen, kleinen Strichen malte sie mir vom Oberlid jeweils ein kleines Stückchen über den äußeren Augenwinkel hinaus, erst rechts, dann links.

"So, fertig du darfst wieder gucken. Wenn jetzt noch irgendjemand irgendwas an deiner Weiblichkeit zu beanstanden findet, dann will ich Susannosaurus Rex heißen!" Tatsächlich hatte der Lidstrich meinen Gesichtsausdruck nochmal deutlich verändert: kaum noch zu mehr Weiblichkeit, das war schon angesichts Susannes Haarkunstwerk kaum noch möglich. Aber ein Hauch von Exotik, ein ganz leicht asiatischer Einschlag spielte jetzt um meine Augen, die mich spontan an die junge Audrey Hepburn in "Krieg und Frieden" erinnerten. Und man mußte tatsächlich zweimal hinsehen, um überhaupt zu bemerken, dass diese Exotik gemalt, nicht gewachsen war...

"Jetzt noch die Schuhe. Ich denke, du nimmst am besten die hier, die haben ein bißchen Absatz für einen schönen Hüftschwung beim Gehen. Höhere wohl besser nicht, noch so ganz ohne Übung...". Susanne gab mir ein Paar zierliche, weiße Sandaletten mit nur wenige Zentimeter hohem, aber sehr schmalem Stiftabsatz. Noch bevor ich sie mir an die Füße schnallen konnte, kam ihr noch eine weitere Idee: "Was würdest du davon halten, dass ich dir die Zehennägel schön tiefrosa lackiere? Das gäbe dem Ganzen doch noch so ein bißchen Pfiff, das Pünktchen auf dem "˜i"™ - auf die Viertelstunde kommt"™s jetzt auch nicht mehr an. Es läuft uns ja nichts davon."

Ich nahm das Angebot dankbar an - weniger wegen der lackierten Zehennägel, die mir reichlich nebensächlich erschienen, als um des Zeitgewinns willen: diese "Nagelprobe" auf meine eben erst neu entdeckte, noch so unsichere, unerfahrene, voll hoffnungsvoller Selbstzweifel steckende Weiblichkeit noch ein gnädiges Viertelstündchen hinauszuzögern, nochmal ein wenig die flatternden Nerven zu beruhigen vor der unbarmherzigen Konfrontation mit der Realität der Außenwelt - würde, könnte ich davor bestehen? "Sein oder nicht Sein", das war hier die Frage.

"Ich geb"™s ja zu: das ist schon provokant," plauderte Susanne jovial, mir gegenüber sitzend und ruhig zärtlich meinen nackten, linken Fuß mit der Hand an der Sohle umfassend, um mit der anderen Hand mit schnellen, geübten Strichen den von ihr ausgewählten Lack auf meine Zehennägel aufzutragen. "Ich selber laufe ja sonst auch nicht so aufreizend herum wie heute, in diesem exhibitionistischen Nichts von einem rosa Top, ohne was drunter. Aber das macht doch gerade den prickelnden Reiz aus, in diesen ersten, richtig warmen Frühlingstagen, wenn die Säfte gären..." Da war er wieder, der Schalk in Susannes Augenwinkeln, den ich so liebte. "Jaja, ich weiß schon auch, wie ich auf mich aufmerksam machen kann - auch wenn es für mich dabei aktuell um nichts weiter geht als um das bloße Spiel an sich. Aber ich fürchte, diesmal wirst du mir den Rang ablaufen, du wirst mir die Show stehlen. Gegen die urwüchsig frische Erotik einer 15-Jährigen komme ich mit meinen 25 Jahren schon nicht mehr an, trotz aller Raffinesse."

Sie sagte das ernsthaft, ohne jeglichen Neid, mit der Souveränität einer Frau, die das uralte, immer wieder neue, immer wieder strahlende Sieger und gebrochene, am Leben verzweifelnde Verlierer zeitigende Spiel längst für sich persönlich gewonnen hatte. Geduldig nahm sie auch meinen rechten Fuß, mit derselben ruhig-zärtlichen Sorgfalt, um auf dessen Zehennägel den Lack aufzutragen - und wartete mit mir, gelassen lächelnd auf ihrem Hocker sitzend, auf das Trocknen des intensiv duftenden Lacks. War es die Nebensächlichkeit des Lacks auf meinen Zehennägeln - oder Susannes gelassene Erläuterung, die mich nun doch endlich so etwas wie Zuversicht und Mut schöpfen ließ? Nachdem ich in die Schuhe geschlüpft war, holte ich nochmal tief Luft: ein ganzer Schwarm Schmetterlinge flatterte unter meiner eingeschnürten Bauchdecke herum, da rumorte schon immer noch die Angst; aber gleichzeitig erfaßte mich jetzt eine unbändige Lust, eine Begierde, eine Ungeduld, mich Hals über Kopf in dieses aufregende, beängstigende, betörende Abenteuer zu stürzen.

"Bist du bereit? Wollen wir"™s probieren?" "Ja."


Schon die Treppe zum Erdgeschoß hinunter erwies sich als Herausforderung: mit den ungewohnten, schmalen Absätzen lief ich ständig Gefahr, umzuknicken; auf jeder einzelnen Treppenstufe mußte ich mich immer wieder von neuem zwingen, die Zehenspitzen nach unten zu strecken, um nicht nur kippelig auf dem Stiftabsatz zu stehen. Unsicher suchte ich mit der Hand Halt am Treppengeländer und wunderte mich sehr über Susanne, die mit ihren deutlich höheren Absätzen flink, elegant und traumhaft sicher da hinunter tippelte. Im ebenen Flur ging es dann etwas besser; ich beeilte mich, Susanne hinterher zu stöckeln. Sie hatte sich umgedreht, um auf mich zu warten, und machte eine dämpfende Handbewegung: "Laaangsam - und mach kleine Schritte! Halb so große! Es kommt überhaupt nicht darauf an, vom Fleck zu kommen, sondern nur darauf, elegant auszusehen... Und vergiß nicht, charmant zu lächeln! Möglichst oft, am besten ständig!"

Oh, oh... Wie machte man das: charmant lächeln? Das hätte ich wohl besser drinnen mal vor dem Spiegel geübt! Für einen kurzen Moment mochte es mir sogar gelingen; aber schon nach wenigen Sekunden gefror mir dieses anlasslose Lächeln spürbar zu einem gequälten Dauergrinsen. War das der Unterschied zwischen "weiblich" und "dämlich"? Und waren meine Tippelschritte jetzt auch kurz und langsam genug?

Susanne kicherte, als ich bei ihr ankam: "Das üben wir noch ein bißchen." Sie faßte mich sanft um die Taille und gab den Takt an: ein Schrittchen links, ein Schrittchen rechts, möglichst mit dem Fußballen zuerst aufkommen, damit auch die Hüfte bei jeder Gewichtsverlagerung schön mitschwingt. Ich spürte, wie sich unsere Hüften beim Gehen im Gleichtakt bewegten, wie bei jedem Doppel-"Klack" unserer Absätze auf den Fliesen meine Brüste in dem elastischen BH ein wenig nachzitterten; und im Augenwinkel sah ich, wie Susannes verführerische Weichheiten unter ihrem hauchdünnen Top im selben Takt, aber - ohne den Halt eines BHs - deutlich freier als die meinen mithüpften und lasziv zitterten. Der Rock meines Kleidchens schwang mir um die Beine; ich spürte einen leisen, kühlen Luftzug um meine nackten Oberschenkel fächeln. Es sah nicht nur schön aus, es war schön - ein wahrer Hochgenuss, so als Frau zu gehen, sich bei jedem Schritt als Frau zu spüren - Frau zu sein!

