Zwischenbericht
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Nicola
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Zwischenbericht
Hallo ihr lieben, wie schon an anderen Orten in diesem Forum beschrieben ordne ich mich nicht in das binäre System ein, sondern sehe mich irgendwo dazwischen, in letzter Zeit eher etwas mehr auf der weiblichen Seite, dies ist aber auch je nach Tag und Situation unterschiedlich. Vor gut 2 Jahren ging ich das erste mal zu einem Psychologen der sich mit der Thematik auskennt und möchte euch berichten was sich seither getan hat. Ich hatte schon immer eine starke weibliche Seite und wünschte mir schon als Kind, ich kannte damals noch keinen anderen Ausdruck, ein Zwitter zu sein. Es war jedoch eine Fantasie von der ich mir lange nicht vorstellen konnte das ich sie umsetzen und leben könne und so versuchte ich immer wieder äusserlich als Mann im Leben klarzukommen. Als ich am Anfang zum Psychologen ging, war ich noch der Ansicht dass ich eine Strategie entwickeln könne, um mit der Diskrepanz zwischen meinem körperlichen und meine gefühlten Geschlecht klarzukommen. Dieser Ansicht löste sich jedoch schnell auf und so begann ich mein äusserliche Erscheinungsbild zu ändern und damit zu experimentieren. Gut ein Jahr später entschloss ich Hormone zu nehmen, mein Psychologe unterstützte mich von Anfang an und so konnte ich sehr schnell mit der HET beginne, ich habe im Forum auch schon darüber berichtet. Hier habe ich eine Auflistung von verschiedenen Aspekten zusammengestellt, um aufzuzeigen was sich verändert hat und wo ich Heute stehe.
Gefühlsebene:
Seit beginn habe ich ein Art Aufbruchsstimmung und seit ich die Hormone nehme fühle ich mich ausgeglichener und bin kommunikativer geworden. Früher hatte ich immer wieder kleinere und manchmal auch grössere Depressionen, diese sind seit ich den Weg gehe nicht mehr gekommen.
Beziehung:
Meine Frau mit der ich schon 20 Jahre zusammen bin, teilte ich schon vor dem ersten Besuch beim Psychologen meine Gefühle mit und sie begleitet mich auf diesem Weg, habe im Forum auch schon darüber berichtet. Nach einer grösseren Krise haben wir uns wieder gefunden, haben uns neu verliebt und wenn es auch nicht immer einfach ist, wurde unsere Beziehung bereichert und intensiver als je zu vor.
Medizinisches:
Mache seit knap 10 Monaten eine HET ohne Antiandrogene.
Logopädie/Stimmtraining bis jetzt 3 Sitzungen, hat noch nicht soviel gebracht, werde ich nochmals in Angriff nehmen.
Bartepilation mit Laser, der Erfolg ist mässig da ich sehr viele helle Haare habe, muss noch weiter schauen.
Eine GaOp ist bis jetzt keine Option, da ein weibliches Genital mir auch nicht wirklich entsprechen würde.
Gang:
Weiblicherer gang wäre schön, da ich jedoch seit meiner Kindheit ein kleines Problem mit der Motorik meiner Beine haben, fragen mich die Leute immer wieder ob ich eine Verletzung habe, versuch einfach nicht zu fest aufzufallen beim gehen.
Körper:
Körperhaare rasieren ich nicht absolut konsequent, habe zum Glück nicht so viel, Brust zum Glück nur ein paar Härchen die ich immer zupfe, Augenbrauen zupfe und trimme ich immer.
Fussnägel gelegentlich im Sommer rot oder silber, Fingernägel öfters mit leichtem glitzer.
Gesicht mit Abdeckcreme, Kajal und Mascara oft für den Ausgang abends, jedoch eher dezent aber sichtbar.
