Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?
Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ? - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
biene38
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 16 im Thema

Beitrag von biene38 »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 01:13
Emma hat geschrieben: Vor 30 Jahren gab es 3000 Transsexuelle in Deutschland, heute sind es 24.000. Immer mehr Frauen fliehen in das andere Geschlecht. Warum? Ist es für junge Frauen ein Hype, das Geschlecht zu wechseln, statt die Geschlechterrolle zu sprengen? Und bereuen sie so manches Mal den Schritt?
biene38 hat geschrieben: So 22. Dez 2019, 15:37 Aber diese Frage wird zu recht gestellt.
Ist nicht mit eine Ursache für diese ansteigende Zahl, dass sich Männer in einer aktuell sehr eingeengten männlichen Geschlechterrolle nicht wohl fühlen und einen Ausweg im Frausein sehen?
Aha... (???) *kopfkratz* Weil sich also "Männer in einer aktuell sehr eingeengten männlichen Geschlechterrolle nicht wohl fühlen und einen Ausweg im Frausein sehen", steigt also in Form eines "Hypes" die Zahl der - ich zitiere sinngemäß die "Emma" - "Frauen, die ins andere Geschlecht fliehen"??? Merkste bestimmt selber, dass das irgendwie nicht zusammenpasst, oder? Manchmal ist es wirklich faszinierend, welch grotesk absurde Gehirnakrobatik cis Menschen vollführen, um bloß nicht anerkennen zu müssen, dass trans Menschen tatsächlich existieren...
Stimmt, habe ich mich etwas in die Irre führen lassen, wird hier im Thread schon zu Beginn einiges vermischt, erst geht es um das Verhältnis von Feministinnen zu Transfrauen, dann plötzlich zu Transmännern....
Dennoch stehe ich zu dem was ich geschrieben habe. Die männliche Geschlecherrolle ist sehr eingeschränkt, das wiederhole ich sehr gerne und immer wieder, und Männer wären dringend nun an der Reihe sich zu emanzipieren und zu befreien von den konservativen Erwartungen.

Aber was vermutlich eine Gemeinsamkeit von einigen Feministinnen und einigen (wenigen) hier ist, dass sie in ihrer Gesinnung eher intolerant und radikal sind, wie sie ihre Meinung vertreten. Wenn sie unter sich sind fühlen sie sich scheinbar stark und neigen dazu, persönlich und beleidigend zu werden.
Aber ist ok! Ich habe Verständnis, ein Leben vollgepackt mit gesellschaftlichen Widerständen ist scheinbar nicht einfach, frustriert und macht häufig wütend. (na)
Dennoch lasse ich mich nicht abschrecken meine Meinung zu schreiben, und je größer der Gegenwind, um so lieber (ki)
Marlene K.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 17 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

biene38 hat geschrieben: Mo 23. Dez 2019, 18:54
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 23. Dez 2019, 13:46
biene38 hat geschrieben: So 22. Dez 2019, 15:37

Ich sehe es ehrlich gesagt genau so...mit radikalem Feminismus, der meiner Meinung vor allem darauf abziehlt, die Vorzeichen einfach nur umzudrehen, Frauen aus einer Benachteiligung in eine Bevorzugung zu führen, kann ich an sich gar nichts anfangen.
Aber diese Frage wird zu recht gestellt.
Ist nicht mit eine Ursache für diese ansteigende Zahl, dass sich Männer in einer aktuell sehr eingeengten männlichen Geschlechterrolle nicht wohl fühlen und einen Ausweg im Frausein sehen?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, als Mann nicht angepasst zu sein, für Vorlieben, die Männern nicht zugestanden werden, weil sie als weiblich angesehen werden, zu kämpfen, gegen den Strom zu schwimmen und dabei ständig auf Widerstände zu stoßen.
Und letztendlich kann ich auch die verstehen, die einen anderen Weg gehen als ich.
Wenn Du Transsein vorwiegend als Hype empfindest warum beteiligst Du Dich dann augenscheinlich daran und gehst nicht den von Frau Schwarzer und den TERFs empfohlenen Weg und kämpfst für ein neues Geschlechterbild im "biologisch festgelegten" Geschlecht? Oder gelten Deine Grundannahmen nur für andere Menschen, die ja für sich nicht Deine Einsichtsfähigkeit in das eigene Wesen haben können?

