„Es gibt einen Transgender-Hype"
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Michi
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"Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 1 im Thema

Beitrag von Michi »

FAZ - Interview mit Ärztin "Es gibt einen Transgender-Hype"

Leider (wie in letzter Zeit immer öfter im Netz) hinter der Bezahlschranke.

Wer kann ein Feedback zu diesem Artikel geben?
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Anne-Mette
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es geht in Richtung der "Korte-Thesen", soweit ich informiert bin.

Gruß
Anne-Mette
Michi
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Anne-Mette hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 10:54 Moin,

es geht in Richtung der "Korte-Thesen", soweit ich informiert bin.

Gruß
Anne-Mette
Hallo Anne-Mette,

... "Korte-Thesen" ... also seine fragwürdige Ansicht, dass man Kinder erst mal dazu "zwingen" sollte ihre biologisch vorbestimmte Pupertät zu durchlaufen, weil sie sich nach seiner Wahrnehmung dann schon damit abfinden werden!?

Dazu sage ich nur:
Es gab auch Zeiten, da war man der Meinung, eine ordentliche Tracht Prügel hat noch keinem Kind geschadet.


Beste Grüße
Michi
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

auch wenn ich mich wieder einmal etwas unbeliebt mache: mit dem Phänomen "Hype" werden wir uns auseinandersetzen müssen.
Dass es Einflüsse durch InfluencerInnen gibt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Ich denke, wenn wir zu kurz mit einem "gibt's nicht" darauf eingehen, wird es uns - und "Betroffenen" - eher schaden als nützen.

Gruß
Anne-Mette
Marlene K.
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 5 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Es wiederholt sich hier, was auch die Homosexuellenbewegung der siebziger und achtziger Jahre erleben musste.

Auch mir und anderen als Mann auftretenden Menschen sagten viele damals (...und manchmal auch heute noch):
- Seid doch nicht so aggressiv. Ihr müsst doch nicht in der Öffenetlichkeit sichtbar sein/ Euch tief in die Augen schauen/ Händchen halten/ Euch umarmen/ Euch küssen
- Müsst Ihr immer ein Plakat vor Euch her tragen?
- Wenn ich Eure Sexualität wahrnehme könnte ich Kotzen. Ich bumse meine Frau ja auch nicht in aller Öffentlichkeit.

...und ähnliches mehr.

Es war selbstverständlich, dass ein tiefer Blick in die Augen des Menschen, für den ich Fürsorge und Liebe empfand gleichgesetzt wurd mit öffentlichem Sex.

Gleichzeitig war es klar, dass ich mich effiminiert zu verhalten habe und ich wurde karrikierend nachgeäfft.
Gleichzeitig wurde ich von anderen, besser angepassten Schwulen gebeten in Ihrem Beisein nicht zu Rauchen und nicht so laut zu Lachen.

Bei unbewussten, automatisierten Handlungen kam meine weibliche Seite damals schon deutlich zum Vorschein. Heute lebe ich sie und befreie mich zunehmend auch von Ansprüchen und Zuschreibungen auch innerhalb der verschiedenen Gruppen in der queeren/ abweichenden/ seltsamen Szene, egal welcher Prägung.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Mir stellt sich eher die Frage, wie man 'Betroffene' Kinder aus Elternsicht überhaupt sicher erkennen kann. Und viel mehr stellt sich die Frage, was dann 'richtig' für die Kinder ist. Wie Michi schon treffend schrieb, war früher 'eine Tracht Prügel' richtig und wir wissen heute, das ist der Psyche nicht grad zuträglich. Aber ist es richtiger, jeden experimentierfreudigen Teenager mit der Diagnose 'Trans' zum Hausarzt zu schicken? Was werden wir in 20 Jahren wissen, wenn die heute 6jährigen uns das dann erzählen?

Ich habe selber Kinder. Aus der Kindergartenzeit meiner Kinder kenne ich Eltern, die die eigene Individualität mit den 'besonderen' Leistungen ihrer Kinder gepusht haben. Nun ist das kein großes Problem wenn aus dem Kind eine 'Prima-Ballerina' erzogen werden soll, oder der nächste Einstein, oder ein Tennis-Star, oder eine Karriere bei DSDS. Das meiste hat mit Sport zu tun, und manchmal lernt das Kind sogar etwas dabei.

