Verroht unsere Gesellschaft?
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Lebensplanung, Standorte
Frieda
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Verroht unsere Gesellschaft?

Post 1 im Thema

Beitrag von Frieda »

Liebe Gemeinschaft ❣️

Aktuell wurde hier bei uns (mal wieder) mindestens ein Herz, ein Wesen verletzt.
Ich bedauere dieses zu tiefst. Ich finde das ganz ganz furchtbar. Es fällt mir auch nicht leicht, auf die aktuelle Verletzung öffentlich nicht einzugehen, weil es mich sehr trifft, mit welchen Gedanken, Gefühlen und Emotionen im Moment mindestens Eine von uns hier kämpft.
Aber dieser Thread, dieses Thema liegt mir grundsätzlich am Herzen. Ich weiß es gibt schon mehrere dieser Thread's die dieses Thema aufgreifen, es ist aber etwas beschwerlich für neue Mitglieder diese herauszufinden (finde ich jedenfalls) und warum können wir nicht wiederholt immer wieder mal über dieses Thema "den Umgang miteinander" neu sprechen!? Wir haben doch auch Verständnis für die Anderen, die ihre Post's dafür brauchen um aktuelle Emotionen von sich selbst runter zu schreiben um dadurch sich selbst klarer sehen können.
Ich wünsche mir ehrlich so wenig wie möglich genervte Augenrollen von euch zu erleben, weil ich wiederholt dieses extrem wichtige Thema auf den Tisch packe.
________________________________________________________

Ich mache mir wirklich darüber Gedanken wie wir miteinander umgehen (☝️und nein ich meine jetzt nicht nur das Forum hier).
Mein Innerstes reagiert sofort, wenn ich auf Egoismus stoße, egal in welcher Form. Respektlosigkeit ist genau so ein Thema was ich als großes Problem sehe. Und was wir Menschen in meiner Wahrnehmung uns auch angeeignet haben ist dieses "Auge um Auge, Zahn um Zahn" - Denken. All diese Punkte laufen immer wieder auf eines hinaus, auf den Egoismus und er hat noch viel viel mehr versteckte hässliche Gesichter in unserem Alltag, wo wir ihm tagtäglich begegnen und ihn wahrscheinlich mittlerweile als normal betrachten.
Meschen die sich in der breiten Masse mitfühlend verhalten, und in Ruhe achtsam ihre Worte wählen, werden viel zu oft schief angeschaut, eben weil wir uns einen furchtbar rohen Ton angewöhnt haben, wir üben und üben es immer wieder, Ich-bezogen durch unsere Welt zu poltern.
In mir arbeiten die Gedanken um Krieg und Zerstörung. Tagtäglich treffen wir auf Krieg, natürlich in den Nachrichten die uns berichten was im Ausland alles geschieht, aber wir haben den Krieg auch vor der Haustür. Im Straßenverkehr zB die Müllfahrer müssen sich jeden Tag bepöbeln lassen, weil sie den Verkehr behindern würden. Furchtbar ich finde das einfach nur furchtbar. Wann bitte sollen diese mutigen Mitmenschen, diese extrem wichtige Aufgabe für uns denn übernehmen/erledigen? Etwa Nachts wenn wir schlafen? In meiner Wahrnehmung müssten wir jedesmal aus dem Auto springen und jedem Müllfahrer mit ehrlichen Dank die Hand schütteln für seine Tätigkeit die Er für unsere Gesundheit und unser Wohlergehen tagtäglich beständig durchführt❣️
Oder Rettungssanitäter, Feuerwehr oder Polizei , ihnen ist es ein Bedürfnis uns in Notsituationen zu Hilfe zu eilen, oft genug sitzen sie im Auto fest- weil ihnen der Weg versperrt ist, durch Pöbler, Gaffer und und und.
Wir wissen das alles ganz ganz genau, aber der Moment wo wir nicht achtsam sind, wo wir nur tief in Emotionen Ich-bezogen beginnen verletzend zu reagieren, ist so klitzeklein und zieht genau deswegen eine gigantische zerstörerische Lawine hinter sich her, die alles Gute unter sich begraben wird.

