Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
-
Rabea-Marie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 237
- Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
- Pronomen: Sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Heute schreibe ich einen Überblick über meine Entwicklung. Von der Anmeldung in diesem Forum bis heute. Manche Sachen werde ich nur überfliegen, auf einige mir wichtige Dinge werde ich näher eingehen.
Als ich mich in diesem Forum angemeldet habe war ich ziemlich verwirrt, ich wusste nicht so richtig was überhaupt los ist mit mir...
Anfangs war dann das Crossdressing, meine Frau habe ich gleich zu beginn dieser Reise mitgenommen. Es waren die wilden, ungestümen Zeiten. Zuhause, Mini-Rock, Halterlose und Pumps. Ich musste mich erstmal so richtig austoben! War sicher kein besonders schöner Anblick für meine Frau. Heute, jetzt gerade sitze ich mit meiner Jeans und Pulli auf der Couch und schreibe dies hier, vorher hab ich noch meine Sneaker in die Ecke geckickt.
Nach ungefähr einem halben Jahr kam dann auch schon der erste Ausflug mit meiner lieben Viktoria. Sie hat mich damals an die Hand genommen und mir die Welt da draußen gezeigt.
Damals... Eigentlich ist es ja noch nicht lang genug für ein "damals"... Aber seither ist so viel passiert... Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit.
Na jedenfalls, "damals" einigte ich mich auf einen "einmal im Monat" Rhythmus mit meiner Frau.
Ich lernte mich selbst zu schminken, mit der eigenen Anforderung immer besser zu werden.
Ich hab sehr viel rumprobiert und es auch ordentlich übertrieben!
Das ganze ging ca ein dreiviertel Jahr gut... Dann kam der Dezember 2018. Ein Abend der alles verändert hat.
Ich weiß es noch genau, an diesem Abend lernte ich Gaby kennen. Wir waren zu dritt, Viktoria, Gaby und ich. Erst im Theater und anschließend Feiern "QueerBeatzz". Da passierte es dann, ich tanzte, schloss die Augen... Ich bekam eine Gänsehaut und ein sehr wohliges Gefühl stieg in mir auf und ich dachte "so müsste sich das Leben anfühlen".
Nach diesem Erlebnis fühlte ich mich wieder wie ganz am Anfang... Ich war verwirrt und irgendwie hatte sich etwas Grundlegend verändert. Ich wollte dieses Gefühl zurück!
Ab da ging es mit meiner Verfassung rapide bergab... Der "einmal im Monat" Rhythmus war für mich nicht mehr umsetzbar, die Zeit war zu quälend. In dieser Phase begannen neuerliche Gespräche mit meiner Frau. Es fiel erstmals die Äußerung "ich bin nicht mehr sicher ob ich nicht doch Trans sein könnte".
Ab diesem Zeitpunkt ist sehr viel passiert. Wir haben sehr viel gesprochen, meine Frau sagte auch relativ schnell dass sie niemals mit einer anderen Frau zusammen sein könnte...
Diese Aussage machte mir die kommenden Monate nicht gerade leicht. Allerdings werfe ich ihr nichts vor und kann sie absolut verstehen! Genau so wie sie mir nichts vorwirft und auch an nichts die Schuld gibt. Im Gegenteil, hat sie mich doch auch oft verteidigt und Personen die mir sehr nahe stehen erklärt wie es mir geht und wieso ich gerade so bin, wie ich bin. Sie ist für mich eingesprungen wenn ich selbst nicht die Kraft hatte diese Gespräche zu führen.
Als es mir dann irgendwann nicht mehr möglich war am normalen Leben teilzunehmen und eigentlich nur noch depressiv vor mich hin vegetiert habe, hab ich eine Therapie begonnen. An dieser Stelle dir nochmal vielen Dank Michellé für deine Unterstützung!
Ich wusste längst was mit mir los war, nur eingestehen konnte ich mir das noch lange nicht.
Es war im April diesen Jahres als ich meine erste Sitzung hatte.
In der Hoffnung meine Therapeutin würde mir diese folgenschwere Entscheidung abnehmen und mir die Diagnose F64.0 relativ zügig ausstellen, so dass ich hätte sagen können "guckt hier, ich kann nichts dafür aber so isses nunmal, hab ich nicht mal selbst entschieden".
Aber diesen Gefallen tat sie mir leider nicht...
Also quälte ich mich weiter, geplagt von Zukunftsängsten. Was passiert mit deinem Job?
Was wird aus der Familie? Brauchte es weitere 3 Monate bis der Leidensdruck so groß war dass mir die Zukunft scheiss egal war! Ich konnte wählen zwischen "Überhaupt keiner Zukunft" und "einer ungewissen Zukunft"...
Ich entschied mich für die ungewisse Zukunft...
Ich führte eines der schwierigsten Gespräche meines Lebens, wenn es nicht sogar das schwierigste war... Ich sagte meiner Frau "ich kann so nicht mehr weiter machen, ich möchte eine Transition beginnen".
Ab da ging es mir nach und nach besser. Schon direkt nach diesem Gespräch stellte sich bei mir eine erhebliche Erleichterung ein.
