Eigen Hormontherapie
Eigen Hormontherapie - # 3

Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
Themen führen!
Jaddy
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 31 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Magdalena hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 08:13Jetzt zum Thema, ich kann auch nur dringend raten sich ärztliche Hilfe zu holen. Selbst Medikamente zu bestellen und auch noch einzunehmen ist in meinen Augen glatter Selbstmord.
Mit Verlaub, Magdalena: Nope. Mindestens in diesem Fall, ohne dass ich Medikamente im allgemeinen oder Hormone im speziellen verharmlosen will. Aus meiner Sicht stecken in deinem Absatz drei wichtige Fehler.

Erstens Wahrnehmungsverzerrung. Anekdoten sind keine Daten. Zigtausend Menschen nehmen jene Erkältungsmedizin, zigtausend nehmen Hormone, mit und ohne ärztliche Betreuung. Die erfolgreichen, unauffälligen sieht jedoch kaum eins, sondern nur die spektakulären Probleme. Jeder Einzelfall ist doof, aber weder zuverlässig vorhersagbar, noch statistisch derart relevant, um von "Selbstmord" zu sprechen, denn...

Zweitens tatsächliche Risiken. Die bewegen sich je nachdem im statistischen Mittel bei HET im Bereich von 1:10000. Selbst das Thromboserisiko liegt bei Etinylestradiol-Präparaten wie Diane35 u.ä, bei 4:10000, statt bei 3:10000 ohne das Medikament(1). Dass das in den Medien als "33% höheres Thromboserisiko!" verbreitet wurde, zeigt nur, wie wahlweise blöd oder unverantwortlich Menschen Artikel schreiben. Ausserdem wurden hauptsächlich Frauen jenseits der Menopause untersucht, bei denen noch andere Faktoren zu Thrombosen beitragen können. Das ganze ist ausserdem stark mit genetischen Faktoren gekoppelt, sei es wegen blood clotts oder wegen empfindlicher Leber. Und da kommt Nummer drei...

Drittens überschätzte Kompetenz der Fachleute. Die ganzen Tests vor/während einer HET dienen hauptsächlich der Absicherung der Fachleute(2). Punkt. Wenn sie sie denn überhaupt machen. Viele lassen z.B. die Gentests auf Thrombophilie weg, vielleicht weil sie ihnen zu teuer sind (-> Laborbudget vs Fallpauschale). Auch die Chromosomenanalyse wird nicht von allen gemacht, so dass manche inter Personen erst nach Jahren einer transgeschlechtlichen Therapie erfahren, dass sie chromosomal gar nicht eindeutig sind. Und dann guckt eins ehrfürchtig in die Leitlinien, wie bei trans HET mit bekannten Risikofaktoren umgegangen wird und staunt. Nämlich gar nicht. Da wird höchstens niedriger dosiert, vielleicht transdermal gegeben, aber generell nicht anders therapiert als ohne. Es kommt nur der Ratschlag, _wenn_ was passiert sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen. Toi toi toi. Und ab dem zweiten Jahr gibt es ohnehin nur alle 6 oder 12 Monate mal nen großes Blutbild und Hormonstatus. Wenn 1 da was akutes hat, kannst du zwischendurch leiden, sterben und wiedergeboren werden, vor dem nächsten Regeltermin beim Endo.

D.h. die ärztliche Strategie ist in sehr vielen Fällen ganz offiziell ein "Augen zu und auf die Notfallkompetenz vertrauen".

Zu den Anekdoten: Ich bin vor etlichen Jahren mal mit geschwollenen Mandeln in eine HNO-Praxis. "Hmja, bakterielle Infektion: Antibiotika". OK, ich genommen, drei Tage später mit juckenden Ausschlägen wieder da. "Oh, da haben Sie diese seltene Spätallergie gegen Roxythromycin. Da geben wir mal was anderes (und mengenweise Antihistamine)". OK. Ich genommen, 5 Tage später wieder da, weil Mandeln nicht besser und ich völlig durch den Wind. "Oh, dann testen wir mal. Hm. Ja, ist auch keine bakterielle Infektion, sondern Pfeiffersches Drüsenfieber" :shock: :evil:

Ich hätte da noch so ein bis zwei Stories aus meiner ansonsten spärlichen Medizinhistorie.