Das Fingerzeigen auf Andere, ein gemeinschaftliches" runter machen" eines Einzelnen ist für mich verantwortungslos. Jeder Mensch hat das Recht, respektvoll behandelt zu werden, auch Menschen die wir nicht so sehr mögen. Es ist immer möglich auch Kritik in respektvolle Worte zu packen. Wenn unser Gegenüber allerdings nicht kritikfähig ist, und nur auf "Daumenhoch Likes" aus war/ist, können wir das Gedankenkarussel was der zu Kritisierende dann evtl selbst in sich anstößt, kaum zum stoppen bringen.

Wir leben nicht Alle nur nebeneinander her, wir leben Alle miteinander❣️
Wir leben als Menschen miteinander, wir leben mit der Flora und der Fauna zusammen und wir leben mit diesem Planeten zusammen❣️
Wir brauchen uns Alle. Wir müssen es wieder lernen ein WIR zu sehen und unsere Unterschiede, und andere Meinungen auch wahrhaftig akzeptieren zu können (was nicht zustimmen bedeutet) ohne diese runter oder schlecht zu reden.

Wenn es soweit kommt, dass immer mehr Mitglieder hier das Gefühl erleben, hier lieber ihren Mund halten zu wollen, weil die Folgereaktionen evtl sie wiederholt in ein tiefes Loch schmeißen könnten, wird dieses besondere Forum, vielleicht bald ein Ort mit einem rauen Ton werden.
Und was ist eigentlich, wenn es irgendwann nicht mehr unsere geliebte Anne-Mette hier gibt? Sie ist ja schon sooo oft mit ihrer gekonnten Wortwahl schützend eingesprungen! Schaffen wir es denn uns bis dahin beständig zu entwickeln wahrhaftig Respekt, Emphati und Mitgefühl für unser Gegenüber aufzubringen? Auch wenn wir unterschiedliche Meinungen, Vorstellungen, Wahrnehmungen haben? Auch wenn irgendwann der traurige Moment kommen wird, wo unsere Mutti (ganz respektvoll und bewundernd von Anne-Mette gesprochen) nicht mehr für Ordnung und Sicherheit hier sorgen kann?
Schaffen wir das liebe Gemeinschaft, auch für All die, die nach uns kommen werden? Können wir unser Miteinander beständig so weiterentwickeln, dass die die nach uns kommen, bewundernd auf uns blicken und sich so ein Miteinander auch wünschen und willig sind, tagtäglich mit jedem Post, mit jedem Wort einen respektvollen und mitfühlenden Umgang zu pflegen? Wollen wir das?


Namaste 🙏
Zuletzt geändert von Frieda am Sa 16. Nov 2019, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 2 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Frieda,
wie immer findest du die passenden und auch mahnenden Worte.
Ihr wisst ja das dieses Forum für mich einen Hafen darstellt wo ich sicher vor Anker gehen kann.
Mich hat eben dieses sehr freundliche und respektvolle miteinander hier extrem beindruckt.
Auch dieses achtsame untereinander.
Auch mit fällt es auf in der letzten Zeit das der Ton ein anderer geworden ist.
Auch ich halte mich inzwischen aus einigen Themen heraus weil man Angst haben muss das jedes Wort auf die "Goldwaage" gelegt wird.
Es sind inzwischen einige hier die ich sehr sehr schätze die den Rückzug antreten.
Ich empfinde dies als sehr schade.
Liebe Grüß
Lisa
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 3 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

Bezogen auf das Forum:

ich weiß jetzt nicht was konkret passiert ist. Wer/Wie/was? Waren es Meinungsverschiedenheiten oder liegt eine Art Mobbing vor. Um dies nachvollziehen zu können müsste man die Details wissen, sie Nachlesen. Die gehen aber nicht hervor, so dass man nicht schlauer wird.

Eine Sache ist mir jedoch aufgefallen:

Früher gab es fast jeden Tag Geburtstagsgrüße, die sehe ich in letzter Zeit gar nicht mehr. Vielleicht ein Indikator, dass gerade der Haussegen ein wenig schief hängt?