Kopfhaar ist gut Schulterlang und blond getönt, leider nicht mehr ganz so dicht, meistens offen, gelegentlich noch oben zusammengenommen und mit Stirnband damit man die Geheimratsecken nicht sieht. Perücke trage ich ganz selten da ich mich damit nicht so wohl fühle, auch wenn ich schon Komplimente dafür bekommen habe und die Leute meistens meinen es seien meine echten Harre.
Kleidung:
Longshirts, lange Pullis, manchmal auch Rock oder irgendwas dazwischen z.B. elastischer Schlauch bis maximal zu den Knien über Hosen getragen, dann auch eher damenhafte Halstücher Jacken und Mäntel, oft farbige oder elegante Turnschuhe, manchmal auch Stiefel mit kleinen Absätzen, da ich Grösse 46 habe ist die Auswahl beschränkt.
Slips aus der Männerabteilung entsprechen mehr meiner Anatomie und der Tragkomfort ist somit einfach besser (habe schon Damenslips von meiner Frau probiert). BHs besitze ich, trag ich jedoch sehr selten, auch die Silis bleiben meistens zuhause, Spaghetti Tops gefallen mir wesentlich besser und finde ich ausreichend für meine noch recht kleinen Busen, mal schauen was da noch kommt, freue mich auf jeden Fall dass sie langsam grösser werden.
Handtasche öfters dabei, jedoch kein extrem weibliches Modell, je nach Anlass leih ich mir eine bei meiner Frau, sie bedient sich auch manchmal bei mir.
Schmuck:
Immer Ohrstecker, manchmal kleinere dann wieder etwas grösseres farbiges, oft Halskettchen von fein bis auffällig farbig, je nach Anlas, Ringe und manchmal Armband.
Outing/Anrede:
Wie in diesem Forum auch schon beschrieben habe ich mich Anfang dieses Jahres in meinem Freundeskreis geoutet und werde von den meisten mit meinem neuen Namen Nicola, dementsprechenden Anrede und Pronomen angesprochen (neutral oder weiblich).
Gelegentlich werde ich auch in der Öffentlichkeit als Frau angesprochen, als ich vor kurzem mit einer ältere Dame ins Gespräch kam und sie anschliessend noch mit meiner Frau weiter redete, sagte sie bezugnehmend auf mich, die Dame der Herr, es fühlte sich richtig gut an. Als ich meinem Hausarzt sagte er solle mich nicht mehr mit Herr ansprechen sonder neutral oder weiblich, fragte er mich ob es für mich gut sei wenn er mich mit Nicola und sie anreden würde, der Vorschlag gefiel mir.
Akzeptanz:
Ausser einer negativen Reaktion eines Verwandten und gelegentlich zurückhaltendem verhalten keine Probleme, auch nicht in der Öffentlichkeit. Vor kurzem hat sich ein Freund mit dem ich nicht mehr so viel Kontakt habe, als ich ihm mitgeteilt habe das ich eine neuen Namen habe und wie ich angesprochen werden möchte, sich bedankt für die Mitteilung und mir zu dem mutigen Schritt gratuliert.
In der Öffentlichkeit:
Als ich vor kurzem nach dem Kino aufs Klo ging, versuchte ich es zuerst auf der Herrentoilette, da alle Kabinen jedoch besetzt waren, ich nicht ans Pissoir wollte und mich einige irgendwie anstarrten ging ich wieder raus und aufs Damenklo, fühle mich dort wohler. Ich weiss nicht ob jemand mich beim Wechsel beobachtet hat, auf jeden Fall hat niemand etwas gesagt.
Wie es sich in einer Gesellschaft leben lässt, in der ein drittes Geschlecht nicht wirklich existiert und meistens nicht zugeordnet werden kann, weiss ich auch noch nicht genau. Es wird wohl immer wieder ein Balanceakt sein, möglichst ich selbst zu bleiben und mich in der Öffentlichkeit trotzdem nicht zu sehr zu exponieren. Das mein Gegenüber von meiner äusseren Erscheinung gelegentlich irritiert sein wird, muss ich wohl in Kauf nehmen. Bis jetzt bin ich mit dem Verlauf jedoch ganz zufrieden und freue mich das sich mein Körper in die weibliche Richtung verändert.
