Valeries Welt
Valeries Welt - # 44

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 646 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2, Kapitel 56. Die Nacht im Arrest

Tatsächlich, da wollte irgendjemand etwas von ihnen.

Das Auto hatte gebremst und gewendet und fuhr jetzt langsam zurück bis die beiden am Kanalufer, Valerie und Erwin, halbnackt wie sie waren, voll im Licht der Scheinwerfer standen. Valeries Herz begann schneller zu schlagen, als sie das Blaulicht erkannte, und instinktiv hielt sie die Hand vor Augen, um diese vor der Blendung zu schützen, dann zog sie hastig ihr Höschen hoch und suchte nach ihren Jeans. Erwin begriff zunächst gar nichts, baute sich aber schützend vor Valerie auf, ganz Mann, ganz der Beschützer.

"Jetza "¦hey"¦hoppla"¦ wos iss"˜n jetzt passiert"¦ wos wuin denn die Saukerle von uns?"

kam es wütend von ihm. Erwin hatte sich die Hose hochgezogen und ging sofort in Kampfbereitschaft über.

"Sieht aus wie die Polizei" stieß Valerie hervor, und damit behielt sie leider Recht. Zwei dunkle Gestalten in dunkelblauen Uniformen und Basecaps stiegen aus dem Auto und bewegten sich auf sie zu. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Noch während Valerie Hosenbeine ihrer Jeans entwirrt hatte, hörte sie von irgendwo her ein Gehechel und Geschnaufe, dann baute sich ein großer Polizeihund vor ihr auf und knurrte sie an. Die geknurrte Botschaft war unmissverständlich:

"Gib sofort auf, andernfalls beisse ich zu".

"Arrete Nero"¦ arreate Nero" pfiff ihn seine Hundeführerin dann aber streng zurück, um sich und ihren Kollegen kurz und knapp vorzustellen:

"Gendarmerie Nationale"

Zwei starke Taschenlampen leuchteten sie ab. Valerie war noch immer gelähmt vor Schreck und konnte noch nicht richtig denken. Es waren die Polizisten, die dann erstmal anfingen, die Situation zu klären.

"Quest-que- c"™est passé ici? (was ist hier eigentlich los)?

Als sie keine Antwort erhielt, trat die Polizistin näher an Valerie heran und fragte sie, ob ihr vielleicht etwas geschehen sei. Etwas weniger streng im Ton, halblaut, fast vertraulich. Ob der Mann sie belästigt habe, ihr nachgestellt? Eine versuchte Vergewaltigung etwa?

Erwin verstand offensichtlich nicht viel, aber Valerie war jetzt vollkommen verwirrt, ganz von der Rolle sozusagen. Sie versuchte klarzukommen im Kopf, was schwierig war bei dem vielen Alkohol, den sie intus hatte. Sie begann zu lächeln, kicherte dann sogar und schüttelte dann den Kopf. Dieses Lächeln, zumal in dieser missverständlichen Situation, war vielleicht der entscheidende Fehler.

"Ahhh"¦non, je suis d"™accord avec ce monsieur"¦ On vient d"™un bal champetre"¦ et violà après, on a fait un peu d"™amour"¦ on est adulte"¦ pas des problèmes pour vous, non??"¦"

(ach nein"¦ wir sind im gegenseitigen Einverständnis"¦ wir waren auf einem Ball im Freien"¦ und naja, später habe wir hier halt ein wenig rumgemacht, wir sind erwachsen"¦ kein Problem für Sie, oder??)

Beide mussten ihre Papiere vorzeigen, dann zog die Polizistin ihren Kollegen zur Seite. Valerie hörte, wie sie eifrig auf ihn einredete

"C"˜est une pute, qui a trouvé un touriste allemand pour faire une partie des jambes en l"˜air"

(das ist eine Prostituierte, die sich einen deutschen Touristen geangelt hat für eine kleine Freiluft-Nummer)

Valerie hörte noch die Bemerkung, konnte aber nicht mehr reagieren, denn dann ging alles sehr schnell, und noch ehe sie protestieren konnte, hörte sie die Handschellen klicken, spürte die Kälte des Metalls an den Handgelenken, die Beamtin zog sie ins Auto und Valerie stieg ein, viel zu konsterniert um noch irgendetwas sagen zu können.

