Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?
Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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ExUserIn-2026-01-22
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Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 1 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Einführend soll vielleicht noch erwähnt sein, daß sich meine titelgebende Frage eher an die richtet, die in der Familie "geoutet" sind.

Wie ihr sicherlich wisst, lebe ich jetzt schon einige Jahre offen als Crossdresser und nach dem familiären Outing kam die Frage auf, wie mich meine Mutter neuen Leuten gegenüber vorstellen soll. Ich sprach mit meiner Mutter darüber und sie sagte zu mir, daß, wenn ich jetzt den Schritt zur Frau gemacht/gewagt habe, sie mich auch als Frau und dementsprechend als Tochter ansieht. Ich war überrascht mit ihrer Entscheidung und seitdem stellt sie mich neuen Leuten immer mit "...und das ist meine Tochter Jennifer" vor. Ich sehe das als weiteren Schritt an, als Frau öffentlich und im Leben akzeptiert zu werden.

Wie werdet ihr von eurer Mutter/Familie vorgestellt?

Jennifer
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Anne-Mette
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es ist leider niemand mehr da, der mich als Tochter vorstellen könnte.

Meine Schwestern stellen mich als Schwester vor - und meine Enkel als Oma.

Für meine Söhne bin ich weiterhin der Vater.

... allerdings bin ich kein Crossdresser )))(:

Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

bei mir ist auch niemand mehr da, der mich als Tochter vorstellen könnte. Meine Mutter hatte sich immer eine Tochter gewünscht, meine Schwester ist aber bei der Geburt oder kurz zuvor verstorben. Vielleicht schaut sie jetzt von oben zu und freut sich doch noch... :wink:
Meine erwachsenen Kinder sagen Papa zu mir.

Grüße, Ulrike-Marisa
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 4 im Thema

Beitrag von Emilia »

Hallo Jenni,

Oh wie schön, eine Geste oder ein Schritt näher zur Akzeptanz, ich freue mich für Dich.

Ich habe es da noch besser, denn ich brauche mir darüber erst gar keine Gedanken machen, da mich meine Mutter für verrückt erklärt. Eine sehr liebreizende Dame dessen Meinung mich so interessiert, wie als würde ein Seiflappenhaken von der Wand fallen.

Liebe Grüße, Emi.
Eines Tages werden wir sterben, aber an allen anderen Tagen nicht.
Michaela_mit_a
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 5 im Thema

Beitrag von Michaela_mit_a »

Ich stehe noch am Anfang meiner Transition und bin daher nicht ganz Crossdresser, aber irgendwie ja doch noch ... egal.
Meine Mutter hat bisher als einzige ein Problem damit und sagt immer Dinge wie z.B. zu meinem Vater "hol deinem Sohn mal ein Wasser".
Noch kann und will ich das nicht zu ernst sehen, wenn ich aber erstmal alles männliche abgelegt habe, dann hoffe ich auch auf einen Wandel bei meiner Mutter.
LG, Michaela
Céline
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 6 im Thema

Beitrag von Céline »

Hi,
Für meinen Vater mit über 80 werde ich immer der Sohn bleiben obwohl er mich aktzeptiert und wir ein sehr gutes Verhältnis haben und für meine Schwestern bin ich jetzt ihre kleine Schwester
Liebe Grüße
Céline
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
Rabea-Marie
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 7 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie »

Hallo alle zusammen!

@Jennifer find ich ganz groß von deiner Mutter!

Bei mir heißt es nur "Sohn" und "ich bin mir nicht sicher ob ich jemals Tochter zu dir sagen kann"... Das ärgert mich sehr... Bald fahren wir zusammen in dem Urlaub nach Holland. Ich hoffe bis dahin findet sich wenigstens eine neutrale Lösung...

LG Rabea
heike65
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 8 im Thema

Beitrag von heike65 »

Meine Mutter sagt "Kind" oder "mein Kind" einer der Gründe warum ich keinen Kontakt mehr möchte
Karla
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 9 im Thema

Beitrag von Karla »

@Heike:
"Kind" bleibst du - ob mit 6 oder mit 60 - so es die Mutter dann noch gibt - als ich 16 war, hatte ich keine mehr (Krebs).
Selbst das Entsorgen meiner Dessous sei ihr daher verziehen - heute würd ich mir das nicht mehr gefallen lassen.
Zumindest hat sie Dich nicht "misgendered"!
LG Elly
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 10 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Danke Mädels für eure bisherigen Einblicke! Es ist natürlich schade, wenn die Eltern (oder andere Familienmitglieder) nicht mehr "da sind", aber es ist auch schön, von euren Schwestern und Großeltern euch als weibl. Familienmitglied anzureden/zu akzeptieren - Schwester genannt zu werden (wie es hier erwähnt wurde) finde ich auch toll, allerdings habe ich keine Geschwister.

