Valeries Welt
Valeries Welt - # 41

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 601 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Ja Lilo, danke schön für deine Nachricht. Es geht mir gut und ich hoffe dir ebenso. Hier ist Ferienstimmung, alles sehr ruhig. Bald sollte ich vielleicht mal weitermachen mit einer neuen Episode, oder?

L.G. Valerie
Dwt-Lilo-SL
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Re: Valeries Welt

Post 602 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL »

(ki) (ki) (ki) Guten Morgen Valerie,
hier im Hohen Norden regnet es kleine Tropfen, nicht mehr als Mücken-Pie!!!
Aber steife Briese Temp: gerate mal so 12 Grad C(etwas Kühl). (wo) (wo) (wo)
Da macht die Arbeit ja mehr Spaß als wenn draußen 30 Grad C oder mehr wären. (so) (so) (so)
Also bitte schreib eine neue Episode!! (yes) (yes) (yes)
BITTE!
L.G von Lilo-GINA (ki) (ki) (ki)
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 603 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2, Kapitel 50: Hundstage ( La canicule)

Ende Juni, als die Sonne schon um kurz vor sechs Uhr am Morgen über den Horizont blinzelte und bis zur Mittagszeit bereits 6 Stunden lang kräftig geschienen hatte, kletterte das Thermometer in Narbonne auf über 35 Grad Celsius, wo es fast eine Woche lang fast unbeweglich stehenblieb, so hatten die hitzegeplagten Narbonner jedenfalls den Eindruck.

La canicule (die Hundstage) waren ausgebrochen und machten ihrem Namen mal wieder alle Ehre. Und um das Ganze noch etwas schlimmer zu machen, wehte von morgens bis abends ein leichter, aber konstanter und feucht-heisser Wind vom Mittelmeer her, und weil dieses Klimaereignis praktisch jedes Jahr um diese Zeit vorkommt, gab es auch für diesen ziemlich unerträglichen feucht-heissen Wind einen speziellen Namen, er hieß "le marin" ("der vom Meer her weht"). Manche der alten Leute nennen diesen heissen Seewind aber auch "Le Grecque" (der Grieche), auch sehr anschaulich, aber beide Namen klingen jedenfalls brutal heiß, was faktisch ja auch der Fall war.

Michael war abgereist und Valerie war wieder allein. Sie hatte ihre Bürogemeinschaft mit Alain und Delphine aufgekündigt und hatte jetzt alle Hände voll zu tun, um ihr neues Büro in der Rue Rossini einzurichten. Weil sie (wie wir wissen) ein systematischer Geist war, hatte sie sich eine dieser To-Do-Listen gemacht, also da standen die Dinge drauf, die noch zu erledigen waren. Wichtige und weniger wichtige Sachen, aber alle mussten abgearbeitet werden.

Die Liste war ziemlich lang und reichte von "A" (Aufkleber für ihr Firmenauto machen lassen) bis " V" (Visitenkarten drucken lassen, dazu auch Geschäftspapier), also Dinge, die relativ schnell erledigt waren. Aber leider gab es da auch solche Buchstaben wie "G", und unter dieser Rubrik hatte sie stehen: "Gewerbeanmeldung beim CCI". Klang sehr nach Bürokratie und absolut nicht einfach, irgendwie sehr nach Formularen, Anträgen und nach Bürokratie, eine Sache die sie verabscheute.

Das CCi ist die französischen Industrie- und Handelskammer. Dort musste sie sich noch anmelden, d.h. sie musste einen Kurs belegen, um die Lizenz für selbständige Immobilienkaufleute zu erwerben, als Firmenchefin brauchte sie dieses Papier.