Nur, wenn Eltern dann anfangen würden überall herumzuerzählen, das Kind ist Trans, und müsse daher möglichst früh Anti-Pubertäts-weissGott-was-für-Dinge machen.. dann wäre ich auch dafür dass mal einer Stopp sagt, nachdenken, abwarten lässt.

Meine 2 ct.. auf die Gefahr, unbeliebt zu werden..
Michi
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 7 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Anne-Mette,

keine Sorge. Ich sehe das genau so, und versuche, einen konstruktiven Umgang damit zu finden.

Gestern Abend .. auf einer privaten Feier .. musste ich erst wieder erleben, dass nur das was "laut" ist, in den den Köpfen ankommt, etwa die von AKK als Karneval-Humor kultivierte Ablehnung von Menschen, die nicht eindeutig Mann oder Frau sind bzw. sich nicht so empfinden.

Ich werde versuchen, mich später noch im Thread Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger? etwas ausführlicher zu äußern.


Beste Grüße
Michi
Zuletzt geändert von Michi am So 8. Sep 2019, 22:08, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 8 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ute2506 hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 11:56 Mir stellt sich eher die Frage, wie man 'Betroffene' Kinder aus Elternsicht überhaupt sicher erkennen kann. Und viel mehr stellt sich die Frage, was dann 'richtig' für die Kinder ist. Wie Michi schon treffend schrieb, war früher 'eine Tracht Prügel' richtig und wir wissen heute, das ist der Psyche nicht grad zuträglich. Aber ist es richtiger, jeden experimentierfreudigen Teenager mit der Diagnose 'Trans' zum Hausarzt zu schicken? Was werden wir in 20 Jahren wissen, wenn die heute 6jährigen uns das dann erzählen?

Ich habe selber Kinder. Aus der Kindergartenzeit meiner Kinder kenne ich Eltern, die die eigene Individualität mit den 'besonderen' Leistungen ihrer Kinder gepusht haben. Nun ist das kein großes Problem wenn aus dem Kind eine 'Prima-Ballerina' erzogen werden soll, oder der nächste Einstein, oder ein Tennis-Star, oder eine Karriere bei DSDS. Das meiste hat mit Sport zu tun, und manchmal lernt das Kind sogar etwas dabei.

Nur, wenn Eltern dann anfangen würden überall herumzuerzählen, das Kind ist Trans, und müsse daher möglichst früh Anti-Pubertäts-weissGott-was-für-Dinge machen.. dann wäre ich auch dafür dass mal einer Stopp sagt, nachdenken, abwarten lässt.

Meine 2 ct.. auf die Gefahr, unbeliebt zu werden..
Liebe Ute,
hierauf kann ich Dir eine direkte Antwort als ehemaliges Kind geben.

Ich war ein queeres Kind, wollte zum Entsetzen meines Vaters nicht mit Matchboxautos spielen. Als Achtjähriger wollte ich einen Teddybären zum kuscheln, den ich gegen den Widerstand meines Vaters von meiner Mutter bekam. Ich wurde in den Fussballverein gezwungen, wo ich konsequent drei Monate am Spielfeldrand saß. Ich wurde mehrfach von Mutter und Vater als weibisch und wohl doch nicht etwa schwul beschimpft.

Nein, es geht nicht darum, dass Kind, weil es einer Mode entspricht, überall als Trans zwangsweise zu outen. Aber mich haben die Zwänge und die Angst meiner Eltern vor Ihrer Umwelt krank gemacht. Ich hätte mir Freiräume zum Entdecken meiner Person gewünscht. Ich hätte mir Liebe und Bestärkung gewünscht. Ich bekam Liebe und Zurechtweisung. Ich bekam Anpassungsdruck und ein mich Schämen für mein eigenes Sein ...und Liebe.

Ich liebe meine Eltern, aber ich sehe die Fehler, die sie gemacht haben.

Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Ich weiß, dass ich eigentlich nicht mitreden darf, weil ich ja trotz intensivem Kinderwunsch keine Frau geheiratet habe... aber ich war und bin es immer noch ein queeres Kind!
Marlene

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Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Nicole Fritz
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 9 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo,

Hype hin oder her - es ist einfach so: Wenn wir und nicht demonstrativ und auffällig zeigen, gehen wir bald im braun-konservativen Einheitsbrei unter.

Ich suche ja seit einiger Zeit einen Weg meinen Enby öffentlich zu zeigen. Und da musste ich letztlich erst im Globus-Markt feststellen, dass das überhaupt nicht funktioniert. Den Blicken entnahm ich, dass man mich und meinen Cousin wieder als das "schwule Pärchen" ansah, bei dem ich jetzt in die weibliche Rolle geschlüpft bin. Würde ich mich also halb männlich und halb weiblich kleiden, wäre ich immer noch der "schwule Transvestit". Den Begriff "non-binär" gibt es bei vielen überhaupt nicht.

Ich möchte hier noch einmal betonen, dass ich nichts gegen Schwule habe. Ich würde nur gerne als das angesehen werden, was ich wirklich bin. Aber dahin ist es noch ein weiter Weg. Und ohne einen "Hype", bei dem wir uns auffällig zeigen, wird da nichts draus.

Zudem tragen Trans-Personen, die sich mit HRT und OP vollständig an das andere Geschlecht angleichen, letztlich nichts zu dieser Sichtbarkeit bei. Bei SHG's und entsprechenden Plattformen im Internet bleiben sie unter sich. Und ob sie es dieses Jahr beim CSD in Koblenz geschafft haben ihren - kaum von nicht Betroffenen besuchten - Stand aufzubauen, weiß ich nicht. Ich war nicht da, weil hier schon seit Wochen die Busse gar nicht oder nur unregelmäßig fahren.

LG Nicole
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Ralf-Marlene hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 12:35
Liebe Ute,
hierauf kann ich Dir eine direkte Antwort als ehemaliges Kind geben.

Ich war ein queeres Kind, [...]

Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Ich weiß, dass ich eigentlich nicht mitreden darf, weil ich ja trotz intensivem Kinderwunsch keine Frau geheiratet habe... aber ich war und bin es immer noch ein queeres Kind!
Liebe Ralf-Marlene,
dein Lebenslauf deckt sich mit meinem weitgehend. Ich weiss auch dass es zwischen schwarz und weiss noch 16 Grautöne gibt ;-)

Was ich mit meinem letzten Beitrag bezwecken wollte, auf die teilweise komplexen Resonanzen zwischen Eltern und Kinder aufmerksam zu machen. Eltern haben teilweise genaue Vorstellungen davon was ihre Kinder zu sein haben. Kinder übernehmen diese Vorstellungen (je nach Alter) kritiklos und versuchen dem zu entsprechen, leisten dabei aber innerlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten entsprechend Widerstand. Du beschreibst das ja ausführlich in deinem Text. Für die Kinder ist das der Horror, glaub mir, ich weiss das. Hier hätte mehr Freiraum zum Experimentieren sicher gut getan.

Leider hab ich das ganze auch genau umgekehrt kennen gelernt - Eltern, die sich ihrer Rolle nicht ganz so sicher waren, nehmen den Impuls eines Kindes auf und führen den dann 'zum Erfolg'. Und das Kind wollte ursprünglich nur experimentieren, nur einmal ausprobieren, selber machen.. das Risiko ist auch hier latent dass das Kind diese 'Unterstützung' gar nicht möchte.

Ich z.B. war mir mit 4 Jahren sicher dass ich eine Frau bin. Ich stürzte mit 30 Jahren in eine tiefe Depression weil ich bemerkte, dass meine wenigen Weggefährten, die sich auf den Weg ins 'Leben als Frau' gemacht haben, damit glücklich waren, und ich immer noch Mann bin. Jetzt, mit 54, lebe ich gerne als Mann und genieße die kurzen Ausflüge als Frau, und kann mich nur noch wundern über die Gefühlsstürme vor 25-30 Jahren.

Wissen wir immer was wir möchten? Hätten wir alle (hier anwesenden) eine so weitreichende Entscheidung im Alter von vielleicht 5 oder 10 Jahren treffen können? Schließlich ging es im Ursprungsbeitrag ja genau um diese Frage.