An der Haustür angelangt, zog Susanne mich erst nochmal mit einem zärtlichen, verschwörerisch zwinkernden Lächeln eng an sich, bevor sie mich aus dem Griff um meine Taille entließ. Wir traten hinaus auf die Straße. Jetzt galt es! Unsicher suchte ich nach Susannes Hand; ganz leicht und locker an den Fingern gefaßt hielten wir einander und tippelten graziös im Gleichschritt auf dem breiten Gehweh die verkehrsberuhigte Dorfstraße hinunter: Klack-Klack, Klack-Klack, Klack-Klack...

Zum ersten Mal wurde mir plastisch klar, was der Ausdruck "jemandem den Kopf verdrehen" bedeutet: unglaublich viele (fast alle?) Männer - und sogar etliche Frauen - drehten die Köpfe nach uns, unterbrachen ihr untereinander geführtes Gespräch und verfolgten uns mit ihren Blicken. Da wurde knapp hinter uns manches leise "Wow!" hörbar, und sogar der eine oder andere Pfiff gellte hinter uns her. Susanne quittierte es mit einem genüsslichen Lächeln. "Ich habe noch nie verstanden, warum sich manche Frauen darüber so aufregen. Obwohl es für mich als Lesbe ja eindeutig noch weniger praktischen Nutzwert hat als für andere Frauen, ist es doch nichts anderes als ein dickes, in aller Öffentlichkeit ausgesprochenes Kompliment! Mir würde ganz entschieden etwas fehlen, wenn mir noch nie jemand nachgepfiffen hätte. Ich hege den leisen Verdacht, dass das für diejenigen, die es so moralinsauer verurteilen, einfach zu hoch hängt - wie die angeblich sauren Trauben für den Fuchs." Und dann schärfte sie mir gleich noch vorsorglich ein: "Pass aber auf, dass du keinem Mann in die Augen schaust - es sei denn, du legst es ganz bewußt darauf an, mit ihm anzubandeln. Wenn du Blickkontakt aufnimmst, fühlen sich manche Männer zu aggressiver Anmache ermutigt. Im Gegensatz zu den Pfiffen kann das dann wirklich SEHR lästig werden."

Dankbar beherzigte ich die Warnung: aufdringliche Anmache von irgendwelchen, schmierigen Typen, die dann wie die Kletten an mir hängen würden, war nun wirklich das letzte, was ich mir wünschte. Also begnügte ich mich damit, aus den Augenwinkeln - mit etwas Übung gelang das erstaunlich gut - zu beobachten, wie mich all die männlichen Blicke trafen: erst ins Gesicht, dann - da das Gesehene offenbar gefiel - länger verweilend, sehnsüchtig, gierig auf meine Brüste, dann auf die vom Plisseeröckchen ausgerundeten Hüften und die weißen Schenkel. "Wenn die wüßten..." dachte ich bei mir und mußte unwillkürlich grinsen. Aber immerhin fühlte es sich für mich mindestens genauso gut an, wie es für die Männer aussah - auch wenn das alles leider nur Mimikry war: eine - wenn auch sehr hübsche - Mogelpackung.

Nur einen schon etwas älteren, unscheinbaren Mann, der mich - von seiner ebenso unscheinbaren, mich eher kritisch mißbilligend musternden Frau begleitet - mit sehnsüchtig versonnenem Gesichtsausdruck betrachtete, belohnte ich mit einem kurzen Augenkontakt und einem zarten, fast nur angedeuteten Lächeln. In dieser Situation schien mir das unverfänglich und ungefährlich zu sein, ein übermütiges, kleines Experiment ohne jeden Hintergedanken; um so mehr war ich verblüfft und konsterniert darüber, wie sehr sich das Gesicht des Mannes unter dieser Interaktion plötzlich selig verklärte, während die Blicke der Frau sich zu geradezu giftiger Schärfe verhärteten. Ganze Seelendramen mochten sich da wohl abspielen, ausgelöst nur durch einen beiläufigen Blick und ein ganz kleines, unschuldiges Lächeln... Erstmals machte ich mir einen scheuen Begriff von der ungeheuren Macht, die die Natur einem hübschen, jungen Mädchen über gestandene Männer verlieh.

Beim beiläufigen Vergleich der männlichen Blicke, die auf mich und auf Susanne trafen, mußte ich feststellen, dass sie unsere Konkurrenz durchaus richtig eingeschätzt hatte: zwar zog schon auch sie sehr viele Blicke auf sich - aber doch deutlich weniger als meine jugendliche Teenager-Gestalt. Freilich war sie als hoch gewachsene, wohlgeformte Blondine mit ihrem sympathisch einnehmenden, runden Gesicht und dem klaren Blick ihrer schönen, graublauen Augen ein unwiderstehlicher Magnet für sehnsüchtige Männerblicke, zumal heute auch noch mit unterm Seiden-Top frei schwingenden Brüsten, deren zarte, dralle Knospen sich keck durch den hauchdünnen Stoff drückten. Mit ihren 25 Jahren war sie ja alles andere als alt, sie stand mitten in der prachtvollsten Blüte ihrer Weiblichkeit. Und doch: so, wie ich da Hand in Hand neben ihr flanierte, war ich einfach nochmal zehn Jahre jünger. Allein das war Trumpf... Sie nahm es mit gelassenem Gleichmut.

Eine komplett neue Welt tat sich mir gegenüber Frauen auf: deren Blicken mußte ich ja nicht ausweichen, da drohte keine Gefahr. Und da ihnen von mir ebenfalls keine unmittelbare Gefahr zu drohen schien (eine indirekte als potenzielle Konkurrentin dagegen sehr wohl), wichen sie auch ihrerseits nicht - wie ich es sonst immer gewöhnt war - meinen Blicken aus, im Gegenteil: viel mehr, als ich es als Mann unter Männern, als Junge unter Jungen kannte, trafen sich jetzt die Blicke als Frau unter Frauen nicht nur zufällig, beiläufig vorbeistreifend, sondern mit Interesse und Kommunikation, eine Art stummes Gespräch, ein Smalltalk mit den Augen. Es war, als ob ich mich plötzlich gar nicht mehr in anonymer Öffentlichkeit bewegte, sondern in einer Gesellschaft, in der man einander zumindest schon mal gesehen hatte, in der es irgendetwas für alle Verbindendes, zum zwanglosen Gespräch Einladendes gab.

Die Blicke, die mich da trafen, waren freizügiger, aufgeschlossener, mehr zu spontanem Gespräch ermunternd, als ich es als Mann kannte - freilich trotzdem nicht unbedingt freundlicher. Wohl auch meiner provokanten Aufmachung geschuldet, gab es in ihnen die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle zu lesen: manche beäugten mich mißtrauisch, mißbilligend; speziell die mit einem Mann an der Seite teilweise geradezu giftig. Anderen war Neid anzuspüren, eine sich in verlegener Anspannung verratende, gespielte Abschätzigkeit. Ältere Frauen, deren souveräner, gepflegter Charme vermuten ließ, dass sie selbst einst zu den Umschwärmten gehören mochten, lächelten uns mit versonnener Milde an. Ein paar wenige junge, die sich in ähnlich tollkühn verführerischem Hazardspiel auf die Straße gewagt hatten, zwinkerten uns verschwörerisch zu. Und nur ganz wenige, hübsche, junge Frauen - genauer gesagt: nur eine einzige - sahen mich mit unverholener Bewunderung und einer Sehnsucht im Blick an, wie das sonst nur aus männlichen Blicken sprach. Es war dies das einzige Mal, dass Susanne einen Hauch von Nervosität zeigte...