Erwin durfte nachhause gehen, die Polizisten versuchten sogar noch herauszukriegen, in welchem Hotel er wohnte.
"Your hotel, mister"¦ where?? "¦. You know, your bed, where u sleeping???

Aber Erwins Englisch war nicht gut genug um die Frage zu beantworten, vielleicht wollte er auch nichts mehr sagen. Auch für eine Verabschiedung blieb keine Zeit mehr, die Tür des Polizeiautos schloss sich und somit schien auch dieser Abend eher unschön zu enden, besonders für Valerie.

Sie saß im Polizeiauto hinten, die Hände gefesselt, die Polizisten vor sich auf den Vordersitzen und in ihrem Genick hechelte Nero, der Hund. Der Sprechfunk war geöffnet, und das wenige, das Valerie verstand, war beunruhigend genug, offenbar wurde die Zentrale angewiesen, eine Zelle freizumachen. Es war ja auch schon spät, deutlich nach Mitternacht.

"NAR 567"¦" Die Polizistin griff zum Handmikro und meldete sich bei ihrer Zentrale.

"On emportera une autre chandelle de trottior, nour arriverons dans une petite minute"

(Wir bringen nochmals eine Bordsteinschwalbe, Ankunft gleich, etwa eine Minute"




Fortsetzung wie üblich nächstes Wochenende, hier in diesem Theater. Lob und likes werden immer gerne gesehen.

L.G. Valerie :()b
Karla
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Re: Valeries Welt

Post 647 im Thema

Beitrag von Karla »

Mißverständnisse - Hubschrauberfahndung hab ich leider auch schon erlebt.
bißchen Gänsehaut...
LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 648 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Echt jetzt Elly?
Was hast du denn angestellt wenn sie eine Hubschrauberfahndung machen?

L.G. Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 649 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2, Kapitel 56, 2 Erkennungsdienstliche Behandlung.

Die Fahrt im Polizeiauto ins neue Zentrum der Gendarmerie in der Route Perpignan dauerte kaum ein paar Minuten, obwohl es Valerie länger vorkam, die total angespannt und mit gefesselten Händen auf dem Rücksitz hockte. Ihr Kopf war leer und körperlich fühlte sie sich so was von hilflos, wer schon einmal mit Handschellen hinten in einem schnell fahrenden PKW saß, der weiß, wovon ich spreche.

Die Polizistin, die sie verhaftet hatte, löste ihr den Sicherheitsgurt, so daß sie aussteigen konnte, nahm sie dann am Ellbogen und führte sie ins Haus.

"Allez-y, ma petite" (Rein mit dir, meine Kleine)

Die Türen schlossen sich automatisch hinter ihnen, danach kriegte sie auch ihre Handschellen wieder abgemacht und rieb sich die Gelenke. Obwohl es bereits tief in der Nacht war (besser gesagt: früh am Morgen) war hier noch Betrieb. Sie passierten die hell erleuchtete Eingangshalle und einen Flur im Erdgeschoß, dann wurde Valerie übergeben, sie wusste nicht, an wen.

Erstmal musste sie zehn Minuten warten, dann kam der ein Beamter auf sie zu. Sie war noch klar genug im Kopf, um zu wissen, was jetzt abgehen würde: Formulare waren auszufüllen.

"Name, Vorname, Adresse?"

"Wissen Sie, warum Sie hier sind?"

"Haben sie heute Alkohol zu sich genommen oder Drogen?"

"Das ist alles ein Missverständnis" Valeries Stimme war schwach und sehr müde, aber den Satz kriegte sie noch heraus, immerhin.

Der Beamte reagierte routiniert und nicht einmal unfreundlich. Ja, klar, alle sind unschuldig, die hier über die Schwelle gehen bei uns. Aber Sie wurden angezeigt; Madame, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Man hat uns angerufen, Sie wurden beobachtet. Prostitution in der Öffentlichkeit, um es klar zu sagen. Hatten Sie Sex heute Nacht in Narbonne auf einem öffentlichen Platz? Ja oder nein? Sagen Sie die Wahrheit. Er nannte die Adresse, die sogar stimmte, Cours de la Republique, kurz vor der Brücke am Theater...

Und Sie sind deutsche Staatsangehörige? Das ist doch mal was Neues, eine "chandelle de trottoir" (eine Stricherin) aus Deutschland. Normalerweise kommen ihre Kolleginnen aus Spanien, ich meine die Damen, die hier bei uns im Arrest in Narbonne landen. Meistens aus Figueres oder Girona.