schon mal etwas von freier Meinungsäußerung gehört?
Und ich bin trans? das wäre mir neu!
Du wirst es nicht glauben, ich gehe den feministischen Weg, auch wenn ich absolut kein Feminist bin.
Ich trage das, wozu ich Lust habe, wenn ich mich schminken möchte, mache ich das, wenn ich mich sexy fühlen möchte, dann fühle ich mich sexy, und wenn ich Gefühle zeigen möchte, zeige ich Gefühle, wenn ich nicht als Mann wahrgenommen werden möchte, dann ist das möglich.
Ich käme nie auf die Idee meinen Körper mit Hormonen zu belasten.
Und dennoch lasse ich Dich so wie Du bist, also lasse mich so wie ich bin.

Danke!
Zur freien Meinungsäußerung gehört auch Kritik an der eigenen Meinung ertragen zu können. Ich kann also davon ausgehen, dass Du Dich als Crossdresser empfindest oder auch einfach als nonbinärer Mensch. Auch gut. Das geht aus Deinen Äußerungen und Deinem Profil nicht so hervor, also bin ich von dem wahrscheinlichsten ausgegangen ohne darin eine Wertung zu sehen.

Meine Fragen und meine Kritik an Deinen Äußerungen bleiben bestehen.
Wie stellst Du diesen Hype in Bezug auf Transgeschschlechtlichkeit fest?
Was willst Du uns Transmenschen mit Deiner Kritik sagen? Dürfen wir uns als Trans empfinden oder brauchen wir Deine oder Frau Schwarzers Genehmigung?

Wo in meinen Äußerungen liest Du, dass ich Dich ändern möchte? Dies kann ich nicht und Du nicht bei mir. Mir geht es um eine offene, respektvolle Diskussion. Diese äußert sich für mich nicht, in dem ich meinem Gegenüber sage, es säße nur einem "Hype" auf und könne seine eigene Situation nicht einschätzen. Darauf beruhen meine Fragen, die Dich betroffen zu machen scheinen. Aber das ist Deine Betroffenheit und Dein Problem.
Marlene

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Kleine Ketzerin
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 18 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 09:29 Dennoch stehe ich zu dem was ich geschrieben habe. Die männliche Geschlecherrolle ist sehr eingeschränkt, das wiederhole ich sehr gerne und immer wieder, und Männer wären dringend nun an der Reihe sich zu emanzipieren und zu befreien von den konservativen Erwartungen.

Aber was vermutlich eine Gemeinsamkeit von einigen Feministinnen und einigen (wenigen) hier ist, dass sie in ihrer Gesinnung eher intolerant und radikal sind, wie sie ihre Meinung vertreten. Wenn sie unter sich sind fühlen sie sich scheinbar stark und neigen dazu, persönlich und beleidigend zu werden.
Hmmm... Schon wieder so ein faszinierender Kommentar. Auf der einen Seite erkennst Du das Problem zwar absolut korrekt - die männliche Geschlechterrolle braucht tatsächlich furchtbar dringend ein Update, vor allem bezüglich ihres extrem gespaltenen Verhältnisses zur Weiblichkeit. Auf der anderen Seite kannst Du's Dir dann aber doch nicht verkneifen, Deinem (ich polemisiere jetzt mal ein bisschen, nicht böse sein) "gekränkten männlichen Stolz" freien Lauf zu lassen und klassisch sexistisch Frauen, die Dir widersprechen, mit allerlei Vorwürfen ("intolerant und radikal", "fühlen sich scheinbar stark", "neigen dazu, persönlich und beleidigend zu werden") abzuwerten. Gestatte mir an dieser Stelle bitte eine zynisch düstere Prognose: So wird das nix mit der Emanzipation des Mannes... Die eine oder andere bittere Pille werdet ihr Männer schon schlucken müssen, sonst ist das "Projekt männliche Emanzipation" von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und das wäre doch schade, denn wenn's klappen würde, dann könnte es auf lange Sicht den albernen "Kampf der Geschlechter" beenden und damit auch Radikalfeminist*Innen und sogar TERFs überflüssig machen.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 19 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo,

dieser angebliche "Hype" erklärt sich für mich ganz einfach damit, dass die Gesellschaft insgesamt offener geworden ist, und mit dem Internet ein so mächtiges Mittel zu Kommunikation zur Verfügung steht, wie es das früher nie gab. Wer - wie auch ich - mit seiner geschlechtlichen Rolle nicht wirklich klar kam, versuchte lange einfach sich anzupassen, nicht aufzufallen und vegetierte dann im Extremfall unglücklich vor sich hin. Bei Schwulen und Lesben war es oft ähnlich.