Mein Fazit: Das Leben ist komplex, man kommt mit einfachen Antworten nicht weit. Der 'Transgender-Hype' ist für mich eine einfache Antwort, die einem Leben mit ca. 80 Jahren Länge nicht im geringsten angemessen ist.
Lavendellöwin
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 11 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Liebe Nicole..
Nicole Doll hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 13:33 Und ohne einen "Hype", bei dem wir uns auffällig zeigen, wird da nichts draus.
dann nimm doch vielleicht ein Schild mit auf dem steht "ich bin nicht schwul, sondern enby"
und nochmal, schwul, lesbisch, bi oder pan zu sein ist nicht schlecht, sondern völlig ok und normal!
Oh hab wohl grad die Heteros vergessen...
Nicole Doll hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 13:33 Zudem tragen Trans-Personen, die sich mit HRT und OP vollständig an das andere Geschlecht angleichen, letztlich nichts zu dieser Sichtbarkeit bei. Bei SHG's und entsprechenden Plattformen im Internet bleiben sie unter sich.
Bitte?
Ich glaube du weisst ganz genau, das wir Trans-Personen -die sich wohl gemerkt an ihr Geschlecht angleichen- sehr
wohl etwas zur Sichtbarkeit beitragen. Denn weder die HRT noch die GaOP lassen jemanden von jetzt auf gleich
im gefühlten Geschlecht erscheinen. Da gehört wesentlich mehr dazu.
Und da die meisten keine Tarnkappe besitzen ist die Sichtbarkeit ja sehr wohl geben.
Manchmal sogar zum Nachteil der Person...

und bevor nun die Frage aufkommt ob ich mich grade angegriffen gefühlt habe-nein habe ich nicht!
Das war jetzt nur der "laute" Teil meiner Person..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Nicole Fritz
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

!EmmiMarie! hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 14:03 und bevor nun die Frage aufkommt ob ich mich grade angegriffen gefühlt habe-nein habe ich nicht!
Das war jetzt nur der "laute" Teil meiner Person..
Dann bedanke ich mich jetzt für das laute erheben Deiner Stimme.

Ich habe es mal wieder recht provozierend formuliert, aber gerade bei jüngeren TS steht ein perfektes Passing oft an erster Stelle. Und was dann im Freundeskreis oder beim Job abläuft, wo man ja zwangsläufig enger zusammen kommt, hat nun einmal nicht so viel mit der Sichtbarkeit irgendwo draußen zu tun. Ich kenne jedenfalls einige TS, die am liebsten völlig unauffällig leben würden, wenn es uneingeschränkt möglich wäre.

Und dann gibt es natürlich auch einige, die - ganz im meinem Sinne - auch schon mal laut werden.

Liebe Grüße
Nicole
Michi
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 13 im Thema

Beitrag von Michi »

Ute2506 hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 13:57 Wissen wir immer was wir möchten? Hätten wir alle (hier anwesenden) eine so weitreichende Entscheidung im Alter von vielleicht 5 oder 10 Jahren treffen können? Schließlich ging es im Ursprungsbeitrag ja genau um diese Frage.
Hallo Ute,

Gegenfrage: Warum sollten wir im Alter von 5-10 Jahren nicht so eine Entscheidung treffen können?

Ich vertrete die Ansicht, dass, um so älter wir werden, wir uns um so mehr von außen beeinflussen lassen und uns den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen. Dann leiden wir viele Jahre, unter Umständen mehrere Jahrzehnte, bis wir davon so zermürbt sind und krank werden, bevor wir dahin kommen, etwas zu ändern und das zu sein und zu leben, was wir bereits in unserer Kindheit wussten. Und manch Eine(r) schafft nicht mal das, sondern findet den einzigen Ausweg nur noch darin, sein fremdbestimmtes Leben selbst zu beenden.

