Therapieerfahrungen - werde ich mein CD mal los ?
Therapieerfahrungen - werde ich mein CD mal los ?

Holzwurm

Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 1 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo ...

erst einmal ein Kompliment an Euch, was Umgangston und Niveau Eurer Beiträge in diesem Thread betrifft... berührt mich sehr und angenehm. (Ich habe meinen Beitrag als Antwort zu einem anderen Thread veröffentlicht, war aber taktisch wohl nicht so gelungen; sorry, bin kein Forums-Profi)

Kurz zu mir : 52, männlich, trage ab und zu Schuhe mit hohen Absätzen.

Als ich das meiner Frau in einem Zwiegespräch erzählte, war sie total geschockt und ich hatte ein paar Tage lang Angst, das wäre das Ende unserer Partnerschaft gewesen. Auf Rat eines Psychotherapeuten habe ich das ihr gegenüber als mein persönliches Geheimnis bezeichnet, das ich allein weiter tragen würde und mit dem ich sie nicht weiter belasten würde. Das hat uns beiden erst einmal geholfen, ich habe für mich unabhängig davon nach Hilfe umgeschaut.
Denn anders als viele von Euch empfinde ich meine Neigung nicht als Genuß, sie entspringt mehr einer Mischung aus extremer Unruhe, Getriebenheit und Leere; diese Gefühle verschwinden, wenn ich dann hohe Absätze trage. Aber es hat nicht Entspanntes wie "ich gönn mir mal was Gutes und trinke einen Capuccino", und wenn "der Trieb" nachläßt, ist es für mich eine Befreiung.

Da ich alternativ-medizinisch orientiert bin, habe ich Entsprechendes probiert : Meditation, klassische Homöopathie, Familien-Aufstellung und Trauma-Aufstellung.
Meditation hat mir im Anfang geholfen, mir wieder selber besser in die Augen schauen zu können.
Homöopathische Einzelmittel haben mir zeitweise Ruhe gebracht. Nur oberflächlich - oder das Thema auf der einen Stufe gelöst und später ging es auf einer tieferen Ebene weiter ? Das ist bei hartnäckigen Beschwerden wohl eine Dauerfrage bei ganzheitlichen Therapien und Psychotherapien.
Als großen Sprung nach vorn empfinde ich zwei Trauma-Aufstellungen, in denen ich meine Herkunftsfamilie anschaute. Mit dieser Methode läßt sich untersuchen, ob man (als Kind oder sogar schon im Mutterleib) unbewußt Gedanken, Gefühle, Rollen oder Schicksale von Vorfahren übernommen hat und als scheinbar Eigenes lebt. Bei mir zeigten sich eine heimliche lesbische Seite einer Vorfahrin und eine verbreitete, aber unterdrückte Ablehnung von Männern durch viele Frauen in meiner Vorfahrenschaft. So fühlte ich mich schon im Mutterleib mit meiner männlichen Identität bedroht und nicht angenommen.
Nach der ersten Aufstellung hatte ich vier Wochen Ruhe, als ich nach der zweiten Aufstellung in den Urlaub ging, kam es mit voller Wucht wieder hoch. Ich schaute mir das wieder in der Meditation an, unter der psychologischen Fragestellung "Was bringt mir dieses Verhalten, was will ich eigentlich erreichen ?" Neben dem Wunsch nach Aufmerksamkeit, nach Lust ohne irgendwelchen vernünftigen Fragen und nach Schwachsein-Dürfen schälte sich der Kern heraus : was mich eigentlich erregt, ist der gewisse Grad der Behinderung (unter 13 cm/Gr. 41 läuft nichts...) - und das führte direkt zum Thema der zweiten Aufstellung zurück : mich hilflos, schwach zu machen, um nicht als (männliche) Bedrohung empfunden zu werden, um sicher zu sein und geliebt zu werden. Seitdem ist (erst einmal ?) wieder Ruhe...
Soweit meine Geschichte (bis jetzt...) ... sehr persönlich und nicht übertragbar, aber vielleicht doch für die/den eine(n) oder andere(n) eine Anregung ? Oder ein Anlaß von eigenen guten Therapieerfahrungen zu berichten ?