An der Zahl der "wirklich" oder "richtig" Transsexuellen hat sich, wie es die Statistik belegt, nicht signifikant geändert. Dazu treten aber jetzt viele in Erscheinung, die sich in unserem strengen binären Geschlechter-Schema nicht einordnen können oder wollen, und jetzt eine Chance sehen, das irgendwie offen auszuleben: Genderfluide, Bigender, Nicht-Binäre, Transvestiten, Crossdresser, oder wie auch immer sie sich verorten. Und die tauchen auch bei den Selbsthilfegruppen auf, wo ihnen oft der Trans-Weg als "ultimative" Lösung ihres Problems erklärt und gezeigt wird. Wer sich dann weit genug beim anderen Geschlecht verortet, geht diesen Weg auch teilweise oder ganz. Für mich ist 'nicht-binär' ein treffender Sammelbegriff dafür, weshalb ich mich so verorte (gefällt mir besser als "fetischistischer Transvestit" :mrgreen: ).

Von außen betrachtet erinnert das an eine Modeerscheinung oder einen "Hype", was die Ewig-Gestrigen dann als Argument einsetzen in das von der Gesellschaft verordnete langweilige Einerlei zurück zu fallen. Ich persönlich sterbe jetzt lieber, als dabei wieder mit zu machen.

Zu den TERF's möchte ich nur anmerken: Mir wurde berichtet, dass Lesben oft Männer hassen. Und wenn dann "heterosexuelle Männer" als Transfrauen "getarnt" bei der Suche nach einer Partnerin bei ihnen auftauchen, fühlen sie sich offensichtlich angegriffen oder bedroht. Ihre Argumente finden sie dann bei der rechtsradikalen Szene.

LG Nicole
Zuletzt geändert von Nicole Fritz am Di 24. Dez 2019, 13:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 20 im Thema

Beitrag von biene38 »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 11:48
biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 09:29 Dennoch stehe ich zu dem was ich geschrieben habe. Die männliche Geschlecherrolle ist sehr eingeschränkt, das wiederhole ich sehr gerne und immer wieder, und Männer wären dringend nun an der Reihe sich zu emanzipieren und zu befreien von den konservativen Erwartungen.

