Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten
Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten - # 2

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Engelchen
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 16 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ich bin das was ich fühle.
Ich bin ein Mensch.
Ich lege auf Begrifflichkeiten keinen all zu großen Wert.
Aber Begriffe sind nötig um abzuteilen - und manchmal passiert es eben auch das man in zwei Begriffe gleichzeitig hineinfällt.
Schnittmenge sozusagen - was ist daran so schlimm.
Also ohne Begriffe geht's nicht und mit Begriffen ist nicht immer alles richtig....


Lisa
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ExuserIn-2019-12-22

Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 17 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

VanessaL hat geschrieben: Mo 14. Okt 2019, 19:57 Um es mal ganz klar zu sagen: Die Begriffe Teilzeit- und Vollzeitfrau sind Kunstwörter, mit deren Hilfe man versucht sich abzugrenzen. Eine Teilzeitfrau ist ein Transvestit oder wer den Begriff nicht mag, eben auch Crossdresser.
So sehe ich das auch. Völlig neutral betrachtet und keinesfalls abwertend.

F64.0 Transsexualismus:
Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.

F64.1 Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen:
Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu erleben. Der Wunsch nach dauerhafter Geschlechtsumwandlung oder chirurgischer Korrektur besteht nicht; der Kleiderwechsel ist nicht von sexueller Erregung begleitet.

F65.1 Fetischistischer Transvestitismus:
Zur Erreichung sexueller Erregung wird Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt, dass es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Fetischistischer Transvestitismus unterscheidet sich vom transsexuellen Transvestitismus durch die deutliche Kopplung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung nach dem eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung abzulegen. Er kann als eine frühere Phase in der Entwicklung eines Transsexualismus auftreten.

Travestie:
Die schauspielerische Travestie bezeichnet die Darstellung einer Bühnenrolle durch Personen des anderen Geschlechtes und ist somit eine Kunstform. Conchita Wurst z.B. ist eine Kunstfigur eines Sängers.

Der Begriff Crossdressing beschreibt nur das tragen von gegen geschlechtlicher Kleidung und völlig unabhängig von Geschlechtsidentität und Anreiz. Eine Frau, welche das Hemd ihres Freundes trägt macht z.B. auch Crossdressing. Das sie es nur in der Wohnung trägt, weil es seinen Gerucht hat, kann man da z.B. nicht sagen sie gehört in die Rubrik Transvestitismus.

Im Prinzip gibt es da die drei Oberbegriffe: Transsexuell, Transvestit und Travestie Künstler.
Alles Andere sind nette Umschreibungen oder eigens definierte und somit von jeder Person anders interpretierte Begriffe.
Es gibt auch welche die Wollen einen Unterschied zwischen Transidentität,Transsexualität und Transgender beschreiben, den es faktisch gar nicht gibt. Das Ganze liegt daran, dass wir alles Individuen sind und uns auch so definieren wollen.


Ich für meinen Teil bin Frau und in erster Linie ein Mensch.


Liebe Grüße (ki)
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 18 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Guten Morgen in die Runde,
VanessaL hat geschrieben: Mo 14. Okt 2019, 19:57 Was ist Vollzeit bei einem Transvestiten oder einem Crossdresser?
Hallo Vanessa,

guter Beitrag, der mMn den Punkt beleuchtet, an dem viele Missverständnisse hängen. Zunächst, die beiden von Dir genannten Begriffe zielen auf das Tragen von Kleidung ab, mehr nicht. Viele, so auch ich finden sich nicht wirklich dabei wieder. Meinen inneren Zustand kann ich guten gewissens nicht als Mann oder Frau beschreiben. Ich falle nach meinem Gefühl aus der bipolaren Sichtweise heraus. Ich weiß nicht, wie es mir gehen würde, wenn ich unbeschwert die Kleidung und zughörigen "Attribute" tragen könnte, die ich will. Wäre ich wirklich eine Frau und würde komplett das Frausein leben wollen ? Ich weiß es nicht und werde es vermutlich niemals wissen, aber ich ich könnte mir vorstellen, es nicht zu tun. Auf der anderen Seite empfinde ich eine große Sehnsucht nach der Frau in mir, die auch nach außen leben will. Das ist eine ständige Zerreißprobe. Ist es da nicht verständlich, dass die oben genannten Begriffe zu kurz greifen ?

