Immer Enby?
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Jaddy
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Immer Enby?
Im Chat kam heute eine Frage. Ich hatte geschrieben, dass ich mich eigentlich regelmässig schminke, wenn ich ausgehe und quasi immer "feminin" präsentiere. "Und wie ist dein Empfinden? Immer Enby oder mal so, mal so?".
Ich werfe hier mal meine (erweiterte) Antwort rein und frage in die Runde, wie es euch mit-nicht-binären Menschen geht.
Also, ich mag für mich die Erscheinungsformen, die in der binären Denke weiblichen Menschen zugestanden und männlichen eher untersagt werden. Was weich, eher zart, leise, "schön" ist. Gilt für Körper, Kleidung, Sprache, Verhalten. Das war eigentlich schon immer so, ohne dass ich es mir früher (-10 Jahre) so wirklich bewusst gemacht hätte. Ich habe mich nur aus eher gegenteiligen, unangenehmen Umgebungen raus gehalten. Sprich: Aus "Kerlsrunden" und von "kerligen" Menschen.
Das heisst, als "Mann" konnte ich mich nie identifizieren, weil ich immer fühlte, dass mir da erwartete Anteile fehlten und viele meiner Aspekte nicht zu dem passten, was "Mann" wohl sein sollte. Ich habe bis heute keinen einzigen Mann erlebt, den ich als role model empfinden würde. Ich könnte mir nicht mal aus den positivsten Exemplaren etwas für mich zusammenbauen; siehe oben: Anteile fehlen, andere konflikten mit meinen "nicht-männlichen". Selbst-identifizierte Männer war immer eine Art fremde Spezies.
Allerdings gilt das auch für Frauen. Ich finde einfach keine Identifikation. Ich kann mich nicht "als Mann" fühlen und auch nicht "als Frau". Wenn eine Gruppe nach "Männern" und "Frauen" geteilt wird, habe ich statt eines Gefühls wo ich hin gehöre nur Verwirrung.
Das ändert nichts an meiner bevorzugten Präsentation. Auch wenn es dazu führt, dass stark binäre denkende Menschen wie unsere beste Freundin dann Sprüche bringen wie "jetzt wirst du doch zum Mädel" oder "da merkt man den Kerl durch". Egal wie ich visuell auftrete: Ich bin immer ausserhalb der selbsterklärten Männer und Frauen. Immer Enby.
Wie geht es euch? Fluid? Stabil?
Ich werfe hier mal meine (erweiterte) Antwort rein und frage in die Runde, wie es euch mit-nicht-binären Menschen geht.
Also, ich mag für mich die Erscheinungsformen, die in der binären Denke weiblichen Menschen zugestanden und männlichen eher untersagt werden. Was weich, eher zart, leise, "schön" ist. Gilt für Körper, Kleidung, Sprache, Verhalten. Das war eigentlich schon immer so, ohne dass ich es mir früher (-10 Jahre) so wirklich bewusst gemacht hätte. Ich habe mich nur aus eher gegenteiligen, unangenehmen Umgebungen raus gehalten. Sprich: Aus "Kerlsrunden" und von "kerligen" Menschen.
Das heisst, als "Mann" konnte ich mich nie identifizieren, weil ich immer fühlte, dass mir da erwartete Anteile fehlten und viele meiner Aspekte nicht zu dem passten, was "Mann" wohl sein sollte. Ich habe bis heute keinen einzigen Mann erlebt, den ich als role model empfinden würde. Ich könnte mir nicht mal aus den positivsten Exemplaren etwas für mich zusammenbauen; siehe oben: Anteile fehlen, andere konflikten mit meinen "nicht-männlichen". Selbst-identifizierte Männer war immer eine Art fremde Spezies.
Allerdings gilt das auch für Frauen. Ich finde einfach keine Identifikation. Ich kann mich nicht "als Mann" fühlen und auch nicht "als Frau". Wenn eine Gruppe nach "Männern" und "Frauen" geteilt wird, habe ich statt eines Gefühls wo ich hin gehöre nur Verwirrung.
Das ändert nichts an meiner bevorzugten Präsentation. Auch wenn es dazu führt, dass stark binäre denkende Menschen wie unsere beste Freundin dann Sprüche bringen wie "jetzt wirst du doch zum Mädel" oder "da merkt man den Kerl durch". Egal wie ich visuell auftrete: Ich bin immer ausserhalb der selbsterklärten Männer und Frauen. Immer Enby.
Wie geht es euch? Fluid? Stabil?
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Mara
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Re: Immer Enby?
Liebe Jaddy,
Es ist schon spät, aber deine Frage ist total spannend.
Mhh, Ich empfinde scheinbar ähnlich wie du.
Mir geht es vor allem so, wenn eine Person die Schubladen 'typisch Mann' 'typisch Frau' aufmacht. Dann bin ich innerlich immer etwas genervt. Z. B. Im Job oder in den Medien. So zum Beispiel Mario Bart oder Carolin Kebekus. Klischeetreterei....ich hadere damit.
Vielleicht kenn ich mich auf der weiblichen Seite aber zu wenig aus, da ich in ihr ja nicht sozialisiert wurde? Kann ich diese Seite überhaupt realistisch einschätzen?
Wenn ich so überlege, eine klare Zugehörigkeit fehlt mir auch oft. Das typisch männliche lehne ich total ab. Die sanfte, schöne Seite die du beschreibst liegt mir auch mehr. . Ich bin dabei mich zu ergründen. Manchmal habe ich auch eine männliche Seite, auch wenn ich wie du mittlerweile öfters und zunehmend androgyn rüber komme.
Fragen tuen sich also bei mir zur Zeit eher auf als das ich sie beantworten könnte..
Gute Nacht, ich bleibe dran
Mara
Es ist schon spät, aber deine Frage ist total spannend.
Mhh, Ich empfinde scheinbar ähnlich wie du.