VlG
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ExuserIn-2019-12-22

Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Ich ertappe mich genau bei dem was Frieda geschrieben hat.
Ich fühle mich zunehmend unwohl im Forum und im Chat. Grund dafür ist die Art wie einige hier mit mir umgegangen sind.
Ich habe mich immer ein Stückchen weiter zurückgezogen.
Doch an Stelle das ich zurückstecken muss, habe ich meine Meinung frei hinaus geschrieben. Und der Frust sitzt tief.
Es tut mir leid, wenn Gleiches mit Gleichem vergelte. Das ist normal nicht meine Art. Aber ich bin der Meinung erst wenn jemand genauso behandelt wird wie diese Person die Anderen behandelt, dann wacht sie evtl. auf und überdenkt ihr Verhalten.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn hier wieder etwas mehr Gemütlichkeit einkehren würde.
Whoopy Highfly
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 5 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Frida trifft wieder einmal genau ins schwarze. Die richtigen Worte zu finden ohne andere bloß zustellen ist schwierig.
Oft merke ich selbst, wenn ich einen Text verfasse, das es mir nicht leicht fällt. Daher schreibe ich lieber nichts.
Bei einigen Personen mag das ok sein, wiederum bei anderen wird das als Beleidigung und Angriff aufgenommen.
Seht es bitte nicht zu eng und bedenkt, es ist nur eine einmaliger "Zeitpunkt", wo dieser Text schrieben wurde.

Namaste
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
Saskia_lc
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 6 im Thema

Beitrag von Saskia_lc »

Hallo Frieda,

das sehe ich komplett genauso.

Auf die Gesellschaft bezogen:

Durch meine beruflich Tätigkeit sieht man immer wieder, dass sich an allen Ecken und Enden beim Kunden entschuldigt wird. Selbstverschuldete Fehler werden gemacht und dennoch wird sich entschuldigt, was bewirkt das bei den Menschen auf Dauer? Das moralische Unrechtsempfinden wird immer geringer wie ich finde und färbt in alle Bereiche ab. Und wenn man dann sagt: "Denk mal drüber nach!", überfordert dieser Satz viele schon... hat man den Eindruck, hmm ja. :wink:

Gehts uns zu gut?

Aufs Forum bezogen:

Ich bin noch nicht lange dabei, aber wenn das wirklich so ist, fände ich das sehr sehr schade. Ich konnte in letzter Zeit jetzt allerdings nichts derartiges feststellen. Gerade wegen der Gemütlichkeit, wie Keks-Marie schreibt, bin ich eigentlich auch hier. (dr)
Niveau ist keine Handcreme
SylviaM
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 7 im Thema

Beitrag von SylviaM »

Hallo Frieda,
Ich habe dich im Forum als sehr sensiblen Menschen wahrgenommen und danke dir dafür, dass du dieses Thema offen ansprichst. Auch ich bin oft mehr als verwundert über die persönlichen Angriffe und den Ton einiger Weniger, wenn etwas gegen deren persönlicher Vorstellung geht, auch wenn es von der Sache her in die richtige Richtung gehen mag. Das fällt mir insbesondere dann auf, wenn sich Partnerinnen ans Forum wenden, die mit dem Outing ihres Partners Probleme haben (und ich meine nicht die Betty Diskussionen) oder wenn das Verhalten einzelner kritisch hinterfragt wird, statt nicht gleich mit super, toll und Likes geantwortet wird.
In Foren, nicht nur wie diesen, ist es sehr schwer einerseits die Offenheit und Freiheit der Wortmeldungen zuzulassen, andererseits angemessen zu reagieren, wenn jemand zu persönlich wird, ohne diese Person selbst zu verletzten. Die Anonymität tut ihr übriges.
Im Vergleich zu anderen Foren ist es dank Anne-Mette noch relativ ruhig und ich kann gar nicht genug Danke Rückmeldungen geben, wenn sie in ihre ruhigen und doch bestimmenden Art und zur Saison aufruft.
Ist es schlimmer geworden? Ehrlich gesagt, eher nicht, auch vor einigen Jahren gab es immer wieder Ausfälle, die zum Ausschluss einzelner Personen führten.
Dennoch würde ich mir so manches Mal eine einfache Rückmeldungsmöglichkeit wünschen, wenn es zu persönlich wird, ohne mit einem Einzeiler zu antworten oder selbst in die Gefahr zu laufen, aus der Emotion heraus zu persönlich zu werden (Dislike ähnlich). Und ja, in einem offenen Forum müssen wir alle selbst den Hygienefaktor spielen und gegen diese Angriffe auf einzelner reagieren. Wir alle können uns ja an Anne-Mette orientieren und in diesen Fällen auf ruhiger und gewonnener Art auf solche Auffälligkeiten reagieren (hier schließe ich mich ein, weil ich es selbst bisher versäumt habe).
Namaste Frieda
Ulrike-Marisa
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