LG

Holzwurm
Lina
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich muss erst das hier los werden: Viele hier - wie ich sie einschätze - werden keine Ahnung haben, wovon du redest, auch nicht wenn die von so was wie "Aufstellungen" gehört haben.

Ich habe aber gute Erfahrungen mit dieser und anderen Varianten von Coaching. Aber mit Sicherheit war mein Ansatz auch ganz, ganz anders als deiner. Nach meiner Schätzung suchst du desperat nach einer konkreten, nachvollziehbaren Erklärung, weshalb du dieses oder jenes tust, aus Lust, Veranlagung oder Zwanghaft. Dann hast du ein Teil davon rausgefunden, oder zumindest ist irgendetwas aufgetaucht während deiner Suche danach, du glaubst dann es gefunden zu haben und denkst, dass das Problem dadurch verschwindet.

Sorry, aber so funktioniert das nicht. Bei Aufstellungen, NLP, Rückführungen (mit Letzerem habe ich ausgiebige Erfahrungen gemacht, als Klient und als Coach) funktioniert es nicht so. Ein seriöser Coach oder Therapeut hat dir bestimmt auch nicht gesagt, dass es so funktioniert. Ich gehe gerne darauf ein, warum es nicht geht, aber da muss ich etwas persönlicher werden - wenn du darüber mehr wissen willst, dann PN an mich.

Die Erfahrungein die ich selber in dieser Hinsicht gemacht habe: Ich bin nie zu irgendeinem Therapeuten oder Coach gegangen mit dem Ziel, die weibliche Seite von mir "los zu werden" und auch nicht um irgendein Fetisch los zu werden. Mein Ansatz war immer Hilfe zu bekommein in irgendeiner Entscheidung oder irgendwelche Fähigkeiten zu stärken. Die Nebenwirking davon ist nach und nach, dass ich mich selbst so akzeptiere, wie ich bin, die Fetische die ich mal mehr oder weniger ausgeprägt habe, Spaß machen, und ich habe weniger Hemmungen als je bevor, mir anderen von meine W Seite zu zeigen.

So bin ich aber. So musst du nicht sein.

Trotzdem: Mein Ansatz war ein ganz anderer als deiner. Es ist schwierig gezielt etwas "wegzutherapieren" ...

Wie gesagt: PN an mich und ich kann mehr dazu sagen.
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 3 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

...Okay, danke für die Rückmeldung, Lina. Deshalb neben der PN hier der Versuch etwas klarzustellen :

Ich behaupte nicht (und suche auch nicht danach), CD ließe sich wie ein kranker Zahn mal eben ziehen. Dazu habe ich zu großen Respekt vor der menschlichen Psyche. Vieles braucht seine Zeit, und ganz besonders die Entwicklung des einzelnen Menschen.

Ich respektiere auch all diejenigen unter Euch, die CD als legitimen UND NICHT therapiebedürftigen Bestandteil ihrer Persönlichkeit ansehen. Für mein CD habe ich für mich entschieden, es als legitim UND therapiebedürftig anzusehen.

Wem Trauma-Aufstellung ein Fremdwort ist, aber mehr wissen will, im Netz gibt genug Infos, eine seriöse Seite ist : www.franz-ruppert.de.

LG

Holzwurm
Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Cybill »

Quatsch!
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Joe95
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 5 im Thema

Beitrag von Joe95 »

hmm...
cybill hats irgendwie auf den punkt gebracht.

ich halte cd für genau so therapierbar wie alle anderen charakterzüge...

sicherlich wirst du mit gewalt was verändern können, aber nur durch unterdrückung.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
exuser-23-02-2013

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 6 im Thema

Beitrag von exuser-23-02-2013 »

Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte:

Es ist anerkannt, dass sich gewisse Eigenschaften durchaus erfolgreich therapieren lassen; allerdings gilt das nicht für alle Dinge. Wobei das Verständnisproblem vor allem darin liegt, dass auch eine erfolgreiche Therapie nicht zwangsläufig "Heilung" im Sinne von 100 % weg bedeutet, es kann auch eine Minderung oder einen anderen Umgang bedeuten.