"Es sind nicht meine Kolleginnen" widersprach Valerie.

"Aber Sex mit einem Mann hatten Sie dort schon, in Narbonne, im Freien, dort am Canal de la Robine?

" Ja oder nein? Es ist eine einfache Frage", sagte der Beamte freundlich.

"Es stimmt", und es stimmt auch wieder nicht" antwortete Valerie.

"Denn ich bin keine Prostituierte"

"Es stimmt und es stimmt auch wieder nicht". Der Beamte machte ihren Tonfall ein wenig nach, aber er schien immer noch gut gelaunt zu sein. Dann traf dann aber eine Entscheidung.

"Heute Nacht werden Sie erst mal hierbleiben, morgen früh sehen wir dann weiter".

"Was geschieht dann, morgen früh?

"Sie werden dem Untersuchungsrichter vorgeführt, irgendwann zwischen 9.00 und 12.00 Uhr"

Untersuchungsrichter"¦ In dem Wort lag Gewicht. Aber so ganz war ihr immer noch nicht richtig klar, in welcher Lage sie sich befand. Fürs erste war es Valerie nicht einmal unrecht, den Rest der Nacht im Polizeigewahrsam zuzubringen, denn immerhin würde sie hier erst mal ausschlafen können. Wenigstens ein paar Stunden lang.

Die folgende erkennungsdienstliche Behandlung war kurz, ein paar schnelle Fotos frontal und im Profil, dann die Fingerabdrücke, und schon war Valerie im Polizeicomputer von Narbonne erfasst, danach durfte sie in ihre Zelle. Ihre Papiere und die Schuhe wurden ihr vorher noch abgenommen, dann machte die Türe Klick, gleichzeitig ging das Deckenlicht aus und sie war allein. Kurz darauf war Valerie auf ihre Pritsche auch schon eingeschlafen. Der Schlaf dauerte aber nicht lange, denn schon nach wenigen Stunden war sie wieder wach.

Sie riss die Augen auf und schaute an die weiß gestrichene Decke. Wo bin ich hier bloß?

Ahhh"¦ Polizeiarrest"¦ Erregung öffentlichen Ärgernisses. Dann fiel ihr wieder alles ein. Jetzt war an Schlaf natürlich überhaupt nicht mehr zu denken. Zu turbulent war die vergangene Nacht verlaufen. Sie dachte an ihr erotisches Abenteuer mit Erwin und ärgerte sich über sich selbst.

"Was für einen Riesen-Unsinn hast du da eigentlich wieder gemacht, du dumme Kuh"

Fragte sie sich selbst, und meinte damit die Art und Weise, wie sie den guten Erwin verführt hatte. Ja, eigentlich trug sie selbst die meiste Schuld an der ganzen Malaise, in die sie geraten war. Aber auch die Selbstvorwürfe halfen ihr nicht weiter. Jetzt, wo sie körperlich etwas mehr zur Ruhe gekommen war, spürte sie auch wieder Schmerzen, sie rieb sich die Handgelenke, wo die eng sitzenden Handschellen ihre Haut etwas aufgerieben hatten.

Irgendwie fühlte sie sich schmutzig, körperlich beschmutzt. Sie dachte an die vergangene Nacht mit Erwin aber es gelang ihr nicht, einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Er hatte sie lange gevögelt, wie lange und intensiv, das spürte sie auch jetzt noch in ihrem Po. Aber Hatte er eigentlich auch in sie ejakuliert? Sie versuchte, nachzudenken, fand aber keine Antwort. So gerne hätte sie jetzt ihr heimisches Bidet benutzt, aber natürlich gab es hier in der Ausnüchterungszelle kein solches Bidet, es gab nicht einmal eine Dusche. Alles was sie hatte, war diese Pritsche und ein Stuhl. Sie machte sich ganz klein unter ihrer Decke und versuchte, noch etwas Schlaf zu kriegen.

Um neun musste sie zum Untersuchungsrichter.


Fortsetzung demnächst.

Lieben Gruß, Valerie. :()b
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Re: Valeries Welt

Post 650 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL »

Hallo V,
ein ernüchternes Ende der Geschichte leider.
Ein Glück das ich so noch nicht Kontakt mit der Polizei hatte.
lg
Lilo
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 651 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hi Lilo,
Immer positiv denken. So wie ich die Kleine einschätze, lässt sie sich nicht lange hängen. Die kommt da auch wieder raus...
L.G. Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 652 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2, Kapitel 57 "¦. "Je nachdem, wie man es betrachtet""¦.