für unser Forum müssen wir schon selbst für einen angemessenen Ton im Umgang miteinander finden. Gesamtgesellschaftlich gesehen, habe ich die Wahrnehmung, dass es leider in eine Richtung geht, die von Herrn Trump so augenscheinlich vertreten wird und was in den USA gemacht wird, das machen wir oftmals mit einer Zeitverzögerung von etlichen Jahren nach. Nein für mich sind die USA kein Vorbild, obwohl meine Familie z.T. aus den USA stammt. Der Mensch scheint nicht lernfähig zu sein und aus Krieg und Gewalt die dichtigen Schlüsse zu ziehen, wie wir auch international miteinander umgehen sollten. Trotzdem ist in der Gesellschaft jede/r einzelne gefragt, für ein gutes und friedfertiges Miteinander beizutragen mit eigenem Vorbild und Verhalten.

Grüße, Ulrike-Marisa
ExuserIn-2021-04-19
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 9 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-04-19 »

Hallo liebe Gemeinschaft, liebe Frieda,

was die Gesellschaft im Allgemeinen betrifft, stimme ich dir, Frieda, zu. Wir leben zunehmend in einer Ellenbogengesellschaft, in der jeder nur an sich denkt. Ich musste mich beruflich in Kreisen bewegen, in denen Freundlichkeit und Anteilnahme als Anbiederung verstanden wurden. Gesellschaftlich und politisch haben viele Menschen in der Mittelschicht eigenartigerweise den Eindruck, das es vor allem ihnen schlecht geht und nicht denen, die in wirtschaftlicher Not oder Unterdrückung in Deutschland und der ganzen Welt leben.

Seit kurzer Zeit bin ich Mitglied in diesem Forum und ich muss sagen, ich fühle mich sehr wohl. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und habe schon viele nette Menschen kennengelernt. Es gibt so viele Themen, die uns interessieren, ernste, heitere, wichtige und unwichtige. Ich finde es toll, dass wir uns stundenlang damit beschäftigen können, was wir heute anziehen und uns gegenseitig Komplimente machen. Die Möglichkeit hatte ich als Crossdresser noch nie und es tut mir so gut.

Die Forumsteilehmerinnen, die anderen Mitgliedern helfen und auf schweren Wegen begleiten, haben meine allergrößte Hochachtung und wenn ich eines Tages auch jemanden auf diese Weise helfen könnte, bin ich sehr froh. Auch sehr wichtig sind die ernsten Themen gesellschaftlicher und politischer Natur. Hier ist es verständlicherweise so, dass Meinungen mit großer Überzeugung und nicht immer zurückhaltender Wortwahl vertreten werden. Das kann dann anderen wehtun. Wir müssen aber natürlich auch unsere Meinung sagen dürfen und wir kennen auch nicht jedes Fettnäpfchen, in das wir treten können.

Wichtig ist für mich, dass wir zusammenhalten. Wenn jemand sich ungerechterweise angegriffen fühlt, sollte sie/er das dem Gegenüber kundtun und wir sollten uns entschuldigen können, wenn wir jemanden verletzt haben. Die innere Immigration oder gar ein Rückzug aus dem Forum lösen da keine Probleme.