Aber was vermutlich eine Gemeinsamkeit von einigen Feministinnen und einigen (wenigen) hier ist, dass sie in ihrer Gesinnung eher intolerant und radikal sind, wie sie ihre Meinung vertreten. Wenn sie unter sich sind fühlen sie sich scheinbar stark und neigen dazu, persönlich und beleidigend zu werden.
Hmmm... Schon wieder so ein faszinierender Kommentar. Auf der einen Seite erkennst Du das Problem zwar absolut korrekt - die männliche Geschlechterrolle braucht tatsächlich furchtbar dringend ein Update, vor allem bezüglich ihres extrem gespaltenen Verhältnisses zur Weiblichkeit. Auf der anderen Seite kannst Du's Dir dann aber doch nicht verkneifen, Deinem (ich polemisiere jetzt mal ein bisschen, nicht böse sein) "gekränkten männlichen Stolz" freien Lauf zu lassen und klassisch sexistisch Frauen, die Dir widersprechen, mit allerlei Vorwürfen ("intolerant und radikal", "fühlen sich scheinbar stark", "neigen dazu, persönlich und beleidigend zu werden") abzuwerten. Gestatte mir an dieser Stelle bitte eine zynisch düstere Prognose: So wird das nix mit der Emanzipation des Mannes... Die eine oder andere bittere Pille werdet ihr Männer schon schlucken müssen, sonst ist das "Projekt männliche Emanzipation" von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und das wäre doch schade, denn wenn's klappen würde, dann könnte es auf lange Sicht den albernen "Kampf der Geschlechter" beenden und damit auch Radikalfeminist*Innen und sogar TERFs überflüssig machen.
Für sexistische Aussagen bist wohl eher Du zuständig....lach.
Ich kenne keinen Sexismus, da für mich alle Menschen gleich viel wert sind.
"Ihr Männer" ist eine witzige Aussage von Dir, biologisch von den Chromosomen her bin ich XY, als was ich gesellschaftlich gelte oder wie mich jemand bezeichnet/sieht ist mir völlig "Wurscht" (na) .
Stimmt wenn es klappte, würde es einiges überflüssig machen, vielleicht sogar einige unnötige Anpassungen. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass es bei Transsexuellen auch Rückanpassungen gibt, die die erste Anpassung bereut haben.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 21 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 13:40 Für sexistische Aussagen bist wohl eher Du zuständig....lach.
Ich kenne keinen Sexismus, da für mich alle Menschen gleich viel wert sind.
"Ihr Männer" ist eine witzige Aussage von Dir, biologisch von den Chromosomen her bin ich XY, als was ich gesellschaftlich gelte oder wie mich jemand bezeichnet/sieht ist mir völlig "Wurscht" (na) .
Stimmt wenn es klappte, würde es einiges überflüssig machen, vielleicht sogar einige unnötige Anpassungen. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass es bei Transsexuellen auch Rückanpassungen gibt, die die erste Anpassung bereut haben.
Ich bleibe dabei, Dir zu widersprechen:
biene38 hat geschrieben: Mo 23. Dez 2019, 18:54 Und ich bin trans? das wäre mir neu!
So ganz egal ist es Dir nicht, wie Du gesehen wirst. Für mich ist ein Transmensch ein Mensch, der die Geschlechterrollen nicht erfüllt, also darüber hinaus geht, von lateinisch trans, auf deutsch über.

Sexistisch finde ich Deine Grundannahmen über Menschen, die Bild von Geschlechtsidentität nicht teilen. Sicherlich gibt es Menschen, die eine Transition bereuen. Genau so gibt es Menschen, die es bereuen, sich in einer zugewiesenen Geschlechterrolle gefangen zu fühlen. Was willst Du uns, den sich als Transident im weitesten Sinne empfindenden, mit Deinen Äußerungen sagen?

Ich bin übrigens ein Mensch, der sich als Trans empfindet, ohne im Augenblick eine staatliche Anerkennung anzustreben, damit auch keine Operation. Ich nehme pflanzliche Hormone, die bei mir den Wachstum eines Busen und einen weiblich gewerteten Körperbau hervorrufen. Ich gehöre also auch nicht zu denen, die in einer vollkommenen Transition das Heil der Menschheit sehen. Allerdings habe ich nicht das Recht anderen meine Lebensweise als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen. Das Recht hat kein Mensch...
Marlene

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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 22 im Thema

Beitrag von biene38 »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 14:01 Sexistisch finde ich Deine Grundannahmen über Menschen, die Bild von Geschlechtsidentität nicht teilen.
Du sprichst etwas in Rätseln, welche Grundannahme und was ist daran sexistisch?
Ralf-Marlene hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 14:01 Ich bin übrigens ein Mensch, der sich als Trans empfindet, ohne im Augenblick eine staatliche Anerkennung anzustreben, damit auch keine Operation. Ich nehme pflanzliche Hormone, die bei mir den Wachstum eines Busen und einen weiblich gewerteten Körperbau hervorrufen.
Dein gutes Recht, ich würde dies nie machen, da ich Hormoneinnahmen grundsätzlich sehr kritisch sehe. Ist meine Meinung!
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 23 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 14:21 Du sprichst etwas in Rätseln, welche Grundannahme und was ist daran sexistisch?

Dein gutes Recht, ich würde dies nie machen, da ich Hormoneinnahmen grundsätzlich sehr kritisch sehe. Ist meine Meinung!
Danke, dass Du mir gnädigerweise das Recht zugestehst, mein eigenes Leben zu leben, auch wenn Du mein Verhalten "sehr kritisch" siehst... ...und nicht versuchst, mich vor mir zu retten. Ich arbeite übrigens mit meinem Arzt sehr eng bei diesem Vorgehen zusammen, weil ich mir der Risiken bewusst bin.