Liebe Grüsse Nicola
Gefühlsebene:
Seit beginn habe ich ein Art Aufbruchsstimmung und seit ich die Hormone nehme fühle ich mich ausgeglichener und bin kommunikativer geworden. Früher hatte ich immer wieder kleinere und manchmal auch grössere Depressionen, diese sind seit ich den Weg gehe nicht mehr gekommen.
Beziehung:
Meine Frau mit der ich schon 20 Jahre zusammen bin, teilte ich schon vor dem ersten Besuch beim Psychologen meine Gefühle mit und sie begleitet mich auf diesem Weg, habe im Forum auch schon darüber berichtet. Nach einer grösseren Krise haben wir uns wieder gefunden, haben uns neu verliebt und wenn es auch nicht immer einfach ist, wurde unsere Beziehung bereichert und intensiver als je zu vor.
Medizinisches:
Mache seit knap 10 Monaten eine HET ohne Antiandrogene.
Logopädie/Stimmtraining bis jetzt 3 Sitzungen, hat noch nicht soviel gebracht, werde ich nochmals in Angriff nehmen.
Bartepilation mit Laser, der Erfolg ist mässig da ich sehr viele helle Haare habe, muss noch weiter schauen.
Eine GaOp ist bis jetzt keine Option, da ein weibliches Genital mir auch nicht wirklich entsprechen würde.
Gang:
Weiblicherer gang wäre schön, da ich jedoch seit meiner Kindheit ein kleines Problem mit der Motorik meiner Beine haben, fragen mich die Leute immer wieder ob ich eine Verletzung habe, versuch einfach nicht zu fest aufzufallen beim gehen.
Körper:
Körperhaare rasieren ich nicht absolut konsequent, habe zum Glück nicht so viel, Brust zum Glück nur ein paar Härchen die ich immer zupfe, Augenbrauen zupfe und trimme ich immer.
Fussnägel gelegentlich im Sommer rot oder silber, Fingernägel öfters mit leichtem glitzer.
Gesicht mit Abdeckcreme, Kajal und Mascara oft für den Ausgang abends, jedoch eher dezent aber sichtbar.
Kopfhaar ist gut Schulterlang und blond getönt, leider nicht mehr ganz so dicht, meistens offen, gelegentlich noch oben zusammengenommen und mit Stirnband damit man die Geheimratsecken nicht sieht. Perücke trage ich ganz selten da ich mich damit nicht so wohl fühle, auch wenn ich schon Komplimente dafür bekommen habe und die Leute meistens meinen es seien meine echten Harre.
Kleidung:
Longshirts, lange Pullis, manchmal auch Rock oder irgendwas dazwischen z.B. elastischer Schlauch bis maximal zu den Knien über Hosen getragen, dann auch eher damenhafte Halstücher Jacken und Mäntel, oft farbige oder elegante Turnschuhe, manchmal auch Stiefel mit kleinen Absätzen, da ich Grösse 46 habe ist die Auswahl beschränkt.
Slips aus der Männerabteilung entsprechen mehr meiner Anatomie und der Tragkomfort ist somit einfach besser (habe schon Damenslips von meiner Frau probiert). BHs besitze ich, trag ich jedoch sehr selten, auch die Silis bleiben meistens zuhause, Spaghetti Tops gefallen mir wesentlich besser und finde ich ausreichend für meine noch recht kleinen Busen, mal schauen was da noch kommt, freue mich auf jeden Fall dass sie langsam grösser werden.
Handtasche öfters dabei, jedoch kein extrem weibliches Modell, je nach Anlass leih ich mir eine bei meiner Frau, sie bedient sich auch manchmal bei mir.
Schmuck:
Immer Ohrstecker, manchmal kleinere dann wieder etwas grösseres farbiges, oft Halskettchen von fein bis auffällig farbig, je nach Anlas, Ringe und manchmal Armband.