Ach ja, weiß jemand, warum die Rechtschreibprüfung hier einen Fehler erkennt, wenn ich Crossdresser schreibe? :D

Ein schönes Wochenende

wünscht euch Katja
It's not Crossdressing, it's just dressing.
Nicole Fritz
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 10 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Katja hat geschrieben: Sa 16. Nov 2019, 12:00 Ach ja, weiß jemand, warum die Rechtschreibprüfung hier einen Fehler erkennt, wenn ich Crossdresser schreibe?
Nur kurz OT: Ich denke, das ist ganz einfach. Dieses Forum baut auf eine übliche Software für Internet-Foren auf. Und die benutzt ein ganz allgemeines Wörterbuch für die Rechtschreibprüfung. Da stehen Begriffe wie 'Crossdresser' nicht drin.
Johanna:-*
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 11 im Thema

Beitrag von Johanna:-* »

Hallo meine Lieben (moin)
Ich möchte mich versuchen kurz zu halten. Da ich erst "relativ" kurze Zeit hier bin möchte ich nicht zu große Töne spucken....

ABER.....

(meine persönliche Meinung!!!!)
In diesen Forum bin ich eigentlich sehr gerne. Seit kurzen treibe ich mich immer öfter hier rum. Mir gefällt die offene Art von vielen die ich bis jetzt erleben durfte.
Es werden kleine Kritikpunkte angesprochen (nett formuliert), an die Hand genommen, ausgetauscht, Tips und Tricks weitergegeben.

Was genau schlimmes vorgefallen ist weis ich nun auch nicht. Sollte es aber so schlimm sein kann ich es nur verurteilen. Wenn man neu hier herein kommt fällt sofort der nette, gesellige und freundliche Ton und Umgang auf. Gerade die bunten Persönlichkeiten die man hier trifft sind angenehm und wohltuend, gerade für die, welche neu auf den Gebiet ist. Das für sich selbst zu merken das man aus der gesellschaftlichen Form sticht ist schwer. Hier einen Startpunkt für sich, einen sicheren Hafen und erste Anlaufstelle zu finden um sich selber erst einmal zu sortieren TUT VERDAMMT GUT !!!!! (na)
Ich hoffe das nach meiner Empfindung, der freundliche Ton auch noch lange hier anhalten wird.....

Liebe Grüße
Johanna


PEACE (na) (flo) (he)
Nicole Fritz
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo liebe Gemeinschaft, liebe Frieda,

nun zum eigentlichen Thema. Wir leben in der "Endzeit" eines ungehemmten Kapitalismus. Wann und wie dieses Ende nun kommen wird, liegt an uns allen. Aber es wird kommen. Eine globale ökologische Katastrophe, ein Atomkrieg, viele kleine Diktaturen mit strengen, unvereinbaren Ideologien, die sich gegenseitig bekämpfen und keinen Raum für persönliche Freiheiten zulassen, .. ? - oder wir schaffen es endlich weltweit, den Gedanken eines friedlichen Zusammenlebens unter den Regeln einer Demokratie in die Realität umzusetzen.

Das Prinzip der Mehrheit in einer Demokratie hat eine große Schwachstelle: Minderheiten müssen eine Mehrheit überzeugen, wenn ihre Ideen Gehör finden sollen. Und die mächtigste Minderheit sind diejenigen, die das meiste Geld unter sich aufteilen. Und Geld ist Macht. Wer also keine Mehrheit aber genug Geld hat, sucht nach Möglichkeiten sich diese Mehrheit zu kaufen. Das funktioniert am besten, wenn man Abhängigkeiten schafft. Ich brauche meinen Job, wenn ich so leben will wie ich es gewohnt bin. Also wähle ich an Ende nicht die Partei, die meine Denkweise repräsentiert oder unterstützt, sondern die Partei, die mir einen Arbeitsplatz verspricht.

Damit das so funktioniert, muss eine große Angst vor der Armut geschürt werden. Also macht man überall Werbung um uns die schöne bunte Vielfalt eines hemmungslosen Konsums zu vermitteln. Wir sollen in einen Rausch verfallen, damit wir gar nicht erst dazu kommen zu bemerken, wie besch... es uns eigentlich geht. Der starken Minderheit beschert das scheinbar unbegrenztes Wachstum und Profit. Der Rest hat die Kehrseite auszubaden: eine vergiftete Umwelt, Klimawandel, Krieg und Gewalt.