Sexistisch ist Deine und Frau Schwarzers Grundannahme, dass Menschen sich für Transsexualität "entscheiden" weil dies einem modernen Hype entspricht. Du sprichst Menschen ihre Erkenntnissfähigkeit für das eigene Leben, das eigene Sein, das eigene Wesen ab. Weil Du Dich im binären Geschlechtersystem auf Deine Art einordnest, hat jede*r dies so zu empfinden. Was ist an dieser Haltung anders als an der der heteronormativen Cismenschen, die Geschlechterrollen als rein biologisch festgelegt sehen?

Versuche doch wenigstens einmal, diesen sogenannten Hype, also eine Erhöhung der Fallzahlen anders zu begründen als durch gestiegene Wahrnehmung. Versuche doch wenigsten einmal nicht zu bewerten sondern zu begründen. Dann wäre eine wertschätzende Diskussion möglich.

Ich für meinen Teil brauche keinen Menschen, der mir sagt, wie ich die von mir wahrgenommenen Tatsachen in meiner Person zu bewerten habe. Ich hoffe, dass ich es vermeide meinerseits andere vonn außen besser definieren zu wollen, als die Menschen es selber können.
Marlene

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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 24 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hi, der Bericht in der Emma, der von einer Art Hype spricht, bezieht sich auf die Tatsache, dass zur Zeit erheblich mehr Transmänner auftauchen, die noch dazu eine atypische Entwicklung vorweisen, ihnen ist erst seit kurzer Zeit bewusst anders bzw. Trans* zu sein und wollen in der Regel sehr schnell medizinische Massnahmen.

Dies weicht stark von der Entwicklung früherer Trans* Menschen ab und lässt durchaus die berechtigte Frage zu, ob diese Transmänner nur eine Bewältigungstrtegie für andere Probleme suchen.

Ich hatte selbst so einen Transmann in der Beratung. Er wusste Mit 17 erst seit 4 Monaten, dass er Trans ist, wollte aber schon HRT und Op. Gleichzeitig war er aber sehr verschlossen und in einer Art zurückgezogen, die an Missbrauchsopfer erinnert. Ich habe in dem Fall zunächst zu Diagnosesitzungen bei einem Therapeuten mit Trans* und Traumata Erfahrung geraten, bevor medizinische Massnahmen angedacht werden sollten.

Mehr sagt der Bericht in der Emma nicht aus. Ich kann daraus kein Terf ersehen.

Gerade kritisches Überdenken ist wichtig. Die Gruppe, die fordert jeder sollte allein entscheiden und med Massnahmen ohne Indikation durchführen lassen können, liegen hier falsch. Es gibt bestimmte Gruppen, die tatsächlich vor med Massnahmen geschützt werden müssen, weil sie eben nur meinen Trans zu sein, es aber nicht sind.

In der Regel sind das Missbrauchsopfer und Menschen mit homophobie, die aber selbst homosexuell sind. Die eine Gruppe meint nach einer Gaop könnte ihnen ein Missbrauch nicht mehr passieren, die anderen denken: ich bin ja Trans also bin ja nicht homo sondern heterosexuell. Tatsächlich verschwindet aber der Transgedanke vollständig, wenn das Trauma oder die Inkongruenz behandelt wurde und die Person dieses überwunden hat.

Eine med Massnahme ohne vorherige Behandlung dws Traumas oder der Inkongruenz ( ich bin home, hasse aber homo) führt später( nach einer Bewältigung der Probleme ) zu erheblichen Problemen.