Das Anmelde-Formular für den Kurs bei der CCi war im Internet verfügbar, das war noch einfach und schnell erledigt, sie füllte das Dokument aus und schickte es an die Handelskammer ab, die nicht weit entfernt lag, die Kurse fanden in der Volkshochschule statt, das Gebäude der VHS war in der Innenstadt gelegen, gar nicht weit von Valeries Wohnung entfernt, es waren kaum 10 Minuten mit dem Bus, wie sie feststellte, und außerdem entfällt so die lästige Parkplatzsuche in der Innenstadt, auch einer der unbestreitbaren Vorteile der Öffis.

Das Kursgebäude war vollklimatisiert, was sie nach der Hitze draußen gleich bemerkte und als sehr angenehm empfand, als sie die Halle der Industrie- und Handelskammer betrat und sich erst mal suchend nach den VHS-Kursen umschaute. Ein riesig großer Gebäudekomplex war das, alles scheinbar voller Licht und Glas und Stahl, und überall standen diese modernen kleinen Sitzgruppen mit Pflanzen und modernen Möbeln. Sie fand schließlich den Infoschalter.

" Guten Tag. Wo geht"™s hier wohl zu den Schulungen für Immobilienkaufleute?"

Die Infodame war ganz jung und suchte ein wenig auf ihrem Bildschirm herum, fand dann aber das Gesuchte.

"C"™est le cours de formation de Monsieur Elouard?" fragte sie zurück. Valerie war sich nicht sicher, ob sie den Namen richtig verstanden hatte, nickte aber erst mal.

Der Kursraum lag in einem Obergeschoss, sie benutzte den Aufzug.

"Kurs für Immobilienkaufleute"

stand auf einem Schild rechts neben der Tür, daneben ein Name

"Kursleiter Maitre Thierry Elouard."




Soviel erstmal für heute. Fortsetzung folgt.

Lieben Gruß,

Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 604 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

eine Wahnsinnshitze heute
Dwt-Lilo-SL
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Re: Valeries Welt

Post 605 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL »

Hallo Valerie,
kann ich nicht sagen ca 16 Grad hier im Hohen Norden (Nähe Flensburg)
und es hat auch schon etwas Regen gegeben und eine Steife Briese zu Abkühlung (Windstärke 7 ca 55 km/h)
halte ich gegen deine Wahnsinnshitze!!
Also aus dem kühle Norden einen Gruß
in die Wahnsinnshitze
lg L-G
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 606 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Lilo,

Ihr habt sechzehn Grad und dazu 'ne ssteife Brise, Beaufort 7, wie es sich gehört für Nooorddeutschland!

Da haben wir hier unten am Mittelmeer doch mehr als das doppelte (35 Grad wieder mal), dazu auch ein wenig Regen gestern Abend aber das war nur ein kleiner warmer Sommerregen mit ein wenig Gewitter und von dauerhafter Abkühlung kann man da wirklich nicht reden.

Was ist zu tun bei der Hitze?

Wir faulenzen viel, und das was im Garten zu tun ist, wird zwischen 7 und 10 Uhr am Morgen erledigt, danach nichts mehr, weil es dann nach 10.00 Uhr bereits um die dreissig Grad Celsius hat. Ich selbst habe mir die Haare heute gaaanz raspelkurz schneiden lassen, damit ich weniger schwitze unter der Perücke, wenn ich bald mal wieder en femme ins Städtle oder den Supermarché gehe. Für nächste Woche habe ich einige Tage "en femme" vorgesehen, ich werde dann wohl ein weites Sommerkleid aus Leinen oder Viscose anziehen und darunter nichts anderes als einen ganz leichten BH und Höschen, dazu natürlich Sandalen ohne Absatz.

Ciao und Grüße

Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 607 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Die Hitze nimmt mir jeden Willen etwas zu unternehmen, man läuft herum wie betäubt, das geht so seit Tagen. Eigentlich sollte ich mich um den Garten kümmern, das Obst ist überreif aber ich raffe ich kaum dazu auf, das Gemüse zu bewässern. Jetzt warte ich bloß noch darauf dass sie die Wasserversorgung einschränken oder irgendwann abstellen. Mit Schreiben ist überhaupt nichts mehr, Valeries Welt macht Pause, da bitte ich sehr um Verständnis dafür. Habe kaum Lust, en femme rauszugehen, bin ziemlich antrieblos.