Was in meinem Pass steht, ist mir eigentlich egal, auch wenn ich mir den Ergänzungsausweis zugelegt habe und ich mich darin wieder finde. Du hast es gut beschrieben, auch im Bereich der Trans*-Menschen gibt es eine weit verbreitete Sichtweise des bipolaren Denkens. Entweder man ist das Eine oder das Andere. Alles dazwischen ist ein wenig anrüchig, weil es scheinbar keine eindeutige Identität darstellt. Vor diesem Hintergrund sind auch die drei Oberbegriffe zu sehen, die Marie angeführt hat. Auch sind die genannten F64.0, F64.1 und F65.0 für mich nicht passend. Ich bewege mich fließend im Spektrum Mann-Frau. D.h. Menschen, die mich auf eine Rolle festlegen wollen, hätten Probleme damit, wenn ich mich ihnen so dynamisch zeige. Aber genau das ist ja das Dilemma, ich bin nicht festglegt.

Was bedeuten also nun die Frage Voll- oder Teilzeitfrau für mich ? Zunächst habe ich kein Problem damit, wenn ich als Teilzeitfrau beschrieben werde. Es passt aber nicht, da es für mich nach Stundenplan klingt. Ich kann es nicht steuern. Mein inneres Gefühl für Mann oder Frau ist da oder auch nicht. Oft ist da gar kein bestimmtes Gefühl. Ich kann es jedenfalls nicht steuern. In dem Augenblick, in dem mir bewusst wird, dass ich Weiblichkeit eine Bedeutung bekommt, merke ich, dass die Frau in mir nach außen drängt. Die unbewusste Bedeutung des Weiblichen steht vor der bewussten Wahrnehmung. Und dann ist meine Weiblichkeit stark und mächtig. Aber sie ist es nicht immer oder zumindest nicht in meinem Bewusstsein. Dann lebe ich das Männliche, aber ist es ebenso mächtig ?

Keine Ahnung, denn das Männliche muss sich in mir gegen keine Widerstände durchsetzen. Es kann einfach da sein ohne besonders wahr genommen zu werden. Aber das kann auch an den äußeren Umständen liegen. Seit meiner Kindheit/Jugend gibt es in mir den Wunsch, beide Geschlechter leben zu können. Ich habe nie den Wunsch gehabt, in einem Geschlecht zu leben. Das geht auch bis in die Sexualität. Ich bin immer beides, Mann und Frau, auch wenn sich mal mehr die eine, mal die andere Seite stärker zeigt. Aber das macht mich nicht zur Teilzeitfrau/-mann. Das ist nur die äußere Erscheinung. Im Inneren bin ich immer der gleiche Mensch mit einer Persönlichkeit.

Und das ist für mich das Schlüsselwort. Ich möchte als Mensch mit einer Persönlichkeit wahr genommen werden und nicht als ein Wesen mit einem Geschlecht. Das Geschlecht kann meiner Persönlichkeit nicht gerecht werden. Ich benutze es aber, um meine Persönlichkeit auszudrücken. Das Prinzip Bipolarität hat mMn seinen Sinn, wenn ich es vor dem Hintergrund begreife, dass es Menschen gibt, die Kinder zeugen oder gebären können. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das nur die Pole sind und Menschen in allen nur denkbaren Variationen irgendwo dazwischen verortet sind und das nicht einmal zeitlich festgelegt. Da finden auch Trans*- und Intermenschen ihren Platz.