Eine weitere wichtige Botschaft ist: Du kannst das alles haben und schaffen, du musst einfach nur besser sein als alle anderen. Und denen musst du vor allem immer zeigen, dass du besser bist - also genau das, was beispielsweise Donald Trump macht. - Also hier sind wir, die Reichen, Schönen, Mächtigen, und da sind die anderen, die Dummen, die Asozialen, die Kriminellen, die Perversen, alle die unfähig sind und den Anschluss verpasst haben.

So wie ich es inzwischen empfinde, Hat ein großer Teil der Jugend weltweit das zuvor beschriebene Prinzip einer egoistisch-narzisstischen Ausgrenzung satt und sieht seine Zukunft ernsthaft bedroht. Sie demonstriert und klagt an, und wird dann wieder von den Mächtigen belogen und missbraucht, indem man beispielsweise ein ein kleines Paket schnürt, das angeblich dem Klimaschutz dienen soll aber in Wirklichkeit Chancen für den Profit weniger sichert.

Also liebe Frieda. Was können wir da tun? - Vor allem können wir miteinander reden. Wenn jedoch jemand dem Sog der rechtsradikalen Parolen und Verschwörungstheorien bereits komplett verfallen ist, werden wir bei ihm ganz sicher kein Gehör finden. Was wir aber machen können, ist denjenigen die Problematik bewusst zu machen, die noch nach Antworten auf ihre drängenden Fragen suchen. Vor allem müssen wir sozial verträgliche Lösungsansätze jenseits von Konsum und übertriebener Selbstdarstellung aufzeigen. Die Radikal-Konservativen haben ihre Antworten längst gefunden: Grenzen zu, Ausländer raus, und alles bekämpfen, was nicht "normal" ist. Ihre verbalen Pöbeleien sollte man weitest möglich Ignorieren. Und bei Gewalt bleibt uns nichts anderes als Polizei und Justiz.

So weit also meine persönliche Analyse zur weltweiten Verrohung der Gesellschaft.

LIebe Grüße
Nicole
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 13 im Thema

Beitrag von Michi2011 »

Liebe Frieda, liebe Gemeinschaft,

überwiegend lese ich hier nur und finde, dass der Ton hier immer noch angenehm ist(Ausnahmen bestätigen die Regel, was auch früher schon der Fall war.).

Zum Thema selbst muss ich sagen, dass sich eine "Ellenbogengesellschaft" entwickelt hat, die sich nicht mehr mit einem "Wir" und/oder "gemeinschaftlich" identifizieren kann oder will. Rücksicht, Respekt, Toleranz und Anerkennung des anderen Individuums sind m. E. inzwischen nur noch leere Hüllen. Aufmerksames hinhören und lesen ist kaum noch gegeben. Leider ist es inzwischen Weltweit so.

Bedauerlicher Weise lese ich auch hier wieder den Ruf nach der Politik. Das kann und wird nicht funktionieren. Wie auch, wenn im nachhinein lediglich wild auf vergangenes agiert wird anstatt die Auswirkungen zu analysieren und für die Zukunft vernünftige Reaktionen und Lösungen aufzuzeigen?

Liebe Grüße
Michi
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Nicole Doll hat geschrieben: Sa 16. Nov 2019, 14:43Das Prinzip der Mehrheit in einer Demokratie hat eine große Schwachstelle: Minderheiten müssen eine Mehrheit überzeugen, wenn ihre Ideen Gehör finden sollen.
Unter anderem deshalb gibt es Verfassungen, in denen das grundlegende Menschenbild und Wertesystem festgelegt ist. Gleichheit vor dem Gesetz, Schutz von Minderheiten, Diskriminierungsverbot, usw. Es steckt der Basisgedanke des Humanismus drin, dass der Mensch an sich Zweck, nie Mittel ist. Nicht Verfügungsmasse und nicht "human resource". Moderne Demokratie heisst nämlich nicht automatisch, dass die Mehrheit einfach beschliessen kann, was ihr passt. Das würde in vielen Fällen den sozialen Frieden gefährden. Demokratische Gesellschaften funktionieren wie jede Zivilisation nur bei gegenseitiger Rücksichtnahme und Willen zum friedlichen Zusammenleben. Ich fürchte allerdings, dass diese Feinheiten etlichen Menschen nicht so präsent sind wie der viel zu einfache Gedanke, eins könne einfach qua Mehrheit über alle anderen drüberwalzen. Es lohnt sich schon, mal das Grundgesetz zu lesen und die Entstehungsgeschichte der Artikel. Auch die europäische Menschenrechtscharta und deren Geschichte. Die hat nämlich auch bei uns als EU-Land durch den Vertrag von Lissabon quasi Gesetzeskraft.