Mir geht es vor allem so, wenn eine Person die Schubladen 'typisch Mann' 'typisch Frau' aufmacht. Dann bin ich innerlich immer etwas genervt. Z. B. Im Job oder in den Medien. So zum Beispiel Mario Bart oder Carolin Kebekus. Klischeetreterei....ich hadere damit.
Vielleicht kenn ich mich auf der weiblichen Seite aber zu wenig aus, da ich in ihr ja nicht sozialisiert wurde? Kann ich diese Seite überhaupt realistisch einschätzen?
Wenn ich so überlege, eine klare Zugehörigkeit fehlt mir auch oft. Das typisch männliche lehne ich total ab. Die sanfte, schöne Seite die du beschreibst liegt mir auch mehr. . Ich bin dabei mich zu ergründen. Manchmal habe ich auch eine männliche Seite, auch wenn ich wie du mittlerweile öfters und zunehmend androgyn rüber komme.
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Joe95
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Re: Immer Enby?
Da ich ja früher davon ausging ein Mann zu sein, ich aber gleichzeitig Probleme damit hatte mich mit den meisten "Geschlechtsgenossen" zu identifizieren bin ich damit aufgewachsen, das es wohl sehr viele verschiedene Arten von Männern gibt. Genau so waren für mich Frauen auch immer unterschiedlich in ihrer weiblichkeit.
Ganz logisch, schließlich ist der Mensch ja nicht digital, das man sagen könnte 1=männlich, 0=weiblich. Damals schon war es für mich selbstverständlich die Bandbreite der Geschlechter zu sehen, männlich oder weiblich war jeweils ein weiter Bereich, von dem was es dazwischen noch so alles gibt wusste ich ja nichts.
Was ich aber wusste ist das ich oft neidvoll an den anderen Bereich dachte, wie wunderbar die Welt als Frau doch war...
Nur "Mann" und "Frau" zu sagen kam mir immer schon vor als würde ich sagen "Licht? Ja, da gibt es Infrarot und Ultraviolett, sonst nix!"
Genau so wie es doch noch mehr Farben gibt gibt es auch noch mehr Geschlechter, die Binären Bezeichnungen gibt es doch nur weil die Leute früher zu faul oder zu arrogant waren sich damit zu befassen.
Oder?
Ich selbst sehe mich weit von dem entfernt, was ich als Frau definiere, aber noch ein vielfaches weiter bin ich von dem entfernt, was ich als Mann definiere.
Daher sehe ich mich als Transfrau, auch wenn ich irgendwann alle Möglichkeiten der Anpassung ausgeschöpft haben sollte.
Ganz logisch, schließlich ist der Mensch ja nicht digital, das man sagen könnte 1=männlich, 0=weiblich. Damals schon war es für mich selbstverständlich die Bandbreite der Geschlechter zu sehen, männlich oder weiblich war jeweils ein weiter Bereich, von dem was es dazwischen noch so alles gibt wusste ich ja nichts.
Was ich aber wusste ist das ich oft neidvoll an den anderen Bereich dachte, wie wunderbar die Welt als Frau doch war...
Nur "Mann" und "Frau" zu sagen kam mir immer schon vor als würde ich sagen "Licht? Ja, da gibt es Infrarot und Ultraviolett, sonst nix!"
Genau so wie es doch noch mehr Farben gibt gibt es auch noch mehr Geschlechter, die Binären Bezeichnungen gibt es doch nur weil die Leute früher zu faul oder zu arrogant waren sich damit zu befassen.
Oder?
Ich selbst sehe mich weit von dem entfernt, was ich als Frau definiere, aber noch ein vielfaches weiter bin ich von dem entfernt, was ich als Mann definiere.
Daher sehe ich mich als Transfrau, auch wenn ich irgendwann alle Möglichkeiten der Anpassung ausgeschöpft haben sollte.
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Luna
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Re: Immer Enby?
Hallo Jaddy,
um mit Deiner abschließenden Frage zu beginnen: Ich bin wohl eher fluid als stabil.
Von meiner Sozislisation und den körperlichen Aspekten her, kombiniert mit fehlendem Wissen, fühlte ich mich lange Zeit als "abartiger" Mann. Ich konnte mein Anderssein, die Ablehnung oder Nichtexistenz mancher männlichen "Tugenden" und Verhaltensweisen, die Sehnsucht nach feminin konnotierten Dingen etc nicht richtig zuordnen. Begriffe wie nonbinär, enby, genderfluid entdeckte ich erst sehr viel später bzw in jüngerer Zeit.
Seitdem ich nun meine - schon ab dem Kindesalter als nicht normal, falsch oder pervers - verdrängten Empfindungen bewusst zulasse und selbstreflektiv positiv bewerte, mich selbst von Tag zu Tag besser verstehe und auch neu kennenlerne, bemerke ich, wie die weiblichen Anteile stetig stärker wurden und noch werden.
Dabei schwingt aber das Pendel durchaus unterschiedlich weit in die eine oder andere Richtung, wobei ich (zumindest derzeit), so wie Du, Probleme damit habe, mich gänzlich in einem der beiden Geschlechter des binären Modells zu verorten. Ob das immer so sein wird, kann ich aus heutiger Sicht nicht sagen.
Mangels CO in der Öffentlichkeit und aus Rücksicht auf meine Frau bin ich zumindest äußerlich (noch?) relativ weit im männlichen Bereich des Genderspektrums angesiedelt und es fällt mir oft schwer bzw zunehmend schwerer die Diskrepanz zwischen dem äußerlichen Erscheinungsbild und meinen Empfindungen bzw Selbstbild zu überbrücken.
Alles Liebe
Luna
um mit Deiner abschließenden Frage zu beginnen: Ich bin wohl eher fluid als stabil.