Valerie (schlapp)
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Re: Valeries Welt

Post 608 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

schlapp schlapp
Karla
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Re: Valeries Welt

Post 609 im Thema

Beitrag von Karla »

Füße in 'nen Eimer mit lauwarmem Wasser stecken
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 610 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Es hilft (hs)
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Re: Valeries Welt

Post 611 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2, Kapitel 51: Der Kurs

Berufliche Weiterbildungskurse gelten als langweilig, und besonders dann, wenn sie, wie in Valeries Fall kaufmännische Themen betreffen.
Wenn also in erster Linie so trockene und schwer verständliche juristische Spezialthemen abgehandelt werden wie das Besitz- und Eigentumsrecht an Immobilien, und man dabei auch das Erbrecht mehr als ein wenig streift, wenn so nebenbei auch die buchhalterische Thematik (Steuern, Einkommen, kommunale Abgaben usw.) nicht ausgelassen wird, sondern im Gegenteil recht breit abgehandelt wird, alles Themen, die die man als Immobilienkaufmann kennen und beherrschen muss (zumindest in den Grundzügen), dann muss man wirklich engagiert und mutig sein, denn es bedeutet schon wirklich "ganz ganz dicke Bretter zu bohren", wenn man wie Valerie einen solchen Kurs absolvieren will.

Aber was heißt eigentlich wollen? Sie persönlich wollte es ja gar nicht, es war nicht ihre eigene Idee gewesen, nochmals ein wenig Jura zu studieren und diese speziellen dicken Bretter zu bohren, nein, in keiner Weise entsprang diese Idee ursprünglich Valeries Kopf, sondern sie hatte sich nur deshalb zum Kurs "Immobilienrecht" angemeldet, weil sie musste, weil es eine Vorschrift war, die sie nicht umgehen konnte, weil es eben auch in Frankreich (oder gerade in Frankreich) ein paar detaillierte berufsständische Regeln und Vorschriften gibt, an die sie sich nun auch zu halten hatte, jetzt, da sie vorhatte, diese Firma zu gründen und zu leiten, die sich mit Immobilienverkauf beschäftige, und das hoffentlich comme il faut, also erfolgreich.

Das Thema war also sehr trocken und der Sommer ziemlich heiss, man kann es nicht anders nennen denn die Zeit der Hundstage war angebrochen. Besser gesagt, man war mitten drin.

Aber glücklicherweise hat die Mode oder nennen wir es die Gesellschaft oder die soziale Umwelt (oder was auch immer) etwas dagegen erfunden, jedenfalls ist da für Abhilfe gesorgt, man kann etwas dagegen tun, jedenfalls hatte eine hübsche junge Frau wie Valerie eine Menge an entsprechenden Möglichkeiten, ihre Oberbekleidung an die herrschende Hitze anzupassen.

Das "Darunter" ist schon mal sehr wichtig, denn es liegt direkt auf der Haut, die ja schwitzt. Natürlich trug sie darunter nur einen ganz leichten Synthetik BH und das entsprechende Höschen, Strümpfe entfallen, das versteht man. Schuhe können nicht entfallen, aber die Schuhindustrie ist ja innovativ und die Schuhmode hat ja schon sehr vieles erfunden, speziell was Frauenfüsse angeht, darunter diese ganz leichten Wedge-Sandalen aus korkartigem Material, die es in allen Modefarben gibt und die an Riemchen getragen werden, um dem Fuß einen entsprechenden Halt zu geben.

Valerie besaß Wedges in fast alles Farben, darunter auch ein paar recht hohe mit Plateausohle, die sie noch zehn Zentimeter größer machten, als sie sowieso schon war, und ihre einen schlanken Beine noch mehr betonten.