Mittlerweile bin ich am Arbeitsplatz teilgeoutet, mein Chef weiß Bescheid und mein engster Kollege. Aufgrund der Art meiner Arbeit wird es aber leider noch bis mitte Dezember dauern bis ich alle Personen eingeweiht habe um mich dann auch endlich für die Arbeit nicht mehr verkleiden zu müssen.
Das Outing bei meinem Chef war sehr gut, alles in allem läuft es derzeit sehr gut!
Bislang hat sich niemand von mir abgewandt und ich lebe mein altes Leben einfach weiter, nur glücklicher.
Gut zwischen meiner Frau und mir besteht keine Liebesbeziehung mehr, oder besser gesagt es gibt keine Sexuellekomponente mehr. Ich möchte jetzt hier nicht ins Detail gehen, das würde auch den Rahmen sprengen, kurz und knapp kann man sagen dass wir uns nicht trennen, obwohl wir uns trennen.
Naja weiter geht's. Termine für HET, Logopädie und Bartentfernung sind gemacht.
Und wenn ich jetzt an den Dezember letzten Jahres zurückdenke... Dann schließe ich die Augen, atme einmal tief ein, fühle mich selbst, bekomme eine Gänsehaut und denke... Wie gut sich das Leben anfühlen kann!
Liege Grüße eure Rabea
Als ich mich in diesem Forum angemeldet habe war ich ziemlich verwirrt, ich wusste nicht so richtig was überhaupt los ist mit mir...
Anfangs war dann das Crossdressing, meine Frau habe ich gleich zu beginn dieser Reise mitgenommen. Es waren die wilden, ungestümen Zeiten. Zuhause, Mini-Rock, Halterlose und Pumps. Ich musste mich erstmal so richtig austoben! War sicher kein besonders schöner Anblick für meine Frau. Heute, jetzt gerade sitze ich mit meiner Jeans und Pulli auf der Couch und schreibe dies hier, vorher hab ich noch meine Sneaker in die Ecke geckickt.
Nach ungefähr einem halben Jahr kam dann auch schon der erste Ausflug mit meiner lieben Viktoria. Sie hat mich damals an die Hand genommen und mir die Welt da draußen gezeigt.
Damals... Eigentlich ist es ja noch nicht lang genug für ein "damals"... Aber seither ist so viel passiert... Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit.
Na jedenfalls, "damals" einigte ich mich auf einen "einmal im Monat" Rhythmus mit meiner Frau.
Ich lernte mich selbst zu schminken, mit der eigenen Anforderung immer besser zu werden.
Ich hab sehr viel rumprobiert und es auch ordentlich übertrieben!
Das ganze ging ca ein dreiviertel Jahr gut... Dann kam der Dezember 2018. Ein Abend der alles verändert hat.
Ich weiß es noch genau, an diesem Abend lernte ich Gaby kennen. Wir waren zu dritt, Viktoria, Gaby und ich. Erst im Theater und anschließend Feiern "QueerBeatzz". Da passierte es dann, ich tanzte, schloss die Augen... Ich bekam eine Gänsehaut und ein sehr wohliges Gefühl stieg in mir auf und ich dachte "so müsste sich das Leben anfühlen".
Nach diesem Erlebnis fühlte ich mich wieder wie ganz am Anfang... Ich war verwirrt und irgendwie hatte sich etwas Grundlegend verändert. Ich wollte dieses Gefühl zurück!
Ab da ging es mit meiner Verfassung rapide bergab... Der "einmal im Monat" Rhythmus war für mich nicht mehr umsetzbar, die Zeit war zu quälend. In dieser Phase begannen neuerliche Gespräche mit meiner Frau. Es fiel erstmals die Äußerung "ich bin nicht mehr sicher ob ich nicht doch Trans sein könnte".
Ab diesem Zeitpunkt ist sehr viel passiert. Wir haben sehr viel gesprochen, meine Frau sagte auch relativ schnell dass sie niemals mit einer anderen Frau zusammen sein könnte...
Diese Aussage machte mir die kommenden Monate nicht gerade leicht. Allerdings werfe ich ihr nichts vor und kann sie absolut verstehen! Genau so wie sie mir nichts vorwirft und auch an nichts die Schuld gibt. Im Gegenteil, hat sie mich doch auch oft verteidigt und Personen die mir sehr nahe stehen erklärt wie es mir geht und wieso ich gerade so bin, wie ich bin. Sie ist für mich eingesprungen wenn ich selbst nicht die Kraft hatte diese Gespräche zu führen.
Als es mir dann irgendwann nicht mehr möglich war am normalen Leben teilzunehmen und eigentlich nur noch depressiv vor mich hin vegetiert habe, hab ich eine Therapie begonnen. An dieser Stelle dir nochmal vielen Dank Michellé für deine Unterstützung!
Ich wusste längst was mit mir los war, nur eingestehen konnte ich mir das noch lange nicht.
Es war im April diesen Jahres als ich meine erste Sitzung hatte.
In der Hoffnung meine Therapeutin würde mir diese folgenschwere Entscheidung abnehmen und mir die Diagnose F64.0 relativ zügig ausstellen, so dass ich hätte sagen können "guckt hier, ich kann nichts dafür aber so isses nunmal, hab ich nicht mal selbst entschieden".
