Hallo erstmal zusammen,
wie der Threadtitel schon sagt, sitze ich Zuhause und sollte aber draußen sein :/.
Heute wäre wieder ein Stammtisch bei mir in der nähe, auf den ich mich schon seit Wochen gefreut hab, endlich wieder raus und vor allem unter Menschen, Menschen die mich vllt ein wenig verstehen können, welche, mit denen ich mich austauschen kann, neues lerne und vielleicht weitere Stützen für meine eigene Orjentierung und Ausrichtung des eigenen "neuen" Weges finde.
Jetzt sitze ich da und mich halt mein MUt verlassen , mein Optimismus und Tatendrang, all mein Elan, meinen Weg zu gehen, wessen Ende ich noch nicht kenne, so holprig er sein mag, sicheren Schrittes mit dem Herz in der Hand, scheint plötzlich eine Mauer vor mir, die ich nicht zu überwinden weiß.
Anstatt den Blick nach vorn gerichtet, scheint mein Nacken erstarrt , rückblickend die Gedanken in der Vergangenheit versenkt und die auftauchende Angst vor dem was kommen mag, verkrieche ich mich wiedr in mein Mauseloch.
Ja, ich würde so gerne und trau mich nicht mehr, aber wieso diese plötzliche "Barrikade" ? Schien es doch gut voranzugehen, ich wurde mutiger , war draussen und am shoppen , fast schon selbstverständlich, auch wenn nicht oft, hatte ich kaum Probleme damit die letzten male , auch wenn ich shoppen bisher nur im MM unterwegs war.
Letztes Wochenende, hatte ich mein erstes Outin meiner Mutter und meiner Schwester gegenüber, welches, sagen wir "durchwachsen" aufgenommen wurde, Meine Mutter hat es überhaupt nicht verstanden , erst jetzt langsam, nachdem sie Gespräche mit mir und meinem Stievvater geführt hat, lockert sich langsam ihre Einstellung dem gegenüber und sie informiert sich natürlich auch allgemein über das Thema Trans* , welches für sie absolutes Neuland ist.
Das braucht etwas Zeit und das verstehe ich. Meine Schwester hat es recht gelassen aufgenommen mit der Bemerkung "wir leben im 21. Jahrhundert,, warum nicht, ist doch heute nichts besonderes mehr" aber auch mit der Ergänzung, ganz "normal" finde sie es auch nicht, wie sollen da erst meine erzkonservativen Bekannten auf dem Lamnde reagieren O.O ?!
Diese Erfahrung lässt mich nun seit Tagen , über meinen "Weg" und die "Gefahren" und Steine , den er mit sich bringen kann nachdenken. Sollte ich den Weg weiter gehen wollen, käme ich um weiter Outings nicht herum , was mir große Sorgen bereitet, mich wieder Zuhause verkriechen lässt und ich mir die FRage stelle , ob ich nicht einfach weiter "leide" ,aber wie lange wird das gut gehen?
Woher aber kommt diese Angst unbd warum?
Ich hab Angst ,nicht als Frau gesehen zu werden, sondern als "verkleideter Mann" , alleine Abends mit den Öffentlichen zu fahren um im schlimmsten Fall Anfeindungen und Übergriffen ausgeliefrt zu sein bereitet mir unbehagen, oder sind das nur Ausreden um mich meiner selbst nicht stellen zu müssen?
Diese Angst kann ich teilweise begründen und vielleicht verständlich machen, wenn ich euch versuche zu erklären, in welchen sozialen "Verhältnissen" ich aufgewachsen bin.
Ich bin ein Dorfkind und Scheidungskind, dass schon früh häufig umziehen musste und sich immer wieder aufs neue anpassen musste um schnell akzeptiert zu werden, ich hab das "Anpassen" also "gelernt". DIe Menschen in meinem Umfeld in dem ich aufwuchs, leben in ihrer eigenen kleinen Welt, in der alles anderstartige meist ausgeschlossen wurde und so manch anderstartiger Mensch den Hass der Leute zu spüren bekam. DIe politische Ausrichtung und Gedankengut, geht - und da traue ich mir jetzt eine Mutmaßung zu, zu 90% , von rechts der Mitte, bis weit nach rechts aussen und viele halten an altmodischem Gedankengut fest.
Ich bin froh, früh von Zuhause ausgezogen zu sein und durch meine vielen Umzüge, so viele verschiedene und interessante Menschen kennen gelernt zu haben und dadurch meinen Horizont erweitert zu haben. Ich selbst hab immer versucht jeden so zu akzeptieren wie er ist und das tue ich auch heute noch und umso mehr, da ich ja selbst akzeptiert und toleriert werden möchte, was viele aus meiner alten Heimat nicht können, oder wollen.
Und eben aus dieser Erfahrung heraus und dass ich Menschen persönlich kenne, die vor Gewalt nicht zurückschrecken und wie solche Menschen reagieren "können", lähmt es mich geradezu alleine rauszugehen und mein Outing weiter voranzutreiben.
Aus Angst vor ANfeindungen hier - und davor , was passieren könnte , würden das alte Bekannte mitbekommen , ich könnte nicht mehr ruhigen Gewissens dorthin zurück, wenn mir meine Gesundheit und wohlergehen wichtig ist. Das hat auch meine Schwester nochmal bestätigt, dass das schwierig werden könnte als ich das erwähnt habe, welche ja auch dort aufgewachsen ist.
Also ist da auch die Angst vor solzialer Abgeschiedenheit, noch mehr als eh schon und ich weiß nicht ob das für mich lebbar wäre so.
Was also tun, weiter wie bisher, alles lassen wie es ist ? Auch die Folgen kann ich nicht abschätzen was das psychisch mit mir macht, oder finde ich einen anderen Weg um damit umzugehen.....
irgendwie komme ich da gerade nicht heraus aus dieser "Gedankenwelt" , was mich wieder mehr Zuhause verkriechen lässt, im MM möchte ich einfach nicht raus un im "FM" traue ich mich nicht mehr und das wo ich mich schon relativ sicher gefühlt habe.
Heute war ich bei meiner Psychologin, bei der ich schon wegen Depressionen war , welche mit dem Thema Trans* leider keine Erfahrung hat, und mir direkt ne Überweisung ausgestellt hat, wo ich mich in der Uniklinik melden soll, da dort wohl auch Psychotherapeuten zum Thema Trans* sitzen, aber bis ich da wieder einen Termin bekomme, das wird wieder dauern, erreicht habe ich dort heute leider niemanden telefonisch, aber das würde mir sicher weiterhelfen. Einen Termin haab ich noch Ende März, bei einer DIe auf die Them,atik spezalisiert ist, aber nur Selbstzahler, was für mich auf dauer nicht tragbar ist
Könnt ihr meine Gedanken und Gefühle ein Stück weit nachvollziehen, oder kennt diese selber - und wenn, wie seit ihr damit umgegangen ?
euch ein schönes Wochenende
eine etwas deprimierte und hilflose Maxime