Dies können die Betroffenen aber zunächst nicht selbst erkennen.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 25 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 13:40 Für sexistische Aussagen bist wohl eher Du zuständig....lach.
Ach herrje... Offensichtlich gab's heute Retourkutschen auf der Weihnachtsresterampe ganz besonders billig. *gähn* (Tschuldigung, bin ein bisschen müde...)
biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 13:40 Ich kenne keinen Sexismus, da für mich alle Menschen gleich viel wert sind.
*gähn* (Verflixt und zugenäht, dieser merkwürdige Gähnreflex will einfach nicht aufhören...)
biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 13:40 "Ihr Männer" ist eine witzige Aussage von Dir, biologisch von den Chromosomen her bin ich XY, als was ich gesellschaftlich gelte oder wie mich jemand bezeichnet/sieht ist mir völlig "Wurscht".
Ok... Dann denke ich mir zukünftig einfach irgendwas anderes aus. Wenn's Dir eh "Wurscht" ist...
biene38 hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 13:40 Stimmt wenn es klappte, würde es einiges überflüssig machen, vielleicht sogar einige unnötige Anpassungen. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass es bei Transsexuellen auch Rückanpassungen gibt, die die erste Anpassung bereut haben.
Es wäre doch wunderbar, wenn dadurch unnötige Anpassungen vermieden werden. Und natürlich sollte man "Reuefälle" nicht verschweigen. Man sollte diese "Reuefälle" aber auch nicht missbrauchen, um hysterisch irgendwelche "Hypes" zu konstruieren. Sowas wird einerseits den Schicksalen dieser Menschen nicht gerecht und erzeugt andererseits Ängste, die anderen Menschen vernünftige Entscheidungen unnötig erschweren. Aber der Mensch wäre wohl nicht Mensch, wenn er sich das Leben nicht unnötig schwer machen könnte. Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht...
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 26 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Chrissie hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 19:42 Es gibt bestimmte Gruppen, die tatsächlich vor med Massnahmen geschützt werden müssen, weil sie eben nur meinen Trans zu sein, es aber nicht sind.

In der Regel sind das Missbrauchsopfer und Menschen mit homophobie, die aber selbst homosexuell sind. Die eine Gruppe meint nach einer Gaop könnte ihnen ein Missbrauch nicht mehr passieren, die anderen denken: ich bin ja Trans also bin ja nicht homo sondern heterosexuell. Tatsächlich verschwindet aber der Transgedanke vollständig, wenn das Trauma oder die Inkongruenz behandelt wurde und die Person dieses überwunden hat.

Eine med Massnahme ohne vorherige Behandlung dws Traumas oder der Inkongruenz ( ich bin home, hasse aber homo) führt später( nach einer Bewältigung der Probleme ) zu erheblichen Problemen.
Merkwürdig... Gerade erst kürzlich las ich noch in einem Interview mit der inzwischen verstorbenen Sexualwissenschaftlerin Sophinette Becker, die den bundesdeutschen Umgang mit trans Menschen maßgeblich mitgestaltet hat, folgendes:
Sophinette Becker hat geschrieben: Ich kenne durchaus Patienten, wo ich eine Idee habe, woher das vielleicht kommen könnte. Wo ich mir aber sage: Das ist ein Ausweg, mit dem sie leben können. Beispiel: Früher hat man gesagt, wenn eine biologische Frau mit transsexuellem Wunsch einen sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt hat, dann muss man den bearbeiten und dann ist sie nicht mehr transsexuell. Ich kann sagen, ich hatte eine Reihe schwerst missbrauchter Frauen, mit Gewalt und sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung, also der schlimmsten Trias, die es gibt, für die der transsexuelle Weg tatsächlich ein Ausweg aus dem Nichtbewältigbaren war. Wo sie eine andere, bessere Identität entwickeln konnten.
Quelle: https://www.weisses-kreuz.de/dynamo/fil ... 18_Web.pdf

Das ist die Opfer von Missbrauch betreffend nun das genaue Gegenteil von dem, was Du behauptest. Wem soll man jetzt glauben? Frau Becker oder Dir (bzw. jenen "Experten", die Deine Sichtweise postulieren)? Und vor allem: Wie will man denn auf Basis von so diametral entgegengesetzten Ansichten überhaupt irgendwen vor irgendwas "schützen", ohne dabei in totale Willkür zu verfallen?