Von meiner Sozislisation und den körperlichen Aspekten her, kombiniert mit fehlendem Wissen, fühlte ich mich lange Zeit als "abartiger" Mann. Ich konnte mein Anderssein, die Ablehnung oder Nichtexistenz mancher männlichen "Tugenden" und Verhaltensweisen, die Sehnsucht nach feminin konnotierten Dingen etc nicht richtig zuordnen. Begriffe wie nonbinär, enby, genderfluid entdeckte ich erst sehr viel später bzw in jüngerer Zeit.
Seitdem ich nun meine - schon ab dem Kindesalter als nicht normal, falsch oder pervers - verdrängten Empfindungen bewusst zulasse und selbstreflektiv positiv bewerte, mich selbst von Tag zu Tag besser verstehe und auch neu kennenlerne, bemerke ich, wie die weiblichen Anteile stetig stärker wurden und noch werden.
Dabei schwingt aber das Pendel durchaus unterschiedlich weit in die eine oder andere Richtung, wobei ich (zumindest derzeit), so wie Du, Probleme damit habe, mich gänzlich in einem der beiden Geschlechter des binären Modells zu verorten. Ob das immer so sein wird, kann ich aus heutiger Sicht nicht sagen.
Mangels CO in der Öffentlichkeit und aus Rücksicht auf meine Frau bin ich zumindest äußerlich (noch?) relativ weit im männlichen Bereich des Genderspektrums angesiedelt und es fällt mir oft schwer bzw zunehmend schwerer die Diskrepanz zwischen dem äußerlichen Erscheinungsbild und meinen Empfindungen bzw Selbstbild zu überbrücken.
Alles Liebe
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Jenina
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Re: Immer Enby?
Hallo Jaddy,
ich habe mich ja immer als Transvestit gesehen und auch mit Stolz so bezeichnet, obwohl das auch in der Community ein eher ungeliebter Begriff ist.
Ist das das aber wirklich so? Diese Frage stelle ich mir immer mehr, wenn ich an mein ganzes bisheriges Leben denke. Denn eigentlich passt "non binär" für mich viel besser. Mir geht esebenso wie Dir. In männlichen Runden bin ich nie der "erwartete Mann", in weiblichen Runden bin ich sehr gerne, aber dort natürlich nie "eine Frau" wie die anderen. Das wusste ich schon lange, nur den Begriff dafür hatte ich nicht.
Und deshalb ließ ich es immer ausschlagen in das Extrem. Als Mann eben so wie man es erwartet. Wenn es nicht mehr auszuhalten war dann musste die Frau her, und zwar ganz kompromisslos und perfekt bis in die Perückenspitzen. Das ist eigentlich anstrengend, aber auch schön, denn es zeigt was möglich ist.
Aber für den Alltag ist es eben nichts. Da habe ich begonnen mir den Enby auf mich zurecht zu schnitzen. Blöd, dass mir das erst so spät eingefallen ist. Dabei war ich als junger Mensch schon mal auf dem Weg, in den wilden 80ern, wo solche "Ausgeflipptheit" durchaus toleriert wurde. Das muss heute freilich etwas anders aussehen, aber der Inhalt ist derselbe.
Ich denke, dass es sehr, sehr viele Menschen gibt, die sich im Grunde ihres Herzens eine Befreiung von dem strikten Modell der binaären Geschlechter wünschen. Es würde ihr Leben vereinfachen und viele psychische Störungen nicht aufkommen lassen. Die Anpassung an etwas, was wir nicht wollen, macht uns meiner Meinung nach krank. Das ist in vielen Situationen im Leben so, besonders in der Arbeitswelt. Aber eben auch in unserer Position in der weiten Welt der Geschlechter.
Für mich ist deshalb Enby das Konzept, in dem ich mein Leben weiter führen werde. Wie ich dann die Extreme weiter behandle muss ich sehen. Denn es bereitet mir nach wie vor einen riesigen Spass mich auch mal ganz und kompromisslos als Transvestit zu fühlen.
Jenina
ich habe mich ja immer als Transvestit gesehen und auch mit Stolz so bezeichnet, obwohl das auch in der Community ein eher ungeliebter Begriff ist.
Ist das das aber wirklich so? Diese Frage stelle ich mir immer mehr, wenn ich an mein ganzes bisheriges Leben denke. Denn eigentlich passt "non binär" für mich viel besser. Mir geht esebenso wie Dir. In männlichen Runden bin ich nie der "erwartete Mann", in weiblichen Runden bin ich sehr gerne, aber dort natürlich nie "eine Frau" wie die anderen. Das wusste ich schon lange, nur den Begriff dafür hatte ich nicht.
Und deshalb ließ ich es immer ausschlagen in das Extrem. Als Mann eben so wie man es erwartet. Wenn es nicht mehr auszuhalten war dann musste die Frau her, und zwar ganz kompromisslos und perfekt bis in die Perückenspitzen. Das ist eigentlich anstrengend, aber auch schön, denn es zeigt was möglich ist.
Aber für den Alltag ist es eben nichts. Da habe ich begonnen mir den Enby auf mich zurecht zu schnitzen. Blöd, dass mir das erst so spät eingefallen ist. Dabei war ich als junger Mensch schon mal auf dem Weg, in den wilden 80ern, wo solche "Ausgeflipptheit" durchaus toleriert wurde. Das muss heute freilich etwas anders aussehen, aber der Inhalt ist derselbe.
Ich denke, dass es sehr, sehr viele Menschen gibt, die sich im Grunde ihres Herzens eine Befreiung von dem strikten Modell der binaären Geschlechter wünschen. Es würde ihr Leben vereinfachen und viele psychische Störungen nicht aufkommen lassen. Die Anpassung an etwas, was wir nicht wollen, macht uns meiner Meinung nach krank. Das ist in vielen Situationen im Leben so, besonders in der Arbeitswelt. Aber eben auch in unserer Position in der weiten Welt der Geschlechter.
Für mich ist deshalb Enby das Konzept, in dem ich mein Leben weiter führen werde. Wie ich dann die Extreme weiter behandle muss ich sehen. Denn es bereitet mir nach wie vor einen riesigen Spass mich auch mal ganz und kompromisslos als Transvestit zu fühlen.