Am nächsten Morgen war Valeries Kopf wieder ziemlich klar. Die Sonne schien, sie bekam ein ordentliches Frühstück, nichts Üppiges, aber gesund und nahrhaft, und auch sonst schien sich die ganze Sache zum Guten zu wenden. Der Untersuchungsrichter war gar kein Mann, sondern eine stellvertretende Untersuchungsrichterin, die zu entscheiden hatte, wie es weiterging in ihrer Sache. Und eine sympathische Richterin dazu, so schien es auf den ersten Blick, und sogar noch ein klein wenig jünger als Valerie.

"Alors wen haben wir denn da? Sie sind also Bellegarde, Valerie, 32 Jahre alt, eine Deutsche, und mit fester Adresse hier in Narbonne?"

"Oui madame. Und ich führe ein Immobilienbüro hier in der Stadt, und eigentlich sollte ich jetzt um diese Zeit bereits im Geschäft sein."

Die Untersuchungsrichterin schien sich über die Antwort zu wundern und blickte fragend von ihren Unterlagen auf.

"Was sagten Sie? Sie führen ein Immobilienbüro?"

Valerie nannte die Adresse ihres Büros.

"Und warum steht hier in diesem Polizeiprotokoll etwas von Erregung öffentlichen Ärgernisses? Jetzt erzählen Sie mal bitte alles, was da gestern eigentlich los war".

Valerie legte los und erzählte die ganze Geschichte der vergangenen Nacht, beginnend mit ihrer abendlichen Einladung zu dem bayerischen Bierfest durch Monsieur Elouard, den städtischen Notar, und der anschließenden langen Party-Sause in der Narbonner Altstadt mit Erwin und seinen bayerischen Freunden. Sie erzählte alles, von Anfang bis zum späteren bitteren Ende. Die Sache mit der Liebe im Stehen und von hinten ließ sie erst mal weg.

"Und warum steht dann hier ertwas von einem öffentliches Ärgernis?" kam aber sofort die Rückfrage.

"Was bedeutet das genau, was ist geschehen?

"Dites-le-moi, madame, s.v.p." (sagen Sie es mir bitte)

"Wir haben ein wenig herumgeknutscht, Erwin und ich" gab Valerie zu. O.K. ich gebe es zu, vielleicht war es auch ein bisschen mehr am Schluss als nur Knutschen, aber dann waren wir nur noch allein, Erwin und ich, und es war vollkommen dunkel und ich habe nicht bemerkt dass uns dort jemand gesehen hätte, auf diesem Bänkchen am Kanalufer.

"Ich meine wirklich niemand, keine Kinder, keine Erwachsenen."

"Es gab aber einen Telefonanruf bei der Polizei" schob ihr Gegenüber ein.

"Man hat sie beide von einem Wohnhaus aus beobachtet"

"Die Wohnhäuser sind auf der anderen Seite des Kanals und über die Straße" warf Valerie ein.

"Das sind mindestens 100 Meter" fügte sie hinzu.

"Was will man auf eine solche Entfernung bei dunkler Nacht noch erkennen"?

Die Untersuchungsrichterin schien überzeugt, schaute ihr in die Augen und nickte.

"Man sieht das, was man sehen will, da haben Sie vielleicht Recht"

"Je nachdem, wie man es betrachtet" antwortete Valerie.

"Und eines kann ich Ihnen versichern, Außer Küssen war da nicht viel".

Das war zwar gelogen, aber es war auch hilfreich.

"Und Sie waren zu diesem Fest eingeladen von Maitre Elouard, dem Notar?" setzte die Beamtin ihre Fragen fort.

"Wir sind Geschäftsfreunde, Thierry und ich. Soll ich ihn anrufen?"

Mit der letzten Bemerkung war Valerie voll auf Risiko gegangen, aber wer niemals etwas riskiert, der erreicht auch niemals etwas. Und es schien, als habe Valerie mit ihrem Versuch, ins Risiko zu gehen, die Sache gedreht und für sich entschieden.