Meine flatternden Nerven hatten sich im Verlauf unseres ausgedehnten Spaziergangs - kreuz und quer durch den Marktflecken und ein gutes Stück die breite Promenade an dem kleinen Flüßchen entlang, an dem der Ort lag - deutlich beruhigt; die Angst war fast vollständig einer jubelnden Euphorie darüber gewichen, mich so kompromisslos offen weiblich zeigen zu dürfen, mich so total als Frau fühlen und als solche spüren zu können. Nur ganz wenige Male vorher in meinem Leben hatte ich mich so glücklich, so selig, so wie im siebten Himmel gefühlt wie gerade jetzt; und diese wenigen Male hatten ausnahmslos ebenfalls mit Susanne zu tun, in der einen Woche, seit der ich jetzt bei ihr wohnte...

Auch das Gehen in den Pumps gestaltete sich mit zunehmender Übung problemloser; allerdings taten mir von der ungewohnten Beanspruchung bestimmter, sonst wenig geforderter Muskeln allmählich doch die Füße weh. So war ich froh, als Susanne eine Einkehr im einzigen Straßencafe des Ortes vorschlug. Meine Bedenken, dass ich nichts zum Bezahlen dabei hatte - in der Nervosität meines Aufbruchs zu diesem Abenteuer hatte ich an so Profanes keinen Gedanken verschwendet - wischte sie mit der Bemerkung zur Seite, dass sie mich sowieso dazu einladen wollte. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen an einem kleinen, runden Zweier-Tisch.

Die Bedienung kam: eine mäßig hübsche, mit übertriebenem Makeup aufgedonnerte, sich selbst sichtlich für die Schönheitskönigin vom Dienst haltende, junge Frau, der es wohl nicht entgangen war, dass seit unserem Ankommen die verstohlenen Blicke diverser Jüglinge eindeutig in unsere statt in ihre Richtung wiesen. Sie nahm erst kühl lächelnd Susannes Bestellung - einen Eiskaffee - entgegen und fragte dann mich etwas schnippisch, mit überspitzt freundlich-servilem Ton nach meinem Wunsch. Susanne verfolgte die Szene mit einem mühsam unter Kontrolle gehaltenen, amüsierten Grinsen auf den Lippen. Ohne auf meine durch den Stimmbruch erst kürzlich gewandelte Stimme zu achten, gab ich in selbstbewußt markigem Bariton meine Bestellung auf: "Einen Apfelstrudel und einen Capuccino, bitte." Erst als während dieser meiner Worte die Gesichtszüge der jungen Dame entgleisten, bemerkte ich meinen Fehler - zu spät. Völlig konfus nickte sie nur stumm und stolperte fluchtartig in Richtung Küche, um die Bestellung auszuführen.

Susanne kicherte. "Der hast du jetzt aber den Marsch geblasen!" Ich wunderte mich darüber, dass ich von ganzem Herzen - ohne jegliche Scham über das soeben Geschehene - mit ihr lachen und sogar noch die Schadenfreude gegenüber der schnippischen Bedienung mit ihr teilen konnte. Als die dann ein paar Minuten später mit unserer Bestellung kam, raunte ich Susanne zu: "Hallo, Susannosaurus Rex!" Wir prusteten beide laut los, und die Bedienung - vollends verunsichert von der ihr unerklärlichen Heiterkeit dieser seltsamen Gäste - suchte kopfschüttelnd das Weite.




Mit diesem samstäglichen "Schubs ins kalte Wasser" hatte ich - gezwungenermaßen - schnell und sicher schwimmen gelernt: während ich mich während der ersten Schulwoche bei Susanne kein einziges Mal in weiblicher Kleidung aus dem Haus getraut hatte, wurde es mir nun innerhalb weniger Tage zur lieben Gewohnheit, mich in dem Dorf - außer bei meinen Schulwegen - nur noch im von Susanne jeweils für mich zusammengestellten, weiblichen Outfit zu zeigen. Ich ging darin alleine in dem kleinen Dorfladen oder in der Bäckerei für uns einkaufen, machte alleine oder Hand in Hand mit Susanne ausgedehnte Spaziergänge oder ging abends mit ihr zum Essen in die Pizzeria oder in das einzige, kleine Kino. Susanne zeigte mir einige Tricks, mit denen ich meinen wilden Protest-Haarschopf mit wenig Aufwand in diverse, weiblich anmutende Formen bringen konnte, und auch meine Stimme lernte ich bald so zurückhaltend weich und nur leicht angehoben unter Kontrolle zu halten, dass sie keinen Anlass mehr gab, meine Weiblichkeit anzuzweifeln. Nur mit dem offenbar zur weiblichen Sozialisation gehörigen, permanenten Lächeln zu allen nur denkbaren Gelegenheiten hatte ich ein hartnäckiges Problem: ich galt alsbald als das "ernste Mädchen" in der Nachbarschaft, obwohl doch gerade meine Seele vor lauter tief empfundenem Glück aus ihrem seligen Lächeln gar nicht mehr herauskam.

Das rote Sommerkleidchen kam nicht mehr zum Einsatz: das war der absolute, einmalige, exhibitionistische Extremfall gewesen, in dem ich mich auch später nur mit Susannes moralischer Unterstützung auf die Straße getraut hätte. Die Kleidung, die Susanne nun weiter tagtäglich zum mittäglichen "Frischmachen" für mich aussuchte, war geschmackvoll und seriös: zwar wohl unzweideutig weiblich - etwa ein knielanger Rock und eine hübsche Damenbluse dazu, die "meine" Brüste vorteilhaft zur Geltung brachte -, aber nichts provokantes, nichts "skandalöses", das mich in den Verdacht hätte bringen können, ein "leichtsinniges" Mädchen und eine Gefahr für die Moral biederer Ehemänner zu sein. Die weibliche Offenheit und Solidarität untereinander, die mir schon an jenem Samstag - trotz meines dort so betont provokanten Auftritts - im Kontrast zum männlichen Leben aufgefallen war, bewährte sich denn auch in meinem neuen, braven, seriösen Mädchen-Alltag um so mehr und trug zu der heiter gelassenen, selbstverständlichen Zugehörigkeit zu einer weiblichen Sphäre bei, die ich schon bald um nichts auf der Welt mehr missen wollte.

Mein werktäglicher Jungen-Alltag in der Schule wurde bei alldem für mich allmählich zu einem unerträglichen Ärgernis, zu einem ständigen Stachel im Fleisch, der schließlich auch zu einem ersten, ernsten Konflikt zwischen Susanne und mir führte. In dem verzweifelten Bemühen, wenigstens ein bißchen etwas von meinem neuen, weiblichen Glück in die Schule hinüber zu retten, hatte ich versucht, meine vortags getragene, weibliche Unterwäsche auch am nächsten Morgen unter der Jungenkleidung zu tragen: wenigstens das - wenigstens klammheimlich ganz für mich das berückende Gefühl von Susannes weiblicher Wäsche am Leib zu spüren... Susanne hatte mich prompt dabei ertappt und mir ebenso unmissverständlich wie unnachgiebig verboten, diese Sachen in die Schule mitzunehmen: "Was soll denn der Büstenhalter, wenn es darin nichts zu halten gibt? Das ist doch klassischer Selbstbetrug! Ich bin in diesen sechs Wochen für dich verantwortlich und möchte nicht, dass du dich zu deinem eigenen Nachteil an solche faulen Kompromisse gewöhnst. Meinetwegen darfst du die Sachen gerne auch in der Schule tragen - aber dann nur komplett mit den Brustprothesen, damit der BH seinem Namen gerecht wird und auch wirklich was zu halten hat. Wenn nicht - dann gib die Sachen her."