Mein Fazit: Es gibt sehr gute Fachleute. Auch in der Medizin. Auch bei HNO und in der Endokrinologie. Aber die sind selten. Und mal ganz krass gesagt haben die allermeisten in speziellen Fällen nicht viel mehr drauf, als was in ihren alten Kochbüchern aka Leitlinien steht oder was sie "schon immer so gemacht haben". Aber das schöne ist, dass Medizin auch nicht grundsätzlich anders ist als andere Lebensbereiche. D.h. verstehbar, experimentell erforschbar auch am eigenen Körper, sofern 1 die Konsequenzen akzeptiert, und keineswegs spontan tödlich.

Allerdings auch wenn ich deine Pauschalaussage für mindestens dreifach falsch halte, ändert das nichts daran, dass Mayns Strategie aus mindestens ebenso vielen Gründen nicht funktionieren wird ;)

(1) Der Grund für die Vorsicht und die Wahrnungen bei Etinylestradiol ist, dass es früher viel höher dosiert wurde. Bis zu 150mg statt z.B. 35 bei der Diane. Und da das Risiko dosisabhängig ist und einmal aufgestellte Leitlinien im Zweifel lieber übernommen werden, weil niemand die Verantwortung für Fehlentscheidungen auf sich nehmen will, steht das heute noch so drin.

(2) Als trans Person bist du voraussichtlich jahrzehnte lang dort Kund"¢in, d.h. bei allen normalen Wehwehchen, die in einem Leben so passieren können, muss die Arztperson ggf nachweisen, dass entweder nicht die HET schuld ist, bzw. sie wenigstens alle Regeln befolgt haben, so dass im Ernstfall ihre professionelle Haftpflicht zahlt. So einfach. Aussage zweier Endos mir gegenüber, unabhängig voneinander.
Mayn

Re: Eigen Hormontherapie

Post 32 im Thema

Beitrag von Mayn »

Hallo Andrea,
0,3 Ethynilestradiol war ein Schreibfehler, ich meinte 0,03
Da ich auf einem Transblog gelesen hatte,
dass dieses Hormon feminisierend wirkt und eben gut zu bekommen ist , habe ich mich dafür entschieden,
da es ja auch typischer weiße mit einem Antiadrogen kombiniert wird. Dort war die Rede von 0,003 mg davon entsprechen etwa 3mg Estradiol.
Wesswegen ich ja überhaupt in Frage gestellt habe die Dosis zu erhöhen.
Ich bin mir echt noch unsicher, aber ich denke über eine Besuch bei Angelika Sandholz,
einer Psychologin des Universitätsklinikums Freiburgs zu besuchen, sie scheint sich wohl mit TS auszukennen.
Hat irgendjemand Erfahrungen? Wie soll ich überhaupt einen Termin vereinbaren, wenn sie nach einen Grund fragen? Ich hab echt Angst etwas Falsch zu machen.
Wie spreche ich sie dann darauf an, also wie soll ich anfangen oder überhaupt auf das Thema kommen?
Anne-Mette
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 33 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Mayn hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 16:52 Wie soll ich überhaupt einen Termin vereinbaren, wenn sie nach einen Grund fragen? Ich hab echt Angst etwas Falsch zu machen.
Wie spreche ich sie dann darauf an, also wie soll ich anfangen oder überhaupt auf das Thema kommen?
Du hast guten Grund, Dir fachlichen Rat zu holen.
"So ehrlich wie möglich" solltest Du ansprechen, was Dich bewegt; denn nur so kann sie Dir helfen. Sie muss wissen, um was es geht.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Lavendellöwin
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 34 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Mayn hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 16:52 Ich bin mir echt noch unsicher, aber ich denke über eine Besuch bei Angelika Sandholz,
einer Psychologin des Universitätsklinikums Freiburgs zu besuchen, sie scheint sich wohl mit TS auszukennen.
Hat irgendjemand Erfahrungen? Wie soll ich überhaupt einen Termin vereinbaren, wenn sie nach einen Grund fragen? Ich hab echt Angst etwas Falsch zu machen.
Hi Mayn,