Aber diesen Gefallen tat sie mir leider nicht...
Also quälte ich mich weiter, geplagt von Zukunftsängsten. Was passiert mit deinem Job?
Was wird aus der Familie? Brauchte es weitere 3 Monate bis der Leidensdruck so groß war dass mir die Zukunft scheiss egal war! Ich konnte wählen zwischen "Überhaupt keiner Zukunft" und "einer ungewissen Zukunft"...
Ich entschied mich für die ungewisse Zukunft...
Ich führte eines der schwierigsten Gespräche meines Lebens, wenn es nicht sogar das schwierigste war... Ich sagte meiner Frau "ich kann so nicht mehr weiter machen, ich möchte eine Transition beginnen".
Ab da ging es mir nach und nach besser. Schon direkt nach diesem Gespräch stellte sich bei mir eine erhebliche Erleichterung ein.
Mittlerweile bin ich am Arbeitsplatz teilgeoutet, mein Chef weiß Bescheid und mein engster Kollege. Aufgrund der Art meiner Arbeit wird es aber leider noch bis mitte Dezember dauern bis ich alle Personen eingeweiht habe um mich dann auch endlich für die Arbeit nicht mehr verkleiden zu müssen.
Das Outing bei meinem Chef war sehr gut, alles in allem läuft es derzeit sehr gut!
Bislang hat sich niemand von mir abgewandt und ich lebe mein altes Leben einfach weiter, nur glücklicher.
Gut zwischen meiner Frau und mir besteht keine Liebesbeziehung mehr, oder besser gesagt es gibt keine Sexuellekomponente mehr. Ich möchte jetzt hier nicht ins Detail gehen, das würde auch den Rahmen sprengen, kurz und knapp kann man sagen dass wir uns nicht trennen, obwohl wir uns trennen.
Naja weiter geht's. Termine für HET, Logopädie und Bartentfernung sind gemacht.
Und wenn ich jetzt an den Dezember letzten Jahres zurückdenke... Dann schließe ich die Augen, atme einmal tief ein, fühle mich selbst, bekomme eine Gänsehaut und denke... Wie gut sich das Leben anfühlen kann!
Liege Grüße eure Rabea
-
Engelchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3098
- Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 17 Mal
- Danksagung erhalten: 13 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Herzlich willkommen im neuen Leben.
Es wird mit Sicherheit kein einfacher Weg - aber es wird DEIN Weg.
Ich wünsche euch alles Gute dabei
Lisa
Es wird mit Sicherheit kein einfacher Weg - aber es wird DEIN Weg.
Ich wünsche euch alles Gute dabei
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
-
ExuserIn-2019-12-18
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1189
- Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Rabea-Marie,
ich möchte mich für Deine Zeilen bedanken. Sie schildern kurz, aber nicht zu knapp, den Werdegang, den so viele durchgemacht haben. Und auch Deinen persönlichen Wendepunkt kann ich beim Lesen gut miterleben.
Lieben Dank dafür! Ich wünsche Dir noch viele solcher Momente des Glücks und der Beschwingtheit. Du wirst sie auch etwas als Ausgleich für die Dinge benötigen, die Du verloren hast bzw. aufgeben musstest. Aber auch das Gefühl des Schmerzes wird sich verwachsen. Es hat ja gerade erst angefangen ... Dein befreites Leben.
Alles Liebe
Vanessa
ich möchte mich für Deine Zeilen bedanken. Sie schildern kurz, aber nicht zu knapp, den Werdegang, den so viele durchgemacht haben. Und auch Deinen persönlichen Wendepunkt kann ich beim Lesen gut miterleben.
Lieben Dank dafür! Ich wünsche Dir noch viele solcher Momente des Glücks und der Beschwingtheit. Du wirst sie auch etwas als Ausgleich für die Dinge benötigen, die Du verloren hast bzw. aufgeben musstest. Aber auch das Gefühl des Schmerzes wird sich verwachsen. Es hat ja gerade erst angefangen ... Dein befreites Leben.
Alles Liebe
Vanessa
-
Jasmine
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 6443
- Registriert: Di 16. Jul 2013, 08:25
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag, ich wünsche dir viel Glück für die Zukunft.
Liebe Grüße Jasmine
Liebe Grüße Jasmine
-
Nina_68
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 191
- Registriert: So 22. Nov 2015, 08:22
- Pronomen: Sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Hallo Rabea,
Ich finde vieles von meinem Lebenslauf bei Deinem wieder. Auch zeitlich sind wir fast synchron.
Du machst und schaffst das schon
LG Nina
Ich finde vieles von meinem Lebenslauf bei Deinem wieder. Auch zeitlich sind wir fast synchron.