Outing/Anrede:
Wie in diesem Forum auch schon beschrieben habe ich mich Anfang dieses Jahres in meinem Freundeskreis geoutet und werde von den meisten mit meinem neuen Namen Nicola, dementsprechenden Anrede und Pronomen angesprochen (neutral oder weiblich).
Gelegentlich werde ich auch in der Öffentlichkeit als Frau angesprochen, als ich vor kurzem mit einer ältere Dame ins Gespräch kam und sie anschliessend noch mit meiner Frau weiter redete, sagte sie bezugnehmend auf mich, die Dame der Herr, es fühlte sich richtig gut an. Als ich meinem Hausarzt sagte er solle mich nicht mehr mit Herr ansprechen sonder neutral oder weiblich, fragte er mich ob es für mich gut sei wenn er mich mit Nicola und sie anreden würde, der Vorschlag gefiel mir.
Akzeptanz:
Ausser einer negativen Reaktion eines Verwandten und gelegentlich zurückhaltendem verhalten keine Probleme, auch nicht in der Öffentlichkeit. Vor kurzem hat sich ein Freund mit dem ich nicht mehr so viel Kontakt habe, als ich ihm mitgeteilt habe das ich eine neuen Namen habe und wie ich angesprochen werden möchte, sich bedankt für die Mitteilung und mir zu dem mutigen Schritt gratuliert.
In der Öffentlichkeit:
Als ich vor kurzem nach dem Kino aufs Klo ging, versuchte ich es zuerst auf der Herrentoilette, da alle Kabinen jedoch besetzt waren, ich nicht ans Pissoir wollte und mich einige irgendwie anstarrten ging ich wieder raus und aufs Damenklo, fühle mich dort wohler. Ich weiss nicht ob jemand mich beim Wechsel beobachtet hat, auf jeden Fall hat niemand etwas gesagt.
Wie es sich in einer Gesellschaft leben lässt, in der ein drittes Geschlecht nicht wirklich existiert und meistens nicht zugeordnet werden kann, weiss ich auch noch nicht genau. Es wird wohl immer wieder ein Balanceakt sein, möglichst ich selbst zu bleiben und mich in der Öffentlichkeit trotzdem nicht zu sehr zu exponieren. Das mein Gegenüber von meiner äusseren Erscheinung gelegentlich irritiert sein wird, muss ich wohl in Kauf nehmen. Bis jetzt bin ich mit dem Verlauf jedoch ganz zufrieden und freue mich das sich mein Körper in die weibliche Richtung verändert.
Liebe Grüsse Nicola
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exuserin-2017-01-16
Re: Zwischenbericht
Hallo Nicola, schöner Bericht! Ich freue mich wenn deine Frau den Weg mit dir gemeinsam gehen will,leider ist das nicht bei allen von uns so.
Dein erster Teil deines Berichtes könnte auch von mir sein. Als ich zum ersten Mal beim Psychologen war dachte ich auch es gibt einen weg oder eine Lösung für beide Seiten meiner Seele. Mittlerweile ist mir klar das es nur eine Seite geben wird mit der ich dauerhaft glücklich sein kann.das ständige hin und her gerissen sein zwischen Mann und Frau geht bei mir nicht. Viel Kraft auf deinem weg
Lg Uta
Dein erster Teil deines Berichtes könnte auch von mir sein. Als ich zum ersten Mal beim Psychologen war dachte ich auch es gibt einen weg oder eine Lösung für beide Seiten meiner Seele. Mittlerweile ist mir klar das es nur eine Seite geben wird mit der ich dauerhaft glücklich sein kann.das ständige hin und her gerissen sein zwischen Mann und Frau geht bei mir nicht. Viel Kraft auf deinem weg
Lg Uta
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SimoneB
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Re: Zwischenbericht
Hallo Nicola,
ich finde Deinen Bereich auch sehr schön und auch sehr informativ. Ich wünsche Dir alles gute auf Deinen Weg. Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht.