Der sogenannte fetischistische Transvestitismus gilt, wie Fetischismus allgemein, als durchaus therapierbar, wobei der "Heilungserfolg" sogar sehr hoch sein soll (veröffentlichte belastbare Zahlen gibt es leider nicht). Der "normale" Transvestitismus gilt ebenfalls als behandelbar, wobei hier die "Heilung" meist nur aus der Beseitigung von Schuldgefühlen und daraus resultierenden Problemen und einem anderen Umgang mit dem Problem besteht.

Aber es ist wie immer im Leben: Zum Willen des Patienten und den Fähigkeiten des Behandlers muss eben auch die wirkliche Möglichkeit bestehen. Beispielsweise kann ein Loch im Zahn eben nur repariert werden, im Zweifelsfall durch passende Maßnahmen auch so, dass es kaum zu sehen ist, der Zahn selber wird auch nicht weiter zerstört, aber eben - Grenzen der Behandlungsmöglichkeit - auch nie wieder seinen Originalzustand erreichen.
Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 7 im Thema

Beitrag von Cybill »

Danke sumpfhuhn für die Einführung!

Bei einer Therapie SOLLTE immer die Akzeptanz eigener - unabänderlicher- Merkmale im Mittelpunkt stehen. Das wäre dann Erfolg!

Geschlechtliches Erleben kann - nach aktuellem Stand - nicht wegtherapiert werden.
Wer hat schon einmal mal von einem/einer Homosexuellen gehört, die zur Heterosexualität "therapiert" wurden? Oder kennt jemand einen CD oder TV, usw... der von seiner Neigung ablassen kann? Ich nicht - aber die Opfer solcher Therapieversuche.

Akzeptiere was Du bist und akzeptiere vor allem wie Du bist - Das hilft in aller Regel weiter.

NLP, systemische Aufstellungen, Rückführungen und der ganze pseudo-therapeutische Kram füllen nur den Geldbeutel des "Therapeuthen".

"...Die Schönheit des Stoffes und Eurer Kleider können nur kluge Menschen sehen, Eure kaiserliche Majestät ..."

Psychotherapie ist angewandte Wissenschaft und sollte sich auch wissenschaftlicher Methoden bedienen. Natürlich ist es einfacher die neuesten "Trends" an den Hilfesuchenden zu verkaufen, als mit arbeitsreicher Literaturrecherche nach fundierter Annamnese eine tragfähige Therapie zusammenzustellen und diese immer wieder mit dem Fall abzugleichen und nachzusteuern. Das braucht aber eine gewisse Disziplin, umfassendes Wissen und vor allem Arbeitszeit und ist nicht so glamourös wie ein schneller Erfolg bei einem - für den Moment - begeisterten Menschen. Ist nämlich die Begeisterung vorbei, dann ist es auch mit dem Behandlungserfolg vorbei oder die nächste Pseudotherapie ist nötig - auch gut für den nächsten Scharlatan.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 8 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

