Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen
Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen - # 5

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Aria
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 61 im Thema

Beitrag von Aria »

Anja hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 10:28 Ich bin nach wie vor überzeugt, das die meisten Menschen kein Problem mit Normvarianten, in welcher Form auch immer, haben.
Prinzipiell stimmt das schon, was du sagst. Ich würde die Aussage aber - nach meinen Erfahrungen - fortschreiben wollen.

Die haben so lange damit kein Problem, bis es sie selber tangiert.

Dann stellt sich nämlich wirklich heraus, wer dem gegenüber tolerant und wer nur scheinbar tolerant ist.
Ähnliches kann man auch beim Thema Ausländerfeindlichkeit beobachten. Da heisst es ja auch immer so schön: "So lange die mich in Ruhe lassen, lass ich die auch in Ruhe!"
Aber wehe, es geht um was, da stellt sich ganz schnell heraus, wie es mit der Nächstenliebe bestellt ist.
Zum Thema Scheintoleranz kann ich aber noch folgendes einwerfen. Meine Ex hält sich für die toleranteste Person überhaupt. Jedoch nur bis vor ihre eigene Haustür. Das unterstelle ich ihr nicht, das hat sie selbst mal gesagt. Und wie sie, denken ziemlich viele Leute, habe ich festgestellt. Deswegen kann ich auch guten Gewissen sagen, dass es das Gros der Gesellschaft betrifft.
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Frieda
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 62 im Thema

Beitrag von Frieda »

Vicky_Rose hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 08:15
Frieda hat geschrieben: So 24. Nov 2019, 07:50 Aber Partnerinnen die ihr Denken an Oberflächlichkeiten zum Mittelpunkt machen, werden sich niemals weiterentwickeln.
Liebe Frieda,

ich habe nicht viel Zeit. Aber einen Satz möchte ich an dieser Stelle loswerden.

Was gibt uns das Recht, so zu urteilen und Menschen Chancen abzusprechen ? Es ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung, wenn man spürt, dass es einem zu viel ist oder man meint, dass es umsonst ist. Aber diese Worte ausgesprochen, können erheblich verletzen und nützen niemanden. Für mich ist das keine gewaltfreie Kommunikation. Das und nur das ist der Hintergrund meiner kritischen Bemerkungen. Man muss den Menschen auch die Zeit und die Gelegenheit geben, ihr Tun und Denken selber zu hinterfragen. Wir können dabei mit unseren Perspektiven und Erfahrungen beitragen.
Deine Gedanken hier liebe Vicky, regen Michi&mich zum Nachdenken an. Es ist einiges was uns dazu durch den Kopf kriecht, zB dieser Gedanke hier.. "Ist denn nicht alles was wir (auch über Andere) denken, ein Urteil? ".
BTW: Lt Deutsch Wörterbuch, ist ein Urteil zum einen ein Richterspruch klar, und zum anderen eine Meinung, Einschätzung, Standpunkt.

Heute mit etwas Abstand bin ich bereit diesen Satz von mir, mit einem kleinem Wörtchen zu vervollständigen, vielleicht kann es dafür sorgen, dass ich dadurch etwas besser verstanden werde.....
"Aber Partnerinnen die ihr Denken an Oberflächlichkeiten zum Mittelpunkt machen, werden sich so niemals weiterentwickeln."

Namaste 🙏
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•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 63 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Frieda hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 10:22 "Aber Partnerinnen die ihr Denken an Oberflächlichkeiten zum Mittelpunkt machen, werden sich so niemals weiterentwickeln."
Liebe Frieda,

da stimme ich Dir vollkommen zu. Das Entscheidende ist das Wörtchen "so". Und genau das habe ich viel zu häufig vermisst. Ich danke Dir.
Viele Grüße
Vicky

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Carry
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 64 im Thema

Beitrag von Carry »

Aria hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 19:32 Die haben so lange damit kein Problem, bis es sie selber tangiert.

Dann stellt sich nämlich wirklich heraus, wer dem gegenüber tolerant und wer nur scheinbar tolerant ist.
Ähnliches kann man auch beim Thema Ausländerfeindlichkeit beobachten. Da heisst es ja auch immer so schön: "So lange die mich in Ruhe lassen, lass ich die auch in Ruhe!"
Aber wehe, es geht um was, da stellt sich ganz schnell heraus, wie es mit der Nächstenliebe bestellt ist.
Zum Thema Scheintoleranz kann ich aber noch folgendes einwerfen. Meine Ex hält sich für die toleranteste Person überhaupt. Jedoch nur bis vor ihre eigene Haustür. Das unterstelle ich ihr nicht, das hat sie selbst mal gesagt. Und wie sie, denken ziemlich viele Leute, habe ich festgestellt. Deswegen kann ich auch guten Gewissen sagen, dass es das Gros der Gesellschaft betrifft.
Hallo Aria,

da möchte und muss ich Dir absolut Recht geben, genauso sehe / empfinde ich das auch.
Da ist es vollkommen egal, um welchen Lebensbereich es geht, tolerant reden ist die eine Sache, tolerant SEIN eine ganz andere Nummer - da geht es dann nämlich, genau, wie Du sagst, ans Eingemachte, an die eigene Komfortzone und ganz individuelle und persönliche Grenzen. Da nehme ich mich überhaupt nicht aus und würde mich da genauso einschätzen, wie Deine Ex. Ich halte (hielt) mich auch für einen total toleranten und aufgeschlossenen Menschen, bis ich dann feststellen musste, dass meine Toleranz auch schnell ein Ende haben kann, wenn es mich wirklich direkt betrifft.