@Uta: es ist sehr aufschlußreich, dass Du sagst, dass ein Hin und Her zwischen beiden Seiten bei dir nicht geht. eigentlich hatte ich diesen Weg für mich erstmal gesehen, aber die Zeit wird es zeigen, wie ich damit umgehe und zu dem gleichen Schluß kommen werde. Ich wünsche auch Dir alles Gute auf Deinen Weg. Beim Psychologen war ich noch nicht, aber das kann ja noch kommen.
lg
simone
ich finde Deinen Bereich auch sehr schön und auch sehr informativ. Ich wünsche Dir alles gute auf Deinen Weg. Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht.
@Uta: es ist sehr aufschlußreich, dass Du sagst, dass ein Hin und Her zwischen beiden Seiten bei dir nicht geht. eigentlich hatte ich diesen Weg für mich erstmal gesehen, aber die Zeit wird es zeigen, wie ich damit umgehe und zu dem gleichen Schluß kommen werde. Ich wünsche auch Dir alles Gute auf Deinen Weg. Beim Psychologen war ich noch nicht, aber das kann ja noch kommen.
lg
simone
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Valerie Bellegarde
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Re: Zwischenbericht
Liebe Nicola,
Super Bericht, sehr klar und informativ. Sehe jetzt manches klarer bei diesem Thema. Ich mag auch deine Art, wie du schreibst, sehr unaufgeregt und sachlich.
Liebe Grüße, Valerie
Super Bericht, sehr klar und informativ. Sehe jetzt manches klarer bei diesem Thema. Ich mag auch deine Art, wie du schreibst, sehr unaufgeregt und sachlich.
Liebe Grüße, Valerie
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Nicola
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Re: Zwischenbericht
Vielen Dank für eure positiven Rückmeldungen die mich sehr gefreut haben und mir gut tun. In der Selbsthilfegruppe bin ich eher eine Randerscheinung und einmal sagte mir jemand das Leute die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen der Akzeptanz von Transfrauen schaden würden, dafür sei unserer Gesellschaft noch nicht bereit. Als ich sie darauf aufmerksam machte, das ich auch so jemand sei entschuldigte sie sich, es zeigt jedoch wie wenig Verständnis sie dafür aufbringt.
LG Nicola
LG Nicola
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Nicola
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Re: Zwischenbericht
Meine Lieben,
es ist schon über zwei Jahre her, dass ich in diesem Tread berichtet habe. Vor zwei Jahren habe ich eine Namensänderung gemacht und habe mich überall geoutet. Auch wenn ich mich als nicht binär einordne, fühle ich mich wohler wenn ich dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werde, ich stelle mich den Leuten auch so vor. Meine Transition verläuft sehr fliessend, für mich gibt es keinen klaren Männer oder Frauen Modus. Jetzt wo wieder die warme Jahreszeit kommt, habe ich angefangen gelegentlich im Rock rauszugehen. Nicht nur ins Auto und jemanden besuchen, sondern auch zu Fuss aus dem Haus wo es einen belebten Platz hat, und fahre dann mit Strassenbahn in die Innenstadt. Als ich vor kurzem mit meiner Frau in der Stadt war meinte sie, dass die Leute uns immer wieder besonders anschauen würden. Als ich ihr sagte, dass dies wahrscheinlich mehr daran liegen würde weil wir uns an der Hand hielten und es weniger wegen mir sie, meinte sie so habe sie sich dies gar noch nicht überlegt.
Ich fühle mich sehr wohl in diesem Zwischenbereich, sobald die Leute mich einem der üblichen Geschlechter zuordnen können, sind sie meistens zufrieden, welches es dann ist spielt für sie gar keine so grosse Rolle. Ich merke jedoch wie sich die Linie immer mehr auf die weibliche Seite verschiebt. In unserer binären Gesellschaft gibt es nicht sehr viel Verständnis für ein -«Dazwischen-», da es für die meisten Menschen nicht existiert, ich stelle jedoch fest, wenn jede_r seine Entscheidung welchem Geschlecht er_sie mich zuordnet selber trifft, es gar nicht so viel Irritation verursacht.