Ich habe Kinder gezeugt, wäre aber emotional auch in der Lage, Kinder zu gebären. Ich würde sogar sehr gerne ein Kind gebären und ernähren, aber das ist mir ja verwehrt. Und das Thema Nachwuchs ist ja auch vielen Trans- und Intermenschen verwehrt. Das ist sicherlich ein wunder Punkt. Aber es ändert ja nichts daran, dass die Menschen sich im Feld "Mann-Frau" bewegen. Das s.g. "dritte Geschlecht" ist aus meiner Sicht nicht erforderlich (ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren). Viel wichtiger erscheint mir, dass Menschen in ihrer Persönlichkeit wahr genommen werden. Da braucht es keinen Eintrag im Perso als "gebährfähig" oder "zeugungsfähig". Ich überspitze das Ganze, wenn ich sage, die dritte Option sei "unfähig". Und das ist für mich die ganze Widerlichkeit im Geschlechtseintrag, egal welcher. Ich werde danach kategorisiert, in welcher Form ich der Menschheit zur Bestandsicherung diene. Deshalb schaute man mir nach der Geburt zwischen die Beine. Eigentlich unnötig. Denn ob ich der Menschheit zu einer Bestandssicherung verhelfe, hängt nicht vom Eintrag ab, sondern von meinem Wesen. Wozu wird also der Eintrag gebraucht ?

Viele Worte, weil es kein eindeutiges Wort für mich gibt, in dem ich mich ansatzweise wieder finde. Aber das brauche ich auch nicht, wenn die Menschen, mit denen ich kommuniziere, akzeptieren können, das der Ausdruck, den sich z.B. durch die Kleidung manifestiert, ausreicht, mich anzusprechen. Ich mag das Bipolare mit der Unterscheidung in männlich/weiblich, aber dies nur vor dem Hintergrund, dass ich mich darin bewegen kann und nicht als Schachtel, in der ich mich zu bewegen habe. Und nur vor diesem Hintergrund kann ich die Begriffe männlich-weiblich definieren. Sie können dann beliebige Eigenschaften annehmen, denn ich bin ja nicht gezwungen, als "biologischer Mann" genau diese Merkmale zu besitzen. Männlich-weiblich können durchaus eindeutige Klischees, wie z.B. stark-schwach, empathisch-durchsetzungsfreudig etc., beinhalten. Meine Persönlichkeit nmmt sich dann aus diesen "Baukästen" das jeweils Passende, dass sich auch in der Zeit verändern kann. Definieren kann man beliebiges. Beispiel: männlich hat einen IQ von 30, weiblich einen IQ von 130 (;-)). Dann bin ich eben in diesem Punkt 70% weiblich, wenn ich einen IQ von 100 habe.

Das Problem beginnt in dem Augenblick, in dem ich eine feste Verortung einer Person mit einer Kategorie einführe. Das wird niemandem gerecht. Aber so lange wir das de facto tun, können wir keine Definition der Begriffe durchführen, ohne dass es Widerstände gibt. Der definierte Begriff wird problematisch, wenn ich ihn bewerte. Es wird allgemein angenommen, dass alle Menschen männliche und weibliche Eigenschaften haben. Das macht Sinn, wenn ich männlich und weiblich mit einer eindeutigen Definition versehe. Die Bewertung liegt jedoch in der starren Verbindung Bio-Mann und männlich bzw. Bio-Frau und weiblich. Die Definition "männlich" hat dann eine andere Bedeutung als die eigene Representation als "männllich". Letzeres bin ich durch die Geburt, aber das sagt nicht über meine Eigenschaften. Bin ich ein schlechterer Mann, wenn ich schwach und empatisch bin ? Bin ich eine schlechtere Frau, weil ich keine entsprechenden körperlichen Merkmale habe ?

Bei Begriffen muss man unterscheiden, ob es sich um definierte oder bewertete Begriffe handelt. Und die Bewertung ist manchmal subtil versteckt. Bewertung bedeutet nicht nur eine Einteilung in gut oder schlecht, sondern auch eine implizite Verbindung mit anderen Begriffen. Das macht die Sache manchmal schwierig. Wenn mir jemand sagt, dass ich schwätze, kann er damit wertfrei meinen, dass was ich rede, hat keinen Bezug zum Thema. Verstehen kann ich das auch als persönlichen Angriff. Ein definierter Begriff trifft auf einen bewerteten Begriff und schon haben wir einen Konflikt. "Teilzeitfrau" kann im Sinne einer Definition als Begriff verstanden werden, der ausdrückt, das jemand zeitweise äußerlich als Frau auftritt. Er kann aber auch wertend verstanden werten, dass jemand sich nicht entscheiden kann, ganz als Frau zu leben, was, unterschwellig gesehen, besser wäre.

