Wie gehen Kinder damit um?
Wie gehen Kinder damit um? - # 2

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
ExuserIn-2023-06-22
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-06-22 »

Keks-Marie hat geschrieben: Fr 13. Sep 2019, 01:21 #2: Der Junge im Rock

"Du siehst aus wie ein Mädchen", "Das ist falsch, was du anhast",
rufen ihm die Kinder in der neuen Kita zu. Sie grenzen ihn aus, hänseln ihn.
Jungs tragen keine Röcke. Jungs tragen dunkle Farben, Power-Ranger-T-Shirts
und spielen mit Baggern.
Röcke sind für Mädchen, genau wie Rosa und Prinzessin Lillifee.
So vermittelt es zumindest unsereGesellschaft und ist damit äußerst
erfolgreich:
Es gibt klare Vorstellungen davon, was männlich und was
weiblich ist und wer was anziehen soll.
Kinder sind eigentlich offen für alles neue und um zu lernen. Leider transportieren Kinder sehr oft die Vorstellungen und Ansichten ihrer Eltern.

Wir haben unsere Kinder weltoffen erzogen. Sie mussten schon früh lernen das es mehr gibt als schwarz und weiß. Wir versuchten ihnen beizubringen, das die Welt bunt und vielfältig ist.
Menalee
Anja
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 17 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

ich habe es mit unseren Kindern genauso gehalten, wie mit meiner Frau.
Meiner Frau erzählte ich beim zweiten oder dritten Date von meiner weiblichen Seite.
Unsere Kinder (6 und 3) sind, neben meiner Frau, die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Während der ersten Schwangerschaft überlegten wir, wie wir mit meiner weiblichen Seite gegenüber unserem Kind umgehen sollen. Wir kamen zu dem Schluß, womit es aufwächst, empfindet es als normal. So kannte mich unser Großer von Geburt an als Mann und als Frau. 3 Monate vor der Geburt unserer Kleinen begann ich mein Leben als Frau, sie kennt mich also nur noch "so". Inzwischen dürfte bei dem Großen allerdings auch nicht viel von dem alten Bild übrig geblieben sein...
Den Kindern einen großen Teil der eigenen Persönlichkeit vorzuenthalten, empfände genauso als Betrug, wie viele Partnerinnen es als Betrug empfinden, wenn der Partner dies verheimlicht (hat).

Weil wir keine Fans von "Wortakrobatik" sind, sind wir bei der Anrede einfach bei Papa geblieben. So können unsere Kinder ganz normal sich mit anderen über Mama & Papa unterhalten.
Ich glaube, da kommt auch selten das Thema auf, was Mama & Papa denn gerne so zu Hause tragen :lol:

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Nina.Gartner
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 18 im Thema

Beitrag von Nina.Gartner »

Helga hat geschrieben: Do 12. Sep 2019, 06:24 Hallo Nina,
Gegenfrage: Gibt es eine Notwendigkeit für ein Outing vor den Kindern? Wenn nicht würde ich es verschieben und zunächst einmal bei deiner Frau an der Akzeptanz arbeiten. Bei der beschriebenen Konstellation ist die familiäre Spaltung ansonsten vorprogrammiert.
Liebe Grüße
Helga
Hallo Helga,

vielen lieben Dank für deine Antwort. Eine Notwenigkeit gibt es nicht bei meinen Kindern. Mit meiner Frau habe ich das Thema mehrfach schon angesprochen, aber da ist an der Akzeptanz wohl leider wenig zu machen.

Liebe Grüße,
Nina
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 19 im Thema

Beitrag von Nina.Gartner »