Mit Brüsten im BH - so lieb, und so selbstverständlich sie mir in meinem Dorfleben bei Susanne inzwischen geworden waren - in die Schule gehen, damit den ganzen Vormittag verbringen, mittendrin zwischen dreißig rüpelhaft pubertären Jungs in meiner Klasse? Unmöglich... Mit einem tiefen Seufzer gab ich Susanne die Sachen zurück, und litt mehr denn je unter dem rauhen Jungenschul-Vormittag.
Zuletzt geändert von Wally am Sa 11. Apr 2020, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
Herzliche Grüße
Wally
Bibi Melina
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Re: Unter Kuratel

Post 28 im Thema

Beitrag von Bibi Melina »

hihi ich ahne wohin der weg dieses jungen geht wenn der wieder wieder nach hause kkommt
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
Wally
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Re: Unter Kuratel

Post 29 im Thema

Beitrag von Wally »

Lieber CrossdresserInnen,

Hier nun Teil 4 meiner Geschichte. Es hat diesmal etwas länger gedauert; der doch recht spezielle Inhalt brauchte Zeit zum Reifen - vor allem, um es erotische Literatur bleiben zu lassen und nicht in Pornografie abzugleiten. Ich hoffe, die Qualität rechtfertigt die Wartezeit.

Dafür kann ich Euch jetzt schon versprechen, dass noch ein weiteres, fünftes Hauptkapitel folgen wird. Die Gesamtheit meiner Ideen zu dem Thema nimmt doch deutlich breiteren Raum ein, als ich ursprünglich dachte.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch
Wally

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Unter Kuratel
Teil 4

Zwei ganze Wochen waren nun schon vergangen, seit ich unter Susannes liebevoller Aufsicht und Führung dieses neue, zweigeteilte Leben genoss: in der Schule - wie schon immer - als Junge in meiner Jungenklasse, bei Susanne und in deren dörflichem Umfeld dagegen als Mädchen. Es bedurfte schon ganz von Anfang an keiner Überlegung, keiner Abwägung, was von beidem mir lieber war... Die intensive Scham, die ich anfangs dabei empfunden hatte, die Entwürdigung als Junge, die Angst, verlacht und verhöhnt zu werden - all das war erstaunlich schnell erst einer schüchternen Neugierde gewichen, einer verschämten Lust, mich in diesem neuen "ich" zu zeigen, dann gar einem Stolz, mich darin zu bewegen, darin heimisch zu werden, dieses andere, weibliche "ich" allmählich zu meiner selbstverständlichen Identität werden zu lassen. Selbst schon in der anfänglichen Scham steckte gleichzeitig auch intensive Lust: eine vorher nie gekannte, den ganzen Körper in süßen Schauern durchlaufende, prickelnde Euphorie, so völlig anders als das auf das aufsässige Organ zwischen den Beinen zentrierte Gefühl feuchter Bubenträume - und doch auch wieder auf eine so verwirrende Weise eben dieses Organ mit in Aufruhr versetzend, dass es wohl doch mit Sexualität in einer engen Verbindung stehen mußte. War das weibliche Sexualität?

Schon lange vorher hatte ich Susanne heimlich angeschmachtet: seit mit der Pubertät überhaupt erst meine Gefühle für Weibliches erwacht waren, repräsentierte sie stets die Traumfrau meiner jugendlich naiven Begierde, den Prototyp weiblicher Schönheit und Anziehung. Einen Blick aus ihren schönen, klaren, graublauen Augen mit ihrem so besonderen, verzaubernden, schelmischen Lächeln zu erhaschen, bedeutete für mich jedesmal einen kurzen Moment der Glückseligkeit...

Natürlich wußte ich auch, dass Susanne lesbisch war und mit Maren zusammenlebte. Aber wie es mit der Liebe nun mal zu sein pflegt, dämpfte dieser Umstand offensichtlicher Unerreichbarkeit keineswegs die Sehnsucht nach dem Objekt meiner pubertären Begierde, eher im Gegenteil: die Tatsache, dass sie für mich - und eben nicht nur für mich, sondern überhaupt für jeden Mann - "unberührbar" war, umgab ihre Gestalt mit einer geradezu sakralen Aura, in der sich keusche Anbetung und feuchte Begierde untrennbar mischten. Susanne war für mich nicht einfach nur ein Mensch, und erst recht nicht einfach nur eine Frau: wenn es einen Gott gab, dann war sie unbedingt und ohne jeden Zweifel ein Teil davon.

Dass ich nun schon seit zwei Wochen bei dieser meiner Halbgöttin wohnen und ihr nahe sein durfte, daß ich jeden Tag viele Stunden in trauter Zweisamkeit mit ihr gemeinsam verbringen, mich unzählige Male im sanften Blick ihrer Augen sonnen durfte, dass sie mich so oft mit spontanen Zärtlichkeiten überraschte, die mir jedesmal den Atem stocken ließen vor Glück, dass sie sogar ihre Kleidung bis hin zu deren intimsten, weiblichen Geheimnissen freigebig mit mir teilte - all das konnte nicht ohne Wirkung auf mich bleiben. War ich vorher schon heimlich in Susanne vernarrt gewesen, so hatte ich mich jetzt - spätestens seit dem dritten Tag bei ihr - mit jeder einzelnen Faser meines Herzens unrettbar, unsterblich in sie verliebt; ich war ganz und gar verrückt nach ihr.

Andererseits machte mich die Hoffnungslosigkeit, die Perspektivlosigkeit, die unbarmherzige Begrenztheit dieses Paradieses auf Zeit verrückt: Susanne war eine erwachsene, studierte Frau, ich ein fünfzehnjähriger Pennäler; Susanne war lesbisch, ich ein Junge; Susanne hatte eine Lebenspartnerschaft mit der Frau, in deren Zimmer ich für diese wenigen, glückseligen Wochen leben durfte; ich dagegen war immer noch bei meinen Eltern zuhause und würde schon sehr bald kaum noch Ausreden finden, um die Angebetete auch nur sehen zu können - geschweige denn, um mit ihr allein zu sein... Wie könnte ich das jemals aushalten, wieder vertrieben zu sein aus diesem Paradies, ohne Susannes tröstliche, beglückende Nähe, ohne Hoffnung, ohne Erfüllung?

Einerseits schien es ganz und gar unsinnig, mit Susanne darüber zu reden, ihr "meine Liebe zu gestehen": dass ich bis über beide Ohren in sie verliebt war und nur noch Augen für sie hatte, war für Susanne wohl sowieso nicht zu übersehen, und an der Perspektivlosigkeit meiner närrischen Leidenschaft konnte auch sie schwerlich etwas ändern, so, wie die Dinge nun mal lagen. Andererseits fürchtete ich allmählich ernsthaft, den Verstand zu verlieren: auch unmittelbar - im poetisch übertragenen Sinn war ich es ja längst - verrückt zu werden unter der Last dieses Konflikts. Gleichgültig, ob es irgendeine Linderung, irgendeinen Ausweg, irgend eine Hoffnung versprach: ich mußte es mir von der Seele reden. Wenn mir überhaupt irgend etwas helfen konnte, dann - vielleicht - Susannes aufmerksames, geneigtes Zuhören, ihr liebevolles Verständnis. Ich mußte mich ihr erklären. Oder sollte ich es "beichten" nennen? Es hatte viel gemeinsam mit dem katholischen Sakrament zur Erleichterung der geplagten Seele.


Wir saßen - wie so oft in diesen Wochen - einander gegenüber an dem kleinen Esstisch in der Küche. Der profane Ort war uns zur Lieblingsszenerie jeglichen, tieferen Austausches geworden: nah beieinander, Auge in Auge, nichts ablenkendes rund herum; da gab es nur das "du" und "ich". Ich rückte meinen Abendbrot-Teller beiseite, druckste verlegen herum, kämpfte mit mir selber.
"Was ist los mit dir?" fragte Susanne prompt.
"Ich glaube, ich muß dir ein Geständnis machen."
Susanne zog überrascht eine Augenbraue hoch und sah mich sehr aufmerksam an. "Na, dann schieß mal los!"