Es gibt auch Situationen wo ich mich bemühe möglichst weiblich zu wirken um nicht zu sehr zu irritieren, z. B. wenn ich einen Termin auf der Bank habe. An festliche Anlässe habe ich auch oft das Bedürfnis mich eher feminin zu geben.
In dem WDR: Film (Quarks) über intersexuelle Menschen auf den Anne-Mette hingewiesen hat https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 59&t=15899 gibt es eine stelle wo der Vater von seinem intergeschlechtlichen Kind Inge erzählt, dass es bei einem Schulwechsel vor die Klasse getreten sei und gesagt habe -«ich bin Junge, ich bin Mädchen-» und damit sei die Sache erledigt gewesen. Diese Aussage hat mich sehr berührt, ich bin nicht intergeschlechtlich, und wenn ich körperlich so gewesen wäre, hätte man sicher an mir rumgeschnipselt, aber genau so habe ich mich als Kind gefühlt und fühle mich heute noch so.
Ich habe keine Personenstandsänderung gemacht, falls in der Schweiz die dritte Option auch möglich wird, werde ich sie sicher beantragen. Ich habe jedoch mit der Namensänderung überall um eine neutrale oder weibliche anrede gebeten. Da neutral nicht vorgesehen ist haben dann alle auf weiblich gewechselt. Banken, Versicherungen inkl. KK und sonstige Mitgliedschaften.
Es gibt mir eine innere Zufriedenheit mich so zu kleiden wie ich mich wohl fühle und mich die Menschen so annehmen. Blicke erhalte ich gelegentlich, blöd angemacht hat mich bis jetzt noch niemand.
LG Nicola
es ist schon über zwei Jahre her, dass ich in diesem Tread berichtet habe. Vor zwei Jahren habe ich eine Namensänderung gemacht und habe mich überall geoutet. Auch wenn ich mich als nicht binär einordne, fühle ich mich wohler wenn ich dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werde, ich stelle mich den Leuten auch so vor. Meine Transition verläuft sehr fliessend, für mich gibt es keinen klaren Männer oder Frauen Modus. Jetzt wo wieder die warme Jahreszeit kommt, habe ich angefangen gelegentlich im Rock rauszugehen. Nicht nur ins Auto und jemanden besuchen, sondern auch zu Fuss aus dem Haus wo es einen belebten Platz hat, und fahre dann mit Strassenbahn in die Innenstadt. Als ich vor kurzem mit meiner Frau in der Stadt war meinte sie, dass die Leute uns immer wieder besonders anschauen würden. Als ich ihr sagte, dass dies wahrscheinlich mehr daran liegen würde weil wir uns an der Hand hielten und es weniger wegen mir sie, meinte sie so habe sie sich dies gar noch nicht überlegt.
Ich fühle mich sehr wohl in diesem Zwischenbereich, sobald die Leute mich einem der üblichen Geschlechter zuordnen können, sind sie meistens zufrieden, welches es dann ist spielt für sie gar keine so grosse Rolle. Ich merke jedoch wie sich die Linie immer mehr auf die weibliche Seite verschiebt. In unserer binären Gesellschaft gibt es nicht sehr viel Verständnis für ein -«Dazwischen-», da es für die meisten Menschen nicht existiert, ich stelle jedoch fest, wenn jede_r seine Entscheidung welchem Geschlecht er_sie mich zuordnet selber trifft, es gar nicht so viel Irritation verursacht.
Es gibt auch Situationen wo ich mich bemühe möglichst weiblich zu wirken um nicht zu sehr zu irritieren, z. B. wenn ich einen Termin auf der Bank habe. An festliche Anlässe habe ich auch oft das Bedürfnis mich eher feminin zu geben.