Mina_35 hat geschrieben: Do 12. Sep 2019, 11:12 Hi,

ich kann dazu auch so halb was sagen, da ich jedoch keine eigenen Kinder hab, kann ich nur sagen, wie die Nachbarskinder es aufgenommen haben.
Der Nachbarsjunge ist etwa 6-7, seine Eltern haben ihm offenbar kurz erklärt, das ich nun Jasmin heiße und damit war das Thema durch, er ist noch genau so freundlich wie immer zu mir :)
Das Nachbarsmädchen ist etwa 11-12 hat mit dem anderen Nachbarsmädchen mich einmal im Kleid gesehen (ich war aber auch schon weiter mit meiner Transition), beide haben sehr interessiert geguckt, haben sich aber auch nicht getraut zu fragen, den Eltern hatte ich schon was erzählt (mein Alter), die Kinder hatten dann ihre Eltern gefragt und sie sind aktuell einfach recht neugierig über den Prozess. Wenn ich die das nächste Mal sehe (bin öfter mit der Katze auf der Leine draußen, was hier eine Attraktion für die Kinder ist), werde ich denen auch nochmal sagen, das die jederzeit zu mir oder meiner Freundin gehen können und Fragen stellen können. Sie sind aktuell etwas unsicher und das merkt man in dem Alter offenbar recht gut.
Und die anderen beiden Nachbarsmädchen 9-10 und 11-12 haben es dann von den anderen Kinder mehr oder weniger erfahren, weil die Eltern denen dazu nichts sagen wollen, es könnte die Kinder dazu bringen, das sie selbst in der aktuell schwierigen Phase unsicher werden (ich halte das für eine total blöde Ausrede). Jedenfalls hab ich die letztens auch kurz getroffen und Ihnen nochmal gesagt, das sie ohne Probleme meinen neuen Namen nutzen dürfen und immer zu mir kommen können, wenn sie fragen haben.

Die Kinder sollen wissen, das ich nicht beiße oder böse bin über Fragen, gerade jetzt kommt ja langsam das Alter wo die Fragen kommen und man vielleicht auch nicht unbedingt die Eltern fragen möchte.

Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht: Je jünger jemand ist, desto weniger Probleme gibt es damit und desto leichter verstehen Kinder es und akzetieren es auch "wie es ist".

Bei den eigenen Kindern ist es sicher nochmal etwas anderes und bei dir halte ich es auch für wichtig, das deine Frau es zumindestens halbwegs versteht und nicht ablehnend dem gegenüber steht, andererseits würde ich Kindern, bei egal was immer so früh wie möglich was sagen.

So würde ich es in deiner Situation vielleicht machen, um die Kinder "vorzubereiten": Mach gute Fotos und zeig die Ihnen und frag, ob sie diese Person auf dem Bild erkennen und was sie denken, ohne zu sehr auf details einzugehen. Problem ist, hier kennt keiner deine Kinder und wie sie auf sowas reagieren, daher sind Ratschläge immer sehr schwer.
Hallo Mina,

vielen Dank für deine Info, deine Idee mit den Fotos finde ich klasse, Danke Dir.

Liebe Grüße,
Nina
Anne-Mette
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

heute mal etwas aus der Praxis: unterwegs mit den Enkelkindern.
Nachdem sie sich auf dem Spielplatz ausgepowert hatten und anschließend das Eis verzehrt war, kam die klare Ansage vom Jüngeren:
"Ich muss mal".
Kein Problem: Gebüsch vorhanden - und sogar eine Toilette. Ich wollte zielstrebig die Frauentoilette aufsuchen; aber der junge Mann zog heftig an meiner Hand und meinte empört:
"die ist für Mädchen!"
Später sagte er mir: "eine Toilette ist für Mädchen, eine für Rollstuhlfahrer - und eine für Jungen.
Er ist dann mit seinem größeren Bruder auf die "Herrentoilette".
Später habe ich sie dann gefragt, wie sie es mit den Eltern machen.
"Meistens geht er mit Mutti mit", meinten sie, "aber manchmal auch mit mir" (also mit dem älteren Bruder).

Als ich meine Enkel am Klettergrüst ansprach, dass sie auf die anderen Kinder Rücksicht nehmen sollten, die nicht ganz so sicher hoch oben sind,
meinte eines der dort kletternden Mädchen zu mir: "Was ist mit Deiner Stimme passiert? Die klingt aber nicht nach Mädchen!"

Nun sind wir natürlich schon lange zurück, haben Abendbrot gegessen und Papageien gemalt (geschlechtsneutral) - und nun gibt es noch eine Geschichte zum Einschlafen.

Gruß
Anne-Mette
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christine44
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 21 im Thema

Beitrag von christine44 »

Es ist natprlich ein Unterschied zwischen eigenen und fremden Kindern.