ich hätte dir noch einen andern Tipp geben können, aber die Therapeutin wird erst im Januar in Müllheim
wieder aktiv. Sie meinte aber du könntest mal mit der Kinder und Jugendendokrinologie in der Uniklinik ein
Gespräch ausmachen-die sagen dann auch welche Voraussetzungen du brauchst um dort behandelt zu werden.

Ich bin selber in der Frauenklinik der Uniklinik in Behandlung, das ist aber erst ab 18 dann so..

es gibt noch andere Therapeutinnen in Freiburg, Dr. Cindy Höhn, aber da musst du selbst bezahlen und
Frau Hipfner-Sonntag, die ist nett, aber persönlich kenne ich sie nicht. Sie sind beide auch trans*erfahren.
Frau Hipfner-Sonntag auch im Jugendbereich.

Bei Frau Sandholz musst du dir klar sein, was du möchtest und das musst du auch sagen, dann wird sie
dir helfen. Sie wird dich in den Gesprächen auch Fragen fragen wie du zu deiner Weiblichkeit stehst,
wie du sie ausdrückst, wie du lebst und sie dir in Zukunft vorstellst-sie meint das aber nicht böse,
sie möchte dich nur genauer kennen lernen.

Alles Liebe Marie (flo)
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LolAndrea
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 35 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

Magdalena hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 08:13
Selbst Medikamente zu bestellen und auch noch einzunehmen ist in meinen Augen glatter Selbstmord. Selbst bei frei in der Apotheke käuflichen Medikamenten hört und liest Frau immer wieder den Spruch, Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker! Und er ist nicht unbegründet.

Und um einfach sein Leben aufs Spiel zu setzen, finde ich ist das Geschenk des Lebens zu kostbar. Auch wenn nicht jeden Tag alles super ist. So genieße ich dann um so mehr die schönen Momente. Dazu gehören auch Treffen mit Freunden und Freundinnen. Selbst den Job, ist er manchmal sehr anstrengend, möchte ich nicht missen.
hallo Magdalena, also bei allem Respekt aber die Menschen die sich selbst medikamentieren hängen an ihrem Leben wollen weiter leben aber befinden sich in einer misslichen Lage sei es durch Ärztephopie lange Wartezeiten falschen Diagnosen oder dem Alter etc pp... Ich frage zwar meinen Arzt oder Apotheker aber zusätzlich noch mich selbst ob es das richtige ist oder einen anderen Weg gehen möchte. Persönlich kenne ich zu viele Ärzte die blind Medikamente verschreiben, entweder auf einer Verordnung Wirkstoffe die kontraindiziert sind oder überhaupt nicht zum Krankheitsbild des Patienten passen. Dieser Spruch "zu Risiken und Nebenwirkungen ...." wurde von Ärzteverbänden und Pharmaindustrie produziert ähnlich wie "die Polizei dein Freund und Helfer" ... aber blind vertrauen auf Ärzte und Apotheker kann auch im Ergebnis "fahrlässige Tötung" durch dieses bedeuten.
Wer sich bei der Einnahme unsicher ist egal ob mit Verschreibung oder ohne bitte einfach weglassen und Phyto Präparate suchen. Bei HRT mtf z.b. Boxhornklee. Liebe Gruesse! (PS: hier in meinem Land wird leider alles wie Erdbeer Bonbons geschluckt ohne Rezept in der Apotheke käuflich von Antibiotika Morphin bis Hormone ..... verantwortungslose Regierung)
Magdalena
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 36 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ich ]möchte nun doch noch etwas hinzufügen.
Jaddy hat geschrieben: Mo 25. Nov 2019, 14:35 Aus meiner Sicht stecken in deinem Absatz drei wichtige Fehler.
Wenn du es als Fehler siehst, ist es Deine Sichtweise. Ja ich gebe dir Recht, auch Ärzte sind nicht unfehlbar. Aber weil eben Ärzte, die ja dafür eigentlich ausgebildet sind, nicht allwissend sind, trau ich mir schon weniger zu, zu wissen, bei welches Medikament in dem vorliegenden Krankheitsbild das Richtige ist. Und um es richtig zu stellen. Das Medikament , welches damals zu dem lebensbedrohlichen Zustand geführt hatte, war von einem Arzt verordnet worden.