Du machst und schaffst das schon
LG Nina
-
Jasmin_35
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 471
- Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Hey Rabea,
wie bei so gut wie jeder von "uns". Irgendwann ist die Entscheidung keine Entscheidung mehr, sondern einfach der nächste Schritt. Aber du sagst es ja so schön: Keine Zukunft oder eine ungewisse Zukunft und ganz ehrlich, sie ist zwar ungewiss oder sagen wir ungewisser, als es bei anderen ist, denn ungewiss ist die Zukunft ja immer, aber das wichtigste ist doch, das du lebst und in Frieden und Ruhe leben kannst, ohne weitere quählerei. Es wird zwar nicht immer leicht werden, insbesondere wenn man Frau und Kinder hat, aber es lohnt sich, auch weil man soviele neue liebe Menschen kennen lernt und wer weiß, vielleicht merkt deine Frau auch, das es doch gar nicht so "schlimm" ist, wie sie es sich im Kopf ausmalt und merkt auch, das du glücklicher bist und doch mit dir weiter leben möchte. Wer weiß. Ungewisse Zukunft eben
Ich freue mich jedenfalls immer, wenn sich jemand auf die eine oder andere Weise über sich klar wird und den einen oder anderen Weg geht, das ist das was uns im Leben wirklich weiterbringt.
Ich freue mich auch sehr, das du so in der Arbeit so aufgenommen wurdest und dich soweit alle unterstützen, das ist viel Wert
P.S.: Wenn du jetzt anfängst bist du dann etwa 6 Monate hinter mir her, falls dich interessiert, was so alles passiert oder passieren kann
wie bei so gut wie jeder von "uns". Irgendwann ist die Entscheidung keine Entscheidung mehr, sondern einfach der nächste Schritt. Aber du sagst es ja so schön: Keine Zukunft oder eine ungewisse Zukunft und ganz ehrlich, sie ist zwar ungewiss oder sagen wir ungewisser, als es bei anderen ist, denn ungewiss ist die Zukunft ja immer, aber das wichtigste ist doch, das du lebst und in Frieden und Ruhe leben kannst, ohne weitere quählerei. Es wird zwar nicht immer leicht werden, insbesondere wenn man Frau und Kinder hat, aber es lohnt sich, auch weil man soviele neue liebe Menschen kennen lernt und wer weiß, vielleicht merkt deine Frau auch, das es doch gar nicht so "schlimm" ist, wie sie es sich im Kopf ausmalt und merkt auch, das du glücklicher bist und doch mit dir weiter leben möchte. Wer weiß. Ungewisse Zukunft eben
Ich freue mich jedenfalls immer, wenn sich jemand auf die eine oder andere Weise über sich klar wird und den einen oder anderen Weg geht, das ist das was uns im Leben wirklich weiterbringt.
Ich freue mich auch sehr, das du so in der Arbeit so aufgenommen wurdest und dich soweit alle unterstützen, das ist viel Wert
P.S.: Wenn du jetzt anfängst bist du dann etwa 6 Monate hinter mir her, falls dich interessiert, was so alles passiert oder passieren kann
Liebe Grüße Jasmin
-
Anja
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1788
- Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Moinsen
Irgendwann wird der Druck so groß, das man ihm nicht mehr standhalten kann. Dann muss man sich bewegen. In diesem Punkt gleichen sich die Geschichten immer.
Ich hatte mein Doppelleben auch so lange aufrecht erhalten, bis ich gesundheitliche Probleme bekam. Und dann ist es keine "Wahl" oder "Entscheidung" mehr.
Ich wollte nie als Frau leben. Ganz im Gegenteil, ich habe versucht, so lange es ging, als Mann zu leben. Wir haben ja alle die gleichen Ängste und Sorgen.
Und auch meine Frau hat immer klare Grenzen gezogen. Allerdings haben wir den Übergang gemeinsam hinbekommen und sind nach wie vor zusammen.
Wenn man bedenkt, das es eine Zeit gab, wo sie die Teilzeitfrau Anja nicht mit nach draußen begleiten wollte...
Ich drücke euch die Daumen, das ihr gemeinsam einen Weg findet. Ich kann euch nur den Tipp geben: Reden! Immer und immer wieder.
Ich hatte z.B. so zwischen meiner Zeit als CD und Transfrau plötzlich ein starkes Verlangen nach eigenen Brüsten entwickelt. Eigentlich hatte ich körperliche Veränderungen bis dahin für mich ausgeschlossen.
Es war erstmal ja nur ein Wunsch. Aber trotzdem hab ich gleich mit meiner Frau über diese neue Sehnsucht gesprochen...
Wie du ja auch schon geschrieben hast, die Partnerin immer mitnehmen.
Alles Gute weiterhin.
Grüße
die Anja
Irgendwann wird der Druck so groß, das man ihm nicht mehr standhalten kann. Dann muss man sich bewegen. In diesem Punkt gleichen sich die Geschichten immer.
Ich hatte mein Doppelleben auch so lange aufrecht erhalten, bis ich gesundheitliche Probleme bekam. Und dann ist es keine "Wahl" oder "Entscheidung" mehr.
Ich wollte nie als Frau leben. Ganz im Gegenteil, ich habe versucht, so lange es ging, als Mann zu leben. Wir haben ja alle die gleichen Ängste und Sorgen.
Und auch meine Frau hat immer klare Grenzen gezogen. Allerdings haben wir den Übergang gemeinsam hinbekommen und sind nach wie vor zusammen.
Gestern, ohne das das irgendwie Thema gewesen wäre, sagte mir meine Frau, dass ich ihr heute besser gefalle als früherRabea-Marie hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 20:58 War sicher kein besonders schöner Anblick für meine Frau.