@sumpfhuhn : danke für den nüchternen Überblick

@cybill : Gott sei Dank ist die Realität vielfältiger als Dein Schwarz-Weiß-Denken. Ob die wissenschaftliche Methode allein sicheres Wissen verschafft oder ob sie eine Schere ist, die einen Teil der Wirklichkeit ausblendet (weil nach ihren Kriterien nicht nachweisbar), ist eine uralter Streit. Für viele Menschen ist diese Entweder-Oder-Frage selbst ein Irrtum, für sie gibt es zwei Bereiche der Wirklichkeit : einen der wissenschaftlich nachweisbar und einen, der nicht wissenschaftlich nachweisbar ist (und trotzdem existiert). Und gerade Franz Ruppert ist ja nun jemand, der (für seine Trauma-Aufstellungen) esoterische und andere Selbsttäuschungen aufs Korn nimmt und das wissenschaftliche Fundament dieser Methode herausarbeitet (und gleichzeitig dabei offen bleibt für Erfahrungen, die (noch) nicht wissenschaftlich erklärbar sind). Das erfordert eine andere Art von Mühe als Lesen und Recherchieren (ohne hier jetzt schon wieder das eine als besser oder schlechter hinzustellen...), sich ohne die (scheinbare) Sicherheit der Wissenschaft den anderen Bereichen der Wirklichkeit zu öffnen und sich eine eigene Meinung dazu zu bilden. Dann doch lieber all das Komische, was nicht in mein Weltbild paßt, in einen Topf werfen und groß "Pseudo" darauf schreiben ??
Daß Du pauschal die guten Erfahrungen vieler Menschen mit den von Dir diffamierten Therapien leugnest oder zur momentane Begeisterung herunterredest, halte ich schlicht für nicht diskussionsfähig und nur anmaßend (nebenbei : gehört NLP nicht zu den wenigen wissenschaftlich anerkannten Psychotherapien ? Kann mich aber auch irren). Für den allgemeinen Bereich Krankheit gilt nach wie vor : von ganz leicht bis ganz schwer/unheilbar gibt es alle Zwischenstufen, und entsprechend sind die Heilerfolge. Weder Schulmedizin noch alternative Therapie werden die Welt ohne Krankheit erschaffen - und trotzdem gibt es vielfältige (in ihrem Ausmaß verschiedene) Hilfe.

Ich habe von Statistiken für den Bereich CD keine Ahnung, sumpfhuhn selbst sagt ja, die behaupteten guten Erfahrungen seien nicht mit harten Zahlen belegt.
Und so kann und will ich hier nur meine eigene Erfahrung mitteilen : Ich war zwischendurch bis ein halbes Jahr lang "meine Neigung los" (und hatte deshalb auch schon bis auf ein Paar alle Schuhe weggeworfen) - dann kam sie wieder. Ich kenne mehrere solcher ruhigen Phasen und bin im Moment saufroh und dankbar, daß ich Ruhe habe und zusätzlich das Gefühl, da hat sich ein Riesenknoten in mir gelöst.

Ich wiederhole mein Motiv, hier überhaupt einen Beitrag zu schreiben :
1. eine gute persönliche Erfahrung mitzuteilen, so daß andere, die (ebenso wie ich) ihr CD mehr als Sucht denn als Charakteranteil empfinden, eine Idee was vielleicht auch möglich ist.
2. Eine Einladung an andere, ihre guten Erfahrungen mit Therapien hier ebenfalls zu veröffentlichen.

Ein Gedanke zum Schluß : vielleicht ist die Frage, ob CD Charakteranteil oder suchtartige Störung (= Krankheit) ist, wieder so eine unselige Entweder-Oder-Frage, die an der Sache vorbeigeht ? Weil es Menschen gibt, deren CD Charakteranteil, unabänderlich usw. ist und andere, deren CD Suchtcharakter hat und daher entsprechende Therapien eine Option sind (und wahrscheinlich auch Mischtypen) ? Dann müßtet Ihr, die Ihr Euer CD als Charakteranteil anseht, Euch durch meine Erfahrungen (und hoffentlich noch von anderen) nicht wieder in Selbstzweifel stürzen (aus denen Ihr Euch evtl. mühselig herausgearbeitet habt). Und ich müßte mir durch den aktuellen wissenschaftlichen Stand (?) und Eure Erfahrungen nicht meine eigene Erfahrung und die eigene Bewertung meiner Erfahrungs ausreden lassen...

In diesem Sinne
LG H.
The-Dress0

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 9 im Thema

Beitrag von The-Dress0 »

Ähm, Holzwurm, ohne Dir zu nahe treten zu wollen:

Ich habe gerade ganz wenig Zeit, aber das möchte ich doch gefragt haben: Geht es Dir darum, "uns Crossdressern" zu zeigen, dass wir "krank" sind und Chance auf Heilung haben?

Im Übrigen lehne ich "Aufstellungen" und pseudo-wissentschaftliche Methoden sowie esoterische Ansätze aus persönlichen Gründen strikt ab. Warum ist aber weder Gegenstand dieses Beitrages noch dieser Webseite überhaupt.