In dem WDR: Film (Quarks) über intersexuelle Menschen auf den Anne-Mette hingewiesen hat https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 59&t=15899 gibt es eine stelle wo der Vater von seinem intergeschlechtlichen Kind Inge erzählt, dass es bei einem Schulwechsel vor die Klasse getreten sei und gesagt habe -«ich bin Junge, ich bin Mädchen-» und damit sei die Sache erledigt gewesen. Diese Aussage hat mich sehr berührt, ich bin nicht intergeschlechtlich, und wenn ich körperlich so gewesen wäre, hätte man sicher an mir rumgeschnipselt, aber genau so habe ich mich als Kind gefühlt und fühle mich heute noch so.
Ich habe keine Personenstandsänderung gemacht, falls in der Schweiz die dritte Option auch möglich wird, werde ich sie sicher beantragen. Ich habe jedoch mit der Namensänderung überall um eine neutrale oder weibliche anrede gebeten. Da neutral nicht vorgesehen ist haben dann alle auf weiblich gewechselt. Banken, Versicherungen inkl. KK und sonstige Mitgliedschaften.
Es gibt mir eine innere Zufriedenheit mich so zu kleiden wie ich mich wohl fühle und mich die Menschen so annehmen. Blicke erhalte ich gelegentlich, blöd angemacht hat mich bis jetzt noch niemand.
LG Nicola
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sbsr
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Re: Zwischenbericht
Hallo Nicola,
es ist immer schön zu hören, dass jemand angekommen und nun das Leben ein Stück zufriedener geworden ist.
es ist immer schön zu hören, dass jemand angekommen und nun das Leben ein Stück zufriedener geworden ist.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Nicola
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Re: Zwischenbericht
Hallo meine Lieben, hier wieder mal ein Update.
Ein neuer Personenstand zu Weihnachten.
Auch wenn ich mich nicht 100%-tig als Frau definiere, fühle ich mich ganz wohl, wenn ich als solche wahrgenommen werde. Da es sehr lange dauert bis Gesetzesentwürfe umgesetzt werden, auf jeden Fall in der Schweiz, habe ich beschlossen nicht abzuwarten, sonder jetzt eine Personenstandänderung zu beantragen. Zur Information, die Regierung setzt sich für eine Vereinfachung der Personenstandänderung ein, hier ein Pressemitteilung dazu, https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/aktu ... 2-063.html bis diese jedoch in kraft tritt, dauert es voraussichtlich noch ein paar Jahre. Die Einführung einer "Dritten Option" wird geprüft, wenn und ob diese überhaupt eingeführt wir steht noch in den Sternen.
Ich hatte juristische Unterstützung und habe mit dieser einen Trans*Lebenslauf erstellt. Dann noch ein aktuelles Schreiben von einem Psychologen, bei dem ich vor etwa 3 Jahren ein paar Sitzungen hatte beigelegt, in diesem hielt er in zwei Sätzen fest, dass ich Trans bin, als Frau lebe und sich daran mit grosser Wahrscheinlichkeit nichts mehr ändern würde.
Dann habe ich alles an das Zivilgericht gesendet, bekam dann einen Brief an Frau "¦ mit dem Hinweis, dass mein Gesuch nach Bezahlung der beiliegenden Rechnung bearbeitet würde und dass wenn ich nichts dagegen hätte, auf eine Verhandlung verzichtet würde.
Drei Wochen später kam dann der Brief in dem mir mitgeteilt wurde, dass die gesuchstellende Partei, damit war ich gemeint, nunmehr weiblichen Geschlechts ist.
Hätte nicht gedacht das es so schnell und problemlos durchgeht. Mit grosser Freude habe ich dann mit meiner Frau darauf angestossen.
LG Nicola
Ein neuer Personenstand zu Weihnachten.