Wenn man bedenkt, das es eine Zeit gab, wo sie die Teilzeitfrau Anja nicht mit nach draußen begleiten wollte...
Ich drücke euch die Daumen, das ihr gemeinsam einen Weg findet. Ich kann euch nur den Tipp geben: Reden! Immer und immer wieder.
Ich hatte z.B. so zwischen meiner Zeit als CD und Transfrau plötzlich ein starkes Verlangen nach eigenen Brüsten entwickelt. Eigentlich hatte ich körperliche Veränderungen bis dahin für mich ausgeschlossen.
Es war erstmal ja nur ein Wunsch. Aber trotzdem hab ich gleich mit meiner Frau über diese neue Sehnsucht gesprochen...
Wie du ja auch schon geschrieben hast, die Partnerin immer mitnehmen.
Alles Gute weiterhin.
Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
-
Jasmin_35
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 471
- Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Witzigerweise ist es auch das was meine Freundin sagt, das ich ihr heute äußerlich und vom verhalten deutlich besser gefalle als früherAnja hat geschrieben: Fr 4. Okt 2019, 11:14 Gestern, ohne das das irgendwie Thema gewesen wäre, sagte mir meine Frau, dass ich ihr heute besser gefalle als früher
Liebe Grüße Jasmin
-
Engelchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3098
- Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 17 Mal
- Danksagung erhalten: 13 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Ich könnte mir vorstellen das eure Frauen einfach gemerkt haben da ist deutlich mehr Gefühl als früher.Mina_35 hat geschrieben: Fr 4. Okt 2019, 13:37 Anja hat geschrieben: ↑Fr 4. Okt 2019, 11:14
Gestern, ohne das das irgendwie Thema gewesen wäre, sagte mir meine Frau, dass ich ihr heute besser gefalle als früher
Witzigerweise ist es auch das was meine Freundin sagt, das ich ihr heute äußerlich und vom verhalten deutlich besser gefalle als früher
Liebe Grüße
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
-
Anja
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1788
- Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Moinsen

Ich achte selbst ja mehr auf mein Aussehen, seit ich als Frau lebe. Kümmere mich um meine Haare, schminke mich, achte darauf was ich anziehe...
Als Mann war mir die Außenwirkung relativ unwichtig.
Heute ist das anders. Ich mache mehr aus mir...
Grüße
die Anja
Nee, also meine Frau hatte das rein optisch gemeint, also voll oberflächlichLisa-Weber hat geschrieben: Fr 4. Okt 2019, 13:42 Ich könnte mir vorstellen das eure Frauen einfach gemerkt haben da ist deutlich mehr Gefühl als früher.
Ich achte selbst ja mehr auf mein Aussehen, seit ich als Frau lebe. Kümmere mich um meine Haare, schminke mich, achte darauf was ich anziehe...
Als Mann war mir die Außenwirkung relativ unwichtig.
Heute ist das anders. Ich mache mehr aus mir...
Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
-
Rabea-Marie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 237
- Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
- Pronomen: Sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Hallo alle!
Ich denke nicht dass sich da bei ihr etwas ändert... Die Sexuellekomponente ist doch sehr wichtig.
Ein Plastikersatz kommt für sie da auch nicht in Frage...
Sie ist da schon sehr gefestigt in ihrer Meinung.
Aber wie gesagt ich nehme ihr das in keinster Weise übel. Was bleiben wird ist unsere Freundschaft und unsere kleine Tochter.
So gesehen werden wir weiterhin eine Beziehung haben, nur eben keine Liebesbeziehung mehr.
Wir haben schon sehr viel darüber gesprochen und auch schon einen groben Plan für die Zukunft.
Das wohl unserer Tochter steht da erstmal ganz oben und der Verlust soll für sie so minimal wie nur möglich sein.
LG Rabea
Ich denke nicht dass sich da bei ihr etwas ändert... Die Sexuellekomponente ist doch sehr wichtig.
Ein Plastikersatz kommt für sie da auch nicht in Frage...
Sie ist da schon sehr gefestigt in ihrer Meinung.
Aber wie gesagt ich nehme ihr das in keinster Weise übel. Was bleiben wird ist unsere Freundschaft und unsere kleine Tochter.
So gesehen werden wir weiterhin eine Beziehung haben, nur eben keine Liebesbeziehung mehr.
Wir haben schon sehr viel darüber gesprochen und auch schon einen groben Plan für die Zukunft.
Das wohl unserer Tochter steht da erstmal ganz oben und der Verlust soll für sie so minimal wie nur möglich sein.
LG Rabea
-
Rabea-Marie
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 237
- Registriert: Do 10. Aug 2017, 00:49
- Pronomen: Sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Ich möchte nochmal etwas auf den Leidensweg eingehen.
Im Nachhinein kann ich sagen dass ich auch aus dieser Phase etwas positives mitnehmen konnte.
Als ich gerade in dieser eigentlich schlimmen Phase steckte war daran absolut gar nichts positiv!
Rückblickend allerdings, habe ich da viel über mich selbst gelernt und auch die Fähigkeit erlangt, gewisse Dinge anders zu sehen. Zum Beispiel sehe ich einiges viel gelassener.