"Na ja, eigentlich ist es albern... Du erlebst mich ja ständig... Es kann dir unmöglich verborgen geblieben sein, dass ich mich rettungslos, Hals über Kopf, bis über beide Ohren in dich verliebt habe."

"Und?" fragte sie einfach nur weiter; aber der Blick ihrer Augen wurde dabei so weich, strahlte mir so unmittelbar ins Herz, dass ich einen Moment brauchte, um darüber hinweg wieder Worte zu finden.

"Mir macht die Perspektivlosigkeit dieser Liebe zu schaffen, die Aussichtslosigkeit. In ein paar Wochen wird das hier alles vorbei sein... Und mein Verstand sagt mir, dass das ja auch völlig richtig ist: Du bist eine erwachsene Frau - ich bin ein Pennäler. Du bist lesbisch - und ich bin ein Junge. Nein, die Mädchenrolle, die du mir hier so liebevoll ans Herz legst, ist nicht das Problem: ich genieße sie von ganzem Herzen, ich bin dir sehr, sehr dankbar dafür und werde das als ein großes Geschenk in mein weiteres Leben mitnehmen. Aber es löst eben auch nicht meinen Kummer: ich kann nun mal kein Partner für dich sein, so gerne ich es wäre, das paßt einfach an keiner Ecke. Außerdem hast du ja längst eine passende Partnerin. Mein Verstand sieht das auch alles brav ein. Aber mein Herz schreit verzweifelt um Hilfe, sobald ich daran denke. Ich bin in Not!" Mir schossen die Tränen in die Augen.

Susanne nahm meine linke Hand in ihre beiden Hände und sah mich sehr lange und sehr ernst an.
"Liebe ist ein großes Wort," begann sie schließlich leise, "ein großes Wort für eine große Sache."
Während sie weitersprach, strichen die Fingerkuppen ihrer rechten Hand sacht über meinen Handrücken. "Ich weiß nicht, ob es dir hilft; ich weiß nicht einmal, ob du die Bedeutung dieser Worte verstehen kannst, wenn ich dir sage, dass ich für dich genauso empfinde. Ja: ich habe mich auch in dich verliebt."

Nun wußte ich überhaupt nicht mehr, ob ich lachen oder laut losheulen sollte. Wie gerne hätte ich das geglaubt! Aber wie konnte es sein, und vor allem: wenn es wirklich so war - was konnte es für uns beide bedeuten? Gab es denn irgend eine Perspektive?

"Erklär"™s mir!" brachte ich nur heraus.

"Du erlebst das jetzt offenbar zum ersten Mal. Da erfüllt einen das total, man ist davon völlig überwältigt, es scheint auf der ganzen Welt nichts anderes mehr zu geben. Das ging mir damals auch so. Und nebenbei bemerkt: ich habe es dabei weniger glücklich erwischt als du jetzt... Aber jetzt bin ich zehn Jahre älter als du. Ich habe mich weitere Male verliebt. Unter anderem jetzt in dich."

"Geht das denn?" Ich konnte mir das nicht vorstellen.

"Natürlich geht das. Und das Verrückte, das Wunderbare dabei ist, dass es gegenüber dem ersten Mal nichts an Wert verliert - und auch die allererste Liebe wird dadurch um nichts geschmälert! Jede wirkliche, echte Liebe steht für sich, sie erfüllt uns ganz und gar von neuem, obwohl wir doch schon von der allerersten randvoll bis zum Überlaufen erfüllt zu sein schienen. Und jede für sich bleibt trotzdem auch bis an unser Lebensende bestehen: wen wir einmal wirklich vorbehaltlos, von ganzem Herzen geliebt haben, den lieben wir auch weiterhin, das hört nie auf, ganz egal was passiert... Das ist das Göttliche an der Liebe: sie kennt keine Grenzen, sie ist unerschöpflich, sie versiegt nie."

"Aber du kannst doch nun mal nur entweder mit Maren oder mit mir zusammenleben!"

"Das bliebe erst noch zu erproben..." Susanne kicherte. "Aber im Ernst: die Liebe ist zwar göttlich und grenzenlos; ich als Mensch habe dagegen selbstverständlich meine Grenzen - ziemlich enge und schmerzliche sogar. Ich kann das Gottesgeschenk der Liebe nur sehr begrenzt für mich annehmen und mich seiner würdig erweisen. So bin ich selber zum Beispiel nicht in der Lage, einen Mann zu lieben. Ich hab"™s selbstverständlich versucht, und glaube mir: was dabei herauskam, war für beide Seiten nicht erstrebenswert. Dass ich dich so gerne als Mädchen sehen möchte, ist ja auch nicht so ganz uneigennützig: weil ich nur diese - zu meinem Glück bei dir sehr kraftig ausgeprägte - Seite wirklich ehrlich und von ganzem Herzen lieben kann. Deine andere Seite - die des Jungen - muß ich dabei ausblenden; sie bleibt mir unzugänglich, mir fehlen die Antennen dafür."

"Aber so können wir doch auch nie einander wirklich gehören!"

"Dass man einem geliebten Menschen gehören könne, dass einem die Liebe irgendwelche Besitzansprüche aneinander geben könne, das ist nichts als ein schrecklicher Irrtum und der sichere Tod jeder Liebe - noch bevor sie überhaupt entstehen kann!" Susannes Augen funkelten vor Zorn über diesen lästerlichen Gedanken. "Die Leute wollen immer alles fein säuberlich in 'mein' und 'dein' aufteilen; selbst aus der Liebe machen sie einen notariellen Vertrag oder gar einen Krämerladen, sie wollen die Liebe womöglich noch in handliche Stücke schneiden und auf jedes Stück einen Kaufpreis schreiben: das ist Prostitution, nicht Liebe! Liebe ist unteilbar: man kann sie weder kaufen noch verdienen, man kann keinen Anspruch darauf erwerben, man kann sie auch nicht aufteilen. Liebe ist ein Gottesgeschenk, das größte überhaupt, die ultimative Gnade: selber wirklich, von Herzen lieben zu können sogar noch mehr als geliebt zu werden... Man kann dieses Gottesgeschenk nur ganz nehmen und ganz geben, bedingungslos, ohne jeden Anspruch, mit Demut, innerhalb der eigenen, ganz persönlichen, engen Grenzen des Menschseins, soweit sie es eben gerade zulassen."

Susanne hatte sich regelrecht in Rage geredet; es dauerte eine ganze Weile, bis die strenge Schärfe wieder aus ihren klaren, graublauen Augen wich und sie mich mit einem liebevollen, weichen Lächeln anstrahlte.

"Ich bin sehr versucht, dir jetzt einfach zu sagen, dass man einem Liebeskummer am besten und wirksamsten mit Liebe begegnet. Und das wäre auch gar nicht falsch: denn Liebe ist zeitlos, sie existiert nur im Augenblick, im Hier und Jetzt - und anderseits in der Ewigkeit. Unserem endlichen Zeitmaß der Stunden, Tage oder Monate - und eben auch diesen besagten sechs Wochen - entzieht sie sich sowieso, wie alles Göttliche. --- Aber ganz so einfach ist es in unserem Fall dann doch nicht. Ich möchte, dass du mir erst etwas versprichst."

"Und das wäre?"

"Bescheidenheit. Die einfachste, grundlegendste Voraussetzung für das praktische Gelingen einer Liebe: dass du nicht mit festgefügten Vorstellungen hineingehst, wie sie zu sein habe, sondern offen dafür bist, was daraus wachsen kann - und dass du dieses Mögliche dankbar würdigst, anstatt mit dem nicht Möglichen zu hadern. Wenn du mir das versprichst, dann verspreche ich meinerseits, dir alles zu geben, was ich dir guten Gewissens und von Herzen geben kann."