Es stimmte, sie hatte gewonnen. Die Richterin nahm das Polizeiprotokoll aus ihrem Hefter und warf es in den Papierkorb. Kam dann um den Tisch herum und auf Valerie zu.

"Sie können gehen, denn das war dann wohl alles ein großes Missverständnis"

Sie entschuldigte sich nochmals für den Vorfall.

"Übereifrige Beamte"¦ Sie verstehen schon, und gerade jetzt in der Woche des bayerischen Bierfestes haben wir natürlich etliche dieser fremden Prostituierten in der Stadt, meistens Ausländerinnen aus Girona oder Figueres, da muss die Polizei schon aufpassen".

"Ich lasse Sie dann selbstverständlich noch nachhause fahren" sagte die Richterin.

"Und bitte, sehen Sie uns die Umstände nach, die wir Ihnen gemacht haben."

Es ist schön, wenn man einflussreiche Freunde hat. Was so ein prominenter Name alles bewirkt, dachte Valerie bei sich, als sie bei allerschönstem Sonnenschein die Rückreise in ihre Wohnung antrat, diesmal ohne Blaulicht, auf dem Vordersitz des Polizeiwagens und ohne Handschellen.



Fortsetzung in wenigen Tagen, wie üblich evtl. am WE. oder kurz darauf.

L. G. Valerie :()b :()b
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Re: Valeries Welt

Post 653 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL »

Danke Valerie,
für diesen schönen Verlauf der Geschichte,
Was Vitamin B oder ein einflussreicher Name ausmacht.
Wenn du welche kennst oder welche erwähnst dass du diese kennst
reicht auch schon
lg LILO-GINA
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 654 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

danke, Yoko, danke, Lilo

L.G. Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 655 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Valerie Bellegarde hat geschrieben: Do 15. Aug 2019, 22:18 danke, Yoko, danke, Lilo

L.G. Valerie
und natürlich auch dir schönen Dank, Astrid.
Maria T
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Re: Valeries Welt

Post 656 im Thema

Beitrag von Maria T »

Wow hab ich jetzt ne menge verpasst. Gute Story 😁 hoffentlich wird der Spaß nicht zu teuer oder sogar rufschädigend für Valerie 🤔
LG aus Italien Maria
Einfach ist am schwersten.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 657 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

danke, und dir schöne Urlaubsgrüsse nach Italien

L.G. Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 658 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2 Kapitel 58, Thierry

Was sie jetzt vor allem brauchte, war erst mal ein Bidet. Das blau-weiß-rot lackierte Polizeiautos, das sie nach hause gebracht hatte, hielt nicht direkt vor ihrem Haus an, um sie rauszulassen, denn die Nachbarn sollten ja nichts zum Tratschen haben, Valerie war das nur Recht.

Sie bedankte sich artig beim Fahrer und gleich, nachdem sie die Wohnungstür hinter sich zugemacht hatte, verschwand sie im Bad, ließ warmes Wasser in ihr Bidet ein, um sich untenrum gründlich mit Seife zu reinigen. Das Bad tat ihr gut, sie rubbelte sich gründlich trocken und wechselte ihre Unterwäsche, fuhr in frische Jeans und zog eine kurzärmelige helle Bluse aus ganz leichtem Synthetikstoff an. Sie schaute sich im Spiegel an und mochte das Bild, das sie abgab. Die vergangene Nacht schien jetzt fast ganz aus dem Gedächtnis verschwunden zu sein.

Sie beeilte sich, um danach gleich im Büro vorbeizuschauen, sie wollte dort kurz nach dem Rechten sehen. Eine ihrer Mitarbeiterinnen hatte einen Schlüssel zum Büro, und so, wie ihre Mitarbeiterinnen auf ihr Zuspätkommen reagierten, schienen Valeries nächtliche Eskapaden bisher völlig unbemerkt geblieben zu sein, diesbezüglich hatte sie sich also umsonst Sorgen gemacht. Erst mal durchatmen.

Dann aber wollte sie erst einmal Thierry anrufen. Sie machte die Tür des Chefzimmers hinter sich zu, griff nach dem Telefonhörer und wählte die Nummer des städtischen Notariats. Thierry war am Platz, sie ließ sich durchstellen und hatte Glück, er war für sie zu sprechen.

