Transmänner in der Geschichte
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Marlene K.
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Transmänner in der Geschichte

Post 1 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich bin gerade bei der DGTI auf einen Artikel in "Pride" gestoßen, in dem es um fünf Transmänner in der amerikanischen Geschichte geht.
https://www.pride.com/transgender/2018/ ... v-vcwkNRHk
Für drei Personen füge ich Wikipediaartikel auf deutsch an.
Alan L. Hart (4. Oktober 1890 - 1. Juli 1962) war ein amerikanischer Arzt, Radiologe, Tuberkulose Forscher, Schriftsteller und Romancier. Er war 1917/18 einer der ersten trans Männer zu unterziehen Hysterektomie und Gonadektomie in den Vereinigten Staaten und lebte den Rest seines Lebens als Mensch(falsch Übersetzung aus dem Englischen, soll heißen: Mann). Er gilt als Pionier die Verwendung von Röntgenaufnahmen in der Tuberkulose - Erkennung, und half TB - Screening - Programme zu implementieren , die Tausende von Menschen das Leben gerettet.
https://de.qwe.wiki/wiki/Alan_L._Hart
Billy Lee Tipton (* 29. Dezember 1914 in Oklahoma City, Oklahoma; "  21. Januar 1989) war ein US-amerikanischer Jazzpianist und -saxophonist. Tipton wurde als Dorothy Lucille Tipton geboren, begann aber bald, zunächst beruflich und später auch privat als Billy Lee Tipton (und damit als Mann) aufzutreten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Billy_Tipton
Charley Darkey Parkhurst, geboren als Charlotte Darkey Parkhurst (* 1812 in Sharon, Vermont; "  18. Dezember 1879 in Watsonville, Kalifornien), auch bekannt als One Eyed Charley oder Six-Horse Charley, war ein US-amerikanischer Postkutscher, Farmer und Rancher in Kalifornien. Geboren als Frau in Neu England, wuchs Parkhurst als Waise auf und lief im Alter von 12 Jahren weg. Sie nahm den Namen Charley an und lebte von da an als Mann. Parkhurst lernte die Tätigkeit eines Kutschers und arbeitete in Massachusetts, Rhode Island und Georgia.
Der Goldrausch führte ihn im Jahr 1849 nach Kalifornien und dort wurde er ein bekannter Fahrer von Postkutschen. Vermutlich war er im Jahr 1868 die erste Frau, die jedoch als Mann an der Präsidentenwahl in Kalifornien teilnahm.
https://de.wikipedia.org/wiki/Charley_Parkhurst
Für die beiden anderen Männer kann ich nur den kurzen Text aus dem Englischen von der Suchmaschine angeben, da die Artikel nicht im deutschen erschienen sind.
Aus dem Englischen übersetzt-Louis Graydon Sullivan war ein US-amerikanischer Autor und Aktivist, der für seine Arbeit für Transmänner bekannt war. Wikipedia (Englisch)
https://en.wikipedia.org/wiki/Lou_Sullivan
Aus dem Englischen übersetzt-Willmer M. Broadnax, auch bekannt als "Wilbur", "Willie" und "Wilmer", war ein amerikanischer Hard Gospel Quartettsänger im goldenen Zeitalter des traditionellen schwarzen Evangeliums. Wikipedia (Englisch)
https://en.wikipedia.org/wiki/Willmer_% ... 2_Broadnax
Vielleicht finden wir ja andere Beispiele, international, Frauen, Männer, Europäer, Deutsche...
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Marlene K.
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich habe gleich mal weiter gesucht.
Andreas Krieger (* 20. Juli 1965 in Berlin als Heidi Krieger) ist ein ehemaliger deutscher Kugelstoßer. Krieger ist Opfer des staatlich verordneten Zwangsdopings im DDR-Leistungssport.
...
Andreas Krieger hatte Schwierigkeiten, sich in eine weibliche Geschlechtsrolle zu finden. Seine Geschlechtsidentität, so wurde ihm im Laufe der Jahre klar, war männlich. Krieger führt dies zumindest teilweise auf das Doping mit Testosteron zurück. Er wechselte die Geschlechtsrolle, unterzog sich 1997 einer geschlechtsangleichenden Operation und nahm den Namen Andreas an.
https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Krieger
Die nächste Frau ist wohl das, was die Medizin als Intersexuell bezeichnen würde, wobei sie selbst sich augenscheinlich nicht so liest.
Sarah Gronert (* 6. Juli 1986 in Linnich) ist eine deutsche Tennisspielerin.
...
Gronert kam als Hermaphrodit, das heißt mit den Merkmalen beider Geschlechter zur Welt. In ihrer Geburtsurkunde ist das weibliche Geschlecht vermerkt. Als sie sich 2008 im Karriereaufwind befunden hatte, hegten Konkurrentinnen Zweifel ob ihres Geschlechtes und es kam zu schweren Beleidigungen und Anfeindungen. Diese trafen Sarah Gronert nach eigenen Angaben so schwer, dass sie zwischenzeitig überlegte ihre Karriere aufzugeben. Deshalb sah sie sich veranlasst, ein Testat der Universitätsklinik Aachen vorzulegen, in dem das weibliche Geschlecht bestätigt wurde. Zudem werde jede Anzweiflung des Geschlechts von Sarah Gronert inzwischen juristisch verfolgt.
Der nächste auf http://lili-elbe.de/leseecke/transgende ... -sportler/ von mir zitierte Athlet ist wieder intersexuell.
Erik Schinegger (* 19. Juni 1948 in Agsdorf, Kärnten als Erika Schinegger) ist ein ehemaliger österreichischer Skirennläufer. Aufgrund von Pseudohermaphroditismus wurde er bei seiner Geburt als Mädchen eingestuft. Erika Schinegger war als Skirennläuferin aktiv und wurde 1966 Weltmeisterin im Abfahrtslauf. Nach einer Geschlechtsüberprüfung beendete Schinegger die Karriere und ließ sich operieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Schinegger
Er heißt heute Nicole (Schna?). Die 38-Jährige fühlt sich jetzt, nach ihrer geschlechtsangleichenden Operation, richtig gut. Sie ist sehr glücklich, eine erfolgreiche Triathletin und endlich bei sich angekommen.
https://www.wz.de/specials/nrw/krefeld/ ... d-31274313
Marlene