Ich habe gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören. Vorher war ich der totale "Kopfmensch". Jede Entscheidung musste rational und gut überlegt sein, habe oft in, für und wider abgewogen und auch Entscheidungen getroffen welche mich nicht glücklich gemacht haben.
Versteht mich nicht falsch, ich stürze mich jetzt nicht in jedes Wagnis weil es sich gut anfühlen könnte.
Aber ich höre jetzt mehr auf mein Herz und meinen Bauch und lass mir dann von meinem Kopf helfen wenn es Probleme zu lösen gibt auf diesem Weg.
Aber in erster Linie agiere ich jetzt dahin was mich glücklich macht und das war vorher nicht unbedingt der Fall.
Auch fühle ich mich mental stärker. Durch die Erfahrung welche Auswirkungen mein Kopf auf meinen Körper ausüben kann, habe ich festgestellt dass das auch umgekehrt funktioniert.
Banales Beispiel evtl aber jetzt gerade bin ich erkältet. Ob man nun einfach nur eine Erkältung hat oder eine Männergrippe (die bekomme ich ja Gott sei dank jetzt nicht mehr
) ist Kopfsache.
Ebenso ist für mich trans sein jetzt nicht mehr nur ein Makel. "Früher" dachte ich immer "ist das ungerecht! Wieso kann ich nicht als Frau geboren worden sein?!"
Mittlerweile habe ich akzeptiert dass es nicht so ist, aber ich kann immer noch das beste daraus machen.
Trans zu sein hat mir zb Einblick in eine wundervolle Community verschafft. Es hat mein eigenes Weltbild viel offener und toleranter gemacht.
Es hat mich um tolle Menschen bereichert die ich sonst nie kennengelernt hätte.
Natürlich ist das Leben einfacher wenn man sich mit seinem Geburtsgeschlecht auch identifiziert, ich will auch nicht sagen dass jeder der trans ist eigentlich Glück hat.
Aber man muss doch auch mal sehen welche positiven Seiten sein Schicksal hat.
Meine innere Zufriedenheit ist viel größer als jemals zuvor. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen wie glücklich man auch einfach mal mit sich allein sein kann.
Durchatmen und für einen Moment einfach nur glücklich mit sich selbst zu sein.
Würde man mir anbieten ich könnte alles wieder vergessen und das Leben wäre wie zuvor, ich würde das nicht wollen! So hart das klingen mag, gerade für und wegen der Familie... Aber ich weiß jetzt dass mir immer was gefehlt hat im Leben. Dieses Gefühl will ich einfach nicht mehr hergeben!
LG Rabea
Im Nachhinein kann ich sagen dass ich auch aus dieser Phase etwas positives mitnehmen konnte.
Als ich gerade in dieser eigentlich schlimmen Phase steckte war daran absolut gar nichts positiv!
Rückblickend allerdings, habe ich da viel über mich selbst gelernt und auch die Fähigkeit erlangt, gewisse Dinge anders zu sehen. Zum Beispiel sehe ich einiges viel gelassener.
Ich habe gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören. Vorher war ich der totale "Kopfmensch". Jede Entscheidung musste rational und gut überlegt sein, habe oft in, für und wider abgewogen und auch Entscheidungen getroffen welche mich nicht glücklich gemacht haben.
Versteht mich nicht falsch, ich stürze mich jetzt nicht in jedes Wagnis weil es sich gut anfühlen könnte.
Aber ich höre jetzt mehr auf mein Herz und meinen Bauch und lass mir dann von meinem Kopf helfen wenn es Probleme zu lösen gibt auf diesem Weg.
Aber in erster Linie agiere ich jetzt dahin was mich glücklich macht und das war vorher nicht unbedingt der Fall.
Auch fühle ich mich mental stärker. Durch die Erfahrung welche Auswirkungen mein Kopf auf meinen Körper ausüben kann, habe ich festgestellt dass das auch umgekehrt funktioniert.
Banales Beispiel evtl aber jetzt gerade bin ich erkältet. Ob man nun einfach nur eine Erkältung hat oder eine Männergrippe (die bekomme ich ja Gott sei dank jetzt nicht mehr
Ebenso ist für mich trans sein jetzt nicht mehr nur ein Makel. "Früher" dachte ich immer "ist das ungerecht! Wieso kann ich nicht als Frau geboren worden sein?!"
Mittlerweile habe ich akzeptiert dass es nicht so ist, aber ich kann immer noch das beste daraus machen.
Trans zu sein hat mir zb Einblick in eine wundervolle Community verschafft. Es hat mein eigenes Weltbild viel offener und toleranter gemacht.
Es hat mich um tolle Menschen bereichert die ich sonst nie kennengelernt hätte.
Natürlich ist das Leben einfacher wenn man sich mit seinem Geburtsgeschlecht auch identifiziert, ich will auch nicht sagen dass jeder der trans ist eigentlich Glück hat.
Aber man muss doch auch mal sehen welche positiven Seiten sein Schicksal hat.
Meine innere Zufriedenheit ist viel größer als jemals zuvor. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen wie glücklich man auch einfach mal mit sich allein sein kann.
