Alice junior
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Jasmine
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Alice junior

Post 1 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Im Frühstücksfernsehen habe ich einen kurzen Bericht über:
https://www.berlinale.de/de/programm/pr ... =202006117
gesehen.
http://www.filmstarts.de/kritiken/277513.html
Zitat: INHALTSANGABE & DETAILS
Das Leben von Alice (Anne Celestino), einer 17-jährigen Teenager-Transgenderin ist alles andere als gewöhnlich. Mit viel Persönlichkeit und Lust am Leben bringt sie ihr Umfeld aus dem Gleichgewicht.
Liebe Grüße Jasmine
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Alice junior

Post 2 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Jasmine hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 07:00 Mit viel Persönlichkeit und Lust am Leben bringt sie ihr Umfeld aus dem Gleichgewicht.
Gleichgewicht bedeutet Stillstand und um eine Entwicklung einzuleiten, muss man das Gleichgewicht stören ... (yes)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Alice junior

Post 3 im Thema

Beitrag von Carry »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 07:23 Gleichgewicht bedeutet Stillstand und um eine Entwicklung einzuleiten, muss man das Gleichgewicht stören ...
Gleichgewicht bedeutet nicht Stillstand, sondern Balance! Und um die Balance zu halten, also das Gleichgewicht zu erreichen,
muss ich mich sowieso, bewusst und unbewusst, ständig "austarieren". Gleichgewicht kann nicht Stillstand bedeuten,
da es ein in sich instabilder Zustand ist.
Das körperliche Gleichgewicht wird erreicht, in dem mannigfaltige Körperfunktionen ständig daran arbeiten - es ist also keineswegs ein Stillstand.
Das Selbe gilt für das seelische/mentale Gleichgewicht - auch hier arbeitet das Unterbewusstsein sowieso ständig daran, es zu erreichen = die Balance zwischen allen Lebenssäulen zu halten.
Einem gestörten Gleichgewicht - ob nun körperlich oder mental - muss man dann ggf. auch bewusst entgegenwirken, um die Gesundheit zu erhalten.
Ohne Gleichgewicht/Balance keine Gesundheit!
Die Entwicklung findet also sowieso immer statt, da ständig an dem an sich instabilen Zustand "gewerkelt" wird - nur wenn das Gleichgewicht gestört ist/wird, dann bemerken wir die Entwicklung bewusster, weil es zumeist mit Unannehmlichkeiten/Schmerzen/Unwohlsein verbunden ist.
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Alice junior

Post 4 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Carry hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 12:33 Einem gestörten Gleichgewicht - ob nun körperlich oder mental - muss man dann ggf. auch bewusst entgegenwirken, um die Gesundheit zu erhalten.
So wahr! Da kann ich ja nun wirklich ein Lied von singen...
Ich hatte ja meine psychosomatischen Probleme, die ich damals durch mein Doppelleben bekam, hier ja schon ein paar Mal geschildert, ich denke ihr wisst was ich meine.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Alice junior

Post 5 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Carry,

interessante Sichtweise, aberich sehe das anders. Gleichgewicht ist statisch, es bewegt sich nichts. Das was Du austarieren nennst, ist in meinen Augen nichts anderes als den Status Quo zu erhalten. Das hat aber mit Dynamik, also auch der Entwicklung, nichts zu tun. Es gibt keine Entwicklung im Gleichgewicht.

Ein System, dass in einem sehr starken Gleichgewicht ist, braucht entsprechend starke Anstöße, um in Bewegung zu kommen. Ich bezweifle ja nicht, dass wir Phasen des Gleichgewichts, also der Ruhe brauchen. Das findet man auch in der Paardynamik. Es gibt Phasen, da kommt alles in Bewegung. Da werden Dinge in Frage gestellt, neue Erkenntnisse erarbeitet und dadurch kommen die Partner auch auf ein neues Entwicklungsniveau. Das wird oft als Krise verstanden. Es ist in der Tat eine Gefahr, aber auch eine gute Gelegenheit, weiter zu kommen. Dann kommen aber auch wieder Phasen der Ruhe, da die neuen Sichtweisen in die Beziehung Eingang gefunden haben. Auf der neuen Basis wird dann wieder für eine Zeit austariert.