Ein Beispiel zu fremden Kindern kann ich auch beisteueren. Wir waren in Hamburg unterwegs aks ein Mädchen so um die 10 Jahre ankam. Sie fragte: "Bist du ein Junge oder Mädchen?" Die Freundin mit der ich unterwegs war darauf: "Eigentlich ein Junge, aber heute mal ein Mädchen." Das Mädchen darauf: "Ach so!" Und verschwand wieder.
Helga
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 22 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Allerseits,
auch auf die Gefahr hin einen Shitstorm zu ernten würde ich gerne noch eine Frage in die Diskussion werfen: Was macht ein solches Outing mit der Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder? Kinder lernen vom abgucken. Sie orientieren sich an Erwachsenen. Die ersten und wichtigsten Orientierungspersoenlichkeiten sind die Eltern. Spießing und konservativ wie kleine Kinder nunmal sind richten Jungen sich in erster Linie nach dem Vater, Mädchen nach der Mutter. Scheidung der Eltern oder Tod eines Elternteiles können bekanntlich negativ Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben. Welche Auswirkungen hat es auf einen 7 jährigen Jungen wenn das Verbild plötzlich einen Paradigmenwechsel durchmacht? Sucht er sich einfach ein anderes Vorbild? Macht er sich selbst diesen Paradigmenwechsel zu eigen oder findet er einen Weg damit umzugehen und möglicherweise Gewinn daraus zu ziehen?
Solange kein Leidensdruck besteht sollte man vermeiden unnötiges Leiden bei den Kindern hervor zu rufen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 23 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

[shitstorm]
Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 Spießing und konservativ wie kleine Kinder nunmal sind richten Jungen sich in erster Linie nach dem Vater, Mädchen nach der Mutter. Scheidung der Eltern oder Tod eines Elternteiles können bekanntlich negativ Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben.
Sorry, aber das ist schlicht und ergreifend ein völlig veraltetes Erziehungsbild. Studien beweisen, das Kinder weder eine negative Entwicklungen, noch irgendwelche Nachteile haben, wenn diese bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen.
Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 Welche Auswirkungen hat es auf einen 7 jährigen Jungen wenn das Verbild plötzlich einen Paradigmenwechsel durchmacht?
Im Zweifel die Auswirkung, das das Kind früh lernt, das man nicht auf seine eigene Geschlechterrolle festgelegt sein muss. Und eins kann ich definitiv sagen, nach den letzten gut 11 Monaten. Leute haben deutlich weniger irritation oder anfängliche Probleme, wenn sie mit dem Thema Trans* oer ähnlichem bereits erste "Berührungen" hatten, als Leute denen das Thema gänzlich neu ist, bzw sie niemanden kennen, der/die auch mal die Geschlechterrolle, wenn auch nur vorübergehend (z.b. CD) mal wechselt.

Wie es schon geschrieben wurde und der Überzeugung bin ich auch, die kann auch jeder Nachvollziehen: Wenn es Kinder nicht anders kennen und mit irgendwas aufwachsen, ist das, mit dem sie aufwachsen, für sie völlig normal.
Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 Solange kein Leidensdruck besteht sollte man vermeiden unnötiges Leiden bei den Kindern hervor zu rufen.
Da halte ich voll dagegen, weil die Kinder so weniger Chancen haben weltoffen und tolerant zu werden. Kinder müssen nicht vor allem und jedem in der Welt beschützt werden, Kinder müssen Lebenserfahrung sammeln und sowas gehört nicht nur in der heutigen Zeit, sondern insbesondere in der Zukunft dazu. Wenn man Kinder engstirnig erzieht, werden sie mit wahrscheinlichkeit selber engstirnig, kleinkariert und intolerant.

[/shitstorm]
Liebe Grüße Jasmin
Frieda
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 24 im Thema

Beitrag von Frieda »

Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 ...
Mina_35 hat geschrieben: So 15. Sep 2019, 06:47 ...

Guten Morgen @All😊

In mir arbeiten die Worte von Helga im Post 23 auch.
Und ich möchte dir Mina doch eher zustimmen.
Denn ich möchte für mich und meine Kids behaupten, dass es meinen Kids nicht schadete, weil sie die letzten 6 Jahre mit mir alleine aufgewachsen sind. Und das es ihnen auch nicht geschadet hat in den letzten fast 4 Jahren das Thema Trans in unserem Alltag zu haben. Im Gegenteil ich empfinde ihre Entwicklung dadurch offener❣️

Für die Entwicklung eines Kindes wiegt in meiner Wahrnehmung das Herz und das Hirn eines Menschen nach wie vor schwerer als sein Geschlecht.