Ich denke auch, hier geht es auch um Vertrauen. Vertrauen zu den Eltern, welche ja irgendwann die Veränderung mitbekommen. Egal ob alles gut geht oder eben doch nicht. Es ist diese verlorengegangene Vertrauen zu den Eltern und Freunden. Es bleiben Fragen, warum hast Du uns nichts gesagt!

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Jaddy
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 37 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Magdalena hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 07:59 Wenn du es als Fehler siehst, ist es Deine Sichtweise. Ja ich gebe dir Recht, auch Ärzte sind nicht unfehlbar. Aber weil eben Ärzte, die ja dafür eigentlich ausgebildet sind, nicht allwissend sind, trau ich mir schon weniger zu, zu wissen, bei welches Medikament in dem vorliegenden Krankheitsbild das Richtige ist. Und um es richtig zu stellen. Das Medikament , welches damals zu dem lebensbedrohlichen Zustand geführt hatte, war von einem Arzt verordnet worden.

Ich denke auch, hier geht es auch um Vertrauen. Vertrauen zu den Eltern, welche ja irgendwann die Veränderung mitbekommen. Egal ob alles gut geht oder eben doch nicht. Es ist diese verlorengegangene Vertrauen zu den Eltern und Freunden. Es bleiben Fragen, warum hast Du uns nichts gesagt!
In Mayns Fall bin ich vollkommen Deiner Meinung. Da sind die Probleme nicht primär medizinischer Art. Aber deshalb mag ich trotzdem nicht generell Selbstmedikation verteufeln, weder bei Hormonen, noch bei anderen Themen. Was klar sein muss: Wer das macht ist auch für die Konsequenzen selber verantwortlich. Oder auch was en nicht tut, sondern statt echter Medizin z.B. Glaubuli einwirft. Die Frage, ob und wann jemand für sich einigermassen objektiv und kompetent entscheiden kann ist nicht einfach, aber meiner Ansicht nach eben auch nicht einfach mit "medizinisch gar nicht" beantwortbar.

Bei vielen medizinischen Themen fühle mich auch nicht ausreichend fit für eine Sebstmedikation, aber sobald da etwas aufkommt, informiere ich mich und möchte auch mit entscheiden. Denn meine Erfahrung mit der HNO damals sind vergleichsweise harmlos gegen das, was Freund"¢innen von mir erlebt haben. Mehrere haben ihre Krebserkankungen nur überlebt, weil sie ihre behandelnden Ärzt"¢innen über Zusammenhänge und Möglichkeiten informiert haben, die denen völlig unbekannt waren. Wir haben im Bekanntenkreis einen Chromosomentest crowdfunded, der eine überflüssige, belastende und potenziell eher schädliche Therapie verhindert hat - und den die Kasse nicht zahlen wollte. Es gibt sogar einen TV-Beitrag zu genau dem Fall.

Ich sehe es so, und den Vergleich meine ich durchaus ernst: Wenn mir die Einschätzung meiner Autowerkstatt oder Handwerker"¢in am Bau nicht plausibel erscheint oder keine akzeptable Lösung ergibt, dann informiere ich mich, versuche zu einer differenzierten Einschätzung zu kommen und daraus eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen. Denn schliesslich muss ich in dem Auto fahren oder in dem Haus wohnen. Eigentlich ist das selber schrauben am Auto sogar noch problematischer, weil 1 damit potenziell andere direkt in Gefahr bringt... Wenn wir Menschen bei solchen Dingen einen pauschalen Vorschuss an Eigenverantwortung zutrauen, warum dann nicht im Fall der eigenen Körper? Für mich werden einige Themen viel zu stark mystfiziert. Medizin und Sexualität vor allem. Dabei ist das alles kein Hexenwerk, sondern erklär- und erlernbar; im konkreten Fall sogar recht schnell, also wenn es um Tiefen-, nicht Breitenwissen geht.