In der Gesellschaft ist das ähnlich. Eine Gesellschaft im Gleichgewicht ist in Ruhe. Manchmal wir die Ruhe allerdings auch erzwungen. Hier steht dem Wunsch nach Veränderung Repressalien gegenüber. Gerat dieses Gleichgewicht außer Kontolle, gibt es massive Veränderungen. Deshalb sind autoritäre Systeme immer auf Kontrolle angewiesen. In der Beziehung konnte früher ein autoritärer Mann seine Frau u.a. durch finanzielle Möglichkeiten kontrollieren. Durch die Veränderung der gesetzlichen Lage mit dem Erfordernis zur Unterhaltszahlung fiel diese Kontrollmöglichkeit weg und die Frau konnte nun unabhängiger agieren. Mehr Ehen wurden geschieden. Dadurch sind Beziehungen auf ein ganz neues Fundament gesetzt worden. Das Gleichgewicht wird nun anders austariert. Aber nicht das Tarieren löst die Veränderung aus, sondern das Ungleichgewicht.

Wir wollen alle Gesundheit, besonders für unsere Kinder. Aber es fällt doch auf, dass viele massive Entwicklungsschübe nach Krankheiten auftreten. Der Körper ist durch das Ungleichgewicht auf ein neues Level gekommen. Damit will ich nicht sagen, dass wir unsere Kinder krank werden lassen sollen. Aber wir sollten die Krankheit nicht verteufeln. Wir mögen ja auch keine Schmerzen, aber ohne Schmerzen hätten wir keine "Alarmanlage". Nicht alles was schlecht scheint, ist auch schlecht. Und so manche Krankheit ist ja auch zu viel für uns. Dann war das Ungleichgewicht zu groß ...

Wenn ich die Filmbeschreibung richtig verstehe, kommt Alice an einen Ort, an dem die Menschen in Schubladen denken. Diese Schubladen bilden quasi das Gleichgewicht, aber es basiert wie beschrieben auf Repression. Man muss sich auf eine Art verhalten, um akzeptiert zu werden. Das ist sorgsam austariert. Aber die Schubladen bilden in sich ein gespanntes System, da die Schubladen den Menschen nicht gerecht wird. Ich stelle mir das bildlich so vor, dass jeder Mensch in diesem System ein labiles aber miteinander verbundenem Gleichgewicht steht. Nun kommt Alice daher und stoß das System an einer Stelle an. Schon reagiert das System nicht nur an dieser Stelle, sondern überall ein bischen. Es verändern sich Gewichte und das System kommt in Bewegung. Das Gleichgewicht war labil, aber unbeweglich. Es war sorgsam austariert. Alice sorgt für Ungleichgewicht und eine Kettenreaktion beginnt. Diese Dynamik sorg für die notwendige Veränderung. Am Ende kommen wahrscheinlich alle an einem neuen Gleichgewicht an, das jetzt stabil ist. So funktionieren viele Filme, aber auch das Leben.

Meine Ehe war auch austariert. Aber jetzt komme ich daher und will manchmal als Frau leben. Schon kommt alles ins Wanken. Es muss geredet und verstanden werden. Die Frage nach der eigenen Betroffenheit steht im Raum, z.B. warum reagiere ich emotional ? Das ist Ungleichgewicht. Man könnte auch sagen, es ist eine Krankheit in der Beziehung. Es fühlt sich ja auch manchmal so an. Es geht nicht darum, dass ich durchsetze, wie ich leben will. Ich will leben, wie es mir gemäß ist und wir suchen neue Wege oder anders gesagt ein neues Gleichgewicht. Aber das Gleichgewicht wird ja auch in jedem der Partner verschoben. Willigt meine Frau nur um des lieben Friedens willen ein, kommt sie mit sich selber ins Ungleichgewicht. D.h. jetzt ist dran, bei sich selber zu suchen, wie sie ein neues Gleichgewicht findet. Wie sie das alte Niveau erreichen, kommt es zum Konflikt. Es entsteht ein Machtkampf. man kann aber auch bei sich selber das Gleichgewicht suchen, in dem man sich fragt, warum es einen so stark betrifft. Die Antwort, es sei logisch, weil es der Mann ist, der für die schlechte Situatin verantwortlich sei, ist nur eine Abwälzung der eigenen Verantwortung. Viel besser erscheint es mir, woher das Schachteldenken m/w den her stammt, das einen beherrscht. Hier liegt der Lohn der Mühe, denn man kann zu völlig neuen Erkenntnissen kommen und die begründen eine eigene Freiheit, in dem man sich vom Schachteldenken anderer befreit.