Auch wenn ich mich nicht 100%-tig als Frau definiere, fühle ich mich ganz wohl, wenn ich als solche wahrgenommen werde. Da es sehr lange dauert bis Gesetzesentwürfe umgesetzt werden, auf jeden Fall in der Schweiz, habe ich beschlossen nicht abzuwarten, sonder jetzt eine Personenstandänderung zu beantragen. Zur Information, die Regierung setzt sich für eine Vereinfachung der Personenstandänderung ein, hier ein Pressemitteilung dazu, https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/aktu ... 2-063.html bis diese jedoch in kraft tritt, dauert es voraussichtlich noch ein paar Jahre. Die Einführung einer "Dritten Option" wird geprüft, wenn und ob diese überhaupt eingeführt wir steht noch in den Sternen.
Ich hatte juristische Unterstützung und habe mit dieser einen Trans*Lebenslauf erstellt. Dann noch ein aktuelles Schreiben von einem Psychologen, bei dem ich vor etwa 3 Jahren ein paar Sitzungen hatte beigelegt, in diesem hielt er in zwei Sätzen fest, dass ich Trans bin, als Frau lebe und sich daran mit grosser Wahrscheinlichkeit nichts mehr ändern würde.
Dann habe ich alles an das Zivilgericht gesendet, bekam dann einen Brief an Frau "¦ mit dem Hinweis, dass mein Gesuch nach Bezahlung der beiliegenden Rechnung bearbeitet würde und dass wenn ich nichts dagegen hätte, auf eine Verhandlung verzichtet würde.
Drei Wochen später kam dann der Brief in dem mir mitgeteilt wurde, dass die gesuchstellende Partei, damit war ich gemeint, nunmehr weiblichen Geschlechts ist.
Hätte nicht gedacht das es so schnell und problemlos durchgeht. Mit grosser Freude habe ich dann mit meiner Frau darauf angestossen.
LG Nicola
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Engelchen
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Re: Zwischenbericht
Dann gratuliere ich von Herzen Frau Nicola...Nicola hat geschrieben: So 22. Dez 2019, 13:11 Hätte nicht gedacht das es so schnell und problemlos durchgeht. Mit grosser Freude habe ich dann mit meiner Frau darauf angestossen.
LG Nicola
Liebe Grüße
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
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NikolaAusR
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Re: Zwischenbericht
Grüezi Nicola,
auch Dir die besten Glückwünsche
Auch wenn die PÄ zu weiblich für Dich nur ein Kompromiss ist, so bildet sie deine Lebenswirklichkeit wohl doch besser ab als der bisherige Eintrag.
Nun ja, was bei uns die CDU /CSU ist habt ihr in der SVP.
Der Konservatismus missachtet hier wie da gerne einmal die Menschenwürde und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.
Schön zu lesen, dass Du eine Partnerin an deiner Seite hast, die solch einen Anlass auch gerne mit Dir feiert
Liebe Grüße
Nikola
auch Dir die besten Glückwünsche
Auch wenn die PÄ zu weiblich für Dich nur ein Kompromiss ist, so bildet sie deine Lebenswirklichkeit wohl doch besser ab als der bisherige Eintrag.
Nun ja, was bei uns die CDU /CSU ist habt ihr in der SVP.
Der Konservatismus missachtet hier wie da gerne einmal die Menschenwürde und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.
Schön zu lesen, dass Du eine Partnerin an deiner Seite hast, die solch einen Anlass auch gerne mit Dir feiert
Liebe Grüße
Nikola
Wer trans* sagt muss auch cis sagen
Klar definier ich mich binär :-)
01000110 % weiblich
Klar definier ich mich binär :-)
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Nicola
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Re: Zwischenbericht
Danke für die Glückwünsche.
Liebe Grüsse und frohe Weihnachten
Nicola
Liebe Nikola, ja genau so empfinde ich es.NikolaAusR hat geschrieben: So 22. Dez 2019, 14:19 Auch wenn die PÄ zu weiblich für Dich nur ein Kompromiss ist, so bildet sie deine Lebenswirklichkeit wohl doch besser ab als der bisherige Eintrag.
Liebe Grüsse und frohe Weihnachten
Nicola