Es bleibt also die Frage, was genau Du uns mitzuteilen versuchst, denn ein konkretes Bild dessen ist mir bisher verborgen geblieben. Vielleicht bin ich ja einfach zu ungebildet, daher bitte ich um Erläuterung.
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 10 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

sorry, aber mehr als unter "ein Gedanke zum Schluß" kann ich dazu nicht schreiben. Wie Du daraus lesen kannst, ich wollte Euch alle als krank abstempeln, ist mir ein Rätsel. Ist doch genau das Gegenteil ??
Joe95
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 11 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Holzwurm hat geschrieben:...Wie Du daraus lesen kannst, ich wollte Euch alle als krank abstempeln, ist mir ein Rätsel. Ist doch genau das Gegenteil ??
na, also der gedanke drängt sich mir auch auf, da du das crossdressen dem "allgemeinen bereich krankheit" zuordnest.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

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Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 12 im Thema

Beitrag von Cybill »

Lieber Holzwurm,

natürlich bin ich anmaßend, gerade weil ich es immer wieder mit Menschen zu tun habe, die sich hilfesuchend an trendige Pseudotherapeuthen gewandt haben. Wie Du selbst berichtest, hattest Du einen "Rückfall", was sollte ich dazu mehr schreiben?

Meine Wahrnehmung und vor allem meine Erfahrung mit Menschen, die derartige Therapien hinter sich haben, ist die, dass es für die Betreffenden nicht besser, nur anders schlimm geworden ist. Sobald die "Ernüchterung" (das Dopamin ist verdaut) im wahresten Sinne eintritt, kommt der Drang nach neuer Therapie, denn damit hat man ja gute Erfahrungen gemacht. Also von vorne - ODER - Es kommt der Rückfall.

Es gibt gerade im Erlebens und Verhaltens-Geschäft unglaublich viele Ansätze um sich mit abweichendem Erleben oder Verhalten zu beschäftigen. Das liegt daran, dass es - im Gegensatz zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen - eine Populärpsychologie gibt, weil eben jeder so seine Erfahrungen hat. (Kein Mensch käme auf die Idee eine Populärphysik, so mit "Teilchenbeschleuniger selbst gebaut" anzubieten.)

Zurück zum Thema:
Die Anzahl der Behandlungsansätze, die belastbare, im Sinne von dauerhaften Ergebnisse liefern, ist jedoch sehr begrenzt. Das sind aber auch die die sich bei den Krankenkassen abrechnen lassen und die bestimmten Qualitätskriterien (z.B. mehrere Anamnesen ) unterliegen.
Das Schlimme daran ist, dass man sich während solcher (zugelassener) Therapien auch durchaus schlechter fühlen kann, bevor es besser wird. Das macht sie eher unbeliebt und führt zu einen schlechten Ruf.
Der "Chaka-Ich bin schön!"-Ansatz ist da natürlich wesentlich sympathischer. Erschwerend kommt schließlich noch dazu, dass der sympathische Ansatz dazu führt, dass eine Haltung entsteht, die für eine Ablehnung gegenüber den mit Arbeit und negativen Elebnissen behafteten Behandlungen führt. Oft gipfelt dies in einer Therapiekarriere, nicht selten endet es - zumindest zeitweise - in der "Geschlossenen".

Tut mir leid, aber wir Menschen sind nunmal so gestrickt, dass wir lieber den leichten Weg gehen, als uns etwas zu erarbeiten.
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exuser-23-02-2013

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 13 im Thema

Beitrag von exuser-23-02-2013 »