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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 3 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Marlene K.
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 4 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ärgerlich, dass ich die Überschrift übernommen und nicht in Transperson in der Geschichte geändert habe, aber sei es drum:
Hier ein paar historische Beispiele:
James Barry (* vermutlich 9. November 1795 in Belfast, Nordirland; "  25. Juli 1865 in London) war ein Arzt in der englischen Armee. Er diente in Indien und Südafrika, wobei er nicht nur die Bedingungen für die verwundeten Soldaten verbesserte, sondern sich auch für die Veränderung der Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung einsetzte. Zu seinen Erfolgen zählt auch der erste erfolgreiche Kaiserschnitt im gesamten Afrika; Mutter und Kind überlebten die Operation.
Es wird weitgehend vermutet, dass Barry eine transgender war, möglicherweise aber auch nur als Mann lebte, um an der Universität aufgenommen zu werden und die gewählte Karriere als Arzt und Chirurg verfolgen zu können.
https://de.wikipedia.org/wiki/James_Barry
Charles-Geneviève-Louis-Auguste-André-Timothée d"™Ã‰on de Beaumont, auch: le Chevalier d"™Ã‰on (* 5. Oktober 1728 in Tonnerre (Frankreich); "  21. Mai 1810 in London) war ein französischer Diplomat, Soldat, Freimaurer, Schriftsteller und Degenfechter.
Berühmt wurde der Chevalier d"™Ã‰on, weil er weite Teile seines Lebens als Frau lebte und erst eine Leichenschau die Zweifel über sein tatsächliches körperliches Geschlecht endgültig ausräumte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Charles-G ... e_Beaumont
Marlene

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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 5 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Interessant sind auch die ersten geschlechtsangleichenden Operationen im frühen zwanzigsten Jahrhundert.
Dora Richter, genannt "Dorchen" (* 1891; "  wahrscheinlich um 1933) war die erste namentlich bekannte Person, die sich einer kompletten Geschlechtsangleichung (von Mann zu Frau) samt Vaginoplastik unterzog. Sie war eine von mehreren transsexuellen bzw. Transgender-Personen in der Obhut von Magnus Hirschfeld am Berliner Institut für Sexualwissenschaft in den 1920er und frühen 1930er Jahren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dorchen_Richter
Lili Elbe (* 28. Dezember 1882 in Vejle, Dänemark als Einar Mogens Andreas Wegener; "  12. September 1931 in Dresden, Deutschland) war eine dänische Malerin. Sie war vermutlich einer der ersten intersexuellen Menschen, der sich 1930/31 einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog. Lili Elbe ließ sich zuerst in Berlin und dann noch dreimal in Dresden operieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Elbe
Marlene

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Inga
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 6 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

besonders beeindruckt hat mich bei der Vorstellung der frühen Transpersonen die Menschen, die mit Musik und Gesang ihr Geld verdienten.

Ich frage mich, ob für sie die Stimme ein Problem war und wie sie damit umgegangen sind.

Liebe Grüße
Inga .
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 7 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Inga hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 13:35 Ich frage mich, ob für sie die Stimme ein Problem war und wie sie damit umgegangen sind.

Es ist damals wie heute das Gleiche..Wille und üben, üben, üben...

Daniela Vega ist Sängern und klassisch im Operngesang ausgebildet,
darüber hinaus Schauspielerin und mehrfach nominiert und ausgezeichnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Daniela_Vega

Wenn du "Eine fantastische Frau" noch nicht gesehen hast, schau ihn
dir unbedingt an...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 8 im Thema

Beitrag von triona »

Hier wirst du sicher noch einiges mehr finden:
viewtopic.php?f=9&t=10032

Daraus hervorzuheben für deine Fragestellung wäre z.B. dieses:
Rudolf Dekker, Lotte van de Pol; Frauen in Männerkleidern - Weibliche Transvestiten und ihre Geschichte; deutsch: Berlin, 1990, Original: 1989,
Sachbuch mit über 120 dokumentierten Fällen in den Niederlanden zwischen 1550 und 1839


liebe grüße
triona
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Re: Transmänner in der Geschichte

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Als Transmann würde ich Johanna von Orleans nicht begreifen, aber sie lebte zeitweise in Männerkleidern, trat wohl auch entsprechend auf, behauptete meines Wissens jedoch nicht, ein Mann zu sein. Aber in jenen Zeiten war das vielleicht auch in der Form nicht nötig. Sie übte jedenfalls auf andere Heerführer keine weibliche Wirkung aus.

Andererseits hatt die zeitgeschichte ihr wohl eine Menge angedichtet. Interessant ist hierzu ein Spiegelartikel: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43822560.html Dort wird ins Kalkül gezogen, dass
sie an einem Gebrechen gelitten habe, das die Medizin heute als Pseudo-Hermaphroditismus bezeichnet.


wie konnte sie aber dann durch die Prüfung als Jungfrau kommen ? Oder gab es die nicht, weil es politische Interessen gab ?

Was wirklich war, weiß man nicht sicher, aber interessant ist es in diesem Kontext allemal.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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