"C"™est Valerie"¦" (Valerie hier"¦)

Er freute sich, sie hörte es am Klang seiner Stimme. Er gab vor, sich ein wenig Sorgen gemacht zu haben, nachdem sie am Vorabend so plötzlich aus seinem Blickfeld verschwunden war. Sie beruhigte ihn und erklärte die ganze Sache mit der Gruppe junger Leute aus der bayerischen Musikkapelle, die sie eingeladen hatten.

Sie bereute den Abend nicht, aber irgendwo war in ihr das Bedürfnis, Thierry die Sache zu erklären, keine Entschuldigung, aber er sollte schon wissen, dass sie ihn nicht in voller Absicht versetzt hatte, nein das sei nicht ihre Art, das alles war also mal wieder ein Missverständnis, kein Wunder bei dem Tohuwahobu, dem ganzen Alkohol, der geflossen war, und dem Durcheinander, das dort auf dem Fest geherrscht hatte.

"Merci donc, de m"™appeler ce qui est passé" sagte er.
(danke trotzdem, dass du mir Bescheid sagst, was los war)

"De rien" (ist doch selbstverständlich) antwortete sie und wusste dann aber plötzlich wirklich nicht mehr, was sie weiter zu ihm sagen sollte. Sie war offenbar plötzlich etwas verlegen, das ist ziemlich selten bei ihr. War das Herzklopfen, was sie bei sich meinte zu hören?

In die Gesprächspause, die danach entstand, fragte er dann:

"Tu me permets de t"™appeler dans la semaine?" (darf ich dich irgendwann im Laufe der Woche einmal anrufen?
Er schien gerade wenig Zeit zu haben, klar, es war Montagvormittag und Bürozeit.

"Klar kannst du mich anrufen, immer."

Sie nannte ihm ihre Privatnummer, die er bei sich notierte, dann beendet er das Telefonat.

Sie atmete auf. Diese Sache schien erst mal geklärt und es schien, als habe sie ihr gestriges Abenteuer doch eigentlich noch relativ glimpflich überstanden. Dennoch: Es war knapp gewesen.

Erst mal auf andere Gedanken kommen. Sie stürzte sich in die Arbeit, du wie immer lag der Schreibtisch voller Zettel und Erinnerungen, was gerade anlag, was Wichtiges zu tun war, und was dagegen wirklich unaufschiebbar schien. Diese scheinbar unaufschiebbaren Sachen nahm sie sich zuerst vor. Wer Valerie kennt, weiß dass sie richtig gut abschalten kann, sie besitzt die seltene Fähigkeit, sich auf eine Sache, die gerade auf dem Tisch liegt, völlig konzentrieren zu können, dann blendet sie alles andere aus, und aus dem Gedächtnis verschwunden schienen der ganze vergangene Abend und die Nacht mit Erwin, seine Berührungen, seine Küsse, und die Art und Weise, wie er mit ihr Liebe gemacht hatte, dort am Kanalufer in der tiefdunklen südfranzösischen Nacht, unweit des Stadttheaters.

Nur die Zikaden waren Zeuge gewesen, was dort auf dem Bänkchen geschehen war und später am Geländer des Kanals. Nur die Grillen und vielleicht ein paar Vögel, die noch nicht schliefen. Nicht zu vergessen natürlich ein paar Spanner, die schlaflos und gelangweilt am Fenster ihrer Wohnung standen und auf die Straßen hinunterschauten und dabei meinten, sie hätten dort in der Ferne irgendetwas Unanständiges erspäht, wobei das bei dieser Entfernung über den Kanal hinweg eigentlich gar nicht möglich ist.


Soviel für diese Woche. Das kommende Kapitel für#s nächste WE hat die Überschrift "Erica" und handelt von einer ganz alten Freundin.

Liebe Grüße an alle meine Leserinnen und Leser

Valerie :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Mo 19. Aug 2019, 22:15, insgesamt 1-mal geändert.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

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Beitrag von Valerie Bellegarde »

Wichtige Nachricht an alle Leserinnen und Leser: Soeben hat sich bei uns Besuch angemeldet der mich etwa eine Woche beschäftigt und natürlich auch von unserem Fortsetzungsroman abhalten wird. Also bitte nicht ungeduldig werden, aufgeschoben ist nicht ausgehoben.

L.G. Valerie
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Re: Valeries Welt

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Beitrag von Valerie Bellegarde »

80.000 Zugriffe !!

Ich bin ganz baff und natürlich auch ein wenig geschmeichelt.

L.G. Valerie :()b
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