"Ich verspreche es dir."

Susanne hatte mir ihre rechte Hand an die Wange gelegt, als sie mir dieses Versprechen abnahm und das ihre gab. Zart strich sie mir mit dem Daumen über den Augenwinkel, und nun glitzerten ihre schönen, großen, graublauen Augen.


Die Art unseres Umgangs miteinander änderte sich nach diesem denkwürdigen Gespräch nur sehr langsam, gleitend: wir nahmen einander öfter, länger und intensiver in die Arme, und Susanne ließ hier und da Schranken fallen, indem sie sich mir auch nackt oder im Neglige zeigte und mich so mit allmählich intimer werdenden Zärtlichkeiten verwöhnte. Ich genoss das jedesmal sehr; aber gleichzeitig empfand ich eine unüberwindliche Scheu davor, meinerseits irgend eine Initiative zu ergreifen. Susannes wundervoller Körper hatte für mich noch immer die Aura der Unberührbarkeit: so groß meine Sehnsucht nach zärtlicher Berührung, nach lustvollem Erkunden und Liebkosen dieser lockenden Rundungen auch war, so spürte ich doch, dass es allein an ihr war, weitere Nähe herzustellen, den jeweils nächsten Schritt zu tun. Ihr eigener, warmer, weicher Körper war es, der aus seiner unsichtbaren Hülle heraustreten und mich von sich aus mit seiner Berührung beglücken sollte - alles andere wäre mir wie ein Frevel vorgekommen, wie ein Diebstahl, wie eine Entweihung.

Wenn Susanne sich in das kleine, kuschelige Bad begab, pflegte sie nun nicht mehr abzusperren; stattdessen hängte sie ein improvisiertes Schildchen mit einem weiblichen Torso und der Aufschrift "Women Only" aussen an die Türklinke. Ich wußte, dass sie mir damit nicht verbot, zu ihr einzutreten: im Gegenteil war das eine Einladung, eben dies zu tun - vorausgesetzt freilich, ich war komplett oder zumindest in kompletter Unterwäsche mitsamt "meinen" Brüsten als Mädchen gekleidet. Women only... Dann genoss sie es, sich von mir nach dem Duschen den Rücken - und von da ausgehend auch weitere, intimere Körperregionen - zärtlich trockenrubbeln zu lassen, und bedankte sich anschließend mit einer innigen Umarmung, splitternackt, wie sie war. Oder ich durfte ihr ein Getränk mit zwei Gläsern und irgendeine Leckerei an die Badewanne bringen; genauso wie ich liebte sie es, bei Musik und Kerzenlicht stundenlang zu baden. Ich setzte mich dann zu ihr an den Wannenrand, stieß mit ihr an, und wir plauderten eine Weile, wobei sie gerne auch gelegentlich meine Hand nahm und sie - neben anderen, unverfänglicheren Zärtlichkeiten - an eine ihrer Brüste führte und sie wie einen kostbaren Schatz mit ihren beiden Händen für eine Weile dort festhielt.

Meine eigene Körperpflege erforderte es naturgemäß, das Bad selbst ohne die weiblichen Attribute zu benützen. Es lag ein wenig schelmische Ironie, aber auch Wehmut darin, dass ich mich zu diesen Gelegenheiten mit einem Schildchen "Men Only" revanchierte. Zwar lag mir nichts ferner, als Susanne von meiner Intimität aussperren zu wollen; da ich aber wußte, dass sie von meiner körperlich männlichen Seite nun mal nichts wissen wollte - "den Jungen ausblenden" hatte sie es genannt -, gab ich ihr so die Gelegenheit, diese Art Nähe diskret zu meiden, ohne ein hartes, kaltes, lebloses Schloss zwischen uns zu setzen. Die andere Alternative, die dieses "Men Only" theoretisch offen ließ, kam für keine von uns beiden in Frage; so gab es uns allen beiden die Möglichkeit, unseren stillen Schmerz über diese schicksalhafte Lücke unserer Liebe hinter einem kleinen Scherz zu verbergen.


Nach ein paar Tagen überraschte mich Susanne abends mit der Frage, ob ich bei ihr schlafen möchte: zusammen mit ihr, in ihrem Bett. Selbstverständlich wollte ich das - seit ich hier war, wünschte ich mir ja nichts sehnlicher als das! Auf mein seliges "Ja!" zeigte sich freilich, dass das für Susanne mit ein paar Hindernissen verbunden war: mit Grenzen, die ihr ihre Veranlagung setzte, und die sie auch folgerichtig daran gehindert hatten, mir diese Offerte schon früher zu machen. Das Problem lag darin, dass ich körperlich nun mal immer noch ein Junge war: wie konnte sie den "ausblenden", gemeinsam im Bett, bei aller doch von beiden Seiten ersehnten Liebe und Zärtlichkeit und Nähe? Susanne druckste ein wenig herum, sie genierte sich sichtlich, mir diesbezüglich ihre Bedingungen zu stellen.

Die eine der beiden Bedingungen, die sie mir stellte, war mir schon bekannt und vertraut: nur mit den kompletten, weiblichen Attributen unter dem Nachthemdchen durfte ich das Bett mit ihr teilen - wobei das Höschen eines von jenen stramm elastischen Miederhöschen sein mußte, die meine organischen Tatsachen wenigstens bei oberflächlicher Betrachtung platt leugneten. "Women only"... Daran hatte ich mich schon gewöhnt, ich empfand es längst nicht mehr als entwürdigend: ganz im Gegenteil trug ich diese Sachen mittlerweile mit großer Lust und sogar mit ein klein wenig Stolz.

Die andere Bedingung war heikler. Um ehrlich zu sein, war ich im ersten Moment sogar ziemlich darüber schockiert: ich sollte mir - und zwar für die ganze Nacht, solange ich mit ihr im Bett war - die Hände am Rücken fesseln lassen! Susanne nahm auch gleich die Fesseln, die dazu dienen sollten, zur Demonstration aus ihrem Nachtkästchen und legte sie mir in die Hände: ein paar mit einer kurzen Kette miteinander verbundener Ledermanschetten, deren unschuldig weiß-rosa Farbgebung und eine komfortabel weiche Innenpolsterung zwar auf den ersten Blick fast einschmeichelnd wirkte; aber die solide, stabile Machart und die mit kleinen Sicherheitsschlössern abschließbaren Schnallen ließen keinen Zweifel daran zu, dass diese Fesseln ihrem Zweck nicht nur symbolisch, sondern sehr real und unerbittlich dienten.

"Wie du siehst, gehört das bei uns schon zum Hausstand; zwischen Maren und mir ist das ein fester Bestandteil unserer Liebesrituale. Da bin allerdings ich selber diejenige, die sich in die Fesseln ergibt, wenn wir miteinander schlafen: weil Maren Wert darauf legt, dass die sexuelle Initiative auf diese Weise bei ihr bleibt und ich mich schutzlos in ihre Hände begebe" gestand mir Susanne, wobei ihre Wangen sich röteten. "In unserem Fall nun scheint es mir angemessen, dass du mir auf diese Weise die Initiative überläßt. Und ich denke, das Mädchen in dir wird das auch gar nicht als Einschränkung empfinden - eher im Gegenteil. So geht es mir selber jedenfalls regelmäßig damit: ich genieße schon die Fesselung an sich, sobald ich mich da hinein begebe." Sie wurde noch ein bißchen röter.