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Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
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Joe95
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Re: Immer Enby?
Ob Frauen oder Männer, viele laufen die meiste Zeit in Jeans und T-Shirt rum. Trotzdem denkt sich keiner was dabei wenn - zu passender Gelegenheit - die Frauen sich mit Dessous und Make-Up aufbretzeln oder die Männer sich in ihre Lederkluft schmeißen, wobei mir Frauen in Lederkluft und Männer in Dessous und Make-Up wesentlich symphatischer wären, aber das ist ein ganz anderes Thema.Jenina hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:05 Für mich ist deshalb Enby das Konzept, in dem ich mein Leben weiter führen werde. Wie ich dann die Extreme weiter behandle muss ich sehen. Denn es bereitet mir nach wie vor einen riesigen Spass mich auch mal ganz und kompromisslos als Transvestit zu fühlen.
Wenn du doch für dich entschieden hast das Enby für dich das richtige Konzept ist hast du auch ein Anrecht auf beide Varianten.
Wenn dir danach ist gehst du eben als Vamp.
Oder als Macho.
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Re: Immer Enby?
Hallo Jaddy,
ich kann mich weitgehend mit Deiner und den Vorschreiberinnen beschriebenen Gefühlswelt anschließen. Anfangs war das Gefühl kein "richtiger Kerl" zu sein, später, als ich das Thema Trans für mich entdeckte und gierig Informationen sammelte, stellte ich mir auch die Frage, ob ich denn nicht vielleicht eine Frau sei. Da ich das auch nicht voll auf mich anwenden konnte, Frauen können ja so ätzend sein, hing ich total in der Luft. Der Begriff "Enby" fand ich anfangs seltsam, ich glaube, ich habe ihn zum ersten Mal bei Dir gelesen, aber je mehr ich mich damit auseinandersetze, beides, Mann und Frau, zu sein, wird mir immer klarer, dass es die Kategorie "Mann" bzw. "Frau" eigentlich nur im Zusammenhang mit der Reproduktion bedeutsam ist. Alles andere ist gesellschaftlich geprägt. Es gibt zwar tendenzielle Unterschiede, die sich z.B. aus den Hormonhaushalt ergeben, aber substanziell ist da nichts mehr.
Wir schreiben und lesen häufig von "weiblichen" bzw. "männlichen Anteilen". Aber was soll das sein ? Gleichzeitig setzen wir sie mit den Begriffen "Frau/Mann" in Beziehung. Die genannten Anteile sind mir völlig fremd geworden. Jeder Mensch hat Eigenschaften, die weiblich oder männlich zugeordnet werden. Aber das sind Zuschreibungen, keine biologische Tatsachen. Sie haben vor allem mit dem Geschlecht per se nicht viel zu tun. Einfühlsamkeit, mathematische Fähigkeiten, Einparken, was man sich auch ausdenkt, es sind keine geschlechtsspezifischen Dinge. Mädchen sind schlechter in Mathematik, weil sie es ihnen eingeredet wurde. Simone de Beauvoir hat schon Recht, wenn sie schreibt, dass Frauen "gemacht" werden. Männer könnten davon massiv profitieren, wenn sie das für sich auch erkennen würden. Durch dieses "Geschlecht machen" geht viel Potential verloren, sowohl für den Menschen persönlich als auch für die Gesellschaft.
Vielleicht ist dies unsere Aufgabe als den Geschlechtern nicht fest zugeordneter Mensch, eine Tür aufzumachen, damit mehr Menschen sich weniger durch Anpassung zu unterdrücken und mehr von ihren Qualitäten zu entdecken.
Übrigens: Ich sehe das Unterdrücktsein als aktiven Prozess des oder der Einzelnen. Durch die Anpassung an die gesellschaftliche Ordnung unterdrücke ich mich selber. Die Meinung, man werde unterdrückt, halte ich weitgehend für falsch. Es werden mehr Gründe gesucht, warum man das Leben, das zu einem passt, nicht führt, als Wege, dieses Leben wirklich zu leben. Ich bin da nicht besser. Mir geht es sehr oft auch so.
Sehen wir unser "Schwingen" zwischen den Geschlechtern positiver. Wir könnten die Aufgabe annehmen und für uns und die Gesellschaft daraus Profit schöpfen. Das kann mMn niemand besser als Enbys. Sie können zeigen, dass wir alle aus einer Urform stammen, in der es keine Geschlechterdifferenz gab. Geschlechtsmerkmale haben eine gegengleiche Entsprechung. Allein daraus kann man ableiten, dass Männer und Frauen mehr gemeinsam haben, als Trennendes. Der Blick geht i.d.R. auf das Trennende. Aber ist das wirklich bedeutsamer als das Verbindende ? Mann und Frau sind keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Formen der Spezies Mensch.
Wenn wir Eigenschaften in männlich und weiblich einsortieren und jeder Mensch männliche und weibliche Anteile besitzt, ist jeder Mensch männlich und weiblich gleichzeitig. Durch die Verbindung von weiblich mit "Frau" und männlich mit "Mann" folgt doch daraus, dass es nur natürlich ist, wenn Menschen sich selber als Mann und Frau sehen. Nicht das Leben des Mann- und Frauseins in einer Person ist unnatürlich, sondern die scharfe Trennung in Mann und Frau.
Wir sind normal, nicht die anderen !

