ich gehe über weiten Felder, Alleine,
der kalte Wind zerrt an meinen Haaren.
Ich denke zurück,
50 Jahre blicke ich zurück.
Covit 19, es verändert ... mich.
ich habe viel Zeit und denke viel nach.
Diese Wochen hatte ich viel Zeit mit mir selbst.
Es ist ein Glücksfall sich so intensiv, mit sich selbst in Isolation, beschäftigen zu können.
Was habe ich in 50 Jahren erlebt.
Wen habe ich geliebt in dieser Zeit,
wie habe ich mich verändert vom Kind zum Jugendlichen,
zum hier und Jetzt
Diese bewegte Jahre mit allen Höhen und Tiefen möchte ich keine Minute missen. All die wertvollen Menschen die ich traf, alle mit denjenigen die ein Stück meinen Weges teilten, Alle mit denen ich lachen durfte, die mir in schweren Zeiten zuhörten mich verstanden und unterstützen.
Alle die vielen guten Jahre.
ich hatte Glück im Leben ich bin gesund und habe Freunde.
Ich hab"™s gut getroffen da ich auf der richtigen Seite unserer Weltkarte geboren wurde.
Alles begann mit einer glücklichen Kindheit auf dem Land, mit wohlwollenden Eltern, mit guten Genen die mich bis heute gesund halten. Ein offenes Schulsystem hat es gut mit mir gemeint. ich habe inspirierende Freunde die mich in meinen Wünschen und Träumen verstanden.
Ich hätte es in einem anderen Erdteil nicht so leicht gehabt.
Und doch, es gibt tief in mir diesen unerfüllbaren tiefen Traum, diese allgegenwärtige Frage:
Wie wäre mein Leben als Frau verlaufen?
Ganz sicher wäre mein Lebensweg unterschiedlich verlaufen.
Ich hätte hoffentlich auch eine Familie gehabt,
das Kind wohl unter Schmerzen selbst auf die Welt gebracht.
Ich hätte auch eine Arbeit gehabt, wahrscheinlich von einer Babypause unterbrochen, und mit anderen Vorzeichen.
Hätte ich auch mehrere Beziehungen gehabt, wäre ich als Frau anders mit meinen Partner umgegangen?
Die Enttäuschungen, die Verletzungen und Trennungen, wäre alles anders verarbeitet worden?
Meine Kindheit wäre schwieriger gewesen, - damals.
Mädchen waren damals nicht gleichberechtigt, gesellschaftliche Konventionen hätten mich wohl zu einem anderen Menschen geformt.
In der Arbeit hätte ich vielleicht weniger Anerkennung für mehr Arbeit erfahren. Frauen müssen mehr leisten für weniger Anerkennung. Was hätte das mit meiner Seele gemacht?
Heute mit über 50 >wer wäre ich heute als Frau?
Heute mit über 50 gibt es einen Arzt, der mir auf meinem Weg hilft. Mehr weibliche Anteile zulassen, mich femininer fühlen, das geht nicht nur mit dem Kopf, das Körpergefühl bestätigt den Kopf.
> Es befriedet mich, heute ganz normal wie viele Frauen in der Menopause Hormone nehme zu dürfen.
> Es macht mich glücklich mich im Spiegel anzusehen und die Veränderungen an meinem Körper festzustellen.
> Es ist ein Beginn, eine neues Leben, gefühlt so ganz anders.
> Es ist schön meine kribbelnden Brüste zu spüren
> 50 Jahre als 100% Frau zu fühlen und zu leben, 50 Jahre alle diese anderen Erfahrungen zu machen, das war nicht vorgesehen.
Heute lebe ich ein Leben dazwischen.
50 Jahre männlicher Prägung, männlicher Rituale, 50 Jahre gesuchte Distanz. Die Zweifel an mir, und die Suche nach mir, machen mich zu einem Mischwesen.
Die kommenden Jahre bescheren mir nun mit über 50 alle diese Wunder. Träume die ich nicht für möglich hielt werden real.
Mein Lebensweg baut auf der Vergangenheit auf, ändert nun seine Richtung, ich ändere mich.
Es ist schön in der Stille über mich und meinen Weg nachzudenken.
Diese mädchenhaften Erfahrungen, wie dankbar bin ich sie nun zu erlebene
16.37, die Ohren sind kalt, die Schatten werden länger.
Ich stehe auf einer Anhöhe, von ferne rauscht der Verkehr, der Blick ist klar und weit
vor mir liegt meine Zukunft
> Ich fühle mich jung und glücklich beim "weiblicher" werden.
Danke Covit-19
du gibst mir Zeit all das zu spüren, aufzuschreiben und zu teilen ...