Durchatmen und für einen Moment einfach nur glücklich mit sich selbst zu sein.
Würde man mir anbieten ich könnte alles wieder vergessen und das Leben wäre wie zuvor, ich würde das nicht wollen! So hart das klingen mag, gerade für und wegen der Familie... Aber ich weiß jetzt dass mir immer was gefehlt hat im Leben. Dieses Gefühl will ich einfach nicht mehr hergeben!
LG Rabea
-
Jasmin_35
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 471
- Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Ich scheine wirklich eine Nachteule geworden zu seinRabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Ebenso ist für mich trans sein jetzt nicht mehr nur ein Makel. "Früher" dachte ich immer "ist das ungerecht! Wieso kann ich nicht als Frau geboren worden sein?!"
Mittlerweile habe ich akzeptiert dass es nicht so ist, aber ich kann immer noch das beste daraus machen.
Trans zu sein hat mir zb Einblick in eine wundervolle Community verschafft. Es hat mein eigenes Weltbild viel offener und toleranter gemacht.
Es hat mich um tolle Menschen bereichert die ich sonst nie kennengelernt hätte.
Natürlich ist das Leben einfacher wenn man sich mit seinem Geburtsgeschlecht auch identifiziert, ich will auch nicht sagen dass jeder der trans ist eigentlich Glück hat.
Aber man muss doch auch mal sehen welche positiven Seiten sein Schicksal hat.
Meine innere Zufriedenheit ist viel größer als jemals zuvor. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen wie glücklich man auch einfach mal mit sich allein sein kann.
Durchatmen und für einen Moment einfach nur glücklich mit sich selbst zu sein.
Die oben beschriebene Erkenntnis, die du hast, hatte ich auch mal und die empfinde ich als eine ganz wichtige. Trans* sind nicht als stigma oder als makel oder als etwas zu sehen, was negativ ist. Wie du schreibst, es öffnet nicht nur für ein besseres Weltbild und mehr Toleranz, sondern erzeugt auch die Fähigkeit aus seinem gewohnten Schema auszubrechen und den Blick fürs neue und ungewöhnliche zu bekommen, woran man sonst nicht denken würde. Im Englischen sag ich immer sehr gern: Thinking out of the box. Das ist auch in anderen Lebenssituationen teilweise sehr wertvoll.
Das Leben ist nunmal wie es ist und irgendeinen Grund wird es schon haben, das wir so sind und diesen Weg gehen müssen. Am Ende des Tages bin ich auch nicht traurig darüber oder sage mir, ach wäre das Leben doch einfacher und sorgenfreier, wenn ich das nicht hätte. Nein, das wäre es nicht und da brauch ich nur zu Nachbarn, Freunden und Bekannten gucken, sind die glücklicher als ich im Leben? Nein! Die haben auch ihre Probleme und teilweise auch Probleme überhaupt mal glücklich und dankbar für irgendwas zu sein. Die Fähigkeit scheinen viele verlernt zu haben, ich will mich da bis letztes Jahr auch gar nicht ausschließen. Sicher hatte das einen Grund, warum das nicht ging, aber die anderen haben auch ihre Gründe warum es nicht geht. Eines haben "wir" diesen Menschen in diesem Falle voraus und leider scheint das bei wenigen auch etwas Neid hervorzurufen, weil "wir" glücklich und dankbar sein können. Ich sehe inzwischen oft die kleinen Dinge im Leben, mein Leben hat stark abgebremst und ist nicht mehr im "Fast Forward" Modus, wie früher und bei vielen anderen. Ich kann mich einfach hinsetzen, nichts tun und einfach so mal den Moment genießen und glücklich sein, frei von Sorgen, Sorgen über die Zukunft, Sorgen ums Geld usw, weil ich weiß, egal wie schlecht meine Zukunft werden könnte, egal wie wenig Geld ich mal haben könnte oder auch egal wie schwer das Leben noch werden könnte, ich bin in meiner Mitte angekommen und wenn ich in den Spiegel gucke, bin ich glücklich und so wie ich jetzt bin wird nicht mehr weggehen, weil ich nie wieder den Weg zurück gehen werde, egal wie schlecht es mir mal gehen wird. Ich werde immer mit mir sein und das ist eine wichtige positive Erkenntnis für mich.
Das klingt tatsächlich hart, aber ich verstehe Dich hier voll und ganz, denn ich denke exakt genau so. Ok, ich habe keine Kinder und bin nicht verheiratet und zumindestens bisher ist meine Freundin geblieben. Aber ich weiß genau was du meinst, es gibt zwar einen hohen Preis manchmal, aber er ist nicht unbezahlbar. Am Ende des Tages und auch insbesondere am Ende des Lebens, sind wir dann doch wieder mit uns allein. Ich stehe morgen "mit mir" und meinen Gedanken alleine auf und bis ich abends "mit mir" und meinen Gedanken einschlafe, muss ich "mit mir" leben und nicht mit jemand anderem und daher muss ich so leben, wie ich glücklich werden kann und nicht für andere, so hart das auch klingen mag. Ich lebe für mich und nicht für andere, eine sehr wichtige Erkenntnis im Leben.Würde man mir anbieten ich könnte alles wieder vergessen und das Leben wäre wie zuvor, ich würde das nicht wollen! So hart das klingen mag, gerade für und wegen der Familie... Aber ich weiß jetzt dass mir immer was gefehlt hat im Leben. Dieses Gefühl will ich einfach nicht mehr hergeben!