Jetzt zur Frage aller Fragen: Hose oder Kleid? Alles Enganliegende kam nicht mehr in Frage, verständlich bei der Außentemperatur. Also für Valerie war die Sache schnell geklärt: Rock entfällt, Röcke sitzen zu eng bei der Hitze, Leggins mochte sie nicht, die gingen ihr prinzipiell gegen den Strich, FSH und eng anliegende Hosen entfielen ebenfalls aus den bekannten Gründen.

Also was bleibt übrig? Beine zeigen!. Wer solche Beine hatte wie Valerie konnte das auch tun, ehrlich. Also gleich morgens nach dem Duschen kurz mit dem Lady-Rasierer über die Beine und dann rein ins weit schwingende Sommerkleid, den Zipper ruckzuck hochgezogen am Rücken, es sitzt auf Taille, ist leicht, es macht Figur und es gibt heute doch so viele tolle Materialien und Farben für florale bunte Sommerkleider, das könnt ihr bei Bonprix im Internet nachkucken oder wo ihr wollt. Valerie fand ihr "Fähnchen" aber nicht bei Bonprix, sie ist keine Katalogkäuferin, sondern im Kaufhaus "Aux Dames de France" im Narbonner Zentrum, gegenüber der Kathedrale Saint-Just. Das Kleid nahm sie direkt von der Straße vom Ständer, hielt es vor sich hin und wollte es gleich haben., so ist sie eben, unsere Kleine.

Der erste Kursabend brachte dann aber doch noch eine eine Überraschung für sie, denn mit dem Kursleiter hatte sie schon mal Tango getanzt. Thierry (Monsieur oder Maitre Elouard) war Notar und Vorsitzender der lokalen Ausbildungskommission für Immokaufleute, als solcher ein wirklich hoher städtischer Beamter. Dass er den Kurs leitete, zeigte wohl dass es ein wichtiger Kurs war, Valerie fühlte sich gleich gut aufgehoben.

Anfangs war sie sich nicht ganz sicher, dass er sie unter den etwa zehn anwesenden Teilnehmern erkannte, jedenfalls reagierte er anfangs nicht auf sie. Das geschah erst, als sich die Teilnehmer nacheinander vorstellten: Name, Beruf, und kurz erzählten, wozu sie diesen Kurs wohl besuchten.

Der Maitre lächelte, als sie ihren Namen und Beruf nannte:

"Valerie Bellegarde, immobilière de Narbonne"

"Et une bonne danseuse de tango" (und eine gute Tangotänzerin) setzte er ganz locker hinzu, verzog das Gesicht dabei, breit grinsend.

Sie errötete etwas, aber eigentlich war es keine wirkliche Provokation, denn er klärte die anderen Studenten gleich auf, was es mit seiner Bemerkung wohl auf sich hätte. Ja, man würde sich schon kennen. Ist auch nichts Besonderes, solche Sachen kommen schon vor, die Welt ist klein.

Und ab und zu läuft man solchen Leuten auch mal wieder über den Weg, die aus dem einen oder anderen Grund einen gewissen Eindruck auf uns gemacht haben.



Fortsetzung folgt, wenn hier die Temperaturen mal wieder dauerhaft unter 30 Grad runtergehen.

L. G. Valerie :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Mo 8. Jul 2019, 22:34, insgesamt 3-mal geändert.
Karla
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Re: Valeries Welt

Post 612 im Thema

Beitrag von Karla »

Et une bonne danseuse de Tango -
mehr als nur ein büschen Neid!
mein Boyfriend hat diesbzgl. gar keinen Plan,
und Elly hat noch keine/n gefunden, der/die sie führt...
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Re: Valeries Welt

Post 613 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Elly,
Man tanzt hier unten Tango, Paso doble, Salsa und diese ganzen lateinamerikanischen Sachen. Diese Rhythmen hört man hier überall auf Stadtfesten. Es ist halt nicht sehr weit zur spanischen Grenze, die katalanische Kultur kommt überall durch. Ich kann von allem ein bisschen, d.h. ich kann die Schrittfolge vom Salsa und Tango und natürlich dann eine Frau im Rhythmus führen. Meisterlich ist das aber keinesfalls, höchstens Durchschnitt.