ich kann mich weitgehend mit Deiner und den Vorschreiberinnen beschriebenen Gefühlswelt anschließen. Anfangs war das Gefühl kein "richtiger Kerl" zu sein, später, als ich das Thema Trans für mich entdeckte und gierig Informationen sammelte, stellte ich mir auch die Frage, ob ich denn nicht vielleicht eine Frau sei. Da ich das auch nicht voll auf mich anwenden konnte, Frauen können ja so ätzend sein, hing ich total in der Luft. Der Begriff "Enby" fand ich anfangs seltsam, ich glaube, ich habe ihn zum ersten Mal bei Dir gelesen, aber je mehr ich mich damit auseinandersetze, beides, Mann und Frau, zu sein, wird mir immer klarer, dass es die Kategorie "Mann" bzw. "Frau" eigentlich nur im Zusammenhang mit der Reproduktion bedeutsam ist. Alles andere ist gesellschaftlich geprägt. Es gibt zwar tendenzielle Unterschiede, die sich z.B. aus den Hormonhaushalt ergeben, aber substanziell ist da nichts mehr.
Wir schreiben und lesen häufig von "weiblichen" bzw. "männlichen Anteilen". Aber was soll das sein ? Gleichzeitig setzen wir sie mit den Begriffen "Frau/Mann" in Beziehung. Die genannten Anteile sind mir völlig fremd geworden. Jeder Mensch hat Eigenschaften, die weiblich oder männlich zugeordnet werden. Aber das sind Zuschreibungen, keine biologische Tatsachen. Sie haben vor allem mit dem Geschlecht per se nicht viel zu tun. Einfühlsamkeit, mathematische Fähigkeiten, Einparken, was man sich auch ausdenkt, es sind keine geschlechtsspezifischen Dinge. Mädchen sind schlechter in Mathematik, weil sie es ihnen eingeredet wurde. Simone de Beauvoir hat schon Recht, wenn sie schreibt, dass Frauen "gemacht" werden. Männer könnten davon massiv profitieren, wenn sie das für sich auch erkennen würden. Durch dieses "Geschlecht machen" geht viel Potential verloren, sowohl für den Menschen persönlich als auch für die Gesellschaft.
Vielleicht ist dies unsere Aufgabe als den Geschlechtern nicht fest zugeordneter Mensch, eine Tür aufzumachen, damit mehr Menschen sich weniger durch Anpassung zu unterdrücken und mehr von ihren Qualitäten zu entdecken.
Übrigens: Ich sehe das Unterdrücktsein als aktiven Prozess des oder der Einzelnen. Durch die Anpassung an die gesellschaftliche Ordnung unterdrücke ich mich selber. Die Meinung, man werde unterdrückt, halte ich weitgehend für falsch. Es werden mehr Gründe gesucht, warum man das Leben, das zu einem passt, nicht führt, als Wege, dieses Leben wirklich zu leben. Ich bin da nicht besser. Mir geht es sehr oft auch so.
Sehen wir unser "Schwingen" zwischen den Geschlechtern positiver. Wir könnten die Aufgabe annehmen und für uns und die Gesellschaft daraus Profit schöpfen. Das kann mMn niemand besser als Enbys. Sie können zeigen, dass wir alle aus einer Urform stammen, in der es keine Geschlechterdifferenz gab. Geschlechtsmerkmale haben eine gegengleiche Entsprechung. Allein daraus kann man ableiten, dass Männer und Frauen mehr gemeinsam haben, als Trennendes. Der Blick geht i.d.R. auf das Trennende. Aber ist das wirklich bedeutsamer als das Verbindende ? Mann und Frau sind keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Formen der Spezies Mensch.
Wenn wir Eigenschaften in männlich und weiblich einsortieren und jeder Mensch männliche und weibliche Anteile besitzt, ist jeder Mensch männlich und weiblich gleichzeitig. Durch die Verbindung von weiblich mit "Frau" und männlich mit "Mann" folgt doch daraus, dass es nur natürlich ist, wenn Menschen sich selber als Mann und Frau sehen. Nicht das Leben des Mann- und Frauseins in einer Person ist unnatürlich, sondern die scharfe Trennung in Mann und Frau.
Wir sind normal, nicht die anderen !
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Re: Immer Enby?
Da ich keine allgemeingültige Zuordnung von Eigenschaften zu Geschlechtern kenne definiere ich für mich ganz alleine was ich für männlich oder weiblich halte. Dabei ergibt sich auch das ich Eigenschaften, von denen ich öfters höre sie wären typisch männlich oder typisch weiblich garkeinem Geschlecht zuordne. Ich lebe da quasi in meiner eigenen Welt.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:45 Wir schreiben und lesen häufig von "weiblichen" bzw. "männlichen Anteilen". Aber was soll das sein ? Gleichzeitig setzen wir sie mit den Begriffen "Frau/Mann" in Beziehung.
Da hast du auffallend recht mit.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:45 Übrigens: Ich sehe das Unterdrücktsein als aktiven Prozess des oder der Einzelnen. Durch die Anpassung an die gesellschaftliche Ordnung unterdrücke ich mich selber. Die Meinung, man werde unterdrückt, halte ich weitgehend für falsch. Es werden mehr Gründe gesucht, warum man das Leben, das zu einem passt, nicht führt, als Wege, dieses Leben wirklich zu leben.
Allerdings habe ich kennengelernt wie wunderschön dieses zu mir passende Leben ist, weshalb es mir nie mehr möglich sein wird mich damit selbst zu unterdrücken oder gar unterdrücken zu lassen.
Auch hier hast du auffallend Recht.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:45 Geschlechtsmerkmale haben eine gegengleiche Entsprechung. Allein daraus kann man ableiten, dass Männer und Frauen mehr gemeinsam haben, als Trennendes. Der Blick geht i.d.R. auf das Trennende. Aber ist das wirklich bedeutsamer als das Verbindende ? Mann und Frau sind keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Formen der Spezies Mensch.
Ich vermute das es irgendwelche Ängste sind, die es vielen Menschen wichtig machen sich vom "anderen" Geschlecht abzugrenzen. Ich sehe das ja bei mir selber. Mit meinem männlichen Körper habe ich derart massive Probleme, das ich mich nicht weit genug vom "Mannsein" entfernen kann.