Wir können versuchen, hier Begriffe zu definieren. Aber es gibt viele Stellen, wo das versucht wird. Und sie unterscheiden sich mal mehr und mal weniger. Ich denke, es ist viel wichtiger, dass man im Kontext versucht zu verstehen, was der Andere gemeint haben könnte und fragt im Zweifelsfall nach. Das ist zwar mühsam, aber die Verwendung unsere Sprache gibt nicht mehr her. Vielleicht ist die Mathematik die einzige Sprache, die genau darauf abzielt, eindeutig zu sein. Dafür kann man mit ihr keine Sachverhalte darstellen, die auf unseren Emotionen im Inneren beruhen. Vielleicht liegt hier das Problem. Wir beruhen immer auf Emotionen und nicht auf neutrale Sachverhalte.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Nicole Fritz
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 19 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Vanessa,

wieder so ein Zickenkrieg um die Begrifflichkeiten!?

Ich sehe es so: Wer sich hier vor allem abgrenzen will, ist der Mann als herrschendes Geschlecht. Daraus entstehen diese starren Rollenbilder und dieser entsetzliche männliche Dresscode - vor allen im geschäftlichen Bereich, wo das große Geld verdient wird. Damit kommen Menschen wie wir psychisch nicht klar. Und da nun einmal jeder Mensch anders ist, sind auch die Reaktionen darauf unterschiedlich. Der eine freut sich also einfach nur, wenn er ab und zu einmal Damenbekleidung tragen kann, der andere trägt - so wie ich - praktisch nur noch Damenbekleidung, und wieder ein anderer sieht sich als Frau im falschen Körper. - Dazu kommen selbstverständlich auch noch körperliche oder genetische Faktoren, über die ich hier jetzt nicht diskutieren möchte.

Dieser meiner Ansicht steht aber das mit dem TSG praktizierte streng binäre Denken gegenüber. Da soll ein akademisch (ein?!-)gebildeter aber selbst nicht betroffener Psychologe darüber entscheiden in welche Schublade in gehöre. Aber es ist letztlich egal, wo der mich jetzt hin packen würde, es wäre immer falsch. Nach der F64/65-Einteilung würde ich entweder bei
F64.1 (Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen)
oder bei
F65.1 (Fetischistischer Transvestitismus)
eingeordnet werden, was beides letztlich falsch ist. Wie eine Transfrau sich als (richitge, echte) Frau einordnet, ordne ich mich (richtig oder echt) weder als Mann noch als Frau ein. Dabei spreche ich von non-binär, wofür es wieder verschiedene Schubladen wie genderfluid, androgyn, ... gibt. Auch bei diesen Schubladen passe ich nun in mehrere so mehr oder weniger, aber in keine richtig oder ganz.

Meiner Meinung nach liefern diese Versuche einer Einteilung nur plausible Argumente für die Rechtsradikalen gegenüber streng binär denkenden cis-Menschen, dass dieser ganze Gender-Kram nur aufgeblasener Unfug ist. - Also endlich weg damit!

Es gibt einen fließenden Übergang von cis über non-binär nach trans, wo jeder Mensch, so einzigartig wie er nun einmal ist, seinen eigenen Platz hat.