Früher sind auch Beziehungen, sei es Freundschaft oder mehr wegen den verschiedensten Gründen auseinander gegangen, oft sicher nicht von mir ausgehend, sondern weil jemand anderes sein Leben so leben wollte, wie es für die Person am besten gepasst hat und da hatte ich dann oft keinen Platz mehr. Hier bin ich dran, mein Leben so zu leben, wie es mir am besten passt und leider haben da auch nicht mehr alle anderen Platz, allerdings ist es auch nicht unbedingt meine Entscheidung, sondern hier entscheiden die anderen, das sie gehen möchten, was ich verstehe und ich werde niemanden bremsen oder aufhalten. Auf der anderen Seite bin ich glücklich und dankbar für all die anderen Menschen, die geblieben sind oder sogar neu hinzugekommen sind oder sogar wieder gekommen sind, weil man sich lange aus den Augen verloren hat. Das habe ich ganz besonders über dieses längere Wochenende in meiner Heimat auch gelernt und es ist echt schön.
Most people are good.
Liebe Grüße Jasmin
-
Michelle_Engelhardt
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4016
- Registriert: Mi 27. Aug 2014, 14:15
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Dortmund
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Ich möchte nochmal etwas auf den Leidensweg eingehen.
Im Nachhinein kann ich sagen dass ich auch aus dieser Phase etwas positives mitnehmen konnte.
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Rückblickend allerdings, habe ich da viel über mich selbst gelernt und auch die Fähigkeit erlangt, gewisse Dinge anders zu sehen. Zum Beispiel sehe ich einiges viel gelassener.
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Aber ich höre jetzt mehr auf mein Herz und meinen Bauch
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Aber in erster Linie agiere ich jetzt dahin was mich glücklich macht und das war vorher nicht unbedingt der Fall.
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Ebenso ist für mich trans sein jetzt nicht mehr nur ein Makel.
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Trans zu sein hat mir zb Einblick in eine wundervolle Community verschafft. Es hat mein eigenes Weltbild viel offener und toleranter gemacht.
Es hat mich um tolle Menschen bereichert die ich sonst nie kennengelernt hätte.
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Meine innere Zufriedenheit ist viel größer als jemals zuvor. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen wie glücklich man auch einfach mal mit sich allein sein kann.
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Würde man mir anbieten ich könnte alles wieder vergessen und das Leben wäre wie zuvor, ich würde das nicht wollen!
✔Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Aber ich weiß jetzt dass mir immer was gefehlt hat im Leben. Dieses Gefühl will ich einfach nicht mehr hergeben!
Sorry für diese vielen Zitate von Rabea, aber all diese Aussagen treffen auch 1:1 auf mich zu. Ich finde das schon interessant, denke aber auch, das sich außer Rabea und mir noch einige andere ebenfalls in diesen Aussagen wiederfinden.
Schönes WE
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!
Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
-
ExUserIn-2026-01-21
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 446
- Registriert: Fr 30. Aug 2019, 12:49
- Geschlecht: Frau
- Pronomen: Mutter eines CDs
- Wohnort (Name): Plauen/Reichenbach
- Hat sich bedankt: 306 Mal
- Danksagung erhalten: 68 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Trans nach 2 Jahren - alle Klischees erfüllt
Liebe Rabea, heißt es nicht immer: aus Fehlern lernt man? Ich weiß jetzt nicht, ob ich deinen "Leidensweg" als Fehler bezeichnen soll (ich nehme mir das jetzt auch nicht heraus+++), aber so schwer das Leben auch manchmal fällt, so hat es doch auch immer Lösungen parat. Ein besserer Weg ist es natürlich gleich das Gute und Positive zu erkennen und weiß, wie man damit umgeht, aber manches Mal, hält des Leben leider einen Umweg bereit. Dafür ist es umso schöner, wenn man sich daraus selbst befreien kann!Rabea-Marie hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 02:02 Ich möchte nochmal etwas auf den Leidensweg eingehen.
Im Nachhinein kann ich sagen dass ich auch aus dieser Phase etwas positives mitnehmen konnte.
Als ich gerade in dieser eigentlich schlimmen Phase steckte war daran absolut gar nichts positiv!
Rückblickend allerdings, habe ich da viel über mich selbst gelernt und auch die Fähigkeit erlangt, gewisse Dinge anders zu sehen. Zum Beispiel sehe ich einiges viel gelassener.
Ich danke dir jedenfalls für deinen intimen Einblick!
Liebe Grüße, Tina
+++Wissenswertes+++
Ich bin Tina und die Mutter von Jennifer. Ihr kennt sie unter ihrem Forumsnamen "Lady Jennifer"
+++Wissenswertes+++
Ich bin Tina und die Mutter von Jennifer. Ihr kennt sie unter ihrem Forumsnamen "Lady Jennifer"