Auch hier möchte ich mich anschließen und mich bei dir für diese geniale und treffende Formulierung bedanken. Besonders den letzten Satz finde ich genial.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:45 Wenn wir Eigenschaften in männlich und weiblich einsortieren und jeder Mensch männliche und weibliche Anteile besitzt, ist jeder Mensch männlich und weiblich gleichzeitig. Durch die Verbindung von weiblich mit "Frau" und männlich mit "Mann" folgt doch daraus, dass es nur natürlich ist, wenn Menschen sich selber als Mann und Frau sehen. Nicht das Leben des Mann- und Frauseins in einer Person ist unnatürlich, sondern die scharfe Trennung in Mann und Frau.
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Re: Immer Enby?
Moinsen
Jaddy
Aber ich war selbst schon mal in so einer Situation, in der ich nicht wusste, wohin mit mir.
Das war im Geburtsvorbereitungskurs für unser zweites Kind.Ich lebte zu dem Zeitpunkt schon 3 Monate als Frau.
Plötzlich sollten wir uns aufteilen. Die Mütter dorthin, die Väter dorthin.
Äh ja... Nach kurzer Verwirrung ging ich dann als Frau zu den Vätern, da ich mich selbst nicht als Mutter sehe. Aber "richtig" fühlte ich mich bei ihnen auch nicht...
Naja, war merkwüdig. Aber nach 2h war der Spuk schon wieder vorbei. Deswegen meinte ich Ausmaß. In der Regel kann ich mich ja problemlos zuordnen. Womit ich mich ein Mal auseinandersetzen musste, damit haben Enby's ja ständig zu kämpfen. Und ich weiß heute noch, wie doof sich das in dem Moment anfühlte, als ich nicht wusste, wo ich hingehöre.
Deswegen habt ihr auch meinen vollsten Respekt. Transfrauen und Männer haben es ja noch leicht, da sie sich problemlos in der binären Welt zurechtfinden. Das ist bei Enby's ne ganz andere Hausnummer.
Grüße
die Anja
Sorry, da waren meine Finger schneller als mein Verstand. Es platze quasi aus mir raus.Jaddy hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 00:00 m Chat kam heute eine Frage. Ich hatte geschrieben, dass ich mich eigentlich regelmässig schminke, wenn ich ausgehe und quasi immer "feminin" präsentiere. "Und wie ist dein Empfinden? Immer Enby oder mal so, mal so?".
Ich möchte nicht sagen ich kann das nachempfinden, wenn man sich selbst nicht zuordnen kann bzw. möchte. Zumindest lange nicht in dem "Ausmaß" wie es bei Enby's der Fall ist.Jaddy hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 00:00 Das heisst, als "Mann" konnte ich mich nie identifizieren, weil ich immer fühlte, dass mir da erwartete Anteile fehlten und viele meiner Aspekte nicht zu dem passten, was "Mann" wohl sein sollte. Ich habe bis heute keinen einzigen Mann erlebt, den ich als role model empfinden würde. Ich könnte mir nicht mal aus den positivsten Exemplaren etwas für mich zusammenbauen; siehe oben: Anteile fehlen, andere konflikten mit meinen "nicht-männlichen". Selbst-identifizierte Männer war immer eine Art fremde Spezies.
Allerdings gilt das auch für Frauen. Ich finde einfach keine Identifikation. Ich kann mich nicht "als Mann" fühlen und auch nicht "als Frau". Wenn eine Gruppe nach "Männern" und "Frauen" geteilt wird, habe ich statt eines Gefühls wo ich hin gehöre nur Verwirrung.
Aber ich war selbst schon mal in so einer Situation, in der ich nicht wusste, wohin mit mir.
Das war im Geburtsvorbereitungskurs für unser zweites Kind.Ich lebte zu dem Zeitpunkt schon 3 Monate als Frau.
Plötzlich sollten wir uns aufteilen. Die Mütter dorthin, die Väter dorthin.
Äh ja... Nach kurzer Verwirrung ging ich dann als Frau zu den Vätern, da ich mich selbst nicht als Mutter sehe. Aber "richtig" fühlte ich mich bei ihnen auch nicht...
Naja, war merkwüdig. Aber nach 2h war der Spuk schon wieder vorbei. Deswegen meinte ich Ausmaß. In der Regel kann ich mich ja problemlos zuordnen. Womit ich mich ein Mal auseinandersetzen musste, damit haben Enby's ja ständig zu kämpfen. Und ich weiß heute noch, wie doof sich das in dem Moment anfühlte, als ich nicht wusste, wo ich hingehöre.
Deswegen habt ihr auch meinen vollsten Respekt. Transfrauen und Männer haben es ja noch leicht, da sie sich problemlos in der binären Welt zurechtfinden. Das ist bei Enby's ne ganz andere Hausnummer.
Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Ulrike-Marisa
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Re: Immer Enby?
Moin,
ich denke, dass Vicky das am besten und umfangreichsten beschrieben hat, was die meisten von uns, also von der Thematik betroffenen Menschen, fühlen und denken. Und schon Friedrich der Große, REX, Friedrich II von Preußen, sagte: jeder soll nach seiner Facon seelig werden. Ein Satz, der eigentlich heute noch genauso aktuell ist, wie damals im 18. Jahrhundert in der Zeit der Aufklärung.
Grüße, Ulrike-Marisa
Ich fühle mich als Frau, aber meine frühere männliche Sozialisation ist und bleibt ein Teil meines Lebens und da schmeiße ich nix weg.
ich denke, dass Vicky das am besten und umfangreichsten beschrieben hat, was die meisten von uns, also von der Thematik betroffenen Menschen, fühlen und denken. Und schon Friedrich der Große, REX, Friedrich II von Preußen, sagte: jeder soll nach seiner Facon seelig werden. Ein Satz, der eigentlich heute noch genauso aktuell ist, wie damals im 18. Jahrhundert in der Zeit der Aufklärung.
Grüße, Ulrike-Marisa
Ich fühle mich als Frau, aber meine frühere männliche Sozialisation ist und bleibt ein Teil meines Lebens und da schmeiße ich nix weg.