En femme gehe ich aber nicht zu Tanzereien, noch nicht. Vielleicht später mal, heute ich bin noch unsicher, ob ich das tun soll, die Landbevölkerug ist sehr, sehr konservativ, und ich will die Freunde hier nicht vor den Kopf stoßen, du verstehst?

L.G. Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 614 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Teil 2, Kapitel 52: Wieder zurück zum Thema eins?

(Oder: Das Stutenbeissen)

Leute, die hier bei der Story von Valeries Welt einigermaßen konstant und regelmäßig mitlesen, werden sich jetzt vielleicht etwas irritiert fragen:
"Was? "¦. Da kommt doch nicht etwa schon wieder eine Männergeschichte? — Kriegt sie denn nie genug von den Männern, unsere Kleine? Jetzt hatte sie doch schon Affären mit einigen Kerlen. Ist die Valerie eigentlich unersättlich?

Leute, ihr könnt euch beruhigen, lehnt euch bequem zurück in eurem Bürodrehstuhl und lest unbefangen weiter: Es gibt keine Männergeschichte, noch nicht. Valerie hat sich (noch nicht) richtig verguckt in ihren Kursleiter, diesen Notar namens Thierry Elouard, diesen starken männlichen Typen mit den trotzdem feinen (lateinischen) Gesichtszügen, der sie einmal, vielleicht auch zweimal für ein paar Minuten im Arm gehalten hatte in diesem Tanzlokal, als die beiden dort zusammen den Tango wagten. Tango tanzt man eng, das ist schon richtig.

Was war Sache? Nun, ein guter Tänzer war er schon gewesen, der Herr Notar, der Maitre, das hatte Valerie sofort gespürt an diesem Tanzabend (tango argentine), als er sie im Arm hielt damals, man muss wissen, sie ist von Natur aus eine exzellente Tänzerin, sie kann mit dem Rhythmus der lateinamerikanischen Musik mitgehen und es fällt ihr von Natur aus leicht, sich der Führung eines guten Tänzers hinzugeben.

Aber dieser Abend war vorbei — Game over. Was war übrig? Nichts, vielleicht waren damals ein paar Träumereien gewesen bei ihr, aber das waren unsinnige Kleinmädchenträume und außerdem lange vorbei.

Also was soll"™s?

Wir wissen, bei allen ihren vielen und gelegentlich auch widersprüchlichen Wesenszügen ist die Valerie doch eine Realistin, und der Fakt, dass sie sich (auf Michaels Vorschlag hin) dann zur Gründung dieser Immobilien-Firma entschieden hatte, zeigt auch, dass sie mutig war, dass sie etwas wagte, und dass sie Traum und Wirklichkeit durchaus unterscheiden konnte.

Was war also los mit diesem Maitre? Denn Im Grunde saß sie jetzt als ganz normale Studentin dort drin in seinem Kurs und musste konzentriert zuhören und lernen, französisches Erbrecht (trockene Sache) und sie hatte sich zu konzentrieren, dabei blieb für Träumereien und abschweifende Gedanken wenig Platz.

Oder etwa doch?

Vier der zehn anwesenden Kursteilnehmer waren Frauen (drei außer ihr selbst), und Valerie bemerkte spätestens im Verlauf des im zweiten oder dritten Kursabends, dass diese anders auf den Maitre reagierten als die männlichen Studenten. Was war da los?