Aber - und da will ich mich ja auch mal selber loben :wink: - das ist ja nichts, woran man nicht arbeiten kann und was man nicht lernen kann.
Und so viel, wie in den letzten Monaten (seit dem Outing meines Partners) habe ich in vielen vielen Jahren davor nicht gelernt!
Auf einmal stellt man fest, dass es um die eigene Toleranz dann doch nicht so ganz rosig bestellt ist....dann ist halt die Frage, bekommt man und lässt man sich selbst aber auch die Zeit, vielleicht seine "Einstellungen" zu hinterfragen und ggf auch zu ändern.
Da hat auch jeder ein eigenes Tempo und eine ganz individuelle Bereitschaft, die es ebenso zu tolerieren gilt.

Der Vergleich mit Ausländerfeindlichkeit ist gar kein schlechter ....da ist es ja auch oft so, dass man erstmal gewisse "Vorurteile" hat, die einem vielleicht als solches gar nicht unbedingt bewusst sind, aber wenn man dann konfrontiert wird und dadurch vielleicht einen "Ausländer" auch persönlich kennenlernt und etwas über seine Kultur, seine Hintergründe und Beweggründe lernt, kann das den Horizont erheblich erweitern und man "lernt" Stück für Stück, was Toleranz eigentlich wirklich bedeutet.

Also ich stimme Dir da zu, dass das den Gros der Gesellschaft betrifft -empfinde ich auch so...so sind die Menschen, auch wenn sie über das Universum Reden schwingen können, tatsächlich leben sie eben doch nur in ihrer eigenen kleinen Welt...

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag ---)))
Carry
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
Aria
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 65 im Thema

Beitrag von Aria »

Carry hat geschrieben: Mi 11. Dez 2019, 10:31 Aber - und da will ich mich ja auch mal selber loben - das ist ja nichts, woran man nicht arbeiten kann und was man nicht lernen kann.
Und so viel, wie in den letzten Monaten (seit dem Outing meines Partners) habe ich in vielen vielen Jahren davor nicht gelernt!
Auf einmal stellt man fest, dass es um die eigene Toleranz dann doch nicht so ganz rosig bestellt ist....dann ist halt die Frage, bekommt man und lässt man sich selbst aber auch die Zeit, vielleicht seine "Einstellungen" zu hinterfragen und ggf auch zu ändern.
Da hat auch jeder ein eigenes Tempo und eine ganz individuelle Bereitschaft, die es ebenso zu tolerieren gilt.
Das darfst du auch ruhig! Ist doch schön, wenn man die Bereitschaft hat, an sich zu arbeiten und dann auch sieht, dass es Erfolg gebracht hat. Ich denke auch, dass du durch diese ganze Erfahrung insgesamt zu einem anderen Menschen geworden bist. Du wirst fortan die Welt mit anderen Augen sehen und bei vielen Dingen vielleicht nicht so vorschnell handeln als du es evt. in Vergangenheit getan hast. Wobei ich dich schon immer als einen recht aufgeschlossenen Menschen wahrgenommen habe, der den Willen dazu aufbringen wollte an sich zu arbeiten. Das konnte ich gut zwischen den Zeilen lesen, und gesagt hast du es ja auch mehrfach.

Deshalb, sei ruhig stolz auf dich, was du bisher geschafft hast, denn ich bin es auch. Schliesslich ist das keine Selbstverständlichkeit. Dein letzter Satz, den ich zitiert habe, gefällt mir besonders gut. Es brauch die Bereitschaft etwas zu ändern und die nötige Zeit, dass es sich ändert. Diese beiden Voraussetzungen werden leider viel zu selten Berücksichtigt. Von der nötigen Toleranz, wenn etwas nicht so läuft wie erhofft, ganz zu schweigen.
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 66 im Thema

Beitrag von Carry »