Übrigens gibt es in vielen Ländern informed consent Praxen/Kliniken, zum Beispiel in den USA und einigen EU-Ländern - wovon ich bei meiner Selbstmedikation ja auch profitiert habe. Dort wird abgefragt, ob die Person mögliche Risiken und Konsequenzen kennt und verstanden hat und dass keine offensichtliche Gegenanzeigen vorliegen. Dann Unterschrift und fertig. Wenn 1 damit Unfug an sich treibt, well, dann ist das eben so. Wenn 1 beim Fensterputzen rausfällt ist das eben auch so. Deshalb gibt es trotzdem keine Pflicht, nur studierte Fensterputzer"¢innen einzusetzen.
Britt
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 38 im Thema

Beitrag von Britt »

Mädels,
eure Diskussion ist Kontraproduktiv.
Mayns Wunsch ist es den Stimmbruch aufzuhalten. Das funktioniert blöderweise nur mit Blockern. Auch muss die Behandlung sofort, zumindest zeitnah beginnen, wenn sie ihren Stimmbruch aufzuhalten möchte.

Das Ziel sollte hier sein, die Selbstmedikation in eine offizielle ärztliche Behandlung umzuwandeln. Es kann dann erst einmal auch eine Behandlung ohne Östrogene, also nur mit Blockern sein.

Liebe Grüße,
Britt
Anne-Mette
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 39 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,

wie wahr; denn ich denke, dass die Eigenhormongeschichte von Jaddy sehr wenig mit den Fragen von Mayn zu tun hat und die ganzen Ausschweifungen und Nebenschauplätze nicht zur Lösung des Problems beitragen.

Danke und Gruß
Anne-Mette
Mayn

Re: Eigen Hormontherapie

Post 40 im Thema

Beitrag von Mayn »

Hallo,
weil ich es bestimmt in eine paar Jahren extrem bereut hätte,
nicht zum Artzt gegangen zu sein, möchte ich nun einen Termin vereinbaren.
Vor einem Jahr, wäre dass noch unvorstellbar für mich gewesen und einer meiner größten Ängste gewesen...
Ich habe gestern Abend lange nachgedacht und bin zum Entschluss gekommen, dass das schlimmste was passiert könnte das sie mir nicht helfen wird.
Das nehm ich in Kauf.
Ich habe jetzt erstmal eine kurze Mail an die psychologische Abteilung geschickt, in der ich auch mein Alter und meine Krankenkasse genannt habe, da ich
keinerlei Erfahrung habe wie mein einen Termin bei einem Psychologen vereinbart .
Danke auch an dich Emmi Marie, ich habe eigentlich keine Angst vor Frau Sandholz Fragen, da sie ja so gesehen nichts mit mir zu tun hat und ich nichts zu verbergen habe.
Wie kann ich mich vorbereiten? Ich habe gestern Abend Situationen in meinen ganzen Leben aufgeschrieben,
die meine TS bestätigen, zu denen sie mir auch Rückfragen stellen könnte und auch wie ich mir meine Zukunft vorstelle usw. Gibt's noch Tipps?
Auf die Frage wie ich meine Weiblichkeit ausleben wüsste ich erst mal nicht wie ich darauf antworten soll..