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 25 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Mina_35 hat geschrieben: So 15. Sep 2019, 06:47 Da halte ich voll dagegen, weil die Kinder so weniger Chancen haben weltoffen und tolerant zu werden. Kinder müssen nicht vor allem und jedem in der Welt beschützt werden, Kinder müssen Lebenserfahrung sammeln und sowas gehört nicht nur in der heutigen Zeit, sondern insbesondere in der Zukunft dazu. Wenn man Kinder engstirnig erzieht, werden sie mit wahrscheinlichkeit selber engstirnig, kleinkariert und intolerant.
Hi...

von einer Freundin, die nicht mehr hier im Forum ist, soll ich Michaela_mit_a ein Lob für
ihren Beitrag aussprechen. Im Übrigen sehe ich das mit der Sache, das man die Kinder nicht
zu Geheimnisträgern machen sollte auch so...

und auch Mina hat ganz besonders mit dem Absatz oben Recht.
Kinder die "überbeschützt" sind wird es später nicht sonderlich gut ergehen.
Wenn dann die Welt draussen in das beschützte Wesen eindringt ohne jegliche Vorbereitung
ist das ganz schön hart-während Offenheit und Ehrlichkeit doch eher für das Gegenteil sorgt.

Engstirnig finde ich ist nun wieder etwas anderes, nämlich nicht über die eigenen Grenzen raus
zu schauen und das machen Kinder schon selber von sich aus wenn man sie lässt.

Trotzdem, wir haben keine Kinder. Deswegen könnte ich da nur Vermutungen anstellen wie es wohl wäre.
Aber was ich sagen kann ist, fremde Kinder gehen seit der offenen Transition viel offener auf mich zu,
weil sie ganz feine Antennen haben für das was stimmig ist. Die lachen mit mir, fragen mich sonst was und
früher haben die meisten einen Bogen um mich gemacht..

aber auch hier, wie bei anderen Themen frage ich mich, ist es nicht mal die die Angst des/der Einzelnen
die auf in dem Fall die Kinder projiziert wird? Ein Wegschieben des Mitgefühls das man mit sich selber haben sollte...?

@Helga...danke, ich hab mich meist nach meiner Mutter gerichtet, deswegen also....mein Dad war zwar ein Lieber,
aber ein Vorbild? Um Gottes Willen...ich hatte als Vorbilder starke Frauen, meine Oma, meine Mum und sicher hat mich
das geprägt..

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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 26 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 20:57Später sagte er mir: "eine Toilette ist für Mädchen, eine für Rollstuhlfahrer - und eine für Jungen.
In dem öffentlichen Lokal in Bremen, wo wir aktuell unseren Enby-Treff abhalten. Dort sind alle so. Und sie sind einzeln und in sich komplett, d.h. mit Waschbecken, und gehen in den offenen Raum. Also keine Möglichkeit für Belästigungen.
Egal_Toilette_HB.jpg
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 27 im Thema

Beitrag von Vincent »

!EmmiMarie! hat geschrieben: So 15. Sep 2019, 07:51 Aber was ich sagen kann ist, fremde Kinder gehen seit der offenen Transition viel offener auf mich zu,
weil sie ganz feine Antennen haben für das was stimmig ist. Die lachen mit mir, fragen mich sonst was und
früher haben die meisten einen Bogen um mich gemacht..
Hallo EmmiMarie,
Eine Transition hab ich nicht direkt gemacht, aber Ähnliches beobachte ich trotzdem immer wieder: Kinder bis zum Schulalter reagieren auf mich weniger zurückhaltend und distanziert, je weiblicher ich gerade erscheine. Ich bin mir nicht sicher, ob es an mir liegt, oder an der Neugierde, oder einfach daran, dass Frauen grundsätzlich als weniger bedrohlich empfunden werden.

Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 Sie orientieren sich an Erwachsenen. Die ersten und wichtigsten Orientierungspersoenlichkeiten sind die Eltern. Spießing und konservativ wie kleine Kinder nunmal sind richten Jungen sich in erster Linie nach dem Vater, Mädchen nach der Mutter.
[...]
Solange kein Leidensdruck besteht sollte man vermeiden unnötiges Leiden bei den Kindern hervor zu rufen.
Hallo Helga,
wie spießig und konservativ Kinder sind, hängt auch von den Vorbildern ab, was sie vorgelebt bekommen ist für sie das Maß der Dinge.
Ich denke der Leidensdruck für Kinder ist deutlich höher, wenn sie Eltern haben, die mit sich selbst nicht im Reinen sind, deren Lebensenergie zu einem guten Teil in Verstellen und Verstecken fließt, als wenn sie ungewöhnliche Eltern haben, die dafür aber in sich ruhen.

VG
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 28 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 Spießing und konservativ wie kleine Kinder nunmal sind [...]
So ein Quatsch :lol: Ich frag mich wo solche Meinung herkommt. Vermutlich nicht von Ahnung :roll:
Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 [...] richten Jungen sich in erster Linie nach dem Vater, Mädchen nach der Mutter.
Und gleich noch mal daneben. "In erster Linie" ist es nämlich genau anders herum... :lol:
Die Orientierung hin zum gleichen Geschlecht erfolgt erst, wenn sich die Kinder mit dem eigenen Geschlecht auseinander setzen.

Grüße
die Anja
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 29 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Wie Vanessa schon sagte gibt es da nix allgemeingültiges, das richtige Vorgehen ist von den Persönlichkeiten der Betroffenen und den äusseren Umständen abhängig.
Eines aber ist sicher:
Helga hat geschrieben: Do 12. Sep 2019, 06:24 Gibt es eine Notwendigkeit für ein Outing vor den Kindern? Wenn nicht würde ich es verschieben und zunächst einmal bei deiner Frau an der Akzeptanz arbeiten.
Eine Notwendigkeit sich vor den Kindern zu outen gibt es wenn du deine weibliche Seite nicht komplett verheimlichen willst.
Man kann die Frage umkehren und fragen "gibt es eine Notwendigkeit sich nicht vor den Kindern zu outen?"
Das verhalten der Frau kann so eine Notwendigkeit sein, ändert aber nichts daran, dass das Outing erfolgen muss.
Meiner Meinung nach so schnell wie möglich.

Die Gefahr das die Kinder davon aus dritter Hand hören ist einfach zu groß.
Gegen das, was dann mit den Kindern passiert, ist "abwenden" wirklich harmlos.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Re: Wie gehen Kinder damit um?

Post 30 im Thema

Beitrag von Nina.Gartner »

Helga hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 23:24 Hallo Allerseits,
auch auf die Gefahr hin einen Shitstorm zu ernten würde ich gerne noch eine Frage in die Diskussion werfen: Was macht ein solches Outing mit der Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder? Kinder lernen vom abgucken. Sie orientieren sich an Erwachsenen. Die ersten und wichtigsten Orientierungspersoenlichkeiten sind die Eltern. Spießing und konservativ wie kleine Kinder nunmal sind richten Jungen sich in erster Linie nach dem Vater, Mädchen nach der Mutter. Scheidung der Eltern oder Tod eines Elternteiles können bekanntlich negativ Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben. Welche Auswirkungen hat es auf einen 7 jährigen Jungen wenn das Verbild plötzlich einen Paradigmenwechsel durchmacht? Sucht er sich einfach ein anderes Vorbild? Macht er sich selbst diesen Paradigmenwechsel zu eigen oder findet er einen Weg damit umzugehen und möglicherweise Gewinn daraus zu ziehen?
Solange kein Leidensdruck besteht sollte man vermeiden unnötiges Leiden bei den Kindern hervor zu rufen.
Liebe Grüße
Helga
Hallo Helga,

auch Dir herzlichen Dank für deine Rückmeldung.
Das alles sind aktuell die Gedanken die mir im Kopf rum gehen, von "schöne Bilder" machen und konfrontieren bis hin zu nicht einweihen und weiter in 2 separaten Welten zu sein.
Bisher bin ich absolut unschlüssig und werde mich wohl auch noch eine weile damit auseinander setzen, bevor ich überstürzt einen unüberlegten Schritt mache.

Liebe Grüße,
Nina
Antworten

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