rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein
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Anne-Mette
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rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 23. Jul 2019, 17:53

Nun ja - im Link verwenden sie den Begriff "trans".... :?


https://rp-online.de/nrw/panorama/trans ... d-44287471


Sicherlich mag es auch daran liegen, dass es an "gesellschaftlicher Akzeptanz" von divers (weil zu wenig darüber gewusst wird) mangelt, mal ganz abgesehen von ungeklärten Folgeregelungen, die z.B. die Sozialversicherungsnummer betreffen.
Sich für männlich oder weiblich zu entscheiden erscheint mir einfacher.
Das soll mich allerdings nicht daran hindern, weiter als "Aktivistin in intersexuellen Belangen" tätig zu sein.

Gruß
Anne-Mette

Marielle
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Re: rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein

Post 2 im Thema

Beitrag von Marielle » Mi 24. Jul 2019, 00:14

Namd,

auf das ganze Land hochgerechnet macht das 124,9 Diverse (82,8 Mio. / 17,9 Mio. x 27).

Ziemlich wenig, sehr seltene 'Spezies'. Schade. Mit mehr Menschen hätte mehr für alle daraus werden können.

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Re: rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein

Post 3 im Thema

Beitrag von Nina_68 » Mi 24. Jul 2019, 05:34

Hallo,

ich habe mal versucht die Anrede eines diversen Menschen zu ermitteln. Da gibt es eigentlich nur Tips die Gendersprache zu umschiffen. Für mich persönlich freue ich mich aber immer sehr, wenn ich als Frau angeredet bzw. angeschrieben werde.
Des weiteren wird bei Stellenausschreibungen gerne m/w/d gewählt. Die Unternehmen wollen also zuerst Männchen, dann Weibchen und dann erst Diverse. logischer wäre eine alphabetische Reihenfolge.

Aber Respekt, 27 haben es getan und stellen sich der Umwelt.

LG

Nina

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Re: rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein

Post 4 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mi 24. Jul 2019, 14:34

Nina_68 hat geschrieben:
Mi 24. Jul 2019, 05:34
ich habe mal versucht die Anrede eines diversen Menschen zu ermitteln.
Die deutsche Sprache ist bei Artikeln und Pronomen zu Personen leider noch sehr binär.

Bei schriftlichen Anreden funktioniert der Name praktisch immer. "Guten Tag Vorname Nachname", "Hallo Vorname Nachname". Viele Firmen machen das schon und sparen sich dabei komplett die Speicherung von Gendermarkern und die Unterscheidung bei der Ausgabe.

Mündlich ist auch der Name/Vorname die einfachste Lösung, da praktisch immer bekannt. Statt sich auch noch Pronomen zu merken also einfach den Namen (nomen...) verwenden.

Es gibt einige gute Seiten dazu im Netz. Ein paar Links hatte ich wohl mal gepostet.

Bisher ist es ein mühsames, kleinteiliges Unterfangen, Firmen, Vereine, Behörden und so weiter auf ihre immer noch binären Systeme hinzuweisen. Von einigen bekomme ich schnell Antwort, von anderen gar keine. Einige vertrösten, aber manchmal stelle ich erfreut fest, dass schon umgesetzt wurde. So zum Beispiel bei Amazon, horze.de, teilweise bei 1&1.

Vincent
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Re: rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein

Post 5 im Thema

Beitrag von Vincent » Mi 24. Jul 2019, 23:46

Anne-Mette hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 17:53
Sicherlich mag es auch daran liegen, dass es an "gesellschaftlicher Akzeptanz" von divers (weil zu wenig darüber gewusst wird) mangelt,
Hallo Anne-Mette,
ich denke dass weniger die Gesellschaft, als die restriktive Gesetzgebung verantwortlich ist.
Diverse im Sinne des Gesetzes erfordert einen uneindeutigen biologischen Status, alles was in englisch unter "Gender" fällt, reicht leider gemäß Gesetz nicht für eine Personenstandsänderung aus.

Ich bin biologisch eindeutig Mann, hätte wohl Chancen das auf "Frau" ändern zu lassen (Gutachten usw....), wenn mir aber kein Arzt eine biologische Besonderheit bescheinigt die ich nicht vorweisen kann (offensichtlich ist das zur Zeit nicht selten, das Ärzte das machen) steht mir der Nichteintrag bzw. der Eintrag "divers" nicht offen.
LG

Vincent

Jaddy
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Re: rp-online: 27 Personen in NRW wollen bislang als „divers“ gemeldet sein

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 25. Jul 2019, 02:10

Vincent hat geschrieben:
Mi 24. Jul 2019, 23:46
Diverse im Sinne des Gesetzes erfordert einen uneindeutigen biologischen Status, alles was in englisch unter "Gender" fällt, reicht leider gemäß Gesetz nicht für eine Personenstandsänderung aus.
Kleine Korrektur: "Divers", ohne "e".

Aber worum es mir eigentlich geht: Das BMI behauptet, dass das so im §45b stände, bzw. dass sie es so gemeint hätten. Das ist aber keineswegs so sicher. Es gibt diverse (ha ha) Argumente dagegen. Dass es keine (rechts)sichere Definition von "Variante der Geschlechtsentwicklung" gibt. Dass die Privatdefinition des BMI nur in der Begründung steht, die keine Gesetzeskraft hat. Dass die Definition in der Begründung wissenschaftlich überholt ist und etliche inter Varianten nicht abdeckt. Dass auch trans eine Variante der Geschlechtsentwicklung ist. Dass der Personenstand das soziale, nicht das biologische abbildet. Dass deshalb der §45b insbesondere nicht RN 9 der BVerfG Entscheids umsetzt. Dass diese Ungleichbehandlung von trans und inter im Personenstand verfassungswidrig ist. Und so weiter.

Es wäre nett, wenn die Behauptungen des BMI nicht ohne entsprechene Einordnung verbreitet würde.

Denn, Bonus: Die Ministerien können Standesämter nicht anweisen. Das können nur Gerichte. Die Ämter sind einzig und allein den Gesetzestexten verpflichtet und deren Auslegung im EInzelfallprozesse. Und irgendwann bald wird es Prozesse geben, in denen genau die obigen Gegenargumente zur BMI-Ansicht geklärt werden. Wenn nötig bis zum BVerfG.

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