Wenn wir also auf Grund dieser äußern Beeinflussung und Fremdbestimmung zunächst versuchen, ein unserem biologischen Geschlecht entsprechendes Leben zu führen, so deckt sich das zwar mit den Beobachtungen von Alexander Korte. Nur zieht er daraus die völlig falschen Schlüsse, stellt die falsche Behauptung auf, dass sich die Jugendlichen mit ihrem Geburtsgeschlecht ausgesöhnt hätten. Dabei zwingt er in seiner Selbstherrlichkeit diese verunsicherten und verzweifelten Wesen nur in eine jahre-jahrzehntelange Hölle.

Liebe Grüße
Michi
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 14 im Thema

Beitrag von Michi »

!EmmiMarie! hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 14:03 dann nimm doch vielleicht ein Schild mit auf dem steht "ich bin nicht schwul, sondern enby"
und nochmal, schwul, lesbisch, bi oder pan zu sein ist nicht schlecht, sondern völlig ok und normal!
Oh hab wohl grad die Heteros vergessen...
Hallo Marie,

es geht mir, und ich denke Nicole ebenso, nicht darum, dass schwul, lesbisch, bi oder pan zu sein weniger wertvoll wäre. Und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum immer wieder eine Ablehnung sexueller Minderheiten unterstellt wird, wenn jemand seinen Unmut über solche Fremdzuschreibungen äußert.

Es nervt viel mehr, dass da permanent Annahmen über meine sexuellen Präferenzen gemacht werden, die bis auf Menschen, mit denen ich engsten körperlichen Kontakt habe, niemand etwas angehen. Ein solches Verhalten empfinde ich als übergriffig.


Liebe Grüße
Michi
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Re: "Es gibt einen Transgender„Hype“

Post 15 im Thema

Beitrag von Frieda »

Ute2506 hat geschrieben: So 8. Sep 2019, 13:57 Wissen wir immer was wir möchten? Hätten wir alle (hier anwesenden) eine so weitreichende Entscheidung im Alter von vielleicht 5 oder 10 Jahren treffen können?
Hallo liebe Ute, hallo liebe Gemeinschaft. 😊

Ich möchte mich als eine Mutter hier auch mit einbringen.
In einem so jungen Alter denken oder fühlen wir da? Steht das Denken über dem Fühlen? Wann ist bei diesem Thema Denken richtig und wichtig? Wann das Fühlen?

All dies ist nicht einfach, auch nicht für uns Eltern. Um sein Kind positiv unterstützen zu können, ist vielleicht Aufmerksamkeit, zuhören, beobachten, fühlen und reden mit dem Kind, neben dem vorleben mit sehr ausschlaggebend. Wenn wir in meiner Wahrnehmung unser eigenes Kind wenig wahrhaftig sehen (wollen), besteht eine große blinde Gefahr unser Kind in alte Schablonen zu pressen.

Ich möchte euch gerne ein Beispiel von meinem Sohn (8) erzählen, was sich vor paar Monaten zugetragen hat.
Ich war mit meinen Kids in der dm unterwegs. Meine Tochter suchte noch ein weiteres gemeinsames Abschiedsgeschenk für sich und ihre beste Freundin. Sie wünschte sich eine neue Haarspange in doppelter Ausführung, eine für sich selbst und eine für ihre beste Freundin. Beim aussuchen welche Spange es nun sein sollte kramte mein Sohn in all den Angeboten mit herum. Auf einmal sagte er zu mir, dass ihm diese eine hier gefällt (eine Haarspange mit großer weinroter Blüte) und ob er diese haben dürfe. Ich schaute ihn an und fragte nach ob ich ihn richtig verstanden hatte und er bestätigte "Ja ich will die für mich, sie gefällt mir!". Ich ging also zur Kasse mit 3 Haarspangen, zwei beige und einer weinroten. Im Auto wollte mein Sohn dann seine Spange von mir gleich ins Haar gesteckt bekommen.


Es ist nicht leicht (so finde ich) einen Weg zu finden, auf dem wir unsere Kinder nicht in Schablonen pressen.
Wohin mein Sohn sich zukünftig entwickeln wird, weiß ich nicht, weiß niemand. Was ich als seine Mama aber weiß, ich wünsche mir von Herzen das er mit sich selbst glücklich werden möge und ich will ihn dabei mit besten Kräften unterstützen.

Namaste🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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