Da waren wieder mal das Herzklopfen und die Schmetterlinge im Bauch, als ich mich - sehr verunsichert durch diese Ankündigung - bettfertig machte: diesmal nicht nackt unter dem Seiden-Nachthemd wie bisher für mein Prinzessinnen-Bettchen in Marens Zimmer, sondern mit einem frischen Miederhöschen und BH samt Füllung. Die Vorstellung, mir die Hände auf den Rücken fesseln zu lassen, mich so wehrlos in Susanne Hände zu begeben, machte mir Angst; andererseits war sie der einzige Mensch, dem ich überhaupt so viel Vertrauen entgegenbringen konnte, nur mit ihr war so etwas für mich überhaupt denkbar. Dabei flößte mir doch schon allein die sinnliche Macht, die die bloße, erotische Ausstrahlung ihres Körpers über mich ausübte, den allergrößten Respekt ein. Wie sehr würde mich diese Macht erst überschwemmen, mich überwältigen, wenn ich mich ihr so wehrlos auslieferte? Etwas in mir wollte laut schreiend davonlaufen; etwas anderes in mir zog es unwiderstehlich da hin, zitternd vor Angst und vor Verlangen, sich darauf einzulassen, sich fallen zu lassen, sich hinzugeben...

Ich muß wohl ein bißchen wie ein Opferlamm dreingeschaut haben, als ich schüchtern zögernd an Susannes Tür klopfte und den Schauplatz dieses Abenteuers betrat. Susanne stand - ebenfalls bereits in ihrem hauchdünnen Neglige, mit nichts darunter - an ihrem Bett und lachte, als sie mich so in der Tür stehen sah. "Ach, mein Engelchen - ist es denn so schlimm mit der Angst? Komm her, vertrau mir und gib mir deine Hände; das tut ja nicht weh, ganz im Gegenteil!"

Und tatsächlich: das versprochene "im Gegenteil" fuhr mir prompt in wohlig kribbelnden Schauern durch den ganzen Körper, als Susanne mir hinter meinem Rücken die Manschetten um die Handgelenke legte, sie sorgfältig zuzog und mit zweimaligem, leisem "Klick" je ein Bügelschloss über den Schnallen zuschnappen ließ. Meine Hände fühlten sich aufgeräumt an, beinahe geborgen in der weichen Polsterung der Fesseln, am Rücken zusammengehalten durch die kurze, stabile Kette. Dann kitzelte mich Susanne unvermittelt unter den Achseln; ich fuhr heftig zusammen, zerrte wild an meiner Fesselung und wollte schreien - aber da ließen ihre Fingerkuppen auch schon wieder von mir ab und die Handflächen strichen mir sanft beruhigend über die kitzeligen Stellen, wobei Susanne leise, besänftigend "schschsch..." machte. "Ich muß ja schon mal prüfen, ob die Fesselung hält; und du sollst dabei ruhig auch spüren, dass du jetzt all dem nicht mehr auskommst, was ich mit dir vorhabe. Ob du nun willst oder nicht, du mußt es mit dir geschehen lassen." Sie ließ ihre Hände zart tastend und streichelnd über meine Brüste, über meine Taille, über meinen Po gleiten, um dann plötzlich meinen wehrlosen Körper in eine leidenschaftlich wilde, enge, lasziv sich windende und pulsierende Umarmung zu zwingen, als wollte sie jeden Quadratzentimeter meines Körpers mit jedem Winkel ihrer weichen Rundungen tastend erforschen. Ob ich das wollte oder nicht? Und ob Ich das wollte - und vor allem genoss ich es in jedem einzelnen Augenblick, dass meine Hände dabei aus dem Spiel genommen waren in ihrem weichen Gefängnis hinter meinem Rücken, dass mein wehrloser Körper - von den eigenen Händen befreit - so unabwendbar hingebungsvoll und genussvoll das Objekt und Ziel fremder, weiblicher Begierde sein durfte. Das war es wohl, was Susanne mit dem "Genuß der Fesselung an sich" meinte...


Als Susanne von mir abließ, fühlte ich mich regelrecht vereinsamt, allein gelassen; ich fröstelte in der plötzlichen Leere um mich herum. Susanne schlug die große, leichte, gemeinsame Bettdecke auf und lud mich ein, mich in ihr Bett zu legen; dankbar gehorchte ich ihr und wurde von ihr sorgsam warm zugedeckt, bevor sie von der anderen Seite her zu mir ins Bett schlüpfte und die Nachttischlampe ausschaltete. Nur eine einzige, vorher schon angezündete Kerze tauchte das Zimmer jetzt noch in ein intimes, warmes, lebendig flackerndes Licht. Susanne rückte unter der Bettdecke nahe an mich heran und streichelte mir zärtlich das Gesicht. "Na - wie fühlt sich das an?" "Seltsam..." antwortete ich wahrheitsgemäß, wenn auch vorerst höchst unvollständig. So eröffneten wir einen Dialog, der - einen langsam, aber stetig profunder werdenden Fluß intimer Zärtlichkeiten begleitend - allmählich in jene Sprache einmündete, die zwei Liebenden im Moment ihrer Liebe jeglichen auf der Welt existierenden Sinn, einem nicht selbst in das Geschehen involvierten Beobachter aber am Ende gar keinen Sinn mehr vermittelt.

Übergehen wir also dieses lange währende, nicht ins Verbale übersetzbare Gespräch unserer Münder und Leiber, und springen wir darüber hinweg, direkt hin zu einem durch die besonderen Umstände doch bemerkenswerten, vorläufigen Höhepunkt der Geschehnisse: Susanne hatte mich abgedeckt und auf den Rücken gedreht, so dass ich wehrlos auf meinen darunter fixierten Händen lag, das seidene Nachhemd fast bis zum Hals hochgeschoben, meine geliehene Weiblichkeit in aller nur möglichen Offenheit darbietend. Sie selbst hatte ihr Nachthemdchen ausgezogen und sich in aller nackten Pracht ihres weiblichen Körpers auf meinen Unterleib gehockt; mit kräftigem Druck ihrer Schenkel hielt sie mich unter ihrem warmweichen Schoss gefangen wie in einem Schraubstock, nahm mich im unmittelbaren Wortsinn in Besitz, und neckte mich ein ums andere Mal - sich zu mir herunterneigend - mit ihren drallen, zartweichen Brüsten, indem sie sie lasziv streifend und tastend auf meinem Körper spielen ließ.

Dann plötzlich - nach einem Moment herzpochender Ruhe - huschte ein schelmisches Lächeln über Susannes Gesicht, als sie vorsichtig mit beiden Händen unter die Körbchen meines BHs fuhr und dort meine längst steil aufragend nach Berührung schmachtenden Brustwarzen suchte und fand. Ich kannte die Bedeutung dieser Annäherung nur zu gut und versuchte unwillkürlich, sie abzuwehren, der süßen Qual zu entgehen, die sie mir schon am allerersten Abend meines Aufenthalts bei Susanne bereitet hatte - wenn auch damals nur für einen kurzen, aufwühlenden, schaurig beglückenden, unvergesslichen Augenblick. Aber alles verzweifelte Zerren an der Fesselung half nichts: diesmal war ich der Manipulation meiner schon zum Zerreißen gespannten Nerven gnadenlos, unentrinnbar ausgeliefert, und Susanne übte genüsslich, in diktatorischer Ruhe lächelnd die Macht aus, die ihr das über mich verlieh.

Erst kitzelte sie mich - nach dem ahnungsvoll einleitenden Ritual einer langsamen Umkreisung meiner Nippel mit ihren Fingerkuppen - nur ganz kurz, als wollte sie mir einen kleinen Vorgeschmack von dem Aufruhr geben, in den das meinen armen, schutzlosen Körper versetzen würde. Es war trotzdem lange genug, um mich mit jeder einzelnen Muskelfaser vergeblich aufbegehren zu lassen gegen das schmerzhafte Übermaß an Lust, das die zarten, schnellen, flüchtigen Berührungen der mit meinen Tittchen spielenden Finger durch meinen Körper pumpten. Die Pause danach war ein unablässiges, flatteriges Angstzittern vor der nächsten Kitzel-Attacke.