Nun, es gibt einen anschaulichen Begriff dafür, der heißt Stutenbeissen. Was nichts anderes heißt, als dass eine gewisse, aber deutlich merkbare Konkurrenz um den Kursleiter unter den Mädels entstand, man buhlte sozusagen um seine Aufmerksamkeit, jede wollte auffallen, indem sie die intelligenteste Zwischenfrage stellte. Es wurden also viele Zwischenfragen gestellt, und nicht nur kluge.

Eines war nicht abzuleugnen: Er sah schon unverschämt gut aus, der Herr Notar, er war bestimmt ein richtiger Womanizer (so war zu vermuten) mit einer lauten Stimme und sehr dominantem Auftritt. Außerdem trug die Aura von Macht, Intelligenz und Wissen, die ihn quasi ständig umgab (und das konnte man sofort bemerken, wenn er den Kursraum betrat), all das trug wesentlich dazu bei, dass in der Klasse schnell eine kleine Hackordnung um seine Aufmerksamkeit entstand, Valerie hielt sich anfangs diesbezüglich noch instinktiv zurück, und das war zunächst mal klug.

Unter den anderen drei Mädels war aber spätestens zur Mitte des Kurses hin ein Krieg um den Maitre entstanden. Valerie bemerkte es das erste Mal, als sie zwei Studentinnen dabei beobachtete, wie sie während einer Kurs-Pause in der Damentoilette verschwanden und bald darauf mit frisch gestylter Haarfrisur wieder herauskamen, eine hatte sogar Lippenstift aufgelegt.

Wenn das keine Kriegserklärung an die anderen weiblichen Anwesenden ist.

Allerdings konnte Valerie jetzt, da alle Zeichen dahin standen, dass die Sache auf einen offenen Konkurrenzkampf im Hühnerhof hinauslief, auch nicht so tun, als interessierte sie das Ganze überhaupt nicht, als sei der Maitre Luft für sie, als sei sie die Einzige, die sich nur für den Stoff interessierte, eine Streberin sozusagen.

Nein, nein, nein. Man kann ihr vieles nachsagen, aber eines war sie bestimmt nicht, keine Streberin, keine Klugscheisserin, die sich ständig beim Chef in den Vordergrund drängelte. (pas une "petite conne prétentieuse", in der Landessprache)

Stop mal, Mädels. Wenn es um den Hahn im Korb ging, dann hatte sie auch noch ein Wörtchen mitzureden. Und die Waffen der Frauen, die beherrschte sie auch, schon lange, da brauchte sie sich überhaupt nicht zu verstecken.

Also: Die Kleidungswahl fiel auch bei Valerie am nächsten Morgen etwas sorgfältiger aus. Sie entschied sich gegen den bisher von ihr präferierten Studentinnen-Gammel-look (Jeans, Top und Mules) und wählte dagegen ein Sommerkleid, ein leichtes aus Viscose. Bei solchen Kleidern hat der Hersteller darauf geachtet, dass genügend Luft an die Haut kommt, vor allem dort, wo man schwitzt, (vulgär gesagt), also am Halsausschnitt und unter den Ärmeln. Einfacher gesagt: Das Kleidchen war ärmellos, hatte hinten einen schmalen Reißverschluss und vorne einen hübschen knöpfbaren Ausschnitt, denn sie noch effektvoller gestaltete, indem sie beim Ankleiden ihre mittelgroßen Silikonkissen in die BH-Körbchen einlegte.

Sie betrachtete sich im Spiegel und war zufrieden mit sich. Der Kampf konnte beginnen: Voilà "¦ allez, Valerie !


Fortsetzung folgt, falls Bedarf besteht, in Bälde, wie immer hier in diesem Theater.

Lieben Gruß,

Valerie :()b
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Re: Valeries Welt

Post 615 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Eines vergaß ich noch zu erwähnen, die große Hitze ist weg, die Geschichte kann also weitergehen.

L.G. Valerie
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