Joe95 hat geschrieben:
Holzwurm hat geschrieben:...Wie Du daraus lesen kannst, ich wollte Euch alle als krank abstempeln, ist mir ein Rätsel. Ist doch genau das Gegenteil ??
na, also der gedanke drängt sich mir auch auf, da du das crossdressen dem "allgemeinen bereich krankheit" zuordnest.
Formal, d.h. nach Beschreibung des ICD 10 Bereich F65.x, sind wir krank oder können es zumindet sein. Es gibt zwar eine Diskussion darüber, ob es sich wirklich um eine Krankheit handelt, andererseits erleichtert es die Inanspruchnahme therapeutischer Leistung auf Kassenbasis (mal unabhängig davon, ob und ggf. was sich therapieren lässt). Erstaunlich ist vor allem, dass eine Krankheit, die geschätzt zwischen 1 und 10 % (die Wahrheit liegt wohl irgendwo im Bereich 3 bis 5 %) der Bevölkerung betrifft, derart unerforscht ist.
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 14 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Liebe Cybill (u. alle anderen),

Deine Empörung über Therapeuten, die mit unseriösen Versprechungen ("Chaka-Ich bin schön!") das Leid anderer Menschen ausnutzen, teile ich voll und ganz. Und das Psychotherapie Arbeit ist, die unbequem u. schmerzhaft (mal mehr, mal weniger) ist und Zeit erfordert, sehe ich auch so. Wobei ich dann nicht verstehe, wieso Du meine Rückfälle sofort als Beweis für den Pfusch von "trendigen Pseudotherapeuten" ansiehst und nicht als Schritte und Stufen in einem psychotherapeutischen (wenn auch nicht im Sinne vom Psychotherapeutengesetz) Prozeß...
Was Du als Dopamin-Wirkung beschreibst, würde ich als Folge unseriöser Versprechen einordnen. Angst in der Kombination mit Erlösungsversprechen ist ziemlich suchterzeugend. Aber, bitte : Du bekommst hauptsächlich mit den Opfern solcher schwarzen Schafe zu tun, zufriedene Patienten seriöser alternativer Therapeuten, die ihren Patienten reinen Wein einschenken, werden sich wohl sehr selten bei Dir einfinden ?

"Formal, (...) sind wir krank" : es gibt ein schönes Wort von Nietzsche : "Gesundheit ist das Maß an Krankheit, daß es mir noch erlaubt, meine wesentlichen Lebensintressen wahrzunehmen." D.h., es gibt eine Ebene der objektiven Definitionen, Befunde und Diagnosen und es gibt die andere Ebene des subjektiven Befindens (im schlechten Fall von Leid). UND AUF DIESE ZWEITE EBENE KOMMT ES MIR AN. tvpetra leidet nach seinem/ihrem Beitrag nicht unter dem CD, sondern erfreut sich daran, hat es als ein (wesentliches) Lebensinteresse ausgewählt. Keinerlei Einwände, - nur, Leute wie ihn/sie wollte ich nicht erreichen. Wenn jemand am CD leidet, kann die Therapie natürlich grundsätzlich in zwei Richtungen verlaufen. Einmal auf dem Boden der Akzeptanz und Beibehaltung, s. Cybill - und zum anderen mit dem Ziel, die Neigung ablegen zu können (dabei gilt dann aber auch der Satz : "Nur was du annimmst, kannst du ändern"...). Nur diese letzte Gruppe wollte ich ansprechen. Sollte diese Gruppe hier allerdings eine Nullmenge sein, hätte ich Euch nur unnötige Aufregung verursacht, in diesem Fall : tut mir leid.

LG H.
Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 15 im Thema

Beitrag von Cybill »

Lieber Holzwurm,

seriöse Therapeuten, die sich auch mit alternativen Methoden beschäftigen, haben - in aller Regel - auch eine fundierte Ausbildung im Erlebens- und Verhaltensgeschäft, der Gesundheitserhaltung und -wiederherstellung oder ggf. auch (nur) eine Prüfung vor der Ärztkammer (Heilpraktikergesetz). Sie (sollten) wissen, was sie tun.

Ich räume durchaus ein, dass es auch Menschen gibt, die alleine aufgrund ihrer Erfahrung, in der Lage sind ganz vernünftige Therapien zu machen.

Wo es aber - Du sprichst es selbst an - um Leid geht, da ist es sicherlich besser, sich an nach dem PTG zugelassene Therapeuthen zu wenden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen von Exzessen natürlicher Botenstoffe im Gehirn, empfehle ich die Lektüre des Thread "Weiblicher durch Hypnose".
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