Meine körperliche Weiblichkeit kann ich gar nicht ausleben, da ich leider biologisch männlich bin.
Ich lebe eher meine Männlichkeit nicht aus und verstecke sie extrem durch das entfernen von Geschlechtmerkmalen wie "beule" in der Hose oder Körperbehharung auch Schwimmbad ist für mich unvorstellbar. Soziales Intressen oder Mimik Gestik oder Körpersprache sind bei mir Weiblich.
Ist zwar Kastendenken aber einer meiner größten Hobbys sind Nailart oder Frisieren aber das kann doch genauso ein Junge machen? Die Frage versteh ich nicht gant
Michi
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 41 im Thema

Beitrag von Michi »

Mayn hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 17:10 Auf die Frage wie ich meine Weiblichkeit ausleben wüsste ich erst mal nicht wie ich darauf antworten soll..

Meine körperliche Weiblichkeit kann ich gar nicht ausleben, da ich leider biologisch männlich bin.
Ich lebe eher meine Männlichkeit nicht aus und verstecke sie extrem durch das entfernen von Geschlechtmerkmalen wie "beule" in der Hose oder Körperbehharung auch Schwimmbad ist für mich unvorstellbar. Soziales Intressen oder Mimik Gestik oder Körpersprache sind bei mir Weiblich.
Hallo Mayn,

ich bin zwar nicht Marie ...

Die Antwort auf die Frage hast du doch im Anschluss daran bereits selbst gegeben. :wink:


Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 42 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Mayn hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 17:10 Wie kann ich mich vorbereiten? Ich habe gestern Abend Situationen in meinen ganzen Leben aufgeschrieben,
die meine TS bestätigen, zu denen sie mir auch Rückfragen stellen könnte und auch wie ich mir meine Zukunft vorstelle usw. Gibt's noch Tipps?
Auf die Frage wie ich meine Weiblichkeit ausleben wüsste ich erst mal nicht wie ich darauf antworten soll..

Meine körperliche Weiblichkeit kann ich gar nicht ausleben, da ich leider biologisch männlich bin.
Ich lebe eher meine Männlichkeit nicht aus und verstecke sie extrem durch das entfernen von Geschlechtmerkmalen wie "beule" in der Hose oder Körperbehharung auch Schwimmbad ist für mich unvorstellbar. Soziales Intressen oder Mimik Gestik oder Körpersprache sind bei mir Weiblich.
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Hi Mayn,

jaaa Michi hat Recht...und du bist bestens vorbereitet wenn ich das so lese.
Geh hin und sei einfach du-ich glaube das passt schon (ap)

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Re: Eigen Hormontherapie

Post 43 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Hallo Mayn,
ich denke die meisten haben dich in die richtige Richtung geschoben.
Geh offen an die Personen ran die dir helfen sollen, sei du selbst.
Ich wünsche dir ganz viel Glück auf deinem Weg.
Lisa
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Re: Eigen Hormontherapie

Post 44 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Mayn hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 17:10 Ich habe jetzt erstmal eine kurze Mail an die psychologische Abteilung geschickt, in der ich auch mein Alter und meine Krankenkasse genannt habe, da ich
keinerlei Erfahrung habe wie mein einen Termin bei einem Psychologen vereinbart .
Hi Mayn,

wie Keks-Marie heute rausgefunden und ich kurz vorher gehört hab, macht Frau Sandholz nur noch Gutachten.
Sei bitte nicht enttäuscht und versuche mal Frau Hipfner-Sonntag in Freiburg anzurufen...

sorry, tut mir echt leid..da war ich nicht auf dem neusten Stand

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ExuserIn-2019-12-22

Re: Eigen Hormontherapie

Post 45 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Hallo,

nachdem ich erst Frau Sandholz kontaktiert habe und dort eine Absage erhalten habe, wendete ich mir per Mail an team@rosahilfefreiburg.de welche die Mail an TransAll weitergeleitet haben. Von denen habe ich auch eine Antwort mit einer Liste erhalten.

Ich zitiere dir mal die Mail, da die Informationen für dich sicherlich auch relevant sein könnten.


****editiert***

Entweder kontaktierst du TransAll persönlich oder ich kann dir die Liste zukommen lassen.
Aber ich denke in deinem Fall wäre eine Beratung auch ganz hilfreich.


Liebe Grüße!
Antworten

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