Jennifer
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Phi
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 11 im Thema

Beitrag von Phi »

Sowohl meine Mutter als auch meine Frau haben mich gefragt, wie ich es gern hätte - da es mir egal ist, musste sich niemand umstellen. Falls sonst eine Person nachfragt, stelle ich es ihr frei zu wählen, was ihr angenehmer oder angemessener erscheint.

LG
Phi
Marlene K.
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 12 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Mir wird es zunehmend wichtiger, wie mich die Menschen ansprechen. Ich möchte aber keinen, der mir relativ nah ist, überfordern. Meinen Vater, der mir sehr nah ist, werde ich mit 81 nicht zwingen, seine Weltsicht zu hinterfragen.
Wir reden über meine Erlebnisse und er sagt deutlich, dass er es gut findet, wie ich mich durchsetze. Mehr möchte ich nicht verlangen.
Meine Gschwister meiden die klare Ansage, kommentieren meine vorsichtigen Auftritte bei Facebook aber positiv. Meine erweiterte Familie benennt mich bei Aufforderung ohne Zwang nach meiner Entscheidung, benutzt den Namen Marlene.
Im sozialen Umfeld setzt sich der Name auch zunehmend durch. Einige ältere schwule Menschen in meiner Wandergruppe haben trotz deutlicher Zeichen, dass sie mich schätzen, Schwierigkeiten Sie und Marlene zum sagen. Wichtiger ist mir aber die Wertschätzung als Mensch, auch wenn es ab und an einen Stich ins Herz ist, wenn liebe Menschen mich nicht so wahrnehmen können wie ich bin, mich sehe.

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
heike65
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 13 im Thema

Beitrag von heike65 »

Elizabeth hat geschrieben: Fr 26. Jul 2019, 02:46 @Heike:
"Kind" bleibst du - ob mit 6 oder mit 60 - so es die Mutter dann noch gibt - als ich 16 war, hatte ich keine mehr (Krebs).
Selbst das Entsorgen meiner Dessous sei ihr daher verziehen - heute würd ich mir das nicht mehr gefallen lassen.
Zumindest hat sie Dich nicht "misgendered"!
LG Elly
Das mit dem Kind gibt es aber erst seit dem ich mich geoutet habe... und nach meiner PÄ/VÄ blieb es beim Kind, vor dem Outing gab es das Wort Kind nicht als Ansprache
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 14 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

heike65 hat geschrieben: Fr 26. Jul 2019, 20:07 Das mit dem Kind gibt es aber erst seit dem ich mich geoutet habe... und nach meiner PÄ/VÄ blieb es beim Kind, vor dem Outing gab es das Wort Kind nicht als Ansprache
Ah interessant,

bei mir war das immer so und ist es heute noch.
Nur ein einziges Mal hat mein Vater gesagt "versuch doch mal ein Mann zu sein", nicht
ihm zuliebe, sondern als meine Liebste und ich in der Klemme steckten.

Mein Vater lebt leider nicht mehr und meine Mutter darf mich mit 84 und fortgeschrittener
Demenz nennen wie sie möchte-sie haben mir ein Leben ermöglicht wo ich sein konnte
was ich wollte, wann ich wollte, ohne mich in eine Ecke zu drängen und dafür bin ich sehr dankbar.

Deswegen war die neutrale Bezeichnung als "Kind", nicht "Sohn" oder "Tochter" vollkommen
ok und ist es noch. Nun, ich fragte schon früh warum ich nicht "bin" wie meine Mutter und
in den beginnenden 80ern hatte ich glaube ich einen Glücksgriff mit meinen
Eltern getan, das sie meine Erziehung so umgesetzt haben wie sie es taten.

Als dann allerdings meine Entscheidung fiel mich endgültig für meine Weiblichkeit zu entscheiden
wurde das in der Familie sehr positiv aufgenommen, besonders meine Schwägerin wertete
es als überfällige Befreiung. Bei meinem Schwager hat es etwas lange mit dem Namen gedauert, aber
auch das hat sich grade vor ein paar Tagen positiv erledigt.

Ich bin also Schwester, Tante und sogar Grosstante..und als nach einer Menge Jungs letztes Jahr
Magdalena auf die Welt kam war ich echt erleichtert, ohne jetzt männerfeindlich sein zu wollen.... (he)

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
heike65
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Re: Werdet ihr auch als "Tochter" vorgestellt?

Post 15 im Thema

Beitrag von heike65 »

Nunja, meine Mutter hat alles vermieden mich bei meinem neuen weiblichem Vornamen zu nennen, sie hat auch alles getan damit ich mich nicht öffentlich oute, sie hat massivste Probleme damit was andere Menschen über unsere "Familie" sagen könnten. Ich habe mich deswegen dazu entschieden einen Artikel in allen Tageszeitungen in S-H zu veröffentlichen damit war alles gesagt
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