Wow, viele Worte. Der Ball ist in Deinem Feld :lol: :)p
Viele Grüße
Vicky

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Re: Alice junior

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 13:26 So wahr! Da kann ich ja nun wirklich ein Lied von singen...
Ich hatte ja meine psychosomatischen Probleme, die ich damals durch mein Doppelleben bekam, hier ja schon ein paar Mal geschildert, ich denke ihr wisst was ich meine.
Genau, Du hast Dich entwickelt, in dem Du Dein Frausein angenommen hast. Die psychosomatischen Reaktionen waren die "Krankheit" oder das Ungleichgewicht ... Du bist auf einem höheren Level gelandet ...

P.S. Ich weiß, das schreibt die Richtige ... ;-)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Alice junior

Post 7 im Thema

Beitrag von Carry »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 13:44 Das was Du austarieren nennst, ist in meinen Augen nichts anderes als den Status Quo zu erhalten.
Hey Vicky,

auf alle kann ich jetzt mal wieder gar nicht eingehen, da ich wenig Zeit habe ...leider....

Also erstmal eine wissenschaftliche Definition:

"Balancieren bedeutet, sich selbst, einen Gegenstand oder auch andere Personen unter dem Einfluss des Schwerefeldes im mechanischen Gleichgewicht zu halten, wobei das Gleichgewicht wie beim inversen Pendel durch fortwährende Feinkorrekturen erreicht wird, da die Position selbst instabil ist. Wikipedia"

Also versuche ich es mal mit einem Bild, das für Dich eventuell eingängig ist:
Laufen auf HighHeels ....

Die meisten Männer können das erstmal nicht, weil sie nicht daran gewöhnt sind - was passiert also, wenn das erste Mal hohe Schuhe getragen werden?
Man kommt aus dem Gleichgewicht!
Mit Übung und einem ständigen austarieren erreicht man eine gewisse Balance - die Beinmuskulatur und der Halteapperat gewöhnen sich an die neue Gangart und der Körper modifiziert währendessen die ganze Zeit die Muskeln. Diese verändern sich umso mehr, je mehr man in hohen Schuhen läuft.
Da ist nirgendwo auch nur ein Hauch von Stillstand.
Die Entwicklung findet statt, wenn Du feststellst, dass Du nun auf sagen wir mal 6cm Absätzen prima das Gleichgewicht halten kannst, denn dann probierst Du als nächstes beispielsweise 8cm ....was passiert? Genau! Der Körper muss die Gangart, die Muskulatur und den Halteapperat wieder anpassen - das tut er bei jedem einzelnen Schritt. Die "Schmerzen" der Entwicklung äußern sich in diesem Fall durch ordentlichen Muskelkater in den Waden, wenn man die ersten Male auf den hohen Hacken gelaufen ist.
Wieder wird irgendwann ein Gleichgewicht erreicht, aber im Hintergrund muss der Körper dafür permanent austarieren! Das geht gar nicht anders - eben weil es nicht der natürlichen Gangart des Menschen entspricht. Die kleinen Tarierungsprozesse und Modifikationen nimmt man nicht bewusst wahr, sie passieren einfach - aber in Bewegung ist ständig etwas.
Spüren tust Du das dann erst wieder bewusst, wenn Du den nächsten Schritt gehst - also 10cm Absätze - und zack: ist das Gleichgewicht erstmal wieder dahin - und du musste es wieder neu ausbalancieren.
Ergo = ein Gleichgewicht zu halten kann kein Stillstand sein!