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Lavendellöwin
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Re: Immer Enby?
Huhu..
das ist wirklich eine spannende Frage...
denn zum einen habe ich die männliche Sozialisation nie angenommen oder abgeschlossen,
wie eine Psychologin sagte: das Anpassen an die "männliche" Rolle ist gescheitert.
Aber schliesse ich eine weibliche ab, obwohl ich mich im Spektrum binär weiblich verorte?
Hmm, nein ich glaube nicht-und da lasse ich jetzt auch sämtlichen äusseren Anschein weg,
denn Kleidung, Schminken, meine Ausstrahlung, mein Verhalten sind doch oft nur momentane
Ausdrücke meines Selbst. Also MEIN Selbst. So bin ich dabei wohl schon fluid und ist das Leben
ja auch..
wie schon Freddy Mercury gesungen hat "my makeup may be flaking, but my smile still stays on".
Achso, ich wollte ja den äusseren Anschein weglassen, an den sich viele hier oft klammern.
Sorry...das musste raus. Weder ein Rock noch Pumps lassen mich Frau sein.
Und dieses "als" stört mich tiersich, das hat was von Vergangenheit-ich BIN aber.
Niemand und damit meine ich wirklich niemand ist im Geist, in der Seele wie es auch genannt
wird zu 100% weiblich oder männlich. Gibt es einfach nicht und das sehen fast alle in meinem
Bekanntenkreis und auch die engeren Freunde so-sind die jetzt alle Enby?
Hmm vielleicht sogar...was will ich sagen? Im Grunde sind alle Menschen fluid, mal ein bisschen
mehr, mal ein bisschen weniger in die eine oder andere binäre Richtung, oder auf der Hälfte oder
auf der Hälfte ohne zu sagen ich will/möchte.
Die Seele ist nicht messbar oder feststellbar oder nur eines geschlechtlich gesehen-war sie nie,
wird sie nie sein. Zudem stelle ich nochmal in den Raum, das es GE-GUT heissen sollte.
Daher ist Enby für mich das Normale-eher alles sonst fällt aus dem Rahmen.
Alles Liebe Marie
das ist wirklich eine spannende Frage...
denn zum einen habe ich die männliche Sozialisation nie angenommen oder abgeschlossen,
wie eine Psychologin sagte: das Anpassen an die "männliche" Rolle ist gescheitert.
Aber schliesse ich eine weibliche ab, obwohl ich mich im Spektrum binär weiblich verorte?
Hmm, nein ich glaube nicht-und da lasse ich jetzt auch sämtlichen äusseren Anschein weg,
denn Kleidung, Schminken, meine Ausstrahlung, mein Verhalten sind doch oft nur momentane
Ausdrücke meines Selbst. Also MEIN Selbst. So bin ich dabei wohl schon fluid und ist das Leben
ja auch..
wie schon Freddy Mercury gesungen hat "my makeup may be flaking, but my smile still stays on".
Achso, ich wollte ja den äusseren Anschein weglassen, an den sich viele hier oft klammern.
Sorry...das musste raus. Weder ein Rock noch Pumps lassen mich Frau sein.
Und dieses "als" stört mich tiersich, das hat was von Vergangenheit-ich BIN aber.
Niemand und damit meine ich wirklich niemand ist im Geist, in der Seele wie es auch genannt
wird zu 100% weiblich oder männlich. Gibt es einfach nicht und das sehen fast alle in meinem
Bekanntenkreis und auch die engeren Freunde so-sind die jetzt alle Enby?
Hmm vielleicht sogar...was will ich sagen? Im Grunde sind alle Menschen fluid, mal ein bisschen
mehr, mal ein bisschen weniger in die eine oder andere binäre Richtung, oder auf der Hälfte oder
auf der Hälfte ohne zu sagen ich will/möchte.
Die Seele ist nicht messbar oder feststellbar oder nur eines geschlechtlich gesehen-war sie nie,
wird sie nie sein. Zudem stelle ich nochmal in den Raum, das es GE-GUT heissen sollte.
Daher ist Enby für mich das Normale-eher alles sonst fällt aus dem Rahmen.
Alles Liebe Marie
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Mi 2. Okt 2019, 12:58, insgesamt 1-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Lavendellöwin
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Re: Immer Enby?
Hi Joe,Joe95 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:25 Trotzdem denkt sich keiner was dabei wenn - zu passender Gelegenheit - die Frauen sich mit Dessous und Make-Up aufbretzeln oder die Männer sich in ihre Lederkluft schmeißen, wobei mir Frauen in Lederkluft und Männer in Dessous und Make-Up wesentlich symphatischer wären, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Wenn du doch für dich entschieden hast das Enby für dich das richtige Konzept ist hast du auch ein Anrecht auf beide Varianten.
da ist mir jetzt nochmal was aufgefallen-wieso sollten nicht alle Wesen Dessous und Lederkluft tragen..
ich kenne da ein paar denen das sogar unheimlich gut steht..
mir nicht, ich mag kein Leder...
ähm aber eigentlich. Viel funktioniert am Besten (für mich jetzt persönlich), wenn dahinter gar kein Konzept verankert wird.
Und ganz besonders beim "geschlechtlichen" würde ich mir wünschen, Konzepte loszulassen.
Das ist die Basis auf der die Beziehung zwischen meiner Liebsten und mir läuft.
Bei uns gibt es uns und ansonsten 2 Menschen.
Wir haben das konzeptuelle gegen Liebe (nicht im sexuellen Sinne), Mitgefühl und Respekt getauscht.
Lebt sich besser damit..be free to be yourself.
Alles Liebe Marie
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Mi 2. Okt 2019, 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Jaddy
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Re: Immer Enby?
Ich danke Dir für die Möglichkeit, das für mich noch mal zu reflektieren und zu formulieren, was ja zu einem wunderbaren Thread geführt hatAnja hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 10:15Sorry, da waren meine Finger schneller als mein Verstand. Es platze quasi aus mir raus.