Die Verrohung, well, jain. Was heute schriftlich - oder in YT-Videos - im Netz auftaucht ist doch genau das, was früher in Kneipen, in privaten Runden, in der Kaffeeküche oder ähnlichen Orten gesagt wurde. Das Netz macht es viel mehr Menschen zugänglich, die auf Klick-Maximierung ausgelegten Algorithmen heben es hervor und es bleibt viel länger stehen als das einmal gesprochene Wort. Andere nehmen es auf, verschärfen es, aber hauptsächlich wenn sie eh schon irgendwie in die Richtung dachten. Sichtbar wird, dass wir schon immer einen Satz von ungefähr 15-20% mittel bis schwer menschenfeindlicher Leute hier hatten. Die waren nie weg, nur nicht so offen sichtbar. Die von ihnen gehassten Minderheiten haben das aber immer zu spüren bekommen, aber das wurde ebenfalls kaum sichtbar.

Ich bin alt genug, um mich an übelste Äusserungen über - damals - "Gastarbeiter" aus verschiedensten Ländern zu erinnern, Roma, Menschen anderer Hautfarbe, Frauen, Schwule, Lesben, trans Menschen, usw. Die erste -hm- transfeindliche Äusserung, also was eins heute so bezeichnen würde, habe ich mit ca. 16 kassiert, wegen meiner schulterlangen Haare. Eine ältere Frau meinte, ich sei eine Schande und "man solle mir nicht nur die Haare, sondern noch was ganz anderes abschneiden". Ich habe ihr geantwortet, dass ich mich freue, dass sie und ihre Meinung ja bald aussterben würde. Nunja. 40 Jahre her.

Die öffentliche Sprache war auch nicht besser. Eins schaue sich Reden von Strauss an, Wehner, Dregger, Heiner Geissler, was da an Beleidigungen kam. Holger Börner, SPD, Ministerpräsident von Hessen, sagte um 1980 öffentlich, "sowas wie die Grünen habe man zu seiner Zeit mit der Dachlatte verprügelt". Geisslers "Der Pazifismus der 30er Jahre habe Auschwitz erst möglich gemacht" war gegen die Friedensbewegung gerichtet.

Ich denke, viele von uns haben sich aus der Denke und Sprache der 80er weiterentwickelt. Andere nicht. Und so prallen friedlichere Gemüter mit empathischerer Sprache auf alte Denke und gewaltvolle Sprache. Ich halte es auch für Angstbeissen von Menschen, die keine anderen Umgangsformen gelernt haben. Lösung? Hm. Nicht verhärten lassen. Schutzräume aufbauen und erhalten. Widerspruch einlegen. Besseres Beispiel geben. Sowas in der Art.
Nicole Fritz
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Re: Verroht unsere Gesellschaft?

Post 15 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Michi2011 hat geschrieben: Sa 16. Nov 2019, 15:54 Bedauerlicher Weise lese ich auch hier wieder den Ruf nach der Politik. Das kann und wird nicht funktionieren.
.. Na dann Designer-Drogen rein schmeißen und nur noch Party bis zum bitteren Ende!

Wer bitte sollte denn in einer Demokratie die Politik machen? Ein paar ewig gestrige, die nur auf Größe und Macht setzten, oder letztlich vielleicht doch das Volk? Wenn ich noch jung wäre, würde ich vielleicht versuchen eine Partei zu gründen. So etwas wäre jedenfalls eine Option. Aber jetzt habe ich nicht mehr die Kraft dafür.

Wenn man aber allgemein glaubt es könne und wird nicht funktionieren, dann funktioniert es auch nicht. - Und die kapitalistischen Hardliner lachen sich ins Fäustchen.

LG Nicole
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