Zu allem anderen später ...ich muss jetzt Feierabend machen :wink:

Liebe Grüße, Carry
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Re: Alice junior

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 13:44Gleichgewicht ist statisch, es bewegt sich nichts.
Kommt drauf an, welche Art Gleichgewicht:
Bildschirmfoto 2020-02-28 um 14.44.57.png
(Quelle)

Natürliche Systeme und auch Gesellschaften sind praktisch immer dynamische, d.h. Fliessgleichgewichte. Da sich die Umgebung aber logischerweise stetig verändert, muss auch die eigene Position stetig den neuen Kräfteverhältnissen angepasst werden. Gilt auch für die psychische Umgebung, die ja auch mit physischen Einflüssen in Wechslewirkung steht.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Alice junior

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Carry hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 14:33 Wieder wird irgendwann ein Gleichgewicht erreicht, aber im Hintergrund muss der Körper dafür permanent austarieren!
as bezweifle ich nicht, aber was ist das Ziel: oben bleiben, nicht Entwicklung. Die Entwicklung wäre gegeben, wenn man sich ein Paar vernünftige Schuhe kauft (moin) :D

Aber wer will das schon ? :)p :()b
Jaddy hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 14:49 Kommt drauf an, welche Art Gleichgewicht:
Gleichgewicht bedeutet immer Ruhe, egal welche Form des Gleichgewicht. Der Unterschied besteht darin, wie das System auf eine Störung reagiert.

Beim stationären Zustand, Wikipedia benutzt das Wort Fließgleichgewicht (habe ich als Strömungsmechanikerin noch nie gehört), ändert sich auch nichts mit der Zeit. Druckverhältnisse, Sohlhöhen, Fließgeschwindigkeiten, Wasserstände alles bleibt gleich, vulgo Gleichgewicht. Auch in der Statik wir der Begriff nicht anders verwendet. Alle Kräfte sind im Gleichgewicht => nichts bewegt sich.

(888)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Alice junior

Post 10 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: Fr 28. Feb 2020, 14:49 Kommt drauf an, welche Art Gleichgewicht...

mhm..

und da das Leben nicht eindimensional ist, bestehen immer mehrere Arten des Gleichgewichtes
im System "Leben".
Ein paar sich bewegende Gleichgewichte sollten auch kein Problem sein, sind aber vielleicht
mehrere "lebenswichtige Systeme" betroffen kann ein freier Fall ziemlich schnell beim
Aufschlagen im einen Stillstand enden. Oder einfach enden.

Es streiten sich doch schon lange die Geister ob nun in der Bewegung oder in der Ruhe die Kraft liegt.
Zum Leben gehört einfach beides und da sind die Kapazitäten der Personen doch sehr unterschiedlich.

Wir haben hier schon gesehen wie Personen aus dem Forum unter zu viel sich bewegenden Gleichgewichten
total den Boden unter den Füssen verloren haben oder auch zu einer gewissen Stabilität zurückgefunden haben.
Wenn man Scherben aufhebt, sollte man Handschuhe anhaben..also interagierende Gleichgewichte einbinden.

Ich könnte auch fragen was ist leichter zu "verdauen" Gleichgewichte auf Faktenbasis oder emotionale?
Ich glaube jedes emotionale labile Gleichgewicht wirkt schwerer als ein faktisches...aber die beeinflussen
sich ständig...

für mich ist ein ganzheitlich Marie-weites Gleichgewicht überlebenswichtig...

bei dem ganzen faktischen tuts mir schon fast im Gefühl weh...mal sehen ob des Kaisers Bart noch dran ist..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Alice junior

Post 11 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Dankeschön Jasmine, den Film will ich auf jeden Fall sehen. Hoffentlich läuft er bei mir in der Nähe ... Weiß zufällig eine_r von euch, ab wann er in Deutschland "normal" zu sehen ist, also nicht auf der Berlinale meine ich?

LG, Mirjam
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