Ganz vielen Dank an euch alle für die Antworten
Vicky Rose hat einen tollen Gedanken beigetragen:
Ich mag den positiven Ansatz. Meiner Meinung nach ist konstruktive Vielfalt eh stabiler und freudvoller als Monokultur und zwangsweise Kategorisierung (☞I.D.I.C.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 08:45Sehen wir unser "Schwingen" zwischen den Geschlechtern positiver. Wir könnten die Aufgabe annehmen und für uns und die Gesellschaft daraus Profit schöpfen. Das kann mMn niemand besser als Enbys.
Aber wenn es keine anderen Möglichkeiten sichtbar sind, treibt es Menschen eben dazu, sich "dem kleineren Übel" anzuschliessen und entsprechend zu leiden:
Es ist auf der anderen Seite auf für die allermeisten Menschen sehr wichtig, irgendwo "dazu" zu gehören. Von anderen ein "Du bist okay" zu bekommen. Sonst wird 1 entweder depressiv oder aggressiv überkompensierend.Joe95 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 10:02Ich vermute das es irgendwelche Ängste sind, die es vielen Menschen wichtig machen sich vom "anderen" Geschlecht abzugrenzen.
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Nicole Fritz
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Re: Immer Enby?
Moinsen,
fluid oder stabil - eine interessante Frage.
Also: das trübe Wetter setzt mir mal wieder zu. Und dann meldet sich bei mir "der olle Klaus", wie ich immer zu sagen pflege. Und der beschäftigt sich mit Parawissenschaft und Verschwörungstheorien, hasst kapitalistische Blutsauger abgrundtief und wünscht ihnen zynisch ein fröhliches Verrecken bei einem hoffentlich bald eintretenden Ökologischen Zusammenbruch der gesamten menschlichen Existenz. Wenn er selbst dabei mit drauf geht, sieht er für sich selbst als Erlösung und für alle anderen als unvermeidlichen Kollateralschaden. Mit Menschen kann er generell nicht viel anfangen und geht ihnen konsequent aus dem Weg.
Ja und dann ist da Nicole: ein 2 1/2 - jähriges kleines Mädchen, dessen Kenntnisse und geistige Entwicklung für einen Hochschulabschluss ausreichen. Die kleine Nicole möchte nun einfach nur die Welt entdecken, in der Gemeinschaft Spaß haben und das Leben genießen. Wäre Nicole nun ein richtiges kleines Mädchen und würde nicht im Körper des "ollen Klaus" stecken, wäre die binäre Welt in Ordnung. Aber was wäre Nicole dann? - doch ein hilfloses kleines Kind. Es ist doch der "olle Klaus", der es ihr erst ermöglicht als erwachsener Mensch in Erscheinung zu treten. Und der denkt und empfindet nach fast 60 Jahren in der männlichen Rolle ein gutes stück typisch männlich - auch wenn er sich nie wirklich richtig als Mann gesehen hat.
Und damit ist die kleine große Nicole, das kleine Kind mit 100 kg und XXL-Kleidergröße, weder Mann noch Frau. Es ist irgendwie etwas zwischen non-binär und genderfluid. Konkretes Beispiel: Gerade kommt die Sonne heraus. Nicoles Lebensgeister erwachen wieder. Soll nun Nicole ihr "Dirndl" anziehen, zum Simmerner Festzelt gehen und schauen, was da für das Oktoberfest vorbereitet wird? Heute Abend und am Freitag sollen da ab 19:00 "Gipfelgaudi" aufspielen. Oder soll der "olle Klaus" Brennholz sägen? Der kann nämlich mit Volksmusik überhaupt nichts anfangen und würde vielleicht da hin gehen, wenn "Rammstein" dort auftreten würden.
LG Nicole
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Lorelai74
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Re: Immer Enby?
Hi Jaddy,
Spannende Frage.
Ja ich fühle mich nicht als "typischer" Mann und auch nicht als "typische" Frau. Und so wie Dir fehlt mir was...
Das mal so vorneweg.
Aber was heißt das Typisch?
Im Typisch stecken wahrgenomme Sozialisation was Kleidung, Verhalten, Sprache, Interesse usw steht.
Dabei verändert sich dieses Typisch von Kultur zu Kultur und sie verändert sich über die Zeiten.
Das Volk Bissu in Indonesien kennt 5 Geschlechter -
genderskunrai ("weibliche Frauen"),
oroani ("männliche Männer"),
calalai ("weibliche Männer"),
calabai ("männliche Frauen") und
bissu ("transgender Priester").
Ich nehme an dass das Empfinden eines calalai sehr ähnlich ist zu einem Enby.
Das heißt: was mir fehlt sind Rollenbilder für Typisch enby. Gäbe es die dann wäre den anderen klar was und wie wir sind.
Viele liebe Grüße
Lorelai
Spannende Frage.
Ja ich fühle mich nicht als "typischer" Mann und auch nicht als "typische" Frau. Und so wie Dir fehlt mir was...
Das mal so vorneweg.
Aber was heißt das Typisch?
Im Typisch stecken wahrgenomme Sozialisation was Kleidung, Verhalten, Sprache, Interesse usw steht.
Dabei verändert sich dieses Typisch von Kultur zu Kultur und sie verändert sich über die Zeiten.
Das Volk Bissu in Indonesien kennt 5 Geschlechter -
genderskunrai ("weibliche Frauen"),
oroani ("männliche Männer"),
calalai ("weibliche Männer"),
calabai ("männliche Frauen") und
bissu ("transgender Priester").
Ich nehme an dass das Empfinden eines calalai sehr ähnlich ist zu einem Enby.
Das heißt: was mir fehlt sind Rollenbilder für Typisch enby. Gäbe es die dann wäre den anderen klar was und wie wir sind.
Viele liebe Grüße
Lorelai
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.