Liebe Grüße
die mal wieder knatschige Nicole
ExuserIn-2019-12-22

Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Also ich definiere mein Geschlecht nicht über die Klamotten die ich trage. Ich bin auch weiblich wenn ich nackig bin und das ist schon ein Unterschied zu Transvestitismus/Crossdressing. Und das hat nichts mit Abgrenzung zu tun. Es sind einfach zwei grundlegend verschiedene Situationen.
Das man als nicht binäre Person unter keine der Begrifflichkeiten einzuordnen ist, ist denke ich auch klar.
Und ich habe auch kein Problem mit Männern und ihrem Dresscode.
Nicole Fritz
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 21 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Keks-Marie hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 12:00 ... Ich bin auch weiblich wenn ich nackig bin ...
Und bin ich jetzt nackig ein Mann mit recht großen Brüsten und langen Haaren, so wie es mein Spiegelbild zeigt? - Ich sehe da den Enby, - nicht Mann, nicht Frau - als den ich mich definiere. Frauenkleider trage ich einfach nur deshalb, weil ich die typischen Männer-Klamotten noch nie leiden konnte. Wer sich als CD / TV einordnet, sieht sich nackt im Spiegel vermutlich eher als Mann - oder auch nicht, wenn er vor allem aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung in Beruf oder Partnerschaft an der Rolle als Mann fest hält.

Der klare Unterschied zu TS ist also eindeutig nicht eindeutig.

LG Nicole
ExuserIn-2019-12-22

Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 22 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Nicole Doll hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 12:30 Und bin ich jetzt nackig ein Mann mit recht großen Brüsten und langen Haaren, so wie es mein Spiegelbild zeigt?
Ich glaube du möchtest mich so oft absichtlich falsch verstehen und bin es ab und an leid darauf einzugehen.
Ich bin die Letzte die sagen würde man ist das was das nackte Spiegelbild zeigt. Denn dann wäre ich männlich. Ich wollte damit sagen ich bin Frau, auch wenn ich einen Penis habe. Und ich muss keine weibliche Kleidung tragen um mich als Frau zu identifizieren.
Wenn du von dir sagst du bist nicht binär einzuordnen, dann spielt es keine Rolle welche Klamotten du trägst. Du bleibst EnBy.
Bei Transsexualität ist es egal welche Klamotten man trägt, man bleibt männlich oder weiblich. Ungeachtet des bei der Geburt festgelegten Geschlechtes.
Eine Person, welche nur aus gesellschaftlichem Druck an einer Rolle fest hält ist kein Transvestit oder Crossdresser, sondern einfach nicht geoutet. Man kann auch transsexuell sein und trotzdem das ganze Leben im "falschen" Geschlecht leben. Das macht jemanden nicht weniger trans* Der Unterschied ist also klar gegeben. Und nur weil du dich keinem dieser Begriffe zuordnen kannst bedeutet das nicht, dass sie keine Wertigkeit haben.
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 23 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Nicole Doll hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 12:30 so wie es mein Spiegelbild zeigt?
Nicole Doll hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 12:30 Wer sich als CD / TV einordnet, sieht sich nackt im Spiegel vermutlich eher als Mann
Würde ich mich über mein Spiegelbild definieren, wäre das ja eine äußere Zuweisung. Also im Prinzip das, was mir Zeit meines Lebens widerfahren ist. Ich sehe im Spiegel einen männlichen Schoß und definiere mich trotzdem als Frau. Zu begreifen, das das Spiegelbild nicht unbedingt die Wahrheit zeigt, dazu hab ich fast 40 Jahre gebraucht.
Nicole Doll hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 12:30 Der klare Unterschied zu TS ist also eindeutig nicht eindeutig.
Der Unterschied ist eben doch eindeutig. TS definieren sich eben nicht über ihr Erscheinungsbild, sondern sich selbst von innen heraus.