Aria hat geschrieben: Mi 11. Dez 2019, 19:40 Das darfst du auch ruhig! Ist doch schön, wenn man die Bereitschaft hat, an sich zu arbeiten und dann auch sieht, dass es Erfolg gebracht hat. Ich denke auch, dass du durch diese ganze Erfahrung insgesamt zu einem anderen Menschen geworden bist. Du wirst fortan die Welt mit anderen Augen sehen und bei vielen Dingen vielleicht nicht so vorschnell handeln als du es evt. in Vergangenheit getan hast. Wobei ich dich schon immer als einen recht aufgeschlossenen Menschen wahrgenommen habe, der den Willen dazu aufbringen wollte an sich zu arbeiten. Das konnte ich gut zwischen den Zeilen lesen, und gesagt hast du es ja auch mehrfach.
Dankeschön (flow)
Vielleicht bin ich nicht unbedingt zu einem anderen Menschen geworden - aber zu einem besseren ganz sicher!
Und Du hast absolut Recht! Ich sehe schon vieles mit anderen Augen - an Stellen, wo ich früher vielleicht auch gerne mal "latent gehässig" gelästert hätte, höre ich mich jetzt oft selber zu mir sagen: "Keiner macht sich selber - wer weiß, was für eine Geschichte dahinter steckt" ...ich betrachte Menschen anders, ja, und gewöhne mir von Tag zu Tag mehr ab, Menschen automatisch in Schubladen einzusortieren.
Jeder Mensch kämpft seinen persönlichen Kampf, den Außenstehende nicht unbedingt mitbekommen müssen.
Wenn ich denke, dass ich in den letzten Wochen teilweise schon schauspielerische Höchstleistungen vollbracht habe, wenn es darum ging, den "Kampf", den ich gerade zu kämpfen hatte, vor z.B. meiner Mutter oder meiner besten Freundin zu verbergen, da ich ja mit ihnen darüber nicht reden kann - das verlangt mir Demut ab, ganz ehrlich, Demut vor jedem Menschen, der aus welchen Gründen auch immer, für sich selber einen innerlichen Kampf zu führen hat.
Aufgeschlossen, ja, das war ich immer - aber nun stelle ich fest, dass ich auch "milder" werde, milder in meinem Urteil über Menschen und Situationen!

Danke Dir für Deinen Zuspruch, liebe Aria (flow)
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 67 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Carry hat geschrieben: Mi 11. Dez 2019, 10:31 Da ist es vollkommen egal, um welchen Lebensbereich es geht, tolerant reden ist die eine Sache, tolerant SEIN eine ganz andere Nummer - da geht es dann nämlich, genau, wie Du sagst, ans Eingemachte, an die eigene Komfortzone und ganz individuelle und persönliche Grenzen. Da nehme ich mich überhaupt nicht aus und würde mich da genauso einschätzen, wie Deine Ex. Ich halte (hielt) mich auch für einen total toleranten und aufgeschlossenen Menschen, bis ich dann feststellen musste, dass meine Toleranz auch schnell ein Ende haben kann, wenn es mich wirklich direkt betrifft.
In meinen Augen sind es zwei paar Schuhe. Und deswegen sollte man es auch getrennt betrachten.
Es ist nun mal etwas anderes, ob man kein Problem mit roter Beete am Nebentisch hat oder ob man ein Problem damit hat weil man sie selber essen soll.
Deswegen würde ich auch nicht vom "Ende der Toleranz" oder von "Intoleranz" sprechen, wenn man in der eigenen Beziehung ein Problem damit hat.
Und deswegen würde ich auch Partnerinnen keinen Vorwurf machen, wenn ihnen rote Beete nun mal nicht schmeckt...
Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß...

Ich hatte ja selbst eine Partnerin, die mit meiner weiblichen Seite nicht klar kam. Ihre Worte waren "ich will das nicht sehen", also bin ich dann meinen Bedürfnissen nachgegangen, wenn sie nicht zu Hause war oder wir verienbarten dann getrennte Abende. Wichtig war für mich, das meine Partnerin davon weiß und ich es nicht heimlich auslebe. So gabs auch keine Probleme wenn meine Wäsche in der Wäsche auftauchte z.B. Ich hab dann sozusagen meine rote Beete allein gegessen :lol:
Es war aber okay für mich, ich konnte mich gut mit diesem Kompromiss arrangieren.
Ebendiese Ex-Freundin zählt heute zu meinem engsten Familienkreis und wir haben eine sehr innige freundschafltiche Beziehung. Wie gesagt, sie gehört zur Familie. Mit mir als Frau hat sie heute keine Probleme, in der Beziehung mit mir war das was anderes. Deswegen ist sie aber in keinster Weise intolerant mir gegenüber.
Sie hat doch ein Recht auf einen eigenen Geschmack, oder?
Meine Frau mag übrigens keinen Fisch :lol:

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Helft der kleinen Sarah die Welt zu verstehen

Post 68 im Thema

Beitrag von Carry »

Anja hat geschrieben: Do 12. Dez 2019, 13:52 Mit mir als Frau hat sie heute keine Probleme, in der Beziehung mit mir war das was anderes. Deswegen ist sie aber in keinster Weise intolerant mir gegenüber.
Sie hat doch ein Recht auf einen eigenen Geschmack, oder?
So gesehen hast Du Recht - würde ich auch so unterschreiben - man kann es auch getrennt betrachten - und Toleranz ist ja auch nicht gleich Akzeptanz.
Na, einigen wir uns darauf, dass ihr beide Recht habt und es sowohl das eine, als auch das andere gibt!

Rote Beete - diese Methapher finde ich so gut :lol:
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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