Zum Thema Weihnachtsgeschenke und FeminismusOnlineshops empfehlen für Männer praktische Geschenke aus Holz und Leder - und für Frauen Sinnlos-Späße wie Parfüm: Zu Weihnachten regelt der Markt die Geschlechtertrennung auf einen prä-empanzipatorischen Stand runter.
https://www.spiegel.de/kultur/gesellsch ... 99426.html
Kein Make-up = keine Frau?
Was ist schlimm daran? Es ist - erst einmal allgemein - schlimm, wenn die Vorstellung von Geschlechtern sich mit bestimmten Eigenschaften verbindet, die VertreterInnen dieses Geschlechts aufweisen müssen, um als solche gesehen zu werden. Und zwar schlimm nicht nur im Sinne, dass es Leute nervt und man da als emanzipierte Person "drüber stehen muss", sondern vor allem schlimm in dem Sinne, dass Leute ganz grundlegend darunter leiden. Besonders absurd wird es, wenn das Benutzen bestimmter Produkte als Beweis gilt, dass man zu einer bestimmten Kategorie gehört.
Ein Beispiel: Die Autorin Felicia Ewert beschreibt in ihrem Buch "Trans. Frau. Sein. Aspekte geschlechtlicher Marginalisierung" den Prozess, den es brauchte, um dem Staat zu beweisen, dass sie eine Frau ist. Nun ist es so, dass sogenannte weibliche Attribute im Kapitalismus oft Dinge sind, die man kaufen kann beziehungsweise kaufen muss. Ewert schreibt, wie ihre Therapeutin, der Richter beim Amtsgericht und die beiden Gutachter, die prüfen sollten, ob sie es ernst meine mit ihrem Frausein, ihr alle unabhängig voneinander immer wieder eine Version der Frage stellten: "Können Sie mir versichern, dass Sie auch zu Hause und im Alltag so auftreten, wie Sie es jetzt hier vor mir tun?"
Sie berichtet dann von einem Gutachten, das detailliert aufzählt, wie sie geschminkt und frisiert ist - und von Untersuchungen, die zeigen, dass "nicht eindeutiges" Auftreten in diesen Gutachten, die nach dem sogenannten Transsexuellengesetz erstellt werden müssen, negativ bewertet wird. Als wäre eine Frau weniger eindeutig Frau, wenn sie zuhause kein Make-up benutzt. (Ich kenne nur sehr wenige Frauen, die das tun.)
LGDer Onlineshopping-Markt zu Weihnachten regelt vor allem das: die Geschlechtertrennung wieder auf einen prä-empanzipatorischen Stand runterzuregeln - hier die Männer mit den Äxten, da die Frauen mit den glitzernden Plüschpantoffeln.
Man muss sich aber natürlich nicht daran halten. Man kann auch eine Spaltaxt für eine Frau kaufen und irgendwas, was nach Lavendel und Rosenblüten riecht, für einen Mann. Die unsichtbare Hand: Wir müssen sie selbst sein.
Dolores