Grüße
die Anja
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 24 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Hallo Vanessa,

hatte in den letzten Tagen leider wenig Zeit hier im Forum unterwegs zu sein, habe aber die Diskussion im "Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe"- Thread mitbekommen und werde sicher in den nächsten Tagen dort auch wieder etwas schreiben. In diesem Thread möchte ich mich erst mal nur deinem Post zu wenden - die anderen Kommentare werde ich sicher später lesen!
Des Weiteren finde ich es toll, daß du für dieses Thema einen eigenen Thread aufgemacht hast - im anderen wäre das sicher zu einem großen Durcheinander gekommen... (flo)
VanessaL hat geschrieben: So 13. Okt 2019, 19:32 PS Ich möchte noch etwas ergänzen, weil ich verwundert über Deine Aussage bin. Eine so deutliche und feste Abgrenzung von Transvestit zu Transexueller_m habe ich noch nicht erlebt und ich persönlich finde es auch fragwürdig, dass Ihr keinen Bezug dazu haben sollt. Schließlich redet Jennifer ja auch öffentlich über Transidente Personen. Da wäre es fatal, wenn sie nicht wüsste über wen sie da gerade spricht. Und ehrlicherweise kann ich mir das bei Ihr auch nicht vorstellen. Möglicherweise habe ich da aber wieder etwas falsch verstanden.
Zum besseren Verständnis möchte ich dir gerne erklären, wo für mich zwischen Transvestit (oder "neudeutsch") Crossdresser und Transsexuellen der Unterschied besteht:
Als Crossdresser habe ich nicht den Wunsch meinen (männlichen) Körper per Hormone (etc. - oder gar Operation) in einen weiblich "umzuformen". Und so wie ich das verstanden habe, gehen Transsexuelle eben diesen ganzen Weg (wollen keinen Penis haben, dafür aber Brüste). Sprich, nicht nur äußerlich von Kleidung und Passing her weiblich erscheinen, sondern auch vom Körper her. Ich möchte das nicht - ich möchte mein "bestes Stück" behalten, sexuell (gesehen) ist mir das eben wichtig!

Und was TZF und VZF betrifft, das würde ich weiterhin nur auf uns CDs beziehen, denn als TS ist man doch ständig "Frau" oder nicht?
Und persönlich definiere ich...:
Teilzeitfrau - man ist nur gelegentlich "en femme" unterwegs, quasi nach Lust und Laune
Vollzeitfrau - als Mann kleidet man sich über einen längeren Zeitraum (meinetwegen einen Monat jeden Tag 24 Std.) als Frau, inkl. Passing, usw.

So habe ich das über all die Jahre "verstanden".

Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 25 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Keks-Marie hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 12:45 Ich glaube du möchtest mich so oft absichtlich falsch verstehen ...
Nein, das möchte ich definitiv nicht! - Nur reagiere ich immer emotional abweisend, wenn ich den Eindruck habe dass man mich - wie leider in der Hardcore-Trans-Commumity üblich - als Hobby-Transvestiten oder nichts anderes als einen Fetischisten (der ich ja auch bin) hin stellen möchte. Ich habe zu diesem Thema immer wieder mit so vielen Personen und Meinungen zu tun, dass ich nicht immer im Kopf habe, wer wann wo welche Ansicht vertritt.

also (pea)

Liebe Grüße
Nicole
ExuserIn-2019-12-22

Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 26 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Wir sind hier nunmal keine Hardcore-Trans-Community. Hier sind alle herzlich willkommen und wenn du anfängst dich weniger angegriffen zu fühlen können wir auch sicherlich ein einfacheres Miteinander realisieren.
ExuserIn-2019-12-18
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 27 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Die grundlegende Einheit der Sprache sind die Wör- ter. Sie bilden den Grundstoff, aus dem sich jeder Text zusammensetzt, und von der richtigen Wahl und dem richtigen Gebrauch der Wörter hängt es ab, welche Wirkung ein Text auf einen Leser ausübt — oft viel stärker als vom Inhalt des Textes.
Hallo Ihr Lieben,

Ich zitiere hier mal aus meinen Lehrgangsunterlagen.
Natürlich sind passende Wörter und damit Begrifflichkeit wichtig, um miteinander zu kommunizieren.

So habe ich z.B. ein großes Problem, wenn Vicky immer von "bipolarer" schreibt. Ich finde den Begriff nicht passend gewählt, auch wenn ich verstehe warum Vicky das tut.