Die zweite Attacke dauerte an: schier unerträglich lange schossen die Nervenimpulse zwischen meinen gequälten Brüsten und meinem gefangenen Unterleib hin und her, wo sie durch den feuchtwarmen Druck von Susannes mich sanft, aber unnachgiebig einschließendem Schoß noch zusätzlich verstärkt wurden und Schauer durch alle Teile meines Körpers jagten. Als Susanne mir schließlich, endlich, wieder einen Moment Pause gönnte, schnappte ich verzweifelt nach Luft.

Die Atempause währte nur kurz, und umso intensiver zerwühlte der nächste Angriff wieder meine Seele. In die zappelnde Agonie meiner Angstlust mischte sich jetzt aber mehr und mehr ein Gefühl aufsteigender Wärme, und die unerträgliche Qual begann, sich langsam, viel zu langsam aufzulösen in einen Schwall banger Lustgefühle. Doch noch lange bevor die Lust die Oberhand gewinnen konnte, unterbrach Susanne den Tanz ihrer Fingerkuppen, um ihn nach kurzer Pause wieder von neuem im Bereich süßer Qual beginnen zu lassen. Immer weiter in die Nähe der ersehnten Auflösung trieb sie das grausame Spiel - nur um mich jedesmal noch ein Stück knapper vor dem Ziel wieder ins Leere fallen zu lassen: ich wußte nicht mehr, ob die Angst vor der nächsten Attacke oder die Sehnsucht danach stärker war.

"Sag "˜bitte"™," flüsterte Susanne leise. "Ich möchte, dass du darum bettelst!"

Ich zögerte. Da war immer noch so viel Angst... Vor lauter Angstlust und heilloser Verwirrung hatte ich einen Knödel im Hals, ich mußte erst meinen ganzen Mut und alle, verfügbare Selbstbeherrschung zusammenkratzen, um diesen nächsten, finalen, mich endgültig überwältigenden und davonschwemmenden Angriff durch ein zunächst schüchternes, ängstliches, leises "bitte" nun auch noch selbst herauszufordern; dann bettelte ich, lauter, flehend in zunehmender Verzweiflung: "Bitte, bitte, BITTE!" Susannes flinke, fordernde Fingerkuppen fielen prompt wieder über meine gequälten Brüste her, noch unbarmherziger als bei allen vorherigen Attacken, und diesmal nicht mehr ablassend, mich unerbittlich, ohne jede Pause weiter treibend bis hin zu dem Punkt, an dem die Lust endlich, endlich zittrig explodierend die Oberhand über die verheißungsvoll-sehnsüchtige Qual gewann und ich erschöpft in ein seliges, watteweiches, mattschwarzes Nichts fiel.

Den Übergang aus dem "kleinen Tod" ins Reich der Träume bekam ich nur noch im Halbschlaf mit: Susanne hatte mich sorgsam wieder zur Seite gedreht und zugedeckt, die Kerze ausgeblasen, sich an mich gekuschelt, und diesmal drückte sie mir ihren Gutenachtkuss auf den Mund: "Schlaf gut, mein liebes Mädchen!"

Tief nachts wachte ich auf. Die ungewohnte Fixierung meiner Hände auf dem Rücken machte mir zu schafffen; ich hatte Probleme, eine halbwegs bequeme Schlaflage zu finden, die Schultern taten mir ein bißchen weh, und das aufwühlende Erlebnis mit Susanne an diesem Abend schwirrte mir durch den Kopf. Unruhig wälzte ich mich mehrmals hin und her und fand lange keinen Schlaf.

Irgendwann wachte Susanne neben mir auf, als ich ihr gerade den Rücken zugewandt hatte. Sie rückte nahe zu mir, suchte Körperkontakt, legte ihren rechten Arm um mich und ergriff mit sanftem, zärtlichem Druck meine rechte Brust. Ohne es gewollt zu haben, berührten meine gefesselten Hände das warme, wollige Dreieck zwischen Susannes nackten Schenkeln, mit dem sie sich von hinten an mich gedrückt hatte. Als sie meine tastende Bewegung spürte, öffnete Susanne ihre Schenkel einen Spalt weit, lud meine suchende Hand ein in ihr Intimstes - um gleich darauf die Schenkel wieder zu schließen, meine Hand dort wohlig weich bergend und festhaltend. So besänftigt fiel ich mit ihr zusammen alsbald wieder in traumlosen Schlaf.

Als ich am Morgen - es war wieder Samstag, wir hatten den Tag für uns - aufwachte, war Susanne immer noch nackt. Ich lag dicht bei ihr, jetzt wieder ihr zugewandt, den Mund an die dralle, warme Spitze ihrer rechten Brust geschmiegt; Susanne hatte ihre Hand an meinen Hinterkopf gelegt, um mich in dieser Lage festzuhalten. Sie schlief noch, mit ruhigen, gleichmäßigen Atemzügen; trotzdem konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, den zarten, weichen Nippel zwischen meine leicht geöffneten Lippen zu nehmen und vorsichtig daran zu saugen. Ein ganz leises, fast unhörbares Seufzen verriet, dass Susanne von meiner Zärtlichkeit aufwachte; sie verstärkte den Druck ihrer Hand, presste mich fester an sich, verlangte nach mehr. Ihr Nippel wurde groß und steif, während ich ihn mit meiner Zunge zärtlich umspielte, das Seufzen vertiefte sich. Mein linkes Knie lag über Susannes linkem Oberschenkel; sie drehte mir ihren Unterleib etwas mehr zu und rückte mir mit angehobenem, rechten Bein näher, um meinen Oberschenkel so innig wie möglich an das Allerheiligste zwischen ihren Beinen zu drücken. Ich folgte willig auch dieser Aufforderung, das Saugen an der einen wie das Drücken an der anderen Stelle langsam, rhythmisch intensivierend. Schon bald folgte auch Susannes Seufzen diesem Rhythmus, wurde lauter und mündete schließlich in ein langes, genussvolles, leises Stöhnen.

Nach einer guten Weile Erholungspause, die sie uns beiden nach diesem Intermezzo gönnte, stand Susanne auf, holte einen Ring mit zwei Schlüsselchen aus ihrer Nachttisch-Schublade, küsste mich wohl gelaunt auf die Wange und befreite meine Hände aus ihrem Gefängnis. "Guten Morgen!" flötete sie. "So schön geweckt wie heute wurde ich schon lange nicht mehr!" Sie massierte mir liebevoll die doch ein wenig steif gewordenen Oberarme, schüttelte das Bett und die Kissen auf und legte die Fesselmanschetten - fein ordentlich geöffnet, bereit zum nächsten Gebrauch, die Schlüssel zu den offenen Anhängeschlössern wieder in die Nachttischschublade verräumt - auf mein glattgestrichenes Kopfkissen. Schon dieser bloße Anblick jagte mir erneut prickelnde Schauer über den Rücken.

Später, beim Frühstück, fragte mich Susanne fast beiläufig: "Und - wie geht es dir? Kannst du dir trotz der Fesseln vorstellen, auch weiterhin bei mir zu schlafen?" Ich nickte nur - und muß dabei wohl ziemlich rot geworden sein. Denn meine doch gerade erst befreiten Hände sehnten sich schon jetzt wieder nach diesem delikaten Gefängnis.
Herzliche Grüße
Wally
__Anna__
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Re: Unter Kuratel

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Beitrag von __Anna__ »

Hallo Wally,
Das ist wirklich eine schöne Geschichte, du hast mich wirklich ebenfalls gefesselt....lach

Alles Liebe

Anna
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