Was wir im Bereich "Trans" erleben, ist meiner Ansicht nach vor allem und in erster Linie eine Art "Glaubenskrieg", der sich gerne hinter einer (pseudo)wissenschaftlichen Fassade verbirgt und dessen treibende Kräfte ("Experten" genannt) gerne vorgeben, für "Betroffene nur das Beste zu wollen". Am Ende sind es dann aber ausgerechnet die "Betroffenen" (und nicht die "Experten"), die zwischen den Fronten zermalmt werden. Dem sollte man sich besser entziehen und das tun, wovor man sich in der deutschen Trans-Community offenbar am meisten fürchtet: selbstbestimmt auf Basis frei verfügbarer Informationen eine eigenverantwortliche Entscheidung für sich und sein Leben treffen.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 27 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 22:51 ...... eine eigenverantwortliche Entscheidung für sich und sein Leben treffen.
Bist du auch bereit dazu die Folgen deiner eigenverantwortlichen Entscheidung selbst zu tragen??
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 28 im Thema

Beitrag von Wally »

Auch unter Feministinnen gibt es eben regelrechte Geschlechtsrassisten: zwar Gottseidank nur wenige, aber dafür reissen die die Klappe um so weiter auf. Ausgerechnet bei einem Lesben-Frühlingstreffen (vor über 15 Jahren in München - da waren wir Transsexuelle willkommen und wurden von den Allermeisten sehr lieb aufgenommen) hörte ich für diese Sorte Kampflesben den treffenden Ausdruck "Lesberich" :-)

Herzliche Grüße
Wally
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 29 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Kerstin hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 11:35 Bist du auch bereit dazu die Folgen deiner eigenverantwortlichen Entscheidung selbst zu tragen??
Selbstverständlich... Was denn sonst??? Wer außer mir selbst könnte denn die Folgen meiner Entscheidung tragen???

Und darüber hinaus möchte ich gerne mal fragen: Wer trägt denn eigentlich bei fremdbestimmten Entscheidungen am Ende tatsächlich die Folgen? Es sind doch ganz sicher nicht die Therapeuten und "Experten", die bei falschpositiven oder falschnegativen Entscheidungen dann mit falschen Geschlechtsmerkmalen im falschen Geschlecht (weiter)leben müssen... Oder???

Ich kann in Anbetracht der noch immer desolaten wissenschaftlichen Lage im Bereich "Trans" (siehe mein Beitrag weiter oben) nur eindringlich davor warnen, unreflektiert irgendwelche "Experten"-Meinungen zu übernehmen. So beruhigend es auch sein mag, etwas zu haben, an das man "glauben" kann, am Ende bleibt man auf den Folgen trotzdem selber sitzen.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 30 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 22:51 Was wir im Bereich "Trans" erleben, ist meiner Ansicht nach vor allem und in erster Linie eine Art "Glaubenskrieg", der sich gerne hinter einer (pseudo)wissenschaftlichen Fassade verbirgt und dessen treibende Kräfte ("Experten" genannt) gerne vorgeben, für "Betroffene nur das Beste zu wollen". Am Ende sind es dann aber ausgerechnet die "Betroffenen" (und nicht die "Experten"), die zwischen den Fronten zermalmt werden. Dem sollte man sich besser entziehen und das tun, wovor man sich in der deutschen Trans-Community offenbar am meisten fürchtet: selbstbestimmt auf Basis frei verfügbarer Informationen eine eigenverantwortliche Entscheidung für sich und sein Leben treffen.
Du sprichst mir hier gerade aus der Seele. - Ich ging zu einer SHG, ließ mich beraten, hörte mir alles an. Dann fragte ich mich: Soll ich mich jetzt in den Händen von Ärzten und Psychologen fremd bestimmen lassen, oder schaffe ich es endlich meinen Weg ganz einfach frei und selbstbestimmt alleine zu gehen? Wie viel Frau muss ich dazu äußerlich sein, um mich wohl fühlen zu können? Brauche ich wirklich Hormone? Muss ich meine panische Angst vor der OP unbedingt überwinden? - Also begann ich erst einmal meinen privaten Praxistest ohne therapeutische Begleitung. Die Haare wuchsen. Meine kleinen Brüste - die ich früher als Mann am liebsten hätte entfernen lassen - genügen mir inzwischen zum "richtig" fühlen. Und Hormone? Ich vermute, da sorgt mein Kopf bereits dafür, dass weniger Testosteron produziert wird.

Jetzt denke ich: Würde ich den Trans-Weg gehen, wäre es anders, aber wohl kaum besser für mich. Da lebe ich doch lieber jetzt einfach meine neu gewonnene Freiheit aus. Ich komme mit meinem Passing zurecht. Und wem es nicht gefällt, der soll einfach weg schauen.

LG Nicole
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