Süddeutsche: "So sind sie halt, diese Frauen"
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Jaddy
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Süddeutsche: "So sind sie halt, diese Frauen"

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ein Meinungsartikel(1) über Stereotype und Gleichstellung in der Süddeutschen.

Ein paar Kernzitate, die ich wichtig finde:
Denn auch hinter positiven Stereotypen verbirgt sich ein Gruppendenken, das der Gleichberechtigung schadet. Ein Mann, der positive Klischees über Frauen äußert ("Frauen sind fürsorglicher"), glaubt eher auch an negative Klischees ("Frauen können nicht hart verhandeln") als jemand, der überhaupt nicht in Stereotypen denkt. Auf ein positives Vorurteil folgt schließlich schnell ein negatives: Frauen sind besser im Umgang mit Menschen - und deshalb zwangsläufig schlechter im Umgang mit Zahlen.
-- Mit anderen Worten: Es geht generell darum, wie stark ein Mensch gruppenbezogenen Vorurteilen anhängt. Siehe auch unten.
Das Dramatische ist, dass Klischees nicht nur einen Einfluss darauf haben, wie Menschen von anderen wahrgenommen werden, sondern auch, wie sie sich selbst sehen - und das gilt auch für positive Klischees. Eine Studie der Tel Aviv University hat vor Kurzem gezeigt, dass Frauen, die man zuvor daran erinnert hatte, dass Angehörige ihres Geschlechts per se mütterlicher und warmherziger seien, schlechter bei Mathetests abschnitten.
-- ähnliche Studien gab es schon häufiger. Der Effekt nennt sich Priming und funktioniert nicht nur bei Genderstereotypen. Und er funktioniert tatsächlich auch anders herum.
Das menschliche Gehirn funktioniert so, Menschen tragen ihre Vorurteile mit sich herum, selbst wenn sie es nicht wollen. Zuerst denkt der Personalverantwortliche oder die Führungskraft vielleicht: Frau = detailorientiert. Dann aber muss er lernen, sich seiner eigenen Vorurteile bewusst zu werden und sich selbst infrage zu stellen.
-- Hervorhebung von mir.

Und ganz wichtig für mich das Fazit, dem ich 100%ig zustimme:
Geschlechterklischees engen ein. Was macht eine Frau, die nicht detailorientiert ist, sondern in großen Maßstäben denkt, wie sich das für Chefs gehört, die keine Mikromanager sind? Weil es sie eigentlich nicht geben darf, wird sie sich vielleicht nicht trauen, ihre große Gedanken zu äußern. Geschlechterklischees beengen übrigens auch Männer, die nicht den alten Standards entsprechen, weil sie nicht rechnen, kickern oder einparken können. [...] Wer wahre Diversität will, muss zulassen, dass Menschen anders sind als die Klischees - und dass die wirkliche Bereicherung in der individuellen Vielfalt liegt.
https://www.sueddeutsche.de/karriere/fr ... -1.4592127

(1) Als Kommentar gekennzeichnet, also explizit nicht journalistisch ausgewogen.
ExuserIn-2020-03-10
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Re: Süddeutsche: "So sind sie halt, diese Frauen"

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Jaddy hat geschrieben: Mi 11. Sep 2019, 11:56 Ein Meinungsartikel(1) über Stereotype und Gleichstellung in der Süddeutschen.

Ein paar Kernzitate, die ich wichtig finde:

[...]

Und ganz wichtig für mich das Fazit, dem ich 100%ig zustimme:
[...] Wer wahre Diversität will, muss zulassen, dass Menschen anders sind als die Klischees - und dass die wirkliche Bereicherung in der individuellen Vielfalt liegt.
https://www.sueddeutsche.de/karriere/fr ... -1.4592127

Der Artikel ist gut, insbesondere der letzte Satz des Zitats treibt das Dilemma vollends auf die Spitze: Hier sollen ebendie Entscheidungsträger etwas 'zulassen', das genau das System in Frage stellt, das die Entscheidungsträger an die Macht beförderte.

Für mich ist der letzte Satz eine rein akademische Feststellung. Die Schlussfolgerung der Süddeutschen ist zu 100% richtig, aber weder in die Praxis umsetzbar noch in der Praxis lebbar da sofort jemand mit der alten Methode des stärkeren kommen kann und mehr Erfolg haben wird.

LG,
Ute
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Süddeutsche: "So sind sie halt, diese Frauen"

Post 3 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

ich habe mich bereits im Fred zum CSD (viewtopic.php?f=5&t=18749&p=252290#p252290) sinngemäß dazu geäußert.

So sind sie halt, die Journalisten, die Politiker, die Versicherungsvertreter, die da oben ...

So sind sie halt, die Deutschen, die Amerikaner, die Japaner ...

So sind sie halt, die Männer, die Transen, die Frauen ...

So ist er/sie halt, mein/e Mann/Frau ...

"Priming" (danke für den Ausdruck) ist eine wesentliche Basis für Manipulationen. Und sie funktioniert heute noch genau so, wie vor 2000 Jahren. Nur die Mittel sind andere ...

Aber: Wir können gar nicht anders, weil wir die Vereinfachung für unser tägliches Leben brauchen. Das sollte niemand daran hindern, sich in einer stillen Stunde genau über diese Dinge nachzudenken und Differenzierungen nachzugehen. Das ist ein wirksames, aber unbequemes Mittel gegen Manipulation. Und es ist massiv politisch. Denn wie kann man noch irgendwelchen pauschalen Lehren nachhängen, wenn man sie hinterfragt ?

Es geht darum, wach zu sein und zu bleiben und ein "so sind sie halt..." nicht zu akzeptieren.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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