Will ich etwas erklären brauche ich ein Mittel dafür und das ist nun mal die Sprache mit Wörter und Sätzen. Da ist die Verwendung von doppeldeutigen Wörtern und Wörtern in denen weitere Bedeutungen mitschwingen nicht hilfreich. Auch Wörter zu kreieren oder zu konstruieren (was ich selbst sehr gerne mach) ist für den Austausch nicht immer sinnvoll.

Alles Liebe
Vanessa
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 28 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie »

Jetzt sind wir doch wieder bei persönlichen befindlichkeiten gelandet...

Ich hätte es als sinnvoll erachtet diesen Thread dazu zu nutzen einen einheitlichen Konsens zu finden.
Wobei es diesen Konsens schon gibt.

LGBT*IQ

Gellschaftlich werde ich als Trans angesehen und ich kann mich dem unterordnen. Auch wenn ich lieber als Frau gesehen werden würde, wird dies aber in weiten Teilen der Gesellschaft nicht der Fall sein.

Also stelle ich meine persönlichen befindlichkeiten hinten an, um Zugehörigkeit einer ganzen Gemeinschaft zu signalisieren. Statt es also der Gesellschaft, von welcher wir anerkannt und akzeptiert werden auch noch schwerer zu machen, sollten wir erstmal eine solide Grundlage schaffen.

Wenn wir alle sagen "ich bin LGBT*IQ" statt, "ich bin eine Frau, definieren sie doch mal Frau!, wieso darf eine Frau keinen Penis haben? Das sind doch nur gesellschaftliche Konstrukte" sind wir gar nicht mehr so wenige und eine wirklich ernstzunehmende Interessengruppe.

Jeder darf nur natürlich sein persönliches Gefühl haben und sich auch als "vollwertige" Frau sehen. Aber, wenn ich einen Wolkenkratzer errichten will, kann nicht mit der Spitze anfangen. Ich brauch erstmal ein Fundament...

LG Rabea
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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 29 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

So habe ich z.B. ein großes Problem, wenn Vicky immer von "bipolarer" schreibt. Ich finde den Begriff nicht passend gewählt, auch wenn ich verstehe warum Vicky das tut.
[/quote]

Nur zur Sicherheit, um nicht falsch verstanden zu werden. Unter Bipolar verstehe ich eine Sichtweise, die zwei Enden hat, hier männlich und weiblich. Sie sind gegensätzlich. Das sind die Archetypen, was aber nicht bedeutet, dass zwangsläufig dazwischen nichts sein kann. Bipolar heißt per se nicht, dass es nur zwei Kategorien gibt. Aber ich verstehe, wenn das missverständlich ist.
VanessaL hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 13:32 Da ist die Verwendung von doppeldeutigen Wörtern und Wörtern in denen weitere Bedeutungen mitschwingen nicht hilfreich. Auch Wörter zu kreieren oder zu konstruieren (was ich selbst sehr gerne mach) ist für den Austausch nicht immer sinnvoll.
Ganz speziell ist für mich der Begriff "Transsexuelle/r" und "Transidente/r". Letzterer wird ja oft verendet, weil bei Ersterem das Wort "Sex(ualität)" mitschwingt. Aber eigentlich ist es im Wortsinn (Sex=Geschlecht) besser, das erste zu verwenden, da es nicht um Sex, sondern die äußere Darstellung des inneren Geschlechts geht. Man ändert ja gerade nicht die Identität. Ich kann verstehen, warum das so ist, aber ich finde es im Sinne der Konstruktion bzw. Neuschöpfung als kontraproduktiv, Tatsachen, die man ausdrücken möchte, genau anders herum zu benennen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
ExuserIn-2019-12-22

Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten

Post 30 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Rabea-Marie hat geschrieben: Di 15. Okt 2019, 14:02 Wenn wir alle sagen "ich bin LGBT*IQ" statt, "ich bin eine Frau, definieren sie doch mal Frau!, wieso darf eine Frau keinen Penis haben? Das sind doch nur gesellschaftliche Konstrukte" sind wir gar nicht mehr so wenige und eine wirklich ernstzunehmende Interessengruppe.
Interessanter Punkt.
Antworten

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